Deutsches Fernsehen als Glückstyrann – Der 53. Grimmepreis

v.l.: Anna Maria Mühe (Darstellung), Jenni Zylka (Moderation) und Dr. Heike Huppertz (Juryvorsitzende) foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Dass das deutsche Fernsehen im Umbruch ist, ist jedem der in der Kulturlandschaft arbeitet längst aufgefallen. Es gibt keine homogene Unterhaltungs- und Informationsstruktur mehr. Das Internet mit seiner ungeheuren Dynamik, spielt den Fuchs im Hühnerstall. Wobei der Hühnerstall, also die etablierten Medien, vergisst weiterhin Eier zu legen. Immer wieder versucht das Grimme Institut einen Ausgleich zwischen dem Anspruch und der Wirklichkeit in der deutschen Fernsehlandschaft zu schaffen. Es kann nicht gelingen; denn die Quote und damit die zu erwartenden Werbeeinnahmen stehen einem deutschen Qualitätsfernsehen im Wege. Trashfernsehen wird dem Zuschauer geboten, der damit auch gut bedient scheint. Die Programmverantwortlichen loben sich dementsprechend selber – Selbstbweihräuscherung statt Selbstkritik.

So haben die etablierten Medien ihr Programm danach ausgerichtet, wonach bis 22:00 Uhr, Sendungen die eine gewisse Massentauglichkeit haben, zu sehen sind. Nach den Spätnachrichten, die inzwischen auch massentauglich sind, kommen die etwas anspruchsvolleren Werke auf den Schirm.

Aber was heißt schon Anspruch in unserer heutigen Zeit, wo die Beliebigkeit uns doch überall begleitet.

 

Mitten in Deutschland: NSU – Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“

Grimme-Direktorin Dr. Frauke Gerlach Foto: (c) Linde Arndt

 

Hier versuchen sich der Drehbuchautor Thomas Wendrich und der Regisseur Christian Schwochow mit dem NSU Komplex der neueren Geschichte Deutschlands. Der dreiteilige Film, der das Unfassbare fassbar machen will und zu einer Aufarbeitung führen soll, ist sicher ein erster Ansatz für eine dokumentarische Aufarbeitung. Wobei die Gerichte sich mit der Aufarbeitung schon schwer tun, so stellt der Film Fragen die nach Antworten suchen. Den Versuch die gesellschaftlichen sozialen Zusammenhänge aufzuzeigen, unternimmt der Film nicht, er zeigt nur die bekannten Klischees auf.

Und so bleibt die Frage an die Darstellerin der Beate Zschäpe, Anna Maria Mühe, welche Konsequenz und Handlungsempfehlung sie aus diesem Film ableiten würde, vollkommen unbeantwortet. Obwohl Anna Maria Mühe im Vorfeld, nach eigener Aussage, jede nur erdenkliche Information über die Rolle verarbeitet hatte, wusste sie nur der Politik den Handlungsbedarf zu zu schieben. Schade.

 
Schatten des Krieges: Das sowjetische Erbe | Das vergessene Verbrechen
 

Zunehmend kann man in Deutschland beobachten, wie versucht wird den Deutschen eine gewisse Opferrolle für die Gräueltaten des zweiten Weltkrieges in der damaligen Sowjetunion zu zu schreiben. Wie versucht wird die Verbrechen dieser Zeit zu relativieren, indem die Gräueltaten Stalins in den Vordergrund geschoben werden. Oder die Geschichtsklitterungen der deutschen Historiker die den zweiten Weltkrieg als ehrenwerter oder ritterlicher Kampf umzudeuten versuchen. Der Russlandfeldzug der Nazi-Deutschen,die sich zu sogenannten Übermenschen erklärten, also, war ein Krieg gegen Untermenschen.Und gegen Untermenschen braucht es keine Regeln oder galt das Menschenrecht nicht.

Artem Demenok (Buch/Regie) und Andreas Christoph Schmidt (Buch/Regie) haben versucht die Position zu wechseln und eine Dokumentation aus Sicht der überfallenen Russen zu zeigen, die einen hohen, allzu hohen Blutzoll von rund 27 Millionen Menschen zahlen mussten.

So geht Artem Demenok den Mythen und Legendenbildungen im Zusammenhang mit dem zweiten Weltkrieg nach. Den großen „Vaterländischen Krieg“ nennt man den zweiten Weltkrieg in Russland, monumentale Denkmäler an allen Orten wo die Sowjets zu tausenden abgeschlachtet wurden.

Beispiel Mamaja-Hügel, strategisch wichtig im damaligen Stalingrad. Dieser Hügel war im Krieg schwer umkämpft und wechselte zeitweilig täglich den Besitzer. Der Hügel war zuletzt meterdick mit Leichen übersät auf denen die Soldaten die Hügelspitze stürmten. Als das Schlachten in Stalingrad zu Ende war, wurden tausende Leichen von diesem Hügel abtransportiert, zwischen den Leichen und auf dem Hügel wurden unendlich viele Schrapnells der Artillerie entfernt, die Erde war verbrannt von den unzähligen Artilleriegeschossen. Das hier eines der größten Monumentaldenkmäler der Welt steht, scheint für den Regisseur Artem Demenok mehr ein emotionaler Moment zu sein. Über 500.000 Tote von 1.130.000 Verlusten hatte die damalige Sowjetunion in Stalingrad zu beklagen. Da kommt selbst einem kopfgesteuerten Mitteleuropäer der Gedanke des „Noch einmal davon gekommen zu sein“ in den Kopf.

