Triviale und teuere Politik mit Politik und Verwaltung in Ennepetal


Ennepetaler Ratssitzung Foto: (c) Linde Arndt

 

[jpg] In der Politik gibt es den Begriff der Rechtsstaatlichkeit, einige haben diesen Begriff in der letzten Zeit im Zusammenhang mit der aktuellen Politik in der Türkei, Ukraine oder einiger afrikanischen Staaten gehört. Die Rechtsstaatlichkeit findet man in Artikel 2 des EU-Vertrag (Titel I – Gemeinsame Bestimmungen). Die Rechtsstaatlichkeit eines Staates erkennt man, wenn die politische Herrschaft aufgrund und im Rahmen des Rechts ausgeübt wird (Prof. Dr. Dieter Grimm).

Zu der Rechtsstaatlichkeit gehört z.Bsp. auch das Kommunal- und Gemeindewirtschaftsrecht als Untereinheit der Rechtsstaatlichkeit. Und noch ein Begriff aus dem Staatsrecht, die Rechtssicherheit, sie ist wiederum eine Untereinheit der Rechtsstaatlichkeit. Die Rechtssicherheit bedeutet, dass der Staat, also auch die Kommunen, auf eine Vorhersehbarkeit und verlässlichen Gewährleistungen von grundlagenbasierenden Gesetzen und Verordnungen beruht.

So kann eine Stadt nicht einfach spontan Gebühren einziehen die vorher nicht bekannt waren und die jeder gesetzlichen Grundlage entbehren. Aber, so ganz ist das nicht immer sichtbar.

So will die Stadt Ennepetal den Anwohnern der Straße „An der Kehr“ nach 5 – 6 Jahrzehnten Erschließungskosten aufbürden. Die Erschließungskosten entstanden in den 50er Jahren als die Straße erstmalig hergestellt wurde. Das die Kosten berechnet werden konnten, hatte man mit einem rechtlich einwandfreien Beschluss erreicht. In den 50er Jahren wurde kein zweiter Bürgersteig errichtet, so dass nach der Definition für Straßen, diese Straße nicht komplett war. Der Rat der Stadt beschloss deshalb heute per Antrag eine Straße mit einem Bürgersteig als komplette Straße einzustufen. Und schon war die Straße komplett. Damit waren die Erschließungskosten nach Meinung des Rates fällig. Und wieder ist es dem Rat der Stadt Ennepetal gelungen elementare Begriffe der Rechtsstaatlichkeit in Frage zu stellen und sogar den Rechtsfrieden zu touchieren. Denn wie kann ein Hauseigentümer eine Forderung aus den 50er Jahren richtig einschätzen, immerhin kann er die gemachte Leistung nicht mehr kontrollieren, geschweige denn, ob es überhaupt noch derselbe Hauseigentümer ist, bei dem die Forderung entstanden ist. Zwei Generationen liegen zwischen dem Entstehen der Forderung, eine Hemmung wurde nie angezeigt. Der geneigte Leser merkt jetzt, die Stadt Ennepetal hat wieder eine rote Linie überschritten um die noch nicht überwundenen finanziellen Fehlentscheidungen auszubügeln. Mehr noch, die Stadt hat angekündigt weitere dieser „dubiosen“ noch nicht geltend gemachten Forderungen zu fakturieren. Und das unter der Anmerkung, Ennepetal habe kein Geld, Ennepetal steht vor dem Haushaltssicherungskonzept und es kann nirgendwo eingespart werden. Die Steuern, auch die Kommunalsteuern, sprudelten in 2016, nur in Ennepetal nicht. Warum wohl? EN-Mosaik hat mehrfach Politik und Verwaltung zu diesem Umstand befragt, nur Achselzucken. Denkt Stadt und Politik in Ennepetal sich denn noch irgendwas?

 

Signalwirkungen

 

Wenn ein Mensch in unserer Republik einmal ein hohes Alter, wie 90 Jahre erreicht hat, bekommt er netterweise eine kleine Aufmerksamkeit. In Ennepetal waren das einmal 50,–Euro. Diese 50,– Euro werden nunmehr auf 25,– Euro reduziert.

Menschen die sich beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht haben und hart gearbeitet haben, diesen Menschen sollte man dankbar sein und nicht mehr mit Kürzungen zu nahe treten. Die Entscheider von heute haben anscheinend vergessen, wie diese Altergruppe nach dem Weltkrieg buckeln musste. Die Stadt Ennepetal mit seinen politischen Parteien sagt den Alten damit, wir wollen euch nicht mehr würdigen, seht zu das ihr euer Leben hinter euch bringt – macht Platz. Ein fatales und kaltes Signal. Dieses Signal kommt zu dem obigen Signal.

v.l. Pressesprecher Martin Küpper, Bürgermeisterin Imke Heymann und Kämmerer Dieter Kaltenbach Foto: (c) Linde Arndt

Ist Ennepetal wirklich so arm?

 

Klare Antwort: Nein! Begründung: Wenn eine Stadt 10 – 15 Millionen, so genau will man dies nicht kalkulieren, für einen neuen Standort seines Betriebshofes und seiner Stadtbetriebe ausgeben will obwohl man, sicher beengt, mit der derzeitigen Lösung noch eine ganze Weile auskommen kann und darüber hinaus sich eine kurzfristige Option erarbeiten könnte, scheint das mit der Armut aber irgendwie weit hergeholt.

Wenn eine Stadt einen Restaurationsbetrieb leerstehen lässt und dadurch höhere Kosten in Kauf nimmt, scheint das mit der Armut nicht so weit her zu sein.

Wenn eine Stadt es sich leisten kann mehrere Schulgebäude vor ihrer Schließung noch zu sanieren, sie dann schließt und dann auch noch weder Verkaufs- noch Nutzungspläne erarbeitet hat, scheint es mit der Armut nicht so weit her zu sein.

Wenn eine Stadt eine AÖR hat in der die städtischen Betriebe ihr „Unwesen“ treiben und mit schlampigen Arbeiten das Geld der Steuerzahler verbrennen, scheint es mit der Armut nicht so weit her zu sein.

Wenn eine Stadt, so mir nichts, dir nichts 1 Millionen für die Anbindung des Berlet Elektromarktes locker machen kann und dieses Geld einfach liegen lässt, scheint auch hier der Begriff „arm“ nicht angebracht zu sein.

Man könnte die Liste des Versagens von Politik und Verwaltung sehr, sehr lange fortführen und würde dann folgendes feststellen: Wir haben ein riesiges personelles Problem in Politik und Verwaltung. Bis heute wurde nicht berichtet ob das Personalproblem in der AÖR gelöst wurde, die Spitze auswechseln war eine Sache aber die Fehler waren ja alle auf der Sachbearbeiter-, Gruppenleiter- oder Abteilungsleiter Ebene zu registrieren gewesen. Was hat die Stadt getan? Wollte man die Bekannten und Freunde die evtl. in der AÖR untergebracht wurden nicht feuern?

 

Ratssitzungen so wie man sie lieben muss

 

Daniel Heymann (CDU) Foto: (c) Linde Arndt

Nun sollte man meinen, bei allen diesen Baustellen, würde der Rat der Stadt Ennepetal Purzelbaum schlagen und die Stadtverwaltung mit der Mehrheitsfraktion oder Kooperation durch den „Wolf“ drehen. Im Schwelmer Stadtrat geht es in solchen Fällen ziemlich laut zur Sache, wobei die Sitzungen dann schon mal 5 Stunden dauern.

