Ennepetaler Bahnhof. Wovon reden wir denn da?

[jpg]  Der denkmalgeschützte Bahnhof Ennepetal/Gevelsberg, frühere Bahnhof Milspe, steht seit geraumer Zeit auf dem Radar der Stadtverwaltung und des Rates der Stadt Ennepetal. Im Wahlkampf wurde er sogar als negatives Beispiel von Herrn Bilstein für die mangelhafte Attraktivität der Stadt Ennepetal herausgearbeitet. Er hätte schon längst einer endgültigen Entscheidung zugeführt werden müssen, zumal wir für das Jahr 2010, in welchem die Region als Kulturhauptstadt herausgestellt wird, damit im Rampenlicht stehen. Alle Städte des Ruhrgebietes haben sich irgendwie herausgeputzt und haben dementsprechend was vorzuweisen. Weiß man doch in allen Städten, dass eine Kulturhauptstadt Millionen von Besuchern anzieht. Ein guter Eindruck kann da nicht schaden, zumal  unter diesen Besuchern potenzielle Investoren oder auch Neubürger vorhanden sein könnten.
 

 
So sieht der Reisende und Besucher den Bahnhof Ennepetal. links .der Bahnsteig, rechts, das ehemalige Frachtgebäude

Aus meiner Erfahrung reden wir über den Bahnhof schon rund 20 Jahre, mal mehr oder weniger. Aber wie das auf einer "Insel der Glückseligen" so ist, es hat alles seine Zeit. Und in der Vergangenheit war eben nicht die Zeit gewesen. Also sah man zu, wie das Denkmal verkam. Die Stadtverwaltung  bekam zwar, wie alle Städte, eine Pauschalzuweisung für ihre Denkmäler, ob die aber in den allgemeinen Haushalt eingeflossen waren oder etwas in die Denkmäler investiert wurde, weiß man heute nicht so recht.

Als am 30.11.09 während der Fraktionssitzung der FDP einmal kurz das Thema Bahnhof angeschnitten wurde, wurde das auch gleich wieder abgeblockt. Herr Siekermann mahnte eine etwas schnellere Entscheidung an, zumal der Bürgermeister Wiggenhagen anwesend war, also ein kompetenter Ansprechpartner. Nur, die Antwort war wie immer, wir sind im Gespräch, heißt übersetzt, dass geht sie nichts an. Herr Siekermann meinte auch, man solle doch zumindest ein paar Eimer Farbe nehmen, um den Bahnhof ansehnlicher zu machen. Dies wurde jedoch als nicht geeignete Maßnahme angesehen, weil man mehr machen müsse und im übrigen der Bahnhof so nicht gestrichen werden könnte.

Siekermann schlug vor, er selber würde sich einen Eimer Farbe nehmen und den Bahnhof aufhübschen, auch dieses Ansinnen wurde von den Herren Frey und Wiggenhagen abgeblockt. So kann man sagen der Bahnhof ist wieder da wo er schon immer war, im Schatten der Politik. Lasst doch die Besucher ruhig hier vorbei fahren, die sind uns total egal, was sollen wir denn mit denen, wir sind gerade mit dem Schrumpfen beschäftigt mit unserer Vision 2025.

Wie wir erfahren haben, finden tatsächlich Gespräche statt, zwar, wie das in Ennepetal üblich ist, konspirativ und darüber hinaus, noch mit ungewissem Ausgang. Eines ist jedoch sicher, es wurde bis heute keine Kalkulation in irgendeiner Weise aufgestellt, so unser Informant. Es wurden zwar Hilfen in Aussicht gestellt, in welcher Form wollte man nicht näher erläutern. Die Regeln im Bereich Denkmalschutz sind zwar schwierig, weil mehrere Ämter aber auch Körperschaften betroffen sind, aber in einem sind sie klar – es muss vorher feststehen, was da in Euro gefördert werden soll. Und da unsere Stadt  in der Vergangenheit durch eine manchmal herausragende Blauäugigkeit auffiel, wollen wir das Ganze einmal aufdröseln.

Wovon reden wir denn da?

