Interview mit Dr. jur. Ingo Mehner – Ein Mann mit Biss.

Aus dem Internetpool, Stand: 30.04.09

[jpg] In den 70er Jahren spielte Herr Dr. jur. Mehner in Ennepetal eine herausragende Rolle.  Hat er doch mit anderen den Gedanken der zentralen Bedeutung von Milspe nach vorne gebracht. Sein Vorzeigeprojekt "Haus Ennepetal" wurde jedoch im Verlauf der damaligen Zeit von vielen verwässert.
Ihm sich zu nähern um die Person auszumachen, war sehr, sehr schwierig, versteht er es doch geschickt sich hinter seinen immer wieder vorgetragenen planerischen Stadt-Visionen zu "verstecken". Man muss schon geistig fit sein,  um  den in schnellen Wechsel von ihm vorgetragenen Inhalten zu folgen. Er ist geistig fit, verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz, den er auch ohne Mühe in einen kommunalpolitischen Kontext bringen kann.
Folgt man ihm in seinen geistigen Exkursionen, so erlebt man einen angenehmen und anregenden Partner im Dialog. Auch kulturell hat er einiges zu bieten, seine musischen Fähigkeiten sind sehr ausgeprägt, die er aber unseres Erachtens vernachlässigt. Ob er diese Fähigkeiten in diese Stadt einbringen kann, vermochten wir nicht auszumachen. Seine vielfach vorgehaltene Arroganz, dieses Belächeln des Gegners, so erlebten wir das, ist ein Schutzschild den man allerdings bei allen Juristen, die den Doktor haben, vorfinden wird. Und doch kann man ihm eine gewisse "Volksnähe" nicht absprechen. Und doch ist er ein Mann der mit dem Kopf durch die Wand geht, sich immer wieder beweisen und das Alte nicht aus den Augen verliert. Er kann nicht einfach abhaken und den Alltag akzeptieren. Menschlich könnte er schon eine Stadtverwaltung, von immerhin rund 300 Personen führen, nur, komfortabel haben es seine ihm "Anvertrauten" nicht. Wenn man ihn allerdings politisch einordnen würde, würde ich ihn dem konservativem Lager zuordnen, wobei er den örtlichen Konservativen weit überlegen ist, denn die sind nur reine Mutationen einer mal vorhandenen konservativen Bewegung.
Er ist ein Machtmensch, klar, aber nicht wie die örtlichen Konservativen, um der Macht Willen, sondern er braucht die Macht um etwas zu bewegen.

1.    Nennen Sie uns die Faktoren die den Standort Ennepetal besonders auszeichnen?

Ennepetals Standortfaktor Nr. 1) war, ist und wird bleiben das regional einzigartige
 Angebot von mehr als 15.000 Arbeitsplätzen prägt (davon mehr als 60 % gewerbliche),
dem ein Einpendlerüberschuss entspricht. Ennepetal ist also entgegen landläufiger
Meinung gerade "keine Schlafstadt". Ennepetal weist eindeutig die traditionelle
Beschäftigungsstruktur einer Industriestadt auf mit einem geringen Anteil der Wirtschaftsbereiche
Handel und Dienstleistungen. Meine Mitbewerber beschäftigen sich zu sehr mit der Schlafstadtthese
und den "virtuellen" Gedanken einiger "Fuzzis", so heißen die wohl auf
"Neudeutsch". Ich betone dagegen mehr die traditionelle Herkunft und das
vorhandene industrielle "Wir Gefühl".

Standortfaktor Nr. 2) sind die hier wohnenden Bürger, schon und in erster Linie ihrer Anzahl nach,
in zweiter Linie zeigt die never ending story ehrenamtlichen Engagements gerade in schwierigen
Zeiten und auf schwierigen Feldern (beispielhaft "Pfingstturnier", "FuZo" , "Täckel"
und "Industriemuseum") ein in der veröffentlichten Diskussion stark unterschätztes
Zusammengehörigkeitsgefühl.

Standortfaktor Nr. 3) ist die Kluterthöhle als Alleinstellungsmerkmal.

2.    In welchen Bereichen wollen Sie mehr/weniger Geld ausgeben – wo soll besonders gespart werden und  worauf müssen sich Bürger und Vereine einstellen?

Mehr Geld ausgeben in allen Bereichen, welche die
gesamtstädtische Entwicklung den oder die entscheidenden kleinen Schritte voran bringen (Sicherung der vorhandenen Infrastruktur auf Verkehrswegen und in Wohnquartieren, Übernahme der sog. unrentierlichen Kosten für "Mehr Handel und Wandel in der Innenstadt" und drittens für die städtebauliche Zukunftsplanung (z.B. "Neues Wohnen bis zur Ennepe",
"Piccadilly", "Neustraße unter Flur", "Industrie- und Gewerbepark
Breckerfelder Straße" und "Neues Einkaufscenter für
Voerde/Hasperbach/Oberbauer") .

Weniger Geld für parteipolitisch oder bürgerschaftlich umstrittene
Maßnahmen.

 


Überhaupt kein Geld (Sparen) für Projekte, die sich selbst tragen müssen. Wenn sie sich nicht
rechnen, muss der Bürger darauf verzichten können.
Wenn ich Bürgermeister werden darf, können sich Bürger und Organisationen (ich ersetze das
Wort Vereine durch den umfassenderen Begriff Organisationen) auf einen Richtungs- und
Methodenwechsel einstellen, hin zu mehr Fachkompetenz, Mut zu mehr Bürgerschaft und
Ehrenamt sowie selbstbestimmte Eigenverantwortung. Ich werde Engagement
fordern, Eigeninitiative fördern, aber keinen Platz für Experimente lassen.

3.    Können Sie sich einen Bürgerhaushalt, wie z. B. in Rheinstetten oder Cottbus vorstellen?       Wenn ja, würden Sie sich dafür einsetzen?

Ich hatte zur Jahrtausendwende das Glück, im Rahmen einer persönlichen Beziehung das
Leben in zwei bürgerlichen Familien in Brasilien erfahren zu dürfen. Ich war in Recife (Pernambuco)
im Nordosten und in Porto Alegre tief im Süden. Das Schwellenland Brasilien hat eine vergleichsweise
geringe politische Streitkultur entwickeln können und in Porto Alegre auf kommunaler Ebene mehr
Bürgerbeteiligung gewagt. Mir wurde stolz gesagt "mit besserem Erfolg als zuvor". Von
Porto Alegre aus nahm die von Ihnen angesprochene Entwicklung aus ihren Lauf.

Die Ennepetaler politische Streitkultur ist ähnlich entwicklungsbedürftig.

  Weshalb also nicht? Ich bin dabei und habe den Mut, die Ennepetaler Bürger auf diesem Weg zu begleiten und zu führen wo notwendig.
Die Parteipolitiker werden sich da sehr schwer tun. Und haben
mit der Abschaffung der Kameralistik neue Hürden gegen mehr unmittelbare Bürgerdemokratie aufgetürmt; die sind ja nicht dumm.
Also auf den Punkt: Mit Mehner als Bürgermeister ist mehr
Bürgerdemokratie selbstverständlich. Dafür trete ich ja gerade an. Der grundlegende Vorteil dieses Prinzips ist nach allen Erfahrungen, positiv wie negativ, die führende Rolle der Mittelschicht. Dafür stehe ich.

4.    Im nächsten Jahr ist das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas. Mit welcher Aktion wird sich Ennepetal beteiligen?

Ich würde gern Bürgermeister Dietz aus Rheinstetten nahe Karlsruhe kennenlernen, ebenso
Frau Pauli, und nach Ennepetal einladen, um ein Signal zu setzen, dass und wie eine junge
zerstrittene Gemeinde ohne selbstverständliches "Wir-Gefühl" auf gute Agenda Gleise gesetzt
werden kann, also mit anderen Worten für die Kulturhauptstadt Ruhrgebiet ein winziges Stück
Vorbild sein. Das ist machbar, kostet nicht zu viel und hilft gerade auch Ennepetal.

Außerdem war Ennepetal einmal zu Zeiten von August Born eine Hochburg für freies
bürgerschaftliches Engagement.
Ich hätte da sehr kompetente und vorzeigbare Gesprächspartner aus der Region im Hinterkopf.

5.    2007 wurden schreckliche Kleinkindmorde veröffentlicht, welche Konsequenz hat Ennepetal daraus gezogen, damit so was bei uns nicht passiert?

