„Mein Ennepetal“ – mit Gruseleffekt in die Zukunft?

 [jpg] Stellen wir uns einmal vor, wir kommen von einem angenehmen Theaterabend in Dortmund so um 23:00 Uhr zurück nach Ennepetal. Dortmund mit seiner Straßenbeleuchtung und seinen beleuchteten Schaufenstern, also eine helle und warme Stadt. Wir fahren über Herdecke, auch hier sehen wir noch die Straßenbeleuchtung. Über den Vogelsang fahren wir die Aske hoch. Und ab hier sind sämtliche Laternen aus – Dunkelheit. Wenn wir über die Lindenstraße oder danach auch über die Voerder-Straße fahren, sehen wir nur dunkle Schaufenster und keinerlei Straßenbeleuchtung. Auf dem Berg leuchtet die Dorma Werbung und zeigt uns hier muss Voerde sein. Wir fahren nach Hause, stellen unser Fahrzeug in die Garage und begeben uns in unsere Wohnung, nicht ohne vorher die Wohnungsbeleuchtungen vereinzelter Nachbarn zu sehen. Ja, es leben noch Menschen in dieser Stadt. Uns fällt das Altenheim ein, an dem wir vorbei gefahren waren, auch hier war eine gedimmte Beleuchtung zu sehen. Als wir in unsere Wohnung gehen und uns noch die Nachrichten im Fernseher ansehen, fröstelt uns etwas, es ist kalt geworden in Ennepetal, sehr kalt.

Was soll das? Ist das vorstellbar oder nur reine Fiktion? Nun, wir haben die ersten Informationen hinsichtlich weiterer Einsparungen, welche die Stadtverwaltung vor hat, eingesehen. Für eine Stadt wie Ennepetal bedeutet es die Aufgabe der Bemühungen, je ein positives Image zu erarbeiten. Das obige Szenario ist also denkbar. Wie weiter?

   

Nach den Ferien 2012 werden die interfraktionellen Gespräche stattfinden um die „Giftliste“ abzusegnen oder gar zu erweitern. Es geht dann nur noch darum wie das alles dem Bürger „verkauft“ werden soll. Die SPD wird recht allgemein gegen jeden sozialen Einschnitt sein, die FDP wird allgemein noch mehr Einsparungen fordern, usw., usw., usw. Es soll so aussehen als wenn man nicht drum herum kommt diese Einschnitte vorzunehmen und man zumindest um die Ergebnisse gekämpft hat oder immer noch kämpft.

Übertreibungen? Nein, weiß Gott nicht. 2013 ist Bundestagswahl, 2014 sind Kommunalwahlen in NRW und 2015 Bürgermeisterwahlen in NRW. Wobei das Prozedere der Kommunalwahlen und der Bürgermeisterwahlen in NRW evtl. noch geändert werden sollen, beide sollen zukünftig auf einen Tag fallen und auch die Stichwahl soll wieder eingeführt werden. Aber – und das ist wesentlich – die etablierten Parteien mit CDU und SPD an der Spitze sind bemüht mit diesen Schaukämpfen die Wahlbeteiligung hoch zu halten und das geht eben nur mit Schlagzeilen. Hier in Ennepetal ist es da nicht anders. Dazu kommt jedoch das Versagen von Politik und Stadtverwaltung in Ennepetal, welches die Kommune auf Jahre belastete. Wobei heute noch nicht einmal die aller elementarsten Aufgaben einer Kommune wahr genommen werden können (Siehe Straßenbeläge oder Verkehrsschilder).

Nimmt man sich die ersten Zahlen der Giftliste vor, liest sich das wie, wir haben Geld ohne Ende raus gehauen ohne Sinn und Verstand.

  • Da soll die Stadtwache eingespart werden, die 110.000,– Euro gekostet hat und dafür 5.000,– an „Knöllchen“ eingenommen hat. Die waren ja richtig fleißig!