Wir reden jetzt über ein marodes evtl. abbruchreifes Denkmal das einer Nutzung zugeführt werden soll.

Das Hauptgebäude hat es nämlich in sich. Wenn man dem Gebäude näher tritt, fallen einem sofort von außen mehrere schwere bauliche Mängel auf. Das Holz ist am Erdboden angefault, die Verkleidung ist marode, Fenster sind  lose, oder die Anbindung an den Boden ist schadhaft. Innen wird es sicherlich schwere Nässeschäden geben. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, muss es einer Restauration zugeführt werden. Das heißt, sowohl die Baustoffe als auch die Arbeiten an dem Gebäude müssen der damaligen Zeit evtl. angepasst werden. Da die Kosten dieser Restauration bei weitem die Pauschalzuweisungen übersteigen, müsste ein gesonderter Antrag für dieses Gebäude eingereicht werden. Nur in diesem Falle würde die oberste Denkmalschutzbehörde in Düsseldorf wahrscheinlich auf eine Abnahme durch ihr Amt oder den Landschaftsverband bestehen.

Es muss evtl. der Nachweis erbracht werden, dass die beantragte Baumaßnahme in ihrer Ausführung den Bestimmungen des Denkmalschutzes entspricht. Und da die Stadt evtl. zu lasch an diese, für sie sicher neue, Materie herangeht, kann das sehr teuer werden.

Auf der anderen Seite ist durch die Restauration des Hauptgebäudes nur die Hälfte der Arbeit erledigt. Denn den damit Befassten ist sicher entgangen, das ein Stück weiter ein ehemaliges Frachtgebäude steht, welches bei Besichtigung in die Denkmalsliste mit aufgenommen werden könnte. Sicherlich werden sich einige noch erinnern, dass die damalige Reichs- oder Bundesbahn, zwischen Fracht- und Expressversand unterschieden hat.
Und so wie das aussieht, wird es auch eine Zollabfertigung gegeben haben, die später nach Schwelm verlegt wurde. Es könnte also passieren, dass die Behörde nicht mehr von einem Gebäude, sondern von einem Ensemble sprechen möchte. Und weil das so ist, sollte man zuvor dieses Ensemble offensiv auch beantragen.

Ein Antrag setzt aber auch eine vorhandene dezidierte Kostenrechnung voraus, Auch sollte die zukünftige Nutzung aufgeführt werden, diese sollte den Bestand des Gebäudes gewährleisten, sprich, der Nutzer sollte in der Lage sein, erhaltende Investitionen durch die Nutzung tätigen zu können. Es sei denn, die Stadt selber geht ins Obligo. Und das könnte teuer werden.

Wir haben uns mal die Mühe gemacht die Gebäude in Gänze zu fotografieren und fanden bei näherem Hinsehen bei den dementsprechenden Investitionen eine Menge an viel versprechenden Nutzungsmöglichkeiten. Wir haben uns allerdings auf die Ensembleversion festgelegt, weil dadurch mehr Möglichkeiten eröffnet werden.

 Die Collage ist unterteilt und von 1 bis 12 durchnummeriert.

  1.    Der Anbau an die Frachtstation.
  2.    2-3 Die Frachtstation mit Rampe.
  3.    wie 2.
  4.    Freifläche, wird als Parkraum genutzt.
  5.    Anscheinend eine Toilette, hatte aber noch eine andere Funktion.
  6.    Durchgang zum Gleis 1
  7.    Expressstation mit Rampe
  8.    Versorgungs-und Lagerraum
  9.    Wohn- und Gastgebäude
10.    wie 9.
11.    Anbau, wahrscheinlich ehemalige Kartenkontrolle und -ausgabe
12.    Durchgang zu allen Gleisen

Die Eigentümerverhältnisse konnten von uns nicht geklärt werden, da die Stadt Ennepetal uns von weiteren Informationen seinerzeit abgeschnitten hatte. Da der Grund und Boden auf dem Boden der Stadt Ennepetal liegt, müsste eine Einsicht ins Katasteramt weiterführende Informationen erbringen. Auch müsste geklärt werden ob die Versorgung von Strom, Gas und Wasser durch die örtliche AVU inzwischen gewährleistet ist.