Das müssen Sie den Bürgermeister und Frau Dr. Siekermann fragen. Souverän wirkten beide nicht.
Ich stehe formell noch außerhalb der Verwaltung und hatte weder für Ennepetal noch in meinem
Umfeld Konsequenzen zu ziehen. Meine Familie gehört zur gesellschaftlichen Mittelschicht und
ist fest in christlicher Tradition verwurzelt. Sonka war ein Wunschkind. Barbara, ihre Mutter,
und ich, so unterschiedlich wir auch sein mögen, haben durch familiäre Vorbilder die Erziehung
praktisch mit der Muttermilch erlernt. Was ich damit sagen will: Die Familie ist die Stellschraube,

an der jeder für sich zu drehen hat, damit die Gesellschaft Kinder mit mehr Respekt und
Würde behandelt.
Wer das nicht kann oder will, sollte für meinen Geschmack besser keine Kinder in die Welt setzen.
Wenn ich als Bürgermeister in die Pflicht genommen werde, handele ich nicht anders. Aber ich
werde die Welt nicht verbessern können. Da lassen sich keine allgemein gültigen "Besserformeln"
aufstellen. Jedes Kind, jede Familie verdient Respekt vor dem selbstbestimmten Leben, Kinder
aber noch etwas anderes, nämlich gesellschaftlichen Schutz vor unwilligen oder ungeeigneten Eltern.
Vielleicht hat unsere Egoismusgesellschaft zu lange über die Rechte von Eltern debattiert.
Einige wenige Eltern haben darüber die Pflichten von Eltern vergessen.

6.    Wir werden in den nächsten Jahren durch die Überalterung in Ennepetal immer mehr Einwohner verlieren! Werden Sie Entlassungen im Rathaus vornehmen? Werden gar Stadtteile zusammengelegt werden  müssen?

Die Frage stellt sich nicht. An der Überalterung der
Ennepetaler Bürger ändert der Bürgermeister nichts, wenn er im Rathaus
Fachkräfte entlässt. Die Verwaltung wird sich anders aufstellen müssen, nämlich antizyklisch. Wenn die Gesellschaft zwar alt werden, aber die Lasten des Alters nicht persönlich ertragen will, dann müssen die Gemeinden als allzuständige Gebietskörperschaften eben im Rahmen der Daseinsvorsorge die notwendigen "Ergänzungsarbeiten" leisten bis die
Lasten des Alters wieder gesellschaftlich selbstverständlich werden. Wie sie das zweckmäßig organisiert ist Sache der kommunalen Selbstverwaltung.

 

 Zusammenlegung von Ortsteilen ist mir dazu noch nicht eingefallen, Zusammenlegung von
Organisationseinheiten wie zum Beispiel Schulen schon eher. In Zeiten, wo es um die Mangelverteilung
geht, wird es wehtun. Das weiß jeder, der eine Scheidung hinter sich hat.

Ansonsten gilt für eine effektiv arbeitende Verwaltung nichts anderes als für jedes Unternehmen.
Weniger Kunden: Weniger Personal, weniger Kindergärten, weniger Schulen, weniger Arbeitsplätze,
weniger Kirche, weniger Vereine, weniger Stadtbad, Volkshochschule und kulturelle Angebote, dafür
mehr Friedhöfe, Bestattungs- und Umzugsunternehmen bei gleichwohl steigenden Kosten.
Wollen Sie das? Ich nicht. Ich will diesen Teufelskreis in Ennepetal durchbrechen.

7.    Welcher anderen Kommune würden Sie gern mal für einen Tag vorstehen und warum?

Dem Kreis Nordfriesland. Der Zusammenschluss kleiner und kleinster Gebietskörperschaften, die
weit auseinander liegen und doch ein ausgeprägtes "Wir-Gefühl" Ausstrahlen.
Weshalb wohl? Dort haben die Bürger auf kommunaler Ebene weitgehend die Geschicke
selbstbestimmt und selbstverantwortlich in die eigenen Hände genommen. Die politischen Parteien
dominieren nicht mehr, obwohl auch dort jeder Bürger seine Meinung hat.

8.    Was qualifiziert Sie eher als Ihre Mitbewerber|Innen| dafür, hauptamtlicher Bürgermeister|In| von Ennepetal zu werden?

Ich habe als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht die stärkste und aktuell
abrufbare Fachkompetenz von allen fünf Kandidaten. Mich zeichnet die grösste Erfahrung
in Führungspositionen der Stadt Ennepetal aus. Ich lebe und arbeite seit 40 Jahren in
Ennepetal, 10 Jahre als Planungsamtsleiter und Beigeordneter für Bauwesen, Schulen, Kultur
und Sport sowie seit 1980 als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht nicht nur für
Ennepetal und seine Bürger.

Schwerpunkt meiner beruflichen Tätigkeit ist der großflächige Einzelhandel. Das Anforderungsprofil
ist also auf mich zugeschnitten. Ich bin einer zum Anfassen mit Ecken, Kanten und Schwächen, aber mit
einem großen Herz, viel Liebe für die Stadt, die meine Heimat geworden ist, und, last but not least,
mit viel und blitzschnellem Verstand und Bauernschläue zwischen den Ohren. Und ich habe mehr

Mut und mehr Ideen als die anderen vier.
Mit diesen Genen und der Befähigung zum Höheren Verwaltungsdienst, die ich als einziger Bewerber
habe, lässt sich die Stadtverwaltung effektiv und nachhaltig führen. Ich wäre der beste Ratgeber für
den Rat und die Bürger. Ich bin parkettsicher und kann mit Humor und Eloquenz präsentieren.
Übrigens sagt man mir nach, dass ich mich als Rechtsanwalt sehr geschliffen und korrekt ausdrücke und
nur dann grob oder laut werde, wenn ich mir das drei Tage vorher so überlegt habe wie zum Beispiel
Adenauer zu seinen Zeiten oder ich auf dem Handwerkertag im Haus Ennepetal.

9.    Was halten Sie von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden als Ausdruck von mehr Demokratie? Und      können Sie sich vorstellen, dass hier in Ennepetal eine NGO Mehr Demokratie e.V. aktiv wird?

Als freier und parteipolitisch unabhängiger Kandidat sind Bürgerbegehren und Bürgerentscheide
die angesagten Instrumente zur Entscheidungsfindung. Wer meinen blog verfolgt, weiß, dass ich
das sehr ernst meine. Die kommunalpolitischen Parteien wissen das auch und fürchten mich aus
diesem und einem anderen Grunde.

10.    Nennen Sie ein Projekt, das Ihnen am Herzen liegt und das Sie besonders gern umsetzen würden?

Die Vollendung des Stadtumbaues der Milsper Innenstadt und parallel dazu die Weichenstellung
für die nach der Landesentwicklungsplanung möglichen Entwicklungen in Voerde und Altenvoerde
mit Blick auf Oberbauer, Hasperbach und Breckerfeld.
Dagegen scheinen die westlichen Ortsteile stark genug zu sein, ihre Belange mit viel Bürgersinn
selbst in die Hand zu nehmen. Das gilt insbesondere für Oelkinghausen, Rüggeberg und den Büttenberg,
die seit 1925 am meisten aus dem "schwierigen Kunstwerk Milspe" gewonnen haben. Die Innenstadt
selbst hat die Kommunalpolitik nach meiner Abwahl, also seit 1980 aus dem Focus verloren. '

Ich will das Versäumte gerne mit den Gutwilligen auf- und nachholen, wenn es denn noch geht.
Dazu muss aber ein Konsens her. Alles zugleich kann man nicht haben. Übrigens ist es mit Blick
auf die Innenstadt und die Gesamtstadt wenig hilfreich, Voerde als Nebenzentrum herabzustufen.
Die das wollen wie der Beigeordnete und Frau Schöneberg, die wiederholen die Fehler, die in der
Innenstadt durch Untätigkeit gemacht wurden. Weil dort dann beispielsweise kein Industriegebiet
entwickelt werden dürfte wie in Oelkinghausen, das Ennepetal dringend braucht, wenn die Flächen in
Oelkinghausen verkauft sind. Weil dort dann beispielsweise nur kleinflächige Handelsangebote
zulässig wären (nach heutiger Rechengröße bis zu 750 qm = Discounter), nicht aber so ein
Einkaufszentrum wie an der Heilenbecke, das Voerde, Oberbauer und Hasperbach wahrlich nicht
schlecht zu Gesicht stehen und die Euros hier lassen würde. Meine
Entwicklungspolitik ist klüger und nachhaltiger angelegt.

Zwei Ersatzfragen, die Sie gegen obige auswechseln dürfen. [Die Fragen wurden zusätzlich beantwortet – Anmerkung d.Red.9]

a)    Wer ist Ihr politisches Vorbild und warum?

