Ein bisschen anders bleibt man immer zurück

[jpg] Eine Finissage für die Alltagsmenschen sollte es werden. Es wurde jedoch ein fröhliches Bekenntnis zu der Alltagsmenschen Ausstellung in Gevelsberg. EN-Mosaik hat mehrere Artikel über diese wunderbare Kunstausstellung geschrieben. Und gemäß unserer Statistik haben exakt seit Juli 2011  217.534 Seiten auf die Browser unserer Leser gefunden und 16.062 unterschiedliche Besucher haben diese Artikel bis zum 15.Oktober 2011 gelesen.

Die Alltagsmenschen und die Stadt Gevelsberg wurden durch das Internet um die ganze Welt getragen. So bekamen wir als Resonanz 2 emails aus Australien und eine aus Neuseeland, die sich mit den Gevelsbergern über diese Ausstellung freuten. 6 Emails bekamen wir von überregionale Menschen, die auf Grund unserer Artikel die Ausstellung besuchten.

Und so fanden sich alle Liebhaber die mit dieser Ausstellung zu tun hatten am 15.10.2011 im „VHS Dialog“ Gevelsberg  zu einer Finissage zusammen.

Die lokale Printausgabe eines überregionalen Pressekonzerns hatte für die besten Leserfotos drei Preise ausgeschrieben, die allesamt in den Südkreis gingen.

Frau Lechner hatte hierzu drei kleinere Figuren angefertigt, welche sie die stillen Beobachter nannte.

Darüber hinaus hatte Frau Lechner mal wieder gezeigt, wie viel Kreativität und  Fantasie sie hat und wie kommunikativ sie ist.

   

Beim Aufbau der Figuren kam seinerzeit ein intensives und gutes Gespräch mit Herrn Hedtstück von der Markthalle Gevelsberg mit Folgen zustande. Und überhaupt kamen aus den Gesprächen die in Gevelsberg geführt wurden, zwei wunderbare Aktionen in die Öffentlichkeit. Einmal ein Fotowettbewerb und zum zweiten die Namensgebung der beiden Lechnerskulpturen auf dem Vordach der Firma Hedtstück.

            

Beide Ideen wurden von den lokalen Printausgaben des überregionalen Pressekonzerns aufgenommen und umgesetzt. Die Firma Hedtstück wird mit aller Wahrscheinlichkeit die beiden Skulpturen erwerben und hat auch schon die Namen dafür. Trude und Theo Tafelspitz sollen die beiden Skulpturen heißen wenn nichts dazwischen kommt
und man denkt auch hier evtl. an eine öffentliche Taufe.

Und da wir gerade beim fröhlichen Beieinander waren, wussten Hedtstücks auch noch über die Skulptur zu reden, ihre Trude,  die beim Aufbau, bevor sie mit dem Kran auf das Vordach der Markthalle hochgehievt wurde,  vor dem Eissalon Fontanella mit Käse, Brot und Wein am Tisch im Nieselregen saß.

Aber es gab auch einen Wermutstropfen zu dieser Ausstellung. Auch in Gevelsberg kam der Stamm der Vandalen vorbei und beschädigte einige Alltagsmenschen Skulpturen. Frau Lechner nahm dies, wie alle anderen auch, etwas traurig auf und reparierte die Skulturen wieder. Wenn jemand die Figuren hundert mal kaputt machen würde, so würde sie hundert mal diese wieder ganz machen, so Frau Lechner. Sie knüpft damit bewusst oder unbewusst an die „broken-windows Theory" an, die sich gegen eine Zerstörung des städtischen Raumes wendet.

Als ich Frau Lechner fragte, warum sie die Figuren nicht in Bronze machte, wusste sie folgendes zu antworten: Bronzefiguren sehen immer etwas kalt aus. Auch die Augen würden einen mehr stechend kalten Ausdruck vermitteln. Kurz, das Material Bronze und die von ihr angestrebten Skulpturen passen nicht zusammen.

Stichwort: Kunst, welches der Redakteur der lokalen Printausgabe in den Raum warf. Ja, es ist richtig, die Skulpturen können die Türen für die Kunst einen Spalt weit öffnen. Aber was ist wenn die Gevelsberger die Trash-Man Ausstellung eines HA Schult in ihren Stadtmauern hätten? Und Kunst hat auch etwas mit Handwerk zu tun. Hier betonte Frau Lechner ganz richtig: Es ist aber auch eine ganz schöne Drecksarbeit. Wir selber sehen nur die liebenswürdigen fertigen Skulpturen, sehen dabei aber nicht den Staub der bei der Verarbeitung der Betonmasse entsteht. Insofern sollte man sich zweimal bei der Künstlerin bedanken.

   

Lassen wir uns also durch den Spalt die Gevelsberger Alltagsmenschen betrachten, die so menschlich sind und uns an all das erinnern was in jedem von uns ist. Ein bisschen Fröhlichkeit, Heiterkeit, Nachdenklichkeit, Gelassenheit oder auch etwas von der nach innen gewendeten Einkehr, eben Menschen halt. Und schön das wir uns erkennen und über uns lächeln oder lachen können.

Nun, die Ausstellung wurde kurzerhand bis zum November von der Stadt und Frau Lechner verlängert, was alle mit großer Freude zur Kenntnis nahmen.

   

Es wäre nicht nur der Wunsch von Bürgermeister Jacobi, wenn viele Lechner Alltagsmenschen in Gevelsberg verbleiben könnten und evtl. nach und nach um weitere ergänzt werden, so dass Gevelsberg zur "Stadt der Alltagsmenschen" wird.

Die Stadt selber hat im Einvernehmen mit der Politik einen Betrag für den Ankauf der Alltagsmenschen in den Haushalt eingestellt und ruft die Gevelsberger darüber hinaus  zu Spenden auf, damit zusätzlich noch der eine oder andere Alltagsmensch in Gevelsberg sein zu Hause bekommt. Die Gevelsberger Werbegemeinschaft „Pro City“ hat dafür ihr Konto zum Einsammeln der Spenden bereit gestellt:

 

Pro-City e. V.

Konto-Nr. 50641

Stadtsparkasse Gevelsberg (BLZ 454 500 50)

Stichwort „Alltagsmenschen“

 

Man darf gespannt sein, wie viel Alltagsmenschen ihr Domizil in Gevelsberg aufschlagen werden. Und damit das etwas spannender wird, werden die erstandenen Alltagsmenschen ab und an ausgetauscht. Wie sagte Bürgermeister Claus Jacobi so schön: Man will ja nicht jeden Tag den selben Menschen begegnen.

Vielleicht sieht man sich ja noch einmal neben den wunderbaren Figuren zu einem kleinen Plausch.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

 

 

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