[Gev] Am zweiten und dritten Adventswochenende erwartet die Besucher der Gevelsberger Innenstadt ein kleines adventliches Unterhaltungsprogramm. Auf der „Gevelsberger Weihnachtsbühne“ werden musikalische und andere kulturelle Vorträge geboten. Daneben gibt es mobile Aktionen, welche an verschiedenen Orten in der Mittelstraße erfolgen.

Am Freitag, 7.12., 14.30-18.30 Uhr und am Samstag, 8.12., 10.00-14.00 Uhr, ist das Bühnenprogramm am Sprottauer Platz und somit mitten in der Mittelstraße zu bewundern. Eine Woche später, also am Freitag, 14.12, von 14.30-18.30 Uhr und am Samstag, 15.12., von 10.00-14.00 Uhr, wandert die Bühne in die Fußgängerzone.

Das Programm für die vier Bühnentage ist ab Dienstag, 4.12., im Internet unter www.city-gevelsberg.de einsehbar. Daneben werden im Laufe der Woche noch Programmübersichten in den Geschäften und im Eingangsbereich des Gevelsberger Rathauses ausgelegt.

Veranstalter der „Gevelsberger Weihnachtsbühne“ ist ProCity Gevelsberg e.V.

Unterstützt wird diese Aktion wie immer von den Citymanagement-Partnern von ProCity, nämlich der AVU, der Sparkasse Gevelsberg und der Stadt Gevelsberg.



Programm „Gevelsberger Weihnachtsbühne 2012“

 

Freitag, 07. Dezember, am Sprottauer Platz

 

14.30-17.00 Uhr 2YOU (Rock, Pop & Weihnachtliches)
17.00-17.30 Uhr Flight-Club (Feuerspektakel-Jonglage)

17.30-18.30 Uhr Manuel Morgenstern (Keyboard und Gesang)


außerdem mobil in der Stadt unterwegs:

15.00-15.30 Uhr & 16.00-16.30 Uhr Flight-Club (Jonglage-Show)

15.00-18.00 Uhr laufender Schneemann


Samstag, 08. Dezember, am Sprottauer Platz

 

10.30-13.00 Uhr Käßner Trio (Oldies + volkstümliche Musik)

13.00-13.30 Uhr Traditional Jazz Gang (musizierende Weihnachtsmänner)

13.30-14.00 Uhr G-Faktor: Gewinner 2012 (Gitarre)


außerdem mobil in der Stadt unterwegs:

10.30-12.15 Uhr Traditional Jazz Gang (musizierende Weihnachtsmänner)
11.00-14.00 Uhr laufender Schneemann

 

Freitag, 14. Dezember, in der Fußgängerzone

 

14.30-17.00 Uhr Wireless acappella (Gesangsformation)

17.00-17.30 Uhr Flight-Club (Feuer- und Jonglage-Show)

17.30-18.30 Uhr G-Faktor: Gewinner 2012 (Gitarre und Gesang)


außerdem mobil in der Stadt unterwegs:

15.00-15.30 Uhr & 16.00-16.30 Uhr Flight-Club (Jonglage-Show )

15.00-18.00 Uhr Clown-Nikolaus als Ballontier-Bastler


Samstag, 15. Dezember, in der Fußgängerzone

 

10.00-12.30 Uhr Mr. Harmony (Keyboard und Gesang)

12.30-13.00 Uhr Jany`s Poor Boy Trio (Kontrabass, Gitarre, Gesang)
13.00-14.00 Uhr Lea Bergen und Band (Rock, Pop, Gesang)


außerdem mobil in der Stadt unterwegs:
10.00-12.15 Uhr Jany`s Poor Boy Trio (Kontrabass, Gitarre, Gesang)

11.00-14.00 Uhr laufender Schneemann

 

 

[jpg] Über zwei Themenbereiche sollte man an deutschen Stammtischen nicht diskutieren, über Politik und über Religion.

Dort wo normalerweise über Autos, Fußball und Frauen diskutiert wird, passiert es schon einmal durch zumeist neue Stammtischangehörige, dass die beiden Themenbereiche Politik und Religion angesprochen werden. Meistens passiert zuerst einmal nichts, ein tiefes Schweigen breitet sich über den Stammtisch aus, aber nach etwa 1 Minute, die einem wie eine Stunde vorkommt, fallen erwachsene Menschen übereinander her, als wenn es um das Überleben geht. Wenn man sich vorher über den deutschen Meister, ob FC Bayern oder Borussia Dortmund ziemlich einig war, ziehen nunmehr drohende Wolken des Unfriedens über den Stammtisch her. Es wird monologisiert, nicht mehr zugehört, geschimpft und beschimpft, ja sogar Prügel werden dem vormals besten Freund angedroht. Wenn man als Beteiligter vom Nebentisch so zuhört, kann man eines ausmachen, dass das Ganze nur aus Vorurteilen, Halbwissen oder weitergegebenem Wissen von einschlägigen Presseerzeugnissen besteht.

Aufklärung täte da Not, nur die will keiner der Streithähne haben.
Das Politiker alles Deppen sind und darüber hinaus noch ihr eigenes Süppchen kochen, dass könnte man ja noch nachvollziehen. Schnell wird der eine oder andere Politiker erwähnt den man mit einem guten Posten jetzt in der Industrie sieht oder der in der Brüsseler Bürokratie den Winkel der krummen Gurken ausrechnen lässt.

So geht es auch mit der Religion, die man in der Regel gerne abgeschafft sähe. Kostet nur und bringt nichts. Eine Steigerung ist aber noch durch das Thema Islam zu erreichen, hier drehen fast alle ab.

 
    Moshee des Propheten Mohammed

Und wenn an diesem Stammtischkreis sich noch ein vernünftiger Mensch befindet, sieht der sich kurz vor der Steinigung wenn er ein Argument für den Islam aufbringt.

  Nun haben wir uns ausgedacht etwas Aufklärung zum Thema Islam zu betreiben. Das können wir, befinden wir uns doch weitab von jedem Stammtisch, so dass eine Steinigung mangels Entfernung nicht in Frage kommt.

Ich, der Verfasser, bin  bekennender Christ. Das heißt, jeder der es wissen möchte erfährt von mir, dass ich Christ bin. Das heißt aber auch, ich lebe tolerant gegenüber dem  Anderen, auch dem gegenüber welcher einer anderen Religionsgemeinschaft angehört.

Ich besuche gerne Synagogen, aber auch Moscheen (Von den anderen Religionen möchte ich jetzt einmal nicht schreiben) und unterhalte mich gerne mit den Geistlichen der anderen Weltreligionen.

Meistens ist dies ein geistiger Austausch im Glauben indem man offen mit den eigenen als auch den anderen Glaubensgrundsätzen umgeht.

Moschee von Selangor    

Die jüdische Religion wird auf Grund der deutschen Vergangenheit in Deutschland beschützt, so dass meines Erachtens die Schwellenangst erhöht wurde. Für mich ist die jüdische Religion meine Vorgängerreligion aus der mein heutiges Christsein hervorgegangen ist. Gäbe es sie nicht, so gäbe es auch meinen Glauben nicht.

Anders ist es mit dem Islam der aus der jüdischen und christlichen Lehre als eigenständige Religion hervorgegangen ist.
Einem Christ sollte also der Islam nicht fremd sein, findet er doch immer wieder Analogien seines Glaubens in dieser Religion.

Nur in unserem Kulturkreis regt keine Religion mehr auf als der Islam, er wird diskriminiert, diskreditiert und letztendlich stigmatisiert, teilweise schlägt den Gläubigen der pure Hass entgegen. Warum eigentlich? Es gibt viele Gründe, die jedoch alle keinen Bestand haben können.

     Wenn wir uns mit Religion befassen, müssen wir uns darüber im Klaren sein, es sind Menschen die in ihrem Kulturkreis in der Religion einen Halt suchen indem sie an sie glauben.

