Timo Wopp, der Ennepetaler Heilsbringer?

[jpg] Schnösel wäre der Begriff, den man auf Timo Wopp anwenden kann. Er kommt auf die Bühne, ist nach eigenen Worten topp vorbereitet, zumindest körperlich, und legt direkt los. Die Zuschauer sitzen unter ihm und er steht, nein, schwebt, über ihnen allen. Arroganz?  Nein, das sieht nur so von unten aus. Es war das erste Kabarett das 2015 in den Räumen der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld zur Aufführung gelangte – ausverkauft mit Zusatzstühlen.

Timo Wopp - alles im Griff  Foto: (c) Linde Arndt

Timo Wopp – alles im Griff Foto: (c) Linde Arndt

Die Zuschauer müssen bei Timo Wopp einiges aushalten, Schmerzfreiheit ist angesagt.

Er gehört zu der neuen Generation von Kabarettisten, wie Sebastian Puffpaff, Christoph Sieber, Tobias Mann oder Max Uthoff und Claus von Wagner. Nur er ist ein Heilsbringer, ein moderner Jesus dem nichts heilig ist. Er ist allumfassender Experte bis zum Wahnsinn, oder kurz davor. Und er manipuliert die Zuschauer, zumindest spielt mit der Manipulierbarkeit seines Publikums. Zeitweise ist das Publikum verunsichert, wenn er, der ja bekennender Betriebswirt ist, sein Publikum coacht. Und das Publikum geht darauf ein.

TW1

Timo Wopp Jonglage mit Keulen Foto: (c) Linde Arndt

Das wäre jetzt aber alles zu einfach; denn Timo Wopp will auch unterhalten, indem er seine Jonglagen, die immerhin zur Spitzenklasse gehören, dem Pubikum vorführt. Ohne Überleitung die Vorführung mit der Zigarette und dem Streichholz. Klar, der Jongleur schmeißt vom Rücken die Zigarette um sie mit dem Mund aufzufangen. Und das brennende Streichholz, welches die Zigarette ansteckt hinterher. Ups, das Streichholz hat es nicht geschafft. Macht nichts, das gehört zum Spiel um die Spannung zu erhöhen. Was ja auch klappt. Und letzten Endes schafft er es ja doch und genießt die Bewunderung.

Er outet sich als Merkel-Fan, sie ist für ihn sexy; denn Macht macht sexy und die Macht hat Merkel nach Wopp. Oder wenn er von asozialer Kompetenz oder sozialer Inkompetenz redet und sein Publikum verunsichert. Wenn er vor einer Zugtür steht, möchte er erst einmal einsteigen, ehe er die Fahrgäste aussteigen lässt – klarer Fall von sozialer Inkompetenz. In der Fußgängerzone die dargebotene Obdachlosenzeitung kauft er nicht, nicht ohne die Bemerkung, die habe ich schon im Internet gelesen – klarer Fall von asozialer Kompetenz. Er ist nicht der erhobene Zeigefinger, aber er zeigt auf wohin die gesellschaftliche Reise gehen könnte, wenn wir in dem Tempo in

Timo der Coach  Foto: (c) Linde Arndt

Timo, der Coach Foto: (c) Linde Arndt

dem Timo Wopp über die Bühne geht weiter machen. Zeitweise sieht man sich in die Nähe der Publikumsbeschimpfung eines Peter Handke gerückt. Es ist ein feinsinniges Spiel mit dem Publikum, immer im Niemandsland zwischen gleichzeitig souverän sein und auch zerbrechlich sein. Und er macht sich zum Schluß zum Affen, indem er die Elefantenohren aufsetzt. Alles ist gut, es war nicht so gemeint. Und die Gleichung geht auf: Langanhaltender stehender Applaus. Die Versöhnung mit dem Publikum ist gelungen. Nur auf dem  Weg nach Hause werden dem einen oder anderen die Unverschämtheiten wieder einfallen. Ein Lächeln wird es sicher geben. Alles ist gut.

