Schallende Ohrfeige für Ennepetaler Verwaltung?

[jpg] Was ist nur mit der Verwaltung unserer Stadt los? Nun haben die schon 40% mehr an Personalkosten als unsere Nachbargemeinde Gevelsberg und leisten dafür weniger?

Da werden Vorlagen nachgereicht, die vorher hätten da sein müssen, wie bei den Zuschüssen für die Senioren. Der Kinderschutzbeauftragte wird mal so eben im Sauseschritt abberufen und in das Citymanagement expediert, ohne direkten Nachfolger versteht sich. Jugendtreffs werden mir nichts dir nichts geschlossen. Und jetzt dies. Die Schule Hasperbach soll geschlossen werden, auf die Schnelle. Warum? Weil die Schulbezirke geändert worden sind und Oberbauer nunmehr Voerde zugeschlagen wird. Da kommen die 18 Schüler logischerweise nicht mehr zusammen, die man benötigt um eine Klasse sinnvoll zu führen. Ein sensibles Thema welches hätte früh mit den Betroffenen kommuniziert hätte werden müssen. Tat man aber nicht.

Die Eltern aus Hasperbach hatten keine Chance, es war eine unheilige und undemokratische Allianz von CDU und Verwaltung, die offensichtlich schon alles eingestielt hatten.

Wie immer ist der demografische Wandel Schuld, der übrigens an allem jetzt Schuld sein muss, wenn das nicht reicht, muss eben die Finanzkrise herhalten.

So traf sich der Schulausschuss in der Grundschule Rüggeberg um über den Punkt  "Schließung der Schule Hasperbach"  zu beschließen. Nur es waren viele Eltern in der Sitzung anwesend, die ihre Kinder auf der Grundschule Hasperbach haben. So war es vernünftig, als die Frontfrau der SPD, Anita Schöneberg, den Tagesordnungspunkt  "Einwohnerfragestunde" vor den Punkt  "Schließung der Grundschule Hasperbach" beantragte. Denn was macht es für einen Sinn, wenn die Mütter nach Beschluss ihre Stimme erhoben hätten. Keinen.

Nur die CDU hatte ihre Probleme damit, denn es scheint bei dieser Partei keine Lust vorhanden zu sein in Interaktion mit den Bürgern, hier den Müttern, zu treten. Der Vorsitzende Rehbach (CDU) musste assistiert vom Fachbereichsleiter Peter Müller auch erst einmal in den einschlägigen Satzungen lesen, um dann zu sagen, es geht so nicht. Schöneberg bestand jedoch auf Abstimmung und konnte sich mit Hilfe der Bündnisgrünen und der FWE durchsetzen. Die FDP enthielt sich und die CDU war logischerweise dagegen. Bei der CDU kennt man halt nur Befehl und Gehorsam und der Oberkommandierende der CDU, der gute alte "Silberrücken", war halt nicht da.

Nun muss man vorweg sagen [und das kann man gar nicht genug wiederholen] tourt unser aller Bürgermeister mit seinem persönlichen Referenten Palomba mit der Vision 2025 herum. Jeder der nicht schnell genug das Weite sucht, muss diese Präsentation über sich ergehen lassen. Und in dieser Präsentation steht es einwandfrei, wohin bei diesen beiden die Reise hingeht, nämlich wir sollen 7.000 Einwohner in 15 Jahren weniger haben. Da wird es viel Platz geben.
Das wird dann als Dogma verkauft, wobei der demografische Wandel oder die Finanzkrise oder auch beides Schuld sind.

Nur verschweigen beide, sie haben keine Lust oder auch kein Konzept sich diesem Wandel entgegen zu stemmen. Sie nehmen es hin, wie man eben das Wetter hinnehmen muss. Dabei weiß doch jedes Kind in Ennepetal, es liegt an der mangelhaften Attraktivität unserer Stadt, dass sich Einwohner davon stehlen.

Nur, Attraktivität gibt es nicht geschenkt, sie kostet nicht nur Geld, sondern auch Gehirnschmalz und an beiden mangelt es anscheinend in der Stadtverwaltung.

Und wenn das so weitergeht, mit dem Nichtstun, werden wir  im nächsten oder übernächsten Jahr über die Schließung der Rüggeberger Schule abstimmen.

 
 Das sollte man ganz klar sagen.   Flurgestaltung der Rüggeberger Kinder

Aber so ist das nun mal, ein Toter merkt als Letzter das er tot ist. Nett das die Kinder wenigstens ihre Rüggeberger Schule noch mal ausgestalten durften.

                      
Und dann stießen die recht streitbaren Hasperbacher Mütter und Väter auf die versammelte Front der Verwaltung von Stadt und Kreis. Schulrat Niewel assistierte fleißig dabei. Da wurden den Eltern die einschlägigen Bestimmungen als Rechtfertigung nur so um die Ohren gehauen. Eine für alle Beteiligten positive Lösung zu erarbeiten, dass war nicht von der Verwaltung zu erwarten. Die Verwaltung ist eben nur für die Verwaltung da und nicht für den Bürger.

Die Verwaltung hatte nämlich einen zukünftigen Bestand an 14 Kindern pro Klasse aus dem Melderegister ermittelt und das ist eben nicht genug, 18 Kinder Minimum wären nötig gewesen. Die Mütter konterten, indem sie eben diese Zahlen anzweifelten, denn ihre Schule hatte immer auf den letzten Drücker die 18 Kinder geschafft.

Und überhaupt werden die Kinder bei solch einem Wechsel doch aus ihrer gewohnten Umgebung rausgerissen, so die Eltern. Das sollte kein Problem sein, so die Verwaltung. Und wenn wir uns jetzt alle abmelden und nach Haspe mit unseren Kindern gehen, die Mütter? Das wäre egal, so die Verwaltung die aber mächtig mauerte.

Auch das Argument, dass man andere Eltern auf Grund der Besonderheit der Hasperbach Schule, zu einem Schulwechsel von Voerde nach Hasperbach überzeugen wolle, ließen die Verwaltungsleute nicht gelten.

Im Grunde genommen war der Beschluß der Schließung in den Köpfen der Verwaltungsleute fest verankert, da gab es kein deuteln und rütteln. Nur, so fragt sich die Redaktion, wenn das alles auf Grund der Gesetzeslage schon vorher bestimmt ist, warum muss der Rat darüber noch abstimmen?

Als nach Vorwarnung, die Zeit wäre abgelaufen, durch den Vorsitzenden Rehbach (CDU) der eigentliche Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde, ergriff der Bündnisgrüne Mayer-Stoye sofort das Wort. Sehr emotional beschwerte er sich, dass solch eine Vorlage doch etwas früher hätte zur Beratung vorgelegt werden müssen.  

 Dies jetzt schon zur Abstimmung zu bringen, wäre total verfehlt. Er sah die Wichtigkeit dieser Vorlage nicht richtig gewürdigt, immerhin geht es ja um Kinder und deren Wohl. Er sah sich in dieser Hinsicht überfahren. Knüppel (CDU) meinte, es wäre genug darüber diskutiert worden, man solle endlich zur Abstimmung schreiten. Mayer-Stoye sieht das Hasperbach damit von der Stadt aufgegeben wird. Frontfrau Anita Schöneberg von der SPD assistierte indem sie den Ortsteil ausbluten sieht. Gleichzeitig verwies Schöneberg auf ein Schreiben der Baugenossenschaft "Die Voerder" hin, in welchem Herr Spannnagel äußerte, dass das Wohngebiet durch diese Schließung  "schwer geschädigt" wird. Im Klartext, er sieht für seine Investition von immerhin 213 Wohnungen ein Gefahrenpotenzial. Schlussendlich bittet er um einen anderen Lösungsansatz und meint man sollen keine Fakten durch einen Beschluss schaffen, die sodann nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Recht hat er. Warum diese Eile?

  Und dann kam der absolute Überraschungseffekt. Diese so kompetente Verwaltung hatte eine Vorlage vorgelegt die nicht komplett war! Es fehlte schlicht und ergreifend eine Seite "drei". Dieses hatte eine der Mütter aus Hasperbach festgestellt und Anita Schöneberg (SPD) zu geschoben.

Die Jungs von der Verwaltung sahen das nicht so, denn sie waren im Glauben, die Vorlage wäre komplett.

Die Mutter die sich aber die komplette Vorlage aus dem Ratsinformationssystem herunter geladen hatte, marschierte nach vorne und übergab ihre dritte Seite.

