Es ist genug Geld da, es ist nur schlecht verteilt

[jpg] Mit ihrem zweiten Bühnenprogramm "Humor ist, wenn man trotzdem wählt" überzeugte Anny Hartmann im Prix Pantheon in Bonn. Nach eigenen Angaben ist sie Feministin und überzeugte noch dazu. Nun ist Feministin zu sein zwar in der Regel negativ belegt, fragt man jedoch nach dem Stand der Dinge bei der Gleichberechtigung, so fehlen einige Anny Hartmanns in der Gesellschaft. Sie es eine stimmgewaltige Person die es nicht versäumt die sozialen Ungerechtigkeiten, aber nicht nur die der Frauen, aufzuzeigen und durch den Kakao zu ziehen. Und sie ist auch brutal, wenn sie meint: "Abtreibung ist ja auch so ein hässliches Wort. Sprechen wir lieber von entfernten Verwandten". Da bleibt einem schon die Luft weg wenn sie dies mit einem „süffisanten“ Lächeln dem Publikum serviert. Oder die neu aufgetauchte Steuer CD, deren Nutzung illegal wäre, weil auch die darauf befindlichen Steuersünder Illegales geleistet hätten.

           

Irgendwie erinnerte sie mich ein bisschen an Volker Pispers, jedoch auf einem anderen Weg, eben als Anny Hartmann Weg. Sie fordert Anstand und Moral, moralisiert jedoch nicht in ihren Stücken. Hartz IV wurde neu berechnet, wobei der Alkohol und der Tabak wegfielen. Warum der Alkohol, fragt Anny Hartmann: Klar, die Arbeitslosen sollen ihr Elend nüchtern ertragen. Und die Konsequenz? Der Afghanistankrieg kostet 50 Milliarden und das Arbeitslosengeld nur 30 Milliarden. Oder was Menschen voneinander halten: 80% der Menschen wollen arbeiten gehen, meinen jedoch das 80% ihrer Mitbürger sich auf ihre Kosten in die berühmte Hängematte legen wollen.

Das muss man erst einmal verdauen.

Es ist das Ergebnis einer immerwährenden Manipulation des mündigen Bürgers dem die Stereotypen durch bestimmte Medien aufgezwungen werden. Heidi Klump diese Ausbilderin von deutschen Supermodells. Die den Frauen klar macht, dass sie ihre eigene Persönlichkeit vergessen sollten und nur noch mit und aus Po und Busen leben sollten. Und da steigt sie ein in diese widerliche Scheinwelt die keine Menschen „produziert“ sondern nur angepasste Mutanten. Sie geißelt diese bigotte Welt des Glamours, vergisst aber nicht ihre bitterböse Ironie dabei. Es ist eine treffsichere Wortdialektik die einen zum Lachen verleitet und einen Wimpernschlag weiter nachdenklich macht.

Es war ein riesiges Fass was Hartmann aufmachte, fein säuberlich sortiert in verschiedene Bereiche, jeder bekommt sein Fett ab. Aber sie zeigt auch das beispielhaft Gute auf. Norwegen, welches nach dem Massenmord eines Fanatikers kein Gesetz erlassen hat, welches die Rechte der Bevölkerung einschränkt. Während die ganze Welt nach Gesetzen schrie, hielt Norwegen inne und trauerte um seine Opfer. Anny Hartmann findet das vorbildlich und der Applaus zeigte, das Publikum auch.

Anny Hartmann war früher Sparkassenangestellte in Köln und konnte von ihrem Job leben. Nur sie wollte auch mit ihrem Job leben können, also wurde sie Kabarettistin.

Mit ihrem Programm „Humor ist, wenn man trotzdem wählt“ welches gesellschaftskritisch mit einem feministischen Drall daher kommt, konnte sie die Besucher der Kultgarage in der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld überzeugen. Sie ist eine starke und leidenschaftliche Frau mit einem Programm was man nicht lustig finden muss, da einem manchmal mit dem Lachen das Gesicht einfriert.

      

Es war ein durchaus gelungener Abend und so wie wir erfahren durften, steht das Programm der Kultgarage für 2012 schon. Es freut schon, dass die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld das Format Kultgarage in Ennepetal fest etabliert hat. 50% der Besucher sind mit Dauerkarten ausgestattet und die Nachfrage für 2012 hat schon begonnen.

Aber lassen sie uns erst die nächsten Vorstellungen 2011 erfahren. Das Jahr 2011 hört dann mit Mirja Boes am Donnerstag, 08.Dezember 2011 im Haus Ennepetal auf. An diesem Tag feiert die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld ihr Jubiläum von exakt 155 Jahren. Die Karten können in allen Geschäftsstellen der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld zum "Jubiläumspreis" von 13 Euro erworben werden. Dafür gibt es noch ein paar Karten.



Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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