Ja, ja, die Sprache. Russen und Mitteleuropäer sprechen nicht die gleiche Sprache, da wo die Russen rührselig werden, rührt sich bei dem Mitteleuropäer nichts. Überhaupt sind es andere Prioritäten die beide manchmal nicht zusammen kommen lassen. So verwundert es nicht wenn Artem Demenok die Geschichte aus der Sicht des Mitteleuropäers erzählt und diese Erzählung seinen Protagonisten in den Mund legt.

Andreas Christoph Schmidt befasst sich in seinem Beitrag „Das vergessene Verbrechen“ mit den 3,3 Millionen Sowjetsoldaten die  in deutscher Gefangenschaft umkamen. Sie verhungerten, wurden erschossen, erhängt, zu medizinischen Versuchen herangezogen oder starben einfach nur um verscharrt zu werden. Es nutzt nichts, wenn Bildmaterial vorhanden ist, welches nichts anderes zeigt, als die schweren und schwersten Menschenrechtsverletzungen der damaligen deutschen Wehrmacht und SS Verbände, wenn man nicht konsequent diese Verletzungen auch anprangert.

Statt einem neutralem, „es ist passiert“, sollte ein klares „Nie wieder“ oder „wie konnte das passieren“ als Credo heraus kommen. Es sind nicht die Russen mit ihrer Erinnerungskultur die maßgeregelt werden sollten, sondern die Deutschen, die es bis heute nicht geschafft haben diesen Krieg richtig einzuordnen – als ein Verbrechen.

Trotz allem ein kleiner Schritt zu einer gemeinsamen Geschichte die von beiden Ländern getragen werden könnte.

 

Wishlist I Dein Wunsch ist mir Befehl

Das Projekt „Whislist“ wird vorgestellt. Foto: (c) Linde Arndt

Marcel Becker-Neu (Buch/Regie), Marc Schießer (Buch/Regie) und Christina Ann Zalamea (Buch/Regie) (RB|MDR|FUNK) haben mit Wishlist etwas auf dem Weg gebracht, dass die Zielgruppe Jugendliche zu 100% anpeilt.

Da ist die eigene Sprache, „Es ist nicht so, dass ich etwas gegen Menschen hätte, aber ich bevorzuge sie am anderen Ende einer 100-Mbit-DSL-Leitung“ oder Begriffe wie „hatewatchen“, „de-abo“ und „Prank“, womit sich Jugendliche von der Erwachsenenwelt absetzen. Den Vater auf der anderen Seite des Notebooks via Skype mit „Alten Mann“ im abendlichen Plausch zu belegen, ist für ältere Menschen wohl gewöhnungsbedürftig. Aber für die Elterngerneration wäre Wishliste etwas, womit sie evtl. Zugang zu ihren Sprösslingen hätten.

Mit Wishlist, zeitgemäß eine App in den sozialen Medien, kann man sich was wünschen, eine Siri-ähnliche Stimme verlangt für jeden Wunsch eine Gegenleistung. Für einen rosa Elefanten muss man die Mülltonnen aus einem Hinterhof nach draußen stellen. Für die Freiheitsstatue eben den Rhein versanden. Die Stimme berechnet den Wunsch und schwupp verlangt sie eine Gegenleistung. Das hört sich alles so schön an, bis auf einmal die Konsequenzen sichtbar werden. So wird auf einmal eine Lehrerin gekündigt, die durch die Jugendlichen Probleme bekommt. Man ahnt, es sind dunkle Mächte am Spiel, wie es sich für eine moderne Mystery-Webserie gehört. Youtube und Twitter sei Dank, kann man die 10 Folgen in passenden 15 – 20 Minuten, also Smartphone tauglich, genießen. Die pädagogische Grundbotschaft „Seid vorsichtig im Internet“ kommt mal nicht mit dem erhoben Zeigefinger daher, sondern in einem Game welches voller Spannung zu eigenen Selbsterkenntnissen führt. Da ist selbst die gute alte Schwebebahn ein urbanes Requisit mit ungeheurer Spannung. Aber wen wundert die Produktion schon, wenn die Macher von Wishlist nicht weit von der Jugendlichenzeit sind.

Die Jury sagt dazu:“Wishlist ist leidenschaftlich, spannend, hervorragend produziert und originell – davon wünscht sich die Jury definitiv mehr.„

Bleibt die Frage an Funk und Fernsehen, warum mussten die Jugendlichen so lange warten?