  • 973.000,– Euro sollen bei der offenen Grundschule eingespart werden. Sind die Grundschüler zu gut ausgebildet worden? Haben alleinerziehende Mütter einen Arbeitsplatz bekommen und sollen jetzt wieder an den Herd? Brauchen wir nicht besser ausgebildete Schüler? Sicherlich war das zu viel für die konservative Stadt Ennepetal. 24 Menschen aus diesem Bereich sollen auch noch gefeuert oder anders entsorgt werden.

  • Die Kulturarbeit soll ganz eingestellt werden. Hatte Ennepetal denn schon mal Kultur? Ach ja, der TuS hat eine (Vereins-) Kultur mit Michael Peiniger an der Spitze. Sein Sohn hat ja die Dachmarke "Mein Ennepetal" nebst Internetauftritt erstellt. Nur die notwendigen weiteren Einzelmarken und das notwendige Konzept fehlt bis heute. Man kann in Ennepetal ein halbes Auto ausliefern – Toll.

  • Und weil wir gerade bei der Kultur sind: Die Musikschule soll nun zur Gänze abgeschafft werden, 690.000,– Euro soll das bringen. In Zukunft kann man ja auf Fußbällen trommeln und dabei auf dem Kamm blasen.

  • Lesen soll es auch nicht mehr geben, die Bücherei steht auf dem Radar mit 227.000,– Euro.

  • Und, und, und…..
Ist oder war das zu verhindern?

 

Ja, wenn man die Prioritäten anders gesetzt hätte oder setzen würde. Der Fußball kann bestehen bleiben, nur er würde nicht so stark gefördert wie jetzt. Überhaupt kann man Blau/Weiß Voerde, den RSV und den TuS nicht zusammenlegen und einen SV Ennepetal bilden? Andere Städte haben das schon längst hinter sich.

Dann, man höre und staune, da soll das Citymanagement abgeschafft werden, immerhin stand es mit 86.000,– zu Buche. Zum Citymanagement müssen ja noch die 500,– Euro Mitgliederbeiträge wie besprochen zurück gezahlt werden. War das nicht ein ganz persönliches Projekt von Wilhelm Wiggenhagen? Denn Bahnhof und Fußgängerzone mit dem Citymanagement waren Chefsache von Wilhelm Wiggenhagen. Sind jetzt beide vor die Wand gefahren? Aber, die Ergebnisse de Citymanagement waren mehr oder weniger als niedlich zu bezeichnen.

Nur die Kollegen von der Stadtverwaltung werden sich fleißig von 261,77 auf 268 Stellen vermehren oder mehr. Umschrieben wird das mit:“….für das Jahr 2013 und die Folgejahre errechnete Personalkostenreduzierung wird daher nicht in diesem Maße erreicht werden können“.

Wunderbar formuliert, wie man sich weigert auf Grund der gesunkenen Stellenauslastung anstehende Personalreduzierungen vorzunehmen. Aber mit der Stellenvermehrung setzt man noch einen drauf. Das Geld ist ja da. Musikschule, Kultur, Bücherei oder auch die offene Grundschule haben dann dafür bluten müssen. Wir glauben, es wird noch schlimmer kommen. Und an die Personalkosten, also an die Kollegen will man nicht ran. Vielleicht haben die Politiker in Ennepetal evtl. noch den einen oder anderen Nachwuchs zu entsorgen? Die Stadtverwaltung wartet schon, wie bei den Grünen beobachtet werden konnte. Übrigens hatten wir in 2012  nicht  eingeplante Mehreinnahmen. Denn die Gewerbesteuereinnahmen sind etwas kräftiger gesprudelt als erwartet.  Sind die alle in die Rücklage gegangen oder versickert?

 

Verlängert man diese ganze Giftorgie, so ist nicht von der Hand zu weisen, wenn wir morgen eine Stadt mit Gruseleffekt haben werden. Wir werden dann wirklich einmal ein weiteres touristisches Alleinstellungsmerkmal vorweisen können – „Die dunkle Stadt“ auf der „Insel der Glückseligen“ Volle Busse werden kommen und wollen von dem Versagen der Politik und Stadtverwaltung sehen und hören. Will man das Ennepetal ein schlechtes Beispiel für andere abgibt?