Konrad Adenauer (CDU) und Willy Brandt (SPD) haben das Bild vom
Nachkriegsdeutschland geprägt, der eine durch seine antikommunistische
pragmatische Ausrichtung nach Westen, der andere durch seine visionäre
Ostpolitik, für die er mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Beide
haben auch meine politische Grundeinstellung beeinflusst, als ich
heranwuchs, wenn nicht gar geprägt. Wegen dieser Visionen und des Mannes
bin ich einmal der SPD beigetreten, habe sie dann aber auch nach seinem
Rücktritt (nicht wegen seines Rücktritts) wieder verlassen. Beide
Kanzler, den ersten und den vierten der Republik, zeichneten
Entschlossenheit und Popularität über die Parteigrenzen hinaus aus,
obwohl der Bundespolitiker Brandt wegen seiner Herkunft öffentlich
diffamiert wurde. Ich war 1963 in Berlin, als Brandt den legendären Satz
zu Kennedy sagte: "Wir grüßen nicht nur das Amt, wir grüßen auch den Mann."

b)    Welche Reform bewundern Sie am meisten?

Die Verwurzelung der Bundesrepublik im atlantischen Bündnis auf
der einen und die "Neue Ostpolitik" auf der anderen Seite. Beide
Reformen haben die spätere Wiedervereinigung begünstigt.


Abschlussbemerkung:

Zum Abschluss, wo wir einige Fotos machten, zierte er sich etwas. Es ist so, als wenn er nicht abgelichtet werden wollte. Auch das Abschlussgespräch brachte eine gewisse Nähe, wobei er immer darauf achtete, seine Position des Leaders nicht aufzugeben. Angst vor Kontrollverlust? Es war ein schwieriges Interview, aber ich denke es hat sich gelohnt. Ist es doch so, dass wir dem Wähler einen Kandidaten vorstellen können, der eine ernst zunehmende Konkurrenz in einem Kandidatenfeld bietet, welches so wenig Würze hat.
Geeignet für das Bürgermeisteramt ist er allemal in einer Stadt die so unpolitisch ist, wie nach meiner Erfahrung keine andere Stadt in der Republik. In dieser Stadt ist fast nichts in Ordnung, und das was in Ordnung ist, hat sich von alleine entwickelt und wurde von der Politik nicht initiiert.

An dieser Stelle möchten wir uns nochmals vielmals für dieses Interview bedanken.

So wünschen wir ihm einen guten Wahlkampf und viel Erfolg beim Kampf um das Rathaus.

Jürgen Gerhardt

Abwiegeln, kleinreden und auf andere wegschieben

[jpg] Mein Gott, Walter (Faupel), so hätte man ausrufen mögen. Da rief die gesamte CDU, die offensichtlich  von der Partei vergattert war zu einem so genannten Bürgergespräch unter dem Thema: "Streetworker und Kriminalität am Busbahnhof" auf. Zu der versammelten CDU Riege gesellten sich sodann auch an die ca.8 betroffene Bürger. Anwesend waren auch: Fraktionsvorsitzende der CDU Faupel, Stadtverbandsvorsitzender der CDU Ennepetal, Johannes Kraft, Junge Union Vorsitzender Jens Knüppel, Beigeordnete der Stadt Ennepetal und Leiter der Wirtschaftsförderung Wilhelm Wiggenhagen, Leiter des Ordnungsamtes Casimo Palomba, so wie Ratsfrauen und Ratsherren der CDU Fraktion, weiter zwei Angestellte des Ordnungsamtes in Uniform. Hoffentlich habe ich alle wichtigen Personen auch aufgezählt. Man möge mir vergeben, wenn ich eine Person der Creme de la Creme der CDU vergessen habe. Mea maxima Culpa.

Es war eine peinliche Vorstellung die die CDU hier bot. Beschämend das Ennepetal für die CDU keine Mitglieder hat, die geistig besser auf der Höhe sind. Die Bürger sollten berichten, was aber wurde daraus? Ein großer Vortrag des Fraktionsvorsitzenden Walter Faupel (CDU). Er unterstellte das die Personen nicht kriminell wären, wenn sie das nämlich wären hätte die Polizei sicher eine Anzeige aufgenommen.
Ob die Polizei wohl in ihrem Tagebuch Eintragungen habe, danach wurde erst gar nicht gefragt.
Und wenn, so merkte er an, ist nicht der Rat der Stadt dafür zuständig, sondern eben die Polizei.
Erst wenn jemand kriminell würde sehe er ein Problem und wäre evtl. geneigt einzugreifen.
Nachdem auch noch der Leiter des Ordnungsamtes Casimo Palomba vorgetragen hatte, sollte nunmehr noch die Leiterin des Ordnungsdienstes berichten. Bis dahin durfte kein Bürger etwas sagen.
Nun platzte einem der anwesenden Bürger etwas leicht der Kragen und er wollte sein Anliegen vortragen, was jedoch gekonnt abgewehrt wurde. War es bei der SPD möglich sein Anliegen in Ruhe, aber auch erregt vorzutragen, so passte dies offensichtlich nicht in die Dramaturgie der CDU.

Die Ungeduld stieg und wie das so ist, setzten sich Bürger und eine Bürgerin etwas wütend durch und trugen vor.
Es sei wohl beobachtet worden und das seit 8 Jahren. Man habe immer mal wieder an die Stadt in diesem Zeitraum Briefe geschrieben, die jedoch ohne Resonanz blieben. Ein Bürger schilderte klar und deutlich die Vorfälle wobei von Herrn Faupel (CDU) jedoch bezweifelt wurde, das es solche überhaupt gäbe. Ein Unverschämtheit, sitzt Herr Faupel denn 24 Stunden auf dem Markt in Milspe?

Es sollte wohl eine Veranstaltung der CDU sein, da störten diese "dummen" Bürger irgendwie, die etwas anderes gesehen hatten, als Herr Faupel es sehen wollte.
Wie auf dem Bild, welches am Samstagmorgen aufgenommen wurde, ist der Müllkorb mutwillig aufgerissen worden. Auch nach unseren Beobachtungen, waren in zwei Nächten um 0:30 h ca. 22 – 30 Jugendliche und  auch junge Erwachsene am Busbahnhof, in dem Rewe Durchgang, sowie auch auf dem Markt zu beobachten. Allesamt mit einer Flasche ausgestattet.

Ich konnte sogar mit denen reden, sind ja auch keine CDU Politiker. Der abendliche Ablauf, so erzählte man mir, geht wie folgt: Kurz vor 22:00 h macht sich ein über 18 Jähriger auf den Weg in das Rewe Geschäft und kauft, nachdem er Geld eingesammelt hat, die alkoholischen Getränke ein, eine Flasche Cola inklusive. Diese werden dann gemeinsam verkonsumiert. Dies geschähe auch am Tage so an die zwei Mal, je nach Bedarf und Geld.

Da es keine Toiletten gäbe, würde man kurzerhand in den Durchgang verschwinden und dort seine Notdurft verrichten. Der Wirt vom Secco bestätigte auch, dass es manchmal bis 2 oder 3 Uhr "Randale" am Markt und Busbahnhof gäbe. Er habe sie auch schon mehrfach verjagt. Die hinzugerufene Polizei, kam meistens zu spät und zog unverrichteter Dinge wieder ab, weil die Personen sich in die "Büsche geschlagen" hatten.

Der Gipfel der Unverschämtheiten von seiten Herrn Faupel´s (CDU) war jedoch, als er den Anwohnern vortrug, die CDU wolle keinen Streetworker, habe aber dem Jugendamt die EUR 10.000,– bewilligt. Dieses hätte sodann frei über die Mittel entschieden. Die Entscheidung das Geld für einen Streetworker auszugeben habe er, Herr Faupel, jedoch nicht in der Hand. Im Übrigen, so Herr Faupel (CDU) weiter, würden die Steuereinnahmen wegbrechen und da könne man nicht einfach EUR 10.000,– so ausgeben, weil, man höre und staune, wir sonst in die Gefahr gerieten, der Haushaltssicherung   zu unterliegen. Man muss sich das mal vorstellen: Ennepetal zahlt 2,3 Mio Schulden zurück, überweist Jahr für Jahr Millionen in den Ausgleichstopf des Kreises, weil die Stadt so reich ist. Und da stehen wir bei Einstellung eines Streetworkers kurz vor der Pleite? Nein, Herr Faupel, verarschen können die Bürger sich selber, ein bisschen mehr wollen die schon ernst genommen werden.

Als dann noch ein ehemaliger städtischer Angestellter mit Recht ein fälliges Jugendkonzept anmahnte, was es seit Jahren nicht mehr gab, wurde es unserem Walter Faupel aber zuviel. Er wollte gehen.

