Endlich, der Wahlk[r]ampf ist zu Ende

[jpg] Mit gefühlten EUR 100.000,– hatte es die CDU und Wilhelm Wiggenhagen noch geschafft sich ins Bürgermeisteramt zu retten. Mit ganzseitigen Anzeigen in den letzten Wochen verkaufte die CDU ihr „Produkt“  Wilhelm Wiggenhagen – mit Erfolg.
Es war im großen Saal des Hauses Ennepetal eine ungeheurere Dramatik der politischen Akteure und deren Anhänger zu verzeichnen, Nichtraucher wurden wieder zu Rauchern und traten vor der Tür von einem Bein auf das andere. Nur es war ein knappes Ergebnis 42,2% der Stimmen der Wähler konnte Wilhelm Wiggenhagen auf sich vereinen, dass sind 22,6 % der wahlberechtigten Bürger Ennepetals. Anita Schöneberg, die 39,6% der Wählerstimmen geholt hat, was auch nur 21,2 % der wahlberechtigten Bürger bedeutet, lag nur knapp dahinter. Weiterlesen

Ausbildung , Erfahrung und Führung in einer Verwaltung

[jpg] Lustig schwadroniert die CDU und ihre Claqueure über die Ausbildung der beiden Kandidaten, dem Gevelsberger Wilhelm Wiggenhagen und der Ennepetalerin Anita Schöneberg.

Eine gute Ausbildung, Erfahrung in der Verwaltung, Fachhochschulabschluss, Abitur (allgemeine Hochschulreife), das sei das mindeste um überhaupt Bürgermeister zu werden.

Dies alles und noch viel mehr kann eben die Bürgermeisterkandidatin Anita Schöneberg gegenüber dem Gevelsberger Wilhelm Wiggenhagen nicht aufbieten, so die Claqueure. Und alle, im Moment 5 an der Zahl im Forum der Frau Nachbarin,  fallen auf die Knie ob solch "kluger" Argumente. Dies ist schlicht und ergreifend dummes Zeug eines Menschen, der froh ist wenigstens ein Abitur vorweisen zu können.
Aber lassen wir die Argumente einmal aufgreifen und sie bei Lichte betrachten.

Auf der einen Seite Anita Schöneberg, ausgebildet NUR Bankkauffrau.

Auf der anderen Seite der Gevelsberger Wilhelm Wiggenhagen, ausgebildet zum Verwaltungs- fachangestellten(beamten) mit der Zusatzausbildung für den höheren Dienst. Die Zusatzausbildung wurde mit einer Diplomarbeit abgeschlossen. Inhalt der Diplomarbeit: unbekannt. Tolle Ausbildung!

Jetzt muss man oberflächlich sagen, der gute Wilhelm Wiggenhagen ist DER geeignete Mann überhaupt um das Amt des Bürgermeisters auszuüben. Weil, so die Argumentation, Frau Schöneberg NUR Bankkauffrau ist. Erschwerend kommt noch hinzu, Frau Schöneberg hat sich bei der Uni Dortmund für ein "Frauenstudium" eingetragen. Dieses Frauenstudium ist als "Gender studies" an der Uni Dortmund und anderen Universitäten ausgewiesen. Es wird so getan, als wenn das ein besserer Häkelkurs für wild gewordene Hausfrauen ist. Nur das englische Wort "Gender" beinhaltet alleine den Oberbegriff Geschlecht. Und weil sich Geschlechtsstudien nicht so toll anhört, aber auch den Inhalt dieser Studien nicht trifft, hat man sich für den Begriff "Gender" entschieden. Aber wie gesagt, vom Inhalt des Studiums hat man zwar keine Ahnung, diffamieren kann man es ja mal.
Manchmal trifft die Muttersprache deutsch eben nicht den Inhalt eines neuen Begriffes, sondern  führt in die Irre.

Wenn man nun den geistigen Ausdünstungen der CDU folgt, so wären alle ausgebildete Bankkaufleute nicht geeignet die höheren Weihen einer Verwaltung zu bekommen, schon mal gar nicht das Ennepetaler Bürgermeisteramt. So ist das mit den Konservativ-Bürgerlichen, die das Ausbildungssystem nur für den Erhalt der Macht verstanden wissen wollen. Ausgrenzen war schon immer eine Domäne der Bürgerlichen.

   

Nur, von Frau Schöneberg gibt es einen Berufskollegen, einen Bankkaufmann aus Solingen-Höhscheid der eine Ausbildung bei der Volksbank Solingen absolvierte. Und was ist aus ihm geworden?

Er ist 4. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland geworden, nämlich Walter Scheel. Er musste das Bundespräsidialamt leiten, immerhin ein Amt mit über 150 Mitarbeitern. Vorher hatte er noch andere Größere Ämter geleitet. Nur Walter Scheel (übrigens die anderen Präsidenten auch nicht) hatte keine Verwaltungsausbildung, war darüber hinaus noch Sohn eines Stellmachers und kam noch aus Solingen-Höhscheid.  Und wurde als der erste singende Präsident bekannt.

 

Und doch hat er dem Amt des Bundespräsidenten Impulse gegeben, allerdings mit seinem Staatssekretär Dietrich Spangenberg. Ein Staatssekretär ist die Analogie eines ersten Beigeordneten oder persönlichen Referenten auf kommunaler Ebene.

Geht man also nach der Argumentation der CDU Claquere so hätte die Bundesrepublik Deutschland einen Walter Scheel niemals wählen dürfen. Aber so ist das nun einmal mit unserer Dorf-CDU, sie hat die Weisheit für sich alleine gepachtet. Nun könnte ich diese Liste von herausragenden Persönlichkeiten der Verwaltung und des öffentlichen Lebens ins unendliche fortführen. Ich denke aber diese eine Person sollte stellvertretend ausreichen.

