Mit Speck fängt man Mäuse – aber keinen Voerder!

[la]Es ist schon recht selten, dass ich aus meiner "Harmoniesucht" heraus gerate und wirklich zornig werde. Aber was da im Augenblick von der Verwaltung, bzw. dem Citymanagement gegen Voerde läuft bringt mir doch mein Blut in Wallung. Und wie ich in vielen Gesprächen der letzten Tage bei Anwohnern und Einzelhändlern in Voerde erfahren musste geht es mir nicht alleine so.

                                                                   

Da gibt es das neue Citymanagement, das alles besser machen möchte als bisher die vielen Versuche der  Händlervereinigungen. Und wenn es auch wirklich von Herzen wünschenswert wäre, dass dieses Vorhaben gelänge lassen alleine  einige Vorgehensweisen und Planungen einen gewissen Zweifel aufkommen.

Da gibt es  für 3 Jahre bewilligte € 150.000,00 (je 50.000,00 pro Jahr) um den Einzelhandel in Milspe zu stärken. Das Geld wird bisher für Aktionen ausgegeben, die für einige Tage im Jahr, nämlich wenn diese Veranstaltungen stattfinden, den Einzelhändlern  etwas zusätzlichen Umsatz bescheren. Wie gesagt, es wird Geld dafür ausgegeben (Werbung/ Gebühren/Löhne bzw. Gehälter), damit die Möglichkeit geschaffen wird, dass mehr Kunden als gewohnt bei den vorhandenen Läden einkaufen.

Von der eigentlichen vertraglichen Grundlage der GmbH, Gewinne zu erzielen, ist man noch Lichtjahre entfernt und auch steht noch kein angedachtes Konzept an, woraus man das erkennen könnte. Der Wochenmarkt sollte eine Einnahmequelle sein. Wird daher jetzt die geringe Zahl der Käufer an diesem Markt bemängelt? Muss mein Bürgermeister dafür herhalten. Hat er evtl. schon Informationen vom Marktleiter oder den Marktleuten, dass sie nicht mehr lange bleiben wollen?

Womit wird der Einzelhandel nun wirklich gestärkt? Es fehlt ihm doch die wichtigste Grundlage, ein ansprechender Branchenmix drum herum.

Wird das vom Citymanagement geplante Vorhaben überhaupt Bestand haben, wo der Haushalt der Stadt so arg sparen muss, dass selbst  schon ein Streetworker nicht mehr seinen Lohn wie abgesprochen bekommt. Kann dann weiter Geld für Aktionen und Werbung verpulvert werden, anstatt in Windeseile mit allen Händlern und Ladenbesitzern ein Grundkonzept  zu erarbeiten, das eine wirkliche Basis darstellt? Die CIMA hat viel Geld gekostet (wie immer auch unser Steuergeld) und die Aussage ist nur zu dem Ergebnis gekommen, was wir alle, sofern wir noch unvoreingenommen denken können, schon längst selbst wussten. Wenn Milspe nicht bald einen Frequenzbringer wie z. B. Berlet bekommt oder in der Lage ist Shops wie Biba, MEXX, St. Oliver usw.anzusiedeln, dann kann das Citymanagement einpacken (so die Worte von Herrn Karutz, CIMA, in der letzten Ratssitzung.

                                

Was wird – wenn der Vertrag der 3 Jahre Citymanagement GmbH überhaupt erfüllt wird – dann mit den Händlern passieren? Müssen sie alles wieder
selbst bezahlen? Beleuchtung, Standgebühren, Reinigung usw.??? Dann gibt es keine Hochglanzbroschüren mehr.

Um  aber abzulenken und ein optisch besseres Bild zu machen, möchte man die IG´s auflösen und alles in einen Pott stecken. Es wird zwar in der Ratssitzung sinngemäß getönt  "Die Einzelhändler in Milspe, die durch den Bau der Fußgängerzone so gebeutelt wurden brauchen nur in diesem Jahr keine Standgebühren für den Weihnachtsmarkt zu bezahlen. Und in den Folgejahren?

Und dann hat man Rüggeberg (z.B. mit kostenlosem Pendelbus, sicher lobenswert, aber was steckt wirklich dahinter?) und Altenvoerde mit ins Boot geholt.
Ich wusste gar nicht, dass der Fußgängerzonenumbau bis Altenvoerde ging, denn auch diese Teilnehmer brauchen keine Standgebühr zu bezahlen.

Ja und jetzt kommt das eigentlich Angedachte meines Artikels.

Das vergessene Dorf

Wem, außer jemandem der mit dem Klammerbeutel gepudert ist, kann man erzählen, man hätte Voerde leider, leider  dieses mal  v e r g e s s e n.

Als diese Gespräche geführt wurden, wäre es noch rechtzeitig gewesen eine Korrektur durchzuführen.

Voerde zahlt alles in Eigenregie (sie hätten natürlich alle flugs ihre € 500,00 bezahlen und in die GmbH eintreten können).
Voerde hätte auch den Voerder Weihnachtsmarkt aufgeben und mit inne Milspe kommen können – dann wäre keine Standgebühr angefallen.

Aber Voerde ist nicht dumm und weiß:

                                  Mit Speck fängt man Mäuse – aber keinen Voerder

Die Voerder können weiter denken und ahnen, dass das überall einzusparende Geld, dass selbst für dringend benötigte Soziale Angelegenheiten demnächst nicht mehr reichen könnte spätestens, wenn die 3-Jahresfrist des CM vorbei ist nicht mehr vorhanden ist und ihre jeweils angelegten € 500,00 sich nicht rentieren würden. Und darüber hinaus  – Voerde will nicht totgestellt werden.

Oder soll demnächst die über weite Grenzen hinaus bekannte und beliebte Voerder Kirmes demnächst auch nach Milspe verlegt werden?

