Ja, ja, ich liebe mein schönes Ennepetal

[jpg] Einige Sachen legen wir uns hier in der Redaktion auf Wiedervorlage. So war der Teckel mit seinem Ennepetaler Bahnhof „Kluterthöhle“ dran. Wir waren damals knapp ein Jahr journalistisch vor Ort tätig und mussten uns immer wieder sagen lassen wie schön Ennepetal ist. Aber, und das war das wesentliche,  vielerorts fand man Ennepetal eben nicht so schön. Wir gingen damals los um die Diskrepanz dieser Aussage zu überprüfen.  Einer dieser Fundorte war die monatliche Teckelfahrt am Bahnhof Kluterthöhle. Da kamen die Fahrgäste von auswärts und mussten auf dem Bahnsteig sitzen

                  
 

Gäste am Bahnhof Kluterthöhle 2009                                                                                      Foto: Linde Arndt

 

Aufgrund unseres Artikels, als auch anderweitiger, baute die Stadt aus Deckenpanele eine provisorische „Bude“, packte überflüssige oder flüssige Flyer auf einen Tresen und stellte Personal in diese Hütte. 2 mal kam auch ein Wagen mit Kaffee und Brezeln aber auch mit dem damaligen Bürgermeisterkandidaten Wiggenhagen. Es war alles mehr als improvisiert. Nun sollte man meinen 2009, 2010 und 2011 hätten eine dauerhafte und ansprechende Lösung erbracht. Weit gefehlt! Die „Bude“ gibt es immer noch, die Flyer sind etwas weniger geworden und es flatterte eine lieblose Ennepetaler Flagge unter der Auslage. In den drei Jahren hat man es jedoch zu einer Sitzbank gebracht, auf der eine Familie schon sitzen kann. Toll! Am 4. Juli kamen, so wie man mir versicherte so an die 80 Besucher mit dem Teckel an.
Für diese Besucher lagen eine Wanderkarte (CDU) der Stadt und eine Wanderkarte (SPD) des Verkehrsvereins aus. Warum CDU und SPD Wanderkarte? Nun, beide Karten habe ich werden gesehen und will das mal erläutern.

                     

Die ältere Wanderkarte ist aus dem Jahre 2010 und ist vom Verkehrsverein in der Stadt Ennepetal e. V. heraus gebracht worden. Die Vorsitzende des Verkehrsvereins ist Anita Schöneberg und ist in der SPD. Die Wanderkarte selber hat aber Martin Moik erwandert und Hintergründe ( Einkehrmöglichkeiten ) gesammelt; und das in mehreren Jahren. Es ist ein kleines aber auch liebenswertes Wanderheft.

Sie ahnen was jetzt kommt.
Die Stadtverwaltung Ennepetal entdeckte auf einmal den Tourismus. Die erste Idee war eine Wanderkarte zu erstellen. Was lag da näher als mit dem Verleger des bereits vorher  erwähnten Wanderheftes, dem Verkehrsvereins, zu sprechen und eine Zusammenarbeit anzustreben. Offensichtlich ging dies jedoch für den unparteiischen Wilhelm Wiggenhagen , der von der CDU aufgestellt wurde, zu weit. Es musste ein neues Wanderheft her, jetzt allerdings mit einem Grußwort von Wilhelm Wiggenhagen. Dieses Wanderheft wurde dann 2011, also ein Jahr später, bei der Familie Brinkmann (CDU) Gut Braband vorgestellt.

    Kopfschüttelnd haben dies viele Ennepetaler zur Kenntnis genommen. Auf der einen Seite wird immer die sachliche Zusammenarbeit über die Parteigrenzen gefordert und auf der anderen Seite wird diese Forderung sofort konterkariert. Diese bigotte Verhalten färbt natürlich ab und ist nicht dazu angetan Sympathiewerte aufzubauen. Denn gerade die dieses Verhalten an den Tag legen finden, IHR, Ennepetal so schön. Es macht schon nachdenklich.