Es würde noch schlimmer, wenn ich die Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Frau Petra Roth (CDU), hinzuziehen würde, die ist ja NUR gelernte Arzthelferin (Noch nicht einmal mit Zusatzausbildung).

In einer Diskussion lernte ich die Frau des Bundespräsidenten Scheel, Mildred Scheel, kennen. In der Diskussion ging es um die Ausbildung, respektive die Auswirkungen der Zugangsvoraussetzung zur Universität und die damit einhergehenden Ungerechtigkeiten. Das Problem war damals wie heute., man musste, um an einer Universität zu studieren, die allgemeine Hochschulreife, Abitur oder auch Matura, vorweisen können. Aber, man musste auch ab den Sechsigern eine bestimmte Durchschnittsnote vorweisen um meinetwegen Medizin studieren zu können. Die Note damals war mindestens 1,1. Frau Dr. Scheel, übrigens eine kluge Frau, gab in der Runde ohne Probleme  zu, sie könnte heute nicht mehr Medizin studieren, weil sie solch eine Benotung nicht vorweisen könne. Zur Erinnerung, sie war eine anerkannte Medizinerin im Bereich der Strahlenheilkunde. Und weiter merkte sie an, der bekannte Professor Sauerbruch, der immerhin hervorragendes im Bereich der Chirurgie geleistet hatte, habe "nur" mit der Note 4 sein Abitur gemacht. Daraus folgte bei Frau Dr. Scheel, da man für das Medizinstudium die Benotung 1,1 benötigte, müsse man ja gerade Medizin studieren, dürfe also nicht seinen persönlichen Neigungen entsprechend etwas anderes studieren. Sie empfand es als eine schlimme Entwicklung.

Also noch einmal zusammengefasst. Bankkaufleute dürfen nicht Bürgermeister in Ennepetal werden, weil keine Eignung dafür da ist. Bundespräsident dürfen sie jedoch werden? Sie merken, es ist in diesem Bereich wieder eine Dummschwätzerei der CDU angefangen worden um ihre Klientel zu schützen. Dummes Zeug halt.

Also, die Ausbildung ist nur ein Kriterium um das Bürgermeisteramt auszufüllen, ein geringes, welches nur eine Signalwirkung hat aber keine Aussagekraft.
Jetzt wird noch angeführt, ja, WW hat ja schon den unterschiedlichsten Bürgermeistern über 30 Jahre zur Seite gestanden. Hört sich gut an, sehr viel Kompetenz. Nur bei Lichte betrachtet, auch nur dummes Zeug.

Wenn WW als 23 jähriger dem damaligen Bürgermeister Wolf morgens die Bleistifte spitzen durfte, kann man das sicher als "zur-Seite-stehen" verbuchen  Es zeigt aber nur das er mit Spitzer und Bleistift gut umgehen kann, mehr nicht. In seiner Vita zeigt uns WW jedoch, dass er nie mit einem irgendwie herausragenden  Impuls, einer Aktion oder Leistung aufgefallen wäre. Er hat NUR schlicht und einfach seinen Dienst verrichtet, mehr nicht. Zum Fachbereichsleiter wurde er befördert, weil es an der Zeit war, also die so genannte Regelbeförderung im öffentlichen Dienst. Diese Regelbeförderung bringt jeden aus der freien Wirtschaft in der Regel nahe an eine Herzattacke. Sie ist ein Überbleibsel aus der Kaiserzeit und in einer Leistungsgesellschaft nicht zeitgemäß.

Jetzt war WW Fachbereichsleiter, also führend tätig. Jetzt hätte er mit besonderen Leistungen auffallen können.
Tat er aber nicht. Vielmehr sahen wir jedes Mal, wenn es um die Stadtplanung oder die Wirtschaftsförderung ging, in der Regel Fehler. Fehler die so schwerwiegend waren, dass sie uns heute zu der Aussage zwingen, dieser Mann ist für diese Arbeit überbewertet und sollte zurück gestuft werden.

Nun kommen wir zur Führung eines Betriebes von immerhin rund 400 Mitarbeitern.

Was brauchen wir da?

Laut Verwaltungsfachhochschule 65% menschliche Persönlichkeit, die man nur von zu Hause oder durch persönlicher Erfahrung aus dem sozialem Umfeld erlangen kann. Die restlichen 35% Verwaltungserfahrung sind in der Regel gedeckt mit einer Ausbildung eines guten Kaufmannes. Und weiter, braucht man eine Einstellung zur Leistung, heißt, man muss selber ergebnisorientiert arbeiten können. Es reicht eben nicht, wenn man bei jedem Pressetermin grinsend in die Kamera blickt, wie es unser guter Herr Eckhardt gerne immer tat.

Man muss schon mal schauen wo der Hase läuft. Und dieser Hase hat tausende Bürger zum Wegziehen veranlasst, hat die City zur Discountercity verkommen lassen und die Attraktivität der Stadt wurde unterirdisch.
Bei der ersten Wirtschaftskrise wird die gesamte Verwaltung hysterisch, wobei man sich fragt hat die Wirtschaftsförderung keinen Wert auf krisenunabhängige Firmen gelegt? Hat also genommen was auch immer kam?

Wenn also jetzt von außen eine Bürgermeisterin ins Amt gewählt wird, so stehen ihr die Fachbereichsleiter und Referenten zur Seite, wenn sie loyal sind. Tun sie das nicht, so haben wir den nachträglichen Beweis dafür, das der Bürgermeister Michael Eckhardt und mit ihr die CDU eine Verwaltung aufgebaut haben, die nicht dem Bürger dienen sollte, sondern persönlich nur der CDU und Michael Eckhardt verpflichtet sind. Die Konsequenz ware, sie müssten gehen.Der vorgezogene Altersruhestand ist doch auch nicht schlecht, geht auch im öffentlcihen Dienst.

Zurück zur Führung. In einer Stadtverwaltung ist es nicht anders wie in der Wirtschaft. Die Bereichsleiter erarbeiten entscheidungsreife Vorgänge. Diese werden dem Bürgermeister vorgelegt, der darüber zu entscheiden hat, wir tun es oder wir tun es nicht so. Sind die Fachbereichsleiter nicht in der Lage die Vorgänge so vorzubereiten, so sind sie in ihren Positionen überflüssig.  Der Bürgermeister selber hat die Impulse vom Rat aufzunehmen, hat aber auch selber Impulse zu geben. Ziel ist, das beste für seine Firma oder hier seine Stadt zu erreichen.Positive Ergebnisse und keine gekauften Ergebnisse.

Und das lässt sich messen indem man die Ergebnisse betrachtet. Und diese Ergebnisse sind es, die mich zu der Aussage veranlassen, dies hätte auch  fast ein Sonderschüler machen können. Womit ich nichts gegen Sonderschüler sagen mag.

Jürgen Gerhardt

Wünsche für einen besonderen Tag

Es ist nicht alltäglich in der Natur auch nur  ein  echtes vierblättriges Kleeblatt zu finden.

Und es ist sicher auch nicht selbstverständlich einfach so  einen Menschen zu finden, der das Besondere ist.

 

Für Ennepetal wünsche ich mir von Herzen, dass morgen – wie auch immer – der Kandidat / die Kandidatin gefunden wird, die die Geschicke der Stadt in die Hand nimmt und mit Verstand, Mut und kämpferischer Kraft bereit ist, verkrustete Strukturen aufzubrechen, sowie eine neue, positive Ära für Ennepetal einzuläuten und immer ein offenes Ohr für die Bürger hat   

zu unser aller Glück.

 

Aufruf an Alle – besonders an die Unentschlossenen – geht zur Wahl, ansonsten könnt ihr später  n i e  anderen die Schuld geben wenn es in dieser Stadt nicht mehr lebenswert ist, denn ihr seid ein Teil dieser Stadt.

Wir alle brauchen uns – und dazu gehörst auch du / gehören auch Sie / gehört auch ihr.

 

Linde Arndt

Termin: Heute 27.08.09 Das geht uns alle an

 

Auf den vielen Diskussions-Veranstaltungen mit unseren Politikern in den letzten Wochen tauchte immer das Angstgespenst der "Haushaltssicherung" auf.

Heute Abend 19:00 Uhr veranstaltet die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) des Ennepe-Ruhr-Kreises im Restaurant "Trattoria da Toni", Wittener Str. 124 in Gevelsberg einen Informationsabend mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema:

Schlechte finanzielle Situation vieler Kommunen in Deutschland "1,2,3 schuldenfrei Zauberei oder Wirklichkeit?"

Referent  ist u.a. Markus Stachler von der Stadt Langenfeld /Rhld., Bürgermeister dieses Finanz-Konzeptes [Die Stadt hat es ohne den Verkauf von Tafelsilbver geschafft, aus eigener Kraft die Entschuldung in jahrelanger Disziplin zu bewirken.

Die Veranstaltung eröffnet Dr. Hans-Joachim Lauber, Vorsitzender der MIT des Ennepe-Ruhr-Kreises und Jürgen Vens, MIT-Vorsitzender des Stadtverbandes Gevelsberg.

An der dem Vortrag anschließenden Podiumsdiskussion beteiligen sich auch Klaus Baumann, Bürgermeister der Stadt Breckerfeld, Willibald Limberg, stellvertretender Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises und Hans-Günther Adrian, Bürgermeisterkandidat der CDU Gevelsberg. Moderation: Dr. Florian Melchert (CDU), Leiter Öffentlichkeitsarbeit des Landtags NRW.

 

Dieses Top aktuelle Thema sollten sich auch interessierte Ennepetaler und unsere verantwortlichen Politiker nicht entgehen lassen. Wir werden zumindest  letzteren hierüber noch mal eine Info zukommen lassen.

Wer Mitreden will muss auch zuhören können, wo andere schon ihre Erfahrungen gesammelt haben. Bange machen allein gilt nicht.

Bin gespannt, wen wir treffen.

 

Linde Arndt

EN-Mosaik

 

Wilhelm Wiggenhagen und seine Vergangenheit

[jpg] Seit rund 30 Jahre ist unser Gevelsberger Bürger Wilhelm Wiggenhagen nunmehr bei der Stadtverwaltung Ennepetal. Jetzt stellt er sich als parteiloser zur Bürgermeisterwahl, weil die CDU ihn auf den Schild gehoben hat.

Nun ist uns immer wieder in den letzten 8 Monaten aufgefallen, die Bürgermeisterwahl wurde nicht klar von der Wahl des Rates getrennt. In allen Diskussionen und Vorstellungen wurden die BürgermeisterkandidatInnen mehr oder weniger zu politischen Themen befragt. Letztendlich ist die Politik jedoch die ureigenste Domäne des Rates einer Stadt. Alle Parteien hatten wir angesprochen hier doch eine klare Trennung herbeizuführen, es wurde nur abgewunken. Wir machten auch einen Vorschlag, wie man eine gute und aussagefähige Podiumsdiskussion im Haus Ennepetal organisieren könnte – vergebens. Man konnte den Eindruck haben, die Fraktions- oder Parteivorsitzenden wären ganz froh darüber, dass sie sich nicht stellen mussten. Es war irgendwie zum verzweifeln. Weiterlesen

Ist die Politik auf den Hund gekommen?

