Hysterischer Westen schürt den Kalten Krieg gegen Russland

Ursula von der Leyen Collage + Foto: Linde Arndt

 

[jpg] Vor 3 Jahren haben die USA zum wiederholten male und nachdrücklich den Europäern mitgeteilt, dass sie sich in Europa etwas zurückziehen würden. Der Pazifikraum rückte für die USA, mit China, Japan oder den Philippinen, in den Fokus. Europa sollte etwas mehr in sein Militärbudget investieren. 2002 einigten sich die Nato Staaten ihr Militärbudget auf 2% des Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu erhöhen. Allerdings war dies eine unverbindliche Verpflichtung. Bis heute 2017 haben diese Vorgaben nur USA, Estland, Griechenland und Großbritannien erreicht, Deutschland erreichte nur 1,2 % seines BIP und befindet sich damit so ziemlich am Ende der Statistik.

Seit 2002 ist viel Wasser den Rhein runtergeflossen und die Gefahrenlage ist eine Andere geworden.

Man denke an den arabischen Frühling, den Libyen Krieg, der in einen failed state mündete, den Ukraine Umsturz/Maidan Aufstand und zu guter Letzt den Syrien Krieg. Dies alles führte dazu, dass die russische Föderation im Westen als Feind geführt wird. Die baltischen Staaten als auch Polen baten daraufhin die Nato um Verlegung von Truppenkontingente in ihre Länder. Was letztendlich auch im Rahmen der Operation Atlantic Resolve geschah. Das Problem welches sich mit dieser Operation auftat, war das Nato/Russland Abkommen, dass eine dauerhafte Stationierung von Nato Einheiten verbietet. Also müssen die Truppenkontingente in regelmäßigen Abständen ersetzt werden, was zu einem höheren Bedarf an Truppen führte. Marine und Luftwaffe wurden ebenso in den Bereich der russischen Grenzregionen in der Ostsee und den Bereich des Schwarzen Meeres entsandt. Dieser Aufmarsch sollte den Russen zeigen, wir sind da und bereit. Die Größe der Truppenkontingente sind jedoch nicht geeignet einen Großangriff der russischen Armee abzuwehren. Auch ist es recht fraglich ob die USA seine Truppen zur Verteidigung der baltischen Staaten ins Feld führen würde.

Als nunmehr Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA gewählt wurde, erklärte er zuerst die Nato als obsolet, was er allerdings später widerrief. Der neue Verteidigungsminister der USA James Norman Mattis gab denn auch ein eindeutiges Bekenntnis zur Nato, vor der deutschen Verteidigungsministerin von der Leyen während ihres Washington Besuches ab. Präsident Trump als auch Verteidigungsminister Mattis sprachen jedoch nochmals die Erhöhungen der Verteidigungsanstrengungen der Europäer an, indem sie damit auf die Entlastung ihres eigenen Verteidigungshaushaltes drängten. Diese Forderungen wurden auf der Münchner Sicherheitskonferenz nochmals weiter verstärkt.

Verteidugungsministerin Ursula von der Leyen
Foto: (c) Linde Arndt

Durch die Art und Weise wie Präsident Trump seine Forderungen per Twitter übermittelt, löste er natürlich bei den Europäern ein mehr oder weniger großes politisches Chaos aus. Credo: Der Hegemon USA liebt uns nicht mehr. Abgesehen davon das Präsident Putin Trump zum Wahlsieg verholfen haben soll, was nicht sein durfte. Es ist ernst, bitterernst in Europa. Wir wollen jetzt nicht den Bürgerkrieg in der Ukraine und Syrien erörtern, die unterschiedlich bewertet wurden und werden aber letztendlich zu diesen Kriegsvorbereitungen führten.

Unsere Verteidigungsministerin wird aber nicht müde von einer Erhöhung der Militärausgaben zu reden um, und jetzt kommt es, der russischen Bedrohung entgegenzutreten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel fällt in das allgemeine Kriegsgeschrei ein.

Die Operation Atlantic Resolve sollte nach Präsident Trump überdacht und evtl. in Frage gestellt werden, was in sämtlichen osteuropäischen Staaten die Alarmglocken läuten liessen. So scheint das gespannte Verhältnis zwischen Polen, Europa und Deutschland sich wieder zu normalisieren. Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo empfing denn auch die deutsche Bundeskanzlerin Merkel zwar unterkühlt freundlich, aber, immerhin, freundlich. Denn wenn die USA nicht mehr die Polen „lieben“, sollte man sich wenigstens mit dem europäischen Hegemon Angela Merkel gut stehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Foto: (c) Linde Arndt

Nun, auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) fiel ein Interview auf, welches das Staatsfernsehen ARD und ZDF mit der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen führten. Gefragt wurde nach der Erhöhung des deutschen Militärhaushaltes, der ja zur Zeit nur 1,2 % des BIP beträgt und verdoppelt werden müsste um die geforderten 2% zu erreichen. Wir sprechen also über 30 Milliarden Euro, nur für Deutschland. Wenn man nun die anderen europäischen Haushalte betrachtet, so kommen wir auf einen Betrag von locker 200 Milliarden Euro die jetzt gegen finanziert werden müssten. Und das nicht nur einmal, sondern permanent.

Falls nicht, das haben die USA klar signalisiert, würden die USA sich aus Europa zurück ziehen. Erpressung? Ja, klar. Und die Europäer reagieren hysterisch; denn meinen sie doch ungeschützt den bösen Mächten ausgesetzt zu sein. Europäisches Selbstbewusstsein? Denkste.

Dabei ist es doch ganz einfach, wenn man mal die Zahlen dieses Bereiches betrachtet.

 

Effizienz der europäischen Verteidigung

Das Stockholm international Peace Research Institute (SIPRI) gibt jedes Jahr die Militärausgaben der Länder weltweit heraus.

Demnach hat die Russische Föderation, also der Feind, 91 Milliarden Dollar für sein Militär ausgegeben.

Die USA haben für den gleichen Zeitraum 596 Milliarden Dollar für ihr Militär ausgegeben.

Das Europa der EU, also die noch 28 Staaten, haben im gleichen Zeitraum 293 Milliarden Dollar ausgegeben.

293 Milliarden : 91 Milliarden= 3,1 mal sind wir den Russen überlegen! Wenn also die USA sich zur Gänze zurückziehen würden, müssten wir an und für sich nur die alten Waffen die in die Jahre gekommen sind entsorgen und durch neue ersetzen. Wenn die Russen mehr Geld für ihr Militär ausgeben, ziehen wir einfach nach. Da Russland mehr Geld für seine eigene wirtschaftliche Entwicklung benötigt, könnten wir uns bei solch einem riesigen Staat wie Russland beruhigt zurück legen – was ja auch vernünftig wäre. Und weiter, Europa könnte bei solchen Zahlen getrost abrüsten.

Das Problem was sich jetzt für alle europäischen Beteiligten auftut, sie müssten ihre Militärausgaben effizienter nutzen. So hat der Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung (SEDE) schon lange vorgeschlagen gemeinsame Einheiten zu bilden. Demnach könnte ein Kriegsschiff eines europäischen Staates unter der Europafahne mit einer internationalen EU Besatzung besetzt werden. Spanische Panzer könnten neben französischen oder dänischen Panzereinheiten unter europäischen Flagge in Polen stationiert sein. Die Polen wären sicher genauso beruhigt.

ehemaliger Nato Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen
Foto: (c) Linde Arndt

Das ergibt aber ein weiteres Problem. Die Nato wäre nach einer europäischen Sicherheitsarchitektur tatsächlich obsolet. Und die USA wären draußen. Das aber wollte der gute alte Nato Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen jedoch nicht zulassen und las den Europäern 2014 die Leviten.

Kurz, wir brauchen keine Erhöhung der Militärausgaben, wir müssen die Militärausgaben nur besser einsetzen, und zwar im europäischen Verbund. Das uns die Nato dann um die Ohren fliegt sollte uns nicht kümmern, denn ihre Philosophie ist seit Jahren nicht mehr zeitgemäß. Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes war auch die Zeit der Konfrontation vorbei. Das alte Freund Feind denken hatte sich erübrigt. Heute stellen wir fest, die Nato hat auf den alten Feind Russland gewartet, na ja, und der ist ja noch da. Der aber hat sich geändert und fällt nicht mehr auf jede Provokation herein.

Aber es gibt ja noch ein weiteres Problem. Die riesige Rüstungsindustrie der USA, die bei einer Aufstockung der Rüstungsausgaben in Europa, immerhin reden wir von 200 Milliarden, sicher ein großes Stück von der Torte mit bekommen würde. Es wäre jetzt sehr böse, wenn man glauben würde die USA wollten nur Geschäfte im Rüstungsbereich machen. Nein, es geht den USA und auch Frau von der Leyen nur darum unsere gemeinsamen Werte zu verteidigen – mehr nicht.

 

 

 

Jürgen Gerhardt für european-mosaic und EN-Mosaik aus Brüssel.

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Gevelsberg gerät ins Hintertreffen und verliert an Dynamik

 

25.8.2016 – Die Zukunft des Gevelsberger ProCity Internetauftritts wird besprochen Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Der Berg kreißte und gebar zwei kleine Mäuse.