So hatte sich das unser "Ennepetaler Richelieu" Walter Faupel nicht vorgestellt, er war doch nur zum Appell gekommen und alle braven Bürger sollten ihm vom schönen Ennepetal berichten.

Übrigens, es gibt einen neuen Busbahnhof, der kostet sicher Millionen, aber da droht keine Haushaltssicherung, es ist halt ein Prestigeobjekt. Wenn es einmal wieder Randale gibt so rufe man bitte die Polizei oder nehme die Dinge selber in die Hand, so Walter Faupel.

Was lernen wir daraus, für die CDU sind wir Bürger nur ein dumme dumpfe Masse, die die schönen Worte eines Walter Faupel nicht zu würdigen weiß. Wir haben aber auch gemerkt, dass Walter Faupel und seine gesamte vergatterte Mannschaft einen gehörigen Realitätsverlust haben, aber das ist wieder ein anderes Thema. Auch haben wir gelernt, dass die CDU Mitglieder stumme uneigenständige Mitläufer sind [sein müssen], halt nur Staffage. Ein Trost noch für alle Bürger, am 30.08.09 ist Kommunalwahl.

Jürgen Gerhardt

 

Frau Dr. Hella Siekermann und die Interviews

 Es ist schon einige Wochen her, als wir uns Gedanken über die zur Wahl stehenden Bürgermeisterkandidaten machten und  – zunächst für uns persönlich – einen Favoriten suchten. Wie aus unserem Artikel vom 9.2.2009  "da waren es auf einmal 5" hervorgeht, waren wir zu dem Zeitpunkt absolut von Frau Dr. Siekermann angetan und so heißt es u.a. in dem Artikel auch:

Zitat: Allerdings könnte das nur eine  Kandidatin machen – Frau Dr. Siekermann. Sie hat, im Bergischen würden wir sagen, einen A…. in der Hose, ist couragiert, ehrgeizig und hat klare Zielvorstellungen. Und darüber hinaus, wie ihre eigene Partei schon richtig bemerkte,  sie ist keine Verwaltungsfrau, sie ist eine Frau aus dem praktischen Leben mit vielen Facetten, die unserer Stadt zum Vorsteil gereichen könnte.

So kam es, dass wir sie als erste um ein Interview baten, mit dem wir sie unseren Lesern vorstellen wollten. Für uns war es eine Frau mit solider, politischer Verstärkung im Hintergrund, aber doch unabhängig und kämpferisch. Zu dem Zeitpunkt war die Angelegenheit "Interviews" noch völlig offen. Frau Siekermann sagte auch zu, bestand lediglich darauf, dass ihr keine inquisitatorischen Fragen gestellt werden sollten. Das Interview war für Montag, den 6.3.2009 geplant. Am 3.3.2009 rief Frau Siekermann an und sprach, da wir nicht anwesend waren, auf unseren Anrufbeantworter. [Wenn Frau Siekermann es wünschen würde, wären wir gerne bereit, die komplette Ansage als Audiofile einzufügen].
Inhalt war u.a., daß Frau Dr. Siekermann gerne von dem Interview absehen möchte, sie wolle ihren Wahlkampf weiterhin ganz normal öffentlich machen und von einem Interview absehen.

Kurz darauf erhielten wir von einer Informantin die Mitteilung, daß Frau Dr. Siekermann abgesagt hätte, da ihr jemand davon abgeraten hätte und erzählte, wir wären Sympatisanten von Herrn Mehner.

Dann erlebten wir Frau Dr. Siekermann auf der Handwerkermesse im Vergleich mit den anderen Kandidaten.

Hierzu hatte ich in    u.a. folgenden Bericht geschrieben:

Dann Frau Dr. Siekermann, ebenfalls eine Dame, die von ihrem Erscheinungsbild her durchaus repräsentieren könnte. Ein Mensch mit bürgernahen, menschlichen Themen in unserer oft aggressiven Welt der Ellenbogenmenschen.

Aber in echt – ich selbst hätte Bedenken, das sie sich gegen allen Unbill, den ein Mensch in dieser Führungsposition auch erdulden  muss, auf Dauer behaupten kann, auch wenn sie ihren kämpferischen
Einsatz bei ihrem Lieblingsgebiet "Jugendhilfe" schon unter Beweis gestellt hat. Sie gab ihr Bestes – wirkte aber ein wenig hilflos.

Das ursprüngliche Bild der kämpferischen Person war da schon ziemlich geschwächt, aber es war ja erst der Anfang. Dann war sie vielerorts, wo sich ihre Mitstreiter um die Bürger bemühten und bei Veranstaltungen präsent waren nicht auszumachen. Warum? Kein Interesse, nicht ihr Millieu oder ängstlich, man könne sie evtl. "inquisitatorisch" angehen? Sie möchte einen sauberen Wahlkampf und verlässt sich auf die Berichte auf den Seiten der FDP im Internet. Aber kann man heute noch so dezent und leise Wahlkampf machen? Wir werden es sehen, wenn im Herbst die Ergebnisse vorliegen.

Leider war da noch der Jugendhilfeausschuss, der wirklich nicht vorbildhaft gelaufen war, wie selbst Anwesende der einzelnen Parteien bemerkten[da natürlich hinter dem Rücken der Moderatorin].

Unser ursprüngliches Bild hielt nicht stand, aber bei uns hat jeder die Chance bis zu letzt.

Also entschlossen wir uns, uns von allen Kandidaten ein persönliches Bild zu machen. Gleiche Fragen wurden an alle Kandidaten/Innen geschickt und jeder sollte Gelegenheit bekommen, sich in einem persönlichen Interview nochmals vorzustellen.Aus diesem  sollte unser Eindruck als Vorwort gefertigt und Bildern aus diesem Interview erstellt werden.
Eine Veröffentlichung des Vorwortes würde nicht erfolgen, wenn der Kandidat dagegen berechtigte Einwände hätte und das Interview könnte auch jederzeit, wenn es nicht genehm wäre, abgebrochen werden.

Nachdem wir den anderen Kandidaten die Unterlagen übersandt hatten, sprach ich auch – trotz damaliger Absage – Frau Siekermann nochmals an und sie wollte es sich überlegen.
Dann bekam ich das Gespräch mit ihr und einer ihr sehr vertrauten Person mit, wo sie deren Meinung einholte, was sie machen sollte.  Ebenso wurde mir zugetragen, dass sie auch schon andere um Rat gefragt hatte, was sie denn auf diese Fragen sagen sollte.

Egal – die von ihr gewünschte Überlegung ging so aus, daß sie mir nachstehende email schickte. Ich bat bis gestern Abend um Mitteilung, ob sie etwas gegen die Veröffentlichung hätte, sonst würde ich den Inhalt hier ins Internet stellen. Ich habe nichts gehört, also hier die Mitteilung:

"

Sehr geehrte Frau Arndt,
vielen Dank für Ihr Angebot, am Interview der Bürgermeisterkandidaten in Ihrem Internet-Forum teilzunehmen.
Nach reiflicher Überlegung kam ich zu dem Schluß, Ihr Angebot nicht anzunehmen.
1) Zur Zeit erhalte ich verschiedene Anfragen für Interviews, bei denen
ich entscheiden muß, ob ich daran teilnehme.
2) Ihre Berichterstattung halte ich nicht für sehr objektiv.
Es ist außerdem ersichtlich, daß Sie einem bestimmten
Bürgermeisterkandidaten zuarbeiten.
Für eine solche Art von Wahlkampf möchte ich mich nicht zur Verfügugn stellen.
Es bleibt Ihnen aber unbenommen, sich auf der FDP-Homepage zu informieren.
Mit freundlichen Grüßen"
Hella Siekermann

War es jetzt die persönliche "Beratung" die sie erhielt oder der Schweregrad der Fragen? Wir werden es nicht erfahren.

Auf meine Rückfrage, wen sie denn als den Bürgermeistekandidaten ansehe, dem wir zuarbeiten sollen, habe ich keine Rückantwort mehr erhalten. Die Frage stellte ich, da uns inzwischen ja nachgesagt wird, dass wir der SPD zuarbeiten :-))) und anderenorts Herr Gerhardt schon gefragt wurde, ob ich jetzt mit Herrn Wiggenhagen hielt  (welche Aussage, nur weil ich einen objektiven, guten Artikel über Herrn Wiggenhagen´s Auftritt bei der Freien evgl. Kirche geschrieben hatte, wo er wirklich enorm kompetent rübergekommen ist und nachdem ich mehrfach mit Herrn Wiggenhagen im Gespräch "erwischt" worden bin.) Und wenn es denn so ist? Wen sollte das stören?

