Ein Armutszeugnis für Ennepetal

[jpg] Milspe und die Fuzo standen wieder auf der Tagesordnung. Es sind gefühlte 50  mal, an der Milspe und seine FUZO jetzt behandelt wurden. Es ist zum heulen wenn man erwachsene Menschen zusammen sitzen sieht, die nichts anderes im Sinne haben als die Schuld auf andere zu schieben. Lösungen, Zielvorgaben oder Konzepte? Ich glaube inzwischen, Stadtverwaltung und der Rat wissen nicht einmal was diese drei Worte bedeuten.

Wir können nur die Rahmenbedingungen, so Jörgen Steinbrink von der SPD und im gleichen Atemzug, wir werden die entstandenen Probleme jedoch nicht lösen können.[ Wir können nur Probleme schaffen?] Alle waren sich einig, man will die Probleme durch einen externen Berater lösen lassen. Na denn. Damit ist natürlich Ulrich Schilling von der Stadt draußen. (Ab in das städtische Heu/Frührente)
 Und weiter, damit haben alle ein gemeinsames Eingeständnis des Versagens abgegeben. Wir wollen zwar die Fuzo, aber wir wissen nichts damit anzufangen. Tja, wie gesagt, Verantwortung steht bei diesen Ratsmitgliedern nicht auf der Agenda. Und die „14-15 Millionen Truppe“?
   
Jörgen Steinbrink (SPD)

Die steht als überbezahlte Personalie auf einer „Insel der Glückseligen“ herum. Leistung und Gegenleistung hat in Ennepetal keine Entsprechung.

In der Zwischenzeit haben wir aus der Stadtverwaltung von unseren Informanten das "Heinze Gutachten" über die Fußgängerzone zu geleitet bekommen. Verglichen mit den diversen skurrilen Aussagen aus Rat und Stadt, stellt man fest: Es muss da sehr viel von wem auch immer abgeschrieben worden sein. Aber, und das ist wesentlich,  es sind die alten untauglichen Mittel, die immer noch aufgewärmt herum stehen, obwohl schon in der Vergangenheit bewiesen wurde; sie taugen nicht. Hunderte von Einzelmaßnahmen machen noch kein Konzept aus. Da wurde von der damaligen Gruppe die Marke „Mein Ennepetal“ aus der Taufe gerufen, jedoch nie zu einem Ende geführt. Range- oder Solitärmarken wurden nicht einmal angedacht. Bunte Bildchen und Schriftzüge mit pastellfarbenen Design sollten Kunden und Händler auf Linie bringen. Und jetzt? Unter dem Arbeitstitel „Attraktiv für Ennepetal-Unikat anders als die Nachbarn“  brachte ein Workshop nichts neues außer eine neue Dachmarke Marketinggesellschaft „EN-Fuchs“ die auch das Citymanagement ablösen soll. Die Fuzo wird ein bisschen für den Verkehr aufgemacht, damit eine wesentliche Gruppe, die für die Öffnung plädiert, ruhig gestellt wird.

 
Wirtschaftsausschuss vom 18.04.2013
 


Citymanager Ulrich Schilling
  Und Sprüche oder Textbausteine gibt es wieder, am Markt wird es ein „Kulminationspunkt urbanen Lebens“ geben, wenn Berlett die Stadt mit seinem Investment unter die Dunstglocke der Häßlichkeit geholt hat. Dann wird es weitergehen mit „Er im Elektroparadies“ – „Sie im Schuhparadies“. Bei diesem Workshop im März 2013 ist offensichtlich nicht viel Gehirnschmalz aufgebracht worden. Wie denn auch. Es waren ja die gleichen Leute mit ihren gleichen Denkschablonen. Schilling verstieg sich sogar dazu, die Fuzo zwar zu öffnen aber auch nicht so ganz zu öffnen (Verkehrsberuhigte Straße) und dann auch wieder ja nicht zu öffnen.
  Die Kakophonie der Aussagen und Meinungen kann man nur schwer ertragen. Keiner der Akteure denkt daran, dass eine Aussage auch eine dementsprechende finanzielle oder organisatorische Konsequenz  hat.

 Es gibt ein Recht auf Dummheit, welches der Rat und die Stadtverwaltung in allen seinen Entscheidungen immer wieder gnadenlos einfordert. Da wird die Voerder Straße in Milspe als Einkaufsstraße ausgerufen obwohl es keine nennenswerten Händler mehr gibt und Voerde als Gastronomiestadtteil benannt. Die angedachte Konsequenz: Wenn der Ennepetaler seinen Einkauf, Beispiel seine Kompressionsstrümpfe, in Milspe getätigt hat, fährt er zu einer Tasse Kaffee nach Voerde? Hilfe, wo bin ich? Und die wirtschaftliche Entwicklung von Voerde? Zum Teufel mit Voerde, wir wollen das Voerde auch ein toter Stadtteil wird, so der Eindruck. Nur Voerde bringt die Steuereinnahmen, die man in Milspe verbrennt.

Dieter Kaltenbach ist, soweit ich das gehört habe, unser neuer Wirtschaftsförderer, und das neben seinen Ämtern als Beigeordneter und Kämmerer. Gibt es da wieder mehr Gehalt? Und weil er die Kosten so im Griff haben muss, ist er zuerst einmal nach Hannover zur Messe  gefahren um mit den Ennepetaler Firmen einen Plausch zu halten. Und weil es sich alleine schlecht plauschen lässt nahm er direkt Frau Dulk mit. In Ennepetal hätte er das Ganze  zwar preiswerter haben können aber wir sind ja bei Bedarf eine sehr reiche Stadt. 470 Km Spesen, Eintritt, Kosten für Speis und Trank und die Personalkosten, da kommen schon mal einige Euro zusammen.
 Hier in Ennepetal hätte er zwar die Firmen auch treffen können, aber das wäre nicht so kostenintensiv gewesen. Warum die junge Frau Dulk mitfahren musste, darüber wage ich nicht nachzudenken.
 Nun ist Herr Kaltenbach ja schon öfter in unserer Datenbank vermerkt. Für seinen Haushalt brauchte er schon mal eine externe Firma, die von einem Kommunalhaushalt was verstand. Und als sehr hochdotierter Mitarbeiter der „14-15 Millionen Truppe“ zählte er selber die offenen Ladenlokale mit Mitarbeitern, versteht sich. Soll ja was kosten.
 
Wirtschaftsförderer Dieter Kaltenbach

 Während uns die Kanaldeckel um die Ohren fliegen und das Haus Ennepetal vor sich hinbröselt, leisten wir uns solche Eskapaden. Seit der alte Kämmerer Günter Wenke aus dem Hause ist, hat der neue Kämmerer Kaltenbach gefühlte eine Million Euro zum Fenster heraus geworfen.

Und damit kommen wir zu dem vom EN-Kreis abgelehnten neuen Flächenutzungsplan (FNP). In den damaligen Foren hatte der externe Stadtplaner Dipl.-Ing. Thomas Scholle auf kritische Punkte im FNP hingewiesen, was der Rat jedoch nicht würdigen wollte. Bauassessor Dipl.-Ing. Tobias Berg, der damals noch der SPD Fraktion angehörte,  warnte auch vor diesen Problemen im FNP. Beide hatten keine Chance im Rat und der Stadtverwaltung. Nun müssen diese Punkte alle zurückgenommen werden und der FNP neu vorgelegt werden, damit er genehmigungsfähig wird.
Und wieder steigerte der Rat sich in einen Furor auf den EN-Kreis. Der Kreis bekommt doch schon so viel von unserem Geld, er hat gefälligst das alles zu genehmigen, so der Tenor der anwesenden Mitglieder. Die schon gezeichneten Flächen in Bülbringen, Ahlhausen und Strückerberg müssen wieder zurück gezogen werden, zur Gesichtswahrung soll die Stadtverwaltung nochmals mit dem EN-Kreis sprechen. Die Ahlhausener Fläche rund 11 ha, hatte auch noch Einzug in das Einzelhandelskonzept gefunden, als Tourismuspunkt im Heinze Workshop versteht sich.

Es sind Wahlen: In diesem Jahr die Bundestagswahlen (Mutti Merkel will bestätigt werden), im nächsten Jahr Kommunal- und Europawahlen und übernächstes Jahr Bürgermeisterwahlen. Da schlägt im Ennepetaler Rat und der Stadtverwaltung die Intelligenz ziemlich hart auf. Die Sitzung tat sehr, sehr weh – aber alle Klischees wurden durch die Beteiligten bestätigt. Wenn man die Essenz der finanziellen Aktivitäten um den   Stadtteil Milspe heraus arbeitet, wurden sicherlich mit und nach der Fuzo 10 Millionen für ein paar Friseure und Apotheker verbrannt. Das Ganze wurde dann Förderung des Einzelhandels genannt.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

[Alle Fotos: © Linde Arndt]

 

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6 Kommentare
  1. Horst Rodewig says:

    Gut, dass Sie an die Informationen der Stadt heran kommen, sonst würden wir nie erfahren was für qualifizierte Mitarbeiter in Rat und Stadtverwaltung sitzen. Warum Dorma, Febi und Co. bei diesem Spiel zusehen, kann ich nur damit erklären, dass die Firmen eigene Vorteile von ihrem Schweigen haben.
    Das Image von Ennepetal wird doch immer schlimmer und wird schon lange nicht mehr durch die schöne Landschaft kompensiert. Sachverstand wird in Ennepetal durch Unverstand ersetzt, und das seit Jahren.