Unsere heutige Zeit ist sehr schnell und manch einer gerät da flugs, ohne es zu wollen, ins Hintertreffen. In einigen Bereichen unserer Gesellschaft ist die Zeit allerdings eine Spur schneller. Wir reden von der digitalen Welt, dem IT Bereich oder dem Internet.

Lange Zeit galt Moore’s Law, nachdem sich die Geschwindigkeit eines Computers jedes Jahr oder alle zwei Jahre verdoppeln würde und die Größe eines Computers dementsprechend um die Hälfte verkleinern würde. Es war eine Faustregel, die die digitale Revolution widerspiegeln sollte und auch spiegelte. Man konnte diese Faustregel 2016 nicht mehr fortführen, zeigt doch alleine die Princeton-Architektur die Grenzen des technisch machbaren auf. Trotzdem deutet sich wiederum eine Revolution im digitalen Bereich an, der Quantencomputer der mit Qubits arbeitet steht in den Startlöchern. Ab 50 Qubits rechnet man mit dem Durchbruch für einen Computer zur Serienreife, zur Zeit beherrscht man 10 Qubits. Google, Microsoft, Amazon, und IBM arbeiten mit Hochdampf an diesem Computer. Wer das Rennen macht, wird Milliarden einfahren.

Um die Dimension eines Quantencomputers einmal aufzuzeigen; er würde bei Verwirklichung die derzeitige Rechenleistung des Blue Gene/Q-Systems, ein Spitzensystem, von IBM um das millionenfache erweitern.

Aber keine Angst, Deutschland kann sich solchen Spitzenleistungen langsam nähern. Die einzigen die an der Forschung in Deutschland beteiligt sind ist die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RTHW).

 

Was hat das mit Gevelsberg zu tun? Nichts! Denn man sollte schon die Dynamik unserer Zeit aufzeigen. Das verdeutlicht aber auch, wir haben kaum Zeit für Romantik, die es uns erlauben würde, auf zurückgebliebene, sicherlich sympathische, Zeitgenossen zu warten.

 

Christian Frohn Foto: Linde Arndt

Und in dieser Zeit kommen die beiden „kleinen Mäuse“ in Gevelsberg mit ihren Internetportalen auf den Markt. Nils Widal mit dem Portal https://www.heimathandel.de und Christian Frohn mit dem Webauftritt der Werbegemeinschaft „Pro-City“ http://www.city-gevelsberg.de/, beide haben einen neuen Internetauftritt hingelegt. Toll!

Beide Auftritte stellen nur eine Weiterentwicklung des Internetprotals dar, welches die Hagener Firma Boldt im Kreis seinerzeit anbot, die dann  aber kläglich scheiterte.

Warum scheiterte die Firma Boldt? Es war die reine Ignoranz welche die Firma Boldt scheitern lies; denn Einzelhandel, Handel und Dienstleistungen waren für diese Firma ein Buch mit sieben Siegeln. Diese Firma dachte den Internetauftritt nicht vom Kunden her, sondern vom Firmeninhaber. Es waren wunderschöne Seiten, die ein Grafiker ausgearbeitet hatte, zeigte auch die einzelnen Geschäfte optimal. Der Besitzer konnte stolz sein auf sein Geschäft. Nur Kunden interessierten sich nicht dafür – für schöne Geschäfte. Heute rund 10 Jahre später, die Zeit ist noch schneller geworden, kommen Widal und Frohn mit zwei Auftritten die wieder nicht die Kundensicht berücksichtigt.

Beide Seiten sind schön anzusehen, modernes Design, HTML 4 (Html 5 gibt es anscheinend noch nicht), CSS2 und ein bisschen Java und fix und fertig ist der Kundenauftritt, sprich Einzelhändler. Denn der ist ja noch immer dem „IT Nerd“ ausgeliefert. In den letzten 10 Jahren sind die Tabletcomputer, Smartphone, Netbooks oder Surface Books herausgekommen und statt 32-bit gibt es jetzt 64-bit Computer. Der Webtraffic hier in Voerde hat sich von 1.000 bits/sec auf 16.000 bits/sec erhöht (Allerdings im letzten Jahr erst). Die Einzelhändler verkaufen inzwischen zu rund 50% ihrer Waren online und den Rest stationär. Da kann man doch wohl Konzepte für einen anderen Internetauftritt erwarten, der mehr als nur aufgehübschte Seiten bringt?

Da kommt Christian Frohn mit einem „modernen“ Kacheldesign daher, bindet eine Landkarte in die Seite ein, auf der die Mitglieder von Pro-City markiert sind. Toll! Daneben gibt es ein Alphaverzeichnis, an dem man die Mitglieder aufrufen kann. Falls ein Mitglied schon eine Seite hat, wird der User  per Link weitergeleitet. Die ganze Seite ist hell und freundlich aber auch unübersichtlich, eher so, wie ein Nachrichtenportal. Bedenkt man, dass in Gevelsberg 40% der Kunden aus dem Umfeld kommen, fragt man sich schon was will ein Kunde sehen oder wie wird man der unterschiedlichen Kundenstruktur gerecht? Bedenkt man außerdem, dass der Kunde auch der schnelllebigen Zeit unterworfen ist, fragt man sich wie findet der Kunde seinen Bedarf? Es sind so viele Dinge die hier fehlen obwohl sie umgesetzt werden könnten.

Was ist mit einer App oder was ist mit Push-Mails die die meisten ernsthaften Mobilphonenutzer heute als ein Must-Have einschätzen würden? Ich persönlich käme ohne Push-Mails, SMS oder div. Apps nicht mehr in Düsseldorf oder Dortmund zurecht. In einer für mich fremden Stadt spare ich enorm an Zeit mit dieser Technik.

Wenden wir uns aber mal den Apps zu. Sie können einfach programmiert werden und dienen dem Anwender als Informationsquelle.

Praktisch könnte der Einzelhändler seinem Kunden mitteilen, dass es wieder neue Produkte gibt auf die es meinetwegen besondere Konditionen gibt. Verbunden mit einem Warenwirtschaftsystem könnte der Kunde sogar abfragen ob der von ihm gesuchte Artikel an Lager wäre. Und er könnte bestellen – zur Abholung oder Hauslieferung.

Das alles und noch viel mehr geht heute im digitalen eCommerce, aber das ist noch nicht alles.

 

Nils Widal Foto: Linde Arndt

Kommen wir zum Auftritt „Heimathandel“ des Herrn Widal. Auch hier wunderschönes Design, mit einem 360 Grad Feature, welches aber nicht überzeugen kann. Es macht keinen Sinn in einem Laden sich um die eigene Achse zu drehen um dann das Warensortiment nur zu erahnen. Oder wenn man auf Markierungen klickt und ein nichtssagender Satz, wie „Willkommen“ oder hier ein Produkt und dort eine Produktgruppe. Das alles kommt so unfertig rüber. Und wenn Widal noch durch die Reihen geht und jeden Auftritt seiner Kunden mit gut markiert, kann man das nur als semiprofessionellen Webauftritt  einordnen.

Aber nichts desto trotz, die Funke-Mediengruppe ist auch irgendwie mit im Boot mit der Westfalenpost (WP) und Radio Ennepe Ruhr die beide mit dem Heimathandel verlinkt sind. Und damit das auch noch etwas lustiger wird, fühlt Widal schon mal bei Amazon fresh vor, für den restlichen Amazon Bereich könnte man ja dann das eigene Portal aufbohren um Amazon zur Gänze zu integrieren. Clever, clever.

Abschließend kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Zusammenarbeit der Nutzer des Portale mit dem Portalbetreibern ziemlich dürftig waren. Immer noch haben die Kleinunternehmer nicht erfasst, wie wichtig das Internet ist und wie wichtig ein schlüssiges Geschäftsmodell unter Einbeziehung des Internets ist. Widal und Frohn haben den riesigen Aufklärungsbedarf und die Überzeugungsarbeit nicht leisten können oder wollen. Die Kreidezeit lässt grüßen. Warum auch. Wollen sie beide doch nur ein gutes Geschäft machen und gut ist. So wird nur ein schnelles Geschäft gemacht, ein schlüssiges „After Sales Management“ ist hier nicht gewollt.

 

Gut ist, aber das ist ja auch wieder normal, die Responsivität der beiden Webauftritte. Und bescheiden kann man es auch für gut empfinden, dass überhaupt etwas gemacht wurde, wenn auch die Möglichkeiten nicht voll genutzt wurden. Bei Widal ist gut, dass er interkommunal agiert; denn letztendlich können diese kleinen Geschäfte nur überleben, wenn sie in einem gut erreichbarem räumlichen Umfeld einen großen Branchenmix vorhalten. Ob das aber gewollt war, wage ich zu bezweifeln. Und da kommen wir wieder zur Markttransparenz, die die beiden Portale zu leisten hätten aber nicht geleistet haben.

Daneben ist der Ausspruch der Gevelsberger Politik, die doch die Gevelsberger mit diesen beiden Webauftritten vorne sehen.Wo ist man da vorne, wenn man nur das notwendigste macht?