 

Mut zur Lücke

Unsere Redaktion hat sich diese drei Produktionen beispielhaft zu Gemüte geführt und kann in einer Produktion der Jury folgen. In den beiden anderen Fällen hätte unsere Redaktion jedoch keinen Preis vergeben. Die Frage ist doch, warum kann man einen zu vergebenden Preis, halt nicht vergeben, weil man nicht überzeugt von der erbrachten Leistung ist? Nicht das die beiden Erstgenannten Produktionen schlecht sind, nein, auf keinen Fall, vielmehr sind es ganz normale Produktionen, eben keine herausragenden Produktionen. Und Grimmepreisträger sollten schon eine herausragende und beispielhafte Leistung erbracht haben. Der ehemalige Direktor des Grimme Instituts Dr. Uwe Kammann meinte einmal während einer Pressekonferenz, es gibt keine besseren Produktionen als die ausgewählten auf dem Markt. Worauf eine anwesende renommierte Schauspielerin meinte, man könne die Erwartungen doch etwas höher schrauben oder frei interpretiert, man muss sich nicht mit dem gelieferten abfinden. Recht hat sie.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus dem Essener Grillotheater

„Freue mich, wieder ,an Bord‘ zu sein!“

[Schwelm]

Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph

Bürgermeisterin Gabriele Grollmann nimmt nach schwerem Sturz Amtsgeschäfte wieder auf.

„Ich freue mich, wieder jeden Tag hier im Rathaus arbeiten zu können“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, als sie heute nach ihrer krankheitsbedingten Abwesenheit auf ihrem Chefinnen-Sessel Platz nahm, um den Dienst wieder aufzunehmen. Bekanntlich hatte ein schwerer Sturz auf Glatteis auf dem Weg ins Büro Anfang Januar sie zunächst ins Krankenhaus gezwungen; eine Reha-Maßnahme schloss sich an.

Auch im Krankenstand hatte sich Gabriele Grollmann von ihrem Stellvertreter, Schwelms Beigeordnetem Ralf Schweinsberg, über die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen in der Verwaltung informieren lassen.
Obgleich wieder im Dienst, wird das Stadtoberhaupt noch eine Zeitlang an den Folgen des Schulterbruches vom Januar zu tragen haben. So wird die Bürgermeisterin im Rahmen der bis Ende Mai laufenden Wiedereingliederung zunächst vier Stunden pro Tag die Amtsgeschäfte wahrnehmen und natürlich auch die anstehenden Hauptausschüsse und Ratssitzungen leiten. Während dieser Zeit muss sie sich wöchentlich weiteren Reha-Maßnahmen unterziehen.

Wie in den letzten Monaten werden die stellvertretenden Bürgermeisterinnen daher noch eine Zeitlang den Hauptteil der Repräsentationstermine wahrnehmen. Ihnen, wie ihrem Stellvertreter im Amt, dem gesamten Verwaltungsvorstand und allen Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung gilt Gabriele Grollmanns besonderer herzlicher und persönlicher Dank: „Ich bin sehr stolz darauf, und ich finde es großartig, wie engagiert alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre vielfältigen Aufgaben im Dienst für die Öffentlichkeit während meiner Abwesenheit wahrgenommen haben!“
Schwelm, den 14. März 2017

Ein Domizil mit Power – „Die wilde 13“

Kita-Vortellung in der Städtischen Sparkasse zu Schwelm Foto: (c) Linde Arndt

1. Spatenstich an der Jesinghauser Straße
Auch in Schwelm ist der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen gestiegen. Nun gibt es die frohe Botschaft, dass weitere 73 Plätze für Kinder  mit der Eröffnung einer neuen Kindertagesstätte an der Jesinghauser Straße zum 1. August 2017 geschaffen werden. Eine große Entlastung für die Eltern.

Und es ist wieder die Städtische Sparkasse zu Schwelm, die sich als Bauherr der neuen Einrichtung voller Überzeugung einbringt und die als Investor das Grundstück im vergangenen Jahr eigens zu diesem Zweck gekauft hatte. Das DRK, OV Schwelm übernimmt die Trägerschaft der neuen KiTa  „Damit ist das DRK neben den KiTas  Tigerente und Kleiner Häwelmann Träger einer dritten Einrichtung in Schwelm“, sagte Oliver Flüshöh, 1. Vorsitzender des DRK Schwelm.

Der Schwelmer Architekt Lars Wehnau hat die Planung der neuen Einrichtung übernommen. Mit der Firma Brüggemann Effizienzhaus fand man ein Unternehmen mit jahrelanger Erfahrung im Bau von Kindereinrichtungen.

Die Pläne werden vorgestellt. Foto: (c) Linde Arndt

Das für Schwelm entwickelte Konzept bietet Bewohnern ein optimales Gesundheitsklima und schützt auch Umwelt und Natur in besonderem Maße. Dieser Neubau ist auf ökologische und nachhaltige Bauweise ausgerichtet. Nicht ohne Grund hat die Firma Brüggemann als Slogan „Bauen mit der Natur als Partner“ .
Wie Daniel Wilbrand, der Projektleiter für Schwelm fasst es denn auch in die Worte: „Für uns geht es um mehr als gesundes Bauen – es geht um gesundes Spielen“.
Durch die Holzrahmenbauweise wird die Atmosphäre von CO²  entlastet. Bereits heute werden hierdurch die von Klimaschützern und Experten geforderten Zukunftsqualitäten erfüllt. Zum Einsatz kommen ausschließlich schadstoffgeprüfte und umweltfreundliche Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie  Formaldehydfreiverleimte Holzwerkstoffplatten und Dämmstoff aus Zellulose.
Eine kontrollierte Belüftung für ein angenehmes Raumklima, Wärmespeicherfähigkeit durch einen energieeffizienten Wandaufbau, Schallschutz und die Verwendung von Allergikerfreundlichen Materialien finden bei dieser Bauweise absolute Berücksichtigung. Ebenso runden  niedrige Energiekosten, eine kurze Bauzeit und eine hohe Wertbeständigkeit  das Konzept ab.