  2. Raistlin says:

    Ein Bekannter hat zu diesem Thema das hier gepostet: http://www.**************************************
    Die Reaktion: gleich Null!
    Anscheinend geht den Ennepetalern die Situation in der Fuzo nicht nahe genug, um mal auf den Tisch zu hauen. Diese Stadt ist voller Selbstdarsteller, Nichtsnutze und Feiglinge!

    (Bitte keine Links auf andere Medien. d.Red.)

  3. Bernie says:

    Ein bissiger Artikel, der mal wieder für Aufregung in der Stadtverwaltung sorgte. Danach hatte man angeblich sofort aus dem Bürgermeisteramt die Westfalenpost und die Westfälische Rundschau angerufen. Die sollten einen positiven Artikel über den Rat der Stadt im Zusammenhang mit der Fuzo schreiben.

    Haben Sie eigentlich gemerkt, dass Wiggenhagen aus der Feuerlinie zurück genommen wurde? Er war durch Ihre Artikel beschädigt worden. Er will als Bürgermeisterkandidat nochmal antreten – unbeschädigt als Strahlemann.

  4. noch ein bernie says:

    Wiggenhagen wurde nicht durch die Artikel beschädigt.
    Wiggenhagen wird von anderen Leuten beschädigt. Das ist zuerst einmal er selber, weil völlig unbelehrbar. Dann ist es sein Verwaltungsvertreter, der ihm wissentlich falsche Informationen gibt, damit Wiggenhagen sich blamiert, denn Kaltenbach will doch selber Bürgermeister werden. Nur im Moment unterstützt keiner Kaltenbach, denn die SPD, deren Parteibuch er noch mit sich rumträgt, hat er verärgert, die anderen wollen ihn nicht, weil sie durchschaut haben, dass er sich von Arbeit befreit und viele Leute um sich schart und so die Personalkosten weiter hochtreibt. Sparen sagt er noch, gilt aber für alle anderen, nicht für ihn und seinen Bereich.
    Dann Frau Wiggenhagen. Die sich bei vielen Auftritten an Peinlichkeit kaum überbieten lässt.
    Dazu noch seine Möchtegern Presseabteilung, die aber nur aus Verwaltungsmenschen besteht und noch nicht verstanden hat, was ihre Aufgabe ist (Bsp. Pressesprecher Küpper).
    Es gibt Leute bei uns im Haus, die sind in der Bevölkerung anerkannt, die wollen unsere Vorturner nicht. Bernie, da werden Sie mir zustimmen.
    Ich finde, wir sollten alle so arbeiten wie unsere Verwaltungsleitung, dann haben wir deren Schelte, die uns alle trifft, wenigstens verdient und die kriegen hoffentlich die Quittung.
    Hoffentlich kommt in kurzer Zeit ein neuer Chef (Bürgermeister oder Bürgermeisterin) für den man sich als Mitarbeiter nicht mehr schämen muss und mistet den Laden mal wieder aus.

  5. jannik says:

    Lieber Bernie,
    sind Sie sicher, dass in dieser Stadtverwaltung das noch jemanden interessiert ? Dann würden sie doch die Fettnäpfchen umschiffen und mal was gutes machen. Das geht doch nicht.

    Und das Wiggenhagen noch einmal antreten will, hoffe ich doch. Schließlich soll er doch seine Quittung dafür bekommen, dass er so viel Unfähigkeit produziert.

    Aber ein paar Stimmen wird er immer bekommen, von denen die er protegiert und die sich dadurch nicht trauen, jemanden kompetentes zu wählen (zur Not krönt er dann mal einen König, Lachhaft und an Lächerlichkeit nicht zu überbieten).
    Oder die Leute sind dann halt zu unbekümmert (ich will ein anderes Wort vermeiden) um zu begreifen, was sie mit Wiggenhagen wiederwählen würden.

  6. Bernie says:

    14.500,– Euro will die Stadtverwaltung für die Firma Heinze aus Dortmund vom Rat bewilligt haben. Die sollen das Projekt Fußgängerzone begleiten. Allerdings ist jetzt schon bekannt, es werden 30.000,– Euro aufgewendet werden müssen. Die Fraktionsvorsitzenden haben das alles schon abgenickt und werden das ihren Mitglieder auf´s Augen drücken.

    So funktioniert Politik! Der Rat macht das was die Verwaltung sagt. Basta!

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