Am meisten bin ich enttäuscht, weil ich mir viel von unserem neuen Bürgermeister versprochen habe, der so viel anders machen und flexibler sein wollte. Geht der Schuß jetzt nach hinten los? War das anders gemeint als ich es verstanden hatte?

"Ich kann  es  nicht ändern"  soll er vor einigen Tagen  in Voerde gesagt haben. Aber dann wären wir ja wieder bei dem, was schon immer war.

Ich gönne Milspe seinen Markt und vor allem den daran teilnehmenden Einzelhändlern vollen Erfolg, denn sie haben es wirklich verdient. Zumindest die immer aktiven wie Bücher Bäcker, Filice, Moden Deppe,Die Teeinsel, Barbara Mittag, Confiserie Kartenberg, Stiftung Lohernocken  und die anderen Teilnehmer, die bisher immer mit vollem Einsatz dabei waren.

Aber ich bin wütend, wenn so wie jetzt beim Weihnachtsmarkt Voerde mit zweierlei Maß gemessen wird. Denkt unser Bürgermeister eigentlich nicht daran, dass es die Voerder waren, die ihm zu seinem Sieg verholfen haben???????

Hier wäre es vielleicht einmal gut gewesen "über den Schatten zu springen" oder "ein Zeichen zu setzen".

 

 

Linde Arndt

ziemlich verärgert an einem Donnerstag (Markttag in Milspe)

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30 Kommentare
  1. Beate Müller says:

    Was wäre eigentlich gewesen, wenn Altenvoerde wieder in Altenvoerde einen Weihnachtsmarkt gemacht hätte? Wie hätte es da wohl mit den Gebühren ausgesehen. Sind alle einzelne Mitglieder der Ig-Altenvoerde mit 500 Euro angemeldet, oder nur die IG mit einem Anteil (Hat ja mal so geheissen). Und warum hätten die Voerder auch nichts zu bezahlen brauchen wenn sie ihren Markt aufgegeben und nach Milspe gekommen wären?
    Wurden hier Lückenbüßer gesucht, da Milspe allein keinen repräsentativen Markt in der großen Fuzo auf die Beine gestellt bekommen hätte? Fragen über Fragen. Eine echte Antwort wird wohl nie jemand erhalten.
    Beate Müller

  2. Redaktion
    Redaktion says:

    Warum sollten die Verantwortlichen vom Rat und der Stadtverwaltung eine ehrliche Antwort geben? Sie haben bis heute ihr nicht transparentes „Süppchen“ gekocht und werden das auch weiterhin tun. Was denken Sie wohl, warum es die nicht öffentlichen Sitzungen gibt? Warum es die nicht interfraktionellen Zusammenkünfte gibt, die auch nicht öffentlich sind? In diesem Fall scheint das noch einigermaßen funktionierende Leben in Voerde den Anhängern des Citygedankens ein Dorn im Auge zu sein. Dabei ist der Mezzogiorno von Ennepetal in Milspe zur Zeit ein Sondernutzungsgebiet in dem Gelder ohne Ende fließen, nur um die sicherlich schöne Fuzo zu rechtfertigen.

  3. Nina Poll says:

    Zitat: "Denkt unser Bürgermeister eigentlich nicht daran, dass es die Voerder waren, die ihm zu seinem Sieg verholfen haben???????"

    Unser Bürgermeister selbstständig denken?
    Woher nehmen Sie diesen Optimismus? Der Vordenker für Wiggenhagen ist Faupel! Was die beiden sich da mit Voerde ausgedacht haben, ziehen sie cool durch. Ihre berechtigte Wut, die Wut der Voerder werden sie (Faupel, Wiggenhagen, die Stadverwaltung) milde lächelnd hinnehmen.

     

  4. Voerder_Mädel says:

    Man sollte die Voerder nicht provozieren. Also abwarten wer zu letzt lacht.
    Bestimmt  schweißt diese unschöne Behandlung uns Voerder noch mehr zusammen.

  5. Nina Poll says:

    #2

    Sie sprechen von den "Anhängern des Citygedankens" – was sind das für Leute?
    Mein(t)en die, eine City entstehe von ganz allein, wenn man die Discounter sich einfach mal tummeln lässt? Ein Stückchen Fuzo macht doch noch keine City! Wie kann man so naiv sein? Wenn ich dass richtig mitbekommen habe, dann soll jetzt auch noch Berlet als "Frequenzbringer" angesiedelt werden. Milspe ist in der Sackgasse und jetzt soll das Ganze mit Berlet verschlimmbessert werden?
    Mit den Tricksereien beim Weihnachtsmarkt (Ausgrenzung von Voerde) hat uns der neue Bürgermeister – so wirkt es auf mich – seine Vorspeise serviert. Ich bin gespannt, was seine weitere Menü-Folge bringt.

  6. Redaktion
    Redaktion says:

    Dieser Citygedanke ist parteiübergreifend in allen Köpfen. Wenn ich diesen Gedanken im Wahlkampf schon mal in Frage stellte, konnte ich mir ein paar böse Bemerkungen einstecken.
    Berlet will nicht so recht nach Milspe, eher will er auf das Gelände EN-Center, verständlich finde ich. Wenn er auf den Parkplatz von Haus Ennepetal kommen würde, so wie es angedacht ist, wäre das ein stadtplanerisches Desaster.
    Die Vorspeise war doch durch die Gründung des Citymanagement vorprogrammiert, jetzt wird alles auf Linie gebracht. Und dann wird alles mit dem Ausdruck des größten Bedauerns den Leuten aufgetischt.
    Neusprachlich nennt man das, dies ist alternativlos.

  7. Leserkritik says:

    "Mein(t)en die, eine City entstehe von ganz allein, wenn man die Discounter sich einfach mal tummeln lässt?"
     
    Nein, daher wird ja das Einzelhandelskonzept aufgestellt. Wobei deutliche Unterschiede zu den Ergebnissen einer Diplomarbeit zu dem Thema auftauchen. Dort war Altenvoerde als Nahversorgungszentrum mit drin und die Discounter in Voerde (Aldi) und Milspe (Lidl) nicht mit drin. Bei einer Betrachtung nach § 34 Abs. 3 BauGB müssen die aber mit rein, sie gehören nach der (aus planungssicht unglücklichen) Rechtsprechung (sog. Mönchengladbacher Urteile) zum "tatsächlichen zentralen Versorgungsbereich" mit dazu. Da § 34 Abs. 3 aufgrund der Rechtsprechung kaum mehr anzuwendbar ist, sollten Städte den Einzelhandel über Bebauungspläne nach § 9 Abs. 2a BauGB steuern. Dabei kommt ihnen bei der Abgrenzung der zentralen Versorgungsbereiche ein planerisches Ermessen bei. Die Stadt hätte die Discounter also nicht mit reinnehmen müssen. Es sei denn sie will Harakiri mit § 34 Abs. 3 BauGB begehen…
     
    Das gleiche gilt natürlich auch für die Frage der Haupt- und Nebenzentren. Theoretisch kann man Milspe und Voerde als Hauptzentrum festlegen. Betrachtet man die zu § 34 Abs. 3 BauGB ergangenen Urteile, so darf man aber sehr großen Zweifel daran haben, ob das vor der Verwaltungsgerichtsbarkeit halten würde… Ich lehne mich mal nicht sehr weit aus dem Fenster und behaupte mal, dass jeder erfahrene Gutachter (und das ist CIMA …!) auch zu dem Ergebnis kommen wird, dass Milspe das "Haupt"zentrum ist und Voerde das Nebenzentrum.
    Der zentrale Versorgungsbereich Voerde hätte im Übrigen ohne den Aldi-Standort (den ich nicht innerhalb des ZVB sehe, aber nun gut…) deutlich unter 2.000 m² Verkaufsfläche (ohne Leerstände). Das ist für ein Nebenzentrum extrem (!) wenig. Rein Theoretisch hätte man hier sogar über die Einstufung als Nahversorgungszentrum nachdenken müssen. Was ich aber wirklich für verwerflich halte: All diese Gedankenspiele sind im Einzelhandelskonzept nicht dargelegt, d.h. nicht begründet worden. Insofern ist das was die CIMA gemacht hat nicht nachvollziehbar.
     
    Meine Empfehlung: Das Einzelhandelskonzept wird demnächst öffentlich ausgelegt werden. Jeder, der Probleme mit dem Einzelhandelskonzept hat, sollte die Chance nutzen und eine Stellungnahme abgeben. In Blogs und Foren zu posten und zu meckern ist das eine. Bin mal gespannt, wie viele Stellungnahmen eingehen und wie fundiert und damit berücksichtigungsfähig diese sein werden. Damit müssen sich Politik und Verwaltung dann auseinandersetzen. Auch da bin ich mal sehr gespannt. Mir fehlt nur der Glaube daran, dass sich viele BürgerInnen zum Konzept äußern werden…
     
    Weiteres Problem: Über die Probleme bezüglich des Einzelhandels in der Stadt wurde lange Zeit nicht geredet. Dann kam die Verwaltung zusammen mit der CDU mit der genialen Idee, jeden der sich negativ über die Einzelhandelsentwicklung äußert abzustrafen mit dem Hinweis: "Sie reden ja alles kaputt, dadurch wird das Image noch schlechter und C&A & Co. wollen hier nicht mehr hin. Sie sind schuld!". Wie oft durfte Frau Schöneberg sich das anhören? Und das hält sich bis heute – bis zur letzten Ausschusssitzung (Stadtentwicklung und Wifö). Auch dort wurde angeprangert, dass Frau Schöneberg wieder kritische Fragen stellt. Was lernen wir daraus? Einfach alles schön reden und wir bekommen mehr Geschäfte als Hagen…
     
    "Berlet will nicht so recht nach Milspe, eher will er auf das Gelände EN-Center, verständlich finde ich. Wenn er auf den Parkplatz von Haus Ennepetal kommen würde, so wie es angedacht ist, wäre das ein stadtplanerisches Desaster."
     
    Aldi und Co. wollen auch nicht nach Milspe oder Voerde mitten ins jeweilige Zentrum. Warum? Die Kosten sind zu hoch. Ein aus stadtentwicklungsperspektive betrachtetes Desaster wäre es doch, wenn nun auch Berlet noch zum EN-Center gehen würde. Dann können Milspe und Voerde gleich die Bordsteine hochklappen.

  8. Redaktion
    Redaktion says:

    @Leserkritik

    „Aldi und Co. wollen auch nicht nach Milspe oder Voerde mitten ins jeweilige Zentrum. Warum? Die Kosten sind zu hoch. Ein aus stadtentwicklungsperspektive betrachtetes Desaster wäre es doch, wenn nun auch Berlet noch zum EN-Center gehen würde. Dann können Milspe und Voerde gleich die Bordsteine hochklappen.“

    Sie können doch nicht davon ausgehen, dass das Management von Berlett so blauäugig ist und die Probleme in Milspe nicht sieht? Zwei von uns angesprochene Unternehmen,die die Situation vor Ort besichtigt haben, wollten ja noch nicht einmal bei Übernahme der Miet- und Energiekosten nach Milspe kommen.
    O-Ton der beiden Geschäftsführer: Die Stadt sollte erst einmal ihre notwendigen politischen Vorarbeiten machen, lassen wir uns noch einmal in 15 Jahre über ein Investment sprechen.

    Was nun die Fragen von Frau Schöneberg angehen, die sicherlich sachlich berechtigt sind. Was nützen die wenn diese erst einmal akustisch nicht wahrgenommen werden und schlussendlich, keiner Beantwortung zu geführt werden. So sind das nur reine rhetorische Fragen. Und das Einzelhandelskonzept der CIMA? Ich hätte den Antrag gestellt dieses Konzept in der derzeitigen Form abzulehnen, da die Basisdaten fehlerhaft oder unzureichend sind. Hätte aber der CIMA eine Nachbesserungsfrist gegeben. Der Tenor dieses Gutachtens,Milspe „zu fördern“ ist meines Erachtens unverkennbar irgendwie vorgegeben.
    Und noch eines. Meinen Sie wir würden uns in das Stadtplanungs-und Baurecht einlesen? Dafür fehlt uns die Manpower.
    Die SPD hat doch einen guten Mann, den Herrn Berg, der die gleiche Problematik in seiner Diplomarbeit schon einmal dargelegt hatte.Soll der sich einen Ökonomen nehmen und die diversen Widersprüche darlegen.
    So wird das wieder das gleiche Lied, es wird ein Gutachten erstellt, bezahlt und Ennepetal geht weiter den Bach runter.
    Und warum? Weil nicht nach Sachverstand entschieden wird, sondern nach persönlichem Gefühl und Gutdünken.
    Was hier in Ennepetal läuft,kann man nur unter „Ball der Eitelkeiten“ oder auch Wunschdenken verbuchen, doch nicht unter politischer Arbeit. Politische Arbeit erkennt zuerst einmal die bestehenden Realitäten an um sodann die Zukunft auf dieser Basis zu gestalten. Man kann nach der derzeitigen Arbeitsweise sicher auch die Brandruine oder den Bahnhof als zeitgenössischen Kunst einstufen um sodann Ennepetal als Hort der zeitgenössischen Kunst zu bewerben.Ob dieser Realität jemand folgt ist jedoch fraglich.

  9. Anna Brux says:

    Im Filialisten-, Ketten-, Discounter-Poker hat eine Kommune in der Größenordnung von Ennepetal viel zu verlieren: F-, K-, D-Firmen siedeln sich an und verschwinden wieder – marktwirtschaftliche Nomaden ohne Bindung. Ziehen sie weiter, verschlingt die Beseitigung ihrer Hinterlassenschaften (Leerstand, Umbau, Rückbau etc.) Millionen, die an anderer Stelle nachhaltiger investiert werden könnten.

  10. Ingo Mehner says:

    @ Leserkritik 8 und Redaktion 9
    Nach geltendem Recht darf jeder einkaufen, wo und bei wem er will. Es ist "unanständig", Käufer dafür zu schelten. Wer sich für oder gegen Einzelhandelsstandorte ausspricht, über die seit Jahrzehnten mit den Füßen abgestimmt wird, schwimmt entweder gerne gegen den Strom, rennt gegen die Wand oder ist ein unangenehmer Besserwisser. Handel ist Wandel, schauen Sie auf das Verhalten der Verbraucher (vgl. @ "Wiggenhagen nun mit Brille unterwegs"), der Handel tut es auch und trifft danach seine Standortentscheidung.
    Auf der anderen Seite darf nach geltendem Recht jeder dort Handel betreiben, wo es andere auch dürfen, § 34 BauGB. Das ist gesunder Menschenverstand. Ein Problem ist das erst dann, wenn Politikern, Verwaltungen und Wettbewerbern das Ergebnis nicht passt und sie anfangen, an den Stellschrauben zu drehen. Weil sie angeblich wissen, was nützt und was schadet. Sie wissen es nicht. Sie hoffen darauf, dass der Verbraucher sein Verhalten  durch ihre Entscheidungen ändert. Wie zum Beispiel am EN. Oder bei der Fußgängerzone. Oder jetzt in Voerde. Die jenigen hoffen, dass sie Milspe stärken können, wenn sie EN und Voerde schwächen und Milspe schöner machen. So schnell ändert der Verbraucher aber sein Verhalten nicht. Schon garnicht in einer Autostadt, in der die Fußläufigkeit das Einkaufsverhalten wenig beeinflusst und in der die Mobilität dazu beiträgt, dass verkehrsgünstige Lagen als Einkaufsstandort bevorzugt werden. Wie überall. Landauf, landab.
    Ennepetal täte gut daran, bei den Überlegungen, wer wo hindarf und wo nicht, an die Verkehrsgunst zu denken. Dann landen wir genau  da, wo Investoren Geld in die Hand nehmen, nämlich an der B 7 und der L 702. Die Voerder Straße war auch einmal Teil der L 702. Aber das war einmal…
    Ingo Mehner

  11. Redaktion
    Redaktion says:

    @ Ingo Mehner

    Offensichtlich verstehen Sie nicht die Erfordernis eines Einzelhandelskonzeptes. Keiner hier will dem Konsumenten zu einem anderen Kaufverhalten zwingen. Nur, wenn die Politik einen Stadtteil fördert, sollte sie sich nicht wundern wenn nachher beide Stadtteile untergehen. Insofern kann die Politik der Totengräber einer ganzen Stadt werden. Und es ist unredlich wie Sie argumentieren, denn gerade in den 70ern wurden die Weichen für das jetzige Desaster umgelegt. Auch Sie waren damals ein Anhänger des Zentralgedankens, in welchem Milspe als zentrale Einheit definiert wurde.
    Es ist nicht die Fußgängerzone alleine,nur sie hat durch ihr Dasein ein altes Problem kaschiert und ein neues größeres Problem geschaffen.