„Mit diesem Neubau investieren wir nachhaltig in die Zukunft der Stadt Schwelm und ihrer Bürger“– vor diesem Hintergrund stellten die beiden Sparkassen-Vorstände Michael Lindermann und Johannes Schulz das Neubauprojekt vor.

„Und mit den guten Erfahrungen“, ergänzte Hans-Werner Kick, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Städtischen Sparkasse zu Schwelm, „die wir mit der KiTa Kleiner Häwelmann gesammelt haben, sehen wir der neuen Einrichtung sehr positiv entgegen“.

Nachdem das Projekt im Veranstaltungsraum der Städtischen Sparkasse zu Schwelm umfassend vorgestellt wurde, waren alle Anwesenden begeistert, als der Name des neuen Kindergartens vorgestellt wurde. „Die wilde 13“  Dieser Name passt hervorragend zu den anderen KiTas und lässt auf viele fröhliche und glückliche Kinder hoffen.
Und dann hatte auch Petrus ein Auge zugedrückt und für den ersten Spatenstich an der Jesinghauser Straße den Kran kurz abgestellt und die Sonne in Aktion treten lassen und so ging man frohen Mutes zur Baustelle um deren Lage und fantastischen Ausmaße zu erfassen und diese symbolische Handlung zu vollziehen.

Der erste Spatenstich an der Jesinghause Straße für die Kita „Die wilde 13“ wurde von den Akteuren getätigt. Foto: (c) Linde Arndt


Kleiner Rückblick: 1996 schenkte die Städtische Sparkasse zu Schwelm der Stadt Schwelm anlässlich zweier Jubiläen den Neubau der Kindertagesstätte Kleiner Häwelmann: Die Stadt Schwelm feierte das 500-jährige Jubiläum der Stadtrechte – Verleihung und die Städtische Sparkasse zu Schwelm das 150-jährige Geschäftsjubiläum. Zwei gute Gründe, ein auf die Zukunft ausgerichtetes Geschenk zu wählen, das sich bestens bewährt hatte. Vor drei Jahren war es sogar erforderlich, die KiTa zu erweitern. Sie erhielt ein zweites Geschoß und damit Platz für eine zweite Gruppe.
Geleitet wird die neue Einrichtung an der Jesinghauser Straße von Frau Anna Schön, die sich schon jetzt im Kleinen Häwelmann auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet. Die neue Einrichtung bietet in vier Gruppen Platz für insgesamt  73 Kinder im Alter von 0-6 Jahren, darunter sind auch 10 Plätze für die Betreuung der unter Dreijährigen.

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Schwelm

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Eine wirklich beachtenswerte Lebensgeschichte

Zur Vorstellung der neu erschienenen Biografie von der Iserlohner Automobilunternehmerin kamen bedeutende Persönlichkeiten aus der Politik, Kirche, Wirtschaft und Kultur, darunter auch Superintendentin Martina Espelöer, Bürgermeister der Stadt Gevelsberg Claus Jacobi, Bürgermeister der Stadt Schwerte Heinrich Böckelühr und erster stellv. Bürgermeister der Stadt Iserlohn Thorsten Schick. Foto: S. Lametz

[Iserlohn] „Ein halber Segen reicht für ein ganzes Leben“:
Persönlich erzählte Lebensgeschichte von Fritzi Bimberg-Nolte

„Meine Lebensreise mit dem Automobil und was mir dabei wirklich wichtig war“ ist der Untertitel des bereits zweiten Buches der Unternehmerin Fritzi Bimberg-Nolte. Mit 240 Text- und 32 Bildseiten blickt Fritzi Bimberg-Nolte auf die Spuren im Leben zurück, die ihr besonders wichtig geworden sind.

Die Autorin Fritzi bimberg Nolte – Beim Vorlesen einiger Passagen aus ihrer gerade erschienenen Biografie brachte die Familienunternehmerin Fritzi Bimberg-Nolte ihre Freude am Leben und ihr tiefes Gottvertrauen zum Ausdruck Foto: S. Lametz

Ein exklusiver Kreis aus den Bereichen Kultur, Kirche, Wirtschaft und Politik konnte das gerade erschienene Werk jetzt im Literaturhotel Franzosenhohl in Iserlohn aus erster Hand kennen lernen.

Von der ersten Lesung tief beeindruckt und angerührt gratulierten u.a. Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises, die Bürgermeister Thorsten Schick (erster Stellvertreter Iserlohn), Claus Jacobi (Gevelsberg) und Heinrich Böckelühr (Schwerte) sowie Martina Espelöer (Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Iserlohn der erfahrenen Familien-Unternehmerin zu ihrer Lebensmeisterleistung.

Vor allem der Blick von Fritzi Bimberg-Nolte auf das Wohl vieler Menschen – seien sie nun direkt oder weitläufiger mit der Familie oder dem Unternehmen verbunden – in Dankbarkeit vor Gott wurde lobend hervorgehoben.

Die heute 85-jährige Fritzi Bimberg-Nolte übernimmt nach dem frühen Tod des Vaters bereits 1951 die Geschäftsführung des Familienbetriebs, der Autohausgruppe Gebrüder Nolte. Wie sie die Herausforderung als junge Frau in der Männerdomäne der Autobranche mit Mut, Gottvertrauen und einem fürsorglichen Herzen meisterte, aber auch, wie sie Kindheit, Kriegsjahre und Nachkriegszeit erlebte, was ihr Familie bedeutet, der Glaube und noch vieles mehr, ist in dem neuen Buch „Ein halber Segen reicht für ein ganzes Leben“, erschienen im mediaKern (im Kawohl Verlag), zu einem Preis von 19,95 Euro nachzulesen.

Ein Geleitwort stammt von Ernst Dossmann, dem stadtbekannten Architekten, Heimatforscher, Autor und Maler aus Iserlohn, der der Unternehmerfamilie seit vielen Jahrzehnten verbunden ist.

ISBN: 978-3-8429-1307-3

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Die Gebrüder Nolte Gruppe:
Heute beschäftigt das seit 1914 bestehende Familienunternehmen Gebrüder Nolte in seinen neun Autohäusern (Opel, Volkswagen und Honda) 200 Menschen, davon 40 Auszubildende. Fast 50% der Mitarbeiter sind aus der hauseigenen Berufsausbildung hervorgegangen, und Betriebszugehörigkeiten von mehr als 25 Jahren sind auch keine Seltenheit. Der auf dem christlichen Glauben der Unternehmerinnen basierende Firmenleitsatz „Unser Unternehmen soll den Menschen dienen“ konkretisiert sich sowohl im Verhältnis zu Kunden als auch in sozialen Projekten wie Mitarbeiter-Hilfsfonds, Schulpartnerschaften, Benefizveranstaltungen, Sponsorings und Schultaschen-Sammelaktionen.

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Hier geht der Frühling an den Start

Die Akteure des Gevelsberger Frühlings Foto: (c) Linde Arndt

[Gevelsberg] Am Sonntag, 12. März, findet von 13 und 18 Uhr in der Innenstadt der „Gevelsberger Frühling statt. Dieser bietet ein buntes Programm für die ganze Familie.
Die in ProCity organisierten Autohäuser Röttger, Gebrüder Nolte, TOYOTA TCB Automobile Gevelsberg, AHG und Jürgens stellen entlang der Mittelstraße ihre neuesten Modelle vor. Auch der Waschpark West ist passenderweise auf der Automeile vertreten und hat eine Kinder­-Überraschungsaktion angekündigt.

Der Bauernmarktverein Ennepe-Ruhr/Hagen e.V. führt am Buteraplatz vor der VHS einen Bauern­ und Naturmarkt durch. Neben regionalen Bauernhofprodukten werden hier auch Kreativ-,
Handarbeits-und Handwerkswaren sowie Gartensortimente und allerlei kulinarische Leckereien angeboten. Für Kinder gibt es Bienenwachskerzen-Ziehen. Der Bauernmarkt beginnt entgegen der anderen Programmpunkte bereits um 11 Uhr!

Erstmalig beim „Gevelsberger Frühling“ dabei ist der Umweltmarkt der Stadt Gevelsberg mit Ständen verschiedener Organisationen, zum Beispiel des NABU. Die EnergieAgentur NRW bringt ihren 12 Meter langen Energieberatungsbus mit. Für die kommenden Jahre ist geplant, dieses Angebot um Stände von lokalen und regionalen Handwerkern und Unternehmen, welche mit dem Thema Umwelt befasst sind, zu erweitern. Der Umweltmarkt gliedert sich in der oberen Mittelstraße an den Bauern-und Naturmarkt an.

Vorstellung des Programms Gevelsberger Frühling 2017 in der Sparkasse Gevelsberg foto: (c) Linde Arndt

In der Fußgängerzone herrscht ein buntes Treiben aus Kinderaktionen (Karussell sowie Kinderschminken der Kirmesgruppe „Vie ut Asbieck“), verschiedenen gastronomischen Angeboten sowie Kreativständen, welche zum Beispiel Frühlings-und Osterdeko anbieten. Die Kreis­ Verkehrswacht Ennepe-Ruhr informiert zum Thema „Fahr Rad … aber sicher!“ .

Für gute Unterhaltung sorgen die „Swingenden Gärtner“, die auf der gesamten Mittelstraße unterwegs sind. Eine Stelzenläuferin verteilt kleine Frühlingsgrüße. Nicht fehlen darf das im letzten Jahr erfolgreich eingeführte City-Klavier, an dem jedermann seine Künste im Klavierspiel ausprobieren bzw. zum Besten geben darf.

Aus Anlass des „Gevelsberger Frühlings“ haben von 13 bis 18 Uhr die Geschäfte der Innenstadt geöffnet.

Wichtiger Hinweis für alle Anwohner der Mittelstraße:
wie immer an ProCity-Veranstaltungssonntagen wird die Mittelstraße zwischen Wittener Straße und Timpen ab ca. 8 Uhr morgens für den Autoverkehr gesperrt. Die Parkflächen entlang der Straße sind freizuhalten bzw. zu räumen! Wieder befahrbar ist die Straße ab ca. 21 Uhr.
Veranstalter des „Gevelsberger Frühlings“ ist ProCity Gevelsberg, freundlich unterstützt von seinen Citymanagement-Partnern AVU, Stadtsparkasse Gevelsberg und Stadt Gevelsberg .