 

Jürgen Gehardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Und es gibt noch mehr Fotos vom Auftritt Timo Wopp in der Kultgarage Ennepetal (klick hier)

 

 

Kultgarage mit weiterem Highlight

[la] Wir verfolgen es ja schon einige Jahre und haben direkt bemerkt, dass diese Veranstaltung einfach immer beliebter wird. Es stimmt einfach alles, der kleine, aber urgemütlich ausgestattete Raum, der freundliche Empfang und die Bewirtung der Gäste, die Technik, die kultgaragige Kulisse und natürlich die Top-Kabarettisten, die einfach für ein entspannendes und heiteres Erleben Garant sind.

So war es schon lange abzusehen, dass die Besucherkapazitäten an ihre Grenzen kommen, aber man möchte im Grunde dieses Idyll nicht auflösen.
Nun erhalten wir folgende Mitteilung der Veranstalter.

Kultgarage – Ausverkauft und doch nicht

„Auf der einen Seite freuen wir uns Ihnen mitteilen zu können, dass unsere  Kultgaragenveranstaltungen, allein schon durch die Abonnements, heute  bereits ausgebucht sind, auf der anderen Seite tut es uns leid, dass wir ggfls. keine Kartenwünsche mehr erfüllen können.

 

Bitte zum vergrößern anklicken

Bitte zum vergrößern anklicken

 

Wir haben nach Lösungen gesucht und am 26.9.2014 einen zusätzlichen Abend in Breckerfeld im Martin Luther Haus initiiert.

Volker Weininger kommt und berichtet uns darüber was unser Senf in seinem Leben bewirkt.

Da das Martin Luther Haus über ca. 250 Plätze verfügt, sind wir uns sicher, dass Nachfrager Erfolg haben werden.

Ihr KultGaragenTeam“

Der Vorverkauf startet am 18. August 2014.
Karten erhalten Sie bei der Stadt Breckerfeld unter der Tel.-Nr. 0 23 38 – 8 09 30 (Frau Gentsch).

Wie aus dem Flyer hervorgeht, erwartet Sie ein  absolutes Highlight zum Jubiläum „130 Jahre Sparkasse in Breckerfeld“

Also Termine notieren und rechtzeitig Karten besorgen.

 

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Das wird teuer – Kultgarage die zweite

[la] Eigentlich wäre es längst eine Überlegung wert, die Aufführungen der „KultGarage“ (Veranstalter: EnnepeKultur, eine Coopertation der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld und der Stadt Ennepetal) in größere Räume zu verlegen. Man würde jedoch dann gerade das vermissen, was diese Veranstaltungen ausmacht. Ein kleines, intimes Theater mit unverwechselbarem Charme und kuscheligem Flair. Etwas Besonderes eben und inzwischen wirklich Kult.

Pressefoto Thilo Seibel

Pressefoto Thilo Seibel

Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn „die zweite“ Kultgarage 2013 bereits ausgebucht ist, denn das Interesse steigt. Unsere Empfehlungen daher, sich schon jetzt auf folgender Seite das Programm 2013 anzuschauen und rechtzeitig zu buchen, damit Sie bei einer der nächsten Veranstaltungen wenigstens dabei sein können. Jetzt wäre es nur möglich, wenn einer der Gäste seinen Termin nicht wahrnehmen könnte und dadurch ein Platz zur Verfügung stünde.

Auch am kommenden Freitag wird es wieder außergewöhnlich spannend und entspannend, wenn vor Ort ein spitzzüngiger Satiriker wie Thilo Seibel die Lachmuskeln seiner Zuschauer und -hörer mit aktuellen politischen Fehleinschätzungen reizt. Es hat schon eine feine Doppelsinnigkeit, wenn Thilo Seibel gerade in einem Geldinsstitut davon spricht „Das wird teuer“.

 

 

 

Thilo Seibel am 14.6.2013 ab 20:00 Uhr,
Einlass 19:30 Uhr, Seiteneingang Südstr, in der Kultgarage
Sein Programm „Das wird teuer – ein Polit-Handwerker greift durch“

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Stefan Waghubinger – „Langsam werd´ich ungemütlich“

[la] Er ist kein unbeschriebenes Blatt, dieser Stefan Waghubinger, gebürtiger Österreicher, der in Stuttgart lebt. Zumindest gibt es eine ganze Reihe an Auszeichnungen, die die Laufbahn dieses Kabarettisten mit tiefschwarzem Humor würdigen.

