Märchenstunde im Hauptausschuss der Stadt Ennepetal?

[jpg] Es sind ja immer die Anderen, diejenigen, die an allem Schuld sind. Würde es die Anderen nicht geben, gäbe es auch keinen Schuldigen.

Bei der 14 Millionen Truppe der Stadt Ennepetal gibt es eine riesengroße Gruppe von Anderen.

Da ist die Presse die immer alles falsch versteht, der EN-Kreis der eine viel zu hohe Umlage festlegt, der Regierungspräsident der seinen Kaffee nicht selber mitbringt, da man sich mit einem Haushaltssicherungskonzept am Hals keinen Kaffee mehr leisten kann, die Einwohner die nicht mehr einkaufen wollen und ja, die Leute, die die eigene Ortschaft verlassen und die rosaroten Brillen die ausverkauft sind, mit denen man früher die Leistungen sehen konnte, die nicht geleistet wurden und werden.

1 ½  Jahre sind Rat und der Bürgermeister im Amt. Unzählige Stunden wurden "abgesessen". Und was wurde geleistet? Nichts, oder zumindest nichts erwähnenswertes. Wobei der Haushalt 2010 und 2011 schon eine recht "abenteuerliche" Leistung war, hat ja auch eine schöne Stange an Fremdleistungen gekostet. Wie man hört soll es bei den 300.000,– Euro geblieben sein. Oder waren es mehr, man weiß es ja nie so recht. Neuerdings sollen es ja nur ausgesuchte Ratsmitglieder sein mit denen WW eine Ratssitzung light macht. Volker Rauleff ( SPD ) fühlte sich wie Rolf Hüttebräucker (FWE) bei der Causa Streetworker nicht so richtig informiert. Oder ausgegrenzt? Beide haben zwar etwas gegen die fehlende Information, jedoch haben sie in der Sache – also "Rauswurf" des Streetworkers – nichts zu sagen.

Ab 1.2.11 wird der gesamte Komplex Streetworkerei von der Lohernockenstiftung übernommen. Warum? Weil die Stiftung  Erfahrung in diesem Bereich hat?

Nein! Eher, weil Frau Gringel, der Leiterin der Lohernockenstiftung und Frau Backhaus ( Backhoff, d.Redaktion) der Leiterin die Kinderschutzbundes eine gewisse Nähe zu WW nachgesagt wird. Also wird die aufsuchende Jugendarbeit (Streetworkerei), die Betonung liegt auf aussuchend, von der Lohernockenstiftung geleistet.

Und dann versuchte uns Michael Schmidt (Stadtverwaltung) noch zu erklären, warum die Stadt, also die 14 Millionen Truppe, nichts mit dem "Rauswurf" des Streetworkers zu tun hatte. Und weil das nicht so einfach ist, also einen glatten Rauswurf zu erklären, brauchte Herr Schmidt auch für seine Erklärungen etwas länger. Nur die Erklärungen wurde dadurch nicht wahrer.

Denn es gibt nämlich ein einfaches Prinzip in diesem Fall. Und das lautet: Wer hatte von der Leistung des Streetworkers in 2009 und 2010 einen Vorteil? Wer war an einem Leistungsaustausch interessiert?

Herr Haltermann hatte seine regelmäßigen 2 Stunden geleistet und die Stadtverwaltung die Leistung nachgefragt. Die Sparkasse war doch nur an einen sinnvollen Einsatz ihrer Spende interessiert aber doch nicht an einem Bericht des Herrn Haltermann.

Und diese Antwort ist in ihrer Eindeutigkeit nicht zu überbieten, es war das städtische Jugendamt der 14 Millionen Truppe. Ob eine Spende von der Sparkasse kam und über das Mehrgenerationenhaus abgerechnet wurde, ist dabei nachrangig. Und weil das so ist, wird dieses Jugendamt auch den "Rauswurf" betrieben haben. Ob dies nun mit WW, Doris Gringel oder Frau Backhaus geschehen ist, ist dabei wieder ohne Belang.

Fakt ist jedoch, es wird ein gewisses Geschäft auf dem Rücken der Jugendlichen gemacht, wobei die Einwerbung von Spendengelder für die Stiftung Lohernocken im Vordergrund stand.

Die Frage ist doch nunmehr: Welches Konzept hat die Stiftung Lohernocken in der aufsuchenden Jugendarbeit? Wurde dieses Konzept dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt? Wohl kaum. Nun, es interessierte auch niemanden der Anwesenden ob es ein Konzept gab oder nicht. Als Sparkasse würde ich die Spendenzusage zurück nehmen, offensichtlich sind die Voraussetzungen für die Spendenzusage unklar, einem negativen Transfer sollte solch eine Spende nicht zugrunde gelegt werden.

Volker Rauleff (SPD) wie gesagt, den interessierte nur, dass etwas ohne sein höchstpersönliches Wissen durch die 14 Millionen Truppe besprochen wurde. Tja, was so ein vielleicht "Kontrollfreak"  wie Volker Rauleff so eben in Schwierigkeiten bringen könnte, die Jugendlichen sicher nicht. Oder doch?  Na ja, ist ja auch was Soziales an diesem Fall und dafür haben wir halt keine Partei im Rat. Und der Rest des Rates lässt sich schon einmal von der 14 Millionen Truppe auf den Arm nehmen. In anderen Städten hätte es da vom Rat sicher eine Rüge gegeben.

Ach übrigens. Das Problem der Jugendlichen haben die Nachbarstädte Schwelm und Gevelsberg auch. Denn schon damals stellte die Polizeibehörde fest, dass die Jugendlichen regelmäßig eine Wanderung innerhalb der drei Städte vollziehen. Man hätte sich im Rahmen der ach so immer mal wieder gepriesenen interkommunalen Zusammenarbeit die Streetworkerei teilen können. Ach ne, das geht ja nicht, Ennepetal ist ja arm, die können sich ja nicht mal ´ne Tasse Kaffee für ihren Besuch leisten. Abgesehen Armut. Gibt es nicht auch eine geistige Armut?

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

Update 17.Februar 2011

Es hat sich angeblich eine kleine Gruppe von Ratsmitgliedern mit Leuten aus der Stadtverwaltungstruppe getroffen, um einstimmig festzustellen, dass Herr Haltermann nichts oder nur unzureichende Jugendarbeit geleistet hatte.  Haben wir also jetzt zwei Rathäuser in Ennepetal?

( Das soll wohl sein, für 10.000,–Euro kann man sicher nicht die notwendige Jugendarbeit leisten…..die Redaktion )

 

 

6 Kommentare
  1. Rolf says:

    Schon vergessen?

    Es ist Karnevalszeit, ist doch klar, da laufen viele mit Masken und Pappnasen rum.

    Manche feiern 12 Monate halt durch.

  2. P.B. says:

    Der Kinderschutzbund Ennepetal hat keine Leiterin sondern fünf Vorstandsmitglieder. Darunter gibt es keine Frau Backhaus.

    (Es handelt sich natürlich um Frau Petra Backhoff, die in der Regel bei Pressetermine öffentlich in Erscheinung tritt. Aber das wussten Sie sicher auch schon. die Redaktion)

  3. klutinchen says:

    Man wundert sich über das, was man von der 14-Millionen-Truppe so hört und beim EN-Mosaik liest, kaum noch. Früher habe ich einmal gedacht, das kann doch alles gar nicht so stimmen, wie es erzählt/geschrieben wird. Doch heute weiß ich, dass alles noch viel schlimmer ist als es erzählt/geschrieben wird.
    Bin mal gespannt wie lange es noch dauern wird, bis das Jugendamt der Stadt Ennepetal in den Schlagzeilen der Boulevard-Presse steht. In unserem Jugendamt arbeitet man neuerdings auch nur noch auf Sparflamme und es wird in manchen Bereichen nur noch „das Nötigste“ erledigt. Ausreichend Personal einzustellen, ist nur in den „oberen“ Etagen möglich. Man hätte besser für den 1. Beigeordneten einen Streetworker sowie einen Sozialarbeiter eingestellt und dann sicherlich noch Geld übergehalten.
    Mütter, Väter rottet euch zusammen und geht doch mal auf die Barrikaden!!! Es geht um eure Kinder!! Hoffentlich tritt das nicht mal ein, was im Moment im Jugendamt Königwinter abläuft.

    Viele schimpfen über unseren Alt-Bürgermeister Eckhardt; aber unter seiner Regie wurden wenigstens noch Entscheidungen getroffen, auch wenn sie nicht immer richtig waren.

    „Lieber einen Fehlgriff in der Wahl der Mittel, als ein Mangel an Initiative“.

    Unter BM Wiggenhagen gibt es nur noch „Runde Tische und Arbeitskreise“ aber keine konkreten Ergebnisse.

    Es lebe das Ehrenamt ….. Vielleicht ist dieses Verhalten – ständig nur auf die Hilfe (Blödheit) der Bürger zu hoffen, wie ein Bumerang – demnächst haben wir dann nämlich einen ehrenamtlichen Bürgermeister und dann ist es vorbei mit dem schönen Leben.
    Und zu unseren sogenannten Politikern kann ich nur sagen, dass das Politikersein für Faupel, Rauleff und Co. auch nur ein gut bezahlter Job ist. Wie kann es sonst sein, dass diese (intelligenten??) Menschen das zulassen, was im Moment in der Stadt passiert.

  4. Petra says:

    Die Entlassung des Streetworkers stößt bei den Bürgern nach wie vor auf völliges Unverständnis. Auch die nachgeschobenen Erklärungen von Jamaikanern und Verwaltung ändern daran nichts, zumal der Streetworker durch Spendenfinanzierung für den städtischen Haushalt kostenneutral ist. Die Drückebergerei Rauleffs (und seiner Parteigenossen), die Unfähigkeit mit einer “sozialen” Argumentation dagegenzuhalten, verschärft das Dilemma. Wenn noch nicht einmal die SPD-Opposition für fundamentale Bürgerinteressen eintritt, ist eben Schicht im Schacht: Da hilft nur noch Wegziehen. Ganz egal wo wir am nächsten Wahltag das Kreuzchen machen, wir landen im Kungelsumpf.

  5. Wutbürgerin says:

    Man ist inzwischen so sprachlos und möchte am liebsten nur noch in eine andere Stadt ziehen.

  6. Jannik says:

    # 5 Zustimmung. Nur manche können das nicht, die 14 Mio Truppe hat die Stadt so runtergewirtschaftet (und das in wenigen Monaten), dass man für sein Eigentum nichts mehr bekommt. Traurg, aber wahr.

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.