[jpg] Landauf, landab hat man fast den Eindruck unsere Politiker sind nur Deppen, sind gar nicht in der Lage uns eine konkrete politische Forderung für die nächste Periode zu formulieren. Selbst mit der Formulierung der Leistungen der vergangenen Periode hapert es. Der Bürger und Wähler hat den Eindruck, dass unsere Politiker nur zu Sitzplatzwärmern verkommen sind. Ein "Superwahljahr" hätte es werden sollen, mit Europawahl die überhaupt nicht stattgefunden hat. Dabei hätte es auch hier Themen genug gegeben. Jetzt die Kommunalwahl in NRW, die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und im Saarland, gefolgt von der Bundestagswahl. Weiterlesen

Es gibt sie noch, die soziale Verantwortung

                                             
Konjunkturpaket II: EN-Kreis startet in Sprockhövel

[jpg] Manchmal sucht man ein Zeichen, ein Zeichen der Hoffnung in unserer Gesellschaft. Einer Hoffnung die uns das Gefühl übermittelt, dass in unserer Gesellschaft Platz für Menschen ist die nicht unbedingt auf der sogenannten Sonnenseite des Lebens ihren Alltag bewältigen. Die Finanzkrise lehrte uns, dass es auf der einen Seite Milliarden für Menschen gibt die ein System darstellen welches ein Zerrbild unserer Gesellschaft ist. Sie lehrte uns, dass Millionen oder gar tausend Euro nicht zur Verfügung stehen, weil wir sparen müssen. So entsteht der Eindruck Milliarden gibt es lediglich für ein anonymes System, welches nur an Stellvertretern festgemacht werden kann. Die jedoch die konkreter Hilfe benötigen, für die kann nicht  oder nur unzureichend gesorgt werden. Über diesen Zustand kommt man schon gewaltig ins grübeln und wünscht sich man möge einen Wunsch von der guten Fee erfüllt bekommen.

Diesen Wunsch oder dieses Licht der Hoffnung durften wir heute erleben. Wo? In der Förderschule Sprockhövel-Hiddinghausen mit dem Schwerpunkt "Geistige Entwicklung".

                       

Auf Grund der Einladung der Pressestelle des EN-Kreises fanden wir uns am Mittwoch im Kreise einer fröhlichen Kinderschar, eines gut gelaunten Landrates Dr. Arnim Brux (SPD) und einer Schulleiterin Brigitte Lammers ein.

Mit den Mitteln des Konjunkturpaketes II wurden der Förderschule EUR 392.000,– zugewiesen. Unter dem Titel "Energieeinsparung" wird das bestehende Schwimmbad, das im Besitz des Kreises ist, unter modernen Gesichtspunkten umgebaut. Bessere Dämmung für Gebäude und Dach, eine Solaranlage für das Wasser, sowie eine energiesparende Abdeckung des Wassers. Nun hört sich das etwas technisch an, ist es aber nicht.

Vielmehr haben die Mitarbeiter des Kreises sich ein umfangreiches Paket einfallen lassen, die Außenfassade wird dementsprechend gestaltet, sodass schon von Anfang an eine Signalwirkung vom Schwimmbad ausgeht.

Hier ist das Element Wasser erfahrbar. Ein Element das nicht unterschiedlicher sein kann, was uns als Erwachsene manchmal in Vergessenheit geraten ist, weil selbstverständlich. Sinnlichkeit für die Schüler und Schülerinnen ist oberstes Gebot. Hände die Wasser berühren, ob warm oder kalt, die die Feuchtigkeit als angenehm empfinden. Wer von uns hat als Kind nicht gerne "Toter Mann" gespielt, wo wir gelernt haben, das Wasser trägt uns. Mit offenen Augen unter Wasser zu schwimmen, Beine zu sehen, ja das war toll. Unter der Dusche zu stehen, andere nass zu spritzen, lachend sprangen wir durch das Schwimmbad – damals. Für uns Erwachsene in der Erinnerung eine Selbstverständlichkeit. Oder das erste mal im "Tiefen", wo wir unsere Ängste überwanden.

Nun, wir haben in der Regel im Zusammenhang mit dem Wasser meistens eine gute Erinnerung, bis in die späte Jugendzeit. Der eine oder andere hat diese guten Erinnerungen an seine Kinder weiter gegeben.

So und noch weiter gehender stellte sich das auch Frau Lammers vor, die sich mit Herrn Dr.Brux (SPD) sichtlich über diese gute Nachricht der Zuteilung  aus dem Konjunkturpaket II freute. Stand diese Schule doch an erster Stelle für eine Zuteilung –  vom Kreis ohne irgendwelche Diskussionen akzeptiert. Um ihrer Freude Ausdruck zu verleihen übergab der Landrat Dr. Brux (SPD) einen selbstgebastelten Fisch der Kreismitarbeiter, der dankend von den anwesenden Schülern angenommen wurde. Dieser Fisch war liebevoll aus Holz gebastelt, hatte Schuppen und war auch noch beweglich, logischerweise musste dieser Fisch sofort  mit Händen erfahrbar gemacht werden.

Zurück zum Konjunkturpaket II des Kreises.

5,35 Millionen stehen dem Kreis aus diesem Paket zur Verfügung. 3,8 Millionen für die Bildung und 1,55 Millionen für die Infrastruktur. Im Einzelnen werden 2009 und 2010 folgende Maßnahmen umgesetzt:
"    1,9 Millionen Euro für das Kreishaus incl. 400.000 Euro eigene Mittel
"    2,4 Millionen Euro für das Berufskolleg in Witten
"    974.000 Euro für das Berufskolleg in Hattingen
"    Für das Berufskolleg in Ennepetal wurden aus Kreismitteln weitere Mittel bewilligt. Hier sollen bis Ende des Jahres neue Fenster Realität werden.

 

 

Überhaupt, "Energiesparen", war das Zauberwort bei allen Beteiligten. Durch das Konjunkturpaket konnten die Investitionen gestemmt werden, die letztendlich zu Einsparungen führen werden und damit den Kreis aber auch die Kommunen entlasten.

(links der Plan für die geplanten Maßnahmen. auch die Außenfront wird  bunt und mit allen Sinnen erfahrbar gestaltet.)

