Ennepetaler Politik auf Kollisionskurs mit der Verfassung

Frühstück bei. . . Imke Heymann und Daniel Heymann Fotocollage (c) Linde Arndt

Frühstück bei . . . Imke Heymann und Daniel Heymann Fotocollage (c) Linde Arndt

[jpg] Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. So heißt es im Artikel 6 unseres Grundgesetzes. Da steht nichts von Ausnahmen, meinetwegen, die Familie nicht, jene aber ja – also Selektion. In Ennepetal waren Bürgermeisterwahlen, als Kandidatinnen haben sich zwei Frauen gefunden. Beide sind verheiratet und haben einen Mann. Darüber hinaus sind beide Männer auch noch politisch tätig.

Und wie das so ist in einer „guten“ Ehe, die Ehepartner sprechen miteinander. Und das ist gut so. Jeder Eheberater würde sagen, die beiden Ehepaare haben die besten Voraussetzungen um ihre Ehe positiv zu gestalten. Denn was gibt es besseres als ein gemeinsames Gesprächsthema oder gemeinsame Interessen zu haben? Nun fand die Wahl statt. Und wie das so ist bei einer Wahl, eine der Kandidatinnen hat gewonnen, zwar knapp, aber immerhin gewonnen. Zwar gratulierte die unterlegene Kandidatin der Gewinnerin, was sicher edel war. Nach ein paar Tagen war man sich jedoch in der unterlegenen Partei einig, so geht es nicht mit der Neuen. Denn die designierte Bürgermeisterin hat einen Mann, der darüber hinaus auch noch Fraktionsführer der CDU im Ennepetaler Stadtrat ist. Ein Sturm der (gespielten) Entrüstung ging durch die Medien. Auch uns erreichten so an die 20 emails, die diese schändliche Situation von allen Seiten beleuchtete. Nur, EN-Mosaik hat sich noch nie vor einen Karren spannen lassen (instrumentalisieren).

Was uns besonders betroffen macht, ist die Rücktrittsforderung an die Adresse von Daniel Heymann. Unseres Erachtens kommt das einem Aufruf nach einer Scheidung nahe.

Dabei kann man gerade das Fehlen von qualifiziertem politischen Personal in Ennepetal beobachten. Wie anders ist es denn zu verstehen, wenn man eine Kandidatin zum 4. Male ins Rennen schickt?

Ennepetal braucht mehr. Es braucht einen Aufbruch, der durch die alten Seilschaften der Ennepetaler Politik nicht mehr gewährleistet sein konnte.

Imke Heymann hatte einmal erwähnt, dass dieser Vorwurf bei einem Mann nicht gekommen wäre. Wie Recht sie hat. Denn in Ennepetal laufen in der Regel die testosterongeschwängerten Männer im Stadtrat herum die das sagen haben. Da gilt die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland eben nicht, da gilt die Ennepetaler Verfassung mit einem alkoholisch prozentigem Höhlentropfen. Und diese Männer müssen sich, ehe sie was sagen, bei ihrem vorgeschalteten Gremium rückversichern. Keine eigene Meinung ist eben auch eine Meinung.

Aber mit solch einer Meinung kann keine Stadt sich entwickeln. Sicher ist Frau Heymann nicht die geborene Bürgermeisterin, aber sie hat in ihrer Vita Lernfähigkeit und Ehrgeiz bewiesen. Bleibt zu hoffen, dass Frau Heymann mit ihrem Amt wächst und nicht wie ihr Vorgänger immer hinter dem Amt herläuft. Und ein angenehmes Früchstück mit angeregten politischen Gesprächen wünscht die Redaktion von EN-Mosaik schon heute.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

 

 


 

4 Kommentare
  1. Raistlin says:

    Missgunst ist das schlechteste aller Kostüme, in das man sich kleiden kann. Es verschleiert und versteckt nichts, es zeigt die Menschen, wie sie wirklich sind.
    Ich habe kein Problem mit der angeblichen “Problematik”. Ob sie sich beim Frühstück besprechen oder in der Fraktion oder in der Partei oder… spart Zeit und somit Sitzungsgelder. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie da die politische Arbeit drunter leiden sollte. Und bedenkt man einmal, wie viel unter den hohen Herrschaften des Rates und der Parteien gekungelt wird, liegt so etwas doch nur im Trend, oder!?
    Wichtig ist doch, welche Arbeit, welche Ergebnisse abgeliefert werden. Und das muss sich- wie bei einer anderen Konstellation auch- erst einmal zeigen.

    Euer Raistlin

  2. Sennekind says:

    Moin.

    Nicht nur ich freue mich über den Entscheid der Bürger/innen der Stadt Ennepetal. Viele andere Bürger/innen mit denen man in Kontakt ist freuen sich auch auf die neue Zeitrechnung für die Stadt.
    Den Glauben, dass sich das Ehepaar Heymann den Mund beim Frühstück verbieten lässt und nicht nur da, glauben auch nur die Menschen die bis jetzt vergessen haben das die Wahl beendet ist und sich leider noch im Wahlkampfmodus befinden. Aber auch denen kann man jetzt schon sagen, ” Ruhig Blut , alles wird gut. ”
    Wegen des Frühstückes noch ein kleiner Tipp, aber das wissen die entsprechenden Leute sowie so, ein gemeinsames Arbeits- Frühstück mit Absprachen am Morgen, beendet vielleicht schon im Tagesverlauf die gemeinsamen Sorgen.
    Da hat es schon Frühstücke gegeben ( z. B. Wolfratshausen ) die hatten es aber in sich.
    Das war schon parteiübergreifend, wenn auch nur zwischen den Schwestern.
    Vielleicht sollte das manchmal Schule machen, ist besser als wenn man in Klausur geht und gute Vorschläge schon im Vorgriff zerredet werden. .

  3. Christian says:

    Der Interessenkonflikt ist vorstellbar, er kann nur durch die Beteiligung der Öffentlichkeit an Politischen Prozessen vermindert werden. Das verhalten der SPD ist inakzeptabel, was soll das jetzt? Das Frau Heymann mit Herrn Heymann verheiratet ist das jetzt eine Neue Erkenntnis ? Oder hat die SPD im Wahlkampf geschlafen, hätte sie dieses Thema im Wahlkampf thematisiert, wäre die Wahl noch enger verlaufen. Jetzt nach der Wahl das Thema aufzugreifen ist wohl 6 Monate zu Spät.

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