Betroffene und lange Gesichter schauten in die Runde. Was tun, sagten die Gesichter? Ach, was sind meine Geschlechtsgenossen doch nur so lahm im Kopf, man merkt schon wenn etwas Unerwartetes auftritt, dass sie damit nicht fertig werden. Anita Schöneberg machte darauf aufmerksam, dass man nunmehr über diese unvollständige Vorlage nicht abstimmen könne. Der Bürgermeister müsse  die Abstimmung wegen formaler Mängel dann wieder kassieren. Es ging nun hin und her zwischen den Verwaltungsleuten, sie waren wirklich zu bedauern. Fix wie es eben die Art von Anita Schöneberg (SPD) ist, formulierte sie einen Antrag der diese Klippe leicht umfuhr. Sie beantragte die Abstimmung über diesen Antrag auf die nächste Sitzung des Schulausschusses zu setzen, so dass der Formfehler nicht dokumentiert wurde. Dieser Antrag wurde auch sofort einstimmig angenommen. Tja, manchmal sind Jungs eben auch pragmatisch und tun genau das was Mädels ihnen sagen.

Was muss das aber weh getan haben. Und weiter. Zumindest hat sich die SPD Gedanken über diese Situation gemacht und auch ein "White Paper" vorbereitet, was man von der CDU offensichtlich nicht erwarten kann, die ja alles was von oben kommt abnickt. Sachliche Vorschläge einfordern aber selber keine haben, so funktioniert das bei der CDU.

Wir fragen uns aber, wie kann so was passieren, gibt es neuerdings keine Kontrolle mehr in der Stadtverwaltung?
Seit Wilhelm Wiggenhagen Bürgermeister ist, häufen sich die Fehler von Monat zu Monat. Jetzt sind das nur Fehler die man ohne großen Aufwand berichtigen kann, muss der Antrag eben noch 4 Wochen warten. Man fragt sich aber doch, werden nicht an anderer Stelle Fehler gemacht, die nicht sichtbar sind,  der Stadt aber einen größeren Schaden zufügen. Ein Fehler hat nun mal kein Preisschild und man kann ihn sich nicht aussuchen. Da kommen aber doch erhebliche Zweifel an der Führungsqualität unseres Bürgermeisters auf. Er muss ja nicht alles selber machen, aber sein Haus sollte er schon im Griff haben.

Ach ja, dieser ganze Vorfall kam auch unserer Nachbarin zu Ohren. Und da dieser Vorfall von der Frontfrau Frau Schöneberg (SPD) mit einer Mutter offen gelegt wurde, musste Frau Nachbarin auch sofort "Zickenalarm" geben. In dieser Stadt kann jeder machen, selbst die Neonazis, was er will bei unserer Nachbarin, nur die SPD und Frau Schöneberg nicht – auf keinen Fall.
So schreibt sie in ihrem Forum, in welchem die Neonazis noch immer als Demokraten bezeichnet werden, denn auch:

Zitat:"Warum, um alles in der Welt, sagt Frau Schöneberg denn nach ihrer Feststellung (dass in der Vorlage eine Seite fehlt, die im Internet vorhanden ist) dann nicht – spätestens kurz vor der Sitzung – der Verwaltung Bescheid, damit diese fehlende Seite nachkopiert werden kann? Nein, Frau Schöneberg schweigt, weil ihr das prima ins Konzept passt – handelt es sich ja schließlich um einen Fehler der Verwaltung. Tolle Gelegenheit, wieder ordentlich auf den Putz zu hauen."

Liebe Frau Nachbarin, dass könnte Frau Schöneberg (SPD) auch machen, da haben sie recht, wenn sie Bürgermeisterin wäre, als Chefin der Verwaltung. Und das liebe Frau Nachbarin ist nun einmal Herr Wiggenhagen. Frau Schöneberg (SPD) will doch dem Herrn Wiggenhagen die Arbeit nicht wegnehmen, sie hat ihren Job als Opposition damit erstklassig gemacht. Politik ist kein Kaffeekränzchen bei welchem wir uns Harmoniebesoffen in den Armen liegen.
Frau Nachbarin sagen sie doch Herrn Wiggenhagen einmal, als Bürgerin versteht sich, er solle doch endlich mal seinen Job machen. Dafür ist er gewählt worden und dafür bekommt er einen Batzen Geld. Der Bürgermeisterjob ist kein 1 Euro Job. Wenn er seinen Job nicht machen kann soll er doch wieder in seine Wirtschaftsförderung gehen und Parzellen in Oelkinghausen verkaufen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal.

