Feine, gestochen scharfe Linien – Ausstellung im Falkenhof Museum


Bild 1 Dr. Mechthild Beilmann-Schöner.

Rheine (zd). „Gestochen scharf. Meistergrafik von Dürer bis Kirkeby“ heißt die Ausstellung mit Druckgrafiken aus sechs Jahrhunderten, die am Samstag, 1. September im Falkenhof Museum in Rheine um 15 Uhr eröffnet wird.

Das Eröffnungswochenende um den 1. und 2. September ist in das Motto „Falkenhof kulinarisch ein Genuss  für alle Sinne“ auf dem Falkenhof-Vorplatz und im Museum eingebettet.

„Wir haben es geschafft namenhafte Künstler nach Rheine zu bringen“, erklärt Dr. Thorben Winter, Fachbereichsleiter für Kultur und Sport der Stadt Rheine die Besonderheit der Ausstellung an diesem idealen Ort mit einer langen Laufzeit, bis 11. September 2012, facettenreich in der Druckkunst europäische Kultur- und Geistesgeschichte widerzuspiegeln.

Meistergrafiken von Dürer, Rembrandt, Goya, Manet, Beckmann, Kirkeby und fünfzehn weiteren Künstlern präsentieren ein gewaltiges Stück internationaler Kunst durch sechs Jahrhunderte und europäische Länder. Sie veranschaulichen die Entwicklung der Tiefdrucktechniken wie Kupferstich, Radierung und Aquatinta.  Die Motive beeindrucken mit ihren Darstellungen und den hervorragend umgesetzten Techniken, die Momente der Liebe und Tod, idyllische Landschaften, biblische Ereignisse und alltägliche Szenen, wie Stillleben festzuhalten. „Es stecken Geschichten und Geschichte in diesen Meisterblättern“, so umrahmt die Kuratorin Dr. Christiane Kerrutt die Inhalte der Kunstwerke.

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Bild 2: Dr. Christiane Kerrutt

Die Besucher können sich über rund 85 grafische Meisterblätter freuen, die mit dem 15. Jahrhundert mit den spätgotischen Werken von Martin Schongauer und Andrea Mantegna in der Ausstellung im Grafikkabinett beginnen, also früher als der Buchdruck mit beweglichen Metalllettern seines Erfinders Johannes Gutenberg.

An diesem Ort des Museums kann man über die Werke des Renaissance-Genies Albrecht Dürer staunen, der das erste Menschenpaar,  Adam und Eva nackt, sehr realistisch als Ideale darstellt. Der große Revolutionär der Kunstepoche arbeitet in seine Werke Tiere als symbolische Motive ein. An ihnen und den Personendarstellungen erkennt der Beobachter wie hervorragend Dürer seine Technik beherrscht hatte.  Anhand der verschiedenen Materialien, der Detailtreu gefertigten Tier- und Menschenbilder, hielt Dürer seine künstlerische Perfektion fest. „Die Locken sind gekräuselt, die Haut weich dargestellt“, schwärmt Dr. Christiane Kerrutt.

Zu weiteren Kostbarkeiten der Ausstellung gehören Werke im Ausstellungstrakt im Westflügel des Falkenhof-Museums von weiteren bedeutendsten grafischen Künstlern des Barock und der Aufklärung wie Claude Gellée genannt Lorraine und Francisco de Goya, der viele Mißstände kritisierte. Werke des größten Künstlers Hollands, Rembrandt van Rijn, der zwar als Sohn eines wohlhabenden Müllers geboren, schließlich als armer Mann verstorben war, konnte bereits als Radierer überwältigend mit Licht und Schatten spielen.

 

Bild 3: Dr. M. Beilmann-Schöner

Sein Stil  verlieh seinen Arbeiten eine gewisse Dramatik, das Dr. Mechthild Beilmann-Schöner, Leiterin des Falkenhof Museums anhand der Kaltnadel-Radierung "Hundertguldenblatt: Christus lehrend" von Rembrandt erläutert.