        

Wie machen das denn die anderen Städte; denn die haben ja auch zu sparen? Viele Städte haben starke politische Parteien die der Stadtverwaltung gegenüber stehen. In diesen Städten ist auch ein stärkeres Wir-Gefühl zu sehen. In anderen Städten haben sich die Bürger zu starken Bürgerparteien zusammen gefunden. Es wurden Demo´s organisiert, ja selbst das alte Sit-in kam wieder zu Ehren. Da werden Ratssäle besetzt, Ratsmitglieder oder Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden öffentlich gerügt, die Palette ist da unendlich. Ennepetal hat ja auch erste Anzeichen des Bürgerprotestes gezeigt indem die „Alten“ im Ratssaal ihren Unwillen zeigten und Eltern mit ihren Kindern für ihre Musikschule einstanden. Auch für Ennepetal gelten die demokratischen Freiheiten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

17 Kommentare
  1. Legolas says:

    Unfaßbar…
    Mir bleibt grad vor Wut die Spucke weg.
    Grundschulen, Musikschule, Bücherei, Sportvereine?
    D O R T soll gespart werden?

    Ich hätte da einen anderen Vorschlag:
    Wie wäre es, wenn wir so einige Pöstchen im Rathaus einsparen?

    Ich glaube es wird echt Zeit, daß wir noch vor der Kommunalwahl
    endlich eine Ennepetaler “Piraten-Abteilung” auf die Beine stellen.

    Leider gibt es dafür in Ennepetal immer noch zu wenig Mitglieder.

    grummelnde Grüße, Legolas

  2. Raistlin says:

    Die werden ebenso wenig auf die Beine stellen wie die Ennepetaler Linke. Und wie die unterwegs sind hat man sehr deutlich an den Querelen um Ratsmitglied Völmecke gemerkt…

    Augenscheinlich gibt es hier niemanden, der eine gewisse Position inne hat und genügend Schneid besitzt, den Verantwortlichen die Stirn zu bieten. Von den Ennepetalern ist nichts zu erwarten. Die kriegt man nicht an einen Tisch… es sei denn der Stammtisch!
    Wie sagte eine betagte Schützenschwester vor einigen Jahren noch so treffend: “Du kriegst ja nicht mal 3 alte Weiber unter einen Hut. Wie willst du das denn mit einer ganzen Stadt schaffen?!”

    Aber ich weiß, wie man Ennepetal schneller klein kriegt: Sprengt die Stadämme und flutet das Tal! Dann hat die liebe Seele ruh!

    Gute Nacht Ennepetal!
    Euer Raistlin

  3. Horst Rodewig says:

    Sie irren sich alle. Die Ennepetaler hatten sich ja mal für diese Stadt begeistert. Lang ist es her. Nur Politik und Verwaltung haben sich verselbstständigt, die Einwohner sind da außen vor. Meine Familie und mein soziales Umfeld interessiert sich nicht mehr für diese Stadt, diese Stadt findet noch nicht einmal Eingang in unseren gemeinsamen Gesprächen. Wir haben hier Eigentum erworben und wir wohnen hier, mehr aber nicht. Weil uns diese Stadt über die Jahre fremd geworden ist, gehen wir hier sogar nicht mehr spazieren. Ja, wie in diesem Artikel angedeutet, es ist eine kalte Stadt. Von uns aus kann diese Gruppe im Rathaus Ennepetal verkaufen und mit dem Geld verschwinden.

    Bleibt die Frage: Warum schreibe ich hier? Ich finde diesen Blog “nett”, versuchen doch die Inhaber immer wieder ein gewisses Niveau mit ihren Artikeln in diese Stadt zu bekommen. Neugierig wie ich nun einmal bin, möchte ich die Erfolge dieser Bemühungen sehen. Und es sind viele Dinge die mit diesen Artikeln bewegt und umgesetzt worden sind. Chapeau!