In Ennepetal reibt man sich verwundert die Augen, denn da werden über die gefühlten Intervalle bei der Ampelanlage Loher Straße gesprochen, nicht gestritten. Ob die Baustelle auf der Milsper Straße nicht etwas schneller arbeiten kann. Irgendwo ist dann auch mal wieder ein Kanaldeckel entdeckt worden der bei dem Überfahren klappert.

Bei der Bürgersprechstunde wollten einige Bürger zur Schule Wassermaus näheres wissen. Da die Fragen NUR an die/den Ratsvorsitzende*n gerichtet werden darf, kann das manchmal schwierig werden.

Die Vorsitzende bat den Fachbereichsleiter um Stellungnahme, der dann zum Microfon huschte.

Ungefragt ergriff der Leiter des Schulausschusses das Wort und bezog Stellung ( Das kommt davon wenn man solch eine veralterte Anlage hat ). Folge: Der Fraktionsvorsitzende der SPD schrie nach der Geschäftsordnung um dem Fraktionsvorsitzenden Heymann, der ja auch Schulausschussvorsitzender ist, zu stoppen. Zu Unrecht, denn es ging ja um das Schulthema, und dazu konnte gem. §18.1 der Geschäftsordnung sehr wohl der Auschussvorsitzende Heymann Stellung beziehen. Warum man nun so laut sein musste und damit die Vorsitzende Bürgermeisterin, den Fachbereichsleiter Palomba und den Schulausschussvorsitzenden/Fraktionsvorsitzenden Daniel Heymann (CDU) bloßstellen musste, wird Herr Rauleff (SPD) in der nächsten interfraktionellen Sitzung erläutern wollen. Zumindest machte es keinen guten Eindruck da dadurch die Sitzung ihre Souveränität verloren hatte. Übrigens, ein gutes Beispiel für die Profilierungssucht die so einigen Ratsmitgliedern zu eigen ist.

Volker Rauleff (SPD) Foto: (c) Linde Arndt

Dabei war die Frage von einem Ennepetaler gekommen, berechtigt oder nicht berechtigt, er hatte ein Recht das ihm durch diesem Vorfall nicht ungeteilt gegeben wurde. Es ist erst einmal egal, wer solch eine Frage beantwortet, die Geschäftsordnung sollte da erst einmal im Hintergrund stehen, abgesehen davon, dass gem. § 13 der Geschäftsordnung der Redende nicht unterbrochen werden darf. Im Vordergrund sollte erst das Informationsbedürfnis des Ennepetaler Bürgers stehen.

 

Welche Leistungen kann die Ennepetaler Kommune noch bieten?

Es stellt sich in diesem Zusammenhang immer die Frage, was kann ein Ennepetaler von seiner Kommune erwarten? Standards wie Personalausweise oder Pässe erneuern oder verlängern, also Arbeiten die durch den Gesetzgeber klare Vorgaben haben, sind kein Problem. Auch die sozialen Belange die durch den Gesetzgeber vorgegeben sind werden ohne Probleme erledigt. Selbst die in 2015 auftretende Völkerwanderung, die auch Ennepetal betraf, wurde, zwar mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern, befriedigend gelöst und die Kriegsflüchtlinge über das Stadtgebiet verteilt. Die Integrationsarbeit konnte nicht befriedigend angegangen werden, weil ein umsetzbares und finanziell begleitendes Konzept vom Land und vom Bund fehlt. Die Kriegsflüchtlinge verschwanden also wie in allen Städten in den Schatten der Stadt. Von der Ennepetaler Politik konnte man kein Integrationskonzept erwarten, die Vorreiterrolle ist den Ennepetaler Politikern und der Verwaltung weder in intellektueller noch persönlicher Hinsicht fremd.

An allen Ecken und Enden fehlt es an politischen Vorgaben, sprich Entscheidungen, in Ennepetal. Noch immer fehlt es an einem schlüssigen Jugendkonzept welches auch gegenfinanziert ist. Selbst das Jugendparlament, welches immer mal seit Jahren aus den Schreibtischen der Verwaltung gezogen wird, findet keine Gegenliebe bei der allseits bestimmenden „grauen Eminenz“ dem Kämmerer und Beigeordneten Dieter Kaltenbach.

Im Grunde bestimmt Kaltenbach die Geschicke der Stadt Ennepetal, er hebt und senkt den Daumen nach Belieben. Da wird das Berlet Parkhaus mit einer Bezahlschranke beim Bau im Einfahrtsbereich ausgestattet, die aber dann wieder verschwindet. Zurück geblieben sind die jetzt geöffneten Ausgangsschranken. Wahrscheinlich fehlte das Aufsichtspersonal, welches ja auch finanziert werden müsste. Da wird vollmundig die Digitalisierung der Ratssitzungen mittels Tablet PC angekündigt, Apples IPad, (die teuersten Produkte die es auf dem Markt gibt) nicht die preiswerteren Samsung oder Acer Tablets, mussten es sein. Die Geräte wurden gekauft und auf einmal war alles zuende. Auch hier hatte man vorher die Gesamtkosten offensichtlich nicht berücksichtigt. Hier scheint der Kämmerer sich die beantragten Budgets nicht richtig angesehen zu haben. Überall taucht die Kämmerei auf und blockiert Forderungen aus allen Bereichen. Im Innenstadtbereich (Nur Milspe) wird ein „integriertes Handlungskonzept“ durch Frank Heinze aus Dortmund mit einer Studie belegt. Ein Umsetzungsplan fehlt allerdings und die Innenstadt Milspe darbt weiter vor sich hin, nur weil man die Finanzierung vorher nicht geklärt hat? Und der eigentliche Zweck der Fußgängerzone, ein ruhiges Einkaufen in Milspe zu ermöglichen, entfällt dadurch, denn 9 Jahre hält kein Einzelhändler durch, er geht.

Millionen wurden in den Sand gesetzt. Abgesehen davon, dass die Immobilien in der Voerder Straße an Wert verloren haben.

Um es kurz zu machen, mit der Stadt Ennepetal, sei es mit der Verwaltung oder der Politik, etwas zu machen, ist mit einem hohen Risiko verbunden. Unsere Redaktion sind Vereine und Gruppen bekannt, die hohe Zuwendungen aus dem Stadtsäckel erhalten, deren Wert für Ennepetal recht zweifelhaft ist. Das lässt der Kämmerer aber durchgehen, weil es politisch gewollt ist. Die Leistung des Kämmerers, zu prüfen, ob diese diversen städtischen Aufwendungen für die Stadt auch ein dementsprechendes Äquivalent erbringt, wage ich mal zu bezweifeln, zumindest kann keine wirtschaftliche Berechnung vorgenommen worden sein.

Dieses unstete der Ennepetaler Politik mit seiner Verwaltung lässt nur einen Schluss zu, Stadt und Politik sind nur mit sich selber beschäftigt und haben die rund 30.000 Bewohner von Ennepetal vergessen. Deshalb kann  man  von der Stadt nur bedingt etwas erwarten.

