Else Lasker-Schülers Lesung in der Stadthalle in Elberfeld

„Das Publikum war starr vor Staunen.“
Else Lasker-Schülers Lesung in der Stadthalle
in Elberfeld

Ein Abend mit Andreas Ramstein und Michael Okroy

Termin: Montag, 22. Oktober 2012, 19.30 Uhr
Ort: Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Eintritt: 3 €

 

Vor genau 100 Jahren, am 22. Oktober 1912, kam Else Lasker-Schüler aus Berlin nach Elberfeld, um im „Kaisersaal“ der Stadthalle aus ihren Werken zu lesen. Es war die einzige öffentliche Lesung der jüdischen Dichterin in ihrer Heimatstadt. Vor ihrem Aufritt, zu dem sie die „Literarische Gesellschaft“ eingeladen hatte, teilte sie dem Veranstalter mit: „Je größer der Saal, je schwungvoller mein Organ. Ich lese arab. Dinge, Gedichte – ganz bunt durcheinander; das wirkt großartig und die Leute schlafen nicht dabei ein.“
Die Lesung der eigenwillig-selbstbewussten Dichterin geriet zum Desaster und spaltete das vor Staunen starre Publikum. Es zeigte sich irritiert und reagierte mit Hohn und Gelächter. Etliche Besucher verließen sogar empört den Saal. Andere waren jedoch fasziniert von der ungewöhnlichen Performance und klatschten demonstrativ Beifall. Die Lasker-Schüler, von der lokalen Presse als "Vertreterin der modernen radikalen Lyrik" angekündigt, reagierte verärgert und appellierte an das Wuppertaler Publikum: "Ich bitte um Ruhe, ich lese hier das Allerfeinste vor. So geht das nicht weiter, ich bin das anders gewöhnt." 

        
Andreas Ramstein                                                                                                        Foto: privat
 

Die Begegnungsstätte Alte Synagoge erinnert an diese spektakuläre Lesung Else Lasker-Schülers vor 100 Jahren mit einem Rezitationsabend. Der Schauspieler Andreas Ramstein wird einige der damals vorgetragenen literarischen Texte und den „Beschwerdebrief“ der Dichterin lesen, vor allem aber auch das überaus aufschlussreiche, differenzierte und hoch unterhaltsame Pressecho auf die denkwürdige Lesung zu Gehör bringen. Die Moderation des Leseabends in der Begegnungsstätte übernimmt Michael Okroy.

 

 

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Genügsamkeitstraße

42105 Wuppertal

 

Tel. 0202-563.2843

info@alte-synagoge-wuppertal.de 17.10.2012

www.alte-synagoge-wuppertal.de

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