Nebenbei bemerkt:  Ich persönlich habe mich noch für keinen Kandidaten entschieden, denn so schwer ist es noch nie gewesen. Ich persönlich werde dass wählen, was zur Zeit der Wahl für mich die beste Möglichkeit ist. Ich persönlich werde mich in meiner Entscheidung nicht beeinflussen lassen. Und wenn es Wiggenhagen ist, dann wird es so sein. Und wenn es Sabine Hofmann, Anita Schöneberg, Ingo Mehner oder doch Frau Dr. Siekermann ist, dann wird es so sein. Und bis dahin werde ich weiter beobachten, recherchieren und abwägen.

Es ist noch lang bis zur Wahl – und jeder hat seine Chance zu überzeugen, daß er der Richtige ist.

Und ich akzeptiere auch, daß jemand nicht mit uns arbeiten will, wegen Mehner, wegen Anita Schöneberg, wegen unserer Art Bericht zu erstatten. Auch wenn er sich das Feld beim Spektrum und anderen Interviewveranstaltungen ebenfalls mit vorgenannten Personen teilen muß.

Allerdings eines möchte ich noch bemerken – bei Positiven wird auch positiv berichtet. Und Frau Schöneberg ist stark bei den Lesern unseres Magazins rübergekommen. Immerhin hatten wir allein am Veröffentlichungstag über 1000 Zugriffe nur auf diesen Artikel und in den darauffolgenden Tagen immer noch akzeptable Zahlen. Eine bessere Promotion gibt es kaum.

Also Frau Dr. Siekermann – jeder Mensch trägt die Konsequenz seiner Entscheidung. Ich wünsche Ihnen trotzdem für Ihren Wahlkampf gutes Gelingen.

 

Linde Arndt

Die Nervosität und die Angst bei der CDU.

Flatternde Hemden bei der CDU?

[jpg]Offensichtlich ist die CDU aus ihrem Dauerschlaf erwacht und bemerkt das ihnen kommunalpolitisch die Felle wegschwimmen. Im Euro- und Bundestrend hat die Partei, sofern nichts Wesentliches passiert, eine recht komfortable Position. Allerdings hört man zunehmend mehr Disharmonien in der bundespolitischen CDU Szene.  Merkel ist zwar beliebt aber  die Partei gerät halt mehr und mehr unter Erklärungsnot. Da geht unsere "Bundesangie" in bester Bastamanier her und will flugs die Steuern senken, die Schulden abbauen und noch Investitionen tätigen. Wie das alles mal bezahlt werden soll, keiner weiß es so recht. Die Bafin ( Bankaufsicht) signalisiert, es könnten so an die 800 Mrd. an faulen Krediten auf den Steuerzahler zukommen und die HRE Bank ( Eine Privatbank) hat gerade eben mal so um die 300 Mrd. Verlust gemeldet. Diese Bank haben wir schon gekauft, bzw. werden sie kaufen.
Ich meine, der Wähler hatte ja ein Bierchen und einen Schnaps erwartet, auf seine eigenen Kosten, versteht sich, aber das die "Bundesangie" gar Fässerweise Freibier zur Wahl ankarren lässt, kann doch nur die Alkoholiker begeistern. Dann plakatieren die, sie würden uns aus der Krise führen. Toll, warum haben sie uns denn dann erst reingeführt? Jeder hatte gemeint, die brauchten mal eine Herausforderung, deshalb haben sie den Bankern und Hedgesfonds freie Hand gelassen.  Wer von uns Normalsterblichen würde schon auf den Gedanken kommen ohne Geld, Geld zu machen – keiner.

Und dann kommt unser Ortvorsitzender der CDU, Herr Kraft, mal eben auf den Gedanken die vorgenannten Felle, die wegschwimmen, wieder in unnachahmlicher Manier einzuholen.

Auf der Homepage der CDU äußert sich Herr Kraft in einer für die CDU immer wieder zu bestaunenden Dialektik und Retorik, hier der Link: http://www.cduennepetal.de/1_82_Aktuelles_Rede-Johannes-Kraft.html.

Ich zitiere mal:

Zitat:" …..darunter auch die unerfreuliche Tatsache, dass offenbar ebenfalls die Nervosität verschiedener Wahlkämpfer schon jetzt angestiegen ist. Für diese Wahrnehmung gibt es einige Anzeichen, darunter sind leider auch unsachliche Äußerungen."

Er selber nervös attestiert mal flugs dem politischen Gegner Nervosität, abgesehen davon, dass die CDU keine kommunalpolitischen Inhalte, außer einen neuen Rasen für irgendeinen Sportplatz, anbieten mag. Dann, werden dem Gegner unsachliche Äußerungen unterstellt, macht sich gut den Gegner zu diskreditieren. Nur, die CDU hat doch mit den ersten Äußerungen die Unsachlichkeit heraufbeschworen. Wie z.B. Herr Faupel (CDU) "der Richelieu von Ennepetal"  Zitat:"keiner wollte und will sie haben" oder so ähnlich, "Ennepetaler Ypsilanti" wurde Frau Schöneberg genannt, kurz die ganze Palette des hessischen Wahlkampfes von vorigem Jahr.  Dann wurde noch nachgetreten, "die ist gefährlich", aha, also eine Terroristin.? Weiter, die kann ja nur "Blümchen übergeben" und uns brechen die Steuereinnahmen weg, das kann nur ein erfahrener Politiker handeln. Nur Faupel, Kraft beide CDU mit ihren "Kandidaten" haben uns doch in den 10 letzten Jahren regiert. Jetzt brennt es an allen Ecken und Enden und da will man uns weiß machen, nur die die den Brand gelegt haben, könnten den auch löschen?
Wenn das sachliche Äußerungen sind, dann wird das sicher die neue CDU Sachlichkeit sein. Wir sollten den Begriff Sachlichkeit also neu definieren.
Das ist klar eine krude Dialektik und Rhetorik, frei nach dem Spruch, Haltet den Dieb.

Dann wird Professor Paul Witt von der Verwaltungsfachhochschule Kehl auch noch falsch aus einer Abhandlung interpretiert:

Zitat:" "Er/Sie sollte idealerweise viel Ahnung von Verwaltung und gleichzeitig menschliche Qualitäten haben". Ende des Zitats aus der CDU Site."

Die Abhandlung haben wir mal als PDF auf unseren Server gestellt, hier der Link: http://en-mosaik.de/pdf/ buergermeister.pdf, so kann sich jeder selbst ein Bild machen.

Tatsächlich hat Prof. Witt folgendes gesagt:

1.    Er/Sie sollte Führungsqualität haben
2.    Ein guter Bürgermeister betreibt Marktforschung bei seinen Bürgern, d.h. "er hat das Ohr am Volk". Managerqualitäten seien ebenso gefragt wie eine gute Selbstorganisation.
3.    Letztlich komme es aber mehr auf die menschlichen Qualitäten eines Bürgermeisters an als auf seine Fachkompetenz: Die fachlichen Qualitäten eines guten Bürgermeisters seien zu 30 % wichtig, die menschlichen aber zu 70%.
4.    da stelle er mit Sorge fest, dass die Qualität der Bewerber sich in den letzten Jahren verschlechtern würde. Gute Verwaltungsfachleute würden auch in der Verwaltung Karriere machen. Wer es also in der Verwaltung zu etwas bringen möchte, müsse sich nicht unbedingt als Bürgermeister bewerben.
5.    Eine der wichtigsten Führungsqualitäten eines guten Bürgermeisters werde aber weiterhin sein, in einer sonst nur von Sachzwängen beherrschten Welt, den menschlichen Kontakt zu pflegen, ohne dabei jemanden auszugrenzen.
6.    Inhaltlich bieten die Hochschulen für öffentliche Verwaltung mit ihrem breiten Fächerspektrum eine hervorragende Vorbereitung für den Bürgermeisterberuf, die menschlichen Qualitäten müssen die jungen Verwaltungsfachleute selbst mitbringen.

Wie recht er hat, könnte als Messlatte für die Kandidaten durchgehen.

Und was bitte bringen die anderen Bewerber davon nicht mit?

Gut, sie sind allesamt keine Absolventen der Fachhochschule für Verwaltung, aber das ist doch nicht die vordringliche Eigenschaft eines Bürgermeisters, auch nach Prof. Witt. Und wenn Herr Prof. Witt als Professor einer Verwaltungsfachschule seine Absolventen für das Bürgermeisteramt empfiehlt, so ist das auch nachvollziehbar. Er kann ja wohl nicht die Qualifikation seiner Absolventen in Frage stellen.