Tolle Neuigkeiten:

Drei auf einen Streich:
ab sofort mehrere Zwischennutzungen am Sprottauer Platz!

Das Objekt Mittelstraße 64 wird laut Plan im Herbst abgerissen und weicht einem imposanten Neubau unter dem Titel „VivaldiPark – Neue Mitte Gevelsberg“. ProCity und die Firma Rahn Immobilien als Eigentümerin des Gebäudes vereinbarten für die Restlaufzeit bis zum 30. September interessante Zwischenbelegungen für die drei betreffenden Ladenlokale. Ziel: die Belebung des Sprottauer Platzes in den kommenden Monaten. Die offizielle Eröffnung aller drei Nutzungen erfolgt am 12. März im Rahmen des „Gevelsberger Frühlings“.

Im Einzelnen sieht die Verteilung folgendermaßen aus:

links (ehem. Reisecenter Gevelsberg): Beratungsbüro „VivaldiPark Neue Mitte Gevelsberg“ als Gemeinschaftsprojekt von Rahn Immobilien und der Stadtsparkasse Gevelsberg Öffnungszeiten: nach vorheriger Ankündigung bzw. Vereinbarung

Mitte (ehem. Metzgerei Hess): „Casa C.  Fashion“ – Boutique für exklusive Damenmode. Inhaberin: Frau Kornelia Krug.  / Vorläufige Öffnungszeiten: Mo & Fr 10-13 u. 15-18 Uhr, Di & Mi 15-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr

   rechts (ehem. Kinderschutzbund): „Rocholl´s Wundertüte – Manufaktur der schönen Dinge“ – Außergewöhnliches Kunsthandwerk  Inhaberin: Frau Birgitt Rocholl Vorläufige Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-13 u. 15-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr.

Das Projekt hat Vorbildcharakter und weist die Hauseigentümer in der Gevelsberger Innenstadt nochmals nachdrücklich auf das sog. „Branchenmanagement“ von ProCity hin, anhand dessen der Verein sowohl bei der Suche nach passenden Mietern als auch bei der kreativen und qualitätvollen Darstellung von Ladenlokalen im Falle einer Leerstandssituation hilft

(Kontakt: frank.manfrahs@procity-gevelsberg.de / Tel. 02332/12307).

Seit Jahresbeginn hat sich die Zahl der leerstehenden Ladenlokale in der Gevelsberger Innenstadt nahezu halbiert, nämlich von fünfzehn auf acht. Damit einhergehend ist die entsprechende Leerstandsquote von 6,64% auf 3,54% gesunken.

 

„Best of NRW“-beendet mit Sergey Dogadin die Saison 2016/17 im Ibachhaus

[Schwelm] Wir möchten Sie herzlich auf das letzte Konzert der 18. Reihe „Best of NRW“ der Saison 2016/17 aufmerksam machen.
 
Wir freuen uns ganz besonders darüber, Sergey Dogadin im Ibachhaus begrüssen zu dürfen, der ja nicht nur zu den
auserwählten Stipendiaten der „Best of NRW“-Reihe gehört, sondern auch jüngst den mit 50000 Dollar dotierten 2. Platz bei
der „Shanghai Isaac Stern International Violin Competition“ gewann. Dieser Wettbewerb gilt als der höchstdotierte Violinwettbewerb
weltweit Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg seiner beeindruckenden Karriere. Zahlreiche erste und zweite Preise konnte er  
bereits seit1996 bei namhaften Wettbewerben erringen.
Er wurde 1988 in St. Petersburg geboren und stammt aus einer traditionsreichen Musikerfamilie. Mit 5 Jahren begann er mit dem
Violinspiel. Er ist Stipendiat des russischen Kultusministeriums, der Stiftung „ New Names“, der Stiftung „C.Orbelian International Culture
Exchange“, der „Temirkanov Foundation“ sowie der Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung.
Er verfügt bereits in jungen Jahren über einen großen Schatz an Konzerterfahrung weltweit. Ebenso beeindruckend ist sein Repertoire.
Er durfte bereits im Zuge verschiedener Festivals auf Geigen von Niccolo Paganini und Johann Strauss spielen.
Uns wird er auf einer Geige von Jean Baptiste Vuillaume zum akustischen Genuss verhelfen. Wir dürfen uns auf Werke von Maurice Ravel,
Cesar Franck, Igor Strawinsky und Alexander Rosenblatt freuen.
Begleitet am Klavier wird er ebenso hochkarätig von Gleb Koroleff, ebenfalls Jahrgang 1988, der als Sohn einer Musikerfamilie aus Riga schon im 
Alter von 4 Jahren seine ersten Klavierstunden erhielt. Auch er kann bereits auf eine internationale, weltweite  Konzerterfahrung zurückgreifen und wird von der 
„Internationalen Vladimir Spivakov Stiftung“, der „Russischen Nationalkunst Stiftung“ und der „Yehudi Menuhin Stiftung“ gefördert.
 