Die Gevelsberger Politik sollte sich mal Gedanken machen, wie erstrebenswert es ist, der zweite Verlierer zu sein. Der erste Verlierer steht im Südkreis schon fest – Ennepetal. Freude in Gevelsberg und Schwelm? Die ganzen Umsätze von Ennepetal sind weder nach Gevelsberg noch nach Schwelm abgewandert; die Oberzentren haben diese Umsätze kassiert. Man kann schon förmlich die Jammerei der Politik in 10 Jahren hören, wenn die Kleinstädte ihren Einzelhandel an die Oberzentren wie Dortmund oder Köln abgeben haben.

Man hätte auch eine andere Finanzierung wählen können, die die Webauftritte zeitgemäß, kundenfreundlich und letztendlich zu einem für alle erreichbarem Angebot geführt hätten.

Auch das Problem von Pro-City, ob ein Nichtmitglied mitmachen darf, ist nicht nachvollziehbar; sicher hätte (Oder nicht?) ein Nichtmitglied einen Jahresbeitrag für seinen Webauftritt bezahlt, wenn er das für Wert erachtet hätte.

Wie wurde von allen Gevelsberger Türmen gerufen, wir fangen jetzt erst einmal an. Na ja, diesen Ruf hat unsere Redaktion schon vor 10 Jahre durch die Firma Boldt vernommen.

Und erinnern sie sich noch, die Zeit ist verflucht schnell geworden, schneller als vor 10 Jahren, für Gemütlichkeit ist da sicher nur bedingt Zeit. Lesen sie nochmals den ersten Absatz dieses Artikels und sie werden erkennen, Gevelsberg hat sich nur etwas Zeit gekauft, um noch ein bisschen in der Vergangenheit zu kuscheln,wobei die Zeit läuft weiter und lässt viele hinter sich.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberger

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Vielschichtig – Bilderausstellung im Bürgerhaus Alte Johanneskirche

[Gevelsberg]  Liebe Kunstfreundinnen- und Freunde

VIELSCHICHTIG, so lautet der Titel der Ausstellung, die am 19. Februar (15:00 Uhr) hier im Bürgerhaus Alte Johanneskirche von der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Gevelsberg –  Annette Bussmann –  eröffnet wird.

 

Annette Jellinghaus und das Künstlerinnenkollektiv Brigitta Koßmann, Sabine Yilmaz, Angela Rzoska, Andrea Otto-Erley, Stefanie Hogrebe und Beate John präsentieren gemeinsam ihre Werke im einheitlichen Format.

Sie zeigen ihre Arbeiten, die im Atelier von Annette Jellinghaus entstanden sind, und öffnen den Blick für die Vielschichtigkeit des künstlerischen Schaffens.

 

VIELSCHICHTIG: das Thema ist geheimnisvoll – immer wieder werden die Wahrnehmung und die Vorstellungskraft des Betrachters beim Ansehen der Exponate gefordert. In den Arbeiten werden Illusionen sichtbar, ein Wechselspiel von zeigen und verbergen mit geheimnisvollen Grenzen.

 

Alle sind herzlich eingeladen in der Ausstellung aufschlussreiche Entdeckungen zu machen. Ein Glas Sekt und schöne Begleitmusik gibt es gratis dazu.

 

Schauen Sie doch mal vorbei.

Die Welt bricht zusammen, kein Halt für niemand

 

Intendant Dr. Frank Hoffmann Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Man muss nicht Gott sein, um zu sehen, wie die Welt verrückt spielt. Die Headlines spucken einen Aufreger nach dem anderen aus. Hier den ungewollten aber gewählten US Präsidenten, der ohne Zweifel ein Rüpel ist. Dort die Auflösungserscheinungen der EU, dem 70 jährigen Friedensprojekt schlechthin. Und da, den mit Lügen inszenierten Brexit. Kriege die von Parteien geführt werden, die nur ihre neuen Waffen ausprobieren wollen. Geltungssucht, Machtgelüste, Menschenverachtung und Auflösungserscheinungen die vielen Menschen Angst machen. Orientierungslosigkeit an allen Orten. Die Beruhigungsgesten der Eliten funktionieren nicht mehr. Ängste breiten sich überall aus. Das Chaos und die Chaoten feiern ungetrübte und feierliche Urstände.

Aktuell wie kein anderes Festspielhaus, kommen die Ruhrfestspiele Recklinghausen mit ihrer neuen 71. Spielzeit, die vom 1. Mai bis zum 18. Juni 2017 unter dem Motto „Kopfüber Weltunter“ unsere Welt künstlerisch reflektiert.

Und so wird der Intendant der Ruhrfestspiele Dr. Frank Hoffmann, wie seit 40 Jahren, mit einem Kulturfestival auf dem „Grünen Hügel“ die Festivalliebhaber*innen auf die folgenden Wochen einstimmen.

E.T.A Hoffmanns „Der Sandmann“ unter der Regie von Robert Wilson (2013 | Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Jahrhunderthalle Bochum) wird den Anfang, also die Eröffnungspremiere machen.

Es ist eine Weltpremiere, Robert Wilson erarbeitet auch das Bühnenbild und das Lichtkonzept und es ist eine Koproduktion mit dem Schauspielhaus Düsseldorf.

E.T.A.Hoffmann hat einen Thriller geschrieben und würde heute ohne Problem mit diesem Genre Thriller mit halten können.

Es geht um Angst und Kontrolle, Realität und Wahn, Mensch und Maschine Verhältnis. Man merkt die Anspielungen auf die heutige Zeit, in der mittels Angst die Kontrolle über Menschen hergestellt wird oder werden soll. Die Rolle des Sandmannes, der den „Kindern“ Sand in die Augen streut. Diese Handlung des „Sand in die Augen streuen“ verdirbt die Seele des Menschen, denn die Augen sind die Tore zu unserer Seele.

Sicher wird es niemandem verborgen bleiben, dass „Sand in die Augen streuen“ nichts anderes bedeutet oder heißt, wie jemanden täuschen oder belügen wollen. Also hochaktuell, wenn wir die Wege von Trump, Boris Johnson oder Marine le Pen beleuchten –  aber sie stehen nur stellvertretend für Viele.

Regisseur Wilson hat aber noch ein Sahnehäubchen für dieses Stück parat. Anna Calvi, die britische Sängerin und Songwriterin, die mit viel Emotionen und Mut, offenherzig und leidenschaftlich mit ihrem Gesang und ihrem Gitarrenspiel, welches mit selbstbewussten Gitarrenläufen überzeugt, die Dramatik dieses Stück verstärkt. Es ist ein grausiges Stück, was „Kinder“ in ihren Bann ziehen soll, dann voller Ängste sie zur Bewegungslosigkeit verdammt.

Erstaunt nimmt man zur Kenntnis, „Der Sandmann“ wurde 1816 geschrieben und stellt doch gewisse Analogien zu der heutigen Zeit fest.

 

Reiner Hoffmann und Frank Hoffmann / Screenshot Linde Arndt

Und mit Hoffmann³ lesen der Intendant Dr. Frank Hoffmann und Reiner Hoffmann (DGB Vorsitzender) E.T.A.Hoffmann „Lebensansichten des Katers Murr“. Es ist ein Roman, voller Satire und handelt von einem Kater Namens Murr und dem Kapellmeister Kreisler. Ein muss für jedes heimische Bücherregal. In diesem Roman erzählt Kater Murr, ein narzistisches und eitles „Genie“, wie man sich in autodidaktischer Weise, zu einer gewissen Größe heranbilden kann. Herauskommt jedoch nur ein Kater Murr, der fett und feist seine eigentliche narzistische Verwirklichung findet. Er ist ein typischer Spießer der sich um sein kleines Leben in einer Endlosschleife dreht und zu Beziehungen unfähig ist.

Anders Kapellmeister Kreisler, er strebt nach einer Selbstverwirklichung die ihn im musikalischen Bereich unsterblich machen soll (Was menschlich ist). Er leidet jedoch an seiner Unfähigkeit zu genialer Größe aufzusteigen, ja, er ist noch nicht einmal in der Lage Ziele zu definieren . Im Grunde ist er das Alter Ego des Kater Murr. Man kann sich schon vorstellen, dass dieser Roman, gut gelesen, bei allen Beteiligten ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert.

Ähnlichkeiten mit unseren heutigen Persönlichkeiten kann es sicher nicht geben, denn der Roman wurde 1819 und 1821 herausgegeben. E.T.A.Hoffmann kannte die heutigen Personen nicht. Oder doch?

Reden wir doch weiter über die Angst. Solange man von ihr redet, kann sie uns nichts anhaben, so sagt man. Der Schauspieler Mathias Brandt, Grimme- und Bambi Preisträger, hat sich mit dem mehrfach ausgezeichneten Pianisten Jens Thomas zusammen getan. Gruselige und nach Angst heischende Geschichten trägt Brandt vor um von Thomas musikalisch untermalt zu werden. Manchmal singen aber Brandt und Thomas zusammen, spontan, einfach so, nur zum Spaß. Beide sind inspiriert in einer konstruktiven Interaktion dem Publikum eine „schrecklich“ nette Vorstellung zu bieten. „Der Beifall toste nur so im voll besetzten Haus. Den brauchte man auch, um die Beklemmung abzuschütteln. „, so schrieb das Göttinger Tageblatt.

Berlin Alexanderplatz“ von Alfed Döblin, Regie und Bühne, Sebastian Hartmann, Deutsches Theater Berlin.

Ihnen ist die Globalisierung zuwider, die Zeiten zu schnell oder sie kommen einfach nicht mit?

Franz Biberkopf, dem Protagonist in „Berlin Alexanderplatz“, ergeht es genauso. Nach Jahren im Gefängnis kommt er in das Berlin der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts – die goldenen 20er.

Das gesellschaftliche Chaos was Biberkopf vorfindet, verunsichert ihn.  Lärm, Dreck, Verkehr, eine Vielschichtigkeit von Geräuschen und Eindrücken. Alles ist in Bewegung, nichts persönliches und keine soziale Bindung. Biberkopf möchte in der Metropole Berlin neu anfangen, anders und besser, sieht sich aber immer wieder vor einem Abgrund stehen und scheitert zwangsläufig. Er schließt sich wieder einer kriminellen Bande an, hier kennt er sich aus, hier sind die Regeln ihm bekannt. Aber auch hier muss er ein verändertes soziales Umfeld erkennen, er versucht sich dagegen zu stemmen und Orientierung zu erkennen. Er zerbricht.

Er landet in einer Irrenanstalt, wo er letztendlich geläutert wird. Biberkopf ist ein einfacher Mensch dem sein Scheitern auf der Stirn geschrieben steht, unfähig und unbelehrbar sieht der Zuschauer einen Menschen immer weiter sinken, bis von der Persönlichkeit nichts mehr übrig ist.

Hartmann inszeniert das Stück erfahrbar, indem er jedem die Frage aufgibt: Wie gestalte ich mein Leben? Hartmann hat in einem Interview gesagt: „Biberkopf steht auch beispielhaft für uns, für dich, für mich. Und steht für unsere Verzweiflung darüber, anständig sein zu wollen, in einer Ordnung leben zu wollen, es aber scheinbar nicht zu können.“

Sie merken geneigter Leser/User das diesjährige Festival dreht sich wieder einmal um uns, zeigt uns, es war alles schon mal dagewesen. Ob das nun die Angst ist, mit der wir immer wieder manipuliert werden sollen oder aber der Wandel und das quirlige Leben, was uns keinen Halt bieten will und auch nicht kann. Es liegt immer an uns, an unserem Geist, Willen, unserem Selbstvertrauen, wie und was wir einordnen wollen und können.

Maria Allnoch (RWE) und Intendant Dr. Frank Hoffmann stellen das Fringe-Programm 2017 vor Foto: (c) Linde Arndt

Das schräge Festival „Fringe“

 

Es war schon immer was besonderes über das Fringe Festival zu gehen, Eindrücke von ungeheurer Kraft, Harmonie aber auch Leichtigkeit zu erfahren. Bunt und leicht aber auch einladend geben sich die Künstler ihren Besuchern hin. Zum 13. male können wir wieder ein buntes Programm erleben.

Titi Tombe,Titi Tombe Pas“, ein Paar das schon beim großen Festival in Avignon auffiel.

Titi und Nana versuchen das Leben mittels des balancierens zu erklären. Die Welt im Gleichgewicht zu halten, ist das Ziel von Titi. Ist sie aber nicht – die Welt. Voller Liebe und Hingabe bringt Titi Tombe immer wieder die Welt ins Gleichgewicht.

Nana stolpert in die Welt von Titi und bringt alles durcheinander. Es entsteht ein wunderbares Programm über die Fragen des Lebens, viele werden beantwortet, wobei aber immer wieder neue Fragen von Nana gestellt werden, die Titi verzweifeln lassen.

Sehr große Poesie, mit viel Humor aber auch voller Spannung.

Finding Joy Vamos Theatre“, ein sehr berührendes Stück von und über ein ungleiches Paar.  Joy, 83 Jahre alt, verliert ihr Gedächtnis und findet zu ihrem viel jüngeren Enkel Danny. Danny wiederum ist ein Mensch der sich nicht richtig anpassen kann und ist darüber hinaus auch noch unstet. Danny will sich aber um Joy kümmern, die mit ihren 83 Jahren ihre Lebenslust immer noch in vollen Zügen genießt. Es ist ein wortloses Spiel von verlorener Vergangenheit und neu entdeckter Liebe zwischen zwei Menschen, die zu einem neuen gemeinsamen und erfüllten Leben finden. Man könnte meinen Demenz wäre irgendwie zwischen Gemütlichkeit und wunderbarer Welt angesiedelt, so schön ist diese Geschichte. Dieses Stück wurde 2016 mit Standing Ovation beim Edinburgh Festival bedacht. Es wird viel gelacht, geweint und am Ende gejubelt.

 

Wer sich Gefühle noch leisten kann, sich vielleicht verschämt eine Träne weg wischen kann und auch  manchmal noch lauthals loslachen kann, der sollte sich dieses Festival gönnen.

Wir haben jetzt einmal willkürlich ein paar Stück herausgenommen um ihnen, lieber User, einen gewissen Geschmack für dieses Festival zu geben.

Um ihnen aber einmal einen Überblick über die Größe dieses Festivals zu bieten führen wir nachfolgend die Daten über dieses Festival auf, welches doch in einer Reihe mit den großen und traditionellen Festivals, wie den Festivals in Avignon oder Edinburgh, steht.

In der Geschichte gab es immer die großen Umwälzungen, die mit einer Verunsicherung in den einzelnen Staaten und damit für den einzelnen Menschen einhergingen. Da gab es die Bauernaufstände, die französische Revolution, die russische Revolution, die mit unserer heutigen Zeit  vergleichbar sind. Darüber zu reflektieren und die Herausforderungen für jeden Einzelnen von uns zu erkennen, vermag dieses Festival mit seinen Spielen schon herüberzubringen.

 

Hier die nackten Zahlen des Ruhrfestivals Recklinghausen:

71. Ruhrfestspiele vom 1. Mai – 18. Juni 2017
13. Fringe Festival vom 23. Mai – 17. Juni 2017

 83 Produktionen im IN-Festival
189Veranstaltungen im IN-Festival
  10 Spielstätten

davon:

39 Produktionen zum Themenschwerpunkt
10 Uraufführungen
  1 Weltpremiere
  1 Europapremiere
  1 Deutsche Erstaufführung
  1 Deutschesprachige Erstaufführung
  5 Deutschlandpremieren
  4 Premieren der Inszenierung
18 Koproduktionen der Ruhrfestspiele
8 Kinder- und Jugendtheaterproduktionen
1 Open Air Konzert

Und die Zahlen für das Fringe Festival:

 25 Fringe Produktionen
122 Veranstaltungen
  12 Spielstätten

 

 

Infos:

 

Festspielkalender: https://www.ruhrfestspiele.de/de/festspielkalender/festspielkalender.php?r=1

Tickets: https://www.ruhrfestspiele.de/de/tickets/preise.php

Das Fringe Festival: http://www.fringefestival.de/de/download/rr_fringe_2016_web.pdf
    

 
Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Recklinghausen

Dortmunder U mit neuer Leitung auf einem neuen Weg

v.l.: Edwin Jacobs und Kurt Eichler Foto:(c) Linde Arndt

[jpg] Kurt Eichler, Geschäftsführer der Kulturbetriebe Dortmund,  sieht sich für 2017 mit neuen Ideen im Wandel und ist überzeugt neue Erfolge vorweisen zu können. Das Dortmunder U ist eine urbane Landmarke und strahlt weit über Dortmund hinaus auf die umliegende Reegion. Um das Potenzial des Dortmunder U anzusprechen, sollte Herr Eichler allerdings nicht das Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou, kurz Centre Pompidou bemühen; denn 11.000 Besucher pro Tag wird es in Bälde sicher im Dortmund U nicht geben. Aber die Ausrichtung des Dortmunder U kann man durchaus mit einem heruntergebrochenem Centre Pompidou vergleichen – ein bisschen.

So dürfen wir Frauenbilder von Niki de Saint Phalle in der Ausstellung „Ich bin eine Kämpferin“ in diesem Jahr erwarten. Dazu wird es auch ein Symposium „Trauma, Subjekt- und Körperkonzepte“ geben. Das Centre Pompidou als auch das MoMa in New York hat sich sehr detailliert mit Niki de Saint Phalle auseiandergesetzt. Jetzt also auch im Dortmunder U.

Edwin Jacobs Foto: (c) Linde Arndt

Mit Edwin Jacobs, dem ehemaligen Direktor des Zentral Museums Utrecht, kommt frischer Wind in das Dortmunder U. „Partizipation“ soll zukünftig in das Dortmunder U einziehen. Der Besucher soll sich ins U einbringen können. Aber dies gilt nicht nur für den Besucher, vielmehr gilt das für das gesamte Haus des U. Keine Superlative, sondern verlässliche Qualität will das U bieten können.

 

Dazu gehört auch die starke kulturelle Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche bis hin zu den Studierenden zu verstärken. Es wird eine ganze Etage für den kreativen Workshop aber auch für kunstwissenschaftliche Projektarbeiten zur Verfügung stehen. Kooperationen mit der FH Dortmund und der TU Dortmund können die Arbeiten erweitern und bereichern. Es soll nicht nur betrachtet werden, mitmachen ist ausdrücklich erwünscht.