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11 Kommentare
  1. Leserkritik says:

    Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung haben Verwaltung und CDU eine Bebauungsplan Offenlegung durchgeboxt – trotz massiver rechtlicher Bedenken der SPD. Nun – wenige Wochen später – musste die Verwaltung die Notbremse ziehen und nochmal eine komplett andere Fassung des Bebauungsplans (die SPD hatte Recht behalten…) zur Offenlage vorlegen. Siehe da – alle von der SPD kritisierten Punkte waren nicht mehr im Bebauungsplan enthalten.
    Auch das ist mehr als peinlich, dass in Verwaltung und CDU zusammen weniger Fachkompetenz vertreten ist als in der SPD. Sollen demnächst etwa die Oppositionsparteien die Bebauungspläne entwerfen?
    Also egal in welchen Ausschuss man einen Blick wirft: Überall Fehler der Verwaltung, die Blind von der CDU durchgewunken werden.

    @ Redaktion:
    Ist unser Kämmerer eigentlich der höchstbezahlteste im ganzen EN-Kreis (Hattingen und Witten kann man ja nicht in den Vergleich einbeziehen…)?

  2. Patty says:

    Dieser Brief ist das Beste, was ich bisher gelesen habe, es ist in der Tat im Moment das reinste Chaos in
    unserem schönen Ennepetal, in der Verwaltung klappt wirklich absolut nichts mehr.
    Der Bürgermeister hat scheinbar überhaupt nichts im Griff, braucht er doch einen 1. Beigeordneten und trotzdem hilft auch das scheinbar gar nichts.
    Die Bürger lassen ihren Unmut raus, indem sie Leserbriefe schreiben, wird die Verwaltung und vor allen Dingen unser Bürgermeister nicht wach?
    Er macht keine guten Hausaufgaben, er sollte besser sein Amt abgeben an Bessere.

  3. Anna Brux says:

    » „Man fragt sich aber doch, werden nicht an anderer Stelle Fehler gemacht, die nicht sichtbar sind, der Stadt aber einen größeren Schaden zufügen.“

    Die Tendenz, Entscheidungen in nichtöffentlichen Sitzungsteilen zu treffen, hat in Wiggenhagens Amtszeit zugenommen. Städtische GmbHs sind ohnehin der öffentlichen Kontrolle (durch den Rat) entzogen. Nur ab und an sickert zufällig, pannenmäßig etwas durch, und die verblüfften Bürger bemerken wieder einmal, dass hinter einer bequemen Datenschutz-Fassade Politik gemacht wird, die sich gezielt öffentlicher Wahrnehmung und Diskussion entzieht. Vermutlich stecken u.a. in den GmbHs noch etliche „Überraschungen“ die erst bei „Gelegenheit“ ans Licht kommen.

  4. Leserkritik says:

    Die SPD wurde seinerzeit für ihre Fragenkataloge zur Einzelhandelsentwicklung in Milspe in den Ausschusssitzungen regelrecht verbal verprügelt von Verwaltung und CDU. Der Vorwurf: Reiner Wahlkampf, reiner Populismus und überhaupt seien die Inhalte nichts für die öffentliche Sitzung.

    Und nun, mehrere Monate später? Da wird im Stadtentwicklungsausschuss ernsthaft drüber nachgedacht, den Grundstückseigentümern evtl. in den Erdgeschossbereichen Anbauten zu ermöglichen. Hört, hört… diese Anregung stammt aus den ach so populistischen Fragenkatalögen der SPD aus Wahlkampfzeiten. Der neue Citymanager nahm diese Idee als seine in seine „Antrittsrede“ vor dem Ausschuss. Natürlich im öffentlichen Teil…
    Auf den Fragenkatalog hat der Bürgermeister übrigens – entgegen seiner Ankündigungen – immer noch nicht abschließend geantwortet. Wieso auch – alles Populismus…

    Die Frage von „öffentlich oder nicht“ oder Populismus ist eben immer eine Frage des Standpunktes.

    Die „runden Tische“ und dieser „Bürgerverein“ sollen von ihren richtigen Beobachtungen, Frau Brux, nur ablenken. Geschickte Taktik, zumal Wiggenhagen durch die runden Tische und den Bürgerverein die Verantwortung von sich schiebt.