Dies alles ist deshalb notwendig, um die vorgenannte Kalkulation aufzustellen, die letztendlich zu einer Kapitalbedarfsrechnung führen würde. Dies würde wiederum Eingang in den Antrag finden, der bei unterschiedlichen Möglichkeiten der Nutzung bei unterschiedlichen Stellen gestellt werden müste. Durch die sodann erfolgten Genehmigungen, könnte der Eigenanteil des Investors ermittelt werden. Und bei diesem Eigenanteil scheiden sich evtl. die Geister.

Aber wie gesagt, durch die restriktive Informationspolitik der Stadtverwaltung kommen wir hier nicht weiter.
Die Nutzung wurde von uns im Bereich Kultur mit dementsprechender Erlebnis- und Eventgastronomie angedacht. Auch ist es möglich durch die bauliche Überbrückung der Freifläche, Flächen für weitere Nutzungen anzubieten, die für Tagungs- und Besprechungsaktivitäten genutzt werden können.
An dieser Stelle müssen wir uns bedanken für die Hilfe durch ehemalige Mitglieder des Rings Bergischer Künstler (RBK aufglöst) als auch eines ehemaligen Mitarbeiters der unteren  Denkmalschutzbehörde Wuppertal , sowie eines Mitarbeiters des Verbandes des Nordrheinischen Gaststätten und Hotelgewerbes e.V.. Alle sahen bei einer sach-und fachgerechten Planung und Ausführung ein dementsprechendes Potenzial. Weitergehende Gespräche wurden anlässlich verschiedener Presseeinladungen bei der Düsseldorfer Landesregierung geführt.

Wovon reden wir also? Von einer Investition die letztendlich Gewinn bringen soll, kaufmännisch solide angegangen, sollte dies möglich sein.

Jürgen Gerhardt

32 Kommentare
  1. Anna Brux says:

    Das Thema Bahnhof ist bei uns mit einer Stadtverwaltung verknüpft, deren (Personal-) Kosten 40% höher sind als in der Nachbarstadt Gevelsberg, allein im Haushaltsjahr 2009 4 Mio Euro. Preis und Leistung müssen ausgewogen sein, so sagt man. Beim Bahnhof hat die Verwaltung jahrelang versagt. Es hat ein paar stümperhafte Alibiaktionen gegeben, die nichts zur Lösung des Problems beitrugen. Wir stopfen viel zu viel Steuergeld in eine lahme Verwaltung, die schon bei einer solch kleinen Aufgabe (bei einem Bahnhofsgebäude) überfordert ist. Die Schmerzgrenze ist überschritten!

  2. Redaktion says:

    Ich frag mich nur ob jemand die Personalkosten in Relation zu den Einwohnerzahlen oder dem Personal setzt und diese mal mit anderen Gemeinden vergleicht? Bei angeblich 400 städtischen Angestellten, kommt ein monatliches Pro Kopf Einkommen von rund EUR 3.000,– einschließlich Halbtags- und Viertelkräfte heraus. Nicht darin sind die Personalkosten die noch über die ausgegliederten Betriebe gezahlt werden.

  3. Anna Brux says:

    40% bzw. 4 Mio mehr sind eine gewaltig hohe ‘Hausnummer’, da braucht man keine Relationen, um zu erkennen, dass das geprüft und geändert werden muss.
    Wäre Ept. auf dem Pers.-Kosten-Level von Gev., hätten wir etwas mehr Handlungsspielraum für den Bahnhof, für Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen usw.

  4. Redaktion says:

    Vielleicht erleben wir es eines Tages, das unsere Politiker und Bürokraten uns sagen: Wir können uns nur noch selber bezahlen! Die gemeinschaftlichen Aufgaben müsst ihr (Volk) schon selber in die Hand nehmen. Dann kommt die Zeit in der wir uns eine Paralleldemokratie schaffen müssen, die dann diese Gemeinschaftsaufgaben erledigen muss.