Das Konzert findet statt:
 
Fr. 17.3.2017 um 20 Uhr im Ibachhaus, Wilhelmstr. 41, Schwelm
Kartenvorverkauf: 13 Euro (ermässigt 7Euro, Kinder bis 14 Jahre frei)
                              Potpourri, Kirchstr. 13. Schwelm
                              Music Shop, Hattinger Str. 43, Schwelm
                              und online über www.wuppertal-live.de
 
Mit herzlichen Grüßen
 
Christina Kerckhoff
 
 
Dr. Christina Kerckhoff
Öffentlichkeitsarbeit
Kulturfabrik Ibachhaus
 
 

„ Vielfalt“ – Kunst auf drei Etagen

Hinten von links nach rechts :
Projektleitung Silvia Straube Holbach, Renate Neubauer, Brunhilde Krieger, Elisabeth Kuczka, Sigrid Stichling, Einrichtungsleiter der Seniorenresidenz Thomas Loschinski, Regina Klute, Ute Schnieder – Vorne von links nach rechts : Udo Tiltmann, Ursula Hülsbruch, Detlef Koch – Foto von Anja Bergmann Drees

[Schwelm] Unter dem Titel „ Vielfalt“ stellen Senioren der Montagsmalgruppen ihre zahlreichen Gemeinschaftsbilder und Einzelarbeiten aus. Ergänzt wird die Ausstellung mit Arbeiten zum Thema Natur von der Schwelmer Künstlerin Silvia Straube Holbach, die das Projekt „ Kunst für Senioren“, das von Schwelms Ehrenbürger Herrn Wilhelm Erfurt ideell und  finanziell unterstützt wird, seit neun Jahren leitet.
In der Seniorenresidenz Curanum am Ochsenkamp werden über 70 Arbeiten auf drei Etagen gezeigt. Im Rondell der zweiten Etage sind Bilder und Objekte, überwiegend zum Thema Landschaft, sowie „ Tätigkeit der Frauen in der Nachkriegszeit“ und die Collage „ Im Wandel der Zeit“ ausgestellt. Das Bild des Monats, die „ Schwelmer Ansichten“ und das großformatige „ Schloss Martfeld“ erwarten die Besucher im Foyer der ersten Etage, hier bereits mit Blick auf die bildnerisch nachempfundenen Symbole der dreizehn Nachbarschaften rund um die Schwelmer Mühle im Untergeschoss, der Dauerausstellung der Seniorenkünstler, wo sich auch der „Kunstraum“ , der von der Seniorenresidenz als Atelier zur Verfügung gestellt wird, befindet. Zahlreiche Einzelarbeiten von Bewohnern des Hauses, sowie auch von Senioren aus Schwelm und Umgebung, von neuen und langjährigen Teilnehmern, werden bis zum 15. September ausgestellt.
Weit über 50 Teilnehmer, die auch an den Gemeinschaftsarbeiten mitgewirkt haben,  wurden in den vergangenen neun Jahren angeleitet. In den beiden Montagskursen sind Ursula Hülsbruch, Regina Klute, Detlef Koch, Brunhilde Krieger, Elisabeth Kuczka, Renate Neubauer, Ute Schnieder, Sigrid Stichling, Udo Tiltmann und Eugeniusz Wosnitza zur Zeit die aktiven Teilnehmer.
Die Malgruppen hatten im Rahmen der Benefiz Kunstauktion „ Vision 100“ des Kulturgarten NRW, initiiert von Linde Arndt, ein Diptychon für die Versteigerung im Industriemuseum Ennepetal, zu Gunsten des Hospiz Emmaus, zur Verfügung gestellt. Da diese Arbeit leider keinen Bieter gefunden hatte ist sie nun Bestandteil dieser Ausstellung und der Erlös kommt beim Verkauf dem Hospiz zugute.
Besichtigungszeiten täglich von 8.00-20.00 Uhr in der Seniorenresidenz Curanum , Am Ochsenkamp 60 in Schwelm

 

VER Öffnungszeiten 4.3.2017

 

 

[Ennepetal]  Wegen einer internen Veranstaltung ist das KundenCenter der VER in Schwelm (Bahnhofplatz 2) am

Samstag, den 04. März 2017 ausnahmsweise nur bis 9.30 Uhr geöffnet.

Wir bitten unsere Kunden um Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Nölke
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr mbH
Wuppermannshof 7
58256 Ennepetal

Ennepetals „Gammelbahnhof“ und kein Ende

Bahnhof Ennepetal/Gevelsberg Foto: (c) Linde Arndt

 

[jpg]Die Headline hört sich irgendwie, wie Gammelfleisch in Ennepetal an. Das ist gewollt und entspricht der gängigen Meinung vieler Zeitgenossen um den Bahnhof Ennepetal/Gevelsberg.

Nun begleiten wir den Bahnhof schon 8 Jahre. Von Anfang an waren wir überzeugt, ohne Konzept und ohne seriöse Finanzierung kann es mit dem Ennepetaler Bahnhof nichts werden.