 

Es fehlt der Druck auf Politik und Verwaltung

Unsere Redaktion hat mal von Ennepetal, der Insel der Glückseligen geschrieben, und es stimmt, es hat sich noch in den Jahren erweitert. Politik und Verwaltung befinden sich in einer Echokammer, in der die Sicht auf Ennepetal verengt wahrgenommen wird. Die Bilder die sich Politik und Verwaltung von Ennepetal machen, werden immer wieder eins zu eins zurück geworfen. So verstärkt sich der Eindruck, es ist doch alles in Ordnung. Wir, Politik und Verwaltung, beschäftigen uns doch, also ist das doch alles zum Besten. Das die Stadt in Bewegungslosigkeit verharrt bemerkt dabei niemand, auch das die Bewohner wegziehen ist ohne Belang.

Wenn doch auf die Politik und Verwaltung Druck ausgeübt würde. Die Presse von der Funke-Mediengruppe sieht sich nicht, aus vielen Gründen, aufgerufen diesen Druck zu erzeugen. Heimatjournalismus nennt man das inzwischen in Düsseldorf und belächelt diese Art von Presse.

Von den Heimatjournalisten kann also kein Druck kommen, sie haben sich das Leben kuschelig im EN-Kreis eingerichtet.

Es bleibt nur die Einsicht von Politik und Verwaltung, ihr Unvermögen zuzugeben, nach Düsseldorf zu gehen und das Land zu bitten die Stadt Ennepetal auf die umliegenden Kommunen aufzuteilen.

Ehe es noch schlimmer wird. Denn Ennepetal ist keine demokratische Vorzeigekommune, eher das Gegenteil und damit ein gefundenes Fressen für rechtsextreme oder Populisten.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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Autorenlesung am 11. Februar im Haus Ennepetal

Gabi Dallas (Pressefoto)

[Ennepetal]  Am 11. Februar, ab 19.00 Uhr, lädt die Stadtbücherei zur Autorenlesung ins Haus Ennepetal, Gasstr.10, ein.
Die Nachwuchs-Schriftstellerin Gabi Dallas liest aus ihrem Debüt-Roman „Nie weit genug“.
Der Eintritt ist frei.

Über das Buch
Frei wie ein Vogel will sie sein: Auf eigene Faust reist die junge Marleen nach Amerika – sorglos, ohne feste Pläne, nur mit einer Reisetasche, etwas Geld und einem Talisman. Brennendes
Fernweh, Lebenshunger und Sehnsucht nach dem Unbekannten treiben sie am Pazifik entlang Richtung Süden.
Doch ihre inneren Dämonen begleiten Marleen auf Schritt und Tritt. Und eines Tages verändert die Begegnung mit der geheimnisvollen Giuliana ihr Leben für immer …

Über die Autorin
Im Alter von 21 Jahren brach Gabi Dallas ihr Philosophie- und Germanistikstudium ab und begann eine zehnjährige Odyssee. Mit gefährlicher Lust am Abenteuer und ohne Angst vorm Risiko
bereiste sie Kontinente und Weltmeere, um Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu suchen. Unterwegs schlug sie sich mit Gelegenheitsjobs, Kunst und Straßenmusik durch und
gründete in den karibischen West Indies, wo ihre handgemalten T-Shirts Kultstatus erlangten, eine Familie mit einem Rastafari.

Heute lebt die gebürtige Sauerländerin und Mutter zweier erwachsener Kinder wieder in Deutschland und ist glücklich neu verheiratet. Ihre Erwerbstätigkeit als Marketingfachfrau hat sie für
das Schreiben und für die Musik an den Nagel gehängt.

Ennepetals Bürgermeisterin Imke Heymann wünscht „Frohes Fest“

Bürgermeisterin Imke Heymann Foto: Stadt Ennepetal

Bürgermeisterin Imke Heymann Foto: Stadt Ennepetal

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
jedes Jahr, wenn in den Häusern die Weihnachtsbäume geschmückt und die Abende besinnlicher werden und der Kalender nur noch wenige Blätter hat, blicken wir zurück auf die vergangenen Monate und die vielen Herausforderungen und bewältigten Aufgaben.

In diesem Jahr ist in unserer Stadt viel geschehen. Nicht alles ist positiv, aber rückblickend konnten wir doch viel erreichen.
Ich danke allen ganz herzlich, die sich für unsere Stadt und ihre Bewohner eingesetzt haben. Freiwilliges Engagement ist eine Chance für jeden einzelnen sich einzumischen und mitzugestalten. Ehrenamt ist nicht nur Hilfe für andere, sondern bedeutet auch persönliche Weiterentwicklung. Ohne Engagement würden viele Bereiche unseres Gemeinwesens nicht funktionieren.
Der amerikanische Pädagoge und Menschenrechtler Booker T. Washington, der als Sklave auf einer Plantage geboren wurde, hat einmal geschrieben: „Der Erfolg ist nicht danach zu beurteilen, was ein Mensch im Leben erreicht, sondern nach den Hindernissen, die er auf dem Weg zum Erfolg überwunden hat“.
Wir werden noch viele Hindernisse überwinden müssen, lassen Sie es uns gemeinsam tun!
Ich wünsche Ihnen allen ein friedliches und segensreiches Weihnachtsfest sowie für das neue Jahr Gesundheit, Frieden und ihr ganz persönliches Glück, zu dem für die meisten Menschen neben der Familie auch das Wohlfühlen in ihrer Stadt zählt – dazu können wir alle beitragen.

 
 

Ihre Imke Heymann

Der Vorhang hebt sich im Ennepetaler Industriemuseum

vision[jpg] Wer hätte das gedacht? Als das Kunstnetzwerk „Kulturgarten NRW“  mit Linde Arndt sich im Frühjahr das Projekt „Vision 100“ einfallen ließen, waren alle zuerst etwas skeptisch. Wer sollte jetzt mit einer Spende bedacht werden? Wieder der Kinderschutzbund? Und wenn der Kinderschutzbund, dann doch alle im Südkreis, so der Gedanke. Über die sozialen Medien wie facebook und Twitter, Instagram, WhatsApp, Google+ oder Telegram wurde eifrigst diskutiert. Bei der Diskussion erweiterte der Kreis sich immer mehr. Die Spendenempfänger sollten in letzter Konsequenz der Ökumenische ambulante Kinder-und Jugend-Hospizdienst Emmaus e.V. in Gevelsberg sein. Denn das Gevelsberger Hospiz betreut 5 Städte des EN-Südkreises, Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Schwelm und Sprockhövel – perfekt.

Als die Entscheidung gefallen war, reihten sich wie bei einer Perlenkette die Künstler mit ihren Bildern in das Projekt „Vision 100“ ein.

76 Künstler aus der Region und darüber aus ganz Deutschland schickten insgesamt 100 Kunstwerke, die kaum ankamen und schon katalogisiert wurden. Es ging aber weiter: Lagerräume wurden von der Firma Belek, Gevelsberg zur Verfügung gestellt, Prof. Dr.-Ing. Reinhard Döpp war ohne wenn und aber sofort dabei und stellte sein Industriemuseum zur Verfügung. Die vier Sparkassen, Gevelsberg, Ennepeteal-Breckerfeld, Schwelm und Sprockhövel wollten nicht abseits stehen und beteiligten sich sofort. Fünf Bürgermeister sicherten ihre Unterstützung zu, übernahmen die Schirmherrschaft und gaben ein Grußwort für die jetzt auf den 27. November ´16 terminierte Auktion. Und Landrat Olaf Schade, er wusste sich auch mit der Schirmherrschaft zu beteiligen und schickte seine Unterstützung in Form eines Grußwortes. Kulturgarten NRW, klopfte an Türen und erfuhr von allen Seiten uneingeschränkte Hilfe.