  5. Anna Brux says:

    “Vielleicht erleben wir es eines Tages, das[s] unsere Politiker und Bürokraten uns sagen: […]”
    Das müssen wir ändern!
    Denn …
    “Die Personalausgaben der Stadt Ennepetal sind vom Jahr 2003 bis zum Jahr 2006 um rund 1,1 Mio. Euro gestiegen. […] Bei der Kennzahl „Personalausgaben je Einwohner“ positioniert sich die Stadt Ennepetal im Vergleichsjahr 2006 mit einem Wert von 479 Euro nicht nur oberhalb des Mittelwertes von 409 Euro, sondern stellt auch gleichzeitig das Maximum aller Vergleichskommunen dar. Auch nach der alternativen Berechnung ohne die Bereiche Feuerwehr und Rettungsdienst, Kindertagesstätten, Reinigungsdienst und ALG II ergibt sich mit 369 Euro der höchste Wert unter den bislang geprüften Kommunen dieser Größenklasse. […] Bei der Kennzahl „Ist-Stellen je 1.000 Einwohner“ erreicht die Stadt Ennepetal im interkommunalen Vergleich mit dem Wert von 9,46 wiederum das Maximum der Vergleichskommunen.”
    (Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen | Überörtliche Prüfung der Stadt Ennepetal von April bis Juni 2008; Auszug aus dem Prüfbericht, S. 24 f)

  6. Redaktion says:

    Der ehemalige Bürgermeister von Langenfeld,Herr Staehler, hatte nichts gegen höhere Entlohnung, wenn die Leistung stimmte.Mit dieser Einstellung hat er immerhin die Kommune von überflüssigem Personal befreit, den Hebesatz auf 360% gedrückt und die Kommune schuldenfrei gemacht.
    Ich mach das mal an der öffentlichen Toilette in Milspe fest, hier wird seit 10 Jahren debattiert und diskutiert und keine Entscheidung getroffen. Ich kann mir gut vorstellen, dass mit diesem Thema eine Vollzeitkraft gebunden wird. Das alles hat nichts mit einem wie auch immer gearteten Leistungsgedanken zu tun, dass ist Beschäftigungstherapie im geschützten Bereichen. Normalerweise müsste unsere Stadt durch die Krankenkassen bezahlt werden aber nicht von unseren Steuergeldern.

  7. Anna Brux says:

    “Beschäftigungstherapie im geschützten Bereichen”
    Ich möchte Ihre Formulierung durch zwei Zitate unterstützen.
    “Es ist erkennbar, dass das qualitative Stellenniveau der Stadt Ennepetal in den Laufbahnen des höheren und gehobenen Dienstes die jeweiligen Mittelwerte der Vergleichskommunen deutlich übersteigt.” (PE – 18)
    “Die Fachbereiche 2 bis 5 werden von jeweils unterschiedlichen Bediensteten geleitet. Die fünf Fachbereiche sind in weitere Bereiche untergliedert. Grundsätzlich kann eine kleinteilige Organisationsstruktur vereinzelt zu zersplitterten, unklaren Zuständigkeiten führen. Durch eine Restrukturierung der Aufbauorganisation könnten solche möglichen Zersplitterungen aufgehoben und durch die Zusammenlegung von Organisationseinheiten zudem Leitungsstellen eingespart werden.” (PE – 19)
    (Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen | Überörtliche Prüfung der Stadt Ennepetal von April bis Juni 2008; Auszug aus dem Prüfbericht)

    Die von Ihnen erwähnte Toilette wird wohl in der kleinteiligen Organisationsstruktur bei irgendeiner unklaren Zuständigkeit hängen geblieben sein …

  8. Ein Voerder says:

    Die kriegen auch nichts auf die Reihe.
    Bei Ihrer Frau Nachbarin spricht ein Parteifreund der CDU davon, der Bürger solle doch selber alles kaufen und bezahlen. Reichen die Steuergelder nur noch für die Personalkosten der Stadt?
    Das alles ist nur noch peinlich was hier abläuft. In der Wirtschaft würden die wenigsten die Probezeit überleben.
    Haben Sie denn inzwischen heraus bekommen wem die Gebäude und die Grundstücke gehören? Oder ist das auch nicht öffentlich oder geheim?

  9. Redaktion says:

    Frau Nachbarin stellt ja auch 5 Monate alte Vorlagen in ihr Forum. Und führt einen Dschihat gegen die Sozen und Frau Schöneberg.
    Bezüglich des Bahnhofs bekommen sie keine einzige Information über die weiteren Handlungsweisen.
    Ich glaube allerdings da wird jetzt gekungelt.

  10. Redaktion says:

    Die Jamaika Connection wird ohne weitere kaufmännische Prüfung den Antrag stellen den Bahnhof Ennepetal/Gevelsberg zu kaufen.
    Woher das Geld kommen soll, bei der desolaten Haushaltssituation wird nicht gesagt. Eine Prüfung, welche Kosten durch dieses Bubenstück damit entstehen, wird nicht angestrebt.
    Wieder einmal haben unsere Stadtoberen bewiesen, wie unsolide und unseriös sie die ihnen aufgetragenen Aufgaben bewältigen wollen.

  11. Ein Ennepetaler says:

    Während die ehrenwerte Gesellschaft im Rathaus und die Jamaikaner unsere spröde Bahnhofsschönheit begrapschen, was macht die Opposition, auf der unsere Hoffnungen ruhen?
    Zink: „Wir benötigen ein größeres Vier- oder Fünf- Sterne- Hotel nicht nur für Touristen, sondern auch für Besucher der heimischen Unternehmen.”
    (http://www.anita-schoeneberg.de/index.php?nr=25452&menu=1&__ovennepetal=3f38cc34335f6a47cad53d2162ad4634)
    Noch irgendwas unklar?

  12. Leserkritik says:

    Defizit: 30 Mio. Euro (2009). In diesen Zeiten, in denen händeringend nach Einsparpotenzialen gesucht werden muss, kann man nur den Kopf schütteln, wenn blind das Bahnhofsgebäude gekauft werden soll. Aber Folgekosten… so etwas ist viel zu kompliziert… erinnert ein wenig an die Stadt Moers, dort will die Politik eine zehn Stockwerke tiefe Tiefgarage bauen (geht sowohl finanziell als auch baulich nicht, aber was interessiert einen Lokalpolitiker schon der Grundwasserstand oder der Kontostand…).
    Herr Zink lebt vielleicht in einem anderen Ennepetal. Ich stelle mir gerade Italiener vor, die in Ennepetal ihren Sommer- und Winterurlaub verbringen. Aber auch die Vorstellung, dass jemand aus Münster für eine Woche nach Ennepetal fährt um Urlaub zu machen ist genauso lustig. Wenn Dorma oder sonst wer ein Hotel brauchen, dann sollen sie es sich bauen.

  13. Redaktion says:

    Unsere Lokalpolitiker wissen aber wo es die Butter um 5 Cent billiger gibt, da fahren die auch mal Kilometerweit.
    Nein, die Kaufabsicht ist absolut unseriös zu diesem Zeitpunkt. Das wäre genauso, wie wenn ich jetzt ein Autohaus anrufe, ein Auto bestelle, ich aber nicht weiß was für einen Typ ich haben will und weiß nicht ob ich das Geld habe oder bekomme. Dann steht auf einmal ein S Mercedes vor meiner Haustür, den ich a) nicht brauche,weil ich immer irgendwelche Dinge transportieren muss, b) ich nur das Geld für einen Polo habe und c) hat der noch eine Anhängerkupplung.
    Hören Sie auf, dieses Tourismusgefasel geht mir auch auf den Senkel. Ich habe die Befragung gelesen, die in der Fragestellung vollkommen inakzeptabel ist. Und wenn ich die Fragen falsch stelle, muss ich mich nicht wundern wenn die Ergebnisse dementsprechend sind.
    Im Moment haben wir die Situation,dass sowohl die Stadtverwaltung als auch die Jamaika Connection um den Führungsanspruch kämpfen. Was heißt kämpfen? Es geht wohl darum ob und wieviel Anteil ich von den Fleischtöpfen haben kann.
    Die SPD hängt noch im Schmollwinkel, kratzt sich am Kopf und fragt sich: Wie war das nochmal mit guter Kommunalpolitik? Wie deutlich muss die Jamaika Connection denn der SPD noch sagen, wir wollen euch nicht?

