Ein Teil eines Forschungsprojektes: Dokumentarfilm „Gotteshäuser zu verkaufen“

 [zd] Bochum / Westfalen Zur Filmpremiere "Gotteshäuser zu verkaufen – Kirchenschließungen zwischen Verlust und Chance" wird am Donnerstag, 17.03.2011 ab 19 Uhr in die Kunstkirche Bochum (Christ-König-Kirche, Steinring 34) eingeladen.

   
  (v.l.): Projektleiterin Dr. Katrin Bauer, Prof. Dr. Ruth-E. Mohrmann, Vorsitzende der Volkskundlichen Kommission für Westfalen, Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin, Probst Michael Ludwig, Hausherr der Kunstkirche Bochum, Christiane Cantauw, Geschäftsführerin der Kommission.                                                                                                                     Foto: © Zdena David  

Profanierung von Kirchen in Westfalen macht sich auf unterschiedlichste Art und Weise bei den betroffenen Menschen, ob christlich Erzogenen oder Ungläubigen sowie bei den Vertretern der Kirche und Gotteshäuser bemerkbar. Mit dieser Wirkung und Auswirkung auf den Menschen und den Raum dieser umfangreichen Thematik der "unübersehbaren Entkirchlichungstendenzen in unserer Gesellschaft", beschäftigte sich Dr. Katrin Bauer im Rahmen einer  zweijährigen wissenschaftlichen Arbeit des Forschungsprojektes der Volkskundlichen Kommission für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL):  "Kirchenumnutzungen und ihre Folgen".

Aus diesem Projekt entstand ein 47-minütiger Dokumentarfilm  und ein Buch, die die Autorin "Gotteshäuser zu verkaufen" betitelte.
Neben lokal präsentierten kirchlichen Standorten (Bochum-Langendreer, Bocholt, Münster, Bielefeld,…), die gezielt umfunktioniert wurden oder abgerissen werden mussten, zeigt Bauer emotionsgeladene Bilder der Gemeindemitglieder, die diese massive Wandlung nicht verstehen können. Auch der Abriss der St.-Antonius-Kirche in Gronau-Epe ist Gegenstand des Dokumentarfilmes, wo sich die Gläubigen lange gewehrt haben und nun "verraten fühlen".

 

           
  Kunstkirche Christ-König in Bochum.                                                                                               Foto: © Zdena David  

Die Christ-König-Kirche in Bochum wurde zu einer Kunstkirche umgewandelt – großartige Ausstellungen finden bereits seit der RUHR.2010 in diesen Räumen statt.

 

   
  (v.l.): Projektleiterin Dr. Katrin Bauer, Prof. Dr. Ruth-E. Mohrmann, Vorsitzende der Volkskundlichen Kommission für Westfalen, Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin, Probst Michael Ludwig, Hausherr der Kunstkirche Bochum. Foto: © Zdena David  

Der Hausherr Probst Michael Ludwig hat sich mit der Umwandlung des Gotteshauses sehr gut angefreundet, er sieht dies als eine Chance auf einen Neuanfang. "Hier mache ich etwas Innovatives, was Neues. Das ist besser als hinter der Vergangenheit nachzutrauen", erklärte er während des Pressegesprächs am 15.03.2011, als das gesamte Forschungsprojekt  "Kirchenumnutzungen und ihre Folgen" in Bochum von zahlreichen Vertretern vorgestellt wurde.

Dieser Dokumentarfilm ist auch für schulische Zwecke zu empfehlen. Die DVD ist beim LWL-Medienzentrum für Westfalen, medienzentrum@lwl.org oder im Buchhandel erhältlich.

Aus dem Forschungsprojekt  "Kirchenumnutzungen und ihre Folgen" sind hervorgegangen:

DVD "Gotteshäuser zu verkaufen.
Kirchenschließungen zwischen Verlust und Chance".

Ein Film von Katrin Bauer, Andrea Graf und Ragnar Kopka.
(in der Reihe: Alltag im Film, eine Co-Produktion des LWL-Medienzentrums und der Volkskundlichen Kommission für Westfalen,
zu bestellen beim LWL-Medienzentrum für Westfalen, medienzentrum@lwl.org oder im Buchhandel)

Katrin Bauer:
Gotteshäuser zu verkaufen.

Gemeindefusionen, Kirchenschließungen und Kirchenumnutzungen,
212 Seiten, zwei farbige Bildteile,
mit DVD, Festeinband, 29,90 Euro Waxmann-Verlag, Münster


Ausstellung: Kirchenumnutzungen.

Fotografien von Stephan Sagurna,
vom 17.März bis zum 10. April
in der Kunstkirche Christ-König, Steinring 34 in Bochum

Ein weiterer Bericht folgt im nächsten Zeitraum.

Text: Zdena David

Print Friendly, PDF & Email
0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.