Die Architektin Frau Schulze-Finkenbrink veranschlagte eine Investitionssumme von 1,8 Mio Euro für einen Nutzungsbedingten Ausbau. Wobei die Basiszahlen dieser zugrunde liegenden Kalkulation weit vor 2010 liegen. Die damals anwesenden Lokalfürsten wiesen diese Zahl weit von sich und meinten die Hälfte tut es auch. Nur ein einziger dieser Lokalfürsten, Rolf Hüttebräucker, mochte nicht so recht und wollte den Ennepetaler Bahnhof dem Abriss zuweisen.

Der damalige Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen wollte jedoch unbedingt einen Erfolg und stürzte sich auf den Bahnhof ohne Konzept und ohne zu wissen auf was sich Ennepetal da einließ.

Der Bahnhof – wo ist das richtige Konzept? Foto: Linde Arndt

Ennepetal kaufte den Bahnhof, und zwar, nur den Bahnhof einschließlich der angebauten vergammelten Toilette.

Danach wurden die Arbeitslosen der Gepal mit der Beseitigung des Mülls beauftragt. Mehrere Container mit Müll wurden aus dem Gebäude entfernt. Bei unserem Besuch fanden wir eine hohe Mykotoxinbelastung, der die Arbeiter ohne Schutz ausgesetzt waren. Kein Mundschutz wurde verwendet, die Arbeitsschutzbestimmungen galten für Arbeitslose nicht.

Danach gründeten die Ennepetaler einen Förderverein der so vor sich hinwerkelte, der Förderverein beauftragte das Büro startklar.projekt.kommunikation (startklar), Dortmund mit der Erstellung eines Nutzungskonzeptes um daraus einen Förderantrag zu erstellen. Startklar sollte es richten und die Millionen an Fördersummen einfahren. Was kam, der Antrag wurde abgewiesen.

Ennepetal und sein Förderverein saß auf dem Trockenen.

Am Anfang gab es noch Pläne Foto: Linde Arndt

Ennepetal wäre nicht Ennepetal, wenn es die Schuld für dieses Debakel nicht einem anderen in die Schuhe schieben würde. So ging der Förderverein Denkmal Bahnhof Ennepetal (Gevelsberg) e.V. (Förderverein) her und schob der Stadtverwaltung mit seinem Stadtrat den schwarzen Peter flugs in die Schuhe.

Verwundert rieb man sich die Augen, wollte der Förderverein doch alles richten um mit dem Bahnhof der Ennepetaler Heimat ein bisschen näher zu kommen.

Die Stadt wurde ermahnt ihren Verpflichtungen zum Denkmalschutz nachzukommen und kräftig zu investieren; denn mit 15,– Euro/p.a. an Mitgliedsbeiträgen konnte man eine Investition wohl vergessen, zumal die Mitgliederzahlen rückläufig sein sollen. Auch der derzeitige Pächter der Gaststätte, mahnt auf einmal Schimmel in seinen Gasträumen an.

Es läuft nicht mehr so rund am Bahnhof. Also ran an die Stadt, hatten die doch gerade die Zuwendungen für ältere Mitbürger in hohem Alter halbiert, so bekommt eine 90 jährige Dame zwar die Bürgermeisterin zu Gesicht, die bringt aber nur noch 25,– Euro mit, was als Anerkennung für ihre Lebensleistung angesehen wird. Was aber soll man mit den restlichen 25,– Euro machen? Klar, die steckt man in den Gammelbahnhof und versenkt sie dort.

Neben dem Kauf der Immobilie sind in den 7 Jahren umfangreiche Mittel in den Ennepetaler Bahnhof geflossen, man kann so an die 400.000,– Euro andenken. Belastbare Zahlen gibt es nicht; denn wer wird die direkten und die indirekten Investitionen trennen. Die Stadtverwaltung? Wohl kaum. In diesem Zusammenhang scheint die Jammerei des Ennepetaler Kämmeres Kaltenbach, kein Geld in der Stadtkasse, als bigottes Verhalten dazustehen.

Auch Außen ist der Bahnhof kein Renommee Foto: Linde Arndt

Die SPD kommt nur auf den klugen Antrag, sowohl dem Förderverein als auch dem derzeitigen Wirt der Gaststätte, beiden das Betreten des Bahnhofs wegen Meckerns untersagen zu wollen. Begründung: Man spricht nicht in der Öffentlichkeit über negative Vorkommnisse der Stadt. Alles ist gut – heile Welt ist überall. Die anderen Parteien sind empört über diesen Antrag. Warum? Wollte man doch noch ein bisschen Monopoly spielen, Steuergelder sind eben Spielgelder.

Wieder ist es den Eliten von Politik und Verwaltung in Ennepetal gelungen ihre Geschäftsunfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Die Löschung des Bahnhofs aus der Denkmalschutzliste, käme einer Niederlage von Stadt und Politik gleich; denn Verwaltung und Politik machen keine Fehler. Also wird man weiter lustig Gelder in den Bahnhof versenken.

Der Ennepetaler Bahnhof ist ein „Gammelbahnhof“, so wohl innen als auch außen und er könnte in jedem Quartier mit sozialen Brennpunkten stehen, in Paris würde er in den Banlieues stehen und von den Jugendlichen schon längst zerstört worden sein.

Meine Güte, reißt diesen Bahnhof endlich ab und macht Parkplätze aus dieser Fläche oder ist die Stadt auch dafür nicht gut genug? Es ist vorbei.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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