Prof. Dr. Rainer Bovermann   (SPD) MdL ( Kommission "Chancen für Kinder" ) ,sowie Dietrich Kessel (SPD) als Vorsitzender der SPD Kreisfraktion, sahen dem fröhlichen Treiben der Schüler und der Lehrer zufrieden
zu.

Es fanden nach der Übergabe noch viele gute Gespräche zwischen den Beteiligten statt.

 

Zur Schule selber hatte ich ein gutes Gespräch mit der Lehrerin Frau Schulte-Elsche.

Aufklärend erläuterte sie mir, dass das alte Konzept der Sonderschulen schon etwas länger passé ist. Es wird pädagogisch mehr Hilfe zur Selbsthilfe erarbeitet. Die Konzepte liegen auf der Förderung in den Möglichkeiten die in dem Einzelnen schlummern, die gilt es zu stärken. Nicht immer ist es eine leichte Arbeit, wobei aber die Erfolgserlebnisse überwiegen. Ich konnte einen kleinen Garten bewundern, den Frau Schulte-Elsche mit den SchülerInnen gerade umbaut. Ein Kräutergarten soll nunmehr entstehen, der allerdings auch mit dem Rollstuhl befahrbar sein soll. Aus dem Garten selber holen sich die SchülerInnen einmal in der Woche Gemüse um eigene Speisen zu zu bereiten. Die von mir gesehenen Kürbisse scheinen dieses Jahr schon eine ansehnliche Größe zu bekommen. Blumen standen in vollem Blütenstand, die zur Dekoration von den SchülerInnen gerne in die Räume mit genommen werden.

Schüler aus dem gesamten Kreis finden sich in dieser Förderschule ein, wobei zum Beispiel die SchülerInnen aus Breckerfeld eine einstündige Anfahrt jeden Tag zu bewältigen haben.

Ach ja, der Kräutergarten der entstehen soll. Mit dem Rollstuhl sollte dieser befahrbar sein, so dass auch alle SchülerInnen die Kräuter berühren und erfahren können. Zu diesem Zweck wurde der Garten in einem Teilbereich etwas höher gelegt. Nun ist eine etwas größere Mulde entstanden, der mit Muttererde ausgefüllt werden müsste. Die Möglichkeiten diese Muttererde zu besorgen sind begrenzt, deshalb rufen wir unsere Landwirte oder Landschaftsgärtner auf:

Sponsoren gesucht:  10 Kubikmeter Mutterboden braucht die Schule.

Das anzuliefern dürfte für den einen oder anderen Landwirt oder Landschaftsgärtner sicherlich kein Problem sein, die Schule hat werktags von 8:30 Uhr bis 15:30 Uhr Unterricht.

Erreichbar ist die Schule auch über das Internet unter http://www.schule-hiddinghausen.de, dort erfahren sie alle Kontaktmöglichkeiten oder rufen Sie an unter: Telefon: 02339-912575.

Es war ein schöner Tag der einen kleinen Funken Hoffnung sichtbar machte.

Als Pressevertreter war es ein angenehmes Arbeiten, jeder stand für jedes Gespräch ungezwungen zur Verfügung, es gab keine Hürden, die überwunden werden mussten. Selbst die SchülerInnen standen uns zu kleinen Plaudereien zur Seite. So macht Pressearbeit Spaß!

Ach ja, und für Ennepetal welches ja immer so jammert zuviel an den Kreis abzuführen, anteilig sind sicher auch einige Euros von den Ennepetalern über die Kreisumlage in dieses Projekt geflossen. Schade das dieses den Ennepetalern von ihren "Öffentlichkeitsakrobaten" nicht übermittelt wird.

 

Hier noch einige Bilder:

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Jürgen Gerhardt

Sommer, Sonne, gute Laune

 

Es war wirklich ein Familienfest, was die CDU am  23. 08.2009 auf Gut Braband bei Ludger Brinkmann veranstaltet hatte.

Bei wundervollem Sommerwetter waren nicht nur die CDU-Mitglieder, sondern auch viele Gäste gekommen und konnten den Tag und das angebotene Programm, einschl. Melkwettbewerb mit großem Hallo und Frohsinn genießen. Es ist an anderer Stelle ausführlich über diesen Tag berichtet worden und wir möchten nur mit einigen Stimmungsbildern ein wenig hierüber berichten.

Bitte einen kleinen Moment Geduld – das Video wird geladen. [Zur Ansicht benötigen Sie einen Flash-Player].

 

 Lizenz- u. gemafreie Musik von http://www.hartwigmedia.com]

 

 

Auf Gut Braband gibt es für Alt und Jung über das Jahr hinweg viele interessante Veranstaltungen. Informieren Sie sich doch einmal persönlich bei Familie Brinkmann Tel.Nr. 02333-63 13 22 oder 92333-36 40.

 
   

 

 Linde Arndt

A Promise is a Promise

                           

[la] Ich sage es direkt – alles was Sie in diesem Beitrag lesen ist meine ganz persönliche Meinung. Muß nicht Ihre Meinung sein, ist aber auch völlig unabhängig von irgendwelchen anderen Personen.

Wir haben sie seit Wochen begleitet, ihre Homepagen durchforstet, waren bei öffentlichen Auftritten dabei und so einiges über sie erfahren. SIE, das sind unsere Bürgermeister-KandidatInnen, die am 30. August 2009 um unsere Stimme buhlen.

Verdammt schwer, finde ich. Immer noch hin und her bewegt. Denn was bei dem einen so richtig gut ist, da fehlt es wieder auf anderem Gebiet. Am Deutlichsten ist es mir bei den Interviews im Kolpinghaus vor Augen geführt worden. Jeder brachte durchaus passable Punkte vor, in gewissem Maße auch Herr Völlmecke. Aber bei jedem war dann wieder etwas Unausgesprochenes, das gewisse Zweifel aufkommen ließ.