Stefan Waghubinger Foto:

Stefan Waghubinger
Foto: Olaf Bossi

Allein in den letzten Jahren konnte er folgende Titel einheimsen:

  • Gewinner des „Schwarzen Schafs vom Niederrhein 2012“
  • Gewinner des 2. Preises der Tuttlinger Krähe 2012
  • Gewinner Goldener Stuttgarter Besen 2011
  • Förderpreis des „Kleinstkunstpreises des Landes Baden-Württemberg“ 2011
  • Gewinner des 2. Preises des „Hamburger Comedy Pokals“ 2011
  • Gewinner des NDR Comedy Contest, Frühjahrsshow 2011
  • Gewinner des Publikumspreises Klagenfurter „Herkules“ 2011
  • Doppelgewinner Jury- und Publikumspreis „Paukenschlag“ Bonn 2010
  • Gewinner Jahresfinale „Trierer Comedyslam“ 2010 (Masterslam)

 

Die Staffel 2013 in der KULTGARAGE fängt also mit einem hochkarätigen Kabarettisten an, der mit Sicherheit für einen spannenden und unterhaltsamen Abend sorgen wird.
Dazu noch das obligatorische Gläschen Sekt, die leckere Brezen, nette Gäste mit denen man in der Pause plaudern kann – und ein paar entspannten Stunden steht nichts im Wege.

Am  10.5.2013 um 20:00 Uhr, Einlass 19:30 Uhr, Voerder Str. 79-83, 58256 Ennepetal, Sparkassesouterrain (Südstr.)
kommt er mit seinem Programm „Langsam werd´ ich ungemütlich nach Ennepetal zu der Veranstaltung der
ennepe-kultur-logo

Karten wie immer: Tel. 02333-979300, kultur@ennepetal.de

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Vom Steuerfahnder zum Charmeur

[la] Die Kabarettabende der KULTGARAGE in Ennepetal, eine Kooperationsveranstaltung der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld mit der Stadt Ennepetal, erfahren einen immer größer werdenden Zuspruch. 2012 toppte die bereits in den  Vorjahren sehr  gut besuchten Veranstaltungen, in dem in diesem Jahr sämtliche Veranstaltungen der Staffel schon ziemlich früh restlos  „ausverkauft“ waren.

Lutz von Rosenberg-Lipinsky führte den Reigen im Mai an. Kai Spitzl im Juni, Serhat Dogan im Juli , Chin Meyer im August und Christian Hirdes beendete im September die Saison. Bei jeder Aufführung hatte das Publikum die Gelegenheit mit einem Plus- oder Minus-Coupon seine persönliche Meinung kund zu tun. Für Chin Meyer gab es nur grüne Plus-Coupons in der Abstimmungsbox und so wurde er einstimmig der Sieger und Publikums-Liebling der KULTGARAGEN-Staffel 2012. Er wusste in seiner Show dem Publikum eine ganz sensible Angelegenheit, "Wie konnte es zu der Finanzkrise kommen?"  und anderen ungeheuer steuerlichen Dingen in humorvoller, manchmal leicht sarkastischen Art, zu präsentieren und brachte die Anwesenden zu lautem Gelächter und Beifallstürmen.

   

Und nun war er da, im  Gasthaus „Hülsenbecke“ in Ennepetal, um seinen Kulturpreis, den bronzenen Ennepetaler Fuchs, einen Geldpreis und Fotos seines Auftrittes, in Empfang zu nehmen. Und statt des biederen, streng frisierten Steuerfahnders hatten wir bei dem Pressetermin einen fröhlich und charmanten Preisträger vor uns, mit lockigem Haar, der auch in der kleinen Kultur-Feierstunde der Preisübergabe mit manch kleiner Anekdote oder erfrischenden, witzigen Äusserungen alle Anwesenden in seinen Bann nahm.