Was wir jedoch noch weiter sehen, es laufen die Gäste immer noch querfeldein. Es sind immer noch hässliche Unfallstellen am Bahnhof. Und der Bahnhof hat sein morbides und unfreundliches Flair behalten. Es ist einfach nichts weiter entwickelt worden. Es ist eine arme, wenn nicht sogar, armselige Stadt die dort ihre Gäste empfängt.

Nun sollte das Industriemuseum eingebunden werden und den Gästen zur Verfügung stehen. Wenn der Teckel kommt, ist das Industriemuseum auch auf. Nur wie soll das funktionieren wenn noch nicht einmal ein Blatt zur Verfügung steht auf dem kurzerhand der Weg zum Industriemuseum beschrieben wird. Sicher, es hängt eine Tafel mit Beschreibung über dem Bahnhofschild, aber sollen die Besucher sich dieses Schild abmachen?

         Und so haben wir uns nicht gewundert als wir im Industriemuseum nur sehr wenig Besucher zu verzeichnen waren.

Da mühen sich die Leute unentgeltlich an allen Orten, ohne die notwendige Achtung.

Was nützt es wenn sich ein ehrenamtlicher sich acht Stunden um Ennepetal müht, wenn die 14 Millionen Truppe nicht ihre notwendige Arbeit macht.

Das Marketing für die Stadt ist bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt. Und die haben augenscheinlich schlampig gearbeitet.

     

Wenn Wilhelm Wiggenhagen nicht das Amt des Bürgermeisters ausfüllen will, so soll er das doch bitte sagen. Er kann sich ja mit seiner 14 Millionen Truppe auf die Pflichtaufgaben besinnen, den Rest können die Bewohner selber machen.

Aber den Ennepetalern vorzumachen, es wäre alles organisiert dies sollte aber der Boss der 14 Millionen Truppe unterlassen.

Übrigens haben wir auch einige Gäste angesprochen und befragt. Sicher können sie sich denken was die von Ennepetal halten.

Eine junge Ennepetalerin gab uns umunwunden an, sie wollen wenn sie mit der Schule fertig ist, Ennepetal für immer verlassen. Ihre Aussage: Mich hält hier nichts.

Damit ist die Zielvorstellung der Wirtschaftsförderung wohl aufgegangen.

   
     

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal 

 

Fotos: Linde Arndt

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4 Kommentare
  1. htb says:

    Ein (tranzloziertes)(= Abbau und Aufbau d.Redaktion) hist. Bahnhofsgebäude nahe beim „Industriemuseum“ im „historischen Zentrum“ Altenvoerde, das wärs. Nur, wer soll das bezahlen?

  2. Redaktion
    Redaktion says:

    @HTB

    Es geht nicht zuerst einmal um das Geld. Vielmehr geht es erst einmal um eine anständige Visitenkarte die Ennepetal seinen Gästen übergibt.
    Wir sind keine Stadt des Prekariats, es hat aber den Anschein.

  3. Ein Voerder says:

    Das ist aber in Ennepetal genau so wie in anderen Städten. Die lieben nur ihr eigenes Bankkonto. Nehmen sie die 40 Ratsmitglieder plus die Stadtverwaltung, sie werden 2 oder 3 Leute finden die diese Stadt lieben. Bei den Ratsmitglieder gibt es niemand der diese Stadt liebt. Kann man so eine Stadt behandeln und dann sagen ich liebe meine Stadt? Das ist doch krank!
    Hier in Voerde sind wir zutiefst enttäuscht. Ich frage mich ob den Familien Mankel und Bilstein solch ein Zustand angenehm ist?

  4. Christa Wengsten says:

    Machen Sie sich aber hier Gedanken. Es geht nur um das Geschäft, mehr nicht.
    Wieviel Euro kann ich als Ratsmitglied machen? Komme ich da an irgendwelche andere Einnahmen ran?Einen Bahnhof auf eigene Kosten aufzubauen lohnt sich das?
    Mein schönes Ennepetal oder ich liebe mein Ennepetal heißt doch nur; Ennepetal gibt mir die Erlöse die ich für meinen Lebenswandel benötige.

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