  4. Raistlin says:

    @ Horst Roedewig:
    Wann war denn diese Begeisterungswelle der Ennepetaler für ihre Stadt?
    Ennepetal ist immer noch keine Stadt, sondern besteht nach wie vor aus einzelnen kleinen Dörfchen, die alle ihr eigenes Süppchen kochen. So lange es hier keine Einigkeit unter den Dörfern gibt und die Verständigung untereinander nicht funktioniert, werden Verwaltung und Politik weiterhin machen, was sie wollen.
    Wir haben hier so viel ungenutztes Potential und keiner macht was draus. Klar, es würde viel Arbeit bedeuten und man müsste über den ein oder anderen Schatten springen; von Investitionen mal abgesehen!
    Aber es würde sich lohnen. Wir könnten eine Vorzeigestadt werden, wenn man mal langfristig planen würde. Aber den Verantwortlichen liegt nichts daran. Sie wollen sich nur die Taschen vollstopfen und die meisten Bürger können nicht über ihren Tellerrand hinaus schauen und kümmern sich nur um ihr eigenes Fortkommen. Die wenigen, die etwas Verändern und Bewirken wollen, werden geblockt; ja zum Teil zur Persona non grata bestimmt. Kritik wird geächtet und Vorschläge nicht beachtet… egal, wie sinnvoll oder berechtigt sie sind. Alles, was der Verwaltung und der Politik zum Bürgerhaushalt einfällt, sind Sparvorschläge. Hat man aus der Totsparerei der Weimarer Republik nichts gelernt? Augenscheinlich nicht!
    Und wo wir grad dabei sind: Trotz Zusage von Frau Brandt (Amt des Bürgermeisters) liegen die Plakate immer noch im Fluss. Nicht einmal dazu sind sie hier in der Lage. Wo ist das Problem? Zwei Mann vom Betriebshof mit Gummistiefeln losgeschickt und die Sache wäre in 1-2 Stunden erledigt gewesen! Die Baumscheiben, welche den ein oder anderen Straßenrand säumen sehen aus wie bei Hempels unterm Sofa, die Geschäfte in der Voederstr. auf der Hangseite haben alle mit Wasserschäden zu kämpfen, alle ein-zwei Wochen ist die Anlage, welche den künstlichen Bachlauf und den Springbrunnen auf dem Marktplatz versorgt, verstopft und unsere Straßen bedürften dringend mal einer Komplettsanierung. Aber mit dieser Führungsriege ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Kein Wunder, daß immer mehr Menschen hier wegziehen. Mittlerweile kann ich auch diese Stadt niemandem mehr empfehlen. Traurig, traurig, traurig!

    Euer Raistlin

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  5. Legolas says:

    @Raistlin
    “Die werden ebenso wenig auf die Beine stellen wie die Ennepetaler Linke. ”

    Wenn die alle so eine Negativ-Einstellung haben wie Sie,
    dann sicher nicht…

    Am Besten buddeln wir uns alle schon mal ein tiefes Loch, wa?

    Gruß, Legolas

  6. Raistlin says:

    @ Legolas:
    Das können sie gerne tun. Ich hingegen werde weiterhin in dem beschränkten Bereich auf den ich evtl. Einfluss habe alles daran setzen, wenigstens etwas zu verbessern.
    Diese Links, die ich hier poste, werden von verschiedenen Leuten auf verschiedenen Plattformen gepostet. Das reicht mittlerweile rauf bis zur Ostsee. Nächsten Monat wollen mich zwei Leute hier besuchen kommen, weil sie die Gegend hier mal Live erleben wollen… aufgrund meiner Bilder! Und ich hoffe, daß Ennepetal ihnen keinen Grund gibt, nicht noch einmal wieder zu kommen!!!
    Wäre ich so negativ eingestellt, wie sie schreiben, dann würde mich das nen feuchten Furz interessieren!
    Ich habe lediglich null Vertrauen in die Politik… egal um welche Partei es sich handelt.