Vor vielen Monaten, als es noch keine neue Fußgängerzone und Bürgermeisterwahl, aber schon längst Herausforderungen in Ennepetal gab (von Problemen wollen wir einmal nicht sprechen), hatten wir unabhängig in Gesprächen mit Herrn Wiggenhagen, Herrn Eckhardt und Herrn Kollhoff über die Einrichtung eines runden Tisches in Ennepetal gesprochen, wo alle Politik und Bürger  zusammenkommen und gemeinsame Lösungen erörtern und erarbeiten könnten.

Als Einziger scheint Herr Kollhoff diese Idee an Frau Hofmann weitergegeben haben, die in der Diskussionsrunde bei Kolping dieses sogar ausweitete, indem sie "Runde Tische" in sämtlichen Ortsteilen Ennepetals in Angriff nehmen wollte, wenn sie Bürgermeisterin würde.

Da alle KandidatInnen auf ihre Art positive Ideen haben könnte es sehr erfolgreich sein, wenn sie alle gemeinsam diese Aktion tragen würden, ganz egal wer nun Bürgermeister oder Bürgermeisterin würde.

Auf meine Rückfrage, ob irgend jemand von den anwesenden KandidatInnen damit nicht einverstanden wäre, signalisierten alle einstimmig, dass sie  dafür sind. Frau Hoffmann nickte zustimmend und wir versprachen, die Angelegenheit auf jeden Fall nicht aus den Augen zu verlieren und später darüber auch zu berichten.
 

Es waren genug Zuhörer und Zuschauern anwesend, die dieses Versprechen mitbekommen haben. Wir werden Frau Hofmann soweit möglich hier voll unterstützen und auch weitere Bürger aktivieren, die an diesem Projekt mitarbeiten.

Und unsere KandidatInnen dürfen nie vergessen:

 

                                                   A Promise is a Promise

 

Linde Arndt

Stimmt etwas nicht mit der Lernfähigkeit unserer Kandidaten?

[jpg] Die Kolpingfamilie hatte in Voerde eine Forumsdiskussion ausgerichtet. Erst einmal sollte man das loben. Der Wähler kann, um die Wahl nicht zur Qual werden zu lassen, nie genug Informationen bekommen. Das ist aber auch schon alles was man von dieser Veranstaltung  Positives sagen kann.

Wir haben am Nachmittag das Familienfest der CDU auf Gut Braband besucht. Dort sahen wir wie sich alle lieb hatten.  Selbst mich versuchte man mittels Umarmung in dieses Familienfest zu integrieren. Mich persönlich machen solche Umarmungsbemühungen jedoch immer hellwach. Denn wieso sollte mich ein Mensch der mich nicht kennt und den ich nicht kenne auf einmal umarmen? Selbst mein guter alter "Silberrücken" Walter Faupel strahlte mich an und versuchte mit mir ein unverbindliches Schwätzchen, indem wir kleine "Nettigkeiten" austauschten. Ich strich also über den Hof um das Problem erfahrbar zu machen. Es gab alles umsonst, wie halt auf einer Familienfete. Nur durfte man, wenn man wollte,  eine Spende zu Gunsten des Kinderschutzbundes machen (Oder irgendwie erwartete man es auch).

Diese Spende gab man ja auch gerne, konnte man doch dadurch die vielfältigen ehrenamtlichen  Aktivitäten des Kinderschutzbundes unterstützen. Und dann verstand ich das Ganze. Es gibt eine Aufgabe des Kinderschutzbundes die ich in diesen Stadtmauern schon als längst erledigt angesehen hatte. Im vorbeigehen erfuhr ich, dass der Kinderschutzbund noch immer – besser Gott sei Dank – Schüler der Ganztagsschulen, deren Eltern es sich nicht leisten können, mit Mahlzeiten unterstützt. Das die Politik es bis heute nicht geschafft hat, die organisatorischen und finanziellen Mittel aufzubringen dieses Problem zu lösen, ist meines Erachtens eine Schande.

So titelt die Süddeutsche Zeitung am 12.12.08 "Magenknurren in der Mittagspause"  und stellt in diesem Artikel fest, das die Verantwortung für dieses Problem überhaupt nicht richtig gesehen oder aber abgewälzt wird.
Nur eine Stadt wollte sich an diesem unseligen Spiel, welches auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird, nicht beteiligen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt in ihrem Artikel:

"Die Stadt Würzburg ist der Staatsregierung und dem Städtetag bereits einen Schritt voraus: Die Stadt übernimmt freiwillig die Kosten der Mittagsverpflegung für bedürftige Kinder und Jugendliche. Reinhard Glaab, der Leiter der Hauptschule Heuchelhof, sieht darin auch einen hohen pädagogischen Wert: "Seitdem die Finanzierung des Mittagessens gesichert ist, stimmen viel mehr Eltern zu, dass ihre Kinder ganztags in die Schule gehen." Für Heranwachsende, die bislang nach dem Unterricht unbeaufsichtigt herumhingen, gebe es nun endlich eine gezielte Nachmittagsbetreuung."

Die Frage die sich in Würzburg stellte lautet, muss man warten bis das Land, der Bund und die Kommunen dieses Problem ausdiskutiert haben? Nein, muss man nicht!  Man kann auch vorausgehen, wenn man die Not eines Kindes in seinen Augen hat. Wenn der Bund sich endlich einmal mit den Ländern und danach mit den Kommunen über die Bezuschussung geeinigt hat, umso besser. Aber bis dahin sollte solch eine freiwillige Leistung, denn das ist es nun mal, oberstes Gebot haben. Unsere Schulen haben gerade begonnen, was fehlt ist ein Antrag einer Partei und die Anberaumung einer Sitzung. Wo ist das Problem?

Zurück zur Podiumsdiskussion im Kolpinghaus.