 
v.l.: Peter Müller und Carsten Michel [Stadt Ennepetal] / Johannes Dennda und Heike Gräfe [Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld] und im Vordergrund Chin Meyer mit dem Kultur-Fuchs und weiteren Präsenten                                                   Foto: © Linde Arndt

 

 

Chin Meyer arbeitet bereits an seinem neuen Programm, das im Herbst nächsten Jahres startet. Mehr wurde noch nicht verraten.
Vielleicht sehen wir Chin Meyer in den nächsten Veranstaltungen noch einmal mit seinem neuen Programm wieder. Die Macher der  Ennepe-Kultur [Johannes Dennda und Heike Gräfe (Sparkasse) und Carsten Michel und Peter Müller von der Stadt Ennepetal] haben auch für die Zukunft große Pläne vor. Das wäre man schon allein dem Ennepetaler Publikum schuldig, das bereits jetzt schon Nachfragen zum Programm 2013 stellt.

So hoffen und wünschen wir, dass dieser Elan weiter anhält und  Ennepetal, auch ausserhalb,  zu einer guten Adresse für Kulturveranstaltungen macht.

 

Linde Arndt für EN Mosaik aus Ennepetal

Es ist genug Geld da, es ist nur schlecht verteilt

[jpg] Mit ihrem zweiten Bühnenprogramm "Humor ist, wenn man trotzdem wählt" überzeugte Anny Hartmann im Prix Pantheon in Bonn. Nach eigenen Angaben ist sie Feministin und überzeugte noch dazu. Nun ist Feministin zu sein zwar in der Regel negativ belegt, fragt man jedoch nach dem Stand der Dinge bei der Gleichberechtigung, so fehlen einige Anny Hartmanns in der Gesellschaft. Sie es eine stimmgewaltige Person die es nicht versäumt die sozialen Ungerechtigkeiten, aber nicht nur die der Frauen, aufzuzeigen und durch den Kakao zu ziehen. Und sie ist auch brutal, wenn sie meint: "Abtreibung ist ja auch so ein hässliches Wort. Sprechen wir lieber von entfernten Verwandten". Da bleibt einem schon die Luft weg wenn sie dies mit einem „süffisanten“ Lächeln dem Publikum serviert. Oder die neu aufgetauchte Steuer CD, deren Nutzung illegal wäre, weil auch die darauf befindlichen Steuersünder Illegales geleistet hätten.

           

Irgendwie erinnerte sie mich ein bisschen an Volker Pispers, jedoch auf einem anderen Weg, eben als Anny Hartmann Weg. Sie fordert Anstand und Moral, moralisiert jedoch nicht in ihren Stücken. Hartz IV wurde neu berechnet, wobei der Alkohol und der Tabak wegfielen. Warum der Alkohol, fragt Anny Hartmann: Klar, die Arbeitslosen sollen ihr Elend nüchtern ertragen. Und die Konsequenz? Der Afghanistankrieg kostet 50 Milliarden und das Arbeitslosengeld nur 30 Milliarden. Oder was Menschen voneinander halten: 80% der Menschen wollen arbeiten gehen, meinen jedoch das 80% ihrer Mitbürger sich auf ihre Kosten in die berühmte Hängematte legen wollen.

Das muss man erst einmal verdauen.

Es ist das Ergebnis einer immerwährenden Manipulation des mündigen Bürgers dem die Stereotypen durch bestimmte Medien aufgezwungen werden. Heidi Klump diese Ausbilderin von deutschen Supermodells. Die den Frauen klar macht, dass sie ihre eigene Persönlichkeit vergessen sollten und nur noch mit und aus Po und Busen leben sollten. Und da steigt sie ein in diese widerliche Scheinwelt die keine Menschen „produziert“ sondern nur angepasste Mutanten. Sie geißelt diese bigotte Welt des Glamours, vergisst aber nicht ihre bitterböse Ironie dabei. Es ist eine treffsichere Wortdialektik die einen zum Lachen verleitet und einen Wimpernschlag weiter nachdenklich macht.

Es war ein riesiges Fass was Hartmann aufmachte, fein säuberlich sortiert in verschiedene Bereiche, jeder bekommt sein Fett ab. Aber sie zeigt auch das beispielhaft Gute auf. Norwegen, welches nach dem Massenmord eines Fanatikers kein Gesetz erlassen hat, welches die Rechte der Bevölkerung einschränkt. Während die ganze Welt nach Gesetzen schrie, hielt Norwegen inne und trauerte um seine Opfer. Anny Hartmann findet das vorbildlich und der Applaus zeigte, das Publikum auch.

Anny Hartmann war früher Sparkassenangestellte in Köln und konnte von ihrem Job leben. Nur sie wollte auch mit ihrem Job leben können, also wurde sie Kabarettistin.

Mit ihrem Programm „Humor ist, wenn man trotzdem wählt“ welches gesellschaftskritisch mit einem feministischen Drall daher kommt, konnte sie die Besucher der Kultgarage in der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld überzeugen. Sie ist eine starke und leidenschaftliche Frau mit einem Programm was man nicht lustig finden muss, da einem manchmal mit dem Lachen das Gesicht einfriert.

      

Es war ein durchaus gelungener Abend und so wie wir erfahren durften, steht das Programm der Kultgarage für 2012 schon. Es freut schon, dass die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld das Format Kultgarage in Ennepetal fest etabliert hat. 50% der Besucher sind mit Dauerkarten ausgestattet und die Nachfrage für 2012 hat schon begonnen.

Aber lassen sie uns erst die nächsten Vorstellungen 2011 erfahren. Das Jahr 2011 hört dann mit Mirja Boes am Donnerstag, 08.Dezember 2011 im Haus Ennepetal auf. An diesem Tag feiert die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld ihr Jubiläum von exakt 155 Jahren. Die Karten können in allen Geschäftsstellen der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld zum "Jubiläumspreis" von 13 Euro erworben werden. Dafür gibt es noch ein paar Karten.



Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Sie wird Sie garantiert zum Schmunzeln bringen – Anny Hartmann in der Kultgarage.

 

[la] Sie ist die Vierte in der Kultgaragen-Staffel 2011, die um den "SparkassenKultgaragenFuchspreis" kämpft. Und sie hat einiges zu bieten – wieder einmal eine Augen- und Ohrenweide für die Kabarettbesucher, die inzwischen schon eine kleine eingeschworene Fangemeinde geworden sind.

Kritisch, weiblich, und charmant – so wird Anny Hartmann beschrieben und ihr aktuell politisch und gesellschaftlich gut gemixt und angerührtes Programm verspricht unterhaltsame Stunden.

 

Wer gerne über die persönlichen Schwächen der Politiker lacht, wie z.B. die Englisch-Kenntnisse von Westerwelle, Oettinger und Co., oder wer eine interessante Sichtweise über Angela Merkels Frisuren mag, der wird an diesem Abend bestimmt voll auf seine Kosten kommen.

Und lachen wir nicht alle gerne über die Unzulänglichkeiten der Anderen? Hier ist dieses Lachen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht, denn gute Unterhaltung und gute Laune gehören längst zur Kultgarage.

 

 

 

   

Für die  Gäste des Kabaretts wird es allerdings allmählich schwer, bei bisher so viel brillianten Künstlern bei ihrer Abstimmung richtig zu voten.

Es wird auf jeden Fall wieder spannend, wenn es heißt: "Spots an in der Kultgarage" und dieses Mal für

 

Anny Hartmann
Freitag, 12. August 2011,  Einlass 19.30 Uhr, Beginn 20.00 Uhr

„Humor ist, wenn man trotzdem wählt.“

Einzelkarte: 13 Euro inkl. 2 Getränke

Die Kultgarage ist im Sparkassen-Souterrain, Voerder Straße 79–83 (Eingang Südstraße)

Vorverkauf Kulturbühne und Kultgarage:
Rathaus der Stadt Ennepetal · Bismarckstr. 21 · 58256 Ennepetal
Info -Tel. (0 23 33) 97 93 00 · kultur@ennepetal.de

 

 

 [Fotos von Anny Hartmann  von Mr.Kleinkunst]    

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

Kultgarage Ennepetal, das Neuste

Wer bekam den „Prix Pantheon 2000“ (Publikumspreis)? Richtig, Matthias Brodowy. Und so läuft Matthias noch 7 Jahre danach herum und trifft dann wen?

