Circus als Märchenbuch des Lebens

35 Jahre Circus – 35 Jahre farbiges Leben
Jubiläumsprogramm Roncalli

Vom 10. bis 27. März 2011 gastiert der Circus Roncalli und die historischen Circuswagen zum siebten Mal in Recklinghausen. Hier präsentiert Bernhard Paul, sein Jubiläumsprogramm "35 Jahre Circus Roncalli".

   
  Ein Interview des TV Emscher-Lippe mit Prof. Bernhard Paul, Roncalli-Direktor / Foto:  © Zdena David  

Recklinghausen war von Anfang an eine wichtige Station für Roncalli. In der Ruhrfestspielstadt werden seit Jahrzehnten viele Erfolgsprogramme aus der Taufe gehoben. Circus Roncalli – das ist der Circus, der kein Circus ist. Eine Show, die keine Show ist. Theater, das kein Theater ist. Das ist eine Vorstellung, die ihre Zuschauer in den Bann zieht, ein poetisches Schauspiel für Jung und Alt, ein fesselndes Narrenstück, eine märchenhafte Reise in die Tiefe unserer Herzen, ein sanfter Kuss für die Seele. Bernhard Paul spürt die Künstler seines Ensembles von jeher in aller Welt auf.

     
   Prof. Bernhard Paul, Roncalli-Direktor /   Foto:  © Zdena David  

Für sein Jubiläumsprogramm hat Roncalli ein buntes Bouquet geschnürt aus Pferdephantasien, poetischer Pantomime, außergewöhnlicher Körperbeherrschung, atemberaubender Luftartistik, kraftvoller Akrobatik, ausgezeichneter Clownerie und zauberhaften Roncalli-Träumen. Im neuen Programm treten Artisten u.a. aus Brasilien, Russland, der Ukraine, England, Ungarn, Bulgarien, Italien oder auch Spanien in die Roncalli-Manege. "Höchstleistungen allein reichen aber für eine Roncalli-Inszenierung nicht. Erst die verbindende Dramaturgie, das poetische Geschichten-Erzählen und die harmonische Einheit von Artistik und Musik machen das perfekte Programm aus" so Bernhard Paul zum Erfolgskonzept Roncalli.

Eine Erfolgsgeschichte.

     
   v.l.:Prof. Bernhard Paul, Roncalli-Direktor und Oberbürgermeister Recklinghausen,  Wolfgang Pantförder  /   Foto:  © Zdena David  

Vor 35 Jahren begann 1976 "das Wunder Roncalli" (GEO). Seither hat der Circus über achtzehn Millionen Menschen verzaubert, begeistert sein Publikum in Deutschland, Österreich, Dänemark, Russland, Belgien und Spanien. Und wie kein zweites Unternehmen hat Roncalli die internationale Circusszene inspiriert, fand Nachahmer von Schweden bis Italien, von Moskau bis Marokko. Sie erlebten nicht Löwen, die durch Feuerreifen springen, Schimpansen auf Motorrollern oder schrille Clowns, sondern "Die größte Poesie des Universums", "Die Reise zum Regenbogen", "Commedia dell’Arte", "Salto vitale" und "Theatro Paradiso" (so Roncallis Programmtitel). Ein roter Faden vom Vorspiel bis zum Finale, humoreske Zwischenspiele, liebevolle Übergänge, phantastische Kostüme wie aus dem Märchenbuch. Ein Programm, das mehr ist als die Abfolge artistischer Nummern. Und auf Anhieb gelang damals das Experiment. Schon nach der Welturaufführung am 18. Mai 1976 in Bonn jubelten die Zeitungen: "Der Circus ist tot. Es lebe der Circus!"

     
   v.l.: Oberbürgermeister Recklinghausen,  Wolfgang Pantförder  und Prof. Bernhard Paul, Roncalli-Direktor /   Foto:  © Zdena David  

Menschen in der Manege

Zu den Höhepunkten des neuen Programms gehört Florian Richter. Der Ungar gilt in der europäischen Circuswelt als "Pferdepapst" und wurde bereits beim internationalen Circusfestival von Monte Carlo mit dem Goldenen Clown ausgezeichnet. Mit ihm kommen edle Araber und Friesen in die Roncalli- Manege. Bei Andrey Romanovsky kann der Zuschauer zweifeln, ob der Mensch tatsächlich Knochen hat. Spätestens wenn er sich in einem Schornstein versenkt. Für sinnliche Höhepunkte am schwingenden Vertikalseil sorgt das Duo Bobrov, das in einer theatralischen Luftdarbietung das Publikum träumen und staunen lässt. Neu bei Roncalli sind die hübschen Azzario Sisters, zwei spanischen Akrobatinnen, die bei Ihrer Darbietung nicht nur Kraft sondern auf viel "Köpfchen" brauchen. Sie präsentieren einen außergewöhnlichen "Kopf- auf- Kopf" Balance- Act. Mit Starclown David Larible kommt ein vertrautes Gesicht nach Recklinghausen. Der hoch dekorierte Spaßbereiter, beim Circusfestival Monte Carlo von Fürst Rainier mit dem Goldenen Clown geadelt, zelebrierte über zehn Jahre in der größten Show der Erde, bei Ringling Bros., Barnum & Bailey in den USA, täglich vor 20.000 Menschen seine großartige Komik. Er wird das Publikum mit neuen Kabinettstückchen der Clownerie zum Lachen bringen. Theaterclown Gensi bezaubert in nostalgischen Kostümen als poetischer Weißclown. Encho Keryazov‘s Körper ist sein Kostüm. Der Handstandakrobat wurde beim internationalen Circusfestival von Monte Carlo für seine kraftvolle Darbietung mit dem Silbernen Clown ausgezeichnet. Shirley Larible wird an Strapaten als Prinzessin der Lüfte durch die Manege fliegen. Dazu Pantomime Borys, ein sensibler und poetischer Pantomime, der ans Herz geht und Sie mit sanftem Humor verzaubern wird. Jongleur Jemile Martinez lässt Bälle fliegen und rotieren. Fabricio Nogouaira wird mit einem Fahrrad in der Roncalli-Kuppel Steilwand fahren, und somit eine traditionelle Circusdarbietung wieder aufleben lassen. Zudem werden Bernhard und Eliana Paul’s Kinder Vivian, Lilian und Adrian in der Manege stehen, bzw. im Orchester mitwirken. Traumhaft schöne Kostüme und liebevoll arrangierte Live-Musik von Orchesterchef Georg Pommer runden die zauberhafte "Roncalli- Welt" ab. Der Maestro komponiert Roncalli seit mehr als 30 Jahren wie maßgeschneidert die Musiken zum Programm. In Bernhard Paul weiß der Vollblutmusiker einen eingeschworenen Verbündeten. So gehört Roncalli zu den wenigen Circussen, die noch über ein eigenes Live-Orchester verfügen. "Bei uns spielt Musik eine gleichberechtigte Hauptrolle im Programm. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Gastspielort: Recklinghausen, Konrad Adenauer Platz
Gastspieldauer: 10. März bis 27. März 2011
Vorstellungen: Dienstag bis Samstag 20 Uhr
                      Mittwoch, Donnerstag, Samstag auch 15 Uhr
                      Sonntag 14 und 18 Uhr
Preise: 14 € bis 49 €
Kartenservice: www.roncalli-tickets.de und  an allen bekannten Vorverkaufsstellen

 

767 Will Rumi

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