Im Ennepe-Ruhr-Kreis kann der Kulturrucksack gepackt werden

 (pen) Im Ennepe-Ruhr-Kreis können Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren ab 2012 den „Kulturrucksack“ packen. Eine gemeinsame Bewerbung des Kreises sowie der Städte im Rahmen des gleichnamigen Landesprogramms war erfolgreich.

„Damit zählen wir zu den insgesamt 29 Pilotregionen in Nordrhein-Westfalen“, freut sich Landrat Dr. Arnim Brux. Ziel des Programms ist es, Kindern und Jugendlichen kulturelle Angebote zu eröffnen. Dafür stellt das Land zukünftig jährlich landesweit drei Millionen Euro zur Verfügung, gut 71.000 Euro fließen in den Ennepe-Ruhr-Kreis. Kreis und Städte wollen die Fördermittel nutzen, um Veranstaltungen und Projekte der kulturellen Bildung auf die Beine zu stellen und vorhandene Strukturen weiterzuentwickeln.

„Wir möchten den Jugendlichen ein hohes Maß an Eigeninitiative und Mitbestimmung einräumen und sie die Erfahrung machen lassen, erfolgreich Einfluss auf die Gestaltung des Gemeinwesens nehmen zu können. Außerdem möchten wir sie unterstützen, wenn es darum geht, ihre Talente zu entdecken“, skizziert Andreas Roters, Fachbereichsleiter Bildung, Kultur, Sport, Medien und Integration im Schwelmer Kreishaus, die Zielsetzung.

Auch soziale, kulturelle oder religiöse Unterschiede sollen Thema sein und so ein Beitrag zur Integration geleistet werden. 2012 sollen alle Veranstaltungen unter dem Leitmotiv „Zukunftserwartung – Zukunftsangst“ stehen. Zudem planen Kreis und Städte ein Jugendkulturfest EN, auf dem sich alle Mitwirkenden mit Musik, Film und Theater präsentieren können. „Leitmotiv und Fest sowie eine Kultur- und Informationsbörse, auf der Kultureinrichtungen aus dem gesamten Kreisgebiet ihre Angebote für Schulen, Kinder und Jugendliche vorstellen, bilden eine kreisweite Klammer. Die wichtigsten Akteure sind aber natürlich die Städte. Sie bringen Einrichtungen und Initiativen der kulturellen Bildung zusammen, machen Jugendliche darauf aufmerksam, wie sie sich beteiligen können und entscheiden über die Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen in ihrer Stadt“, so Roters. Bereits im Antrag für das Landesprogramm findet sich eine Vielzahl konkreter Ideen aus den Bereichen Musik, Artistik, Tanz, Literatur, bildende Kunst oder Theater, die mit Hilfe des „Kulturrucksackes“ in Angriff genommen oder ausgeweitet werden könnten. Genannt werden beispielsweise das Coaching von Rock- und Popbands sowie Sängern, die Produktion eines Hip-Hop-Samplers, das Mitwirken von Jugendlichen an den Wittener Tagen der Kammermusik, Circusworkshops, ein Handyfilmfestival, eine Nacht der Poesie, mehrsprachige Leseabende, die Aufnahme von Hörbüchern, Kurse für kreatives Schreiben, Graffity-Projekte und ein Theaterfestival. Um den Kulturrucksack erfolgreich zu schultern, soll nach dem Motto „Informieren, Anregen, Austauschen“ verfahren werden. Dies gilt sowohl für die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ämtern in einer Stadt, für die Kooperation zwischen den Städten wie auch für die Kommunikation zwischen den Teilnehmern. Stichwort „Bedeutung kultureller Bildung“ Die Bedeutung der kulturellen Bildung für die Persönlichkeitsbildung, für die Entwicklung der Kreativität und für den Wissenserwerb wird zunehmend anerkannt. Entsprechende Erkenntnisse haben unter anderem Projekte wie ´Jedem Kind ein Instrument´ oder ´Kultur und Schule´ geliefert.

„Damit die positiven Effekte zum Tragen kommen, ist es entscheidend, Kindern und Jugendlichen die Tür zu Kunst und Kultur so früh und so weit wie möglich zu öffnen“, nennt Roters die Motive für die Bewerbung um den „Kulturrucksack“. Die Teilnahme sei insbesondere deshalb interessant, weil das Landesprogramm mit den 10 bis 14-jährigen die Kinder und Jugendlichen im Auge habe, für die Angebote der kulturellen Bildung vergleichsweise rar sind. „Und“, so Roters, „diese wenigen Angebote treffen auf eine Altersgruppe, die sich schwer tut mit den gängigen Formen der kulturellen Bildung.“ Hier wollen Kreis und Städte jetzt gemeinsam ansetzen und mit neuen Ideen und bewährten Strukturen Interesse wecken.

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3 Kommentare
  1. Raistlin says:

    Gute Sache.
    Gibt es schon Hinweise darauf, was Ennepetal dazu beiträgt/ beitragen will?
    In Punkto Kooperation mit anderen Städten ist Ennepetal ja nicht besonders gut gediehen.

  2. Redaktion
    Redaktion says:

    Wenn die Stadt Geld vom Kreis bekommt machen die auch was. Meinetwegen eine 15 minütige Lesung einer Lehrerin vor einer Klasse.

    Ist doch auch Kultur, hatte mir mal jemand von der Stadt gesagt.

  3. Änne P. Thaler says:

    » „[…] Jugendlichen ein hohes Maß an Eigeninitiative und Mitbestimmung einräumen und sie die Erfahrung machen lassen, erfolgreich Einfluss auf die Gestaltung des Gemeinwesens nehmen zu können.“
    (Roters; Fachbereichsleiter Bildung, Kultur, Sport, Medien und Integration im Schwelmer Kreishaus)

    Jugendlichen Mitbestimmung einräumen in Ennepetal? Na, da wird wohl noch viel Wasser die Ennepe herunter fließen müssen, bevor das in unserem verknöcherten Stadtrat und beim tüteligen, fotogeilen Ennepe-Willi ankommt.

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