Endspurt für Anita – oder Neues von der Pixelhexe


 Hallo, da bin ich mal wieder. Nachdem ich die übrigen BM-Kandidaten inzwischen heinlich beobachtet hatte, wie sie sich vor der Wahl fit halten, hatte ich echte Schwierigkeiten Anita zu finden.
Mein Kater meinte: "Das fängst Du falsch an. Du fliegst oder rennst immer da hin, wo Du die anderen vermutest. Aber sie ist eben anders. Wenn Du einen Wirbelwind vorherbestimmen willst – was eigentlich nicht wirklich geht – dann musst Du vorher beobachten wie der Weg ist."

Na ja, war ein guter Rat, aber eben von einem Kater. Tiere denken, glaube ich, anders. Obwohl, meiner ist schon etwas Besonderes.

Also setzte ich mich hin, schloss die Augen um mich besser konzentrieren zu können und dann kam mir ein Gedanke. Bei Stress soll sie immer viel laufen. Also nahm ich den Besen, schwang mich drauf und ab nach Homberge.

Nichts – einfach nichts. Deprimiert kehrte ich nach Haus. "Guck mal auf die Uhr", mautzte  mein Kater, "glaubst Du die macht sich jetzt erst auf den Weg?".

Okay, am nächsten Tag war ich noch bevor es hell wurde auf den Beinen, holte den Besen und wollte wieder gen Homberge fliegen. 

Da ich hoch genug flog, sah ich unten in der Fußgängerzone einen weißen Blitz, der sich von Richtung Sparkasse gen Marktplatz bewegte.

Bei genauem Hinsehen erkannte ich, dass es eine Person war, die mit ziemlichem Tempo die Fußgängerzone entlang lief.

Sie lief und lief km für km und ich hatte so meine Not, ihr immer auf den Fersen zu bleiben.

     

 

   

Inzwischen war es taghell und die Sonne kam hinter den Bergen hervor. Unsere Reise ging weiter über Täler und Höhen, bis, ja bis wir vor einem Studio in Wuppertal waren. Nun wurde sie langsamer, stieg behende 5, 6 Stufen hinauf und war im Inneren des Gebäudes verschwunden.

Gut das ich mein Unsichtbarkeitscape vorsorglich mal wieder eingesteckt hatte. Ich streifte es über und betrat ebenfalls das Studio.

Gespannt, was mich dort erwarten würde.

 

Die Überraschung war groß. Hinter einem Mischpult saß ein junger Mann, der eifrig die Regler hin und her schob.

Anita stand im Aufnahmeraum vor dem Micro mit einer schwarz glänzenden Gitarre, spielte und sang so fetzig, dass man eher an Pink oder eine der anderen Größen aus dem Showgeschäft erinnert  wurde. Wie wandlungsfähig. Die Frau hat es echt drauf.

Zu meinem Erstaunen bemerkte ich, dass sie  innerhalb der wenigen Sekunden Vorsprung die sie vor mir hatte, komplett umgezogen war. ein cooles Outfit. Aber da mach ich mir doch so meine Gedanken, hat sie magische Fähigkeiten oder hat mein Kater ihr ein paar Tipps gegeben,  wie man Zeit bündeln kann?

Egal, es war auf jeden Fall eine Überraschung. Da fiel mir auch ein, dass sie ja auch beim Sprechen doppelt so schnell ist, wie die anderen KandidatInnen.

 

 

 

 

Ich muss sie unbedingt mal fragen. Sie hat ein Geheimnis, was selbst ich nicht einmal kenne. Eine Art Schnelligkeits-Reaktor im Sprechen, Laufen, Denken, Handeln?

Während ich noch überlegte hörte ich sie den Mann im Aufnahmestudio fragen "Und? Sind meine Plakate für die Jungwähler fertig?
Den kann ich ja wohl schlecht mit dem Fuchs kommen."

Sie fuhr fort:

"Und das mit der CD muss auch bis Samstagabend klappen, die will ich nämlich am Wahlsonntag noch den jungen Bürgern vor Betreten der Wahllokale schenken."

Das Plakat schmiss mich um. Womit würde Wilhelm "der Große" jetzt noch kommen, wo er doch beständig seine Plakate wie eine Diashow wechselte.

Vielleicht mit offenem Hemd und Waschbrettbauch?
Ich schmunzelte bei dem Gedanken und sah das Bild fast plastisch vor meinen Augen.

 Anita hatte inzwischen ihre Sachen gepackt, sich wieder umgezogen und machte sich jetzt – das schwere Bündel mit den Plakaten unter dem Arm – auf den Rückweg nach Ennepetal.

"Weißt Du Benni", so hieß der junge Mann aus dem Studio, sagte sie mit einem Blick über ihre Schulter. Ich muss mich beeilen, muß mich ja noch um mein erstes Projekt direkt nach meiner Wahl zur Bürgermeisterin kümmern.  Da mir der Tourismus schon immer sehr am Herzen gelegen hat, habe ich in der Maier-Werft ein neues Clubschiff auflegen lasse. Die "ANITA". Da stehe ich dann am Wochenende immer selbst mit auf der Brücke um die Kontrolle zu behalten. Möchtest Du mal schnell noch ein Foto sehen? Ich hab eines dabei."

Oh dachte ich und drückte  die Daumen fest in den Händen, Benni, Benni, sag bloss ja, ich will es sehen. Und Benni sagte "Okay, lass sehen".

Sie holte das Foto hervor und so konnten wir beide – er offiziell und ich unsichtbar – einen Blick darauf werfen.

                      

Wieder einmal war ich völlig überrascht  und schwer erstaunt, was diese zarte Person so alles auf die Beine stellte. Dann aber schoss mir ein Gedanke durch den Kopf und da ich ja nun nicht lauthals fragen konnte, ohne meine Identität zu verraten, schickte ich meine Frage mit einem kleinen Zauberspruch und mit Schwung in den Kopf von Benni.  Ich merkte, dass er zögerte und ich wurde schon recht ungeduldig, bis sich auf einmal seine Lippen lösten und er die Frage stelle: "Tolle Sache. Aber Anita, du willst doch den Tourismus in Ennepetal steigern und nicht noch weitere  Ennepetaler nach draussen schicken. So ein Schiff kann doch nicht in Ennepetal anlegen? Wie soll das denn gehen?"

Sie lachte ihr bekanntes, frisches Lachen und meinte : "Benni, mach dir keinen Kopf. Ich habe schon alles im Griff und an alles gedacht. Das Schiff wird in Holland, Frankreich, Spanien und anderen Ländern gestartet und die bringen die Gäste, also die Fremden, nach Hamburg. Dort habe ich schon eine ganze Flotte Bötchen organisiert, die über verschiedene innländische Kanäle und Flüsse bis zu unserer Ennepe fahren und da bereiten wir ihnen dann einen gebührenden Empfang. Und wenn unsere Ennepetaler auch mit der "ANITA" fahren wollen, dann geht das ganze eben umgekehrt. Sie werden dort ander Leute treffen und durch Mund zu Mund Propaganda kommen immer mehr Menschen in unsere schöne City. Das ist für mich Tourismus."

Ich schüttelte den Kopf, dachte aber gleichzeitig. "Ein verrücktes Huhn ist sie, aber sie hat Mut, Kraft und Ideen, Bin gespannt wie alles wird."

Und dann schwang ich mich ziemlich rasch auf meinen Besen. Bommel, mein Kater, wartet schon. Sollte ja nur eine kurze Stippvisite werden. Aber die Frau ist eben immer für Überraschunen gut.

So, das war die letzte der KandidatInnen. Ist ja auch knapp vor  dem 30.08.09 (wobei ich denke, der 13. wäre eigentlich besser, zumindest für mich].

Lasst es euch gut gehen. Wir sehen uns sicher am Sonntag in Ennepetal in einem der Wahllokale.

Bis dahin

let´s go

Eure Pixelhexe

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