Die Kolpingfamilie hatte liebevoll Tische mit Kuchen und Kaffee gedeckt, man war halt auch hier in der Familie. Allerdings einer etwas anderen Familie – einer christlichen Familie.

Nach der üblichen Vorstellung der Kandidaten bei denen nur Bekanntes vorgetragen wurde, stellten die beiden Moderatoren die einzelnen Fragen.

Die Kandidaten waren gut vorbereitet, wussten sie doch geschickt nichts Konkretes herauszurücken an dem man sie später hätte messen können.

Wilhelm Völlmecke von der Partei "Die Linke." war jedoch geistig auf einer ganz anderen Veranstaltung. Kommunalpolitik ist offensichtlich nicht sein Ding und Ennepetal schon gar nicht. Mindestens die UNO muss es sein, wo der Mann sein Wesen oder Unwesen ganz entfalten könnte. Sein Auftritt war doch mehr oder weniger peinlich für einen Kommunalpolitiker, der immerhin den Bürgermeisterposten anstrebt. Was zum Teufel hat die Partei Die Linke veranlasst diesen Mann ins Rennen zu schicken, eine bessere Negativwerbung habe ich noch nie gesehen.

Ich versuch jetzt nicht den Ablauf zu skizzieren, vielmehr was mir so aufgestoßen ist, so dass ich zweimal rausgehen musste um etwas Luft zu schnappen.

1.    Es ist noch immer nach 6 Monaten Wahlkampf nicht angekommen, dass es einmal einen Bürgermeister und zum zweiten einen Rat der Stadt zu wählen gilt. Der Rat der Stadt , und nur dieser, ist das politische Organ einer Stadt. Sämtliche Fragen die gestellt wurden, bis auf eine, betrafen aber den Rat der Stadt. Zur Verfügung standen jedoch die Bürgermeisterkandidaten, die lustig die politischen Fragen beantworteten. Wofür sollen wir denn dann den Rat wählen? Nur je nach Mehrheitsverhältnissen sind sie lediglich ausführende und evtl. vermittelnde Personen.

Dieses Gesetz existiert schon 10 Jahre! Wann wird es  auch in Ennepetal gültig sein? Dann wurden kurzerhand die unterschiedlichen Wahlperioden des Rates ( 5 Jahre ) und der Bürgermeister ( 6 Jahre ) durcheinander geschmissen. Glücklicherweise intervenierte Frau Schöneberg von der SPD hier, worauf sie von allen Beteiligten verdutzt angeguckt wurde. (War doch egal was so ablies) Ich habe überhaupt den Eindruck, dass die Parteioberen ganz glücklich waren, nicht Rede und Antwort stehen zu müssen. Die saßen fast alle selbstzufrieden in der Runde.

2.    Eine immer wieder gerne gestellte Frage, die Frage nach den Finanzen, wurde auch hier gestellt. Nur nach 6 Monaten kam diese Panikmache mit der Haushaltssicherung wieder aufs Trapez. Nur so wie die KandidatInnen die Haushaltssicherung verstehen, müsste der Landtag die GO NRW neu,  quasi eine Lex Ennepetal, verabschieden.

Zur Erinnerung:
Die Haushaltssicherung tritt dann ein, wenn eine Gemeinde mit seinen Einnahmen die Kosten nicht mehr decken kann. Man spricht dann von einem nicht ausgeglichenen Haushalt. Soweit so gut.

Was muss die Gemeinde jetzt tun? Sie muss der kommunalen Aufsicht nunmehr ein Haushaltssicherungskonzept vorlegen, wie sie innerhalb von 4 Jahren wieder zu einem ausgeglichenen Haushalt kommt. Bei diesem Konzept ist sie (noch) vollkommen frei. Sie muss nur dieses Konzept vorlegen. Das ist so als wenn man in der Vergangenheit nie die Schularbeiten gemacht hat, und nachdem es auffiel, diese Schularbeiten jetzt täglich den Eltern vorlegen muss. Die entscheiden dann, ob die Arbeiten gelungen oder missraten sind. Gelingt der Gemeinde der ausgeglichene Haushalt, wird sie aus der Haushaltssicherung entlassen. Gelingt ihr das in der 4-Jahresfrist nicht, wird sie mit einem Nothaushalt belegt, sprich, jetzt wird es bitter, die Spielräume werden sehr, sehr eng.

Die KandidatInnen erweckten alle den Eindruck, wir stehen vor einem Not-Haushalt, was natürlich totaler Quatsch ist. Hier hätte ich von unserem "kompetenten Diplom Verwaltungsfachwirt Wilhelm Wiggenhagen" zumindest ein paar aufklärende Worte erwartet, der blies aber lustig ins gleich Horn der Panikmache.Frei nach der Devise: Ich bin der kompetente Manager der Krise. Ich weiß zwar nicht was ich mache, aber das mache ich gerne.

Für mich erheiternd war, dass sich eben dieser Dipl.Verwaltungsfachwirt darüber ausließ, dass man sich im September mit den Firmen zusammensetzen wolle um eine Erhöhung der Gewerbesteuervorauszahlungen zu erreichen. Wie soll das gehen? Soll eine Firma den Antrag stellen, die Gewerbesteuervorauszahlung zu erhöhen? Es gibt da überhaupt keine Rechtsgrundlage. Oder sollen die Firmen, die nunmehr neu festgesetzte Vorauszahlung mit einer freiwilligen Vorauszahlung verbinden? Auch hier gibt es keine Rechtsgrundlage. Rechtsgrundlagen sind immer die vorausgegangen geleisteten Gewerbesteuerzahlungen, die letztendlich zu der Festsetzung der Gewerbesteuervorauszahlungen führen. Zu einer neuen Festsetzung führt nur die Gewerbesteuererklärung der einzelnen Firmen für das Jahr 2009. In der Regel kann das im folgenden Jahr ( 2010)  geschehen, danach folgt also die neue Festsetzung.