  12. Ingo Mehner says:

    @ 12 Redaktion
    Ob Sie da so richtig liegen mit meinen Ambitionen in den 70ern, lasse ich mal dahin stehen. Jedenfalls bin ich lernfähig.
    Ich habe gar nichts gegen Einzelhandelskonzepte und ihren Sinn. Ich habe manchmal etwas gegen ihren Inhalt, wenn sie -wie bei der CIMA- das Einkaufsverhalten der Mehrheit "gängeln" und besserwisserisch Heilslehren predigt, die keine sind .
    Im Übrigen war Inhalt der Sanierung, dass die Voerder Straße Haupteinkaufsstraße bleibt und in ihrem Rückraum eine reine FuZo neu entsteht. Diese reine FuZo ist heute noch geltendes Recht und teilweise verwirklicht.
    Leider, leider haben Sie nicht genügend Insiderwissen. Die "Politik" will tatsächlich das Einkaufsverhalten von 2/3 aller Ennepetaler ändern, damit Milspe Hauptzentrum wird. Das ist weder vernünftig noch zu schaffen. Der Hebel sollte umgelegt und die Stadtteile gestärkt werden.
    In Milspe ist mit Verlaub "Hopfen und Malz" verloren, bezogen auf den Zentralitätsgedanken. Milspe wird seinen neuen Weg gehen und seine Urbanität aus einer kunterbunten Vielfalt gewinnen. Kein schlechter Gedanke übrigens, aber kein sonderlich gut bürgerlich deutscher Anspruch, nicht wahr?
    Ingo Mehner

  13. Redaktion
    Redaktion says:

    Lieber Herr Mehner.

    Warum breche ich wohl eine Lanze für Voerde? Weil ich Angst habe, Milspe könnte es schaffen Ennepetals Mitte zu werden?
    Nein. Ich bin der vollsten Überzeugung, dass das in Milspe investierte Geld herausgeworfen ist und letztendlich den Stadtteilen fehlen wird.Milspe kann mit seinen Strukturen bestenfalls einen Stadtteil von 5.000 Einwohner in seinern Erwartungen erfüllen. Milspe fehlen betriebswirtschaftlich gesehen sämtliche Voraussetzungen um ein Zentrum einer Stadt mit der Größenordnung von 31.000.
    Und noch eines,ich bin weit von der Gängelung der Konsumenten entfernt. Ich selber gebe mein verfügbares Einkommen wie die Mehrheit nur zu höchstens 10% hier in Ennepetal aus. Warum sollte ich da jemanden gängeln?

  14. Nina Poll says:

    @ Redaktion

    #2: Es "[…] scheint das noch einigermaßen funktionierende Leben in Voerde den Anhängern des Citygedankens ein Dorn im Auge zu sein."

    Wie stark sind die 'Anhänger des Citygedankens' nach Ihrer ungefähren Schätzung im Stadtrat vertreten?
    Zur Information: Ich wohne in Voerde und wünsche die Gleichbehandlung der Stadtteile!

  15. Leserkritik says:

    Also hierfür hätte ich einen Argumentationsvorschlag: Voerde hat unglaublich wenig Verkaufsfläche innerhalb des zentralen Versorgungsbereichs – insb. wenn man das EN-Center von Voerde (also den Aldi) rausrechnet. Milspe hat ein Vielfaches der Verkaufsfläche von Voerde innerhalb des zentralen Versorgungsbereichs. Um seiner Rolle als Nebenzentrum dauerhaft gerecht werden zu können und als solches überhaupt bestehen zu können/bleiben, braucht Voerde also dringend neue Einzelhandelsbetriebe und ein spezielles Konzept. Die Festlegung als Hauptzentrum ist also gar nicht erforderlich. In der Tat handeln Verwaltung und Politik sehr einseitig in Richtung Milspe.

  16. Redaktion
    Redaktion says:

    Das Konzept der Firma Wolter aus 2001 hat sich ja wohl selber überholt. Für mich steht fest, dass in der Wahrnehmung Voerde keine Rolle spielt. Und das ist das eigentliche Problem. Die Stadt kann doch gar nicht zweispurig fahren, dafür fehlt denen nicht nur das Geld, sondern auch das Personal.

    Den Aldi als unser EN-Center zu bezeichnen ist ja mehr als krass, dass nehme ich Ihnen übel. 😉

    Nein, wir haben Fläche nur dort sind jetzt Dienstleister drin, eben wie auch in Milspe. Die beiden Lebensmittelläden auf der Lindenstrasse haben aus Altergründen aufgehört, nicht wegen mangelnden Umsatz. Der Co-Op Laden hatte 5 Mio DM per anno Umsatz gemacht und beschäftigte 10 Leute. Co-Op schied aus dem Markt aus, das Inhaber geführte Geschäft wollte nicht mehr weiter machen. Die gingen auch in Rente. Eine Wirtschaftsförderung befasste sich nicht mit solchen Lapalien.

  17. Redaktion
    Redaktion says:

    Rauleff und Schöneberg hatten in der zweiten Sitzung den Flyer Milsper Adventsmarkt einmal angesprochen, ließen sich aber direkt abblocken. Ich glaube das interessiert niemanden im Rat der Stadt, sie lassen sich von der Verwaltung dominieren. Der Citygedanke ist sehr alt,ich glaube da herrscht Konsens. Wobei ich nicht glaube, dass jemand weiß welche Auswirkungen das haben könnte.

  18. Nina Poll says:

    @ 15 Leserkritik

    Zitat: "Um seiner Rolle als Nebenzentrum dauerhaft gerecht werden zu können und als solches überhaupt bestehen zu können/bleiben, braucht Voerde also dringend neue Einzelhandelsbetriebe und ein spezielles Konzept."

    Ich habe dazu eine Frage: Wer definiert diese Rolle – Voerde als Nebenzentrum"?
     