Die religiösen Übungen sind es die ihnen immer wieder ihren Glauben bestätigen. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird in den meisten Fällen durch den Glauben beantwortet. Die Religion hat also eine wichtige Stellung in dem entsprechenden Kulturkreis.

Zweifelt man die Religion in dem Kulturkreis an oder nimmt man die Religion dem Kulturkreis weg, so provoziert man tiefste gesellschaftliche Verwerfungen.

Gebet in Kairo von Jean-Léon Gérôme (1865)    

Und weil das so ist, sollte man die Religion des anderen Kulturkreises achten und respektieren, ja, man sollte die Menschen in diesem Kulturkreis in ihrer Religionsausübung unterstützen. Nicht umsonst ist die freie Religionsausübung ein wichtiger Bestandteil unserer Verfassung, aber auch der Charta der Menschenrechte der UNO.

Übrigens gilt das für alle Religionen, auch die der christlichen.

Während die christlichen Kirchen Schwierigkeiten haben die Gläubigen in die Kirche zum "Gottesdienst" zu bekommen und manchmal nur mit einer Handvoll Gläubigen aufwarten können, sind die Kirchen des Islam in der Regel zum "Gottesdienst" gut besucht. Die religiösen Übungen und Riten werden bei den Anhänger des Islam akzeptiert aber auch in der Regel eingehalten, während die Regeln und Riten der Christen weitgehend aufgeweicht sind und damit zur Disposition stehen. Während die christlichen Werte weitestgehend im gesellschaftlichen Leben durch allgemeine Gesetze ersetzt wurden, werden die Werte des Islams in der islamischen Gesellschaft gelebt.

Die Gesetzgebung in der islamischen Gesellschaft orientiert sich ausnahmslos an den Werten des Islam.

Die Folge ist ein Kulturschock der christlichen Gesellschaft die dem nichts Gleichwertiges entgegen zu halten hat, denn wir orientieren uns kaum mehr an den christlichen Werten. Es entsteht ein Unbehagen in der christlichen Kultur. Die säkularisierte Welt der christlichen Gesellschaften mit ihrem Mangel an Religiosität reagiert gegenüber dem Islams sodann mit zunehmender Aggression.

Kommunikativ werden die Anhänger des Islam, die man nach  unseren Sprachregeln normalerweise als Islamisten bezeichnen würde, [sie selber bezeichnen sich als Moslems]  mit Terroristen gleichgesetzt. Die 1,5 Milliarden Moslems werden als schießwütige und Bomben legende Masse von uns vorgeführt und abgelehnt. die 2,2 Milliarden Christen jedoch als friedliebende Gruppe eingeordnet. Dass alle Religionsanhänger  der großen Religionen Kriminelle hervorbringt also auch das Christentum, wird dabei von uns nicht erwähnt. Es stimmt nicht, dass durch eine Religion Kriminelle erwachsen. Vielmehr ist es so, dass religiöse Führer Religionsanhänger verführen kriminelle Handlungen auszuführen.

So werden Christen in den USA aufgerufen gegen Ärzte vorzugehen die eine Abtreibung vornehmen. Prompt wurden auch Abtreibungsärzte in den USA auf offener Straße erschossen – im Namen des Christentums. Es war christlich motivierter Mord.
Wir wollen uns nicht mit der Vergangenheit des Christentums aufhalten in denen viele Morde zu registrieren sind von Menschen die durch ihre christlichen Führer verführt wurden. Auch der Islam brachte religiöse Führer hervor, welche die islamischen Gläubigen zu Morden verführten.
Sie sehen mit Religion kann man Menschen verführen, sprich, manipulieren.

Wie kann so was passieren?

Nun in allen Religionen verspricht man nach dem Tode entweder das Paradies oder aber einen "Höllenzustand". Um aber nicht in die Hölle zu kommen, sondern in das Paradies zu gelangen, muss man zu Lebzeiten auf der Erde einen positiven Lebenswandel geführt haben.