So viele Unterstützer bei "VISION 100" Collage: Linde Arndt

So viele Unterstützer bei „VISION 100“ Collage: Linde Arndt

Das Sprockhöveler Hotel Eggers gibt einen Gutschein für sein Retaurant für betroffene Kinder heraus, EDEKA Schlöder kam mit Obst, Der Schultenhof (Hattingen) und Café Hülsenbecke (Ennepetal) unterstützen mit feinen Suppen,  Getränke Oliver Dunker lieferte die Getränke und einen Backofen, spicy concepts hat wieder alles ins rechte Licht gesetzt, Projektkino Filmriss sorgt für eine Bühne und eine Projektionsfläche Café Kartenberg stellt alles zur Verfügung, so dass wir leckeren  Kaffee zubereiten können, Suna Belek mit ihrem Team hat seit Tagen die komplette Logistik übernommen, Künstlerbedarf Bösner hat 20 Staffeleien zur Verfügung gestellt, MalDuMal (Annette vom Bruch) hat bei der Vielzahl der Werke ebenfalls Staffeleien aus ihrem Atelier ausgeliehen,Die IdeenSchmiede (Ramona Kuhnig) sorgt für die floristische Deko, Rita Rose hat Linde Arndt mit Arbeiten am Computer unterstützt, Wieberneit-Aussenwerbung fertigte 2 Banner an, Gordon Lappe hat sich nicht nur mit einer Bildspende beteiligt, sondern unterstützt das Projekt mit vielen Hilfsleistungen, AVU, VER, Juwelier Haarhaus und Weller + Kornemann unterstützten ebenso, VitaminC Werbeagentur (Dorit Breyer) fertigte in vielen Stunden in Zusammenarbeit mit Linde Arndt den wirklich anspruchsvollen Katalog an, Kosmetik Mittag (Barbara Mittag) beteiligte sich mit einer Losaktion für „Vision 100“, Stefan Schneider (Friseursalon,Sprockhövel) und Bernd Gollasch (Partytreff Nummer 01, Sprockhövel)stellten Spardosen auf  und, und, und. Bäckerei Welp kommt nicht  nur mit erlesenen Leckereien, sondern auch noch weiteren Überraschunen. Und jetzt gerade aktuell hat sich der Mondpalast von Wanne-Eickel ein Volkstheater des Ruhrgebiets, der Eigentümer ist der Bruder des Bottroper Kabarettisten Ludger Stratmann, entschlossen Freikarten für die ehrenamtlichen Helfer des Hospizes zu spenden. Danke dafür.

Es sind so viele Helfer, Förderer und Unterstützer die hinter dieser Auktion und auch Aktion „Vision 100“ stehen, die von dem Geist der Hilfe beseelt sind. So wird der Hagener Indendant, Regisseur, Schauspieler und Sänger Werner Hahn wieder den Auktionshammer schwingen und die Bilder mit seinen liebenswürdigen Kommentaren bedenken und seinem neuen Besitzer übergeben.
Und zum ersten mal wird die Band „Fighting Spirits“, statt in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle (ehemals Philipshalle) bei Carmen Nebel, im Industriemuseum Ennepetal ihre Songs wie „Wir werden leben“ zur Aufführung bringen.

Dieses Projekt zog derartige Kreise, dass sich die Staatskanzlei in Düsseldorf meldete und das Netzwerk Kulturgarten NRW mit der Aktion „Woche des Respekts“ des Landes NRW geehrt wurde. „Hut ab“ sagte die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auch vor Linde Arndt, die stellvertretend für das Netzwerk „Kulturgarten NRW dem Festakt im Landtag beiwohnte.

Dabei sein wollte das Land NRW auf jeden Fall, denn diese Energie und den Geist der Helfer wollte sich die Landtagspräsidentin Carina Gödecke nicht entgehen lassen und wird am Sonntag anwesend sein.

Der Vorhang wird sich am:
Sonntag dem 27. November ( 1. Advent ) ab 11:00 Uhr

im Industriemuseum Ennepetaler

Neustraße 53

58 256 Ennepetaler

GPS: 51.296681, 7.363990
heben.

Nach einer Stunde der Besichtigung wird die Kinder- und Jugendband „Fighting Spirits“ die anwesenden einstimmen. Kurze, einfühlsame und warmherzige Worte von Landtagspräsidentin Carina Gödecke und der Ennepetaler Bürgermeisterin Imke Heymann [stellvertretend für alle Schirmherren] werden die folgende Auktion in eine sicher frohe Stimmung der Hilfe bringen. Den Ablauf der Veranstaltung entnehmen sie bitte dem Plan im Internet.

Es wird sicher ein schönes Adventsfest ganz im Sinne des Wortes Advent, im Sinne von ankommen. Eine Hilfe für die Kinder im ambulanten Hospiz ist jetzt schon angekommen. Was für ein Geist und was für ein Zuspruch der sich jetzt schon bemerkbar macht.

 

 
Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Bewegungsangebot für Senioren

Bewegung tut gut

Das Mehrgenerationenhaus bietet seit Jahren einen Gymnastikkurs für Senioren an. Er richtet sich speziell an Menschen, die nicht mehr ganz fit sind und durch die Bewegung ihre Beweglichkeit erhalten oder auch wieder gewinnen möchten. Für den (Wieder)einstieg in den Sport ist man nie zu alt und Bewegung ist immer wohltuend und belebend. Nur ist es wichtig, die individuelle Problematik, insbesondere im Seniorenalter, zu berücksichtigen. Darauf ist der Kurs „Bewegung tut gut“ abgestimmt.
Im Laufe des Jahres werden wechselnde Themen wie z.B. Dehnen, Atmen, Rückengymnastik, Koordination und Sturzprophylaxe in den Vordergrund gestellt.
Dabei geht es auch darum, mit Schmerz umgehen zu können, d.h. bei auftretenden Schmerzen (z.B. Schulter-/Armsyndrom, Rückenschmerzen, Knie- oder Hüftoperationen) nicht in eine Schonhaltung zu verfallen, sondern Bewegung anzustreben, immer abgestellt auf die persönlichen Möglichkeiten.
Die Gruppe hat maximal 13 TeilnehmerInnen, so dass jeder Einzelne mit seinen Problemen Berücksichtigung finden kann.
Die Gruppe wird geleitet von Brigitte Kaup, die viel Erfahrung im Bereich des Seniorensports hat
Bei Fragen gibt sie gerne Auskunft unter der 02333/9173042.
Interessenten können jederzeit eine kostenlose Schnupperstunde besuchen.
Der Kurs findet immer montags von 14 bis 15 Uhr in der Turnhalle des Mehrgenerationenhauses, Gasstr. 10, statt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 30 € für zehn Kurseinheiten.
Anmeldungen nimmt Astrid Fänger unter der 02333/979358 gerne entgegen.

