Intendant Johan Simons verabschiedet sich mit einem Götterfunken

[Bochum] Die diesjährige Eröffnung der Ruhrtriennale 2017 am 18.August um 17:30 wird mit einer Festspielrede von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller eröffnet. Allerdings ist diese Rede schon seit langem ausverkauft.

Die Ruhrtriennale 2017 eröffnet mit Cambreling, Warlikowski und Hannigan in Bochum
Finaljahr der Intendanz von Johan Simons – Festival der Künste thematisiert Utopien und Zukunftsvisionen – Tickets zu einzelnen Terminen noch erhältlich

Bochum, 9. August 2017 – Am 18. August startet die Ruhrtriennale 2017 mit der ersten Oper der Moderne in eine Spielzeit, die sich Utopien und Zukunftsvisionen widmet. Eröffnet wird das Festival in der Jahrhunderthalle Bochum mit „Pelléas et Mélisande“. Im dritten und letzten Jahr der Intendanz von Johan Simons bietet die Ruhrtriennale ihrem Publikum sechs Wochen voller Musiktheater, Musik, Tanz, Schauspiel und Installationen. Das Ruhrgebiet wird zum Schauplatz zeitgenössischer Kunst.

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale, und Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH, berichteten heute in der Jahrhunderthalle Bochum von den letzten Vorbereitungen kurz vor Beginn der Saison 2017. Besonderer Gast der Pressekonferenz war die kanadische Starsopranistin Barbara Hannigan, die in der Eröffnungsproduktion der diesjährigen Ruhrtriennale die Mélisande verkörpert.

Intendant Johan Simons Foto: (c) Linde Arndt

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015–2017:
„Freude“, „schöner“, „Götterfunken“. Mit diesen drei Begriffen beschließe ich meine Zeit als Intendant der Ruhrtriennale. Seit ich künstlerischer Leiter dieses wunderbaren Festivals geworden bin, hat sich die Welt sehr verändert, wirkte manchmal wie aus den Fugen. Doch spüre ich nun eine positive Energie, ein Wiederentdecken Europas und seiner Kraft. Und vielleicht können wir mit künstlerischen Götterfunken unserem Publikum ein paar Hoffnungsschimmer schenken.“

Kurz vor Festivalbeginn läuft auch der Vorverkauf auf Hochtouren. So hält Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH, fest: „Mit dem bisherigen Ticketvorverkauf sind wir sehr zufrieden. Zu den besonders nachgefragten Produktionen gehören „Pelléas et Mélisande“, „Three Stages“, „Bach. Cellosuiten“ und „Cosmopolis“. Nichtsdestotrotz gibt es noch Karten, auch für andere Produktionen und zu Terminen unter der Woche. Wie in den letzten beiden Jahren bespielen wir auch in diesem Jahr eine neue Spielstätte und sind erneut in Dinslaken. Mit „Projecting [Space[“ werden wir eine Tanz-Uraufführung in die Zentralwerkstatt der Zeche Lohberg bringen.“

Vom 18.8. bis 30.9.17 zeigt die Ruhrtriennale rund 135 Veranstaltungen bei 40 Produktionen, davon 28 Eigen- und Koproduktionen, 22 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen in 14 verschiedenen Spielstätten der Region.

Die Programmhighlights der ersten Ruhrtriennale-Woche

Zum dritten und letzten Mal lädt ab dem 18.8. das Kunstdorf The Good, the Bad and the Ugly von Atelier Van Lieshout auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum das Publikum und alle Neugierigen zum Entdecken und Verweilen ein. Das Kunstdorf kehrt mit bekannten und neuen Arbeiten zurück und ist für den gesamten Zeitraum das Festivalzentrum der Ruhrtriennale. Einen Staat im Dorf rufen die Teenager des Nachwuchsproduktionsbüros der Ruhrtriennale, Mit Ohne Alles, aus: Zum zweiten und letzten Mal wird mit Teentalitarismus mitten in Bochum ein Teenager-Machtgebiet errichtet. Die Festspielrede zum Auftakt der Ruhrtriennale hält Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Im Anschluss wird die Jahrhunderthalle Bochum mit Pelléas et Mélisande, unter der musikalischen Leitung von Sylvain Cambreling und inszeniert von Krzysztof Warlikowski, zum Ort existenzieller Verlorenheit. Die kanadische Starsopranistin Barbara Hannigan singt die weibliche Titelpartie.