    Enjoy the evening.
    Euer Raistlin

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  7. Legolas says:

    @Redaktion

    Könnte es sein, daß dies der falsche Bericht ist,
    und sie Raistlin ganz woanders antworten wollten? *gg*

    @Raistlin
    “Ich habe lediglich null Vertrauen in die Politik… egal um welche Partei es sich handelt.”
    Genau deswegen möchte ICH diese Partei gerne aktiv mitgestalten,
    denn bei den Piraten geht das (noch)…
    Gruß, Legolas

  8. 5 vor 12 says:

    Ennepetal ist nicht mehr zu retten. Die Stadtverwaltung und die Lokalpolitik ist unwillig, ihren Aufgaben nachzukommen.
    Aktuelles Beispiel: Der Febi-Parkplatzbau an der Wiesentraße. Hier berichten WR und Frau Nachbarin rührend von verscheuchten Rehen. Die tatsächlichen Gegebenheiten werden aber unter den viel bemühten Rathaus-Teppich gekehrt. Entgegen der Berichterstattung haben die Febi-Parkplätze an der Hagener Straße (altes Kippengelände), die im Stadtentwicklungsausschuss vom 29.03.2012 genehmigt wurden, mit dem Febi-Parkplatzvorhaben an der Wiesentraße (ehemalige Kleingartenanlage) nichts zu tun. Mit den Parkplätze an der Wiesenstraße hat sich der Stadtentwicklungsausschuss noch nicht einmal beschäftigt. Es kann daher auch noch keine Baugenehmigung geben.
    Febi baut aber trotzdem. Das ist ist bei „Febi“ nicht Neues. Erst anlässlich der Ausschussberatung wegen der Parkplätze an der Hagener Straße wurde von einem Lokalpolitiker moniert, dass das damalige Bauvorhaben bereits nahezu fertiggestellt war, bevor der Ausschuss in die Beratung einbezogen wurde. Dieses kann im Sitzungsprotokoll vom 29.032012 unter 9.3. nachgelesen werden. Dieses Verhalten wird jetzt wiederholt.
    Sowohl damals als auch jetzt betreibt man in der Verwaltung „Vogel-Strauß“-Politik. Der Bürgermeister ist verhindert, da er persönliche Wünsche einer Pastorin erfüllt und Stadtrundfahrten unternimmt; der zuständige Dezernent Herr Kaltenbach wird – wie bei den Zinswetten – ohnehin nichts verstanden oder gewusst haben.
    Doch wer von der Stadt weiß bestens darüber Bescheid, dass mit einem Bauvorhaben begonnen wurde, für das es keine Genemigung gibt ?
    Einmal haben wir da die febi-Gattin Frau Bürgermeister-Stellvertreterin Dr.Siekermann, dann gibt es noch Febis sachkundigen Bürger im Stadtentwicklungsausschuss Herrn Siekermann und zuletzt den Febi-Hofarchitekten Frey, Fraktionsvorsitzender der FDP-Ratsfraktion.
    Und was kann man mit den Verantwortlichen machen ?
    Bauherren, die ohne Baugenehmigung mit einem Bauvorhaben beginnen, kann man eine Ordnungsstrafe bis zu 50.000 € aufbrummen.
    Vielleicht wird der Kämmerer jetzt wach.
    Mit diesem Geld könnte man so Einiges von der Haushalts-Giftliste streichen. Mal abwarten, wie unsere Verwaltung, die Ratsmitglieder und die Presse bei dem Thema nachhaken.
    Nach den Alten, den Kindern wurden jetzt sogar die Tiere aus Ennepetal vertrieben.

  9. Redaktion
    Redaktion says:

    @5 vor 12

    Zitat:”Erst anlässlich der Ausschussberatung wegen der Parkplätze an der Hagener Straße wurde von einem Lokalpolitiker moniert, dass das damalige Bauvorhaben bereits nahezu fertiggestellt war, bevor der Ausschuss in die Beratung einbezogen wurde.”

