Macht? Macht nichts!!! 10 Jahre Machtspielchen in Ennepetal und weiter?

[jpg]Es ist Zeit. Zeit für einen Nachruf zu Lebenszeiten. Für wen? Für Michael Eckhardt unseren derzeitigen und noch Bürgermeister.

Einer der größten Deutschen war Napoleon Bonaparte, [oder Franzose ??:-))) ]er bescherte, nein, er räumte mit der Kleinstaaterei im damaligen Deutschland auf. Gleichzeitig war er der Vater einer modernen effizienten Verwaltung, die heute teilweise noch zu sehen ist. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), wäre ohne den Code Civil (CC), der zeitweise auch Code Napoléon genannt wurde, nicht denkbar gewesen. Er war immer ein Mann der Tat. Anders unser noch derzeitiger Bürgermeister Michael Eckhardt, wie tragisch, er war eine  Person, die zwar was wollte, aber nicht wusste was man wollen könnte. Seine Hilflosigkeit konnte  einem schon manchmal Leid tun, aber wie gesagt, er war unser aller Bürgermeister. Kenneth Burke, ein Philosoph, definierte Menschen als Wesen die in ewiger Interaktion leben, ihre soziale Umwelt versuchen ihren Wunschträumen anzupassen oder zu harmonisieren. So auch Eckhardt, er sagte etwas und meinte, es wäre, es war seine ihm eigene Rhetorik. Dieses Bild, welches genial gemalt war, wurde manchmal durch einen Dialog in die Wirklichkeit transportiert, was aber sofort durch ein Ritual der sprachlichen Interaktion in den alten Zustand durch Eckhardt versetzt wurde.
Durch diese permanente Eigeninteraktion erlangte der Bürgermeister Michael Eckhardt eine Größe die der Napoleons gleichkam. Sein soziales Umfeld goutierte dieses Ritual auch noch und trug es nach draußen. Nur wir haben hier eine Kleinstadt, die heißt Ennepetal und gehört dem EN-Kreis an. Vielleicht war es einer der Gründe warum ca. 3.000 Bürger Ennepetal den Rücken zu gedreht haben. Danke Herr Eckhardt, für diesen Dienst, denn nun haben wir mehr Platz in Ennepetal.
Täglich können wir es beobachten, es sind ´zig Wohnungen frei, die den Vermietern keine Mieteinnahmen bringen. Gewerbeflächen ohne Ende, ob das nun das Voerder Center an der Lindenstrasse ist oder Industriebrachen die nicht oder nur unzureichend vermietet werden können. Auch freuen wir uns nicht mehr soviel Geld durch die Gegend tragen zu müssen. Rd. 3.000 Einwohner stellen natürlich auch einen nicht unerheblichen Konsum dar, nur mit 100,– EUR monatlich angerechnet, ergibt es einen Jahresumsatz von 3.000.000,– EUR bei den Einzelhändlern. Nun, haben es die Einzelhändler auch kapiert und sind in den letzten 10 Jahren gegangen.
In den letzten 10 Jahren konnte man aber auch immer wieder sehen, dass die Situation schön geredet wurde, wobei sich alle Parteien daran beteiligt haben. 10 Jahre Eckhardt war eine Zeit des Sprechens, handeln war unwichtig.
Halten wir uns auch hier an Kenneth Burke der eine hübsche Definition von Michael Eckhardt vorweg genommen hatte:

  "Being bodies that learn language
thereby becoming wordlings
humans are
the symbol-making, symbol-using, symbol-misusing animal
inventor of the negative
separated from our natural condition
by instruments of our own making
goaded by the spirit of hierarchy
acquiring foreknowledge of death
and rotten with perfection."
 

Ein gewisses Pathos ist hier nicht zu überhören.

Ein Wortling werdend, da der Körper nur noch Sprache ist, nichts mehr gestalten, sondern nur noch in und mit Worten lebt, die sodann zu Symbolen verschoben werden. Das Negative erfindend um in einer perfekten Welt von Worten zu vergehen. Die Worte die wie von selbst die Gräben ziehen um das Trennende, das oben und das unten, hervorbringen, wobei alle mundtot gemacht werden sollten, damit keiner sich entrüstet, alles gehört integriert. 
Ich weiß, eine vielleicht schlechte Übersetzung, besser ging es nicht.
Zurück zu Napoleon. Napoleon, war ein Mensch der Handlung und der Tat, Michael Eckhardt ein Mensch der Worte. Nicht aber der Worte die berührten, die zu Aufbruch führten, die motivieren oder gar beflügeln, nein seine Worte gingen durch einen durch oder schlimmer, sie erstickten jegliche Lust. Immer hatte man das Gefühl, es war ja schon alles gemacht, der Mahnende war ein Rufer in fremder Stadt. Aber Michael konnte nicht alleine agieren, ja, er hatte einen Atlatus, einen treuen. Nun, einen treuen Atlatus bedenkt man mit der Nachfolge, so schrieb es das Erbrecht vor.
 