Im Moment können wir aus den Resonanzen die wir bekommen sagen, der Bürgermeisterkandidat der CDU hat sich bis jetzt noch nicht als erste Wahl qualifiziert. Vor ihm stehen ganz klar noch zwei Damen. Der Wähler hatte ihm ja die letzten 10 Jahre eine Chance gegeben. Und die bisherige Bilanz sieht nicht sehr gut aus. Da ist aber noch ein Erklärungsbedarf, warum so vieles hier in Ennepetal schief gelaufen ist, den der Wähler reklamieren kann.

Dann verliert sich Herr Kraft in nebulösen Anspielungen auf Äußerungen der gegnerischen Partei. Nur, die Parteimitglieder der CDU, uns sind drei namentlich bekannt, attestieren ihrem Bürgermeisterkandidaten ja selber er wäre ein Kandidat, weil die Wunschkandidaten, welche das auch immer waren, sich schnell in die Büsche geschlagen haben. Wiggenhagen stand halt gerade da, als Herr Faupel (CDU) sich über einen geeigneten Kandidaten den leeren Kopf zerbrach. Und weil Herr Faupel, auf Grund seines vorgerückten Alters, schon etwas vom Suchen müde war, hat er ihn genommen. Den Beigeordneten hat die CDU ihm zur Sicherheit verpasst.

Weil die CDU so überzeugt war, dass er als Bürgermeister nicht durch kommt?

Und dann schreibt Herr Kraft weiter:

Zitat:" Lassen Sie uns unsere Bilanz der vergangen Jahre ziehen und das Versprechen entgegensetzen, dass wir uns weiterhin für die Gesamtinteressen der Bürger einsetzen werden."

Na warum ziehen sie denn nicht endlich diese Bilanz, es sind jetzt 5 Monate her, wo sie das erste mal versprachen diese zu ziehen. Offensichtlich fällt das aber sehr schwer. Wohl nichts gefunden?

Machen sie doch mal den Posten auf: 3.000 Bürger haben uns in unserer CDU Zeit verlassen oder 25% der Einzelhändler haben dicht gemacht und 10 Mio Euro Umsatz dem Stadtgebiet entzogen. Für Gevelsberg, Schwelm oder Wuppertal wäre das ein Aktivposten, für Ennepetal jedoch ein Passivposten der CDU.

Erklären sie doch mal dem Wähler was Sie unter Gesamtinteressen der Bürger verstehen! Wo geht die Reise hin mit der CDU oder mit ihrem Bürgermeisterkandidaten? Wir stehen alle ganz interessiert hier herum. Seit 5 Monaten hören wir nur Ankündigungen, oder wie ihr Bürgermeisterkandidat immer so schön sagt, "Wir sind im Gespräch". Konzepte oder programmatische Ausführungen,  die dem Wähler eine Perspektive sein können,  sind sie uns schuldig geblieben. Allgemeines "Geschwafel" vermag keinen Wähler mehr hinter dem Ofen hervorzulocken. Übrigens, die größte Partei die es in Ennepetal gibt,  ist immer noch die Nichtwählerpartei, die gilt es zu überzeugen, dass es sich lohnt sich für unser Gemeinwesen einzusetzen.
Nun bilanziert mal schön und bringt mal ein paar Inhalte rüber und wenn es nur der grüne Rasen von nebenan ist, den sie per Antrag durchsetzen werden. Der wie vielte denn? Für Alltäglichkeiten brauchen wir keine Parteien, das können wir Bürger noch selber erledigen.
Versuchen sie nicht ihre Angst auf andere abzuwälzen, gehen sie doch mal mutig voran, wir müssen das doch auch tun. Demokratie benötigt Parteien, die ihre Berechtigung vom Wähler ableiten. Parteien müssen aber auch den Willen aufbringen zu gestalten und dafür bekommen sie die Stimmen der Wähler und letztendlich die Macht. Macht um der Macht Willen ist nur reiner Machiavellismus.

Jürgen Gerhardt

Du kommst hier nicht rein, komm Montag wieder.

[jpg]So oder so ähnlich hat mich mal ein Türsteher zurück gewiesen, weil ich zu alt war oder weil ich als Mann alleine rein wollte? Wer weiß das schon. Im Kopf hatte ich mir ein paar deftige Schimpfworte zu recht gelegt  und mich dann aber getrollt. Übrigens, Montags war die Disse zu, diese Türsteher.
Ein paar Tage später unterhielt ich mich mit meinesgleichen. Klar, meinten die, dass ist halt die heutige Jugend, früher hätten wir uns so was nicht erlaubt. Die sitzen doch nur vorm Fernseher oder vor ihrem Computer. Dann diese Gewaltspiele auf dem Computer, ne lass mal. Die taugen nichts mehr. Weißt Du noch wie wir damals auf der Straße oder auf dem nächsten Platz Fußball, Hockey, Handball oder ein sonstiges Ballspiel spielten? Wir wussten uns noch zu beschäftigen. Man klopfte sich auf die Brust, ach wie gut waren wir doch gewesen.
Und heute? Wir sind nicht mehr so gut, haben mit unseren Gewichten oder unserem Kreislauf zu kämpfen, aber auch um unseren Platz in der Gesellschaft, in der wir noch wahrgenommen werden wollen. Man hat so den Eindruck, die gesellschaftlichen Werte gehen immer mehr den Bach runter und wir bewegen uns schnurstrackts
auf das Regelwerk eines Wolfsrudels zu. Die Schwächeren werden verbissen und nur die Stärkeren haben das Recht in der Gesellschaft zu verbleiben.

Foto und Collage: Jürgen Gerhardt EN-Mosaik

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Der Teckel – ein kleiner Schritt und schon jetzt voller Erfolg für Ennepetal

Hatte es in den letzten Wochen heftige Diskussionen über geschlossene Parkplätze für Teckel-Reisende, herumirrende Gäste  auf den Gleisen und Nichtwissen, wo was in Ennepetal zu finden ist, gegeben, so gab es heute eine positive Überraschung, die selbst die Teckel-Reisenden, die vorher schon einmal Ennepetal aufgesucht hatten, begeisterten. Die Wirtschaftsförderung  hat die Problematik, die von der Tageszeitung WR [H.J. Schulte], unserem EN-Mosaik und des Forums "www.wir-ennepetaler.de" aufgezeigt wurde und auch die von diesen Seiten angeregten Vorschläge aufgegriffen und so bot sich den heutigen Ankommenden ein  akzeptabler Empfang.

Es gab ein Info-Büdchen, das reichhaltig mit Prospekten von der Kluterthöhle, Aktionen, Attraktionen im hiesigen Umfeld, gastonomischen Möglichkeiten, Wanderkarten, Karten für Fahrradtouren und vielen weiteren Dingen bestückt war.

Unser Haus hatte als Anregung Hinweisschilder für den Informationsstand gestaltet und gedruckt, die später auch in kleinerem Format als Ansteckschild für Scouts eingesetzt werden können.

Frau Schulte-Paßlack hatte auf die Schnelle eine Straßenkarte erstellt, in welche Eisdielen, Cafés und andere interessante Möglichkeiten zum Verweilen eingezeichnet waren.

 
[Logo: Arndt/Gerhardt]
plan
[Plan Schulte-Paßlack]

 

Der Stand war den ganzen Nachmittag besetzt und stark frequentiert worden. Am Mittag war Herr Wiggenhagen von der Wirtschaftförderung zum Empfang der Gäste anwesend und auch Frau Schöneberg begrüßte Ankommende und hielt ein Schwätzchen mit ihnen. Unsere Citymanagerin, Frau Drees übernahm nachmittags zu beiden weiteren Terminen die Ablösung.

Von der Kluterthöhle hatte Herr Kern, der auch wieder für den  offenen Parkplatz bei Aldi gesorgt hatte, einen jungen Mann eingesetzt, der den ganzen Tag über den Service der Gäste übernahm, Prospekte verteilte, Infos gab und uns berichtete, die Ankommenden wären angenehm überrascht, diesmal so einen Service vorgefunden zu haben. Der junge Mann berichtete uns, das so viele Besucher sich für die Kluterthöhle interessieren, so dass drei zusätzliche Führungen in der Höhle mit einem weiteren Mitarbeiter durchgeführt wurden.
Wenn sich das alles erst einmal von den Gästen des heutigen Tages herumgesprochen hat, wie wird die zukünftige Resonanz dann aussehen.

