Alles wieder auf Start

[jpg] In einem Jahr haben wir wieder Kommunalwahlen. Allerdings haben wir am gleichen Tag auch Europawahlen. Ein Jahr später sollen wir wieder einen Bürgermeister wählen.

Nun hat eine der Lokalzeitungen des WAZ Konzerns im Schwelmer Bereich einen Artikel über das Haus Ennepetal eingestellt. Der Leiter der Südkreisredaktion hat sich höchstpersönlich über das Ennepetaler “Haus Ennepetal” ausgelassen. Dass es Nässeschäden und Bausünden aus den 70er Jahren gibt, und überhaupt, kann der neue Geschäftsführer Volker Külpmann nichts näheres über Kosten der evtl. vorzunehmenden Sanierungsarbeiten mitteilen. Das war es. Das war es? Nein!

Haus Ennepetal Foto Linde Arndt

Haus Ennepetal Foto Linde Arndt

Seit zehn Jahren ist das Haus Ennepetal hinsichtlich einer Sanierung im Gespräch. Unser Blog hat mit dem Artikel http://en-mosaik.de/?p=4460 auf die vor 5 Jahren in Augenschein genommenen Zustände hingewiesen. Davor hat sich Frau Frey, eine Ennepetaler Architektin,  im Haus Ennepetal umgesehen und einen Investitionsstau attestiert. Der damalige Bürgermeister Eckhardt tobte als er im Verwaltungsrat von dieser „Erkundungsaktion“ hörte. Der damalige Wirtschaftsförderer Wilhelm Wiggenhagen hielt diese Informationen unter Verschluss – heute ist er Bürgermeister. Wir haben Architekten und Statiker befragt, die uns bestätigten, dieses Haus stellt evtl. eine Gefahr dar. Wir haben uns bestätigen lassen, dass es eine veraltete Haustechnik gibt, die grundsätzlich erneuert werden müsste. Der Brandschutz müsste, so die Aussage unserer Gesprächspartner, überprüft werden. Kurz, seit Jahren ist ein Millionenbetrag ( 5 – 10 Millionen ) als Investitionstau aufgelaufen. Und jetzt wird es so dargestellt als wenn diese Schäden von heute auf morgen entstanden seien, man diese Schäden durch Zufall erst entdeckt hätte. Meine Güte die Schäden gab und gibt es schon seit Jahren, nur sie haben jetzt einen Grad erreicht, wo es gut möglich wäre, dass das gesamte Haus Ennepetal für den Publikumsverkehr geschlossen werden müsste. Solche Sachverhalte werden im nichtöffentlichen Bereich erörtert, wie es halt in Ennepetal üblich ist. Man muss sich schon einmal fragen ob unsere öffentlichen Gebäude mit einem dementsprechenden Verantwortungsbewusstsein regelmäßig überprüft werden und bei der Erkennung von baulichen Mängeln dementsprechend konsequent gehandelt wird. Die politische Instanz interessiert das alles sicher nicht, die ist zufrieden wenn es Wahlkreis bezogene Zuwendungen gibt.

Die Eissporthalle in Bad Reichenhall stürzte 2006 auch so mir nichts, dir nichts, ein und riss 15 Menschen in den Tod, auch hier wollte der Rat und die Stadtverwaltung der Stadt Bad Reichenhall nichts über evtl. Gefährdungen und daraus resultierende Sanierungen wissen. Für diese Schludrigkeiten zahlten Menschen mit ihrem Leben.

Aber es ist ja nur wieder Wahlkampf und da geht es nicht um Menschenleben oder um Verantwortung, sondern nur um die Profilierungen von Politikern und Kandidaten. Und diese Politiker haben einfach nur jahrelang weggesehen. Na ja, in 5 Jahren können wir das Thema nochmals verwenden.

Nur wir Journalisten sollten nicht wegsehen und dieses Spiel wegen ein paar Werbebeträgen mit machen.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal