Die AÖR | SBE in Ennepetal enthauptet sich selber

Wolfgang Schrey und die AÖR Fotocollage: (c) Linde Arndt

Wolfgang Schrey und die AÖR Fotocollage: (c) Linde Arndt

[jpg] Der Vorstand der Stadtbetriebe Ennepetal, Wolfgang Schrey wird seinen Vertrag nicht mehr verlängern. Damit ist die AÖR|SBE ab 1. April 2017 führungslos. Ein Nachfolger wird noch gesucht. Die Stadt Ennepetal wird sich um einen Mitarbeiter außerhalb der Stadtverwaltung  bemühen.
In der Regel wäre das ein ganz normaler Personalvorgang in einer normalen Firma oder Stadt, wenn es nicht die Stadt Ennepetal beträfe.
Vor zwei Jahren wurden in der AÖR|SBE Missstände und Schlampereien öffentlich, die schon jahrelang zu beobachten waren. Der damalige Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen tolerierte diese Missstände zeitweilig, mahnte jedoch eine Lösung der verschiedenen Probleme an. Als jedoch EN-Mosaik mit diesem Artikel das ganze System dieser Missstände aufdeckte, konnte Wilhelm Wiggenhagen nicht mehr den Kopf weiter in den Sand stecken. Er reagierte indem er Horst Schnieder und Heinz Bracht aus dem Vorstand entfernte und Wolfgang Schrey als alleinigen Vorstand einsetzte, wobei er diesem Thomas Pflug zur Seite stellte.
Schon damals war erkennbar, die Stadt Ennepetal hat kein Krisenmanagement. Heute nach zwei Jahren, nachdem Wolfgang Schrey seinen Vertrag nicht mehr verlängern will und damit in den sicheren Hafen der Stadtverwaltung zurück will, muss man feststellen, es gibt immer noch kein Krisenmanagement.

„Der Anspruch, in alle wichtigen Themen der Stadtbetriebe involviert zu sein und das persönliche Arbeitsverhalten haben zu einer ausgesprochen hohen Arbeitsbelastung geführt, die selbst durch weitere organisatorische Entlastungsmaßnahmen nicht spürbar abnehmen wird und dies entspricht nicht meiner Vorstellung zum eigenen Berufsleben, zum Erfüllungsgrad und zur Vereinbarkeit mit der Familie“, so Schrey.

Liest man die von Schrey gemachte Aussage, kommt man zu der Frage, was hat Herr Schrey sich vorgestellt als der ehemalige Dreiervorstand durch ihn ersetzt wurde? Wieso hat er nicht um personelle Entlastung durch die Stadtverwaltung, die ja immerhin mit der Politik das Direktionsrecht hat, gebeten? Wieso ist ihm auf einmal seine Familie so wichtig, war ihm diese Familie vor der Entscheidung diesen Job anzunehmen, nicht wichtig?
Und an die Stadtverwaltung und die Politik muss man die Frage stellen, warum hat man keinen Zeitplan aufgestellt der die Lösungen der sichtbaren Probleme innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens herbei geführt hätte? Wieso wurden keine Fortschritte gegenüber Politik, Administration und Öffentlichkeit kommuniziert?
Nach unseren Unterlagen waren die Probleme sowohl im personellen als auch im organisatorischem sichtbar und zwar signifikant. Wolfgang Schrey fiel mir in der letzten Zeit nur auf als er für rund 11 Millionen einen neuen Standort auf dem  Gelände der ehemaligen GMG haben wollte. Ist ja auch schon was.

So soll Schrey angemerkt haben:

Darüber hinaus sei es ihm bisher nicht gelungen, das Vertrauen der Politik zu den Stadtbetrieben herstellen zu können……

Wolfgang Schrey Foto: (c) Linde Arndt

Wolfgang Schrey Foto: (c) Linde Arndt

Dies ist nicht nachvollziehbar; denn Schrey hätte sich doch jederzeit in einem Ausschuss erklären können. Tatsächlich muss man sich Vertrauen erarbeiten, es genügt nicht wenn man sich eine neue Krawatte anzieht. Denn der Vertrauensverlust war ja durch die vielen, vielen Vorkommnisse in der AÖR|SBE begründet. Wolfgang Schrey ist Verwaltungsbeamter im gehobenen, wenn nicht sogar im höheren Dienst, wenn er sich dieser Tätigkeit jetzt nicht gewachsen sieht, wirft das ein relativ schlechtes Licht auf seine Qualifikation.
Und wenn jetzt die Bürgermeisterin dem in den Schoß der Verwaltung zurückkehrenden Wolfgang Schrey einen Job parat hält, so ist auch das unverständlich. Denn hier macht die Stadtverwaltung in Ennepetal den Eindruck, als wenn irgendwelche Jobs in einem Lager auf den dementsprechenden Aspiranten warten.
Bewertet man diesen Vorfall mit einem in der Stadtverwaltung nicht vorhandenen Krisenmanagement, so kommt man unschwer zu dem Schluss der Kungelei. Und diesen Eindruck sollte man so nicht stehen lassen, denn dieser kann in vielerlei Hinsicht katastrophale Folgen haben.

Abgesehen von der schrecklichen Außenwirkung die durch diese Botschaft signalisiert wird, erstklassiges Personal wird Ennepetal mit solchen Signalen nicht bekommen.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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4 Kommentare
  1. Timo Schönhausen says:

    Frau Heymann, handeln Sie und entlassen Herrn Schrey in die Arbeitslosigkeit.Ich habe mich auf eine Stelle bei der AÖR beworben und wurde trotz übermäßiger Qualifikation nicht beachtet, noch nicht einmal zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Hier wird nur gekunkelt und Vetternwirtschaft betrieben. Wie Korrupt ist die Stadt Ennepetal?

  2. Frank Underwood says:

    Als Kommunalpolitiker kann ich ja mal öffentlich machen: Wo sind die Millionen hin? Übrigens andere Ennepetaler haben auch Familie, trotz regelmäßiger Absage.

  3. Jannik says:

    Naja, wo die Millionen sind, wird wohl keiner erklären können.
    Wenn es Herrn Schrey nicht gelungen ist, das Vertrauen der Politik zu erlangen, hat die Politik vielleicht durchschaut, dass es nicht nur die Vorstände waren, die seinerzeit durch Herrn Schrey ersetzt wurden, sondern sich im verbliebenen Personal noch zu viele faule Äpfel befinden ?
    Hat die herrschende Vetternwirtschaft innerhalb des betriebes zu „Verstimmungen“ oder verschiedenen Gruppierungen innerhalb des Personals geführt, die auch ein Herr Schrey nicht wieder zueinander führen konnte ?
    Oder herrscht in diesem Betrieb immer noch die gleiche Misswirtschaft wie vor dem Vorstandswechsel, was die Politik immer wieder durchschaut und Herr Schrey hat schlichtweg nicht den Mut, die wirklich Verantwortlichen zu benennen ? Das würde ihn als Chef zwar ehren, aber als Vorstand eines solchen Unternehmens ist das falsch, dann soll man doch lieber die Verursacher als den Vorstand entlassen.

    Und ganz nebenbei, wer hat denn diese Anlage gewählt und vorangetrieben ? Wenn ich mich nicht ganz täusche, war das neben dem ehemaligen Bürgermeister noch der amtierende Stadtkämmerer und Vertreter der Bürgermeisterin. Seine Rettungsmission im Haus Ennepetal hat er ja gerade in den Sand gesetzt, wie die aktuellen Zeitungsberichte aufzeigten, vielleicht sollten sich die Bürgermeisterin und die Politik einmal überlegen, Herrn Kaltenbach zu beauftragen, die Suppe, die er eingebrockt hat, wieder auszulöffeln, das zumindest wäre mein Vorschlag.

    (Aber nur, sofern sich die beiden genannten sicher sind, dass Herr Kaltenbach nicht noch mehr in den Sand setzt, wie den Stadthaushalt [seit er Stadtkömmerer ist wird nur noch vom Nothaushalt geredet] und das Haus Ennepetal, wo er scheinbar jetzt das sinkende Schiff verlässt [angeblich kommt ein neuer Geschäftsführer von außen, hatte man nicht vor einigen Jahren jemanden eingestellt ?], jedoch nicht ohne diesem das letzte Loch und damit den sicheren Abriss verordnet zu haben!)

  4. Frank Underwood says:

    Entfernt. Themenfern. Bitte verzichten Sie auf Kommentare, die bewusst vom Thema wegführen. Die Redaktion/jpg

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