Was aber kann nun dieser Atlatus, wen er ja nur das gesehen oder auch gelernt hat was ihm der "Ennepetaler Napoleon" beigebracht hat? Er kann nichts anderes, schon jetzt zelebriert er das Hofhalten, allerdings eine kleine Spur anders. Er bringt immer seinen Hofstaat mit, dem Volk zeigt er immer wieder wie er mit seinen Untergebenen umgeht, souverän und tolerant. Dafür hat er sich das dementsprechende Personal aussuchen dürfen. Sicherlich werden die dafür auch dementsprechend entlohnt.  So sind eben die Sonnenkönige, wie Ludwig der vierzehnte es war.  

Ach ja, wir wollten etwas über Macht reden. Das Wort Macht kommt vom Wort "Können" oder auch Fähigkeit. Nun, hatte der derzeitige Bürgermeister Macht oder der Bürgermeisterkandidat der CDU. Ja, Macht über sich und ihre Sprache, eine rhetorische Macht.
Die eigentliche Macht hat und hatte, um beim französischen zu bleiben unser guter alter Kardinal Richelieu von Ennepetal, Walter Faupel.
Er ist es der, wie gem. Definition von Weber zu sehen ist , seinen Willen durchsetzt ohne eine Legitimiertheit der Macht zu besitzen.

 

Er führt zwar an, er sei demokratisch durch Wahl legitimiert, übersieht aber das dominierende seiner Führung die eine demokratische Willensbildung ja quasi erstickt. Also hat er auch den Bürgermeisterkandidaten ernannt, er braucht nicht mehr gewählt zu werden, er ist schon mittels des Beigeordneten  gewählt. Richelieu war, heute würde man sagen, ein Controllfreak, er musste alles wissen, nichts sollte ihm entgehen. Und ihm entging auch nichts. Diese Art von Macht ist eine Macht die kein Vertrauen schafft, die Misstrauen bis in die letzte Ecke spüren lässt. Sie erstickt jegliche Art von Kreativität, ein Elixier für Innovationen, Innovationen die Ennepetal dringend braucht um den Bevölkerungsschwund umzukehren. In einer Stadt die Menschen willkommen heißt, nicht nur nach den Worten, in einer Stadt in der Menschen am Weiterkommen der Stadt interessiert sind. Eine lebende Stadt, sprudelnd voller Ideen, ein Anziehungspunkt für alle.
Die Macht einer anziehenden liebenswerten Stadt die von innen heraus wirkt, durch ihre ursprüngliche Kraft und Stärke..

Wir haben dieses Jahr 200 Jahre Charles Darwin der uns beibrachte das Mensch und Affe gemeinsame Vorfahren hatten, nur wir müssen nicht einen unbewohnbaren Dschungel zulassen um zu beweisen, dass Darwin Recht hatte. Halten wir es lieber mit Karl Jaspers, der die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier in der Gestaltungsfähigkeit des Menschen ansiedelte.

 

Jürgen Gerhardt
 

3 Kommentare
  1. Helga Schulte-Paßlack says:

    Wahrlich, wahrlich: ein belesener Mann!

    Aber mal ganz ehrlich: So viele große Männer im Vergleich mit unserem “alten” Bürgermeister und seinem Gefolge ist für mich eine Nummer zu hoch.

  2. Dr. Ingo Mehner says:

    Zwei Nummern tiefer,
    werte en-mosaik user, würde das vornehme englische understatement einem Bewerber von den Utlanden nahe legen. Aber sein Gebaren spielt einem Bauern- und Arbeitersohn in die Karten, der sagt, wo und wie es längs gehen soll, und die Ärmel hochkrempelt und arbeitet. Wenn es sein muss, rund um die Uhr. Und der am Wochenende beim Biike Feuer auf Pellworm/NF ausgelassen den Winter austreiben wird. Und sich eine neue Baustelle vornimmt, um sie mit Finessen und gags den Wählern ans Herz zu legen. Neustraße/Klutertbahn heißt sie. Dann kennen meine Leser alle Themen, über die sie mit mir am Dienstag um 19.00h im Café Kartenberg diskutieren können oder wollen. Ich will nicht viel reden sondern zuhören, das Ohr am Bürger. Und ein paar Anekdoten sind auch zu hören. Es wird kurzweilig. Verspricht
    Dr. Ingo Mehner.
    Mein Onkel war Schiffszimmermann. Ich trage seinen dress auf, er passt gerade mal wieder bei 85kg, mit Kette und Klotschen.,.

    P.S.
    Eine amtliche Auskunft der camara wäre nützlich. Was ist mit den gesammelten Unterschriften? Die dürfen doch nach den Wahlgesetzen nicht von anno wiggenhals sein. Oder?
    Nochmals
    I.M.

  3. Jürgen Gerhardt says:

    @ Helga Schulte-Paßlack 18. Februar 2009 20:56

    Sie haben natürlich recht, es ist etwas zu hoch gegriffen und damit etwas zuviel der Ehre für den politischen Verschnitt den wir hier in Ennepetal vorfinden.
    Nur ich empfand eine kleine, aber nicht unwesentliche, Gemeinsamkeit der angesprochenen Personen.
    Diese Gemeinsamkeit ist in der Persönlichkeit der 3 bzw. 6 begründet und ist allgemein als negativ anzusehen.

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.