  19. Ingo Mehner says:

    @ 19 Leserkritik
    Wer definiert diese Rolle- Voerde als Nebenzentrum?
    Bisher der "alte Rat" und der "alte Leiter des Fachbereichs", die den Neuen Flächennutzungsplanentwurf mit den Bürgern diskutierten, auch in Voerde. Dort wurde meine Kritik an diesem Denkansatz, sagen wir einmal, milde belächelt, eben "Große Koalition".
    Einer der Gründe, weshalb ich meinen Ersten Wohnsitz nach Gevelsberg verlegt habe. Ich zahle meine Steuern für vernünftige Stadtpolitik.
    Dr. Ingo Mehner

  20. Redaktion
    Redaktion says:

    Ganz so war es aber auf dem Voerder Forum nicht Herr Mehner. Ihre Einlassungen auf dem Voerder Forum zielten auf ein Zusammengehen mit Breckerfeld, auf Wohnraumausweisung an der Vilvoorderstrasse, also Voerde Nord.Und dann war da noch die Ausweisung von Industriegebieten hinter Dorma. Die Voerder Problematik, die in Teilbereichen im Leitbild für Voerde 2001 angerissen wurde, wurde von Ihnen nicht angesprochen. Und das Gutachten der Cima hatten Sie aus Gründen, die Ihnen bekannt sein sollten, überhaupt nicht kritisiert.

  21. Leserkritik says:

    #19
    Ich habe dazu eine Frage: Wer definiert diese Rolle – Voerde als Nebenzentrum"?

    Die Gemeinde. Diese kann dazu einen Gutachter heranziehen, wenn sie sich selbst nicht dazu in der Lage sieht, das Konzept aufzustellen (Städte wie bspw. Menden oder Aachen haben die Konzepte in Eigenregie aufgestellt und die schauen wirklich gut aus). Letztendlich beschlossen wird das Konzept vom Rat der Gemeinde.
     
    Die Gemeinden müssen die zentralen Versorgungsbereiche als Haupt-, Neben- und Nahversorgungsbereiche festlegen. Das ergibt sich aus § 24a LEPro NRW. Die dort genannten Kriterien sind allerdings sehr dürftig. Der Bundesgesetzgeber lässt gänzlich offen, was er mit zentralen Versorgungsbereichen meint – auch in den dazugehörigen Begründungen (sog. unbestimmter Rechtsbegriff). Die Verwaltungsgerichtsbarkeit hat aber in zahlreichen Urteilen definiert, was ein zentraler Versorgungsbereich ist (der Prozess ist weitgehend abgeschlossen, aber eben auch noch nicht vollständig. Kriterien bei der Klassifizierung der zentralen Versorgungsbereiche in Haupt-, Neben und Nahversorgungsbereiche sind in erster Linie die Anzahl an Einzelhandelsbetrieben sowie die Größe der Verkaufsflächen in den zentralen Versorgungsbereichen. Hinzu kommen sog. ergänzende Nutzungen (Dienstleistungen, Gastronomie). Wichtig ist auch die integrierte Lage, da diese ja durch die Gesetzesänderungen geschützt werden sollen und eben nicht die Standorte auf der grünen Wiese. Die ganzen übrigen Kriterien spielen dann eine eher untergeordnete Rolle… z.B. ÖPNV-Anbindung, Städtebauliche Struktur, Nähe zu Wohngebieten (stand im ersten Entwurf des LEPro NRW explizit dort drin, wurde aber entfernt), Barrierewirkungen (durch breite Verkehrswege, Friedhöfe, etc.), Ausdehnungsmöglichkeiten.
     
    Aufgrund dieser durch die Rechtsprechung vorgegebenen Kriterien wird kein Gutachter zu einem anderen Ergebnis kommen als Milspe als Hauptzentrum und Voerde als Nebenzentrum festzulegen. Bei einer Beurteilung der tatsächlichen zentralen Versorgungsbereiche durch ein Verwaltungsgericht würde sich m. E. auch kein anderes Bild abzeichnen. Und CIMA hat eine Menge Erfahrung, was Einzelhandelskonzepte angeht. Dass sie die Begründung vergessen haben und nicht alle Einzelhandelsstandorte bewertet haben – nunja, peinlicher Fehler, aber der hätte der Verwaltung auffallen müssen. Auf der anderen Seite… wenn jetzt eine handvoll Bürger genau das Fordern würde (Voerde als Hauptzentrum), dann müsste die Stadt in ihrer Abwägungsentscheidung genau begründen, warum sie diesen Stellungnahmen folgt oder nicht. Insofern… auch der Bürger kann noch mitreden…
     
    Nun kann die Politik natürlich fordern gleich zwei Hauptzentren festzulegen. Das kommt aber nur in ganz wenig Gemeinden vor, meistens in sehr großen Städten. Dort haben dann die Hauptzentren meistens jeweils mindestens deutlich über 10.000 m² Verkaufsfläche. Insofern… mit welcher Begründung sollte Voerde mit so derart wenig Verkaufsfläche dann ein Hauptzentrum darstellen? Das ist einfach nicht haltbar…
     
    Der Rat der Stadt kann natürlich alles fordern – auch ein Nahversorgungszentrum in Rüggeberg. Der Gutachter wird dies jedoch nicht mitmachen und dazu ist er auch nicht verpflichtet. Was wäre ein Gutachten, wenn es derart beeinflusst werden würde? Da müsste die Verwaltung dann selbst dran. Bin auch mal gespannt wie es weitergeht. Die FDP lehnt ein Konzept ja grundsätzlich ab (der Markt regelt ja alles), hat aber trotzdem für eine Überarbeitung des Konzepts gestimmt. Also zusätzliche Kosten für ein Konzept, gegen das man am Ende stimmen will. Die Frage ist ja auch, wie die geforderte Begründung der Abgrenzung und die Bewertung aller Einzelhandelsstandorte ausfallen wird…
     