  Richtig, Detlef Wutschik. Die beiden taten sich zusammen und bildeten "Die Bert Engel Show". Wutschik war als Werner Momsen in den Mitternachtsspitzen und im NDR aufgetreten. Werner Momsen über Werner Momsen: Werner Momsen ist eine norddeutsche Kodderschnauze mit imposantem Halbwissen, einem ganz eigenen Taktgefühl und  meist sagt er was er denkt, bevor er denkt was er sagt. Es ist als wenn sich zwei gefunden haben ohne sich vorher zu suchen.

Und die beiden

treten nun in der "Kultgarage" Ennepetal

am 15. Juli 2011 ab 20.00 Uhr

im Sparkassensouterrain der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld auf.

 

Wie immer sollten Sie vorher die Lachmuskeln trainieren.

„Ach ist das schön, ach ist das schön“, japst unter lachbedingtem Sauerstoffmantel eine Zuschauerin.“, schreibt die Goslarscher Zeitung

 

Bild: von links Matthias Brodowy und Detlef Wutschik

     

Weniger müssen müssen in Ennepetal

[jpg] Wenn man sich im Kulturbereich umschaut, stellt man unschwer fest, man befindet sich immer wie in einer Familie. Sei es die Oper, das Konzert, das Theater oder die Kleinkunst zu der das Kabarett gehört. Man kennt sich und schätzt sich und hat gewisse Vorlieben die jedoch tolerabel sind. Kultur hat aber auch ein Problem. Wenn die Gelder der öffentlichen Hand knapp sind fällt die öffentliche Hand als erstes mit dem Rotstift über den Kulturetat her. Die Politik hat keine Scham unsere Kultur in den Orkus zu befördern. Anders die Wirtschaft, die sich gerne der Kultur nähert. Sicher da sind noch ein paar Berührungsängste zu überwinden oder die gegenseitige Orientierungsphase muss noch abgearbeitet werden. Da spielt das miteinander umgehen eine große Rolle – Stichwort „fair use“.

Aber hier in Ennepetal passt es schon. Johannes Dennda, der sich selber der Kunst verschrieben hat, fühlt sich nach dem Aufruf seines Vorstandes berufen die Kunst mit der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld zusammen zu bringen.Ihm zur Seite stand und steht die allseits bekannte Heike Gräfe (Sonnenschein). So ist mit der Zeit ein Team mit einer neuen Aufgabe gewachsen. Die Stadt Ennepetal, die ja in der Haushaltssicherung ist, hatte für die Haushaltsberatungen 2011 eine exorbitante Kürzung des Kulturetat vorgenommen. Nichts desto trotz ist die Stadt Ennepetal nunmehr ein Kooperationspartner der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld und Carsten Michel mit seinem Team kümmern sich ebenfalls liebevoll um die Besucher der Kültgarage.
                 

KultGarage ist eine Marke die gewisse Unsicherheiten hatte, die Tiefgarage und das Industriemuseum passten aus brandschutztechnischer Sicht nicht so richtig zusammen.

Das Souterrain war zuerst einmal eine Notlösung, die aber nunmehr eine feste Einrichtung bleiben soll. 120 Zuschauer passen in den Raum, es ist irgendwie gemütlich.

Der Künstler ist nicht unüberwindbar weit entfernt, er ist direkt beim Zuschauer.

KultGarage hat das Potenzial sich in Spielstätten wie das Unterhaus in Mainz einzureihen.

    
Begeisterte Zuschauer während der Veranstaltung Foto:
© Linde Arndt

[nggallery id=298]  

So habe ich nun 2 Vorstellungen mit erlebt. Einmal mit Franziska Mense-Moritz am 13. Mai und jetzt mit Sebastian Pufpaff am 16.Juni.