Der 19.8. beginnt mit der Eröffnung der Installation Truck Tracks Ruhr – The Compilation in der Mischanlage der Zeche Zollverein in Essen. Die Produktion von Urbane Künste Ruhr nach einem Konzept von Rimini Protokoll und loekenfranke ist eine audio-visuelle Gesamtkomposition aller sieben Alben des Erfolgsprojekts „Truck Tracks Ruhr“. Die Installation kann bei freiem Eintritt besucht werden. Ab 18 Uhr erklingt elektronische Musik in und um die Jahrhunderthalle Bochum bei der dritten und letzten Ausgabe von Ritournelle. Partygänger- und NachtschwärmerInnen feiern bei der Festivalnacht der elektronischen Musik mit zahlreichen Live-Acts wie Nicolas Jaar, Sohn oder Mykki Blanco.

Ab dem 20.8. spannt die Ruhrtriennale den musikalischen Bogen von Monteverdi bis Folkrock. In der Maschinenhalle der Zeche Zollern in Dortmund führt Philippe Herreweghe das Collegium Vocale Gent am 20.8. durch die Klangkathedrale von Monteverdis religiösem Meisterwerk, der Marienvesper. Krzysztof Warlikowski, Barbara Hannigan und Reinbert de Leeuw führen einmalig am 20.8. Socrate von Erik Satie in der Bochumer Jahrhunderthalle auf. Eine einzigartige Gelegenheit, das selten gespielte Werk eines der originellsten Komponisten des 20. Jahrhunderts in einem neuen Setting zu erleben. Mit einem immersiven Konzert des belgischen Quartetts Zwerm beginnt am 21.8. die montägliche Konzertreihe im Maschinenhaus der Essener Zeche Carl. Am 23.8. gastiert Kurt Wagner mit Lambchop und der kanadischen Folkband Timber Timbre für ein Konzert in der Jahrhunderthalle Bochum.

Eine besondere musikalische Kombination verspricht der Programmbeitrag von ChorWerk Ruhr unter der musikalischen Leitung von Florian Helgath: Mit Memoria verbindet ChorWerk Ruhr am 25.8. in der Maschinenhalle der Dortmunder Zeche Zollern Werke von Tomás Luis de Victoria, John Cage und Morton Feldman. Kein Licht. (2011/2012/2017), die Auftragsarbeit und internationale Koproduktion für die Ruhrtriennale, wird am 25.8. in der Gebläsehalle des Landschaftspark Duisburg-Nord uraufgeführt. Philippe Manourys Komposition nach einem Text von Elfriede Jelinek nimmt das Publikum mit in eine Welt nach dem Super-GAU. Die musikalische Leitung übernimmt Julien Leroy. Inszeniert wird die Oper mit Caroline Peters in einer der Hauptrollen von Nicolas Stemann.

Compan< Anne Teresa De Keersmaeker
Foto: (c) Linde Arndt

Trilogien waren ein wichtiges Motiv der Intendanz von Johan Simons und die auf drei Teile angelegten Produktionen kommen 2017 zum Abschluss. So auch die erste Tanz-Trilogie der Ruhrtriennale. Der Choreograf Richard Siegal, dessen Arbeiten für die Spielzeiten 2015-2017 auf Dantes „Göttlicher Komödie“ fußen, zeigt u. a. mit der Uraufführung El Dorado ab dem 25.8. zum ersten Mal alle drei Teile an einem Abend bei PACT Zollverein. Anne Teresa De Keersmaeker kehrt 2017 auch in das Ruhrgebiet zurück. Ihre neueste Choreografie, Bach. Cellosuiten, wird am 26.8. in der Maschinenhalle der Zeche Zweckel uraufgeführt. Begleitet werden die fünf TänzerInnen von Rosas von dem gefeierten Cellisten Jean-Guihen Queyras.

In diesem Jahr wartet das Refektorium auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum zum letzten Mal mit einem vielfältigen und gänzlich kostenlosen Programm auf. Ab dem 20.8. finden Lesungen, Kinoabende, Performances oder Partys statt. Unter dem Titel The End of Everything is a New Beginning findet am 26.8. eine Veranstaltung gemeinsam mit der innogy-Stiftung für Energie & Gesellschaft statt. 2017 lädt Johan Simons ab dem 27.8. um 12 Uhr zu Johans High Noon. An fünf Sonntagen empfängt der Ruhrtriennale-Intendant KünstlerInnen der Ruhrtriennale zum Gespräch. Seine Gäste beim ersten High Noon am 27.8. sind Anne Teresa De Keersmaeker und Sylvain Cambreling.Tickets sind telefonisch über +49 (0) 221 / 280 210 oder online über http://tickets.ruhrtriennale.de/eventim.webshop erhältlich

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