    Voerde-Nord und Wohnbauland… das ist auch so ein Aufreger-Thema… falsche Hangneigung, Abwasser muss kompliziert und aufwendig Bergauf gepumpt werden (die Kosten tragen dann wir alle), ein FFH-Gebiet wird beeinträchtigt (auch wenn das Gutachten natürlich etwas anderes sagen wird). Naja, ich höre besser auf… 🙂

  22. Leserkritik says:

    Da man im Planungsrecht nicht für immer auf der Insel der Glückseeligen verbleiben kann, sondern ab und zu auch mal von einem Orkan (oder ist es eher eine schwache Brise) namens Regionalplanung heimgesucht werden kann, noch folgende Ergänzung(en):
    Im regionalen Ordnungskonzept des Regionalplans des Regierungsbezirks Arnsberg sind in Ennepetal zwei Siedlungsschwerpunkte festgelegt: Milspe als "Konzentration mittelzentraler Einrichtungen" und Voerde als "Konzentration grundzentraler Einrichtungen". Damit wird aus Sicht der bindenden Regionalplanung deutlich zwischen Milspe und Voerde unterschieden. Das ist allerdings bei der Einstufung "nur" als Indiz zu verwerten…
    Auch das Nahversorgungskonzept aus dem Jahr 2005 sah Milspe als "Zentrum  TYP A" und Voerde als "Nebenzentrum TYP B". Altenvoerde und Büttenberg wurden als "Nahversorgungsstandorte TYP C" eingestuft. Damals war es noch ein anderer Gutachter… Junker und Kruse?! Damals ging es aber noch nicht um zentrale Versorgungsbereiche, obwohl es seit 2004 dazu Regelungen gibt. Von daher ein sehr unglückliches Konzept…
    Ein weiteres Kriterium für die Einstufung wäre auch die Anzahl an Einwohnern im Einzugsgebiet.

  23. Redaktion
    Redaktion says:

    @Leserkritik

    Irgendwie arbeite ich an den Begrifflichkeiten Haupt- und Nebenzentrum. Das ist mir zu wertend aber auch willkürlich. Um da weiter diskutieren zu können, würde ich jetzt gerne in die Basisdaten gehen wollen. Rein gefühlsmäßig würde ich sagen, Milspe kann die ihr zugedachte Rolle nicht leisten.
    Mal ein Beispiel.
    a) Homberge wird meines Erachtens im Gutachten Milspe zugeschlagen. Wenn ich aber als Konsument von Homberge komme, so würde ich mich immer unbegründet für das EN-Center entscheiden und darüber hinaus für Schwelm und Wuppertal. Was mir fehlt ist eine aussagefähige Käuferbilanz mit den dementsprechenden Strömen.
    b) Milspe ist in seiner Angebotspalette grottenschlecht, Schlöder hat zwar eine Frischetheke, Rewe im Centrum jedoch keine. Das Rewe sein Frischeangebot abgebaut hat, hat doch seine Gründe. Konsumenten handeln rational aber auch irrational. Einesteils wollen sie ihre Einkäufe in einem „Rutsch“ erledigen, andererseits wollen sie aber auch den sogenannten Erlebniskauf.

    Es sind so viele Dinge wo ich die Rolle von Milspe nicht erkenne und deshalb auch nicht akzeptieren mag.

  24. Leserkritik says:

    Auch eine exakt hergeleitete Käuferbilanz aus der hervorgeht, dass 100% der Homberger am EN-Center einkaufen würde an der Einstufung von Milspe als Hauptzentrum rein rechtlich nichts ändern. Es würde aber die Begründung für einen Bebauungsplan nach § 9 Abs. 2a BauGB am EN-Center (Einschränkung jeglicher weiterer Einzelhandelsentwicklung) deutlich erleichtern, da das EN-Center aufgrund derartiger Zahlen klar den zentralen Versorgungsbereich von Milspe schädigen würde.
     
    Milspe mag in seiner Angebotspalette schlecht aufgestellt sein. Aber wie sieht es in Voerde aus? Die Zentren müssen zueinander in ein System gebracht werden. Sind beide gleich stark, können beide ein Hauptzentrum darstellen. Ist eines stärker, bildet nur dieses das Hauptzentrum. Dabei orientiert sich die Einstufung nach den von mir bereits genannten Kriterien (kein Anspruch auf Vollständigkeit…).
    Planungsrechtlich und städtebaulich kommt es auf das Frischeangebot nicht an. Das Planungsrecht und der Städtebau enden bei der Unterart (z. B. einzelne Sortimente wie Obst und Gemüse, Schreibwaren, …) der Art der baulichen Nutzung (Einzelhandel).

  25. Redaktion
    Redaktion says:

    „Sind beide gleich stark, können beide ein Hauptzentrum darstellen. Ist eines stärker, bildet nur dieses das Hauptzentrum. „

    Heißt, ich kann ein Nebenzentrum zum Hauptzentrum machen?

  26. Leserkritik says:

    Das ist grundsätzlich möglich. In manchen Städten wird über so etwas nachgedacht. Die Planung kann die (städtebau(recht)lich zu begründende) Zielvorstellung haben, ein Nebenzentrum in Zukunft derart zu fördern (z. B. durch Ausweisung neuer Kerngebiets- oder Sondergebietsflächen im Nebenzentrum bei z.B. gleichzeitig restriktiver Bestandssicherung im Hauptzentrum), dass es dem Hauptzentrum gleichkommt. So etwas könnte sich auch aus unterschiedlichen Bevölkerungsentwicklungen ergeben (im Nebenzentrum starker Zuwachs, im Hauptzentrum starker Bevölkerungsschwund) oder aus einem neuen überregionalen Eisenbahn-Haltepunkt (im Nebenzentrum), der jede Menge Passantenfrequenz mit sich bringt. Im Einzelhandelskonzept müssten dann um dieser Planungsabsicht Ausdruck zu verleihen beide zentrale Versorgungsbereiche als Hauptzentrum festgelegt werden.
    Einen ZVB am EN-Center würde man aber auch über diese Schiene nicht hinbekommen. Das ist absolut ausgeschlossen.
     