Das dieser Wandel nicht von Heute auf Morgen vonstatten geht, ist sich Jacobs bewusst. Das FH, TU und das Dortmunder Ostwall Museum in einem Boot sind und damit die Inhalte teilen, gibt dem Wandel noch einen positiven Drall. So kann der Besucher sich auf das Programm für 2017 freuen und auf den Internetauftritt http://www.dortmunder-u.de/ sich einstimmen.

Das Dortmunder U wird sicher seinem Anspruch gerecht, der zeitgenössischen Kunst einen angemessenen Rahmen zu bieten, zumal denn Edwin Jacobs in Utrecht hervorragende Arbeit geleistet hat und jetzt in Dortmund mit einem eigenem Konzept den Wandel einleiten kann.

Das Panel des Dortmunder U der Pressekonferenz am 10.2.2017Foto(c) Linde Arndt

Lassen wir hier einmal einen Haltepunkt machen und bewusst abschweifen.

 

EN-Mosaik kommt ziemlich viel in der Region herum und musste registrieren, Kunst und Kultur hat bei den Kämmerern keinen Wert. Kann weg, hörte ich öfter in 2016. Vor allem in den Klein- bis Mittelzentren setzen die Kämmerer fleißig vieles auf die Giftliste. Die Folge wird sein, dass aus diesen Städten die Bevölkerung schleichend in die Oberzentren abwandert. Letztendlich gehören diese Kulturereignisse jedoch zu einer gewissen Grundversorgung. Wenn das aber nicht mehr gegeben ist, was dann? Dem Bürger in den Klein- bis Mittelzentren fehlt es da an Orientierung.

Dortmund kann mit seinen Kultureinrichtungen, wie zum Beispiel dem Theater und dem Dortmunder U, diese Lücke füllen.

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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Dortmund

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Triviale und teuere Politik mit Politik und Verwaltung in Ennepetal


Ennepetaler Ratssitzung Foto: (c) Linde Arndt

 

[jpg] In der Politik gibt es den Begriff der Rechtsstaatlichkeit, einige haben diesen Begriff in der letzten Zeit im Zusammenhang mit der aktuellen Politik in der Türkei, Ukraine oder einiger afrikanischen Staaten gehört. Die Rechtsstaatlichkeit findet man in Artikel 2 des EU-Vertrag (Titel I – Gemeinsame Bestimmungen). Die Rechtsstaatlichkeit eines Staates erkennt man, wenn die politische Herrschaft aufgrund und im Rahmen des Rechts ausgeübt wird (Prof. Dr. Dieter Grimm).

Zu der Rechtsstaatlichkeit gehört z.Bsp. auch das Kommunal- und Gemeindewirtschaftsrecht als Untereinheit der Rechtsstaatlichkeit. Und noch ein Begriff aus dem Staatsrecht, die Rechtssicherheit, sie ist wiederum eine Untereinheit der Rechtsstaatlichkeit. Die Rechtssicherheit bedeutet, dass der Staat, also auch die Kommunen, auf eine Vorhersehbarkeit und verlässlichen Gewährleistungen von grundlagenbasierenden Gesetzen und Verordnungen beruht.

So kann eine Stadt nicht einfach spontan Gebühren einziehen die vorher nicht bekannt waren und die jeder gesetzlichen Grundlage entbehren. Aber, so ganz ist das nicht immer sichtbar.

So will die Stadt Ennepetal den Anwohnern der Straße „An der Kehr“ nach 5 – 6 Jahrzehnten Erschließungskosten aufbürden. Die Erschließungskosten entstanden in den 50er Jahren als die Straße erstmalig hergestellt wurde. Das die Kosten berechnet werden konnten, hatte man mit einem rechtlich einwandfreien Beschluss erreicht. In den 50er Jahren wurde kein zweiter Bürgersteig errichtet, so dass nach der Definition für Straßen, diese Straße nicht komplett war. Der Rat der Stadt beschloss deshalb heute per Antrag eine Straße mit einem Bürgersteig als komplette Straße einzustufen. Und schon war die Straße komplett. Damit waren die Erschließungskosten nach Meinung des Rates fällig. Und wieder ist es dem Rat der Stadt Ennepetal gelungen elementare Begriffe der Rechtsstaatlichkeit in Frage zu stellen und sogar den Rechtsfrieden zu touchieren. Denn wie kann ein Hauseigentümer eine Forderung aus den 50er Jahren richtig einschätzen, immerhin kann er die gemachte Leistung nicht mehr kontrollieren, geschweige denn, ob es überhaupt noch derselbe Hauseigentümer ist, bei dem die Forderung entstanden ist. Zwei Generationen liegen zwischen dem Entstehen der Forderung, eine Hemmung wurde nie angezeigt. Der geneigte Leser merkt jetzt, die Stadt Ennepetal hat wieder eine rote Linie überschritten um die noch nicht überwundenen finanziellen Fehlentscheidungen auszubügeln. Mehr noch, die Stadt hat angekündigt weitere dieser „dubiosen“ noch nicht geltend gemachten Forderungen zu fakturieren. Und das unter der Anmerkung, Ennepetal habe kein Geld, Ennepetal steht vor dem Haushaltssicherungskonzept und es kann nirgendwo eingespart werden. Die Steuern, auch die Kommunalsteuern, sprudelten in 2016, nur in Ennepetal nicht. Warum wohl? EN-Mosaik hat mehrfach Politik und Verwaltung zu diesem Umstand befragt, nur Achselzucken. Denkt Stadt und Politik in Ennepetal sich denn noch irgendwas?

 

Signalwirkungen

 

Wenn ein Mensch in unserer Republik einmal ein hohes Alter, wie 90 Jahre erreicht hat, bekommt er netterweise eine kleine Aufmerksamkeit. In Ennepetal waren das einmal 50,–Euro. Diese 50,– Euro werden nunmehr auf 25,– Euro reduziert.

Menschen die sich beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht haben und hart gearbeitet haben, diesen Menschen sollte man dankbar sein und nicht mehr mit Kürzungen zu nahe treten. Die Entscheider von heute haben anscheinend vergessen, wie diese Altergruppe nach dem Weltkrieg buckeln musste. Die Stadt Ennepetal mit seinen politischen Parteien sagt den Alten damit, wir wollen euch nicht mehr würdigen, seht zu das ihr euer Leben hinter euch bringt – macht Platz. Ein fatales und kaltes Signal. Dieses Signal kommt zu dem obigen Signal.

v.l. Pressesprecher Martin Küpper, Bürgermeisterin Imke Heymann und Kämmerer Dieter Kaltenbach Foto: (c) Linde Arndt

Ist Ennepetal wirklich so arm?

 

Klare Antwort: Nein! Begründung: Wenn eine Stadt 10 – 15 Millionen, so genau will man dies nicht kalkulieren, für einen neuen Standort seines Betriebshofes und seiner Stadtbetriebe ausgeben will obwohl man, sicher beengt, mit der derzeitigen Lösung noch eine ganze Weile auskommen kann und darüber hinaus sich eine kurzfristige Option erarbeiten könnte, scheint das mit der Armut aber irgendwie weit hergeholt.

Wenn eine Stadt einen Restaurationsbetrieb leerstehen lässt und dadurch höhere Kosten in Kauf nimmt, scheint das mit der Armut nicht so weit her zu sein.

Wenn eine Stadt es sich leisten kann mehrere Schulgebäude vor ihrer Schließung noch zu sanieren, sie dann schließt und dann auch noch weder Verkaufs- noch Nutzungspläne erarbeitet hat, scheint es mit der Armut nicht so weit her zu sein.

Wenn eine Stadt eine AÖR hat in der die städtischen Betriebe ihr „Unwesen“ treiben und mit schlampigen Arbeiten das Geld der Steuerzahler verbrennen, scheint es mit der Armut nicht so weit her zu sein.

Wenn eine Stadt, so mir nichts, dir nichts 1 Millionen für die Anbindung des Berlet Elektromarktes locker machen kann und dieses Geld einfach liegen lässt, scheint auch hier der Begriff „arm“ nicht angebracht zu sein.

Man könnte die Liste des Versagens von Politik und Verwaltung sehr, sehr lange fortführen und würde dann folgendes feststellen: Wir haben ein riesiges personelles Problem in Politik und Verwaltung. Bis heute wurde nicht berichtet ob das Personalproblem in der AÖR gelöst wurde, die Spitze auswechseln war eine Sache aber die Fehler waren ja alle auf der Sachbearbeiter-, Gruppenleiter- oder Abteilungsleiter Ebene zu registrieren gewesen. Was hat die Stadt getan? Wollte man die Bekannten und Freunde die evtl. in der AÖR untergebracht wurden nicht feuern?

 

Ratssitzungen so wie man sie lieben muss

 

Daniel Heymann (CDU) Foto: (c) Linde Arndt

Nun sollte man meinen, bei allen diesen Baustellen, würde der Rat der Stadt Ennepetal Purzelbaum schlagen und die Stadtverwaltung mit der Mehrheitsfraktion oder Kooperation durch den „Wolf“ drehen. Im Schwelmer Stadtrat geht es in solchen Fällen ziemlich laut zur Sache, wobei die Sitzungen dann schon mal 5 Stunden dauern.