 

Und dabei ist alles doch noch ganz am Anfang. Aber wie von uns am  30.4.09 im Artikel: Der Teckel kommt und step by step tut sich was in Ennepetal geschrieben, der nächste Schritt steht bevor.
Am Mittag konnten wir Frau Kaufhold aus Breckerfeld mit Herrn Wiggenhagen zusammenbringen und so tut sich eine neue Perspektive auf. Bei den nächsten Teckel-Fahrten wird es also auch Kutschfahrten zum Industrie-Museum, Hülsenbecker-Tal, evtl. auch Krenzer-Hammer und anderen interessanten Orten Ennepetals geben. Übrigens, die Pferde für die Kutschfahrten stehen im Hülsenbecker-Tal. Welch netter Zufall.

Also, es bleibt spannend und wir bleiben am Ball und werden berichten.

So einfach kann es ein, um etwas mehr Attraktivität nach Ennepetal zu bringen.

Ein paar Bilder vom heutigen Tage haben wir für Sie bereitgestellt.

Linde Arndt

von EN-Mosaik

Braucht die Stadtverwaltung dringend Nachhilfe?

[jpg]  Nachdem am Montag, dem 27.04.09 nach einer kurzen Begrüßung und Ansprache der Gäste in der Teeinsel unser alter Wirtschaftförderer, Wilhelm Wiggenhagen, unserer neuen Citymanagerin Frau Drees das Wort erteilt wurde und diese über die Zukunft der Milsper City referierte, diese lustig schönredete, scheint bei der Vorbereitung die Glaskugel trübe gewesen zu sein.
In einem Nebensatz bemerkte die Citymanagerin Drees, dass die Internetumsätze stagnierten oder sogar rückläufig wären. Diese Ausführung haben wir zunächst mit großem Erstaunen zur Kenntnis genommen.Wir haben das erst einmal so stehen gelassen, uns aber in der Zwischenzeit schlau gemacht, denn an dem Nachmittag konnten wir nicht mit konkreten Zahlen aufwarten.
Da uns andere Informationen vorliegen, können wir diese Aussagen nur als Wunschdenken, Kaffeesatzleserei deuten, oder aber die altbewährte Glaskugel musste irgendwie dazwischen gekommen sein.
Weil wir  nun mal vernetzt sind, haben wir uns mit der Bitkom in Verbindung gesetzt, und bringen hier das Ergebnis unserer Befragung.

Grundsätzlich sprechen die Verbände wie die Bitkom aber auch der HDE (Hauptverband des Einzelhandels) von einem ungebrochenen Wachstum.
Ich trag das jetzt einmal im Telgrammstil vor.

Im Weihnachtsgeschäft 2008 wurden rund 5 Mrd Euro Umsatz gemacht.
Die Umsätze seit 2001 haben sich vervierfacht.
Der Umsatz wird in 2009 auf 21,5 Mrd Euro steigen, entspricht einer Steigerungsrate von 9,5%.
Nach Einschätzung der GfK ( Gesellschaft für Konsumforschung) ist der Online Markt der dynamischste Markt schlecht hin.
28,8 Mio Online Shopper haben in 2008 8,5 Einkäufe durchschnittlich getätigt.
Karstadt/Quelle also Arcandor hatten ein Umsatzplus, auf Grund des größeren Warenangebots, von 20% zu verzeichnen.
Einer Forsa Umfrage zufolge kaufte bei der Gruppe der 18-44 Jährigen jeder vierte im Netz ein.

Es ist schlicht und ergreifend eine noch nicht endende Erfolgsstory. Nur eines darf man nicht vergessen, der so genannte stationäre Handel, macht noch bei weitem den größeren Umsatz.
Im Moment befindet sich sowohl der stationäre als auch der Distanz Handel in einer Umstrukturierung.
Rund 50.000 Händler haben sowohl einen stationären Handel aber auch einen Online Handel aufgebaut, mit Erfolg wie eine Befragung ergab.  Der Distanzhandel strukturiert immer mehr zum Online Handel um.

Die Bemerkung, ich unterstelle einmal Nichtwissen, der Online Handel würde stagnieren oder wäre rückläufig entbehrt also jeder Grundlage. Einzelhändler brauchen um die Zukunft zu meistern Kennzahlen aus ihrem wirtschaftlichen Umfeld, denn wie anders sollten sie anstehende Investitionen richtig und gewinnbringend tätigen?
Um also heute einen erfolgsversprechenden Einzelhandel  zu führen, muss der Einzelhändler im Bereich KMU ( Kleine und mittlere Unternehmen) sich kurzfristig strategisch anders ausrichten. Eine falsche Einschätzung kann den Einzelhändler, bei der derzeitigen durchschnittlichen geringen Eigenkapitalquote, in die Insolvenz treiben.

So sollte Frau Drees eine Doppelstrategie empfehlen. Den stationären Handel in der City in der Form eines Erlebniseinkaufs organisieren helfen, aber hilfreich bei den ersten Schritten in den Online Handel mitwirken.
Nur diese Strategie führt letztendlich für alle Beteiligten zu einem Erfolg. In anderen Städte ist man da schon weiter, es werden Multiuserplattformen mit dem B2C ( Business to Consumer ) gebildet, die kostensparend eingesetzt wurden. Man erzielt dadurch einen Doppeleffekt, einesteils werden Umsätze im Online Handel generiert, andererseits wird, da es eine Multiuserplattform ist, die Stadt als Anbieter von Einzelhändler mit großem Angebot bekannt gemacht.

Also denken sie immer daran, Wirtschaftsförderung empfiehlt sich mit einem fundierten Wissen und nicht um vordergründige Zielsetzungen, wie die Belebung der City, durchzusetzen.
Ich denke die Wirtschaftsförderung sollte den gegebenen Vertrauensvorschuß nicht leichtfertig aufs Spiel setzten.

Übrigens, der sogenannte Auktionshandel, wie Ebay, ja, der schwächelt etwas, wenn Frau Drees und Herr Wiggenhagen das gemeint haben.

Jürgen Gerhardt
 

Die Einzelhändler als Ritter der Tafelrunde?

Mythen und Sagen in Ennepetal.

Wer kennt sie nicht, die Sage von König Artus oder Arthur und seinen Rittern, die auf der Suche nach dem heiligen Gral waren. Es ist eine Sage, vielfach erzählt in immer anderen Version, mal waren es 12 Ritter mal waren es 16 und in anderen Überlieferung bis zu 4500. Als Kinder oder Jugendliche haben wir mit dieser Sage unsere Träume geträumt. Sage deshalb, weil es keine richtigen Überlieferungen gibt die belastbar wären. Auch der Gral, Sinnbild für das Absolute, ob es ihn gab, wer weiß es schon.

Artus soll so um 1100 geschrieben worden sein, lesen und schreiben war nur einer kleinen elitären Schicht vorbehalten. Auch die Ritter von König Artus, wie Lancelot, Parsival, Gawain oder Tristan waren, legt man heutige Kriterien an, Analphabeten. So ist es nicht verwunderlich, wenn es nur mündliche Überlieferungen, mehr hinter vorgehaltener Hand, gab. Öffentlichkeitsarbeit oder Neudeutsch Public Relations, war diesen Jungs vollkommen egal, warum auch. Sie waren ja die Guten und so war alles was sie auch taten gut, sie waren also schlicht und ergreifend mit sich selbst beschäftigt – das reichte. Weiterlesen

Der Teckel kommt und step by step tut sich was in Ennepetal

[LA]Nach dem Desaster mit dem Museumszug [Dampflok – wir berichteten hier] ist ein erster Schritt getan. Wir haben in dieser Angelegenheit mit Herrn Wiggenhagen gesprochen und er hat gesagt: "Laßt euch überraschen! – Vielleicht klappt schon was zum 3.5.2009"
Und die Überraschung hat geklappt – zumindest was die Vorankündigung auf den Seiten der Stadt betrifft.
   So vielleicht??? Wir werden es sehen!

Hier heißt es:

Kooperation führt zu einer guten Lösung

Teckel fährt am 3. Mai

 Kooperation führt zu einer guten Lösung

 

Eine der ersten Amtshandlungen des Ersten Beigeordneten Wilhelm Wiggenhagen nach seiner Urlaubsrückkehr, war, die Begrüßung der Fahrgäste des Teckels am 3. Mai sicherzustellen.

 Zu diesem Zweck kooperieren die neu gegründete Citymanagement Ennepetal GmbH und die Haus Ennepetal GmbH.

 „Es werden kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen, die Informationsmaterial austeilen und Fragen beantworten können. Ausgehend von den gesammelten Erfahrungen soll das Angebot kontinuierlich auf die spezifischen Wünsche der Besucher angepasst werden,“ weist Erster Beigeordneter Wilhelm Wiggenhagen auf die neue Entwicklung hin.

