LehmbruckMuseum verlängert Präsentation – Entwürfe für das Loveparade-Mahnmal noch bis zum 25. Juli zu sehen

[EN-Mosaik] Aufgrund des großen Interesses an den Entwürfen für das Loveparade-Mahnmal, die seit dem 23. Juni 2011 im LehmbruckMuseum zu sehen sind, wird die Präsentation auf der Galerie der Glashalle bis zum 25. Juli verlängert.
Neben den 44 Modellen, die besichtigt werden können, haben die Besucher nun zwei Wochen länger die Möglichkeit, auch einen Blick in die beiliegenden Mappen der Künstler zu werfen, in denen sie ihre individuellen Ideen und
Gedanken zum Modell darlegen.

[jpg]Nur drei Minuten Fußweg weiter kann dann auch noch das Original Mahnmal besichtigt werden. Dies ist das erste Mahnmal in Duisburg welches von Duisburger Bürger für Duisburger Bürger erstellt wurde. Die Ratsmitglieder als auch die Arbeitnehmer der Stadtverwaltung wurden total außen vor gelassen. Duisburger Bürger schämten sich für ihre Stadt und aus dieser Scham entstand die Verantwortung. Die Verantwortung die der Politik immer mehr abhanden kommt, in Duisburg und anderswo. Ein Witz, dass der Duisburger Oberbürgermeister nach einem Jahr seine moralische Verantwortung erkennt und sich entschuldigt. Es ist nicht nur ein Witz, vielmehr ist es damit der blanke Hohn den Opfern gegenüber, dieses politische Spielchen weiter zu betreiben. Zumal jetzt die Staatsanwaltschaft die Schuld der Stadtverwaltung Duisburg erkannt hat, indem sie vermeldet: Diese Veranstaltung hätte niemals genehmigt werden dürfen. Der Chef der Stadtverwaltung Duisburg ist der Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU).

 

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 Vorbereitung zur Loveparade 2010 Foto: Linde Arndt
   Massenandrang  Loveparade 2010  Foto Linde Arndt

Jürgen Gerhardt

 

Komposition mit sieben Figuren und einem Kopf

Sonntagsführung im LehmbruckMuseum: Der Wald im Museum – Giacomettis "Komposition mit sieben Figuren und einem Kopf"

Sonntagsführung  am 29. Mai 2011 um 11:30 Uhr

[ 27.Mai.2011 EN-Mosaik) "Komposition mit sieben Figuren und einem Kopf (Der Wald)" – diese Skulptur Alberto Giacomettis ist das Thema der kommenden Sonntagsführung  am 29. Mai 2011 um 11:30 Uhr  im LehmbruckMuseum, Duisburg. Die berühmte Bronzearbeit, die Giacometti 1950 nach einer langen künstlerischen Krise schuf, weist wesentliche Merkmale seines charakteristisch dünnen und lang gezogenen Spätstils auf, der an allen nachfolgenden Figuren wieder zu erkennen ist. Die Arbeit zeichnet sich durch eine unebene, rechteckige Plinthe aus, die auf vier kleinen Füßen steht, und auf der sich in unterschiedlicher Größe und Abstand sieben Figuren und eine Büste befinden. "Der Wald" wurde noch zu Lebzeiten Giacomettis in Bronze gegossen und ist seit 1964 Teil der Sammlung des LehmbruckMuseums.

In einer dialogischen Führung will Romina Pieper mit den Besuchern an der Skulptur Aspekte wie die Platzkomposition oder die Räumlichkeit erörtern. Darüber hinaus sind Entstehungsgeschichte, Aufstellungsort, Betrachterstandpunkt und Material der Skulptur Schwerpunkte der Führung, und auch andere Werke des Künstlers, die derzeit in der Giacometti-Präsentation ausgestellt sind, werden in die Betrachtungen mit einbezogen.

 

Giacometti imLehmbruck Museum
 
Abbildung: Aberto Giacometti: "Komposition mit sieben Figuren und einem Kopf
(Der Wald)" (1950), Bronze, 55,5 x 61 x 49,5 cm, (c) VG Bildkunst Bonn,
Foto: LehmbruckMuseum

Alberto Giacometti gehörte zu den bedeutendsten zeitgenössichen Künstlern des 20. Jahrhunderts und ist von dem Kubismus und Surrealismus beeinflusst. Er war aber nicht nur der Kunst verschrieben, vielmehr war er auch einer klaren philosophischen Ausrichtung hingewandt. Es war selbstverständlich, dass er sich mit den damaligen Großen, wie Pablo Picasso und Jean-Paul Sartre geistig austauschte. Er  war aber auch ein Weltgeist der die Welt zu formen wusste.«Man kann die Welt auch mit einem Kristallblock vergleichen, der unzählige Facetten hat. Jeder von uns sieht, je nach seiner Struktur und Position, einzelne Facetten, einzelne Teile von Facetten – und sein Bild, sein Gedicht, sein Objekt legt nur von dem Zeugnis ab, was er wahrnimmt». Alberto Giacometti, sagte dies im Bewusstsein, dass jeder von uns seinen eigenen Wahrnehmungskatalog hat. Das Verständnis, wie die einzelnen Facetten angeordnet oder zusammen gesetzt wurden, dies obliegt dem Betrachter indem er das gesehene mit seinem Katalog abgleicht.

Eintauchen in die Welt eines Giacometti, soll die Führung im Lehmbruck Museum bringen. Lassen Sie sich vom Lehmbruck Museum an die Hand nehmen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik