Haben wir da nicht was vergessen am Bahnhof?

[jpg] Toll, endlich ist es geschafft. Nachdem im Januar Frau Erwin aus Voerde den Vorschlag mit dem Schild am Bahnhof machte, nahm das auch Herr Wiggenhagen dankbar auf.

Im Laufe der folgenden 3 Monate brütete man auch sicher fleißig über dieses Schild. Es sollte ja gut werden, der ankommende Gast sollte sich sofort orientieren können.
                                         
Was in anderen Städten Alltag ist, ist auf der "Insel der Glückseligen" fast ein Jahrhundertwerk. Da bastelt und malt der Bürgermeister höchstpersönlich, oder etwa nicht?

Zumindest muss er solch ein Jahrhundertwerk,  nebst Bildern versteht sich, zweimal durch die Presse  jagen.

Einmal wurde der Dummy vorgestellt und witterungsbedingt auch direkt wieder eingepackt um das Endprodukt in dementsprechenden Glanz zu erstellen.

Dann, nachdem das Endschild angemahnt wurde, ist es auch  flugs befestigt worden. Aber oh Graus, die Texte waren vertauscht. Da geriet das Hülsenbecker Tal zu dem Straßenmuseum und das Straßenmuseum zum Hülsenbecker Tal (  Pixelhexe schrieb darüber so schön )  Mit der Kontrolle hat man es wohl nicht so recht auf der "Insel der Glückseligen".

Bis zum zweiten Pressetermin, nebst Bürgermeister und all den netten Kollegen oder Mitbürgern, wurde nun das Schild nochmals gefertigt. Alle standen nun glücklich lächelnd um das Schild herum um den Aufbruch in das neue Zeitalter zu dokumentieren – kann ich bei solch einem Aufwand auch verstehen,.

Jetzt endlich kann der Reisende staunend erfahren, so er denn aussteigt und auch wirklich durch den Tunnel geht, was für eine schöne Stadt Ennepetal  ist. Ich hätte mich ja auch aufgerafft Herrn Wiggenhagen für diesen Erfolg zu gratulieren. Man sollte auch die kleinen Dinge loben, die manchmal einen ungeahnten Reiz haben. Wenn nicht, ja wenn nicht meines Erachtens nach, diese paar Punkte den Erfolg als zweifelhaft erscheinen lassen.

  1. Die Wahl des Standortes ist denkbar ungünstig, wenn nicht sogar unmöglich für Reisende. Hätten die Ausführenden doch einmal den Publikumsverkehr beobachtet, so wären sie sicher auf einen ganz anderen Standort gekommen. Denn der Publikumsverkehr geht vom Bahnhof direkt zur Bushaltestelle oder zum Taxistand und zurück, so dass das Schild eher einen recht schwachen Informationswert besitzt. Vermehrt hören wir jetzt Stimmen den Bahnhof im Außenbereich mit Informationen über Ennepetal "zu zu pflastern". In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass wir in unserem "Zentralzoo" im Hülsenbecker Tal ein Hängebauchschwein haben.
  2. Die 6 Informationspunkte sind zwar jetzt richtig, es fehlt jedoch ein wesentlicher nachgerade der wichtigste Punkt überhaupt, der für Besucher von übergeordneten Wert ist. Das Haus Ennepetal! Wie konnte so was nur passieren?

Für Ennepetal ist das Haus Ennepetal ein Mehrzweckgebäude, in welchem auch noch das Mehrgenerationenhaus untergebracht ist.

In diesem Hause finden in jedem Jahr zumindest einige Veranstaltungen statt, die auswärtige Besucher veranlasst Ennepetal zu besuchen. Wenn dieses Haus noch ein professionelles Eventmanagement hätte, so könnte man – wenn man wollte – Meetings, Symposien, Events oder andere Unterhaltungsveranstaltungen stattfinden lassen. Na ja, wir wollen jetzt nicht übertreiben, möglich ist es jedoch, wenn die Haustechnik modernisiert würde.

Wie dem auch sei, mir zumindest fallen ad hoc so an die 10 Veranstaltungen mit mehreren 100 Besuchern ein. Bei einer Christmas Rock Night irrten vor 2 oder 3 Jahren gar Besucher durch die Stadt um dieses Haus zu finden. Und jetzt das. Ist denn Haus Ennepetal keine Sehenswürdigkeit die eine Information wert ist? Haben wir dem auswärtigen Besucher keine Spielstätte zu bieten?

Was ist nur mit diesem Haus Ennepetal los, dass es immer wieder gern unerwähnt bleibt? Liegt es daran, dass dieses Haus in einer Zeit erbaut wurde, die man am liebsten vergessen möchte?

Wie dem auch sei, es ist vergessen worden, ein schwerwiegender Fehler so meinen wir.
Und wieder ist es unserem Herrn Wiggenhagen gelungen, seinen vermeintlichen Erfolg in einen Misserfolg umzumünzen. Gut gemeint aber schlecht gemacht.

Übrigens das Schild hätte man, bei etwas mehr Gehirnschmalz, auch auf dem Bahnhof sichtbar anbringen können. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Nun sollen wir das Ganze nicht schlecht reden, so eine Kleinigkeit wie das Haus Ennepetal brauchen wir sicher nicht sofort. Auf einer "Insel der Glückseligen" hat man sehr viel Zeit bis einem irgendwann die Kokosnuss auf den Kopf fällt, was dann zu einem Feuerwerk von Ideen, samt Ausführungen führt.

Was bleibt? Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit muss in Ennepetal, der "Insel der Glückseligen" irgendwo in der Nähe von Teufelszeug angesiedelt sein. Auch der Begriff Leistung ist im Rathaus falsch angekommen. Denn wie soll man es verstehen, dass man auf Ergebnisse keinen Wert legt? Nur einfach was machen entspricht nicht dem Leistungsgedanken.

In diesem Sinne grüße ich heute.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal 

2 Kommentare
  1. Nina Poll says:

    » “Was ist nur mit diesem Haus Ennepetal los, dass es immer wieder gern unerwähnt bleibt? Liegt es daran, dass dieses Haus in einer Zeit erbaut wurde, die man am liebsten vergessen möchte?”

    Am 29.2.1980 schrieb Rosemary Callmann in DIE ZEIT (zum Haus Ennepetal): “Eine im Lichthof des Bürgerhauses aufgestellte Kunstplastik in Form einer ausgestreckten Hand wurde schon vor geraumer Zeit mit dem Sinnspruch versehen: ‘Herr, gib uns unsere Millionen wieder.'” Der Stadtdirektor und der Beigeordnete für das Bauwesen wurden zudem mit Frührente ‘abgestraft’; die letzten Zahlungen an den ehem. Beigeordneten erfolgten 2008. Zitat Callmann (1980): “Die CDU führt die ganze Misere auf den gravierendsten Fehler zurück: daß mit dem Bau von ‘Haus Ennepetal’ begonnen wurde, als die Planung noch gar nicht feststand.”

    Sollte Letzteres, anzufangen ohne solide abgeschlossene Planung, die Jahrzehnte überdauert haben?

  2. Redaktion
    Redaktion says:

    Das scheint wohl ein Gen zu sein, welches der Ennepetaler Politik mit der Muttermilch zugeführt wurde.

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