In Ennepetal reibt man sich verwundert die Augen, denn da werden über die gefühlten Intervalle bei der Ampelanlage Loher Straße gesprochen, nicht gestritten. Ob die Baustelle auf der Milsper Straße nicht etwas schneller arbeiten kann. Irgendwo ist dann auch mal wieder ein Kanaldeckel entdeckt worden der bei dem Überfahren klappert.

Bei der Bürgersprechstunde wollten einige Bürger zur Schule Wassermaus näheres wissen. Da die Fragen NUR an die/den Ratsvorsitzende*n gerichtet werden darf, kann das manchmal schwierig werden.

Die Vorsitzende bat den Fachbereichsleiter um Stellungnahme, der dann zum Microfon huschte.

Ungefragt ergriff der Leiter des Schulausschusses das Wort und bezog Stellung ( Das kommt davon wenn man solch eine veralterte Anlage hat ). Folge: Der Fraktionsvorsitzende der SPD schrie nach der Geschäftsordnung um dem Fraktionsvorsitzenden Heymann, der ja auch Schulausschussvorsitzender ist, zu stoppen. Zu Unrecht, denn es ging ja um das Schulthema, und dazu konnte gem. §18.1 der Geschäftsordnung sehr wohl der Auschussvorsitzende Heymann Stellung beziehen. Warum man nun so laut sein musste und damit die Vorsitzende Bürgermeisterin, den Fachbereichsleiter Palomba und den Schulausschussvorsitzenden/Fraktionsvorsitzenden Daniel Heymann (CDU) bloßstellen musste, wird Herr Rauleff (SPD) in der nächsten interfraktionellen Sitzung erläutern wollen. Zumindest machte es keinen guten Eindruck da dadurch die Sitzung ihre Souveränität verloren hatte. Übrigens, ein gutes Beispiel für die Profilierungssucht die so einigen Ratsmitgliedern zu eigen ist.

Volker Rauleff (SPD) Foto: (c) Linde Arndt

Dabei war die Frage von einem Ennepetaler gekommen, berechtigt oder nicht berechtigt, er hatte ein Recht das ihm durch diesem Vorfall nicht ungeteilt gegeben wurde. Es ist erst einmal egal, wer solch eine Frage beantwortet, die Geschäftsordnung sollte da erst einmal im Hintergrund stehen, abgesehen davon, dass gem. § 13 der Geschäftsordnung der Redende nicht unterbrochen werden darf. Im Vordergrund sollte erst das Informationsbedürfnis des Ennepetaler Bürgers stehen.

 

Welche Leistungen kann die Ennepetaler Kommune noch bieten?

Es stellt sich in diesem Zusammenhang immer die Frage, was kann ein Ennepetaler von seiner Kommune erwarten? Standards wie Personalausweise oder Pässe erneuern oder verlängern, also Arbeiten die durch den Gesetzgeber klare Vorgaben haben, sind kein Problem. Auch die sozialen Belange die durch den Gesetzgeber vorgegeben sind werden ohne Probleme erledigt. Selbst die in 2015 auftretende Völkerwanderung, die auch Ennepetal betraf, wurde, zwar mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern, befriedigend gelöst und die Kriegsflüchtlinge über das Stadtgebiet verteilt. Die Integrationsarbeit konnte nicht befriedigend angegangen werden, weil ein umsetzbares und finanziell begleitendes Konzept vom Land und vom Bund fehlt. Die Kriegsflüchtlinge verschwanden also wie in allen Städten in den Schatten der Stadt. Von der Ennepetaler Politik konnte man kein Integrationskonzept erwarten, die Vorreiterrolle ist den Ennepetaler Politikern und der Verwaltung weder in intellektueller noch persönlicher Hinsicht fremd.

An allen Ecken und Enden fehlt es an politischen Vorgaben, sprich Entscheidungen, in Ennepetal. Noch immer fehlt es an einem schlüssigen Jugendkonzept welches auch gegenfinanziert ist. Selbst das Jugendparlament, welches immer mal seit Jahren aus den Schreibtischen der Verwaltung gezogen wird, findet keine Gegenliebe bei der allseits bestimmenden „grauen Eminenz“ dem Kämmerer und Beigeordneten Dieter Kaltenbach.

Im Grunde bestimmt Kaltenbach die Geschicke der Stadt Ennepetal, er hebt und senkt den Daumen nach Belieben. Da wird das Berlet Parkhaus mit einer Bezahlschranke beim Bau im Einfahrtsbereich ausgestattet, die aber dann wieder verschwindet. Zurück geblieben sind die jetzt geöffneten Ausgangsschranken. Wahrscheinlich fehlte das Aufsichtspersonal, welches ja auch finanziert werden müsste. Da wird vollmundig die Digitalisierung der Ratssitzungen mittels Tablet PC angekündigt, Apples IPad, (die teuersten Produkte die es auf dem Markt gibt) nicht die preiswerteren Samsung oder Acer Tablets, mussten es sein. Die Geräte wurden gekauft und auf einmal war alles zuende. Auch hier hatte man vorher die Gesamtkosten offensichtlich nicht berücksichtigt. Hier scheint der Kämmerer sich die beantragten Budgets nicht richtig angesehen zu haben. Überall taucht die Kämmerei auf und blockiert Forderungen aus allen Bereichen. Im Innenstadtbereich (Nur Milspe) wird ein „integriertes Handlungskonzept“ durch Frank Heinze aus Dortmund mit einer Studie belegt. Ein Umsetzungsplan fehlt allerdings und die Innenstadt Milspe darbt weiter vor sich hin, nur weil man die Finanzierung vorher nicht geklärt hat? Und der eigentliche Zweck der Fußgängerzone, ein ruhiges Einkaufen in Milspe zu ermöglichen, entfällt dadurch, denn 9 Jahre hält kein Einzelhändler durch, er geht.

Millionen wurden in den Sand gesetzt. Abgesehen davon, dass die Immobilien in der Voerder Straße an Wert verloren haben.

Um es kurz zu machen, mit der Stadt Ennepetal, sei es mit der Verwaltung oder der Politik, etwas zu machen, ist mit einem hohen Risiko verbunden. Unsere Redaktion sind Vereine und Gruppen bekannt, die hohe Zuwendungen aus dem Stadtsäckel erhalten, deren Wert für Ennepetal recht zweifelhaft ist. Das lässt der Kämmerer aber durchgehen, weil es politisch gewollt ist. Die Leistung des Kämmerers, zu prüfen, ob diese diversen städtischen Aufwendungen für die Stadt auch ein dementsprechendes Äquivalent erbringt, wage ich mal zu bezweifeln, zumindest kann keine wirtschaftliche Berechnung vorgenommen worden sein.

Dieses unstete der Ennepetaler Politik mit seiner Verwaltung lässt nur einen Schluss zu, Stadt und Politik sind nur mit sich selber beschäftigt und haben die rund 30.000 Bewohner von Ennepetal vergessen. Deshalb kann  man  von der Stadt nur bedingt etwas erwarten.

 

Es fehlt der Druck auf Politik und Verwaltung

Unsere Redaktion hat mal von Ennepetal, der Insel der Glückseligen geschrieben, und es stimmt, es hat sich noch in den Jahren erweitert. Politik und Verwaltung befinden sich in einer Echokammer, in der die Sicht auf Ennepetal verengt wahrgenommen wird. Die Bilder die sich Politik und Verwaltung von Ennepetal machen, werden immer wieder eins zu eins zurück geworfen. So verstärkt sich der Eindruck, es ist doch alles in Ordnung. Wir, Politik und Verwaltung, beschäftigen uns doch, also ist das doch alles zum Besten. Das die Stadt in Bewegungslosigkeit verharrt bemerkt dabei niemand, auch das die Bewohner wegziehen ist ohne Belang.

Wenn doch auf die Politik und Verwaltung Druck ausgeübt würde. Die Presse von der Funke-Mediengruppe sieht sich nicht, aus vielen Gründen, aufgerufen diesen Druck zu erzeugen. Heimatjournalismus nennt man das inzwischen in Düsseldorf und belächelt diese Art von Presse.

Von den Heimatjournalisten kann also kein Druck kommen, sie haben sich das Leben kuschelig im EN-Kreis eingerichtet.

Es bleibt nur die Einsicht von Politik und Verwaltung, ihr Unvermögen zuzugeben, nach Düsseldorf zu gehen und das Land zu bitten die Stadt Ennepetal auf die umliegenden Kommunen aufzuteilen.

Ehe es noch schlimmer wird. Denn Ennepetal ist keine demokratische Vorzeigekommune, eher das Gegenteil und damit ein gefundenes Fressen für rechtsextreme oder Populisten.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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Achtung Mofafahrer – Mit neuem schwarzen Schild auf die Straße

Die Provinzial-Agentur der Sparkasse  Ennepetal-Breckerfeld informiert:

Mit neuem schwarzen Schild auf die Straße
Ab 1. März neue Kennzeichen für Mofas, Roller und E-Bikes

Aufgepasst, heißt es jetzt wieder für alle Mofa- und Rollerfahrer:

Am 1. März beginnt das neue Versicherungsjahr und die alten grünen Nummernschilder verlieren ihre Gültigkeit. Um den Versicherungsschutz zu behalten, müssen Mofas, Roller und E-Bikes ab 26 km/h mit den neuen schwarzen Kennzeichen ausgerüstet werden.