Zu diesem Lebenswandel gehört auch der Gehorsam gegenüber der Amtskirche und deren Angehörigen, sprich Geistlichen.
Diese Angehörige sind die religiösen Führer, von denen einige sich immer wieder dementsprechende Gläubige aussuchen um sie zu kriminellen Taten zu verführen.

Sie manipulieren sie damit, indem sie ihnen das Paradies versprechen oder ihnen mit der Hölle drohen. Und schon wird ein Abtreibungsarzt erschossen oder es macht sich jemand auf den Weg sich mit einem Sprengstoff-Gürtel oder Auto in die Luft zu sprengen.

 
    Stephansdom in Wien

In den USA leidet man heute noch unter dem Schock den die Terroristen mit dem Anschlag 9/11, bei dem vier Flugzeuge mit islamisch manipulierten Gläubigen in die Twin Towers von New York oder in das Pentagon reinflogen und  einen tausendfachen Mord ausübten.

Als im Jahre 1995 Timothy McVeigh einen Sprengstoffanschlag mit 168 Toten in Oklahoma City verübte, sprach kein Mensch über die Religion die dieser Attentäter ausübte. Er war schlicht und ergreifend ein 168-facher Mörder.

Diese Anschläge hatten aber doch alle nichts mit der Religion zu tun. Vielmehr waren das Kriminelle und die Religionsführer die dahinter standen, waren die Anführer dieser Morde. Die Glaubenslehren in Bibel und Koran geben keinen Mord vor, weder im Islam noch im Christentum, im Gegenteil. Gott sei Dank gibt es nicht viele Geistliche die die Gläubigen verführen, vielmehr sind die meisten Geistlichen friedfertige Menschen die ihre Gläubigen   in ihrem Glauben unterrichten. Wie kommt es aber, dass die Religionen immer wieder benutzt werden um Menschen zu solchen Taten zu verführen?
Die Frage kann man nur beantworten indem man nach dem Sinn von Religionen in der Kultur fragt.

Wolf Biermann hat einmal gesagt: Es gibt ein Leben vor dem Tode. Damit ging er auf das so genannte Heilsversprechen aller Religionen ein; mit diesem Satz stellte er dieses Versprechen in Frage. Denn wenn wir nach dem Sinn des Lebens fragen, antwortet die Religion, indem sie auf das Paradies bei Wohlverhalten oder die Hölle bzw. das Fegefeuer
bei einem Verhalten in Sünde, nach dem Tode hinweist. Wir müssen also das Leben erdulden ohne zu wissen ob das was wir getan haben richtig war, bezüglich unserem Lebenswandel. Da aber der Mensch seit jeher nach dem Sinn des Lebens gefragt hatte ist dieses Heilsversprechen sicherlich unbefriedigend. Was bleibt, es ist der Glaube an die Versprechungen der Religionen.

Damit der Glaube, der ja mit Zweifel einhergeht, aber nicht nachlässt, werden in bestimmten Intervallen rituelle Übungen abgehalten, die durch Predigen begleitet werden. Die geistlichen Führer, die diese Predigen abhalten, haben mit der Zeit eine gewissen Macht erlangt. Und diese Macht wird von einigen ausgenutzt um eine andere Zielsetzung als die in den Religionen vorgegebene zu erreichen. Es sind aber verschwindend geringe Führer in den Religionen die diese Macht ausnutzen, sowohl in den christlichen als auch in den islamischen Gemeinden. Jetzt von der islamischen Religion als einer terroristischen Religion zu sprechen, wäre reine Diffamie.

Warum versucht die westliche Welt zurzeit den Islam zu diffamieren?

Es gibt nur einen Grund: Die Angst vor dem Anderen, sprich dem Islam, dem vermeintlich Fremden.