Franziska Mense-Moritz mit ihrem Programm „Ich sachma: normal!” mit Hans Wanning am Klavier war eher eine laute und vordergründig arbeitende Kabarettistin.
Sie kommt aus dem Ruhrgebiet und bekennt sich auch dazu. Als Frontfrau des Ruhrgebiets-Kabaretts „Geierabend” bediente sie alle Klischees die das Ruhrgebiet nur hergibt. In ihrem Soloauftritt „Ich sachma: normal!” kamen zum ersten mal leisere Töne zur Geltung. Jedoch immer der vordergründig und direkte Ruhrie mit seinem etwas spröden Humor, der jedoch auch ankommt.

 

KultGarage brachte mit Sebastian Pufpaff am 16.Juni ein ganz anderes Kaliber von Kabarettist. Mit seinem Programm „Warum!“ stellt er Fragen, die jedoch selber fragwürdig sein sollten.

Die Welt die er im Vorbeigehen aufnimmt ist eine zweifelhafte Welt und in seiner Konsequenz müsste sie doch ziemlich verändert werden.

Er will keine Revolution, vielmehr will er das Denken und das Nachdenken wieder einführen. Wie ein Kind will er erst einmal fragen „Warum!“.

Und wenn er die Welt nicht mehr verändern kann, so will er sie zumindest erträglicher machen. So schreibt ihm ein Freund per SMS nach Monaten: Sollen wir mal wieder telefonieren? Sebastian Pufpaff antwortet: Sicher, gerne. Wir machen unser Mobiltelefon auf der Straße an um zu erfahren welches Wetter wir haben, anstatt nach oben zu gucken.

Bei solchen Verhaltensweisen kann man sich nur vor die Stirn schlagen.

   

Aber er wird auch in seiner Pointierung böse, indem er rät die Kinder so zu „mästen“, damit ihnen bei einem Amoklauf mit der Pumpgun nach ein paar Metern die Luft weg bleibt. Bitterböse zeigt er was man mit Kindern machen soll, wenn man sie nicht erziehen kann. Das er damit zwei Fliegen mit der einen Klappe der Provokation erschlägt erschließt sich vielen dabei nicht. Sebastian Pufpaff stellt die bohrenden Fragen die unserer Gesellschaft gestellt werden sollten. Er plädiert für einen Neuanfang der Welt, indem  erst einmal alles neu erfunden werden muss. Er wagt sich etwas, indem er sich entkleidet und durch das Publikum als Primoballerino im Tänzerkostüm das wagt wovon er spricht: Den Neuanfang, nämlich etwas anderes zu wagen ohne das es erwartet wurde. Es ist zu viel was von uns erwartet und so wenig was zu einem erfüllten Leben benötigt wird. Es ist eben ein weniger müssen müssen, was zu einem Neubeginn notwendig ist.

  [nggallery id=300]  

Während eines Gespräches am Ende der Vorstellung, konnte unsere Redaktion etwas über Sebastian Pufpaff erfahren. Für solch ein Programm benötigt Sebastian Pufpaff ungefähr 6 Monate Vorbereitungszeit. Die Vorbereitungszeit ist für die Story, also den „roten Faden“ notwendig. Die einzelnen Pointen und Stücke nimmt Sebastian Pufpaff aus einem reichen Fundus aus zugeflogenen oder von ihm selber aufgenommenen Pointen. Wann das Programm nicht mehr läuft spürt er an der Reaktion des Publikums.

Oder aber er sammelt Eindrücke am Ende der Vorstellung indem er die Zuschauer zu Wort kommen lässt – wie an diesem Abend.

   
  Das Kultgaragen-Team mit Sebastian Pufpaff (5 .v.links)                                                                         Foto: © Linde Arndt  

Der Abend klang aus wie es sich in der Kulturszene gehört man stand noch ein bisschen beieinander und freute sich über die gelungene Veranstaltung. Ein allseits gesprochenes Dankeschön zwischen Gast und Gastgeber. Und wir? Wir machten noch das Gruppenfoto der glücklichen Akteure.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

Und so können Sie sich mit mir schon auf den 15.Juli auf "Die Bert Engel Show" freuen. In dieser Show weiß niemand vorher was passieren wird, vor allem die Akteure nicht.
Akteure, trotz dritter Zähne, mit Biß.