    Herr Peuser/Stadtentwicklung hatte in dieser Sitzung auf Anfrage geantwortet: Wir haben den Bauherren angerufen und den Baubeginn moniert, worauf die Bauarbeiten eingestellt wurden.

    Es geht um zwei Objekte: Einmal den Parkplatz an der Hagenerstraße, wo früher ein Gärtnereibetrieb lagerte.
    Und einmal der Platz der von Wilhelm- und Wiesenstrasse befahrbar ist. Dieser Platz soll angeblich noch nicht beraten worden sein.

  10. 5 vor 12 says:

    Im amtlichen Sitzungsprotokoll heißt es:

    “Herr Lotz berichtet, dass er an dem betreffenden Parkplatz bereits Bauarbeiten bemerkt habe.
    Herr Peuser stimmt dem zu und berichtet, dass er angeordnet habe, die Bauarbeiten einzustellen.”

  11. 5 vor 12 says:

    Das dreiste Vorgehen der Hagener Straße wiederholt der Bauherr an der Wiesenstraße.
    Gibt es in Ennepetal für bestimmte Bauherren gesonderte Gesetze oder Behandlungen ?
    Wieso unternimmt die Bauverwaltung nichts, obwohl ihr das Geschehen bekannt ist.
    Genehmigungsfrei ist nur die Ablage eines Parkplatzes bis 100 qm in einem Bereich, für den es einen Bebauungsplan gibt. Vorliegend geht es um rd. 4.000 qm für den keine Bebaungsplan besteht. Da es sich um ein Areal der sog. Arrondierungssatzung handelt, bedarf es neben einer gründlichen Abwägung zudem der (vorherigen) Anhörung des Stadtentwicklungsausschusses. Nach dem Flächennutzungsplan soll dort Wohnungsbau stattfinden.

  12. Raistlin says:

    Nun, Febi kann sich eine Strafe durchaus leisten. Vermutlich billiger, als die Verzögerungen durch Genehmigungsverfahren. Was einmal steht wird nicht wieder eingerissen. Ansonsten droht man mit Abwanderung des Betriebes und dem Verlust von Arbeitsplätzen (wie Rolf Bilstein seinerzeit!). Und selbst wenn man die Arbeiten einstellt. Mami und Papi Siekermann werden’s schon richten! Hier ein wenig Schmiere, da ein wenig im Ausschuss kungeln… schon rollt der Rubel wieder. Was sagt denn die hiesige Politik dazu? Sorry, is ja noch nicht Wahlkampf…

    Euer Raistlin

    http://photobucket.com/ennepetalviews

    http://photobucket.com/bergbauroute

  13. Randnotiz says:

    Ist unser Ennepetaler Bürgermeister ein “Spin-Doctor”?

    “[…] es [geht] einem Spin-Doctor weniger um die Vermittlung einer bestimmten allgemeinen Sichtweise, sondern darum, direkt seinen Auftraggeber, dessen Politik oder andere Personen oder Ereignisse in einem möglichst positiven bzw. negativen Licht darzustellen und in jeder Situation die bestmögliche öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Er arbeitet mit Bildern, Inszenierungen (zum Beispiel Fototerminen, Events für die Kameras der Presse) sowie mit PR und nutzt die Medien für seine Ziele […].” (1)

    Unser Ennepetaler Willi ist nach meinen Erfahrungen ein Vorzeige-Spin-Doctor.
    Stobbe (Schwelm) und Jakobi (Gevelsberg) sind Bürgermeister, die sich ihre Eigenständigkeit bewahrt haben.

    ——————–
    (1) http://de.wikipedia.org/wiki/Spin-Doctor

  14. Nadine Gerber says:

    » “Viele Städte haben starke politische Parteien, die der Stadtverwaltung gegenüber stehen.”

    Als Ennepetaler Neubürgerin hab’ ich schnell gemerkt, dass es das in Ennepetal nicht gibt. “Sind wir schon in der Postdemokratie angekommen?” (1) Ja, das sind wir in Ennepetal! Eine der postdemokratischen Funktionsstörungen (2) ist in Ennepetal besonders intensiv: der Wegfall, das Ausfallen der Opposition (SPD). Die SPD-Opposition verließ ihre programmatische Orientierung und wurde Bestandteil des Politainments, des ‘Wir-sind-alle-Freunde-Klüngels’, der diskussionslos abnickt, was Bürgermeister und Verwaltung propagieren.

    ——————–
    (1) Dirk Jörke: Die Weichen sind auf Postdemokratie gestellt, 08.02.2012; http://www.cicero.de/weltbuehne/europas-zersetzungsprozess-weichen-sind-auf-postdemokratie-gestellt/48233
    (2) http://de.wikipedia.org/wiki/Postdemokratie

  15. Jonas Gottschalk says:

    Mit unserem glücklichen Paar (dem Rat, der Verwaltung) “mit Gruseleffekt in die Zukunft”?
    Er (der Rat) tut, was sie (die Verwaltung) will (1). Beide harmonieren. Nahmen die beiden in ihrer antidemokratischen “Affäre” jemals Rücksicht auf die sich gruselnden Zuschauer, die Ennepetaler Bürger?

    Karsten Stempel, Attac Bremen:
    “Postdemokratie meint den Zustand, in dem zwar demokratische Institutionen existieren, aber keine oder nur unerhebliche demokratische Prozesse gelebt werden. Politik als Teilhabe der Bevölkerung eines Gemeinwesens wird inszeniert: Das Wahlvolk ist passiver, ja sogar apathischer Zeuge eines Spektakels öffentlicher Debatten, die von PR-Experten kontrolliert werden. Die tatsächlichen politischen Entscheidungen werden hinter verschlossenen Türen von Regierenden und Eliten, die vor allem die Interessen der Wirtschaft vertreten, getroffen.” (2)
    Ich stimme dem zu: So läuft es in Ennepetal.

    derwesten:
    “Die CDU schickt Ludger Brinkmann gegen Anita Schöneberg (SPD) ins Rennen um das Amt des Ersten Bürgermeisterstellvertreters.” (3) – sollte uns das interessieren?
    Was bringt uns das – Bürgermeister-Stellvertreter-Hick-Hack? Millionen werden in unserer überdimensionierten Verwaltung verprasst. Unsere Aufmerksamkeit wird auf etwas abgelenkt, was letztlich nebensächlich ist …
    Die SPD ist “geil” darauf, einen Bürgermeister-Stellvertreter-Posten zu bekommen – was hat der Ennepetaler Bürger davon – wer wo Stellvertreter ist?

    Altenberg:
    “Die geschickteste Art, einen Konkurrenten zu besiegen, ist, ihn in dem zu bewundern, worin er besser ist.” (4)
    Verehrte SPD-Leute, bitte bewundert die Schaumschlägerei eurer Gegner und zeigt Alternativen auf. Selbstdarsteller (Rauleff) und “Berufsempörte” (3) sollten außen vor bleiben.

    ———————
    (1) “Ein glückliches Paar: Er tut, was sie will – und sie tut, was sie will.”
    Zitat aus:
    Peter Altenberg (d.i. Richard Engländer): Fechsung. Fischer, Berlin 1915
    (2) Kurzvortrag “Postdemokratie”
    von Karsten Stempel für Attac Bremen, 11.04.2012
    http://www.attac-netzwerk.de/bremen/material/?L=2
    (3) http://www.derwesten.de/staedte/ennepetal/brinkmann-tritt-gegen-schoeneberg-an-id7121491.html
    (4) Zitat aus: Schnipsel
    Peter Altenberg (d.i. Richard Engländer) österreichischer Schriftsteller, 1859-1919

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