Immer wieder suggeriert die westliche Welt sich selber, sie wäre dem Islam überlegen.
Dies geschieht versteckt aber auch ganz offen. Nur warum lässt die westlich christliche
Welt den Dialog unter den Gläubigen nicht zu, wenn der christliche Glaube dem Glauben an den Islam überlegen ist? Es ist der Verfall der christlichen Werte der in der westlichen Welt zu registrieren ist und dieser Zustand lässt keinen Dialog unter Gläubigen zu. Wir reden zwar von der westlichen Wertegemeinschaft, wissen aber dass diese Werte kaum mehr vorhanden sind. In unserer säkularisierten westlichen Welt haben diese Werte keinen Bestand mehr. Diese ehemaligen christlichen Werte waren aber einmal wichtig um den Zusammenhalt, die soziale Bindung herbei zu führen und zu erhalten. Bei einer Ellenbogengesellschaft die einen Egoismus ohne Gleichen hervor brachte, sind diese Werte jedoch nur hinderlich.

Und der Islam?  Der Islam hat diesen Werteverfall nicht, im Gegenteil. Die Gläubigen sind durchdrungen mit den Werten und sie glauben noch an ihre Religion, wie es ehemals die Christen taten. Den Christen laufen die Gläubigen in Scharen weg, der Islam hat aber einen Zulauf an Gläubigen zu verzeichnen. Die Angst der westlichen Welt ist damit begründet. Denn die Religion in der Gesellschaft hatte noch eine andere Funktion. Sie hatte immer die Funktion den Herrschaftsanspruch der Eliten zu begründen, indem dieser als Gott gegeben ausgegeben wurde. "Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist", so die christliche Lehre.

Der Wert der Religion in der westlichen Kultur ist allerdings auf einen gewissen Unterhaltungswert gesunken, mehr ist da leider nicht mehr.
Ist der Islam uns deshalb nun überlegen? Ganz klar: Nein.

Nur der Islam ist präsent und das Christentum nicht. Und das ist das eigentliche Problem.
Nicht die Kopftücher oder Verschleierung der Frauen oder gar die Sharia, sind ausschlaggebend für die Stigmatisierung des Islam, sondern die Abwesenheit des gelebten christlichen Wertekanons. Übrigens die Sharia hat ihre Analogie in der heiligen Inquisition, heute Glaubenskongregation, die auch eine eigene Gesetzgebung hat. Insofern ist die Sharia, so grausam sie auch ist, kein Argument gegen den Islam.

Was bleibt?

  Die Massen der Gesellschaft waren und werden durch die Religionen immer manipuliert, meistenteils zu Kriegen, die als Gott gewollt und gerecht hingestellt wurden. In den christlichen Nationen segneten die Geistlichen beide Kriegsgegner und redeten den Soldaten den gerechten Krieg ein. Da wurden die Waffen aller Parteien gesegnet, mit denen man den Gegner umbrachte, es war die christliche Analogie des Dshihad.  Das Christentum kann dies nicht mehr leisten, der Islam schon. Und nur deshalb lehnt die westliche Welt Länder ab die den Islam als Religion hat.

Ich denke mir, die westliche Welt wäre gut beraten, wenn sie es der islamischen Welt selber überlassen würde ob sie unseren säkularisierten Lebensstil annehmen wollen oder nicht.

Gläubige beim Gebet    

Jeder sollte nach seiner Facon selig werden. Und mal ehrlich, eine Moschee bereichert das Stadtbild doch ungemein, z. B. in Duisburg-Marxloh die Merkez  Moschee.

Und die Stammtische? Sie kennen nur die drei Themen: Frauen, Autos und Fussball, zu mehr reicht es eben nicht.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik

 


40 Jugendliche setzen sich im Februar 2011 mit der Rolle des Islam in ihrem Alltag auseinander

Essen/Berlin, 17. Januar 2011 – Die Teilnehmer der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 stehen fest. 40 Jugendliche zwischen 17 und 23 Jahren aus Berlin und Nordrhein-Westfalen wurden aus einer Vielzahl von Bewerbungen von der Stiftung Mercator und der Humboldt-Universität zu Berlin ausgewählt. Bei zwei Veranstaltungen im Februar 2011 setzen sie sich mit der Rolle des Islams und der Muslime in ihrer Alltagsrealität auseinander.