Im Klartext, dass Problem Haushaltssicherung, wird in 2010, spätestens 2011, erledigt sein. Es bleibt also nur die Frage der Zwischenfinanzierung oder kurzfristiger Kosteneinsparungen.

Bei dem Vortrag der Kosteneinsparungen durch die KandidatInnen, rollten sich mir die Fußnägel und die Nackenhaare stellten sich mir auf. Das ganze konnte man nur als ausgemacht weltfremde Ansichten abhaken. Da war von Putzfrauen die Rede, die mehr putzen sollten, dadurch geringer entlohnt werden, von verkürzten Öffnungszeiten bei Büchereien. Als wenn die städtischen Angestellten einen Stundenlohn bekämen. Es hätte noch gefehlt,  dass man die EDV wieder abschaffen und alles wieder per Hand erledigen wollte. So geht das nicht! Der Gevelsberger Wilhelm Wiggenhagen flüchtete sich in nebulösen sinnentleerten Abwägungen. Aber gerade er hätte hier doch glänzen können, Verwaltung isollte doch seine Domäne sein. Seine Einlassungen: Wir dürfen nicht an den Ausgaben so sparen, um die angestrebte Attraktivität der Stadt nicht in Frage stellen. Ja toll. Frau Hofmann, hatte ihr Blockheizkraftwerk von EUR 460.000,– auf der Agenda, Frau Dr. Siekermann EUR 600.000,– Kindergartengebührverzicht in der Tasche, die Stadt selber hat noch den neuen Busbahnhof im Hinterkopf, Kosten unbekannt.

In solch einer Situation arbeitet man in der freien Wirtschaft nach Kennzahlen.  Kurzfristig kürzt man die variablen Kosten.  Wo gibt es eine Prioritätenliste? Alle 5 KandidatInnen schienen mir nur rudimentäre Kenntnisse über den Aufbau einer Verwaltung und seiner Kostenstruktur zu haben.
Ich will mal etwas provozieren: Ich denke 1/3 der Verwaltung ist über. (Jetzt steinigt mich)

3.    Ach ja, der demografische Wandel, der war auch wieder da. Nur begriffen hat den augenscheinlich immer noch keiner. Die Zu- und Wegzugsbilanz, die bei uns exorbitant schlecht ausfällt, hat nichts aber auch gar nichts mit dem demografischen Wandel zu tun. Auch mit der vorherrschenden Ignoranz kann man diese Bilanz nicht vom Tisch bekommen. Aber es gilt ja das schönreden. Mehr Platz für alle?

4.    Und dann die aufgewärmte Frage der Kinderfreundlichkeit unserer Stadt. Auch hier in 6 Monaten nichts gelernt. Gestern waren wir auf dem Rockkonzert von Revolverheld in Voerde, welches auf unserem Kirmesplatz stattfand. Für mich einmalig, hätte ich mit vielen anderen jungen Menschen der Stadt Ennepetal nicht zugetraut. Ob die Stadtverwaltung wohl auf Droge war, als sie dieses Konzert plante und organisierte? Als das Konzert um 21.30h zu Ende war, wo gingen die Jugendlichen hin? Nirgendwo, es gibt ja nichts wo man als Jugendlicher hingehen sollte. In anderen Städten hat man Treffs, in denen man noch chillen kann. Hier in Ennepetal muss man nach Hause vor die Glotze, Party sieht anders aus.  

Jetzt sprechen wir von Jugendlichen. Wie sieht es mit den Kindern aus? Stichwort: Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Wenn man ein Kind hat und arbeiten muss, so muss man schon auf die Öffnungszeiten der Kitas oder Schulen achten. Achten aber auch die Firmen  auf diese Öffnungszeiten? Also bleiben nur bestimmte Arbeiten für das Elternteil übrig, wie Putzfrau/-mann, ZeitungsausträgerIn usw. Ein Problembewusstsein was eine moderne Familie für eine Lebensplanung hat, existiert nicht einmal im Ansatz. Alte konservative Strukturen herrschen in Ennepetal vor und werden auch nicht in Frage gestellt. Wie sollen sich andere Dienstleister rund um Familie und Kind dann bilden?Ein Kinderwunsch wird da aus Verantwortungsbewusstsein schon mal verdrängt.

Hier möchte ich frustriert aufhören, es lohnte nicht sich dieses Forum anzutun. Ennepetal will und kann keine moderne Stadt werden, weil die Politik noch mit den alten Rezepten rumläuft, die sie immer wieder aufwärmt und als neu verkauft. In 6 Monaten hat sich die Erde 182-mal um sich selber gedreht, die politisch Verantwortlichen sind jedoch nur einmal aufgestanden.

Der Willen etwas zu wählen kommt bei diesen 5 KandidatInnen gar nicht erst auf. Sie sind ein Indiz für die weiter fortschreitende Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit. Es war eine pseudodemokratische Veranstaltung auf sehr niedrigem Niveau, mit fragwürdigen Aussagen. Wie soll man sich mit einer Stadt identifizieren, die die Probleme ihrer Bürger nicht einmal im Ansatz wahrnimmt?

Tja, da bleibt noch das Argument, wenn man nicht wählen geht, würde man die Extremisten stärken.
Es ist kein Argument, weiß Gott nicht, denn die Extremisten werden durch unsere Politiker ganz alleine gestärkt, indem sie alle unser Gemeinwesen Kommune nicht weiter entwickeln wollen. Diese ewige Mutlosigkeit etwas Neues zu wagen, diese Verweigerungshaltung gesellschaftliche Veränderungen wahrzunehmen und damit neue Wege zu gehen, es treibt einen in die Verzweifelung.

Wir haben viele Probleme,lassen wir sie liegen.

Stellt euch vor es wäre Wahl und keiner geht mehr hin?

Jürgen Gerhardt