    Viel einfacher sind – gerade in Großstädten – die Möglichkeiten, Nahversorgungszentren zu Nebenzentren "zu machen" und umgekehrt… davon machen die großen Städte auch häufig Gebrauch.
     
    Wie die Verwaltungsgerichtsbarkeit mit so etwas umgehen würde ist meiner Kenntnis nach noch nicht geklärt. Im Rahmen von § 34 Abs. 3 BauGB ist sowas unmöglich, da kommt es nur auf die tatsächlichen zentralen Versorgungsbereiche an. Einzelhandelskonzepte finden da keine Berücksichtigung. Ob sowas im  Rahmen von § 9 Abs. 2a in Verbindung mit einem Einzelhandelskonzept funktionieren könnte? Grundsätzlich ja.
     
    P.S.: Ich meinte natürlich das EN-Center am Büttenberg 😛

  27. Redaktion
    Redaktion says:

    Gut,und warum stärken wir den Einzelhandel in Voerde nicht, sondern schwächen ihn?

  28. Ingo Mehner says:

    ^@28
    Die einzig richtige Fragestellung.
    @ 27 pp.
    Ganz so einfach ist Städtebaurecht nun doch nicht. Ich begleite im Januar ein Seminar zu § 24 a LEPro. Sie sind willkommen, wer immer Sie auch sein mögen. Die Verfassungsgerichte haben in diesem Sommer die Schwellenwerte "gekippt" und stärken die Planungshoheit der Gemeinden wie die Niederlassungsfreiheit der Investoren. Das Gesetz läuft Ende 2009 auch aus. Die Kommission der EG ist der Auffassung, dass wegen der Erschwerung der Errichtung großflächigen Einzelhandels die Dienstleistungsrichtlinie verletzt ist. Daher ist die Bundesregierung Ende Juni im Vertragsverletzungsverfahren zur Stellungnahme aufgefordert worden.
    Ich selbst vertrete in Fachkreisen die Auffassung, dass dem Land NRW wie auch anderen Ländern die Gesetzgebungskompetenz für den Bereich Bau und Boden fehlt.
    Außerdem:  Wo sind sie denn geblieben, die Nahversorgungszentren? Im LEPro jedenfalls finden Sie die nicht mehr. Im Entwurf standen sie noch drin. Wird sie am Ende gar der Fuchs gestohlen haben? Und weshalb wohl? Dahinter steckt nur und pur Umverteilungspolitik, diesmal durch die grün angestrichene Biene Maja Koalition.
    Letztlich dürfte alles auf Etikettenschwindel hinauslaufen. Denn es ist nicht drin, was drauf steht. Was heißt das denn, Haupt- oder Nebenzentrum? Beides sind doch Zentrale Versorgungsbereiche. Was ist in Milspe und was ist in Voerde erlaubt? Das ist die Frage, welche die Politik und nicht die CIMA zu beantworten hat. Wenn die Politik sich dafür ausspricht, dass
    a) ohne EN-Center und die Supermärkte an der B 7 und der L 702 die Versorgung des Mittelzentrums gefährdet ist, weil der vorhandene Besatz in den beiden vorgeschlagenen Zentralen Versorgungsbereichen nicht ausreicht, Ennepetal also jene Standorte braucht,
    b) Voerde bei mehr Einwohnern im Vergleich zu Milspe stark unterversorgt ist und Standort(e) für den großflächigen Einzelhandel braucht, zum Beispiel einen EDEKA -, REWE oder was weiß ich für einen Schlöder, dann ist doch die "Kuh praktisch vom Eis".
    Für solche Entscheidungen braucht Ennepetal aber keine Zentralen Versorgungsbereiche im Flächennutzungsplan, Ennepetal braucht Standorte, die möglichst nahe an den historischen Mitten liegen und gut erreichbar sind. Bei dieser Auswahl hat Voerde gegenüber Milspe wegen der beengten Tallage klar die Nase vorn. Milspe könnte es nur zusammen mit Altenvoerde, aber das muss der Rat dann auch wollen und beschließen. Die gerichtsfeste Begründung dafür schreibe ich Ihnen in einer halben Stunde.
    Die Gretchenfrage Standortplanung treibt mich mein ganzes langes Berufsleben um. Wer entscheidet: Der Markt oder die Politik oder letztlich doch der Investor? Denn der will viel Geld auf eigenes Risiko in die Hand nehmen. Die Gemeinde sollte zu für die Attraktivität der Stadt besseren Standorten raten, wenn es die denn gibt, aber nicht Verhindern zur Handlungsmaxime machen. Weil der Investor weiter zieht und wahrscheinlich knapp hinter der Stadtgrenze "zugelassen" wird.
    Jetzt ist Feierabend.
    Bei Vico gibt es frische Buletten, italienisch gewürzt, wie jeden Donnerstag. Verzeihen Sie das bisschen Werbung. In Milspe gibt es fußläufig nicht viele Vicos und Jannis. Sehen Sie, auch da haben die Voerder die Nase vorn, und zwar nicht erst seit heute.
    Ingo Mehner, ein freier Wähler

  29. Redaktion
    Redaktion says:

    @Leserkritik

    Ich habe jetzt die Information von Edeka, konzeptionell geht es auch ab 400 qm. Also sind die 800 qm nicht bindend.
    Und wenn es Edeka macht, macht es auch Rewe.

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