Die FUZO / Kommunikation in Ennepetal ohne Transparenz

Kaum fassbar und doch fast normal für hier: Kommunikation in Ennepetal ohne Transparenz.

Nun könnte man meinen 25 Jahre wären genug Zeit um konzeptionell eine Milsper City zu erstellen. Am 19.9.2008 wurde mit großem Pomp und Getöse, für Ennepetal einmalig, eröffnet. Zwei Monate später geht man durch die Fußgängerzone und stellt fest: Gähnende Leere, und das in der besten Zeit um 16:30 Uhr.

Mehrere Einzelhändler wurden nach dem Umsatz befragt, nun, er ist noch weiter gesunken.
Wenn man den Befragten Glauben schenken soll, so ergibt sich folgendes Bild:

Umsatz: 2006    100 % und zwar ohne Baustelle.
Umsatz: 2007      70 % und zwar mit Baustelle.
Umsatz: 2008         67 % und zwar ohne Baustelle, jetzt aber mit Fußgängerzone.

Kurz und klar, die Einzelhändler müssen auf diesem niedrigen Umsatzniveau zurechtkommen.


Mit Erstaunen erfährt man, es gibt kein Citymarketing, es war auch keines vorgesehen.
Man hat  es halt zugelassen, dass wichtige Geschäfte schlossen und Branchen die zu einem gesunden Mix gehören keine Chance hatten Geschäfte anzumieten. Unverständlich ist es, wenn im Umfeld noch nicht einmal potenzielle Branchen davon wussten, dass in 2007/2008 ein umfangreiches "Stühlerücken" im Zusammenhang mit den Geschäften stattfinden sollte.
Die Fußgängerzone verbreitet jetzt zwar ein ansprechendes Flair, jedoch für wen?

Dadurch, dass nun die Enge überwunden wurde, entstanden Räume die geradezu nach Menschen rufen.
Jedoch es gibt nur eine handvoll Geschäfte die diesen Anforderungen gerecht werden.
Die Damen-und Herrenbekleidung fehlt gänzlich, überhaupt die Textilbranche mit modischer Bekleidung, meinetwegen a la HM, NewYorker oder Orsay, die Kunden anziehen könnten, Fehlanzeige. Noch nicht einmal im Ansatz hat jemand daran gedacht, solche Firmen anzusprechen um zumindest den Raumbedarf zu ermitteln.

So ist es auch nicht verwunderlich wenn sich Dienstleister die Filetstücke der Ladenlokale annahmen. Was bitte schön soll dem potenzielle Konsument mit einem Stromversorger und mehreren Versicherungen an Flair vermittelt werden? Sicher die Dienstleister haben alle ihre Berechtigung, ohne Zweifel, aber diese Dienste können auch in der ersten Etage vermittelt werden, auf dieser Ebene ist doch in der Regel der Einzelhandel angesiedelt, mit gut dekorierten Schaufenster.

 

Ennepetal ist eine Stadt mit hoher Kaufkraft, die Kaufkraft nützt aber nichts wenn nicht die entsprechenden Angebote vorhanden sind. Eine wunderbare Fußgängerzone ist nichts, wenn ich die Geschäfte dazu nicht habe und wenn ich keine Geschäfte habe, bekomme ich auch keine Kunden.

Wie aber ist das in anderen Städten? Gibt es ein Rezept, wie man besser vorgehen kann?

Nun schauen wir mal über den Zaun zu unseren Nachbarn, den Gevelsbergern.
Die haben etwa zum gleichen Zeitpunkt mit der Baumassnahme "Mittelstrasse" angefangen, im Gegensatz zu Ennepetal haben sie jedoch einen gemischten Verkehr zugelassen. Also keine reine Fußgängerzone. Dann haben sie vor Beginn der Baumaßnahme, mehrere Treffen mit den Einzelhändlern, den Hausbesitzern und den Anwohner gehabt. In allen Treffen wurde der Vorteil der neuen Mittelstrasse kommuniziert, Verständnis für die Einschränkungen durch die Verwaltung gezeigt. Großflächig wurden die drei Bauabschnitte plakatiert, mit Bau- und Zeitplänen. "Gevelsberg geht neue Wege" mit diesem Slogan wurde die Baumaßnahme von
City Marketing, Pro-City (Werbegemeinschaft) und der Verwaltung offensiv begleitet.
An allen Ortseinfahrten standen von Beginn an große Schilder auf welchen für das NEUE
Gevelsberg geworben wurde. So war es nicht verwunderlich, wenn leerstehende Verkaufsflächen sofort einen Interessenten fanden. Die Baumaßnahme Mittelstrasse war von Anfang an transparent und die Kommunikation unter den betroffenen konnte man als gelungen bezeichnen.
Anders in Ennepetal. Nach Beginn der .Baumaßnahme wurde Ecke Neustraße/Friedrichstraße/Voerderstraße ganz "verschämt" ein Bauschild aufgestellt, dies jedoch als schon einige Zeit vergangen war. Nach einer weiteren Zeit wurden die Fuzo-Gespräche in bestimmten Intervallen abgehalten. Man sah förmlich die Improvisation der Bauherren, nicht offensives Marketing war angesagt, sondern improvisiertes Marketing.

Das Ergebnis, zwar ist eine schöne Fußgängerzone entstanden, die Kunden bleiben aber nunmehr noch mehr weg ( siehe oben ).

Was tun?

Ich gebe die Hoffnung nicht auf; denn ich denke in Ennepetal gehen die Uhren auch nicht anders als in anderen Städten.
Zuerst einmal sollten die betroffenen Gruppen, wie Hauseigentümer, Anwohner, Bewohner der Stadt, Einzelhändler, Handwerker lernen miteinander zu sprechen ( nicht übereinander ).
Vorschlag wäre ein Forum "Ennepetaler Gespräche" in monatlichen Intervallen mit wechselnden Orten zu etablieren. Dieses Forum sollte moderiert werden und sollte kompetente Ansprechpartner haben. Entscheidungen sollten aus diesem Forum mitgenommen werden und beim nächsten Termin berichtet werden.
Es sind Fehler gemacht worden, daraus sollte man lernen und einen Neubeginn wagen.Hier ist die Verwaltung mit der Wirtschaftsförderung gefragt.

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