Eröffnung KlavierfestivalRuhr in Duisburg – Fotos (c) Peter Wieler

[Duisburg] Mit einem umjubelten Konzert des französischen Spitzen-Pianisten Pierre-Laurent Aimard in der Mercatorhalle Duisburg eröffnete am Donnerstag, 19. April das Klavier-Festival Ruhr seine Jubiläumsspielzeit 2018. Aimard, Ernst-von-Siemens-Preisträger des letzten Jahres, stellte den vor 100 Jahren verstorbenen Komponisten Claude Debussy ins Zentrum des Programms seines 25. Auftritts beim Klavier-Festival Ruhr.

Wie eng Aimard nicht nur dem Festival, sondern auch dessen preisgekrönten Education-Programm verbunden ist, zeigte der außergewöhnliche Beginn des Abends: Als Auftakt spielte er Debussys humoristisches Klavierstück Golliwogg’s cake walk, zu dem rund 25 Schüler einer jahrgangsdurchmischten Klasse der Grundschule Sandstraße eine selbst entwickelte Choreographie aufführten. Gewürdigt wurde damit die modellhafte Bildungsarbeit, die das Klavier-Festival Ruhr in den letzten zehn Jahren in Duisburg-Marxloh entwickelt hat.
Bis zum 13. Juli richtet das Klavier-Festival Ruhr unter dem Motto „Vive la France“ in 66 Veranstaltungen in 21 Städten der Rhein-Ruhr-Region den Blick auf die vielfältige französische Klaviermusik und würdigt Komponisten wie Maurice Ravel, Gabriel Fauré und Camille Saint-Saëns. Intendant Franz Xaver Ohnesorg freut sich, dass zu Beginn des Festivals schon 20 Konzerte ausverkauft sind. Für 6 weitere sind nur noch wenige Restkarten erhältlich.
Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Stiftungsrates des Klavier-Festivals Ruhr, würdigte in seiner Eröffnungsrede das zehnjährige Jubiläum der Education-Arbeit des Festivals in Duisburg-Marxloh. Sie ermögliche mittlerweile an fünf Schulen 550 Kindern und Jugendlichen pro Woche ein bis zwei Stunden intensiver Beschäftigung mit Musik. Lange dankte allen Unterstützern, die dem Projekt Nachhaltigkeit ermöglichen. Gehe es dabei doch um die kulturelle Bildung der nachfolgenden Generation und um die Menschen verbindende Wirkung der Musik in Zeiten fundamentaler gesellschaftlicher Umbrüche.

v,l. Professor Xaver Onesorg und Pierre-Laurent Aimard

Das Debussy-Jahr bietet dem Klavier-Festival Ruhr nach den Worten von Intendant Franz Xaver Ohnesorg die Chance, die bedeutendsten französischen Pianisten wie Hélène Grimaud, Jean-Yves Thibaudet oder den Aufsteiger Lucas Debargue in einmaliger Dichte zu erleben. Die farbenreiche französische Klavierliteratur ermögliche zudem spannende Klavierduo-Abende in Spitzenbesetzungen mit Yaara Tal & Andreas Groethuysen, und den Duos GrauSchumacher sowie Anthony & Joseph Paratore. Auch die reiche französische Kammermusik komme zu Wort, so in Konzerten mit dem Pianisten Benjamin Moser und dem Delian Quartett in Essen-Werden oder dem Klaviertrio um den Debütanten Théo Fouchenneret am Klavier auf Schloss Herten.
Insgesamt erklingen über 90 Werke von 19 französischen Komponisten in den Konzerten des Festivals. Sie stellen Claude Debussy in den Kontext einer musikalischen Entwicklung vom Barock bis in die Gegenwart. Besonderes Augenmerk gilt der Klaviermusik des Spätromantikers Camille Saint-Saëns, von dem allein drei Klavierkonzerte erklingen: am 20. Juni in Bochum mit Joseph Moog und am 29. Juni in Essen mit Bertrand Chamayou.

Höhepunkte des Klavier-Festivals Ruhr 2018
Zu den Höhepunkten des Festivals zählen das Konzert von Dame Mitsuko Uchida am 26. April in Mülheim, ein französischer Abend mit Gerhard Oppitz am 5. Mai in Hamm, das Debüt des jungen isländischen Pianisten Víkingur Ólafsson am 8. Mai in Duisburg, das Konzert des gefeierten jungen Franzosen Lucas Debargue am 17. Mai in Düsseldorf und ein Konzert mit dem Schwerpunkt auf Olivier Messiaen von Tamara Stefanovich am 29. Mai in Essen-Werden. Herausragende Solisten des Klavier-Festivals Ruhr 2018 sind unter anderem Arcadi Volodos, Maurizio Pollini, Daniil Trifonov, Rafał Blechacz, Anne-Sophie Mutter mit Lambert Orkis, Yuja Wang, Sir András Schiff, Marc-André Hamelin, Khatia Buniatishvili und die Preisträgerin des Preises des Klavier-Festivals Ruhr 2018, Elena Bashkirova. Der international renommierte Liedpianist Graham Johnson stellt in zwei Abenden am 14. und 15. Mai auf Schloss Herten mit mehreren Sängern französische Lieder vor und feiert dort am 16. Mai in einem Konzert seinen 50. Auftritt beim Klavier-Festival Ruhr. In der Reihe „Die Besten der Besten“ debütieren vier Preisträger internationaler Wettbewerbe in Bochum, Essen-Werden und Moers.

Mit fünf Konzerten nimmt der Jazz erneut eine prominente Rolle im Programm des Klavier-Festivals ein. Die JazzLine eröffnet das Jacky Terrasson Trio am 7. Mai im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Am 13. Juli schließt ein Konzert mit der Sängerin Pe Werner in Essen das Festival ab. Gemeinsam mit dem Sänger und Moderator Götz Alsmann und dem Trio des Jazzers Frank Chastenier würdigt sie die Kunst des Chansons und seiner Ikonen.

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Karten für alle Konzerte sind telefonisch unter der Hotline (01806) 500 80 3 erhältlich (0,20 € pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobil max. 0,60 € pro Anruf) oder können platzgenau im Internet gebucht werden unter www.klavierfestival.de.

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