Eine Erfolgsgeschichte: der Bauern- und Erlebnismarkt Rüggeberg

Vorstellung des 15. Rüggeberger Bauern- und Erlebnismarktes v.l.: Margot Steffen vom Kirchcafé, Fördervereins-Vorsitzender Jens Knüppel, Fördervereins-Vorstandsmitglied Jürgen Burggräfe und Pfarrer André Graf Fotocollage: Linde Arndt

Vorstellung des 15. Rüggeberger Bauern- und Erlebnismarktes
v.l.: Margot Steffen vom Kirchcafé, Fördervereins-Vorsitzender Jens Knüppel, Fördervereins-Vorstandsmitglied Jürgen Burggräfe und Pfarrer André Graf / Fotocollage: Linde Arndt

 

[jpg] Von den Ennepetaler Stadtteilen ist der Stadtteil Rüggeberg einer der aktivsten und selbstständigsten Stadtteilen in Sachen Kultur. Rund 1.500 Einwohner zählt dieser Stadtteil, jedoch hat Rüggeberg eine Geschichte die weit zurück reicht und eine spannende Story ergeben könnte.

Es sind mehrere Events die dieser Stadtteil aus eigenen Kräften auf die Beine stellt.

Bekannt ist der jedes Jahr stattfindende Bauern- und Erlebnismarkt der,

am Samstag dem 28. und Sonntag dem 29.Mai 2016

rund um die Rüggeberger Ortskirche stattfinden wird. Es ist der 15. Bauern- und Erlebnismarkt und da er um die Rüggeberger Kirche stattfindet, kann nichts passieren.

Samstag wird der Markt von 13:00 bis 19:00 Uhr für den Besucher seine Pforten öffnen und Sonntag  wird nach dem Gottesdienst, der um 10:15 Uhr beginnt, der Markt von 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet sein. Der Gottesdienst beginnt um 10:15 Uhr weil die Gläubigen in Rüggeberg auf den Bus aus Homberge warten, der einige Gläubige bringen könnte.

Rücksichtnahme steht ganz oben auf der Liste der Rüggeberger. So ist es nicht verwunderlich wenn die Rüggeberger einen Pendelbus zwischen Rüggeberg (Markt) und der Peddenöde (Firma Thun) für den 29. Mai 2016 organisiert haben. Parallel findet von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr die Veranstaltung „Ennepetal auf Rädern und Rollen“ auf der L699 mit dem Endpunkt Krenzer Hammer statt.

Kommen wir zum diesjährigen Bauern- und Erlebnismarkt zurück der mit dem beliebten Kirchkaffee stattfindet. Es ist wie jedes Jahr ein Kommen und Gehen, teilweise kommen die Besucher aus Wuppertal und Hagen um den gemütlichen und heimeligen Markt oder auch nur das Kirchkaffee zu besuchen. Auch die Aussteller finden sich immer wieder ein, es ist wie eine Familie und doch verdient man sein Geld in Rüggeberg.

Attraktive Angebote warten auf die Besucher Foto: (c) Linde Arndt

Attraktive Angebote warten auf die Besucher Foto: (c) Linde Arndt

Neu ist der Infostand des Heimatvereins Rüggeberg der sicherlich den instandgesetztem alten Haferkasten vorstellen mag. Ein großer Stand mit Gewürzen und Kräutern, Wolle zum stricken, Glasperlen oder auch Gartendekorationen werden diesmal angeboten. Smothies oder Milchshakes werden vom Oberlinhaus angeboten und die Pfadfinder von der DPSG (Deutschen Pfadfinderschaft St.Georg) bringen eine Jurte oder Kohte (So richtig wusste der Veranstalter das nicht) mit in welcher sie auf/in einem Feuer Stockbrot (gefüllt) rösten/backen. Wer Lust hat sollte sein Musikinstrument mitbringen und mit den Pfadfindern spontan das eine oder andere Lied erklingen lassen.

Wie immer werden auf der Grünfläche Tiere zum streicheln stehen, diesmal wird aber auch über das Wesen der Tiere gesprochen. Ziege, Kuh, Pferd,Huhn oder Gans kommen nicht aus der Tiefkühltruhe sondern finden in der freien Natur oder im Stall ihr Futter. Sie sind diesmal die Stars des Marktes. Der Rüggeberger Landwirt Dirk Kalthaus wird zudem über das Wesentliche von landwirtschaftlichen Nutztieren referieren. Keine Angst, es soll kein wissenschaftlicher Vortrag werden, sondern allgemeinverständlich für jedermann sein.

Marc Dresel wird an seinem Infostand die Analyse von mitgebrachtem Brunnen- und Leitungswasser vornehmen, also Wasser (maximal 0,5 Liter) zum analysieren mitbringen.

 

Und Veranstalter ist wie immer der Förderverein der Ev. Kirchengemeinde Rüggeberg e.V. Die Erlöse dieses Marktes fließen in die Renovierungsarbeiten des Gemeindehauses, das ad hoc im Keller eine neue Drainage benötigt.

 

Was bleibt? Es ist alles für ein wunderschönes Wochenende gerichtet, also nichts wie hin mit Kind und Kegel.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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Ennepetaler Sportausschuss hatte Schwimmunterricht

Sportausschuss 27.04.2016 Foto: Linde Arndt

Sportausschuss 27.04.2016 Foto: Linde Arndt

 

[jpg] Es war ein gefühlter Altersdurchschnitt jenseits der 80 im Sportausschuss Ennepetal. Na ja, vorher wurde das Sportlerheim am Dorma-Sportpark besichtigt, die Ennepetaler Besitztümer halt. Das machte Laune. Danach ging es aber wieder in das Rathaus um die Probleme welche die sportlichen Aktivitäten in einer Stadt mit sich bringen zu lösen. Nur was machen wenn die anwesenden Ratsmitglieder noch nie Sport getrieben haben oder sich nicht mehr daran erinnern? So kam es, wie es kommen musste, sie waren überfordert.

Es sollte über den Planungsstand eines Bike-Parks ein Zwischenbericht abgelegt werden. Das was sich da bot, war mehr als peinlich. Denn über das was ein Bike-Park ist oder sein könnte waren die Anwesenden noch nicht einmal im Ansatz informiert. Gott sei Dank waren einige Juegendliche anwesend die dem Fachbereichsleiter Palomba und den anwesenden Stadträten zur Hilfe kamen.

Es ist ein weites Feld des Radsports und geht wahrscheinlich auf das Mountainbiking der 70er Jahre zurück. In der Zwischenzeit hat sich vieles getan. Stand heute: Laufradtrack ab 2 Jahre, Pumptrack, Jumptrack, Urban BMX, Mountainbiker, Cross-Country oder Dirty Jump. Neben diesen Parks gibt es heute aber auch noch die Skater oder die neuen Snakeboarder. Alle haben jedoch eines gemeinsam, diese Sportler benötigen eine spezielle Strecke auf der sie über können. Nun ist der Bikerpark am Platsch in die Jahre gekommen, wird nicht gepflegt und augenscheinlich von den Sportlern nicht angenommen. Vor Jahren fragten Jugendliche an ob es nicht die Möglichkeit gäbe eine Mountainbikestrecke innerhalb Ennepetals auszuweisen. In der damaligen Aussprache löste dies bei den Ausschussmitgliedern einige Irritationen aus. So schob man dieses Anfrage an den Fachbereich, verbunden mit der Bitte um Informationen und Ausarbeitung eines Geländes. Jetzt hätte man schnell zu den Schwelmer Nachbarn gehen müssen. Denn in einem Wäldchen am Höhenweg hatten Jugendliche, ohne Segen der Verwaltung und Politik, eine Pumptrackstrecke in eigener Verantwortung gebaut. Als die Schwelmer Politik und Verwaltung allerdings davon erfuhr, wurde die Strecke in kurzer Zeit eingeebnet. Die Jugendlichen hatte man nicht erschossen, allerdings wollte man den Jugendlichen die Kosten aufs Auge drücken. So ist der Deutsche halt.