„Wir haben junge Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund ausgewählt, die sich in besonderer Weise durch soziales oder politisches Engagement auszeichnen und großes Interesse am Dialog über den Islam in Deutschland haben. Mit der Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 geben wir ihnen die Möglichkeit, ihre Sichtweise dieses gesellschaftlich wichtigen Themas aktiv einzubringen“, so Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. Viele der Teilnehmer haben die aktuelle Debatte zur Integration in Deutschland verfolgt und das Bedürfnis verspürt, auch selbst mitreden und etwas beisteuern zu können.

 „Von den Schülern und Studenten erhoffen wir uns auch Impulse und Inputs aus einer Position heraus, die nicht den Sachzwängen des Regierungshandelns, politischer Strukturen oder Verwaltungs- und Verbandsinteressen unterliegt. Wir hoffen auf erfrischende, mutige, vielleicht auch visionäre Anregungen aus einer Altersgruppe, für die Pluralität in Deutschland schon längst Realität ist. Ein selbstverständlicher Teil ihres Lebensalltags und ihrer Lebenserfahrung. Diesen „normalen“ Blick auf Heterogenität hoffen wir in Worte verwandeln zu können“, so Dr. Naika Foroutan, Projektleiterin der Humboldt-Universität Berlin.

Aus Nordrhein-Westfalen:

Mazlum Dog(an (17), Wippersfürth; Nuriani Hamdan (18), Wegberg; Mohamed Kanaan (18), Essen; Tugrul Kurt (21), Recklinghausen; Orgun Özcan (22), Herne; Hüda Sag (22), Bielefeld; Ibrahim Spahic (21), Kamp-Lintfort

Aus Berlin:
Amina Abu-Gharbieh (17); Cemal Aydin (20); Till Becker (19); Serdar Bulat (23); Pascal Dengler (21); Emine Erol (22); Jasmin Fürhoff (23); Liridona Halili (19); Till Hartmann (22); Denise Henschel (23); Maraike Henschel (19); Lina Katharina Henzel (20); Duygu Hepaydinli (17); Katharina Hüdepohl (22); Kesnia Ilinskaya (17) Shahda Kaikati (22); Fatma Khanjar (17); Marett Katalin Klahn (22); Arman-Enes Kuru (19); Jonathan Mühlbauer (19); Ecem Oskay (22); Tommy Rudov (17); Nebi Sabanuc (18); Christin Sandow (23); Christoph Schlesiger (23); Anna Schmid (17); Pauline Schur (17); Aylin Selçuk (21); Vincent Streichhahn (17); Stefan Strunz (20); Ferhat Topçu (17); Kahina Toutaoui (18); Emre Yildiz (20)

Bei einem zweitägigen Vorbereitungsseminar am 05. und 06. Februar 2011 in Berlin werden die Teilnehmer mit ausgewiesenen Wissenschaftlern wie u.a. Prof. Klaus J. Bade oder Prof. Haci Halil Usluçan und Experten der Deutschen Islam Konferenz wie Dr. Riem Spielhaus und einer Teilnehmerin der aktuellen Deutschen Islam Konferenz – Tuba Is,ik-Yig(it – sowie Praktikern im Feld der Integrationsarbeit über die Rolle des Islams und der Muslime in Deutschland diskutieren. Neben der Vermittlung von Hintergrundwissen sowie methodischen Fähigkeiten haben die Teilnehmer Gelegenheit, sich untereinander über ihre Erfahrungen auszutauschen. Im Rahmen des Vorbereitungsseminars bestehen Interviewmöglichkeiten mit den Teilnehmern und Referenten. 

