NEU im LWL-Naturkundemuseum: ”Wale – Riesen der Meere”

 

Münster (zd). Bis in die Wassertiefe von 3000 Metern eintauchen, den Walgesang der lebensgroß gezeigten, schwimmenden Blauwale hören, das kühle Wasser imaginär spüren und sich einstimmen auf eine besondere Reise mit rund 900 Exponaten auf 1.700 Quadratmetern Ausstellungsfläche, das ist im Einstimmungsraum der neuen Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“ im LWL-Museum für Naturkunde in Münster möglich, die am Freitag, 21. September 2012 eröffnet wurde und als die größte Wal-Schau Deutschlands gilt.

 
Dr. Wolfgang Kirsch, LWL-Direktor beim Presserundgang
durch die Sonderausstellung  „Wale – Riesen der Meere“
   LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch: "Zu den Besonderheiten der eine Millionen Euro teuren Ausstellung gehören die lebensechten Walmodelle, Abgüsse von Urwalskeletten sowie das Modell eines Blauwalherzens." Diese attraktive Ausstellung mit großen Objekten war eine große Herausforderung der sich der Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks und die Ausstellungsmacher Judith Becker, Dr. Thorsten Pickel und Dr. Jan Ole Kriegs stellten.
 


Kuratorin M. Sc. Judith Becker erklärt die Besonderheiten
der Anatomie am Orca-Skelett

   Die Vorbereitungsphase dauerte etwa zwei Jahre um letztendlich in mehreren Räumen neben der Vielzahl an Exponaten und Leigaben auch Fotos, Grafiken und seltenes Videomaterial zu präsentieren, das National Geographic Deutschland zur Verfügung gestellt hat, um den Besuchern die Welt der Wale näher zu bringen.

 


Kopf eines Bartenwals – Wie viele andere Walmodelle, ent-
stand auch dieses im Maßstab 1:1 hergestellte Objekt
im französischen Atelier Gilles Pennaneac’h,
Thorigny-sur-Marne

   Das wissen nicht alle: Die Wale sind „keine Walfische“, sondern im Wasser lebende Landwirbeltiere und gehören zu den Säugetieren. Das wissen eher wenige: Die Vorfahren der Wale waren Paarhufer, die vor etwa 50 Millionen Jahren (frühes Eozän) auf unserer Erde lebten und mit der Zeit ihrer Entwicklung in den Lebensraum des Wassers abgewandert sind. Wissenswertes können die Museumsbesucher der Sonderschau im Naturkundemuseum auch über diese Thematik erfahren.

Neben dem Lebensraum der Wale illustrieren zahlreiche Ausstellungsstücke, unterstützt mit neuster Technik, die sowohl junge als  auch ältere Besucher bedienen können, ebenfalls den Lebensraum, Evolution, Anatomie, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz dieser Tiere.

Wo ist es denn möglich so viele anschauliche Informationen über Wale und deren Vorfahren zu erfahren? Wer weiß, dass die Orcas die größten Vertreter der Delfine sind? Wo kann man Seepocken, Delfinhaut, Haihaut oder Walläuse eines Schweinswals „unter die Lupe nehmen“ – mikroskopieren? Wo kann man einen Abguss eines eineinhalb Meter langen Penis eines gestrandeten Pottwals in den Augenschein nehmen?

Selbstverständlich in der neuen Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“ im LWL-Museum für Naturkunde in der Sentruper Straße in Münster, die ab Freitag, 21. September 2012 für die Öffentlichkeit öffnet und bis zum 3. November 2013 besichtigt werden kann.

Zum Ausstellungsstart am Donnerstag fehlt noch das Höhepunkt der Schau: das über 15 Meter lange Skelett eines Pottwals, der im November 2011 vor der Insel Pellworm gestrandet war.   "Die Präparation dieses riesigen Walkörpers hat mehr Zeit gekostet, als unsere Präparatoren angenommen haben", berichtet Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks.


In der neuen Sonderausstellung im Naturkundemuseum in Münster
können die Besucher Seepocken, Delfinhaut, Haihaut oder
Walläuse
 eines Schweinswals „unter die Lupe nehmen“ – mikroskopieren
 

 "Wir rechnen damit, dass das Exponat Ende November fertiggestellt ist und dann endlich gezeigt werden kann", so Hendricks weiter. Der Pottwal wird im Einstimmungssaal zu sehen sein

Bis auf wenige Ausnahmen sind in der Ausstellung ausschließlich Originalskelette zu sehen. Der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen steuerte eine wichtige Leihgabe eines fossilen Wals für die Schau bei.


Am Skelett eines Orcas – hier ist die Flosse zu sehen
können die Besucher die Anatomie der Wale in Augenschein
nehmen  und studieren. Orcas sind die größten Vertreter der Delfine
  Weitere Leihgaben kamen zum Beispiel vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund, dem Überseemuseum in Bremen, dem Nordseemuseum Bremerhaven, dem Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg, dem Museum für Naturkunde in Berlin, dem Natureum Niederelbe in Balje und dem Leihgeber Manfred Tangerding.


Angebote und Rahmenprogramm
Zur Sonderausstellung "Wale – Riesen der Meere" steht ein Audioguide mit einem familienfreundlichen Programm in Deutsch und Englisch zur Verfügung. Für Menschen mit Hörbehinderung gibt es einen Multimediaguide in Gebärdensprache sowie eine Induktionsschleife.

Der Eröffnungsvortrag zum Rahmenprogramm wird von den Waltauchern Andrea und Wilfried Steffen am Dienstag, 9. Oktober, um 19.30 Uhr, im LWL-Planetarium gehalten.

Ein Familientag zum Thema "Wale" informiert am Samstag, 17. November, von 14 bis 19 Uhr, unterhaltsam über die Meeressäuger. Die Premiere der beliebten literarischen Rundgänge mit der Schauspielerin Beate Reker findet am Freitag, 23. November um 19.30 Uhr statt.
Die Premiere des Theaters an ungewöhnlichen Orten feiert das Ensemble von Freuynde+Gaesdte mit ihrem Stück "Mocha Dick 3D" am Mittwoch, 23. Januar 2013, um 19.30 Uhr, mitten in der Wal-Ausstellung.

Führung für Erwachsenengruppen, Kindergeburtstag mit Wal, Delfin & Co. sowie museumspädagogische Programme von Kindergarten bis Sekundarstufe II sind dauerhaft während der Ausstellungszeit zu buchen.

Weitere Infos unter Telefon: 0251 591-05.

Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung:
"Wale – Riesen der Meere"
Autoren:
Judith Becker und Dr. Thorsten Pickel.
Mit Beiträgen von Dr. Jan Ole Kriegs
Seiten: 180, Preis: 17,80 Euro, ISBN 978-3-940726-19-3

Kooperationspartner:
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND
LWL-Kulturstiftung Westfalen-Lippe

Veranstaltungsort:
LWL-Museum für Naturkunde
Sentruper Straße 285
48161 Münster

 

Zdena David für EN Mosaik  aus Münster (Münsterland-Event)

 [Fotos und Text: Zdena David]

 

 

 


Bild 1 Dr. Mechthild Beilmann-Schöner.

Rheine (zd). „Gestochen scharf. Meistergrafik von Dürer bis Kirkeby“ heißt die Ausstellung mit Druckgrafiken aus sechs Jahrhunderten, die am Samstag, 1. September im Falkenhof Museum in Rheine um 15 Uhr eröffnet wird.

Das Eröffnungswochenende um den 1. und 2. September ist in das Motto „Falkenhof kulinarisch ein Genuss  für alle Sinne“ auf dem Falkenhof-Vorplatz und im Museum eingebettet.

„Wir haben es geschafft namenhafte Künstler nach Rheine zu bringen“, erklärt Dr. Thorben Winter, Fachbereichsleiter für Kultur und Sport der Stadt Rheine die Besonderheit der Ausstellung an diesem idealen Ort mit einer langen Laufzeit, bis 11. September 2012, facettenreich in der Druckkunst europäische Kultur- und Geistesgeschichte widerzuspiegeln.

Meistergrafiken von Dürer, Rembrandt, Goya, Manet, Beckmann, Kirkeby und fünfzehn weiteren Künstlern präsentieren ein gewaltiges Stück internationaler Kunst durch sechs Jahrhunderte und europäische Länder. Sie veranschaulichen die Entwicklung der Tiefdrucktechniken wie Kupferstich, Radierung und Aquatinta.  Die Motive beeindrucken mit ihren Darstellungen und den hervorragend umgesetzten Techniken, die Momente der Liebe und Tod, idyllische Landschaften, biblische Ereignisse und alltägliche Szenen, wie Stillleben festzuhalten. „Es stecken Geschichten und Geschichte in diesen Meisterblättern“, so umrahmt die Kuratorin Dr. Christiane Kerrutt die Inhalte der Kunstwerke.

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Bild 2: Dr. Christiane Kerrutt

Die Besucher können sich über rund 85 grafische Meisterblätter freuen, die mit dem 15. Jahrhundert mit den spätgotischen Werken von Martin Schongauer und Andrea Mantegna in der Ausstellung im Grafikkabinett beginnen, also früher als der Buchdruck mit beweglichen Metalllettern seines Erfinders Johannes Gutenberg.

An diesem Ort des Museums kann man über die Werke des Renaissance-Genies Albrecht Dürer staunen, der das erste Menschenpaar,  Adam und Eva nackt, sehr realistisch als Ideale darstellt. Der große Revolutionär der Kunstepoche arbeitet in seine Werke Tiere als symbolische Motive ein. An ihnen und den Personendarstellungen erkennt der Beobachter wie hervorragend Dürer seine Technik beherrscht hatte.  Anhand der verschiedenen Materialien, der Detailtreu gefertigten Tier- und Menschenbilder, hielt Dürer seine künstlerische Perfektion fest. „Die Locken sind gekräuselt, die Haut weich dargestellt“, schwärmt Dr. Christiane Kerrutt.

Zu weiteren Kostbarkeiten der Ausstellung gehören Werke im Ausstellungstrakt im Westflügel des Falkenhof-Museums von weiteren bedeutendsten grafischen Künstlern des Barock und der Aufklärung wie Claude Gellée genannt Lorraine und Francisco de Goya, der viele Mißstände kritisierte. Werke des größten Künstlers Hollands, Rembrandt van Rijn, der zwar als Sohn eines wohlhabenden Müllers geboren, schließlich als armer Mann verstorben war, konnte bereits als Radierer überwältigend mit Licht und Schatten spielen.

 

Bild 3: Dr. M. Beilmann-Schöner

Sein Stil  verlieh seinen Arbeiten eine gewisse Dramatik, das Dr. Mechthild Beilmann-Schöner, Leiterin des Falkenhof Museums anhand der Kaltnadel-Radierung "Hundertguldenblatt: Christus lehrend" von Rembrandt erläutert.

Mit Werken von Edouard Manet, James Ensor, Lovis Corinth, Max Beckmann und Alberto Giacometti sowie den großformatigen Blättern von Per Kirkeby wird der Bogen weiter über den Impressionismus,  Expressionismus und Kubismus bis in die Gegenwart gespannt.

Die Leihgaben stammen hauptsächlich aus dem Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg im Breisgau. Sie werden durch einige Blätter aus den Werkstätten von Peter Paul Rubens und Anthonis van Dyck aus dem Bestand des Siegerlandmuseums im Oberen Schloss Siegen ergänzt.

Das Falkenhof-Museum ist die einzige Einrichtung in Westfalen, das diese Sammlung im Rahmen einer größeren Ausstellungstournee präsentiert.

 

Bild 4: ”Agnes Dürer”     

Ausstellung „Gestochen scharf. Meistergrafik von Dürer bis Kirkeby“

Eröffnung am Samstag, 1. September, 15 Uhr, Falkenhof Museum, Tiefe Straße 22, 48431 Rheine

Öffnungszeiten: Die. – Sa. 14 bis 18 Uhr, So. 10 bis 18 Uhr

 

 

 

 

 

 

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Bild 5: Falkenhof Museum in Rheine

Begleitprogramm zur Ausstellung „Gestochen scharf – Meistergrafik von Dürer bis Kirkeby“

Falkenhof kulinarisch

Anlässlich der herausragenden Ausstellung wird thematisch passendes Rahmenprogramm geboten. Menue, Musik und museumspädagogische Aktionen am Eröffnungswochenende 1. und 2. September; Falkenhof-Vorplatz und im Museum

Kunstmomente im Falkenhof am Mittwoch

Kurzweilige Streifzüge zu Kunst von Weltrang: Die drei Veranstaltungen sind den Künstlern Dürer, Rembrandt und Goya gewidmet und können auch einzeln gebucht werden.

12. September, 10. Oktober und 31. Oktober, jeweils 15 bis 15:30 Uhr

Familienprogramm – Druckgrafik Selbermachen

23. September um 15 Uhr, Anmeldung erforderlich, Tel.: 05971/920610

Öffentliche Ausstellungsführungen

30. September und 21. Oktober jeweils um 15 Uhr

Führungen für Gruppen

Buchbar zum Wunschtermin, Tel.: 05971/920610

Schulprogramm für die Jahrgangsstufen 3 bis 7

Mit Ausstellungsführung und praktischen Arbeiten

Druckgrafik – Gezeichnet, geritzt, gedruckt

vom 29. Oktober bis 9. November

Information und Anmeldung unter Tel.: 05971/920610

Die begleitende Publikation (96 Seiten, mehr als 40 Abbildungen) ist im Kerber Verlag in Bielefeld erschienen und kostet in der Ausstellung

20 Euro.


Anmerkungen zu den Bildern:

Bild 1:
Dr. Mechthild Beilmann-Schöner, Leiterin des Falkenhof Museums erläutert die hellen und dunklen Partien 
der Radierung von Rembrandt, Selbstbildnis mit Saskia.

Bild 2:
Kuratorin Dr. Christiane Kerrutt am Kupferstich von Martin Schongauer, Madonna am Weidezaun.

Bild 3:
Dr. Mechthild Beilmann-Schöner, Leiterin des Falkenhof Museums erläutert die spezielle Technik von Rembrandt anhand der Kaltnadel-Radierung "Hundertguldenblatt: Christus lehrend".

Bild 4:  
Norma Sukup, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Falkenhof, führt als Agnes Dürer, Ehefrau des Malers Albrecht Dürer, durch das Grafikkabinett im Westflügel des Falkenhof-Museums.

Bild 5:
Das Falkenhof Museum in Rheine.

Fotos: © Zdena David


 


Bild: Veranstalter und Kooperationspartner. F: ZD
   

Obernhausen – Die Vorbereitungen für die Neuauflage !SING – DAY OF SONG laufen auf Hochtouren. In 53 Städten der Metropole Ruhr werden am 02. Juni 2012 die Kehlen der Menschen erklingen, um dem Motto des zweiten Gesangfestivals „Verbindung durch Gesang“ gerecht zu werden.

Zehntausende musikalisch Motivierte  sind bereits angemeldet und machen schon jetzt bei der zweiten Ausgabe des Kulturhauptstadt-Projekts „!Sing – Day of Song“ mit. Weitere Menschen mit Ideen, mit guter Stimme, mit kleinen und großen Volumen, mit Leidenschaft, …werden gesucht und sind eingeladen sich beim !SING – DAY OF SONG 2012 einzubringen. Die Anmeldung sollte bitte bis zum 31.12.2011 erfolgen.

Ein reichhaltiges Programm haben renommierte Kooperationspartner des Projekts,  dessen Trägerschaft die Ruhr Tourismus GmbH übernimmt, ausgetüftelt.  

Geplant sind „Singende Touren“ in Bars und Restaurants, an Orten, wo sonst nicht gesungen wird, Gospelkirchentag und Fest der Chöre, Klangvokal-Festival in Dortmund bis zum Sonnenuntergangs-Konzert auf dem Oberhausener Gasometer.

Bild: DAY OF SONG 2010. Foto: Manfred Vollmer

 „Mit !SING – DAY OF SONG lebt der Geist der Kulturhauptstadt weiter, so wie es beschlossen wurde“, erklärt Ruhr Tourismus Chef Axel Biermann. „Die Euphorie ist wieder da und wir wollen mithelfen, dass sie von innen und von außerhalb der Region sichtbar wird."

Von Februar bis Mai 2012 werden großartige und interessante Workshops und Kurse in Kooperation mit der TU Dortmund, Folkwang Universität der Künste Essen, Sängerjugend NRW und Landesmusik-Akademie NRW  zum Einstimmen auf den DAY OF SONG 2012 angeboten.  „In uns ist schon Musik drin!“, sagt freudestrahlend Prof. Dr. Irmgard Merkt von der TU-Dortmund, während der Vorstellung der Kurse, die den „Tag der Bodypercussion“ am 21.04.2012 darstellen.

Neben den aus dem Projekt !SING – DAY OF SONG der Kulturmetropole RUHR2010 hervorgegangenen, etablierten Programmpunkten wird es auch einige Neuerungen geben, die den Schwerpunkt im Bereich des Singen mit Klein-, Kindergarten- , Grund- und Schulkindern haben werden.

!SING kinder
Kindergärten und Kindertagesstätten erhalten vom ChorVerband NRW ein Liederbuch mit 12 Kinderliedern, die sie zusammen erlernen und mit ihren Altersgenossen am 2. Juni 2012 singen können – ganz egal, aus welchem Kindergarten sie kommen.

!SING schule
Auch Grundschulkinder erhalten ein von der Folkwang Universität erstelltes und auf sie ausgerichtetes Repertoire von 12 Liedern. Am 2. Juni 2012 singen alle Grundschulkinder erstmals gemeinsam – auf städtischen Bühnen, auf dem Marktplatz oder anderswo – am besten zusammen mit den „Sing-Kindern“

!SING sozial
Sängerinnen und Sänger besuchen vormittags soziale Einrichtungen der Metropole Ruhr, wie z.B. Kinderheime, Krankenhäuser, Seniorenheime und singen mit den Bewohnern gemeinsam ein Wunschkonzert.

!SING global | 12.10 Uhr
Sängerinnen und Sänger singen gleichzeitig und gemeinsam direkt nach dem 12 Uhr Glockenläuten mit Passanten und Besuchern in allen Städten. Es werden 2 Lieder ausgesucht, die gemeinsam gesungen werden. Noten und Infos folgen auf www.dayofsong.de.

!SING sakral
Sängerinnen und Sänger singen nachmittags in und vor sakralen Räumlichkeiten. Die besondere Akustik der Gotteshäuser reizt für stimmungsvolle Konzerte. Auch hier soll gemeinsam gesungen werden.

!SING gospel
Vom 1.-3. Juni 2012 ist der Internationale Gospelkirchentag zu Gast beim „Fest der Chöre“ in Dortmund. Chöre aus ganz Deutschland feiern den Gospel an diesem Wochenende – natürlich in Kooperation mit !SING – DAY OF SONG. Alle Infos: www.gospelkirchentag.de.

!SING twins
Auch internationale Gäste sind 2012 wieder herzlich willkommen. Das !SING – DAY OF SONG-Team unterstützt bei der Vermittlung von Partnerchören. !SING twins-Chöre berichteten 2010 von intensiven und inspirierenden Kontakten. Der Austausch ist für Gäste und Gastgeber bereichernd.

!SING kanal
Ein Highlight: Sängerinnen und Sänger singen auf Schiffen und am Wasser. Ruckzuck waren die Schiffe 2010 ausgebucht. Entlang des Rhein-Herne-Kanals begleiteten zahlreiche Passanten, Radfahrer und Wanderer die Schiffe. 2012 wird es diese Möglichkeit u.a. auf den Schiffen vom LWL Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop und der Weißen Flotte in Essen geben.

!SING bar
Neu: Die Sängerinnen und Sänger stürzen sich ins Nachtleben und bringen die Menschen in Kneipen und Bars ihrer Stadt mit Kultliedern aus dem Repertoire zum Mitsingen. Ein stimmungsvoller Kurzbesuch, ob mit oder ohne Gitarre!

!SING spezial
DIE Rubrik für alle Kreativen: Sängerinnen und Sänger gestalten ihren eigenen DAY OF SONG. Ungewöhnliche Gelegenheiten zum Mitsingen erwünscht!
!SING Stimme
In Vorbereitung auf !SING – DAY OF SONG:
Eine Serie von Workshops lädt von Februar bis Mai 2012 zur Einstimmung ein

Rechte: !SING DAY OF SONG

Eine Neuauflage erhält 2012 nicht nur !SING – DAY OF SONG, sondern auch die vorbereitende Reihe !SING Stimme mit neuen Themen für neue Zielgruppen.
An insgesamt vier Terminen im Februar, März, April und Mai 2012 laden unterschiedliche Referenten wieder interessierte Chorleiter, Sänger und Musikinteressierte zu Workshops ein und bieten damit Inspiration und eine professionelle Einstimmung auf !SING – DAY OF SONG 2012.

Am Samstag, 11. Februar 2012: Folkwang Studientag „Singen mit Kindern“
Zur Unterstützung der Musiklehrer und der Musikschullehrkräfte lädt die Folkwang Universität der
Künste am 11. Februar 2012 zu einem Studientag „Singen mit Kindern“ ein. In diesem Rahmen
werden als Auftakt zum !SING – DAY OF SONG auch Workshops für !SING schule angeboten.
Referenten sind neben Gästen auch Lehrende der Folkwang Universität der Künste. Es werden unter
anderem die Lieder für die Rubrik !SING kinder gesungen und geübt.
Samstag, 11. Februar 2012
09.30 bis 18.00 Uhr, Folkwang Universität der Künste Essen, Leitung: Prof. Werner Schepp,  Teilnahme kostenfrei, Anmeldung erforderlich: www.folkwang-uni.de/singen-mit-kindern

Am Samstag, 10. März 2012 werden die Notenbücher weggepackt. Bei Circlesongs-Singen ohne Noten
steht das gemeinsame Singen ganz ohne Noten im Vordergrund.
CHORkreativ ist ein neuartiges Konzept des Chorsingens. Auch komplexe Stücke entstehen ohne Noten, gearbeitet wird mit Absprachen über Stimmverteilung, außermusikalische Vorstellungen, Handzeichen u.v.m.
Aus einem unerschöpflichen Reichtum von Ideen entstehen Aufführungen mit einer nahezu unbegrenzten Teilnehmerzahl. Zentrale Begriffe sind dabei Circlesongs, Stimmspiele und Klangkonzepte. Zum Workshop lädt die Landesmusikakademie NRW in Verbindung mit dem Chorverband NRW ein, Referent und Leiter des Workshops ist Michael Betzner-Brandt aus Berlin.
Samstag, 10. März 2012
Oberhausen; Anmeldungen und Infos bei der Landesmusikakademie NRW www.landesmusikakademie-nrw.de, info@landesmusikakademie-nrw.de
Tel.: +40 (0) 2568 93050, Weitere Informationen folgen auf www.dayofsong.de.

Am Samstag, 21. April 2012 – Eine integrative und interkulturelle Möglichkeit des gemeinsamen Musizierens bietet sich am 21. April. Beim Thema Bodypercussion sind alle Körperteile gefragt und die verschiedenen Klangwelten werden durch Stimme und Körper miteinander verbunden. Die Sprache, ob Deutsch oder Türkisch, rückt in den Hintergrund.
Samstag, 21. April 2012
In Kooperation mit der TU Dortmund; Weitere Informationen folgen auf www.dayofsong.de.

Am Samstag, 5. und Sonntag, 6. Mai 2012
Der Mai steht im Zeichen der Klassik. Warum hören so wenige Jugendliche Klassik? Weil es Musik ist, die nicht „in“ ist? Dieser Workshop will mit Vorurteilen aufräumen: Bei „Bach & Co. für Jugendliche“ eröffnet der Musikproduzent Dieter Falk ganz neue Wege hin zur alten Musik. Der Workshop ist für Jugendliche ab 13 Jahren und eine Kooperation mit der Sängerjugend NRW.
Samstag, 5. und Sonntag, 6. Mai 2012
Zentrum Altenberg Oberhausen; Weitere Informationen folgen auf www.dayofsong.de.

! SING – DAY OF SONG 2012 am 02.06.2012: Einzelsängerinnen und Sänger, Chöre, Gitarrenensembles: Alle sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen. Anmeldung bitte bis zum 31.12.2011.
Anmeldung unter www.dayofsong.de .
Zur Aktivierung möglichst vieler Sängerinnen und Sänger für den !SING – DAY OF SONG
wird ab Mitte Dezember ein Kinospot geschaltet. Zu sehen ist er natürlich auch auf www.dayofsong.de.

KINOSPOT: !SING – DAY OF SONG – Singen ist zum Anbeißen!
Das Projekt wird unterstützt vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des
Landes NRW.
Text: Zdena David
Bild oben: Akteure und Partner des !SING DAY OF SONG 2012 auf der Pressekonferenz am 6. Dezember 2011 im LVR Industriemuseum Oberhausen –
Reihe unten von links nach rechts:
Hella Sinnhuber, Klaus Kottenberg, Volker Buchloh, Benedikte Baumann, Axel Biermann, Katrin Gellermann
Reihe oben von links nach rechts:
Willi Overbeck, Klaus Levermann, Irmgard Merkt, Martin Bartelworth, Tanja Senicer, Werner Schepp, Anthony Heidweiller. Foto: Zdena David
Bild in der Mitte: !SING DAY OF SONG 2010. Foto: Manfred Vollmer
Bild unten: Logo von !SING DAY OF SONG 2012. Rechte: www.dayofsong.de

 


[ZD] Zwei Orte, zwei Ausstellungen mit Erfindungen von
       Leonardo da Vinci und Spuren in die Renaissance

Zeche Nachtigall und Henrichshütte Hattingen laden zum Mitmachen und Ausprobieren ein
[Eröffnung war am Standort Henrichshütte in Hattingen am 20. November um 11 Uhr]

 

                        
  Bild 1: Am Schwungrad fachsimpeln: Robert Laube, Museumsleiter der
Henrichshütte Hattingen (re.) gemeinsam mit Kooperationspartner
Udo Schnieders, Sparkasse Hattingen.     Foto:
© ZD
 

Geniale Erfindungen des Renaissance-Genies Leonardo da Vinci als interaktive Modelle zum Anfassen, Ausprobieren und Staunen, präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und lädt Besucher aller Altersklassen in seine zwei Museen im Ruhrtal ein.

Zahlreiche Bereiche wie die Musik, Kunst, Philosophie, Naturkunde, Anatomie, Bionik und Technik sind inhaltlich in den insgesamt 88 ausgestellten Exponaten in der Sonderausstellung "Leonardo da Vinci – Bewegende Erfindungen" in Hattingen und Witten vertreten, die nach dem Vorbild Leonardo da Vincis von Studenten des Studiengangs Produktentwicklung der Fachhochschule Bielefeld gefertigt wurden. Ein vielseitiges Begleitprogramm verbindet die Doppelausstellung, die bis zum 31. Mai 2012 zu sehen und zu bestaunen ist.

Bereits am 13. November eröffnete in der Wittener Zeche Nachtigall die Sonderausstellung mit 35 Modellen und Maschinen, die die Bereiche Flugtechnik, Hub- und Fördertechnik, Musikinstrumente und Theatertechnik beinhalten.

Hier können die Besucher eine von Bielefelder Fachhochschulstudierenden nach Skizzen von Leonardo da Vinci nachgebaute Theaterhebebühne sowie wundervolle Theaterkostüme, einen außerordentlich interessanten Spiegelraum und eine ausgetüftelte Druckerpresse von Leonardo da Vinci bestaunen.

        
 
Bild 2: Das Modell der Druckerpresse von Leonardo
da Vinci ist auf Zeche Nachtigall in Witten
zu bestaunen.       Foto: ©  ZD

 

„Mutig Grenzen überschreiten, in neue Dimensionen vorstoßen und dabei einen langen Atem haben“, so lautet das Zitat von Leonardo da Vinci, das die Bielefelder Fachhochschulstudierenden unter Leitung von Prof. Dr. Ing. Horst Langer im Hinterkopf bei der Produktion der nachgebauten Modelle des Erfinders aus der Renaissance behielten.

 

 

 

 

 

 

        

Denn diese „Leonardo da Vinci“-Ausstellung ist nicht neu, es handelt es sich um eine Wanderausstellung mit Modellen, die bereits an vielen Orten gezeigt wurden.

Seit dem Wintersemester 2004/2005 werden im Studienfach Produktentwicklung der Bielefelder FH unter Prof. Dr. Ing. Horst Langer Modelle nach Skizzen des Universalgenies von kreativen Studenten gefertigt.

Bild 3: Volontärin Jenny Linke bedient das Modell Gelenkflügel in Witten. Foto:  © ZD

 

Oftmals sind nur grobe skizzenhafte Abbildungen von Leonardo da Vinci erhalten, so dass die jungen Techniker gefordert sind die eigenen Ideen zur Vervollständigung eines Produktes, das funktionstüchtig werden soll, zu liefern. "Dadurch entwickeln sich Modelle weiter und es kommen Semester für Semester neue hinzu", erklärt Theresa Viehoff-Heithorn, wissenschaftliche Volontärin  (LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen).

„Für den Standort Witten ist hervorzuheben, dass das Spiegelkabinett und der Flügelschlagapparat zum ersten Mal den Besuchern gezeigt werden“, freut sich Jenny Linke, wissenschaftliche Volontärin (LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall).


In der Wittener Ausstellung sind neben den da Vinci Erfindungen auch Modelle vertreten, die auf Ideen des  genialen Erfinder, Friedrich Westmeyer (1802-1884), der im Ruhrtal tätig war, zurückgehen.  Bekannt als ein großartiger Handwerker, erhielt Westmeyer eine Anstellung als erster Maschinenführer auf Zeche Nachtigall. Neben ausgetüftelten Verbesserungen an den großen Dampfmaschinen, erfand er neue, patentfähige Maschinen, wie die Flechtmaschine für Drahtseile, eine handbetriebene Bohrmaschine für Erkundungsbohrungen im festen Gestein sowie eine Schachtförderanlage für die benachbarte Zeche Theresia.

Am Sonntag, den 20. November, öffnete das Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe an seinem Standort Henrichshütte in Hattingen seine Türen für die neue  Sonderausstellung: "Leonardo da Vinci – Bewegende Erfindungen".

 „Mit diesem Projekt wollen wir Menschen quer durch alle Altersklassen, vom Kindergarten bis in den Seniorenbereich, nicht zu vergessen auch Menschen, die Schwierigkeiten mit ihrem Tastsinn haben, ansprechen“, betont Robert Laube, Museumsleiter der Henrichshütte Hattingen und weist auf die Vielseitigkeit der 53 der insgesamt 88 Modelle und Maschinen der Sonderausstellung "Leonardo da Vinci – Bewegende Erfindungen" ein, die am Hattinger Standort gezeigt werden.            
Auf der Henrichshütte dreht sich alles um vier Bereiche: Mess- und Kriegstechnik, Maschinenelemente und Brückenbau.
 Bild 4: Ausstellungsteam Theresa Viehoff-Heithorn (Standort Hattingen) und Jenny Linke (re. Standort Witten) präsentieren das Schneckenradgetriebe – Als nachgebautes Modell und als Titelbild des Leonardo da Vinci-Katalogs.  Foto:©  ZD

Unter dem Motto „Leo auf der Hütte“ kann der Ausstellungsbesucher den ersten, von den Bielefelder Fachhochschulstudierenden nach einer groben Skizze von Leonardo da Vinci nachgebauten Panzer bestaunen und eine Parallele zur Henrichshütte entdecken. Denn die Fertigung von Panzergehäusen war ein wichtiger Bestandteil der Hattinger Rüstungsproduktion, wovon auch die Henrichshütte profitierte.

Neben dem Ideenreichtum Leonardos, von dem die Modelle zeugen, soll auch der Zeitgeist, in dem der „Künstler-Ingenieur“ gelebt hat, ein zentrales Thema in Hattingen sein. Denn zu keinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit gab es so viele richtungsweisende Erfindungen, Umbrüche und Neuerungen wie in der Zeit der Renaissance. Der Besucher wandert nicht nur auf den Spuren Leonardo da Vincis, sondern auch auf denen berühmter Zeitgenossen wie Dante, Gutenberg, Kopernikus, Machiavelli und Martin Luther.

   
  Bild 5: Auch Kinder dürfen während der Doppelausstellung in Witten und Hattingen kurbeln. Foto:©  ZD
 

 



Das Außergewöhnliche dieser Doppelausstellung:

Das Mitmachen, Anfassen und Ausprobieren, das meistens mit Kurbel, Pedal, Seil oder Knopf funktioniert, ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht!

Damit sich die Besucher in die Vergangenheit versetzen können, die Renaissance und den Ideenreichtum der zahlreichen Erfinder nachempfinden können, bietet das LWL-Industriemuseum mit den Standorten Henrichshütte in Hattingen und die Zeche Nachtigall in Witten ein reichhaltiges Begleitprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, das unter folgender Internetadresse zu finden ist:  www.lwl-industriemuseum.de

Hier einige Highlights:

Mit einem Kombiticket können Sie beide Ausstellungsstandorte besuchen!

– Sonntags-Führungen: Witten, 11:30 Uhr, Hattingen, 15 Uhr

Freitag, 02.12.2011, 19 Uhr, startet die Vortragsreihe mit Herrn Dr. Birger Ludwig, der eine Einführung in die Renaissance gibt. Der perfekte Einstieg für jeden, der sich auf die Spuren Leonardos und seiner „bewegenden Erfindungen“ begeben möchte.

Samstag, 03.12.2011, 18 Uhr bis 20 Uhr: Erlebnisführung „Leonardo. Zurück in die Zukunft“ Italien um das Jahr 1500 – Die Menschen entdecken die Welt neu. Reisen Sie mit dem LWL in die Welt der Renaissance. Mit Reiseproviant aus dem 21. Jahrhundert: Oliven, Brot und Rotwein. Anmeldung unter Tel.: 02324/9247-140

Workshop „Bauen mit Leonardo“: Nach einem kurzen Blick in die Ausstellung „Bewegende Erfindungen“ werden die Gäste selber zu Baumeistern. Mit Fischertechnik und Ideen von Leonardo da Vinci entstehen eigene Modelle. Buchung Hattingen: Tel.: 02324/9247-140, Buchung Witten: Tel.: 02302/936640

In der Vorweihnachtszeit: „Tag des Lichts“: junge Besucher können Kerzen basteln und die älteren den Worten von Prof. Dr. H.J. Schlichting lauschen, der etwas zum Thema „Licht und Leonardo da Vinci“ erzählen wird


Gastbeitrag für EN-Mosaik
von Zdena David

 
     

 


Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe eröffnet TextilWerk in Bocholt

Historisches Spinereigebäude wird zum neuen kulturellen Standort

Am Freitag, 02.09.2011 eröffnete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die historische Spinnerei Herding in der Industriestraße als zweiten Standort neben dem bestehenden Webereimuseum in der Uhlandstraße, die sich gemeinsam im neu benannten TextilWerk Bocholt vereinen und als Textilmuseum, einem der acht Standorte des LWL-Industriemuseums angehören.

Ein moderner, gläserner Kubus ragt über den vier Etagen des über 100 Jahre alten Gebäudes an der Bocholter Aa und bietet eine luftige Aussicht über die Stadt und schafft eine optische Verbindung zur Weberei des Textilmuseums. Dieses Industriedenkmal der ehemaligen Spinnerei Herding wurde im Auftrag des LWL vom Stuttgarter ATELIER BRÜCKNER für eine neue Nutzung als Kulturfabrik, mit Schaulager, Sonderausstellungsflächen, Veranstaltungsräumen und Gastronomie in zwei Jahren saniert. Unter den Maximen „Beleben und neu erlebbar machen“ betonen die Architekten Prof. Dr. Uwe Brückner und Michel Casertano mittels gezielter architektonischer Eingriffe die ursprünglichen Funktionszusammenhänge der Fabrik. „Wir haben versucht bescheiden und rücksichtsvoll mit der Architektur umzugehen“, erläuterte Prof. Dr. Uwe R. Brückner die Vorgehensweise, um die Authentizität der Räume zu bewahren.

Im kompletten Gebäudekomplex sowie draußen im Eingangsbereich samt Treppenaufgang, der ein gefaltetes Tuch darstellt, sind neue und alte Bauteile vereint worden. An der Fassade und den innen befindlichen Räumen kann der Besucher die Entwicklung des Hauses ablesen. Im imposanten Foyer-Bereich fällt eine rot akzentuierte Treppe ins Auge, die als zentrales Erschließungselement dient und in den 20 Meter hohen ehemaligen Seilgang der Fabrik eingelassen wurde. Moderne Formen der Treppe führen den Besucher vom Kesselhaus über das Maschinenhaus und den Seilgang bis zu den Spinnereisälen und der ehemaligen Technikzentrale auf das Dach des Flachbaues. Die ursprüngliche Energieachse des Gebäudes – räumlich gesehen von der Erzeugung der Energie, über Umwandlung der Energie in Bewegung, zur Kraftübertragung und Absaugung der Luft – endet das Gebäude im luftigen Restaurant, einem zusätzlichen Raum, dessen vorgehängte Fassade aus stählernen Drähten einen Camouflage-Effekt erzeugen und die ehemalige Spinnerei symbolisieren. Im Innenraum des gläsernen Kubus stellt die Installation an der Decke, 88 Leuchten der 1950er Jahre, die wichtige Zeitphase der Fabrik.

Insgesamt 5,9 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II flossen in die energetische Sanierung und den Ausbau des 1907 errichteten Gebäudekomplexes. „Wir hatten mit unserem Museum in Bocholt ein Defizit“, sagte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch. LWL trägt Kultur in die Region und bewahrt Geschichte. Das Ziel, mehr als 500 Jahre Textilgeschichte an authentischen Orten in Münsterland zu zeigen, das das Land geprägt hat, kann nun durch die 6.000 Quadratmeter Fläche, die für Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung steht, erreicht werden.

Der neue Name „TextilWerk“ mit seinen beiden Teilen Weberei und Spinnerei macht die räumliche wie inhaltliche Erweiterung deutlich und steht für ein neues Konzept, das Dirk Zache, Museumsdirektor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erläuterte: „Das Museum wird zum Forum, zu einem Ort der Begegnung, des sich Wohlfühlens und des Austausches“. Es entsteht eine Plattform für die Gesellschaft mit textiler Kunst, Textilgeschichte, Mode und Design.

Die Entwicklung des TextilWerkes schreitet fort, denn die geografische Lage zwischen Fußgängerzone und Aasee setzt städtebaulich weitere Ziele. „Um die Spinnerei mit Leben zu füllen, hoffe ich, dass Land, Kreis und Stadt die Chance der Regionale 2016 nutzen“, sagte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch.

Das Eröffnungprogramm, das von Freitag, 02.09.2011 bis Sonntag, 04.09.2011 angeboten wurde, war für alle Altersgruppen vielversprechend.

Am Freitag, 02.09.2011 ab 15 Uhr war die Spinnerei bis Mitternacht öffentlich zugänglich. Es standen Führungen, Musik und Theater auf dem Programm.

Im Erdgeschoss im neuen Wechselausstellungsraum konnten die Besucher bis zum 20.11.2011 die Ausstellung „Zwischen-Räume“ besuchen, die skizzenhaft auf die zukünftigen Ausstellungen Appetit machte.

„Das Textile steckt voller Themen. Und unsere Sammlung an Maschinen, Musterbüchern und Objekten gehört zu einer der größten in Europa. Da haben wir reichlich Stoff für Dauer- und Sonderausstellungen“, erklärte Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp.

Am Freitagabend, 02.09.2011 um 20 Uhr wurde im Drosselsaal im zweiten Obergeschoss die Ausstellung „Magdalena Abakanowicz – Laura Ford. Atelier.Industrie“ eröffnet. Zwei international renommierte Künstlerinnen, die für zwei Generationen in der Textilkunst stehen, haben ihre Werke bereits in London und New York ausgestellt, sowie schon fünfmal bei der Biennale in Venedig.

Am Samstag, 03.09.2011 und Sonntag, 04.09.2011 wurden im Rahmen des Eröffnungsfestes Führungen durch Gebäude, Ausstellungen, Vorführungen historischer Maschinen und kreative Angebote für Kinder von 10 Uhr bis 18 Uhr bei freiem Eintritt angeboten.

Weitere Veranstaltungen:

– Sonntag, 11.09.2011, 10 Uhr bis 18 Uhr, Tag des offenen Denkmals mit Führungen, Denkmalrallye und vielem mehr

– Samstag, 17.09.2011, 20 Uhr, Lockstoff. Erste lange Show der Mode

– Mittwoch, 21.09.2011, 19 Uhr, Aus aller Herren Länder. Vortrag und Führung mit Abendessen. Kosten: 22,50 Euro. Anmeldung erforderlich

– Samstag, 01.10.2011, 20 Uhr, 3. Bocholter Kriminacht

– Montag, 03.10.2011, 11:30 Uhr (Beginn), Münsterland Festival. Jason Yarde trifft das UniJAZZity. Eintritt: 13 Euro VVK, 16 Euro Tageskasse

Nähere Informationen entnehmen Sie im Internet unter:

http://www.lwl.org/LWL/Kultur/wim/portal/S/bocholt/ort/

Text: Zdena David, Onlineredaktion www.muensterland-events.de

  Bild 1: Sie freuen sich auf die Eröffnung der historischen Spinnerei, einem der zwei Museen des TextilWerkes Bocholt und stehen am gläsernen Kubus: Dirk Zache, Museumsdirektor des LWL, Prof. Dr. Uwe R. Brückner, ATELIER BRÜCKNER, Dr. Wolfgang Kirsch, LWL-Direktor, Dr. Hermann Josef Stenkamp, Standortleiter und Michel Casertano, ATELIER BRÜCKNER (v.l.).

Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de

 

Bild 2: Eingangsbereich der Spinnerei in der Industriestraße 5 in Bocholt, wo alte und neue architektonische Formen sich begegnen und teilweise zusammenfließen.

Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de

 
Bild 3: Prof. Dr. Uwe R. Brückner, ATELIER BRÜCKNER und Dr. Wolfgang Kirsch, LWL-Direktor. 

Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de

 
Bild 4: Imposante rot akzentuierte Treppe im Foyer der Spinnerei.

Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de

 

Bild 5: Prof. Dr. Uwe R. Brückner (r.) erklärt die räumliche Aufteilung am Modell der Spinnerei; daneben Dr. Wolfgang Kirsch, Dr. Hermann Josef Stenkamp und Dirk Zache. 

Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de

 
Bild 6: Magdalena Abakanowicz, Mutants, 1992/1996.

Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de


 

[zd] Neue Ausstellung im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten-Bommern Witten – Die argentinische Künstlerin Cecilia Herrero-Laffin wagt es das globale Thema „Frauenarbeit“, seit dem es in allen Munde ist, im Klein- und Großformat im Gemälde und in plastischer Form auf eine ganz besondere Art und Weise darzustellen. Eine Auswahl dieser festgehaltenen „Momentaufnahmen“, die Migrantinnen bei ihrer Erwerbstätigkeit in Deutschland, Frauen beim Zigarrendrehen oder in einer Textilfabrik an einer Nähmaschine sitzend in einer südamerikanischen Fabrik, wird in einer neuen Ausstellung im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten-Bommern, ausgestellt. „Trabajadoras del Mundo – Frauenarbeit“ – Neue Ausstellung in der Zeche Nachtigall Rund 50 farbenfrohe Gemälde und Plastiken von Cecilia Herrero-Laffin können Interessierte vom 29. Mai 2011 bis zum 25. September 2011 im LWL-Industriemuseum betrachten, das der Landschaftsverband-Westfalen Lippe (LWL) in der Zeche Nachtigall zeigt. Die Ausstellung wurde am Sonntag, 29. Mai 2011 um 11 Uhr eröffnet.

   
  Bild: Ingrid Telsemeyer (l.) und Dr. Anne Kugler-Mühlhofer (beide Kuratorinnen, Zeche Nachtigall) und Jenny Linke, Volontärin (r., Zeche Nachtigall) freuen sich auf die neue Sonderausstellung „Trabajadoras del Mundo – Frauenarbeit“. Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de  

Herrero-Laffin, eine außergewöhnliche Künstlerin mit scharfsinniger Wahrnehmung, deren Lebensweg sie durch verschiedene Länder geführt und geprägt hat, will das Thema „Frauenarbeit“ mit Hilfe ihrer Kunst öffentlich machen. Arbeit und Alltag der Frauen unterschiedlichen Alters, nicht geschminkt, müde, hochkonzentriert – an zahlreichen Orten, ob in der Fabrik, auf der Straße, auf dem Fischmarkt, im Kleinunternehmen – in Deutschland und Südamerika – das sind die Themen, mit den sich die Künstlerin intensiv auseinandersetzt und als Motiv ihrer vielseitigen Kunstwerke in Form von Momentaufnahmen präsentiert.

 

 
  Bild: Cecilia Herrero-Laffin, Fischereiarbeiterin 2007, bemalter Gips, 25 cm hoch. Foto: ZD,
Onlineredaktion www.muensterland-events.de
 

 "Wir nehmen die künstlerische Präsentation der Frauenarbeit zum Anlass, das bis zum heutigen Tag brisante Thema ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken", sagt Kuratorin Ingrid Telsemeyer vom LWL-Industriemuseum. Die 24 in der Zeche Nachtigall gezeigten Skulpturen sind aus bemalten Ton und Gips angefertigt. Die Farbnuancen der präsentierten Plastiken variieren in ihrer Farbenprächtigkeit. Eine tief gebückte Fischereiarbeiterin, die in den Eimer greift. In dieser fast unscheinbaren Frauenskulptur, dominiert die grau-weiße Farbe der Kleidung und der zusammen gebundenen Frisur, lediglich die fleischig angepinselten Arme und das Gesicht lassen die schwerstarbeitende Frau lebendig erscheinen. Sie ist durch diese Haltung und ihren monotonen Gesichtsausdruck erstarrt, um sich dem Betrachter einzuprägen. Eine großartige Leistung der Künstlerin Herrero-Laffin mit Gips und Ton umzugehen, eine menschliche Figur zu formen, die etwas ganz Bestimmtes darstellen soll. Die in Deutschland lebende Argentinierin Cecilia Herrero-Laffin kennt aus ihrer Heimat die „geheimen Textilfabriken“ der späten 1990er Jahre in Buenos Aires, wo unter anderem auch aus den Nachbarländern illegal eigewanderte Näherinnen zu menschenunwürdigen Bedingungen geschuftet haben.

 

 
  Bild: Cecilia Herrero-Laffin, ein Gemälde und vier Skulpturen, die Szenen aus der Textilfabrik darstellen.  Textilfabrik 2011, Mischtechnik, 140 x 137 cm. Näherinnen 2007, bemalter Ton, jeweils 30 cm hoch.
Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de
 

Herrero-Laffin und der LWL betrachten gemeinsam die Situation von arbeitenden Frauen weltweit, das Industriezeitalter in Westfalen-Lippe ist hierbei integriert. Mit dieser neuen Ausstellung „Trabajadoras del Mundo – Frauenarbeit“ in der Zeche Nachtigall und dem aktuellen umfangreichen Begleitprogramm zum Thema „Frauenerwerbstätigkeit“, das in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern von LWL während der Ausstellungszeit stattfindet, wird in Form von Vorträgen, Diskussion und Information ein direkter Zusammenhang der sensiblen Thematik gespannt. Aus historischer, künstlerischer und aktueller Sicht werden prekäre Arbeitswelten der weiblichen Bevölkerung betrachtet, neu analysiert und führen letztendlich durch lange Tradition wieder in die Zeit der Industrialisierung zurück. Die Kooperationspartner: Die Bundesagentur für Arbeit, die Gleichstellungsstelle Bochum, die Gleichstellungsstelle Witten, der Regionalverband Ruhr, die Stadt Witten, die Gewerkschaft Verdi

   
  Bild: Cecilia Herrero-Laffin, Rosa Gruppe 2010, Mischtechnik, 150 x 120 cm. Foto: ZD,
Onlineredaktion www.muensterland-events.de
 

 Die 27 farbenprächtigen Bilder und drei Videoinstallationen ergänzen die Auswahl der zwei Kuratorinnen von LWL. Mit großzügigen Pinselstrichen, allerdings wohlüberlegt auf der Leinwand angebracht, erscheinen die meist großformatigen Gemälde, der in Bielefeld arbeitenden Künstlerin, im ersten Augenblick der Betrachtung so farbenfroh. Das Thema „Frauenarbeit“, Entlohnung, Doppeltbelastung der Frau in ihrem Job und zu Hause gerade in den Entwicklungsländern, sollen die Betrachter der farbig auffälligen Gemälde aufrütteln. „Wir wollen Denkanstöße geben, denn Frauenarbeit ist kein neues Thema“, so Ingrid Telsemeyer. Aktuelles Thema: Die unsichtbare Arbeit

   
  Bild: Cecilia Herrero-Laffin, Mutter mit Kinderwagen, 2011, bemalter Ton, 30 cm hoch. Im rechten Bereich sind drei Videoinstallationen, die erstmals in Witten ausgestellt sind, zu sehen.   Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de  