 

Im Ennepetaler Sportausschuss diskutierte man krampfhaft über Begrifflichkeiten dieses Sports, fand aber keine Nähe. Das Jugendliche mit diesem Sport ihre Fitness, ihren Mut oder ihre Körperbeherrschung trainieren wollen, darauf kam keiner im Ausschuss.

Dann kam das finanzielle ins Spiel, 10.000,– Euro hatte der Ausschuss eingesetzt – ein Taschengeld. Allerdings hatte man immer noch nicht eine Zielvorstellung, wie die Anlage modelliert werden sollte.

Obwohl der Ausschuss nicht wusste was da gebaut werden sollte, war dies schon zu teuer.

Daniel Heymann (CDU) verwies denn auch auf die angestrengte Haushaltslage der Stadt Ennepetal und wollte diese Strecke, falls gebaut, noch nicht finanziert sehen. Bei solch einer Sache geht es erst einmal darum mehrere Optionen herauszuarbeiten, dann sollte man die Optionen priorisieren und zu guter Letzt kalkulieren. Nach der Kalkulation und der Entscheidung kommt die Finanzierung, die entweder eine Eigenfinanzierung oder eine Fremdfinanzierung sein sollte. Tja, wirtschaften kann so einfach sein, wenn man sich an die Regeln hält.

Dabei gab es doch eine Alternative, diese saß in den Zuschauerbänken. Die Jugendlichen selber in Eigenregie diese Strecke aufbauen lassen. Gelände haben wir in Ennepetal genug. Was ist denn mit der Verantwortung die man einem Jugendlichen zutrauen darf? Jugendliche wollten noch nie von der Erwachsenenwelt gegängelt werden, auch heute nicht. Also rein in die Verantwortung und den Jugendlichen ein probates Gelände zuweisen und für einen Euro verpachten. Die Stadt hätte die Verantwortung vom Tisch, falls es hier ein Problem gibt. Man muss die Jugendlichen ja nicht alleine lassen, sondern Hilfestellungen bei Bedarf anbieten. In der Wirtschaft nennt man diese Führung „Management by Exception“, so erhält man verantwortungsbewusste Bürger.

Aber der Sportausschuss redete ja nur, von einer Anlage die auf dem Bronzetablett serviert werden soll. Ob dann aber Nutzer kommen, kann man getrost bezweifeln. So sollten die Ausschüsse bei ihren „Leisten“ bleiben und evtl. den nächsten Wirtschaftsbetrieb mit 2 Millionen bezuschussen, da weiß man doch direkt was man hat und wem man das gibt.

Nachfolgend habe ich einmal ein paar Strecken herausgesucht um zu zeigen, worum es bei dieser Thematik eigentlich geht.

 

Eine Strecke als Video aus Spanien (https://www.youtube.com/watch?v=iXypOPUNklI), die offensichtlich in Eigenregie erbaut wurde.

Eine Strecke als Video aus New York (https://www.youtube.com/watch?v=itBt2yblZ3E), diese Strecke wurde von der Firma Velosolution erbaut.

Eine Strecke als Video Freeriding und Dirt Jumping aus der Slowakei ( https://www.youtube.com/watch?v=Qep24mEkzJw) diese Strecke in Eigenregie.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Wie stellt sich die Nach-Kulturzeit in Ennepetal dar

Kulturausschuss-Sitzung Foto:(c) Linde Arndt

Kulturausschuss-Sitzung Foto:(c) Linde Arndt

 

[jpg] Die Stadt Ennepetal hat die Kultur „outgesourced“ (EN-Mosaik schrieb darüber). Konsequenterweise müsste der Kulturausschuss sich selber den Hut geben.

Unsere Redaktion machte sich auf den Weg um den Kulturausschuss zu besuchen um zu sehen, womit sich die Mitglieder des Ennepetaler Kulturausschusses jetzt beschäftigen würden. Wenn man schon mal ein Mitglied eines Ausschusses ist, ist man in Ennepetal schon wer. Es geht da weniger um die Sitzungsgelder, mehr um den Selbstwert des Einzelnen. Einige Mitglieder haben aber auch ein Interesse in diesem Ausschuss zu sitzen, werden doch hier die Zuschüsse an die Kulturschaffenden Vereine vergeben. Da macht es schon Sinn sich in Erinnerung zu bringen.

Um es vorweg zu nehmen, es war ein gruseliger Ausschuss, den Anwesenden war der Kulturbegriff wohl abhanden gekommen.

Als erstes befasste man sich mit Straßenschildern, die einen Zusatz bekommen sollten, wie Karlstraße, sollte demnach den Zusatz Carl Gutjahr…. bekommen und die Wilhelmstraße sollte den Zusatz Wilhelm I seit 1871 Deutscher Kaiser. Das Karl und Carl andere Schreibweisen haben und Wilhelm I nicht mehr in die heutige Zeit passt, konnte niemand anmerken. Übrigens, jede Stadt hat eine Ecke wo man Straßen mit deutschen Vornamen findet. Bei der Friedrichstraße wählte man den Zusatz, Friedrich I., genannt Barbarossa, deutscher Kaiser….passt doch.

Dr. Ohlemüller Foto: (c) Linde Arndt

Dr. Ohlemüller Foto: (c) Linde Arndt

An der Diskussion beteiligte sich nur Dr. Johannes Ohlemüller (SPD) der dann in einen kritischen Dialog mit dem Leiter des Fachbereich 4 Cosimo Palomba trat. Gottseidank entschied man sich nur für 4 Straßenschilder die einen Namenszusatz bekommen sollten. Es waren schon einige Straßenzusätze die dort von der Stadtverwaltung angeboten wurden grenzwertig.

Dann ging es um die Zuschüsse (Förderung) von musiktreibenden Vereinen. Nach Vorschlag der Stadtverwaltung soll es zukünftig ein Zuschuss nach „aktiven Mitgliedern“ geben. Auf die Einlassungen von Stefan Mayer-Stoye (Bündnis90/Die Grünen) ob man nicht den Nachwuchs fördern könne, indem man den Vereinen mit Nachwuchsarbeit einen Bonus zuweisen sollte, wehrte Thomas Braun (FDP) dies ab, indem er die Vereine in die Verantwortung nahm. Bei einigen Vereinen sieht man schon das biologische Ende nahen. Passt doch zu Ennepetal. Warum also Nachwuchsarbeit? Stefan Mayer-Stoye (Bündnis90/Die Grünen) hatte dann nicht das Rückgrat sich durchzusetzen.

Alles in allem, wurde jedoch nicht grundsätzlich über den Nutzen der musiktreibenden Vereine gesprochen. Dabei sollte schon die Frage erlaubt sein, nutzt es dem Image der Stadt Ennepetal oder ist das irgendwo ein Eigenverein der der Persönlichkeitsbildung der einzelnen Mitglieder dient.

 

Danach gab die Stadtbücherei Rechenschaft über das Jahr 2015 ab. Die Leiterin der Stadtbücherei Ennepetal, Verena Lückel legte Statistiken vor, die doch nachdenklich machten.

Wie kommt es, dass nur rund 1% der Leserschaft aus Voerde stammt? Dann, wie kommt es, dass in den Monaten September bis Februar eines Jahres weniger Leser nach Büchern fragen als im Rest des Jahres. September bis Februar sind in der Regel die Monate, die witterungsbedingt die Leserzahlen in die Höhe treiben.

Dann gab es noch eine Umfrage, repräsentativ (?) oder tendenziell, in der man von den Ennepetaler Theaterkunden die Zufriedenheit messen wollte. Wohlgemerkt, nicht bei allen Ennepetaler Bürgern, für die interessierte man sich nicht. Rund 40%, absolut waren das 60 Fragebögen von 146 + einer unbekannte Anzahl von Fragebögen, der Fragebögen wurden zurück gegeben. Toll. Diese Umfrage ist für die „Tonne“ und kann als unseriös abgetan werden. Auf die Frage, worüber informieren sie sich über die kulturellen Veranstaltungen, wurde als Antwort die Presse vorgegeben, dass Internet kam dabei nicht vor. Dabei ist es doch allgemein bekannt, dass das Internet zu fast 70% als erste Informationsquelle genannt wird, je nach Veranstaltung. Bei der Frage des Alters der Besucher offenbart sich das ganze Dilemma der Stadt, denn es waren überwiegend die über 55 jährigen (50 Personen von 60) die befragt wurden. Alles in Allem ist dies eine geschönte Umfrage – unseriös.

 

Zwischendurch wurde die Presse hinaus komplimentiert weil eine Münchner Firma, sie stellte sich als Dr. Martina Taubenberger vor,den Auftrag für ein Kulturkonzept bekommen sollte. Weil diese Vergabe im nichtöffentlichem Bereich stattfinden sollte, die Mitarbeiter*In der Firma um 18:48 h ihren Zug noch bekommen wollten, musste die Presse raus. Für Übernachtungsspesen reicht es wohl nicht.

Danach ging es weiter, der Kollege von den Funke Printmedien wartete geduldig auf dem Flur. Na ja, der ist ja auch fest angestellt.

Unsere Redaktion fragte sich aber schon, was das alles mit Kultur zu tun hat, zumal die Informationen recht dürftig oder sogar unseriös waren. Wie bereits gesagt, kann man die Aufgaben dieses Ausschusses auf die anderen Ausschüsse verteilen. Straßenschilder in den Betriebsausschuss, die Bücherei in den Wirtschaftsausschuss. Unsere Redaktion kennt mehrere Städte, wo der Kulturbereich sogar an den Sportauschuss angegliedert wurde.
Die SPD geführte NRW Landesregierung hat die Kultur im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen eingegliedert, Amtsinhaberin: Christina Kampmann (SPD) und die vorherige CDU Landesregierung unter Jürgen Rüttgers (CDU) hatte mit Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU) (ein renommierter Kulturpolitiker) den Kulturbereich in der Staatskanzlei angesiedelt.

Warum die Stadt Ennepetal hier nicht konsequenter vorgeht kann man nicht nachvollziehen. Es sei denn die anwesenden Politiker verdienen ein Gnadenbrot.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Digitale Informations- und Kommunikationstechnologien in Ennepetal

links: Tim Strathmann, rechts Wolfgang Schrey Collage: Linde Arndt

links: Tim Strathmann, rechts Wolfgang Schrey Collage: Linde Arndt

 

[jpg] Ennepetal schickt sich an digital zu werden. Wie immer ist ein Haken dabei. Denn Ennepetal sucht sich nicht die beste Lösung, vielmehr sucht die Stadt Ennepetal fast immer eine Lösung die sie als die beste Lösung definiert. Den Beweis bleibt sie allerdings schuldig, es wird einfach behauptet. Optionen oder Alternativen herausarbeiten ist in Ennepetal nicht vorgesehen.

Der Stadtrat, gefragt, mag nicht darüber beraten, da er fachlich und sachlich kaum in der Lage ist dagegen zu halten. Auch will er sich keine Möglichkeit eröffnen, konkurrierende Meinungen einzuholen.

Es geht um das eRathaus. Es ist eigentlich ein einfach zu organisierender Dienst für den Stadtrat. Dieser bekommt zukünftig seine Tagesordnung nicht mehr analog sondern digital/elektronisch auf ein Tablet zugeschickt. Monatlich soll dem Ratsmitglied 10,–Euro für 4 Jahre abgeknöpft werden, nach Ablauf geht das Tablet in den Besitz des Ratsmitglieds über. Was aber nach eine 1 oder 2 jährigen Stadtratsmitgliedschaft passiert, weiß niemand, es wird nur von einem vorzeitigen Ausscheiden gesprochen. Heißt, zurückgeben bedeutet die Raten von X mal 10,– Euro sind weg oder für eine Zahlung der „Restnutzungsdauer“ das Gerät erwerben. Die Marke des Tablets ist, wie nicht anderes zu erwarten, ein iPad Air 2, WiFi+Cellular, iOS 9, 64 GB Hauptspeicher der Fimra Apple Inc.. Die Tablets werden mit einer Software (Apps) seitens der Stadtverwaltung ausgestattet.

Für einfache Naturen ist dies natürlich ein sehr günstiges Angebot (700,– Euro soll das Gerät kosten) ein Tablet von der Firma Apple Inc. zu erwerben. Das das iPad Air 2 der Apple Inc. jedoch nur 532,–Euro ohne USt. kostet wird mit keinem Wort in der Vorlage erwähnt. Und was ist mit einem Selbstständigen oder Gewerbetreibenden der vorsteuerabzugsberechtigt ist?

Und was ist mit den Alternativen? Im Stadtrat wurde nur eine Alternative erwähnt, dass Betriebssystem Android der Google Inc., was verworfen wurde. Windows oder Linux, die ebenfalls einen guten Ruf haben, werden noch nicht einmal erwähnt. Die Alternative mit einem Laptop, Notebook oder Ultrabook wurden noch nicht einmal im Ansatz angedacht. Nicht das die Produkte der Firma Apple keine Spitzenprodukte sind, nein, darüber hinaus genießt die Marke Apple Kultstatus und die Produkte werden inzwischen wie eine Hostie in einer Kirche dargeboten und verkauft. Das alles schlägt sich natürlich auch in dem erhöhten Preis nieder. Warum eine Kommune, die immer wieder zum sparen aufruft, diese verteuerten Produkte kaufen will, irritiert denn doch.

Auch die Zielvorstellungen im Hinblick welche Informationen der einzelne Stadtrat wie aufbereitet benötigt, war nicht der Mühe wert zu erwähnen. Es wird den einzelnen Stadträten ein Gerät und eine Software aufgezwungen/übergestülpt, nach dem System, „friss oder stirb“. Das der Stadtrat auf seinem Rechner (Tablet oder was auch immer, auf einem entfernten Server) seine Aufzeichnungen oder docs ablegen sollte, die er während der Sitzung zur Beratung benötigt, ist für die Stadtverwaltung eher unwahrscheinlich. Wolfgang Schrey, der die ersten Schritte für einen digitalen Sitzungsdienst gemacht und Tim Strathmann der die Vorlage 74/2016 anscheinend erarbeitet hat, haben hier eine minderwertige Lösung erarbeitet, die nur kostet aber keinen Gewinn bringt.