  5. Leserkritik says:

    Eines noch: Beim Thema „Schließung von Grundschulstandorten“ – wie es ehrlicherweise ja lauten müsste – sieht man auch wie wertvoll die Vision 2025 und der neue Flächennutzungsplan sind. Man sieht dass es in Ennepetal einfach keine Stadtentwicklung gibt. Was mit Hasperbach passieren soll – dazu verliert niemand ein Wort. Sind wir doch einmal ehrlich: Wenn eine Ennepetaler Baugenossenschaft dort nicht – warum auch immer – so viel investieren würde, könnte man das Tal wirklich dicht machen. Wenn die Bevölkerung wie erwartet zurückgeht, dann muss Siedlung zurückgebaut werden. Wo, wenn nicht dort „im Loch“?
    Die Bevölkerungsentwicklung wird man hier nicht umkehren können. Woher sollen die Leute auch kommen? Aus Köln? Aus München? Aus Paris? Die Nachbarstädte verlieren ebenso an Bevölkerung – insbesondere aufgrund der natürlichen Bevölkerungsentwicklung. Da kann man durch Wanderungszugewinne ein wenig korrigieren – aber nicht den Trend umkehren. Das sollte man sich bewusst machen. Insofern muss die Stadtentwicklung hier Antworten finden. Die hat sie nicht. Die Folgen … kann sich jeder ausmalen.
    Andererseits sind Prognosen natürlich nur Momentaufnahmen. Setzt plötzlich ein Babyboom über mehrere Jahre ein, sind diese nichts mehr wert. Nur damit ist erst einmal nicht zu rechnen.

  6. Redaktion
    Redaktion says:

    Sicher kann man die Entwicklung der Bevölkerung für das ganze Bundesgebiet nicht umkehren, soweit so gut.
    Jedoch kann man die Bevölkerungsentwicklung für eine Kleinstadt wie Ennepetal stabilisieren und mit dem nötigen Ehrgeiz umkehren, so meine Meinung. Was ist dazu nötig? Ein offensives Herangehen an die Schwachstellen der Stadt Ennepetal, wobei es mir wichtig erscheint sich zu diesen auch zu bekennen. Wegreden von Schwachstellen bindet sicher keinen Einwohner, eher umgekehrt.
    Eine der Schwachstellen ist das Schlafstadtimage der Stadt Ennepetal, die fehlende Attraktivität der Stadt in vielerlei Hinsicht. Die mangelhafte Kommunikation aber auch die grottenschlechte Öffentlichkeitsarbeit.
    Jede Stadt, auch Ennepetal, steht in einem gesunden Wettbewerb zu anderen Städten und nur der einzelne Bürger entscheidet in welcher Stadt er leben möchte.

    Es lohnt schon, mal einen runden Tisch zu machen der sich damit befasst was hier fehlt und was hier so schlecht ist. Das wäre ein erster Schritt zu einem neuen Bewusstsein.

    Im Marketing gibt es einen Spruch. Es gibt keine schlechten Produkte, es gibt nur eine schlechte Vermittlung der Produkte. Was nicht heißt das ich meine Produkte nicht verbessern sollte..

  7. EIN ENNEPETALER says:

    Sie (#6) sprechen von der Möglichkeit, „die Bevölkerungsentwicklung“ zu stabilisieren und u.U. sogar umzukehren. Als Voraussetzung nennen Sie: „Ein offensives Herangehen an die Schwachstellen der Stadt Ennepetal, wobei es mir wichtig erscheint sich zu diesen auch zu bekennen.“ Ich teile diese Einschätzung!

    Wenn in Ept. „Schwachstellen“ zur Sprache kommen, stellen sich ruckartig mimosenhaft verschleiernde Abwehrreaktionen ein: ‚Unsere Stadt soll schlecht geredet werden!‘ Mit kindlich naiver Trotzhaltung wird alles Weitere abgeblockt. Denn: Nicht die „Schwachstelle“ ist das eigentliche Übel, sondern die angeblich illoyale Person, die es wagt, darüber zu sprechen oder zu schreiben. Im Hintergrund wirkt die traditionelle Ennepetaler Lebensweisheit: Wenn wir die Klappe halten, ist alles in Ordnung.

    „offensives Herangehen an die Schwachstellen“ wird durch das oben skizzierte Verhaltensmuster nachhaltig behindert. „Mangelhafte Kommunikation“, „grottenschlechte Öffentlichkeitsarbeit“ sind unmittelbare Folgeerscheinungen. Z.B. bei der letzten Versammlung der IG-Voerde konnte man erleben, wie Kommunalpolitiker und Verwaltungsleute die Phrase ‚Unsere Stadt wird schlecht geredet!‘ ganz unbekümmert in den Raum stellten, obwohl sich darin eine Bildungslücke offenbart, die ihre Kompetenz in Frage stellt. Sie entblöden sich und merken es noch nicht einmal!

  8. Redaktion
    Redaktion says:

    Seit es eine Inflation der runden Tische gibt, denke ich vermehrt darüber nach, warum man keinen runden Tisch aufstellt der zum Thema hat, die Stadtverwaltung durch den Bürger zu ersetzen. Mit dem Internet könnte man alle Arbeiten von zu Hause erledigen, der Bürger brauchte kein Rathaus mehr. Das Rathaus könnte man sodann als Alten- und Pflegeheim für die jetzigen Verwaltungsleute umbauen.
    Das sind naive Ideen die mir kurz vor dem Einschlafen aufkommen,

  9. Leserkritik says:

    „Jedoch kann man die Bevölkerungsentwicklung für eine Kleinstadt wie Ennepetal stabilisieren und mit dem nötigen Ehrgeiz umkehren, so meine Meinung.“

    Ich muss ihnen massiv widersprechen. Ennepetal wird ungefähr auf 24.000 Einwohner absinken (sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse kommen, wovon wir jetzt mal der Einfachheit halber nicht ausgehen). In den Nachbarstädten sieht es ähnlich aus. Es gibt also keinen „Bevölkerungs-Kuchen“, der verteilt werden könnte. Das einzige was man erreichen kann ist, dass man statt 6 % nur 5 % Bevölkerung verliert, dafür die Nachbarstadt dann aber 7 %. Dieser interkommunale Konkurrenzkampf geht zu lasten aller daran teilnehmenden Städte. Stattdessen ist Kooperation angesagt, aber das geht in die Kirchturmköpfe hier einfach nicht rein. Hier meinen ja schon die einzigen Stadtteile die Zeit wieder 70 Jahre zurückdrehen zu müssen und wieder selbständig zu sein…
    Zurück zu den Bevölkerungsverlusten. Eine Stabilisierung oder gar eine Umkehrung des Trends ist über den von Ihnen vorgeschlagenen Weg nicht möglich. Das muss einem klar sein. Nichts desto trotz gilt es die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten bzw. möglichst optimal vorbereitet zu sein.

  10. Redaktion
    Redaktion says:

    Ich akzeptiere Ihren Widerspruch, nur als den Ihren, werde diesen aber nicht zu meinen Eigenen machen.

    Diese Aufgabe den Bevölkerungsrückgang zu stoppen, ja, sogar um zu kehren, ist sicherlich keine leichte Aufgabe. In Ihren Ausführungen schwingt ein Stück Aufgabe mit, sich in sein Schicksal zu ergeben. Das ist Fatalismus in Reinform für mich.
    Wenn Sie sich die Wegzugstatistik an sehen, werden Sie unzweifelhaft feststellen, wir haben die Einwohner an Gevelsberg, Wuppertal und Schwelm überwiegend verloren. Und die will ich wieder haben. Dann sehen Sie sich die Pendlerstatistik an, hunderte kommen jeden Tag zu uns zur Arbeit, ist ok für mich, nur ich will die hier in meinen Stadtmauern wohnen haben.
    Das sind nur zwei Bereiche die mir so ad hoc einfallen, es gibt aber noch jede Menge andere Bereich wo ich meine Neubürger bekommen könnte. Die Tools mit denen ich das erreichen kann sind bekannt, nur die agierenden Personen die mit diesen Tolls umgehen können fehlen hier in Ennepetal.

  11. Leserkritik says:

    Um himmels Willen, ich will sie ja zu nichts zwingen 🙂
    Da verstehen sie mich falsch. Es geht um die 1-2 % auf die man Einfluss nehmen kann. Da muss man ran. Der Rest ist unrealistisch. Nochmal: Die Wegzüge sind nicht das Problem, bzw. die Wegzüge sind im Vergleich zu den natürlichen Bevölkerungsverlusten nahezu lächerlich klein. Selbst wenn sie die Wegzüge in Zuzüge umkehren bleiben sie bei mindestens – 5 % – sie gewinnen nichts.
    Aber für das über das wir hier diskutieren müsste die Stadt längst Konzepte und Lösungsansätze haben – was sie derzeit nicht hat. Der FNP ist von vorne bis hinten inkonsequent. Man rechnet mit einem Rückgang auf 24.000 bis 27.000 Einwohnern und weist massiv neue Flächen aus. Logik?

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