Bei der zweitägigen Jungen Islam Konferenz – Berlin 2011 am 18. und 19. Februar 2011 versetzen sich die Teilnehmer dann in reale Verhandlungssituationen und entwerfen im Anschluss daran ihre eigenen Ideen und Konzepte für das Zusammenleben in Deutschland. Diese sollen zur nächsten Plenarsitzung der Deutschen Islam Konferenz in Form eines Empfehlungskatalogs überreicht werden. Mit diesem Empfehlungskatalog bringen die Jugendlichen ihre eigenen Vorstellungen über die Rolle des Islam in Deutschland zur Geltung.

Ausgewählte Zitate der Teilnehmer zu ihrer Motivation:

Marett Katalin Klahn, Berlin, 22 Jahre: „Mit der Integrationsdebatte einher gehen auch Fragen der Religion, des Nationalismus und der Identität, die alle miteinander in Beziehung stehen. Diese Zusammenhänge und die Entschärfung von Klischees und Vorurteilen durch mehr Wissen und Begegnung interessieren mich.“

Emine Erol, Berlin, 22 Jahre: „Es ist sehr wichtig, dass wir (gerade ich, die in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen ist) scharf erkennen können, dass ein friedliches und unersetzlich reiches Leben miteinander kein Ausweg, sondern ein Lebensstil sein kann.“

Pauline Schur, Berlin, 17 Jahre: „Mir ist es wichtig, Politik zu verstehen und nachvollziehen zu können.“

[jpg] Es war am 13. Januar das zweite Mal, dass die Mercator Stiftung in Essen zum Neujahrsempfang einludt. Und so fanden sich mehr als 150 geladene Gäste im Hause der Stiftung ein. Die Stiftung hatte die Annäherung an China als Thema, einschl. der Ausstellung "Das Ich im Anderen" , des Neujahrsempfang gewählt.

 

   
 Professor Scheytt lks.mit Besuchern      Foto: © Linde Arndt    Stiftung Mercator Empfang                    Foto: © Linde Arndt    

Über das gesamte Gebäude waren die Exponate der chinesischen zeitgenössischen Künstler verteilt. Es sollte ein Überblick der derzeitigen zeitgenössischen Kunst in China gezeigt werden. Die Künstler waren ausnahmslos anwesend und stellten sich den Fragen der anwesenden Gäste.

   
   Die Vlnr: Professor Tu Weiming,Professor Dr. Michael Lackner,Tian Yuan, Kuratorin, 4. von links,Alexander Ochs, Kurator und Galerist im Kreise der KünstlerInnen und Mercator Mitarbeiterin.                 Foto: © Linde Arndt                                                     
 

   Hier geht es zu einigen ausgesuchten  Werken

Dr. Bernhard Lorentz; Geschäftsführer der Mercator Stiftung begrüßte die anwesenden Gäste und erneuerte das Bekenntnis der Stiftung  zur "Metropole Ruhr". Ging dann auf das Kulturhauptstadtjahr ein und fand den noch vorhandenen Schwung aus 2010 in 2011 zu nutzen um aus der Region Signale an Europa zu senden.
Die Stärken der Region nutzen und klare Schwerpunkte setzen. Bildung, Wissenschaft, Kultur aber auch was die Region besonders auszeichnet, die Integration, dies will die Stiftung unterstützen. China und die Beziehung zu Deutschland soll ein erster Schwerpunkt der Stiftung sein. Denn die globalen Herausforderungen sind ohne China nicht zu bewältigen, dies soll ein Schritt ohne Vorbelastung sein. Aus diesem Grund hat man auch chinesische Künstler bevorzugt die unbelastet von der Kulturrevolution als auch den Vorkommnissen auf dem Tiananmen-Platz sind.

   
   vlnr. Professor Dr. Michael Lackner,Frank Sieren, China Korrespondent  „Die Zeit“, Professor Tu Weiming         Foto: © Linde Arndt  

Frank Sieren, China Korrespondent der Wochenzeitung "Die Zeit", moderierte nunmehr eine Debatte zwischen dem chinesischen Professor des Konfuzianismus Tu Weiming, Universität Peking und dem deutschen Professor für Sinologie  Dr. Michael Lackner,  Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Es war eine inspirierende Debatte, die zwar in Englisch gehalten wurde, jedoch hatte die Stiftung im Vorfeld eine Simultanübersetzung angeboten und vorgesorgt.

