Ennepetal lebt den demografischen Wandel

[jpg] Wenn ich die letzten Tage und das Erlebte in Erinnerung rufe, so muss ich sagen, Ennepetal freut sich auf den demografischen Wandel, wenn in 15 Jahren die Stadt nur noch rund 24.000 Einwohner hat und man eben halt mehr Platz hat. Wenn die pro Kopf Kosten dann um ein Vielfaches steigen und die Schlüsselzuweisungen aus Umsatz- und Einkommensteuer so dann zurückgehen. Die Sehnsucht nach der Bedeutungslosigkeit einer Stadt oder Stadt der Alten und Gebrechlichen, so kann man es an den vielen Bemerkungen festmachen.

Da findet der runde Tisch zum Tourismus unter Herrn Wiggenhagen statt, einem Mann der Bürgermeister sein will und  einfach dieses Amt nicht antreten will. Klar, er hat die Wahl gewonnen, ist vereidigt worden, aber er will dieses Amt nicht von der Person und der Sache trennen. Unbedingte Gefolgschaft erwartet er von allen aus seinem Umfeld, Loyalität gegenüber seiner Person aber nicht gegenüber dem Amt.

Da wird ein pseudowissenschaftlicher Vortrag über den Tourismus durch den persönlichen Referenten Herrn Palomba gehalten. Die Notwendigkeit des Tourismus wird an dem demografischen Wandel festgemacht. Wobei die Frage im Hintergrund steht, weiß dieser Mann überhaupt was dieser demografische Wandel bedeutet? Und was Bitte hat der demografische Wandel mit der Etablierung des Bereiches Tourismus in Ennepetal zu tun?
Es wird Herrn Palombas  Geheimnis bleiben. Nur mal ein Stichwort nebenbei, Tourismus gehört zum Dienstleistungsbereich und ist personalintensiv.

Und weiter, da werden auf einer Folie mal kurz 26 gastronomische Betriebe aufgelistet. Bei näherem Hinsehen werden Imbissstuben zu Restaurants erklärt. Herr Wiggenhagen freut sich über das für ihn große Interesse der Ennepetaler, verschweigt aber, dass er die Anwesenden alle persönlich angeschrieben und angesprochen hat. Hätte er zu diesem Runden Tisch nur über die Printmedien und die städtische Internetseite eingeladen, wären wahrscheinlich nur  2-3 Leute gekommen. Die Inszenierung Bahnhof Ennepetal/Gevelsberg ist ja für den Bürgermeister gut gelaufen, der Bahnhof ist aus seinem Verantwortungsbereich. Gut so.

Und dann der runde Tisch selber.

Eine Ist-Aufnahme, was bei einem wissen- schaftlichen Anspruch unabdingbar wäre, fehlte zur Gänze. Da geht man doch direkt in den Bereich des Wunschdenkens über.

Da wurde ein umfangreiches Wanderwegenetz besprochen, die einen sprechen von 55 km und andere von 120 km. Tatsächlich sind die meisten Wanderwege seit Jahren nicht mehr gepflegt worden, ja teilweise nur unter Gefahr begehbar.

 

Ein Wanderplan mit verschiedenen Strecken fehlt gänzlich. Ludger Brinkmann (CDU) bietet sein Gut Brabant als Haltepunkt, Franz-Josef Brinkmann bietet gar ganz Voerde als Stadtteil mit netten kleinen Geschäften für alle Tages- und Wochenendgäste an. Man versteigt sich gar, ganze Busladungen nach Ennepetal umzuleiten. Und übrigens würden alle Niederländer an Ennepetal vorbeimüssen, wenn sie auf den Weg ins Sauerland wären, die könnte man doch alle an der Autobahn umleiten. Da wurde aber einem Teilnehmer ganz mulmig, der kurz einwarf, man solle nicht zu viel Gäste in Ennepetal reinlassen, dass würde aber der schönen Ennepetaler Natur schaden.

Scheint denn ganz Ennepetal, zumindest die an solchen Aktionen mitwirken, an Realitätsverlusten zu leiden?

Als Ennepetal gegründet wurde planten die ersten Bürgermeister Textor und Sondermann schon den Tourismus zu etablieren, viele Schritte wurden damals gegangen, aber nie wurden Gesamtkonzepte erstellt und umgesetzt.

Später wurde immer mal wieder der Gedanke des Tourismus aufgenommen aber auch niemals umgesetzt. Was fehlte, ein schlüssiges Gesamtkonzept. Auch diesmal wieder, kein Konzept, nur viele evtl. Einzelmaßnahmen, die aber nicht zu einem gelungen Ganzen taugen. Dann sieht man immer wieder, dass bestimmte schon vorhandene missliebige Institutionen ausgegrenzt werden, ja sogar ignoriert werden.

Der Verkehrsverein, dessen Vorsitzende Anita Schöneberg anwesend war, wurde mit keiner Silbe erwähnt. Dabei ist es doch gerade der Verkehrsverein, der in den Vorjahren erhebliche ehrenamtliche Anstrengungen geleistet hat, die für eine touristische Infrastruktur als Baustein genutzt werden könnten. Da ist die Musikmuschel, die jetzt gerade ihr 25jähriges feierte, da ist der Nordic Walking Kurs der von den Mitglieder erstellt wurde und nicht zu vergessen die Konzerte die im Hülsenbecker Tal ausgerichtet wurden und werden. Nur weil Herr Wiggenhagen seine Privatfehde mit Frau Schöneberg austragen muss, darf der Bürgermeister Wiggenhagen den Verkehrsverein nicht erwähnen? Nur weil Frau Schöneberg ihrer Rolle als oppositionellen Ratsfrau nachkommt, soll sie ignoriert werden? Man kann hier nur den Kopf schütteln. Ein Bürgermeisteramt erfordert Souveränität und auch Integrität und diese beiden Faktoren tolerieren Opposition, ja erfordern sie gar.

Um es einmal klar und deutlich zu sagen, es fehlt die komplette Infrastruktur für den Wirtschaftsfaktor Tourismus. Es bedarf hier eines kompletten Neuanfanges. Sicher, man kann einzelne Bausteine erfassen, aber nur im Rahmen eines Gesamtkonzeptes. Als Anknüpfungspunkt den Teckel zu nehmen, ist gelinde gesagt eine Farce. Es kommen zwar Menschen nach Milspe, nur wo sind die gastronomischen Anknüpfungspunkte, Manus hat überwiegend geschlossen. Und man sollte sich hüten Besucher zu gängeln, dieser Schuss geht nach hinten los.

Und dann das so genannte Frühlingsfest "Inne Milspe". Um es kurz zu machen, es war lächerlich und mehr als peinlich, wenn es nicht Gottseidank nur in Milspe geblieben wäre.

Da auf die miserable Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Ennepetal Verlass ist, fand auch kein Ortsfremder hierhin. Die Milsper hat es zumindest gefreut, kam man doch wieder einmal zu einem Trätschken "Inne Milspe".

Nur mit diesem Event kann man weiß Gott keine Fremden zum Bleiben animieren. Von den Einzelhändlern in Milspe hatte man gerade Herrn Filici, Deppe Moden und Confiserie Kartenberg gesichtet. Die sich bei Schmuddelwetter redlich mühten, gute Miene zu machen. Da konnten auch die Blumeninseln der ansässigen Landschaftsgärtner nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Fest ein totaler Reinfall war. Als Besucher konnte man die üblichen älteren Herrschaften, die sowieso sich immer "inne Milspe" treffen, sehen. Wesentliche Umsätze wurden sichtbar nicht generiert. Die Landschaftsgärtner haben sicher gute Arbeit gemacht, jedoch fehlten die notwendigen Besucher, so dass dieser Auftritt einen werblichen Effekt herbei geführte hätte. Ach übrigens, am nächsten Tag machte "Inne Milspe" ein neues Geschäft auf, ausgeflippte Mode für junge oder junggebliebene Menschen. Wo war denn da die Wirtschaftsförderung? Kommunikation ist eben auch keine Stärke von Ennepetal.

Auch hier seit Monaten kein Gesamtkonzept, es wird gewurschtelt, mehr nach Zuruf  aber nicht geplant und darüber hinaus keine auswärtigen potenziellen Käufer angesprochen. Wie denn auch, bei dem Angebot?

Was bleibt?  Es fehlt das Wissen wie man eine richtige Analyse, ein richtiges Konzept erstellt und umsetzt.

Und was noch viel schlimmer ist, es fehlt eine kompetente Führung der es ein Anliegen ist für die Stadt etwas zu tun. Und jetzt kommen wir zum Ehrgeiz, der ja im hohen Alter erlahmen soll, man merkt es an den Verantwortlichen dass sie dieses Alter erreicht haben. Die Zellteilung hat eben schon länger aufgehört. Allesamt leben sie schon den demografischen Faktor mit ihren Handlungen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

3 Kommentare
  1. rcad says:

    „Der Verkehrsverein, dessen Vorsitzende Anita Schöneberg anwesend war, wurde mit keiner Silbe erwähnt.“

    Also Frau Schöneberg war auf der zeitgleich stattfindenden Jahreshauptversammlung des Heimatverein Voerde. Zusammen mit ihrem Ehemann. Ebenfalls anwesend war Jören Steinbrink.

    Hat Frau Schöneberg einen Klon?

  2. Redaktion
    Redaktion says:

    Also Frau Schöneberg war mit ihrem Mann bis ca. 19:30 h definitiv im Ratssaal. Beide saßen neben mir.
    Um ca. 19:30h haben sie vorzeitig den „Runden Tisch“ verlassen. Ich hingegen habe den „Runden Tisch“ 15 Minuten
    später verlassen. Die beiden Schönebergs müssten also um 19:30 h + beim Heimatverein aufgetaucht sein.
    Die Jahreshauptversammlung hat übrigens erst um 19:30h begonnen, der runde Tisch aber um 18:00h.

    Es kam ja auch nichts mehr außer den üblichen Selbstdarstellungen der anwesenden Teilnehmer.
    Konstruktives und zielführendes konnte man der Debatte nicht entnehmen. Außer den Tenor, es ist doch alles in Ordnung, die Leute müssen nur kommen.

  3. Kein Namen says:

    also bitte, ob frau schöneberg einen klon hat oder nicht, ist doch nicht die frage. die frage ist doch, was hat die verkehrsvereinvorsitzende in punkto tourismus für diese stadt getan. sie hat ja schließlich einen geschäftsführer im verein, der hochbezahlt von der stadt (im haus ennepetal), sich nur darum kümmert, wie er seinen tag herumbekommt. weder er, noch frau schöneberg haben bisher konstruktive ergebnisse vorgebracht.
    die von ihnen herr gerhardt angesprochenen gesänge im hülsenbecker tal fanden schon statt, als frau schöneberg noch nicht verkehrsvereinsvorsitzende war, vergessen sie das bitte nicht.
    herr palomba widerum hat visionen. der letzte der eine agenda hatte, bekommt heute sein geld von gasprom. schade, dass wird herr palomba nicht erreichen, aber seine visionen werden ebenso in der versenkung verschwinden, wie er hoffentlich auch.
    und der bürgermeister, der fördert die wirtschaft, in der ist der tourismus noch nicht angekommen, und wird es auch nicht. ansonsten muss er sich ja mt vielen anderen baustellen herumplagen, deren sein visionärer referent nicht herr wird. entschuldigung herr wiggenhagen, mit herrn däumig wäre das nicht passiert. der verschwendete seine zeit nicht mit visionen, sondern packte in der realität an. das habe ich bei herrn palomba noch nicht gesehen. sie ?
    ach ja, der visioniert ja lieber bis 2025…..
    kennen sie, herr wiggenhagen, denn keinen amtskollegen, der eine stellung für ihren „referenten“ hat ?

    sie haben in ihrer verwaltung doch leute, die anpacken und umsetzen. o.k. vielleicht nicht auf dem von herrn gerhard geforderten niveau, aber dennoch kommen ergebnisse heraus und nicht nur visionen. diese ergebnisse sind aber für ennepetal wichtig, um weiterhin zumindest vor den nachbardörfern breckerfeld und schwelm zu bleiben. gevelsberg ist ja schon vorbeigezogen. aber die haben schließlich auch den mut, die ideen verschiedener leute umzusetzen. in ennepetal wird seit letztem jahr nur noch visioniert. schön, visionen, mir wäre das wort träume eigentlich lieber, sollte der mensch haben. aber doch bitte nicht, wenn es um die zukunft einer stadt im hinterland geht.
    insofern stimme ich herrn gerhard zu, nehmt den leuten, die jetzt irgendetwas mit tourismus zu tun haben die aufgabe weg, und gebt sie an die, die bisher auch etwas auf die beine stellen. das sind weder frau schöneberg, noch herr palomba, frau drees oder herr kern. da kam bisher nur heisse luft und es wird auch in zukunft nicht mehr kommen.
    ich will hier keine namen nennen, möchte aber an eine veranstaltung im vergangenen jahr erinnern. da waren alle dabei, die fußgängerzone voll und drei leute der stadtverwaltung ständig dort unterwegs. gut, herr däumig ist leider in rente. aber zwei sind noch da. die zusammenarbeit mit diesen beiden war super. gab es mal ein problem, war die lösung auch kurz darauf da. keine visionen (träume), nein handfeste ergebnisse.
    sie, herr wiggenhagen, sollten wissen, wen ich meine. es sind schließlich ihre mitarbeiter.

    also freunde des ennepetals, packt es an und verzettelt euch nicht in leserbriefe. die cdu möge bitte die unsachliche frau eines parteimitläufers zurückpfeiffen und die spd möge bitte frau schöneberg erklären, was eine fraktion ist.
    dann seht zu, dass ihr endlich in dieser stadt nicht weiter den fortschritt verschlaft. dieses neue feld (tourismus) ist das einzige was noch bleibt. eine fußgängerzone kam 30 jahre zu spät, aber immerhin, jetzt ist sie da und schön. macht was daraus.
    wenn ihr aber (politik und verwaltung) weiterhin bis 2025 visioniert, dann haben andere den tourismus in unserer umgebung für sich entdeckt und ennepetal kann wieder nur hinterherlaufen. gebt der kluterthöhle endlich einen macher und nehmt damit eine „kern“-sanierung vor. in jedem betrieb der freien wirtschaft wäre dieser mensch schon nach hause geschickt worden. nur ennepetal hält an ihm fest. gleiches gilt für frau schöneberg, die ihr ziel als verkehrsvereinsvorsitzende auch verfehlt hat. nicht für die bürger der stadt, nein für mögliche besucher soll ein verkehrsverein sorgen. wirtschaftsförderung hat sich dieses themas auch nicht angenommen. wer förderte die wirtschaft noch einmal die letzten jahre vor frau drees ??? ach ja, herr palomba war es, und der visioniert ja, wie wir wissen.

    vielleicht haben andere ja auch noch ideen, denn in „wir-ennepetaler“ visionieren sie ja auch schon. da werden ideen eingeschrieben, die sicherlich auch die leute, die sich bisher mit dem thema befassen, hatten. die haben es bisher nicht umgesetzt und werden es auch in zukunft nicht.

    vielleicht stehen ja hier mal richtige ideen, mit denen es ennepetal zumindest einmal im jahr positiv in die überregionalen schlagzeilen schafft.

    herzliche grüße eines unbequemen denkers (ja, die gibt es noch neben herrn gerhardt)

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