Foto: (c) Ralf Berndt berndt-fotografie.de

Mit dem Nummernschild wird bei Mofas und Rollern die Haftpflichtversicherung nachgewiesen. Deshalb müssen alle Besitzer von Mofas, Motorrollern, Mopeds und bestimmten Elektrofahrrädern die alten grünen Kennzeichen abschrauben und neue schwarze anbringen. Alle Kleinkrafträder mit einem maximalen Hubraum von 50 Kubikzentimeter oder bis zu 4 kW Motorleistung dürfen nur mit diesem Kennzeichen auf die Straße.

„Das Fahren ohne gültiges Kennzeichen ist strafbar.“ Daher gilt: „Wer weiter mit dem alten Kennzeichen  fährt, hat keinen Versicherungsschutz und muss bei einem Unfall die Kosten aus eigener Tasche bezahlen.“

Zum Thema Versicherungsschutz informieren wir Sie gerne in unserer Provinzial-Geschäftsstelle.

Autorenlesung am 11. Februar im Haus Ennepetal

Gabi Dallas (Pressefoto)

[Ennepetal]  Am 11. Februar, ab 19.00 Uhr, lädt die Stadtbücherei zur Autorenlesung ins Haus Ennepetal, Gasstr.10, ein.
Die Nachwuchs-Schriftstellerin Gabi Dallas liest aus ihrem Debüt-Roman „Nie weit genug“.
Der Eintritt ist frei.

Über das Buch
Frei wie ein Vogel will sie sein: Auf eigene Faust reist die junge Marleen nach Amerika – sorglos, ohne feste Pläne, nur mit einer Reisetasche, etwas Geld und einem Talisman. Brennendes
Fernweh, Lebenshunger und Sehnsucht nach dem Unbekannten treiben sie am Pazifik entlang Richtung Süden.
Doch ihre inneren Dämonen begleiten Marleen auf Schritt und Tritt. Und eines Tages verändert die Begegnung mit der geheimnisvollen Giuliana ihr Leben für immer …

Über die Autorin
Im Alter von 21 Jahren brach Gabi Dallas ihr Philosophie- und Germanistikstudium ab und begann eine zehnjährige Odyssee. Mit gefährlicher Lust am Abenteuer und ohne Angst vorm Risiko
bereiste sie Kontinente und Weltmeere, um Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu suchen. Unterwegs schlug sie sich mit Gelegenheitsjobs, Kunst und Straßenmusik durch und
gründete in den karibischen West Indies, wo ihre handgemalten T-Shirts Kultstatus erlangten, eine Familie mit einem Rastafari.

Heute lebt die gebürtige Sauerländerin und Mutter zweier erwachsener Kinder wieder in Deutschland und ist glücklich neu verheiratet. Ihre Erwerbstätigkeit als Marketingfachfrau hat sie für
das Schreiben und für die Musik an den Nagel gehängt.

Berufsinformationsmesse Ruhr 2017

[Bochum · 06.02.2017]  Berufsinformationsmesse Ruhr 2017 — Weit mehr Aussteller als 2015 erwartet

Schon jetzt, 3 Monate vor dem Start der Ausbildungsmesse, liegen mehr Anmeldungen vor als im Jahr 2015. Die BIM Ruhr findet am 05. und 06. Mai 2017 in der Jahrhunderthalle Bochum statt. Über 70 Aussteller haben sich bereits für die Messe angemeldet. Das Angebot reicht von namenhaften Konzernen, über mittelständige Unternehmen bis hin zu Hochschulen und Universitäten, die gemeinsam weit über 300 Ausbildungs- und Studienangebote vorweisen. Im zusätzlichen, deutlich vergrößerten Berufsparcours haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit anhand praktischer Aufgaben in Unternehmensbereiche hinein zu schnuppern und dabei ihre persönlichen Talente und Vorlieben zu entdecken. Anschließend findet dann, auf Basis der Erfahrungen im Berufsparcours, der direkte Austausch mit den ausstellenden Unternehmen statt.
„Uns freut es sehr, dass das veränderte Format so viel Zuspruch aus der Wirtschaft, den Unternehmen, Verbänden und verschiedensten Institutionen erfährt. Wir hoffen, dass wir zusammen mit vielen weiteren Partnern wie z.B. der Agentur für Arbeit Perspektiven für jeden Schüler und jede Schülerin aufzeigen können und dazu beitragen, dass sie ihre persönlichen Talente entdecken.‘‘ so Andreas Kuchajda, Geschäftsführer der veranstaltenden Bochumer Veranstaltungs-GmbH.
Auch weiterhin haben interessierte Unternehmen aus der Region die Möglichkeit sich für die BIM Ruhr 2017 zu akkreditieren und sich als Arbeitgeber auf der Messe zu präsentieren. Bei Anmeldung bis zum 09.02.2017 ist die Aufnahme in das Ausstellerverzeichnis der gedruckten Messebroschüre noch garantiert. Diese wird bereits im Vorfeld der BIM an die Schulen der Region verschickt wird und dient während der Messe als Informationsmedium für die Besucherinnen und Besucher. Wer noch etwas mehr Zeit braucht, kann sich auch nach dem 09. Februar natürlich noch anmelden, allerdings ist dann im Vorfeld der Messe nur noch eine Aufnahme in das Online-Ausstellerverzeichnis auf der Messewebsite möglich.
Ausführliche Informationen zur Messe sowie alle relevanten Unterlagen für die Registrierung als Aussteller auf der BIM Ruhr, finden interessierte Unternehmen auf der Website unter www.bim-was-geht.de

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Die Zukunftschance des Lokaljournalismus – Perspektiven

v.l.: Moderatorin Andrea Hansen, Alexander Völkel, Holger Jahnke, Anna Mayr, Hans-Josef Vogel   Foto: © Linde Arndt

[jpg] Pünktlich zu den neuen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW) diskutierte die LfM-Stiftung „Vor Ort NRW“ im Dortmunder Lensing-Carrée der Ruhrnachrichten mit rund 100 Medienmachern unterschiedlicher Richtungen.

Print-, e- und Onlinemedien an einem Tisch, wenn das mal gut geht. Vorab gab es einen Workshop von Karsten Lohmeyer und Stephan Goldmann, Inhalt: Wie gehe ich mit dem Internet als Lokaljournalist um. Es war ein mehr technisch gehaltener Vortrag der von einzelnen Fragen unterbrochen wurde. Der Tenor dieses Workshops, Lokaljournalisten müssen mehr Geld bekommen um ihrem Anspruch, welchen auch immer, gerecht zu werden. Die grundsätzliche Frage, hat der lokale Journalismus eine Zukunft, wurde noch nicht einmal im Ansatz gestellt. Wie denn auch?

v.l.: Stephan Goldmann und Karsten Lohmeyer während des Workshops Foto: © Linde Arndt

War man doch nicht einmal bereit eine Definition des Lokaljournalisten zu erstellen. Da mutet die Forderung nach mehr Geld etwas seltsam in unserem Marktwirtschaftssystem an. Es war schon irritierend wie erwachsene Menschen, die ihr lokales Biotop erklären sollten, da saßen und nicht wussten für wen sie arbeiten sollten. Und weil sie das nicht wussten, machten sie einfach das was sie konnten und schrieben schöne Artikel, wie man Artikel so halt schreibt.

 

Nach 5 Stunden fand eine Podiumsdiskussion mit der Moderatorin Andrea Hansen statt. Teilnehmer waren:

 

  • Hans-Josef  Vogel, Bürgermeister von Arnsberg
  • Anna Mayr, Journalistin Ruhrbarone u. a.
  • Holger Jahnke, Chefredakteur Radio Märkischer Kreis
  • Alexander Völkel, Journalist Nordstadtblogger

 

Und ein leerer Stuhl der zwei oder dreimal  für Statements belegt wurde.

v.l.: Moderatorin Andrea Hansen mit Simone Jost-Westendorf und Dr. Tobias Schmid Foto: © Linde Arndt

Vorher wurden Dr. Tobias Schmid (Direktor der LfM) und Simone Jost-Westendorf („Vor Ort NRW – LfM-Stiftung für Lokaljournalismus“ ehemals Stiftung Vielfalt und Partizipation) von Andrea Hansen interviewt. Auch hier eine unscharfe Einstellung was Lokaljournalismus ist oder sein kann, Wunschdenken war angesagt.