Interessant die These, über einen Bogen der von einem globalen Humanismus von Sokrates über Konfuzius bis Mohammed gezeichnet wurde. Es war ein erstes Gespräch zwischen der europäischen, hier deutschen, Kultur und der chinesischen Kultur. Wobei die Philosophien der beiden Weltregionen sicherlich bei gegenseitigen Dialogen kompatibel sein könnten. Professor Weiming betonte, dass China zwar mit der Aufarbeitung seiner Vergangenheit noch Probleme habe, diese jedoch bewältigen werde um sodann zu seiner eigenen Identität zu finden. Denn der in China vorhandene Konfuzianismus könne sehr wohl mit der europäischen Aufklärung eines Voltaire oder Rousseau und der in Folge ausgerufenen europäischen Werte mithalten. China war bis ins vorige Jahrhundert eine schwache Nation in Folge der verlorenen "Opiumkriege" als auch der Schwächen, die durch die  Okkupation im zweiten Weltkrieg sichtbar wurden. Heute besinnt China sich auf seine immer schon vorhandenen Stärken im kulturellen Bereich und erreicht dadurch die Selbstständigkeit die sie braucht um eine selbstbewusste Partnerschaft in der internationalen Gemeinschaft anzustreben.

Konfuzius, Lao-Tse, Buddha könnte man als chinesische Aufklärung einordnen und sie stehen zumindest gleichrangig der europäischen Aufklärung gegenüber. Gerechtigkeit und Mitgefühl sind die Werte die China bevorzugt, aus diesen leitet China die sanfte Kraft der Macht ab, die aber nicht für einen Revanchismus genutzt werden wird. China hat heute ein anderes Bewusstsein als vor 100 Jahren.
Professor für Sinologie  Dr. Michael Lackner, Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg findet den chinesischen Optimismus zu stark ausgeprägt und vermisst die Selbstreflektion und den Pessimismus um überhaupt von Aufklärung im europäischen Sinne zu sprechen.

Professor Tu Weiming plädierte für ein Ende der Dämonisierung von China. Denn diese Dämonisierung erbringt nur Blockaden die den wichtigen Dialogen die geführt werden müssten auf im Wege stehen. China glaubt an die innere und äußere Stabilität die letztendlich zu einer Harmonisierung der chinesischen Nation führt.
Man muss voneinander lernen, dies sollte die Devise sein. So klang die Debatte aus indem auf das angebrochene Jahr des Hasen verwiesen wurde. Der Hase ist in China als ein friedfertiges Tier angesehen. In Europa ist der Hase auch als friedfertiges Tier eingeordnet. Wenn das keine erste kleine Gemeinsamkeit ist.

 

 
   vlnr.Dr. Bernhard Lorentz; Geschäftsführer der Mercator Stiftung,Tian Yuan, Kuratorin und Künstlein,Alexander Ochs, Kurator und Galerist                                      Foto: © Linde Arndt  

Und so war es Dr.Bernhard Lorentz sowie Tian Yuan, Künstlerin und Kuratorin, Alexander Ochs, Galerist und Kurator vorbehalten die im Hause vorhandene Ausstellung zu eröffnen. "Das Ich im Anderen" so lautet die Ausstellung, es passte durchaus zu den ersten Annäherungsschritten denen wir beiwohnen konnten. Wie lautet eine alte Buddhistische Regel auf die Frage: Wo ist der Weg? –  die Antwort kommt prompt: Er ist vor deinem Fuß.

Und, als wenn das Ruhrgebiet eine Seele hat, so lautete der Antrittsvortrag von Frau Professorin Dr. Käsmann an der Ruhruniversität Bochum: "Multikulturelle Gesellschaft – Wurzeln, Abwehr und Visionen" , zwei wahrhaft globale Bemühungen aus dem Ruhrgebiet.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Essen.

 

  
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