  14. Redaktion says:

    Frau Nachbarin schwenkt um und erkennt jetzt auch, dass nicht alles so toll ist an diesem Kauf.

  15. Redaktion says:

    Jetzt rudert Frau Nachbarin wieder zurück. Da kommt der Verdacht auf, die gute Frau ist ferngesteuert.
    Ja was denn nun? Ist der Kauf des Bahnhofsgebäudes ohne wenn und aber in Ordnung oder nicht? Frau Nachbarin entscheiden sie sich!!!

  16. Redaktion says:

    Ein einfacher Blick ins Grundbuch genügte, dieser Blick wird einem noch nicht einmal unter dem Vorbehalt gegeben, dass man diese Daten nicht weitergeben darf. Den haben schon einige Bürger in Ennepetal getan, der Name des Eigentümers ist also schon bekannt. So wie uns telefonisch übermittelt worden ist, ist es ein Herr Kümmel.
    Warum das alles in einer nicht öffentlichen Sitzung behandelt worden ist, ist nicht nachvollziehbar. Es sei denn in dieser Sitzung wurden noch andere Dinge erörtert, die die denkenden Bürger aber auch die Presse zu einer anderen Einschätzung und Reaktion gebracht hätten. Zumindest wären unangenehme Fragen gestellt worden und die wollte man vermeiden.

  17. Redaktion says:

    Schaut man sich die Anträge der CDU/FDP/Bündnisgrünen als auch den Antrag der SPD an, so kommt man zu dem Schluss. Die Antragsteller können die allgemeine Geschäftsfähigkeit nicht haben, sondern sind nach $ 104 BGB für Geschäftsunfähig erklärt worden.

  18. Redaktion says:

    Hm, das hatte ich übersehen.
    Mir ging nur das Hin und Her der Frau Nachbarin als auch von Wittig auf die Nerven.
    Da sind ein paar CDU Parteigänger und machen ein Geheimnis daraus, als wenn es die Verteidigungspläne der Bundesrepublik Deutschland geht. Geht es doch bei den nicht öffentlichen Sitzungen nur darum, dass das Gemauschel nicht sichtbar wird. Dann wird in den nicht öffentlichen noch das eigene Versagen schön geredet. Ich habe hier mehrere Protokolle liegen, die allesamt öffentlich sein könnten. Die werfen aber ein sehr schlechtes Licht auf die Verwaltung und den Rat.
    Als ich die alle mal in Ruhe durch gelesen hatte, wusste ich wie man seinen Heiligenschein putzt.

  19. Ein Ennepetaler says:

    Das Thema Bahnhof wurde in EN-Mosaik (in Artikeln u. Kommentaren) in all seinen Facetten ‘beleuchtet’. Im internettalen Nähkörbchen der CDU wuselt man zur Zeit mit Aspekten herum, die schon vor Wochen, Monaten in EN-Mosaik zu lesen waren.
    Der Heiligenschein ist passé. Rat und Verwaltung werden an ihren miserablen Ergebnissen gemessen, Wichtigtuerei in nicht öffentlichen Sitzungen wird daran nichts mehr ändern.

  20. Redaktion says:

    Was jetzt noch von unserer Seite fehlen könnte, wäre ein Antrag den wir für den Rat der Stadt Ennepetal formulieren würden. Denn offensichtlich ist die versammelte Intelligenz der 40 Ratsmitglieder, sachkundigen Bürger und der 400 Verwaltungsangestellten nicht in der Lage solch eine Job zu machen.
    Eine Schande bei solch hohen Personalkosten, die ja immerhin eine dementsprechende Leistung voraussetzt.

  21. Redaktion says:

    Meine Güte,nun unterstellt mir ein Herr Wittig, ein sachkundiger Bürger der CDU, noch einen persönlichen “Kleinkrieg” nur weil ich auf die kaufmännischen Regeln hingewiesen und bestanden habe.
    Wenn der Rat der Stadt doch “zocken” will, soll er doch eigenes Geld nehmen und zur Hohensyburg fahren, aber doch nicht mit unseren Steuergelder.
    Das Problem Bahnhof ist lösbar, aber doch nicht mit der Mentalität wildgewordener 17 und 4 Spieler,die auch noch 17 und 7 spielen wollen. Wir sind in einer Marktwirtschaft und nicht in einer Parteienwirtschaft. Sie haben doch ihr Meisterstück Fußgängerzone Milspe gerade erst hingelegt, womit sie ihre Inkompentenz bewiesen haben. Warum freuen sie sich jetzt nicht über den Beweis ihres persönlichen Status.

  22. Redaktion says:

    Huch, gerade ist bei Frau Nachbarin einer Foristin ein Licht aufgegangen. Tatsächlich bemerkt diese Foristin, dass der Eigentümer einer Sache für evtl. Schäden aufkommt. Alle Achtung, es scheint doch noch Hirn zu regnen. Jetzt ist es noch ein Schritt, bis jemand bemerkt, dass eine Stadt wie Ennepetal mit dem Schwert des Baurechtes den jetzigen Eigentümer in die Pflicht nehmen kann. Stichwort hierzu: Gefahrenabwehr

  23. Ein Ennepetaler says:

    Der Bahnhofsbesitzer möchte seine Investition per Verfallsstrategie zu einem für ihn betriebswirtschaftlich positiven Ende führen, er will mit Gewinn aussteigen, obwohl er seinen Erhaltungsverpflichtungen nicht nachgekommen ist. So sieht das Geschäftsmodell aus, das ‘hinter’ dem Bahnhof steht.
    Selbst wenn es der Stadt gelänge, den Bahnhof für 1,- Euro zu kaufen, wären dadurch die Probleme nicht behoben. Die Schrottimmobilie wird in den nächsten Jahren in kaum vorstellbarer Größenordnung Steuergelder fressen. Die Bürger erwarten, dass vorab (d.h. vor dem Kauf) ein Konzept erarbeitet wird, das konkrete Grenzen markiert.

  24. Redaktion says:

    Genauso sehe ich das auch. Bleibt die Frage: Besteht eine Verbindung des derzeitigen Eigentümers zu den Verantwortlichen der Stadt? Wenn ja, welche Vorteile erwachsen den beiden Parteien dadurch? Oder muss man davon ausgehen, dass Rat und Stadtverwaltung so dumm sind, wie sie sich jetzt geben?

  25. Ein Ennepetaler says:

    Die Verwaltung hat den Bahnhofseigentümer bei seiner Verfallsstrategie durch Nichtstun unterstützt. Als untere Denkmalbehörde hätte die Verwaltung eingreifen müssen. Sie tat es nicht, folglich trägt sie einen Teil der Verantwortung. Heute ist der Verfall des Gebäudes so weit fortgeschritten, dass Passanten durch herabfallende Gebäudeteile gefährdet werden. Die Versäumnisse der Verwaltung haben unmittelbar dazu beigetragen.
    Seit 10 Jahren haben wir cdu-gestützte Bürgermeister, die als VerwaltungsLEITER versagt haben.

  26. Redaktion says:

    Die untere Denkmalbehörde in der Stadt, der bin ich mal eine Woche nachgelaufen, die ist nie erreichbar.
    Die obere Denkmalbehörde beim Kreis, die habe ich sofort erreicht. Selbst bei der obersten Denkmalbehörde in Düsseldorf,hatte ich sofort einen Ansprechpartner gehabt. Landschaftsverband Münster, sofort einen Ansprechpartner.
    Da sind so viele Anlaufstellen in der Stadt die eine recht eigenwillige Auffassung von Leistung haben müssen.
    Dafür zahlen wir ja die rund 40% mehr an Personalkosten gegenüber Gevelsberg, gleicht sich halt hier wieder aus.
    Nach dem Baurecht hätte die Stadt zur Gefahrenabwehr den Eigentümer auch schon längst belangen können.
    Das ganze stinkt gewaltig.

  27. Ein Ennepetaler says:

    “Lass stinken dahin, sie haben keinen Gewinn”, singen die Nichtprivilegierten in beschwörender Zuversicht im Chor. Leider reicht das für eine Wende nicht aus. Grundsätzlich gilt: Immer wenn’s stinkt, streicht irgendwer grinsend seine geldwerten Vorteile ein. Die monumentalen Deasaster behindern das Fußvolk, nicht die Profiteure.
    Wollen wir einen restaurierten Bahnhof oder wollen wir eine Verwaltung, die pro Jahr 4 Mio. teurer ist als in Gevelsberg? Wir müssen uns entscheiden!

  28. Redaktion says:

    Also aus meiner Sicht wären Personalkosten von 9 Mio angemessen. Das bedeutet ein Einsparpotenzial von 5 Mio.
    Diese bedeutet aber auch eine umfassende Personalstrukturreform mit flacheren Hierarchien, schnellere und umfassendere Informationen und eine verbesserte Kommunikation innerhalb und nach außen.
    Dann würde ich die Ratsmitglieder zur Weiter-und Fortbildung schicken, damit sie auch mitreden können und nicht als dumpfes Stimmvieh im Rat verkommen aber auch gegenüber der Stadtverwaltung kompetent auftreten können.
    Das Abenteuer Bahnhof würde ich ganz hinten an stellen, denn das Abenteuer Fuzo ist doch noch gar nicht verarbeitet. Die Fuzo würde ich umwandeln in mehrere Völkerball Felder, damit die wenigstens einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird. Das Citymanagement würde ich einstampfen,sollen die sich doch mit Unterwasserhalma befassen. Aktionen der Einzelhändler können auch per Antrag bei der WiFö bezuschusst werden.

  29. Anna Brux says:

    In 2010 wird ein HSK ( Haushaltssicherungskonzept d.Redaktion) etwas “Bewegung” in die Personalkosten bringen.
    Strukturreform und verbesserte Kommunikation stehen auch auf dem Wunschzettel!

  30. Horts Rodewig says:

    Jetzt sind 3 Jahre vergangen und der Bahnhof steht immer noch als Ruine da. Es war nur Geschrei, Investitionen sieht man nicht. Was fehlt? Ich denke die haben keine Gelder und nicht den Mut ihr Versagen einzugestehen.

  31. Raistlin says:

    Vermutlich Letzteres. In erster Linie fehlt es ihnen an Leuten, die kreativ denken, sich nicht davor scheuen mitanzufassen und in der Lage sind, Entscheidungen herbeizuführen und zu treffen. Da man sich nachwievor mit den üblichen Verdächtigen behilft, weil man den Mut nicht aufbringt, neue Akteure einzubinden, wird es weiter so laufen wie seit 20 Jahren (der Zeitraum, seit dem ich Ennepetaler Lokalpoliik bewusst zur Kenntnis nehme!). Man will nicht investieren, man will nichts dafür tun, aber wenn es darum geht, die kurz- und mittelfristig erwirtschafteten Gewinne einzustreichen, dann sind sie alle fix zur Stelle!
    Im Bahnhofsverein gab es Leute (Ich gehörte dazu…), die versucht haben, frischen Wind in die Segel zu bekommen. Wir haben mit guten Ideen aufgewartet und strotzten nur so vor Tatkraft, aber was ist passiert? Die hohen Herrschaften wollten sich nicht in die Suppe spucken lassen, waren nicht Kritikfähig und sahen sich ihre Kompetenz abgesprochen. Man versuchte uns einen Maulkorb anzulegen (unter anderem durch Frau Siekermann und Herrn Oberdorf!) und ignorierte schlichtweg logische und begründete Vorschläge und Meinungen. Man hat sich damals auf ein Konzept festgelegt, welches nicht durchführbar ist und den Bahnhof wirtschaftlich nicht tragfähig macht, da es auf Förderungen (dauerhaft!) basiert, und weicht nicht einen Millimeter davon ab. So kann das nichts werden!
    Aber Hauptsache, WW hat schnell mal eben den Bahnhof gerettet…
    Einen sonnigen Pfingstmontag
    Euer Raistlin

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