Mit Werken von Edouard Manet, James Ensor, Lovis Corinth, Max Beckmann und Alberto Giacometti sowie den großformatigen Blättern von Per Kirkeby wird der Bogen weiter über den Impressionismus,  Expressionismus und Kubismus bis in die Gegenwart gespannt.

Die Leihgaben stammen hauptsächlich aus dem Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg im Breisgau. Sie werden durch einige Blätter aus den Werkstätten von Peter Paul Rubens und Anthonis van Dyck aus dem Bestand des Siegerlandmuseums im Oberen Schloss Siegen ergänzt.

Das Falkenhof-Museum ist die einzige Einrichtung in Westfalen, das diese Sammlung im Rahmen einer größeren Ausstellungstournee präsentiert.

 

Bild 4: “Agnes Dürer“     

Ausstellung „Gestochen scharf. Meistergrafik von Dürer bis Kirkeby“

Eröffnung am Samstag, 1. September, 15 Uhr, Falkenhof Museum, Tiefe Straße 22, 48431 Rheine

Öffnungszeiten: Die. – Sa. 14 bis 18 Uhr, So. 10 bis 18 Uhr

 

 

 

 

 

 

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Bild 5: Falkenhof Museum in Rheine

Begleitprogramm zur Ausstellung „Gestochen scharf – Meistergrafik von Dürer bis Kirkeby“

Falkenhof kulinarisch

Anlässlich der herausragenden Ausstellung wird thematisch passendes Rahmenprogramm geboten. Menue, Musik und museumspädagogische Aktionen am Eröffnungswochenende 1. und 2. September; Falkenhof-Vorplatz und im Museum

Kunstmomente im Falkenhof am Mittwoch

Kurzweilige Streifzüge zu Kunst von Weltrang: Die drei Veranstaltungen sind den Künstlern Dürer, Rembrandt und Goya gewidmet und können auch einzeln gebucht werden.

12. September, 10. Oktober und 31. Oktober, jeweils 15 bis 15:30 Uhr

Familienprogramm – Druckgrafik Selbermachen

23. September um 15 Uhr, Anmeldung erforderlich, Tel.: 05971/920610

Öffentliche Ausstellungsführungen

30. September und 21. Oktober jeweils um 15 Uhr

Führungen für Gruppen

Buchbar zum Wunschtermin, Tel.: 05971/920610

Schulprogramm für die Jahrgangsstufen 3 bis 7

Mit Ausstellungsführung und praktischen Arbeiten

Druckgrafik – Gezeichnet, geritzt, gedruckt

vom 29. Oktober bis 9. November

Information und Anmeldung unter Tel.: 05971/920610

Die begleitende Publikation (96 Seiten, mehr als 40 Abbildungen) ist im Kerber Verlag in Bielefeld erschienen und kostet in der Ausstellung

20 Euro.


Anmerkungen zu den Bildern:

Bild 1:
Dr. Mechthild Beilmann-Schöner, Leiterin des Falkenhof Museums erläutert die hellen und dunklen Partien 
der Radierung von Rembrandt, Selbstbildnis mit Saskia.

Bild 2:
Kuratorin Dr. Christiane Kerrutt am Kupferstich von Martin Schongauer, Madonna am Weidezaun.

Bild 3:
Dr. Mechthild Beilmann-Schöner, Leiterin des Falkenhof Museums erläutert die spezielle Technik von Rembrandt anhand der Kaltnadel-Radierung "Hundertguldenblatt: Christus lehrend".

Bild 4:  
Norma Sukup, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Falkenhof, führt als Agnes Dürer, Ehefrau des Malers Albrecht Dürer, durch das Grafikkabinett im Westflügel des Falkenhof-Museums.

Bild 5:
Das Falkenhof Museum in Rheine.

Fotos: © Zdena David


 

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