 

Podiumsdiskussion

Andrea Hansen stellte nette Fragen und erwartete auch nette Antworten – harmonisch sollte es sein. Auch hier der Tenor, man muss dem Lokaljournalisten nur mehr Geld geben. Und dann passiert was? Der Arnsberger Bürgermeister meinte sogar, man könne doch ehrenamtliche Journalisten, z.Bsp. die Bekanntmachungen von Veranstaltungen in einem Blog machen lassen. Verhaltene Proteste flammten auf. Was die Teilnehmer alle gemein hatten, sie versuchten die Printmedien auf die Online Medien Eins zu Eins zu übertragen. Keine Frage nach qualitativen Veränderungen, im Gegenteil, es herrschte eine gemeinsame Sehnsucht die letzten Bäume im finnischen Karelien zu Papier zu verarbeiten. Etwas verhalten Anna Mayr, die mal für die Ruhrbarone geschrieben hatte und mit dem Artikel „Warum mich der Lokaljournalismus anekelt“ so was wie einen Weckruf erstellt hat, sie wagte die papierlose Ausgabe eines Artikels in die Gesprächsrunde einzuführen. Da ging man jedoch nicht weiter darauf ein.

Ach ja, und da war ja noch der Nordstadtblogger Alexander Völkel dem seine Bloggerei doch nicht so geheuer ist und er deshalb etwas gedrucktes haben wollte. Deshalb gibt es ab sofort, ein richtig gedrucktes Nordstadtmagazin, eben wie früher, als alles noch besser war, als es noch richtiges Geld gab und der Lokaljournalist etwas war in seinem Kiez.

 

Zahlen, Zahlen, Zahlen

5,8% hat alleine die Funke Medien Gruppe (WR,NRZ,WP,WAZ) einer der Medienmonopole nur im letzten Quartal 2016 verloren. Absolut sind das von 534.346 Kunden 33.130 Kunden die sich leise verabschiedet haben.

Im Gebiet unserer Redaktion (168 WR/WP) hat die Gruppe von 04/2009 bis 04/2015 rund 30% an Kunden verloren. Aber und das muss man dazu sagen, auch die anderen Erzeugnisse in den Regionen haben nach den neusten Zahlen teilweise zweistellig verloren.

Diejenigen die dazu gewannen konnten den Verlust im Printbereich durch E-Abo wieder ausgleichen, wie zum Beispiel der Tagesspiegel.

Und die Paywall (Paid Content) scheint auch nicht das neue Geschäftsmodell schlecht hin zu sein. Denn sie geht immer einher mit dem Rückgang von Lesern/Usern.

Und noch ein paar Zahlen: Der Spiegel -2,3%, die Zeit -1,5% und die FAS -6,3%. Und das, Quartal für Quartal, es gibt nur eine Richtung, nach unten. Da mutet es doch wieder anders an, wenn der Freitag (+12,1%) und die Junge Freiheit (+9,7%) jedesmal an Zuwächsen melden kann.

Schaut man etwas genauer hin, sieht man bei beiden Medien diese kritische Distanz zur Mainstreammeinung und die kritische Distanz zum politischen Alltag. Beide Medien haben eine andere Qualität, sie bereiten den Hintergrund mehr auf, um die eigentliche Information verständlicher zu machen. Kann es sein, dass die dramatischen Rückgänge der Printmedien etwas mit der journalistischen Sorgfalt und Qualität zu tun hat?

 

Ausblicke

Wagen wir doch einmal einen Blick in die Glaskugel.

Zur Zeit befinden sich die etablierten Print-Medien (lokal, regional oder überregional) in ihren virtuellen Schützengräben um mit ihren alten Waffen das Internet nach ihren Vorstellungen zu formen und geraten dazu immer mehr in Nöte, denn das Internet funktioniert nicht so, wie ehedem die etablierten Medien (Print- und E-Medien) funktionierten. Quartal für Quartal laufen ihnen dabei die Konsumenten weg.

Durch die etablierten Medien werden Kampagnen gegen das Internet gefahren, die doch recht nachdenklich machen. Da wird der Eindruck erweckt als wenn das Internet voller Kinderschänder, Mafiosis oder Hacker und Fake-Newsschreiber ist, es wird von rechtsfreien Räumen gesprochen.

Das führt dazu, dass Europa und damit Deutschland medial immer mehr ins Hintertreffen gerät. Schaut man sich Twitter, Facebook, Amazon, Ebay und Google an, fragt man sich, warum sind solche Geschäftsmodelle in Europa nicht möglich? Ganz einfach, fragt man als 30 jähriger eine Bank nach einem Kredit über 1 Million, würde man sicher sofort vor die Tür gewiesen. Anders in den USA wo so was möglich ist. Wir Europäer lieben das Risiko nicht und damit bremsen wir unsere Entwicklung in der Geschwindigkeit aus.

Und so ist auch das Verhalten der Mainstreammedien zu erklären, anstatt inhaltlich die medialen Erscheinungen auf den Prüfstand zu legen und neu zu denken, wartet man ab, bis alles wieder so wird wie es früher war.

 

Wir können heute mit 100%iger Sicherheit sagen, das Internet wird es weiter geben, es wird vielleicht seine Erscheinung ändern, mehr aber nicht.

Und so wird der Lokaljournalist, er ist ja der letzte in der Nahrungskette, finanziell und personell immer weiter wie eine Zitrone ausgepresst. Hat der Lokaljournalist denn eine Zukunft als „Litfaßsäule“, an der man Veranstaltungen, Angebote oder Ankündigungen erfahren kann? Nein, über kurz oder lang braucht man die Form nicht mehr. Denn durch eine App oder push-mail könnte man heute schon die vorgenannten Bereiche abbilden, die Anbieter hätten über Wlan/Wifi einen direkten Zugriff auf die App um ihre Angebote aktuell in die App einzupflegen. Mehr noch, der Konsument könnte in Interaktion mit dem Anbieter gehen um inhaltlich seine Häppchen serviert zu bekommen. Das Smartphone wäre die erste Wahl für den Konsumenten von heute. Hinderlich ist zur Zeit in Deutschland das fehlende flächendeckende Breitbandnetz, was andere Staaten ihrer Bevölkerung schon lange vorhalten.

Der Nordstadtblogger Alexander Völkel stellt die neue Printausgabe vor Foto: © Linde Arndt

Was leistet der Lokaljournalist überhaupt?

Er besucht den Kaninchenzüchterverein, die Oma die gerade 95 geworden ist und das Ehepaar welches eine goldene Hochzeit erlebt. Aber welche Zielgruppe fragt solche Informationen noch ab? Wie groß ist sie und wie viel ist sie bereit zu bezahlen. Muss der Lokaljournalist evtl. einen Mehrwert anbieten? Wird der Konsument zeitlebens einen Obolus entrichten um dann mit 95 garantiert eine Veröffentlichung seines hohen Lebensalter in seiner tausend Jahre alten Lokalzeitung zu erwarten? Wohl kaum.

Aber da ist ja noch die Politik. Er besucht die Ratssitzungen und nimmt das Gesagte gottgegeben hin, auch wenn es nicht plausibel ist. Haushaltsrecht, Baurecht oder die Sozialgesetzgebung, dies alles sind für den Lokaljournalisten Bücher mit sieben Siegeln. Der Bürgermeister ist in der Regel ein Fürst in seinen lokalen Gefilden und das von ihm Gesagte ist für den Lokaljournalisten ein Evangelium. Mit der Wirtschaft ist es nicht anders, auch hier schreibt er nur das, was ihm vorgegeben wird. Es wird eine heile lokale Welt gezeichnet die der Lokaljournalist auch noch verstärkt. Manchmal zeichnet er das sogar bis an den Rand einer Karikatur. Man kennt sich und weiß welche Meinung angesagt ist, falls Meinung erwünscht.

Kritische Distanz? Nein. Der Anzeigenkuchen hat eine bestimmte Größe und die will verteilt werden, wie passt da das Internet rein. Verteilungskämpfe in der heilen Welt tun sich auf, zum Schaden der Kommune.

Warum das alles? In der Regel ist der lokale Journalist nicht auf die Facetten die eine Kommune zu bieten hat vorbereitet. Auch die Hintergründe die zu einer politischen Entscheidung führen, kann er nur erahnen. Eine gute Ausbildung wäre jetzt von Nöten, die aber kostet, die der Verlag nicht bereit ist zu tragen. So macht der Lokaljournalist seinen Job, mehr nicht.

Und dafür will er mehr Geld haben? Wo ist der Mehrwert den er bereit ist zu geben?

Um noch einmal die Glaskugel zu bemühen, in ihr steht, in 10 Jahren wird es keinen Lokaljournalisten oder eine -redaktion mehr geben. Die kleinen Städte bis 50.000 Einwohner werden von den Oberzentren journalistisch versorgt werden. Der Kanichenzüchterverein, die 95 jährige Oma aber auch der Stadtrat wird in den Newspapern nicht mehr vorkommen. Die Kleinstadt muss dann zahlen, wenn ein Journalist über sie berichten muss. Es sei denn, jemand fackelt das Rathaus ab; denn das ist eine wirkliche Breaking News.

Hört das jammern auf, packt Euer Schreibzeug ein und versucht als Öffentlichkeitsarbeiter in den großen Firmen unterzukommen. Oder ja,  wenn dieser Journalist etwas mehr Selbstbewusstsein hat, sollte er einen Blog aufmachen und sich mit anderen Bloggern zum Informationsaustausch zusammenschließen. Oder vielleicht selber eine App zu konstruieren?

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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Dortmund

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