Wen es interessiert, hier ist der Fahrplan einsehbar:

Unabhängig von obigen Ausführungen haben wir, von EN-Mosaik, ein Gespräch mit Herrn Kern (Haus Ennepetal GmbH) geführt und bestätigt bekommen, dass am kommenden Sonntag die Besucher nicht mehr ratlos in Ennepetal stehen, sondern über attraktive Punkte, wie z.B. (natürlich) Kluterthöhle, Hülsenbecker Tal, Industriemuseum usw. informiert werden.

Dann hat sich  EN-Mosaik, nach Rücksprache mit Herrn Kern mit Herrn Mehrwald vom Café Hülsenbecke und Herrn Kartenberg von Confiserie Kartenberg in Verbindung gesetzt und ihnen mitgeteilt, dass die Möglichkeit besteht, bei Herrn Kern Infomaterial abzugeben, welches er dann ebenfalls an die Gäste verteilen lässt. Andere Firmen haben natürlich die gleiche Möglichkeit.

Ein Telefonat mit Frau Kaufhold, Breckerfeld, ergab, daß sie gern daran interessiert ist, an den Teckel-Sonntagen wieder Kutschenfahrten zum Platsch, Hülsenbecker-Tal oder anderen Orten durchzuführen – nur das war terminlich für dieses Wochenende zu spät, ist aber für kommende Sonntage, wenn der Teckel kommt, in Planung.

Wie schön, der erste Schritt ist getan und selbst wenn die Resonanz von den Besuchern jetzt nicht überwältigend sein sollte – auch bei kleinen Kindern, die das Laufen lernen, muß man Geduld haben. Die Zeit bringt es – nur weiter so.

Herr Kern hätte auch gern einen Bewirtungsstand eingerichtet, z.B. mit Waffelbacken. Leider besteht an dem Haltepunkt Klutert keine Möglichkeit für diesen Zweck an Strom zu kommen. Aber vielleicht fällt unserer Wirtschaftsförderung hier doch noch für zukünftige Aktionen etwas ein.

Ebenso könnte man es später so ausdehnen, dass heimische Produkte mit einem Bezug zur Stadt Ennepetal, wie z. B. der "Höhlentee" aus der Teeinsel und von Kartenberg die Schokoladenfüchse oder "Süße Grüße aus Ennepetal" zum Kauf angeboten werden könnten. Und bestimmt gibt es im Laufe der Zeit noch weitere nette  Merchandise -Artikel.
Man könnte eine Button-Pressmaschine oder bereits fertige Buttons mit Ennepetaler Werbebotschaften anbieten. Man könnte……………  man könnte…….. man sollte!!!

Man sollte kreative Köpfe beteiligen, die an einer zentralen Sammelstelle in der Stadt (wie von Frau Eichinger CDU bereits angeregt), hier im Blog, oder im Forum Wir-Ennepetaler ihre Ideen einbringen und es sollte gemeinsam dafür gesorgt werden, dass brauchbare Ideen dann auch so schnell wie möglich realisiert werden.

Wie wir von Mitgliedern des neuen Managements, allerdings vor deren Gründung, erfuhren, muß es bei der Stadt eine Kommode mit einem enorm großen Schoß (Schublade) geben, in dem seit Jahren gute Vorschläge der Einzelhändler aus Mangel an finanziellen Möglichkeiten der Stadt verschwunden sind. Dieses Schoß muß allmählich überquellen und vielleicht findet sich ja mal einer, dem Ennepetals Zukunft wichtig ist, und ordnet und sichtet diese Vorschläge und macht sie öffentlich. Oder das neue Management greift diese Ideen auf.

Ist ja nicht gesagt, daß nur Sponsoren für sportliche Initiativen gefunden werden. Es gibt bestimmt auch Bürger, die mitmachen oder unterstützen würden. Man muß nur wissen was liegt an und wie kann es gelöst werden mit Manpower, oder Sponsoring, oder was auch immer.

Wenn erst die Menschen, die kreative Vorschläge machen und sich dann durch solche Handhabung vor den Kopf gestoßen fühlen und kein Interesse mehr haben, weitere Vorschläge zu machen, dann nimmt die Stumpfsinnigkeit weiter zu und das  "Passiert ja eh nix"  breitet sich aus.

Es geht anders – wir haben es an obigem Beispiel gesehen. Allerdings sind auch die Einzelhändler, Unternehmer und Bürger in der Pflicht. Erstere haben den ersten Ansatz ja gemacht. Hoffen wir, daß weitere Taten folgen und sich viele Bürger anschließen werden.

Ennepetal ist nicht "mein" Ennepetal, weil es mir alleine nicht gehören kann, das wäre egoistisch. Aber Ennepetal kann "Unser Ennepetal" werden. Ob wir es schaffen? Step by Step führt auch nach vorn.

 

 

Linde Arndt

 

 

So stelle ich mir meine Stadt Ennepetal vor

 

Es war gestern Nachmittag in der Kreuzkapelle, Harkortstr. 8  in Ennepetal. Die Mitglieder der Evangelischen-Freikirchlichen Gemeinde hatten wieder einmal, wie an jedem letzten Dienstag eines Monats um 15.00 Uhr  zum TREFF 55 +  und ausführlichen Kaffetrinken eingeladen.                                                                 

Diese Gemeinde, unter Leitung von Bernfried Stich, ist in Ennepetal längst bekannt für viele Initiativen und kreative Ideen, ob es nun der Ostergarten oder auch die Mitausrichtung der Weihnachtsgeschichte im alten Krusegebäude, aktuelle Vorträge,  informative Besichtigungsfahrten oder Wanderungen sind.

Ich war als Gast dabei und man spürte direkt die herzliche Stimmung, die in dieser Gemeinschaft vorherrschte und das man gern willkommen war.

Für diesen Tag hatte sich Bernfried Stich etwas Besonderes ausgedacht, denn auch die Menschen über 55, Vorruheständler, Rentnerinnen oder Rentner, aber auch die, die in diesem Alter noch zur Arbeit gehen oder selbständig sind, möchten gerne über  "ihre Stadt Ennepetal" ausführlich informiert werden. Und somit war der Beigeordnete Wilhelm Wiggenhagen zum Gespräch und zur Diskussion eingeladen  – Thema: "So stelle ich mir meine Stadt Ennepetal vor" .

Es war ein ganz anderer "Wiggenhagen", den man hier erleben durfte. Irgendwie als wäre ein Sohn der Gemeinde von einer langen Reise wiedergekommen und würde nun über seine Erlebnisse berichten.

Zunächst wurden positive Dinge berichtet, wie das Industriegebiet Oelkinghausen, unser Gymnasium, Schulen in Ennepetal überhaupt und auch die zahlreichen Sportvereine "von dem inzwischen jeder seinen Rasenplatz" hat. Dann wurden eine ganze Reihe Dinge aufgezeigt, wo die Stadt Ennepetal nach seiner Meinung in den letzten Jahren nicht reagiert hatte und hier einiges ins Arge gekommen war. Und das Beste daran, er machte nicht wie ihm sonst vorgeworfen wird, andere dafür verantwortlich, sondern bekannte sich: "Leider betrifft es auch mich, denn mitgegangen – mitgehangen ich gehöre mit dazu"  War irgend wie beeindruckend und die Anwesenden, die ihn anschließend noch mit vielen Fragen torpedierten und auch akzeptable Antworten erhielten, waren sehr von ihm angetan.

Es tauchten Fragen auf, wie denn die Möglichkeit wäre, ein Mehrgenerationshaus zu bauen, bzw. einzurichten. Ein Thema, mit dem wir uns hier von En-Mosaik in Kürze noch ausführlich auseinandersetzen werden.
 

Frau Eichinger von der CDU, die ebenfalls Gast des Nachmittages war, regte an, im Rathaus eine Empfangsstelle einzurichten, wo Bürger so wie an diesem Nachmittag Fragen stellen und auch Vorschläge machen könnten, wo die Namen und Adressen der Bürger und ihre Einwände festgehalten werden und später auch nachzulesen ist, wie und wann hier etwas geschehen ist.

Ein sehr konstruktiver Ansatz und ich denke, wenn alle [und ich meine a l l e] miteinander und füreinander arbeiten würden, so wie es harmonisch an diesem Nachmittag passierte, wäre Ennepetal schon einen Schritt weiter.

Alles schien sehr authentisch und ich möchte nur wünschen, das es nicht nur eine Goodwill-Tour wegen der baldigen Wahl war.

 

Linde Arndt