Ein Licht in der dunklen Jahreszeit – Helga Kümeke, Witten

[jpg] Es ist schon etwas besonderes die Verdienstmedaille, umgangssprachlich das Bundesverdienstkreuz, der Bundesrepublik Deutschland zu bekommen. Es sind besondere Personen und Persönlichkeiten die durch besondere Leistungen positiv auffielen. 2008  erkannte Bundespräsident Köhler Helga Kümeke aus Witten anlässlich einer Feierstunde im Schloss Bellevue das Bundesverdienstkreuz zu.

So überreichte am 3.11.09 der Landrat Dr. Arnim Brux anlässlich einer Feierstunde im Saal des Kreistages, des Kreishauses Helga Kümeke persönlich das Bundesverdienstkreuz. Die Überreichung war mit einem Grußwort als auch der Gratulation des Regierungspräsidenten, des Ministerpräsidenten des Landes NRW und  auch des Bundespräsidenten verbunden.
 

                                                                        
Landrat Dr. Arnim Brux mit Helga und Heinz Robert Kümeke sowie den Enkeln Maja und Mika und Wittens Altbürgermeister Klaus Lohmann, Vorsitzender der Ortsverbandes Witten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. [Bild Linde Arndt]


Jetzt in der dunklen, nassen und kalten Jahreszeit machte sich Helga Kümeke mit ihrer Sammelbüchse auf den Weg –  und das 30 Jahre lang, Jahr für Jahr. Sie ging von Tür zu Tür, sammelte und sprach mit den Menschen. In den letzten Jahren ging es nicht mehr so recht, so fuhr ihr Mann sie von Haus zu Haus, so dass sie der selbst gewählten Verantwortung gerecht wurde.

Sie sammelte für die Kriegsgräberfürsorge. Der Kriegsgräberfürsorge, die in ihrem Tun gegen das Vergessen des Krieges in Deutschland und anders wo einsteht. Keine Heldengedenkstätten, wie wir sie in unseren Städten immer noch aus dem 1. Weltkrieg sehen, sollen es werden.
Mahnmale gegen das Vergessen, Bewusstsein erzeugen oder auch das Finden der vermissten Verwandten und Bekannten. So ist es nicht verwunderlich, dass der Volksbund Kriegsgräberfürsorge sich für einen Friedhof Nahe Kursk einsetzt. Dort wo die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Krieges besonders sichtbar wurde. Die größte Panzerschlacht aller Zeiten wurde dort ausgetragen, zehntausende von Toten wurden dort gefunden, Menschen die Mütter, Frauen, Kinder hatten, ließen dort für eine verbrecherische Ideologie ihr Leben. 40.000 Gräber soll es dort auf einem 4,5 ha großen Gelände geben. Gräber die Zeugnis ablegen, nie wieder. Die Dokument sein sollen für unsere Jugend, so würde alles enden, wenn wir solche Gedanken denken und solche Wege gehen.

Immer wieder gelinge es Frau  Kümeke auch, bei der Frage nach der Bedeutung von Kriegsgräbern deutlich zu machen, dass dieses Orte der Erinnerung und des Gedenkens sind. Aber eben nicht ausschließlich. "Sie sind auch Ausgangspunkt für Verständigung, Versöhnung und Freundschaft für die Menschen ehemals verfeindeter Länder. Die Gräber mahnen zum Frieden", unterstrich  Landrat Dr. Arnim Brux.

Altbürgermeister Lohmann wusste zu berichten, als Frau Kümeke mal nicht so recht konnte, riefen die Bürger im Bürgermeisteramt an um zu fragen: Wann kommt sie denn?.  Es ging immer vom Bürgermeisteramt los indem die Nachricht, Sie ist wieder unterwegs, durch Witten ging. Der Zuspruch der Wittener zu "IHRER" Helga Kümeke war riesengroß.

Freude und Stolz erfasst sie mit ihrem Mann und allen Wittenern, die sie immer unterstützt haben, so Helga Kümeke in ihrer Antwortrede.

Geschäftsführer des Volksbundes Bernd Scherer betonte noch einmal die Notwendigkeit und die Inhalte der Kriegsgräberfürsorge und bedankte sich  für die 30 jährige treue Sammlung von Helga Kümeke. Sie sind eine der Besten, so der Ruf.

 

Erika Frank und Bürgermeisterin Sonja Leidemann, Witten

Helga Kümeke hat ein Ehrenamt ausgefüllt, wie man sich ein Ehrenamt auch vorstellt, selbstlos sich für eine Sache einsetzen und die eigene Person hinten anstellen. 75 Jahre ist sie jetzt alt und möchte nun etwas kürzer treten. Vorausschauend hat sie auch schon ihre Nachfolgerin Erika Frank ausgewählt, die von Bürgermeisterin Sonja Leidemann wie ehedem von Bürgermeister Lohmann dieses Jahr auf den Weg gebracht wurde.

So schließt sich der Kreis wider das Vergessen. Ganz so richtig trennen mag sich Helga Kümeke nicht von ihrer selbstgewählten Aufgabe, so ging sie nach der Feierstunde mit der Büchse lächelnd durch die Reihen der Anwesenden um weiter zu sammeln. Ich denke vielleicht wird in Witten nun ein Duo Kümeke/Frank auf den Weg gebracht, zumal Frau Frank aus Witten-Bommern kommt.

Jürgen Gerhardt

 

Hier noch einige Schnappschüsse von der gestrigen Feierstunde:
 

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