Frauen sind weltweit in verschiedenen Arbeitsbereichen tätig, ob Teilzeit oder Vollzeit angestellt oder selbständig. Allerdings leisten sie auch „unsichtbare“ Arbeiten. „Pflege von Angehörigen, Kochen, Putzen, Kinderbetreuung – diese gesellschaftlich wichtigen Tätigkeiten bleiben oft unbeachtet. Auch das wollen wir ins Blickfeld rücken“, betont Kuratorin Dr. Anne Kugler-Mühlhofer über das Anliegen der Ausstellung. Cecilia Herrero-Laffin schaut über den Tellerrand und erweitert fortwährend ihre Arbeitsweisen und Techniken, so können die Besucher der Zeche Nachtigall die erstmals ausgestellte Videokunst sehen, wo filigran ausgearbeitete Filmaufnahmen das Thema „Pflege der Angehörigen“ im wahrsten Sinne des Wortes sehr plastisch darstellen. Der zur Ausstellung im KLARTEXT-Verlag publizierte Katalog: „LWL-Industriemuseum. Trabajadoras del Mundo – Frauenarbeit. Gemälde und Plastiken von Cecilia Herrero-Laffin“ ist im Museumsshop der Zeche Nachtigall erhältlich. Auf knapp 40 Seiten erfährt der Leser wie umfangreich und aktuell das Thema „Frauenarbeit“ auf der Welt ist. Vielseitige Texte, Zitate aus verschiedenen zeitlichen Epochen sowie intensiv ausgearbeitete, mit handfesten Diagrammen belegte Recherche-Ergebnisse, verdeutlichen gemeinsam mit der Biografie und den ausgewählten klein- und großformatig abgebildeten Kunstwerken der Künstlerin Cecilia Herrero-Laffin die Intention der Künstlerin, die sie gemeinsam mit den Organisatoren und Veranstaltern verfolgt. Zitat aus dem Begleitkatalog von Prof. Jutta Allmendinger, 2010, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. In: taz vom 26.03.2010: „Wir steuern auf eine gigantische weibliche Altersarmut zu. Wir müssen ernsthaft über große Teilzeit reden, für Frauen und Männer. Dass die Politik das nicht thematisiert, halte ich für fahrlässig.“

Text: Zdena David, Onlineredaktion www.muensterland-events.de
Alle Fotos (6) sind von Zdena David, Onlineredaktion www.muensterland-events.de

„Trabajadoras del Mundo – Frauenarbeit“
Gemälde und Plastiken von Cecilia Herrero-Laffin

29.05.2011 bis 25.09.2011

Veranstaltungsort:

Zeche Nachtigall, Nachtigallenstraße 35, 58452 Witten-Bommern

Telefon: 02302 93664-0

Telefax: 02302 93664-22

www.lwl-industriemuseum.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag, sowie feiertags 10 – 18 Uhr, letzter Einlass 17:30 Uhr

 

An folgenden Tagen können die Besucher das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall kostenlos besuchen. Neben drei freien Freitagen (1. Juli, 2. September, 4. November und 13. November 2011) nimmt das Museum auch am Knappentag (3. Juli 2011) keinen Eintritt.

 

Eintritt:

Erwachsene: 3,00 Euro

Kinder, Jugendliche (6-17 Jahre) und Schüler: 1,50 Euro

Ermäßigt: 2,00 Euro

 

Begleitkatalog:

LWL-Industriemuseum. Trabajadoras del Mundo – Frauenarbeit. Gemälde und Plastiken von Cecilia Herrero-Laffin“. Essen, 2011. Preis: 5,20 Euro. Ab dem 29.05.2011 im Museumsshop erhältlich.

Begleitprogramm zur Ausstellung „Frauenarbeit“:

– 08.06.2011, 18 bis 20 Uhr, Vortrag „Der kleine Anfang – in Teilzeit selbständig. Chancen und Risiken der Gründung in Teilzeit“, Referentin. Bigitt Torbrügge, Unternehmensberaterin. Eine Veranstaltung der Gleichstellungsstelle Witten/Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe. Freier Eintritt. Anmeldung notwendig unter:

gleichstellungsstelle@stadt-witten.de oder Tel.: 02302/5811613

– 20.06.2011, 19 Uhr bis 21:15 Uhr, Vortrag und Diskussion, „Der Minijob: Was ist bei einer ‚geringfügigen Beschäftigung‘ zu beachten?“ – Achtung: Abweichender Ort: Seminarzentrum Holzkampstr. 7, Witten. Eintritt frei. Anmeldung unter: Tel.: 02302/910500, Kursnummer 12321. Veranstalter: Gleichstellungsstelle der Stadt Witten/VHS Witten-Wetter-Herdecke

– 30.06.2011, 19 Uhr, Film: We Want Sex, GB 2010, 113 Min., FSK 6. Regie: Nigel Cole

14.07.2011, 18:30 bis 20:30 Uhr, ein Abend in Salon-Atmosphäre mit Musik und Führung durch die Ausstellung. Unter der Moderation von Gudrun Kemmler-Lehr (Regionalverband Ruhr) beantworten Expertinnen zum Thema „Arbeit ist das halbe Leben – Frauen-Erwerbsarbeit im Ruhrgebiet“ Fragen. Einführende Bilder und Worte  liefert Claudia Horch vom Regionalverband Ruhr. Die Gesprächspartnerinnen sind:

– Astrid Berger-Fels, Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit

– Maria Tschaut, Landesbezirk NRW der Gewerkschaft Verdi

– Bärbel Weber, Gleichstellungsstelle Bochum

– 04.08.2011, 14-17 Uhr, Grundkurs „Figuren töpfern“, gemeinsam mit der Künstlerin für Kinder von 6 – 11 Jahren. Anmeldung erforderlich! Teilnahmegebühr inkl.
Material 5,– Euro.

10.09.2011, 13-18 Uhr, Grundkurs „Keramik Skulptur“, gemeinsam mit der Künstlerin für Erwachsene. Anmeldung erforderlich! Teilnahmegebühr inkl. Material und Brand 20,– Euro.

   
   Bild: Cecilia Herrero-Laffin, Tabacalera, 2011, Mischtechnik, 60 x 160 cm.
Foto: ZD, Onlineredaktion www.muensterland-events.de
 

 

 

 

Parallel zu der Ausstellung und der Eröffnung des „Ein-Wochen-Museum“ in der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld mit der „Tankstelle“ von HA Schult fand in Telgte die Ausstellung „Trash People“ statt. Eine befreundete Journalistin, Zdena David“ hat uns ihren Artikel mit den dazu gehörigen Bilder übermittelt, die wir ihnen nicht vorenthalten wollen. (Jürgen Gerhardt)

Bürgermeister Pieper, Bündnis90/Die Grünen   [ZD]„Wir produzieren Müll und wir werden zum Müll. Denn jede Coladose von heute ist die römische Scherbe von morgen“, betonte HA Schult, der international und hauptsächlich durch Objekt- und Aktionskunst bekannte Künstler zur Ausstellungseröffnung, der durch seine im Dümmertpark in Telgte aufgestellten Trash People auf unsere im Wohlstand lebende Gesellschaft, die die Erde ausbeutet, aufmerksam macht. Seine Aktion der mannshohen, aus gepresstem Müll mit Montageschaum verfestigten Figuren, sowie seine überragende Rede, hinterließen beim prominenten und alltäglichen Besucher  am Eröffnungstag der Ausstellung „Einkehr in Telgte“ einen bemerkenswerten Eindruck.

Nein, es ist keine Wallfahrt, auch wenn diese „Menschen“ kurzweilig die Stadt Telgte um 200 „Einwohner“ bis zum 31.07.2011 vergrößern und den Wallfahrtsort Telgte (NRW, Münsterland) auf der ganzen Erde noch bekannter machen.

Mit begrüßenden Eingangsworten und einer hervorstechenden Aufzählung der Metropoleorte „Moskau, Peking, Kairo, Brüssel, Rom, Arktis, Telgte“, hieß Bürgermeister Wolfgang Pieper (Bündnis 90/Die Grünen) die Besucher Willkommen bei der Ausstellungseröffnung der Trash People des in Köln und Berlin lebenden Künstlers HA Schult, der ebenfalls, wie seine aufgestellten „Müllmenschen“ am Sonntag, 03.07.2011 anwesend war.

„Laden Sie Menschen nach Telgte ein, um sich mit dieser Kunst auseinander zu setzen“, beherzigte Bürgermeister Pieper alle Besucher, denn das Konsumenten-Thema sowie die Müllproduktion (580 kg/Jahr/Bürger/Deutschland) findet der überregional bekannte Politiker sehr wichtig und nachhaltig erschreckend.    

Die Trash People sahen mittlerer Weile zahlreiche Orte, wo sie Menschen aufrüttelten und zur Diskussionen führten. HA Schult packte „das zentrale Thema in eine globale, mobile Skulptur“, der er zum ersten Mal 1996 in Xanten in einem Römischen Amphitheater das Leben einhauchte und zu 1000 Stück ausstellte. Weitere Orte folgten, die Attraktivsten sind zu nennen: Die Müllmenschen standen 1999 in Moskau auf dem Roten Platz, 2001 auf der Großen Mauer in Peking, 2002 vor den Pyramiden in Kairo, 2005 in Brüssel auf dem Grand-Place, 2007 in Rom auf Piazza del Popolo, 2011 in der Arktis, 78° 13’ N 15° 33‘ E. Unterschiedliche Höhen besuchten die Trash People: Am Matterhorn, 2800 m ü. NN sowie 880 m unter Tage im Salzstock Gorleben.   HA Schult

Simone Thieringer, Leiterin von „Tourismus + Kultur“ der Stadt Telgte besuchte die Müllmenschen während ihres Urlaubs am Kilkenny Castle in Irland, von diesem Zeitpunkt an, setzte sie ihre Idee die Trash People nach Telgte zu transportieren und auszustellen durch. Großartig!

Die roten Steine der Kulturspur in der Innenstadt Telgte weisen den Weg zum nahgelegenen Dümmertpark an der Ems, wo die „Neubürger“, wie sie bei der Ausstellungseröffnung Peter Scholz, Vorstandsmitglied der Sparkasse Münsterland Ost,  bezeichnete, in Reih und Glied wie eine Armee aufgestellt sind. „Die Sparkasse fördert gerne Kunst im öffentlichen Raum. HA Schult ist eine echte künstlerische Attraktion in Telgte“,  sagte Scholz während seiner Rede am Eröffnungstag. Glücklicherweise steuerte die Sparkasse Münsterland Ost in die umfangreiche Aktion der Trash People einen großen finanziellen Betrag bei, mit von der Partie sind zahlreiche, private, regional ansässige Unternehmen  als Sponsoren zu nennen. Der ausschlaggebende finanzielle Zuschuss für die komplette Realisierung dieser Outdoor-Ausstellung samt Begleitprogramm kam von der LWL-Kulturstiftung. Dieses Projekt erfülle die Förderkriterien, sagte Silke Rommel vom Beirat der Kulturstiftung, während sie einen weiten Blick über den idyllischen Dümmertpark streifte und betonte, die Trash People suchten doch eine Heimat nach der langen Weltreise!

Trash-ArmeeDie Besucher können die Müllarmee der Trash People von HA Schult einerseits direkt vor Ort auf der grünen Wiese im Dümmertpark besichtigen,  andererseits in unmittelbarer  Nähe einige Metallstufen auf einen  „Seh-Container“ der Firma Bolle hochsteigen, von wo aus man eine gewisse Vogelperspektive der gesamten Betrachtung der Trash People erhaschen kann.
Im Inneren des bunten Metall-Containers werden Merchandising-Artikel zu dieser aktuellen Kunstaktion verkauft. Auf dem Gelände treffen die Besucher  ehrenamtliche Gästebetreuer, deren Einsatz von 120 Schichten der Heimatverein Telgte koordiniert.

Ein Begleitprogramm bereichert die Kunstaktion von HA Schult in Telgte:
– Lesung zur Ausstellung, am 07.07.2011, 19:30 Uhr, Dümmertpark:
Christian Nachtigäller liest in mitten der Trash People aus seinen trashigen geschichten. Der Autor erzählt vom Alltäglichen Wahnsinn und vom wahnsinnigen Alltag.
– Führungen zur Ausstellung – Auf den Spuren der Trash People.
Termine nach Wunsch sowie öffentliche Führung am 17.07.2011 um 16:00 Uhr.
Treffpunkt: marktplatz, Tel.: 02504/690100, simone.thieringer@telgte.de
Dauer: 45 Minuten, Kosten 3,00 Euro, ab 10 Personen
– Konzert zur Ausstellung, am 17.07.2011, 17:00 Uhr, Bürgerhaus Telgte, Baßfeld 9, Eintritt frei!
The Long Breath. Die Reise von HA Schult durch die Kunst. Eine Bild- und Musik-Collage von Anna Zlotovskaya. Musik: Antonio Vivaldi. Im Anschluss des Konzerts findet eine Signierstunde mit dem Künstler HA Schult statt.

Einkehr in Telgte – Trash People von HA Schult
Diese Ausstellung im Grünen ist von 6 Uhr bis 22 Uhr bis zum 31.07.2011 im Dümmertpark in Telgte zu sehen.

Informationen:

Stadt Telgte Tourismus+Kultur Telgte, Tel.: 02504/690100,
www.telgte.de
simone.thieringer@telgte.de

Weitere Informationen:
www.haschult.de

 

Text und Fotos: Zdena David

 

 [zd] Bochum / Westfalen Zur Filmpremiere "Gotteshäuser zu verkaufen – Kirchenschließungen zwischen Verlust und Chance" wird am Donnerstag, 17.03.2011 ab 19 Uhr in die Kunstkirche Bochum (Christ-König-Kirche, Steinring 34) eingeladen.

   
  (v.l.): Projektleiterin Dr. Katrin Bauer, Prof. Dr. Ruth-E. Mohrmann, Vorsitzende der Volkskundlichen Kommission für Westfalen, Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin, Probst Michael Ludwig, Hausherr der Kunstkirche Bochum, Christiane Cantauw, Geschäftsführerin der Kommission.                                                                                                                     Foto: © Zdena David  

Profanierung von Kirchen in Westfalen macht sich auf unterschiedlichste Art und Weise bei den betroffenen Menschen, ob christlich Erzogenen oder Ungläubigen sowie bei den Vertretern der Kirche und Gotteshäuser bemerkbar. Mit dieser Wirkung und Auswirkung auf den Menschen und den Raum dieser umfangreichen Thematik der "unübersehbaren Entkirchlichungstendenzen in unserer Gesellschaft", beschäftigte sich Dr. Katrin Bauer im Rahmen einer  zweijährigen wissenschaftlichen Arbeit des Forschungsprojektes der Volkskundlichen Kommission für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL):  "Kirchenumnutzungen und ihre Folgen".

Aus diesem Projekt entstand ein 47-minütiger Dokumentarfilm  und ein Buch, die die Autorin "Gotteshäuser zu verkaufen" betitelte.
Neben lokal präsentierten kirchlichen Standorten (Bochum-Langendreer, Bocholt, Münster, Bielefeld,…), die gezielt umfunktioniert wurden oder abgerissen werden mussten, zeigt Bauer emotionsgeladene Bilder der Gemeindemitglieder, die diese massive Wandlung nicht verstehen können. Auch der Abriss der St.-Antonius-Kirche in Gronau-Epe ist Gegenstand des Dokumentarfilmes, wo sich die Gläubigen lange gewehrt haben und nun "verraten fühlen".

 

           
  Kunstkirche Christ-König in Bochum.                                                                                               Foto: © Zdena David  

Die Christ-König-Kirche in Bochum wurde zu einer Kunstkirche umgewandelt – großartige Ausstellungen finden bereits seit der RUHR.2010 in diesen Räumen statt.

 

   
  (v.l.): Projektleiterin Dr. Katrin Bauer, Prof. Dr. Ruth-E. Mohrmann, Vorsitzende der Volkskundlichen Kommission für Westfalen, Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin, Probst Michael Ludwig, Hausherr der Kunstkirche Bochum. Foto: © Zdena David  

Der Hausherr Probst Michael Ludwig hat sich mit der Umwandlung des Gotteshauses sehr gut angefreundet, er sieht dies als eine Chance auf einen Neuanfang. "Hier mache ich etwas Innovatives, was Neues. Das ist besser als hinter der Vergangenheit nachzutrauen", erklärte er während des Pressegesprächs am 15.03.2011, als das gesamte Forschungsprojekt  "Kirchenumnutzungen und ihre Folgen" in Bochum von zahlreichen Vertretern vorgestellt wurde.

Dieser Dokumentarfilm ist auch für schulische Zwecke zu empfehlen. Die DVD ist beim LWL-Medienzentrum für Westfalen, medienzentrum@lwl.org oder im Buchhandel erhältlich.

Aus dem Forschungsprojekt  "Kirchenumnutzungen und ihre Folgen" sind hervorgegangen:

DVD "Gotteshäuser zu verkaufen.
Kirchenschließungen zwischen Verlust und Chance".

Ein Film von Katrin Bauer, Andrea Graf und Ragnar Kopka.
(in der Reihe: Alltag im Film, eine Co-Produktion des LWL-Medienzentrums und der Volkskundlichen Kommission für Westfalen,
zu bestellen beim LWL-Medienzentrum für Westfalen, medienzentrum@lwl.org oder im Buchhandel)

Katrin Bauer:
Gotteshäuser zu verkaufen.

Gemeindefusionen, Kirchenschließungen und Kirchenumnutzungen,
212 Seiten, zwei farbige Bildteile,
mit DVD, Festeinband, 29,90 Euro Waxmann-Verlag, Münster


Ausstellung: Kirchenumnutzungen.

Fotografien von Stephan Sagurna,
vom 17.März bis zum 10. April
in der Kunstkirche Christ-König, Steinring 34 in Bochum

Ein weiterer Bericht folgt im nächsten Zeitraum.

Text: Zdena David