Ein anderer Aspekt. Das Tablet soll ja den Sitzungsdienst per Papier ersetzen. Dadurch entfallen Material-, Druck- und Personalkosten für die Stadtverwaltung. Warum in Gottes Namen müssen die Ratsmitglieder dieses Tablet dann bezahlen? Abgesehen davon, dass die Stadträte zwar Sitzungsgelder bekommen, die mehr oder weniger Aufwandsentschädigungen darstellen, müssen sie jetzt für die notwendigen Informationen über Tablet bezahlen – ein Unding. Der Einspareffekt durch Wegfall der gedruckten Unterlagen ist doch viel größer als die Investition der Tablets. Die Stadträte müssen sicher demnächst auch die Leuchten bezahlen die im Ratssaal ersetzt werden.

Zuletzt kommt noch die Frage auf, wer benötigt diese Informationen denn? Haben wir denn nicht jemanden vergessen? Klar, die Presse möchte auch an den digitalen Segnungen teilnehmen. Journalisten sind nicht scharf darauf zentnerweise Papier zu sammeln um ab und an den Haushalt, eine Vorlage oder ein Sitzungsprotokoll herauszusuchen und zu lesen.

Die Kollegen der Funkemedien Gruppe haben sicher keinen Bock auf digitale Einladungen zur Sitzung per Push-Dienst. Sieht man sich die Mitbewerber der Funkemedien Gruppe einmal an, so sieht man die Entwicklung im Südkreis (168) seit Jahren auf einem absteigenden Ast.

Fast 6.500 hat die Funkemedien Gruppe mit ihren beiden Publikationen Westfälische Rundschau und Westfalenpost in den letzten Jahren verloren. Junge Menschen werden von den Produkten der Funkeleute kaum mehr erreicht. Warum sollten die Mitarbeiter der Funkemedien sich den digitalen Sitzungsdienst noch antun.

Trotz allem können wir nicht auf die notwendigen Reformen der Printmedien warten. Deutschland befindet sich in der Anwendung und Umsetzung des IT Bereiches im unteren Mittelfeld. Dabei sind die Einsparpotenziale enorm, sowohl in der Wirtschaft als auch in der öffentlichen Hand. Wenn EN-Mosaik Redakteure in Brüssel unterwegs sind, so haben sie weitaus bessere (digitale) Arbeitsbedingungen als in Deutschland. WiFi/Wlan oder LAN bis zu 200 MB in Restaurants oder in den Ausschüssen sind dort selbstverständlich. An meinem Arbeitsplatz in Brüssel habe ich einen Stromanschluss und einen WiFi Zugang. Täglich holt man sich die Zugangspasswörter und schon legt man los. Die Brüsseler Arbeitsbedingungen kann man ohne Probleme auf eine Kleinstadt wie Ennepetal herunter brechen.

Kommen wir zu der Software. Neben dem Betriebssystem iOS 9 von der Apple Inc wird es eine neue Anwendersoftware geben. Das alte Ratsinformationssystem wird abgeschafft und es wird eine neue Software lizenziert. Mandatos und Session der Firma Somacos heißen die neuen Module die das alte Ratsinformationssystem ersetzen soll. Wieder keine Alternativen oder weiterführende Optionen. Auf der einen Seite möchte die Stadtverwaltung eine partizipative Beteiligung und auf der anderen Seite ist sie bestimmend, wie in diesem Fall. Nicht einmal den Förderverein für regionale Entwicklung e.V. mochte man konsultieren, der ja immerhin ein gut funktionierendes Ratsinformationssystem vorhält.

Alles in allem haben die beiden Herren Schrey und Strathmann in diesem Zusammenhang ihren Job gemacht, wobei dieser Job irgendwie lustlos erledigt wurde ohne Vorteile für die Stadt Ennepetal, im Gegenteil.

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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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Ennepetal gibt die Kultur auf

Domicil der Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG Foto: Linde Arndt

Domicil der Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG Foto: Linde Arndt

[jpg] Die Ennepetaler Kultur wird outgesourced. Ab 1. Juli 2016 wird die Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG das kulturelle Image in Ennepetal prägen.

Die deutsche Leitkultur, die von den Konservativen so oft beschworen wird, findet man demnächst in einem Kassenhäuschen im Haus Ennepetal. Fein aufgelistet findet man in der Beschlussvorlage 83/2016 was eine Stadt wie Ennepetal unter Leitkultur versteht. „Planung, Durchführung und Abrechnung von Veranstaltungen….“. Also entwerfen von Eintrittskarten und deren Verkauf? Und was noch toller ist, ein Verwaltungsangestellter der Stadtverwaltung der zur Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG wechselt, bestimmt demnächst was Kultur ist oder sein wird. Der Weg zum Bratwurstgrill und Waffeleisen ist vorgezeichnet.

Dabei war der Kulturbereich in Ennepetal seit Jahren, im Verhältnis zu anderen Städten, ein mehr lustlos dahin vegetierender Bereich. Der Bereich brauchte dringendst einen Impuls der zu einer ernstzunehmenden Neukonzeption führen müsste.

Kultur als Standortfaktor läuft neben der Bildung vor (!) der Gewerbesteuer. Schon lange gilt für das Image und die wirtschaftliche Attraktivität einer Stadt wie Ennepetal die Kultur nicht als sogenanntes I-Tüpfelchen, vielmehr stellt es z.Bsp. für qualifizierter Arbeitskräfte einen bedeutsamen Faktor in einer Kommune dar. Zugegeben, es ist schwer den quantifizierbaren immateriellen Nutzen der Kultur durch die Erhöhung des Imagewertes einer Stadt zu errechnen, jedoch sieht man immer wieder, dass prosperierende Städte auch eine dementsprechende kulturelle Infrastruktur vorhalten. Nichts ist schlimmer als mit einer Stadt, die verstaubt, altmodisch und kulturell hinterwäldlerisch daherkommt den Ansprüchen eines modernen Personalmanagements der lokalen Unternehmen, wie Febi, Dorma oder Alanod gerecht zu werden.

Theater Foto: Linde Arndt

Theater Foto: Linde Arndt

So ist es befremdend wenn die neue Bürgermeisterin Imke Heymann, die ja aus einer großen deutschen Kulturstadt kommt, keinen ernstzunehmenden Impuls zur Ennepetaler Kultur geben kann. Imke Heymann kommt aus Leipzig, die Stadt in der Kurt Masur zuhause war, das Grassi Museum, Oper, Theater oder die das weltbekannte Gewandhausorchester und den Thomanerchor vorzuweisen hat, diese kulturellen Strukturen prägen. Und da soll die Bürgermeisterin nichts von abbekommen haben?

Begraben wir also die Kultur in Ennepetal und pflegen wir  ein Image welches qualifizierte Arbeitskräfte gar nicht an unsere Stadt denken lässt. Lasst diese qualifizierten Ingenieure, Techniker oder auch Ökonomen in andere Städte ziehen, auch diejenigen die im Reichenbach Gymnasium die allgemeine Hochschulreife gemacht haben. Nein, Ennepetal braucht niemanden, der die „graue Maus“ nicht lieben mag.

Nur, konsequenterweise sollte der Rat der Stadt Ennepetal nach dem 1. Juli seinen Kulturausschuss auflösen, die verbleibenden Aufgaben die man nur als Petitessen bezeichnen kann, können dem Sportausschuss zugeordnet werden. Damit könnte die Stadt ein „paar“ Euro sparen; denn Ennepetal ist in vielerlei Hinsicht sehr arm. Doch halt, was machen die armen Ratsmitglieder des Kulturausschusses die ja irgendwie von der Stadtverwaltung betreut werden müssen oder ist es doch eine Therapie?

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal