Beim Essen spart man nicht, schon gar nicht bei Kindern

[jpg] Meine Mutter hatte eine einfache Devise im Bereich der Ernährung ihrer Kinder: Beim Essen wird nicht gespart, schon gar nicht bei den Kindern. Die zwingenden Argumente meiner Mutter waren: Gesunde Kinder bedürfen einer guten Ernährung. Nicht das meine Mutter beim Feinkostladen einkaufte, nein, das konnten wir uns nicht leisten. Das Brot wurde beim Bäcker gekauft, wobei das Brot einen Tag alt sein musste. Obst und Gemüse auf dem Markt dort kamen die regionalen Obst- und Gemüsebauer hin um ihre Waren zu verkaufen. Butter, Käse und Milch wurde nebenan beim Einzelhändler gekauft. Sie kannte alle Händler, kannte ihre Vorzüge und wusste die Lebensmittel für sie richtig auszuwählen. Kurz, sie lebte nach ihrer frei gewählten Devise, ihren Kindern eine gute Ernährung zu kommen zu lassen. Uns Kindern war das manchmal peinlich, wenn sie meinetwegen auf dem Markt misstrauisch die Schnittfestigkeit der Tomaten überprüfte.
Meine Mutter hat alle diese Regeln von ihrer Mutter gelernt und gab sie an ihre Kinder weiter und wenn ich heute meine Tochter beobachte mit welcher Sorgfalt sie mit den Lebensmitteln umgeht, denke ich immer an meine Mutter. Es ist gut geworden und sollte sich nicht ändern.
Was soll sich nicht ändern? Der Bäcker, Metzger und Gemüsebauer ist heute im Supermarkt zu Hause. Obst und Gemüse, alle Sorten, gibt es das ganze Jahr über. Wenn sich über Deutschland der Winter legt, wird in Chile oder Australien die Obsternte angegangen. Muss sich da nicht auch unser Verhalten geändert haben? Ja und nein. Ja, weil auch ich mir im Winter gerne eine Schale Erd- oder Himbeeren zu Gemüte führe. Aber nein, weil ich auch heute noch die größte Sorgfalt und Aufmerksamkeit bei der Gestaltung des häuslichen Speiseplanes aufwende. Das hat etwas mit Verantwortung zu tun, die ich gegenüber anderen als Vorbild und mir selber gegenüber auszuüben habe. Das Wissen welches man von den Eltern mitbekommen hat, das man mit den eigenen neueren Erkenntnissen anreichert und an Andere weitergibt. So gehe ich auch heute noch in Restaurants in denen die angebotenen Gerichte einen angemessenen Preis haben und ich weiß wer meine Gerichte zu bereitet.

Jetzt werden Sie sicher sagen: Was soll das? Nun, am 1.Juni fand eine Sitzung des Hauptausschusses statt.
Unter TOP 7 wurde die Beschlussvorlage 187/2010 "Reichenbach Mensa" behandelt.
Und wie das nun bei unserer Verwaltung so ist, ist solch eine Vorlage mit größter Sorgfalt zu lesen um den Tenor der Vorlage zu erfassen. Auch sollte man bei unserer Verwaltung immer den Weg zu der Lösung eines Problems im Auge behalten.
Nach Durchsicht der Vorlage muss ich schon sagen, eine verantwortungsbewusste Vorgehensweise mit dem Problem, Ernährung unserer Kinder und Jugendlichen in der Mensa des RGE, ist meines Erachtens nicht zu erkennen.

1.    Es werden zwei Personenkreise der Verantwortlichkeit benannt.
In jedem gut geführten Betrieb liegt die Verantwortung immer in einer Hand.
In der Vorlage wird von 4 – 5 Personen, plus weitere aus Fremdbetrieben, gesprochen.
In einem Nebensatz wird sodann die Verantwortung dem Fachbereich 4 zugeführt. Wie soll das gehen? Fährt Herr Müller höchstpersönlich morgens um 5 Uhr auf einen Großmarkt um die Lebensmittel einzukaufen? Die Strukturen einer Mensa ähneln dem eines gastronomischen Betriebes. Und da sind die Verantwortlichkeiten klar festgelegt.

2.    Der Einzelpreis einer Mahlzeit (Vollwert-Essen!!) ist sehr gering angesetzt  € 2,60 ( € 3,40 bei Fremdvergabe), das erscheint sehr gering und deutet nicht gerade auf Qualitätslebensmittel hin. Bekannt ist, dass es erhebliche qualitative Unterschiede im Bereich der Lebensmittel gibt. Letztendlich macht sich das auch im Einkaufspreis bemerkbar. So sinkt der Nährwert von den meisten Lebensmitteln mit der Dauer der Lagerung und tendiert ab einem bestimmten Zeitpunkt gegen Null. Aber diese Lebensmittel werden bis kurz vor dem Zeitpunkt des Verfalls verkauft. Ein frischer knackiger Salat ist eben teuerer als ein fast welker Salat, beide gelangen aber noch in den Verkauf.
3.    In der Sitzung wurde erwähnt, dass der Caterer, also die Fremdküche, evtl.  mit einem Subcaterer arbeitet. Bekannt sollte aber sein, dass in Europa inzwischen, bedingt durch die technische Möglichkeit des Gefrierens, in einigen Ländern billigst Mahlzeiten produziert werden, die teilweise qualitativ jenseits von Gut und Böse sind.
Die zu Recht hohen deutschen hygienischen Standards im Bereich der Gastronomie sind in anderen Ländern nicht gegeben. Um diese aber durchzusetzen, wäre nach dieser Vorlage ein Kontrollsystem zu installieren, welches die Kosten in die Höhe treiben würde. Bakterien und Viren sind nun eben mal nicht mit dem bloßen Auge sichtbar.
4.    Im Bereich der Ausgabe wird ein Kassensystem angedacht. Diese Systeme sind sehr verwaltungsaufwendig und in einer Zeit, wo bargeldlose Bezahlung üblich ist, nicht mehr zeitgemäß. Abgesehen davon könnten mit der Kartenlösung mehrere Probleme gelöst werden. Ich denke mal an das Problem der Kinder und Jugendlichen, die finanziell nicht in der Lage sind den Preis zu entrichten aber auch ernährt werden sollten. Über eine Karte kann dieses Problem elegant gelöst werden.
5.    Die DGE hatte einmal die Forderung 5 Mahlzeiten pro Tag aufgestellt, die angedachte Lösung trägt dem aber in keinster Weise Rechnung.
6.    Was eine vollwertige, schmackhafte Ernährung ist, scheint der Verwaltung offensichtlich nicht bekannt zu sein. Sie verliert sich da im Ungefähren.
7.    Geradezu grotesk wird es bei der Angebotsannahme von 50 Snackgerichten und 50 Pizzen. Warum nicht auch das Angebot von Pommes  rot/weiß und Döner mit andenken? Das Zubereiten von Essen hat auch immer etwas mit Erziehung zu tun, sprich, man sollte sich schon für eine klare Linie einer gesunden Ernährung entscheiden. Und weil diese klare Linie nicht vorherrscht haben wir das Problem der vermehrten Übergewichtigkeit von Kindern und Jugendlichen  mit allen seinen negativen Folgen. Heute weiß man, dass viele Krankheiten eine Folge von falscher Ernährung sind. 

Insgesamt zielen die Verwaltung und der Rat mehr auf die Kostenseite, frei nach der Devise. Geht es noch billiger? So kann man nicht an dieses Problem heran gehen, dass verlagert zwar die Verantwortung löst aber nicht das Problem einer guten vollwertigen Ernährung.  Wenn bei der Produktion der Essensportionen etwas passiert ist die Verwaltung fein raus.
Im Rat der Stadt haben wir einen Herrn Hustadt bei den Bündnisgrünen, dieser ist gelernter Koch, warum dieser keinen Aufschrei von sich gegeben hat, verstehe ich nicht. Dann sind im Rat sicher auch Eltern, denen ich zutraue auch für andere Kinder und Jugendliche zu sprechen, warum sie aber solch ein Konzept durchlassen ist für mich nicht nachvollziehbar.

Die Herangehensweise an dieses Problems sollte sein: Ich definiere, dass ich eine vollwertige Ernährung für die Schule aufbauen will ohne wenn und aber. Daraus folgt das personelle Anforderungsprofil an die Mensa und da sollte es klar sein, dass das Personal aus eigenen Kräften bestehen sollte. Das Auslagern der Produktion bedeutet auch immer ein Auslagern von Verantwortung. Und die Verantwortung für solch einen sensiblen Bereich sollte grundsätzlich im eigenen Hause verbleiben. Lager ich die Verantwortung aus, so sollte ich auch bereit sein die Verantwortung für die Risiken zu übernehmen und einzuplanen. Das heißt ich bin damit einverstanden, dass es bei der Produktion und Lieferung von Essensportionen zu qualitativen Einschränkungen, ja sogar, zu gesundheitlich bedenklichen Lieferungen kommen könnte.
Das muss nicht zu direkten gesundheitlich nachweisbaren Einschränkungen oder Krankheiten führen, könnte aber bei dementsprechenden Lieferungen langfristig zu gesundheitlichen Schädigungen führen.
Das Denken in der Kategorie "Billigst" ist in diesem Bereich ein fatales Denken und zeigt das mangelnde Verantwortungsbewusstsein der Stadtverwaltung. Als verantwortungsvolles Elternteil würde ich bei solch einer Vorlage schon einmal den alten Henkelmann aus dem Keller holen und meinem Kind ein dementsprechendes Gericht mit geben. Ich weiß, der Henkelmann ist nicht mehr das "Gelbe vom Ei", dient aber zur Verdeutlichung, dass ich die Verantwortung für mein Kind nicht in die Hände dieser Mensa abgeben würde.

Und jetzt kommen wir wieder zu meiner Mutter, die mir beibrachte das Lebensmittel und der Umgang mit diesen, etwas mit Leben zu tun hat. Denn warum wohl heißt es Lebensmittel?
Und Leben heißt auch Verantwortung übernehmen, Verantwortung für sich und für Andere.
Und das ist es was ich an dieser Vorlage vermisse, dass die Stadtverwaltung und der Rat der Stadt Verantwortung übernehmen wollen.

Entsetzt bin ich über das Verhalten der Bündnisgrünen Hofmann&Hofmann, gerade diese Partei müsste gegen eine Fremdvergabe stimmen. Denn dies ist eine Domäne dieser Partei, der Bio Gedanke kam einmal aus dieser Partei. Haben die denn alles über Bord geworfen? Wofür sind die eigentlich auf der Selbstverleugnungsspur? Auch Frau Dr. Siekermann, die mich seinerzeit mit ihrem Schwarzbrotrezept überrascht hat, müsste halt gesagt haben. Aber diese ganze unselige und unfertige Vorlage steht ja noch zur Abstimmung im Rat der Stadt. Ich bin schon heute gespannt auf die evtl. anstehende Diskussion.

Was der Hinweis auf den nicht genehmigten Haushalt betrifft ist für mich nicht nachvollziehbar. Denn der Kreis muss eben mittels einer Duldung angegangen werden, für den Kreis ist dies ein ganz normaler Vorgang und wird sicherlich positiv beschieden. Wenn der Kämmerer etwas die Finger fliegen lassen würde, wäre entweder der Haushalt schon durch oder ein Haushaltssicherungskonzept schon längst aufgestellt. Dieses ewige Genörgel gegen den Kreis sollte die Stadtverwaltung unterlassen. Der Ball liegt nun einmal im Spielfeld der Stadtverwaltung.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

Print Friendly, PDF & Email
21 Kommentare
  1. Sascha Hertel says:

    @Herr Gerhardt

    Ich habe noch einige Ergänzungen zu ihrem Artikel (aus der Praxis).

    Das „Cook and Chill“ System kommt schon sehr nah an „frischgekochtem „Essen ran. (Was ja für die Mensa vorgesehen ist).
    Bei dieser Methode wird das Essen zubereitet und dann mit hohem Energie Aufwand runter gekühlt dadurch wird ein weiter garen unterbunden, beim Erwärmen werden die Speisen sehr kurze Zeit mit hohem Energie Aufwand erhitzt.
    Das Resultat schmeckt wie frischgekochtes Essen und hat auch den selben Vitamin Gehalt.
    In der WR stand aber das sich Herr Hustadt für eine Ernährungsampel eingesetzt hat und die Ausgabe von Fastfood sehr kritisch gesehen hat , ebenso hat er sich gegen das Outsourcing ausgesprochen (stand auch in der WR) und wollte die Essensverteilung und die Zubereitung der kalten Speisen (Salate und Desserts) durch eigene Leute erledigt haben.
    Warum allerdings die beiden Hofmanns im Hauptausschuss wider ihr Ding durchgezogen haben, erschließt sich mir nicht mehr.
    Wenn man die WR oder die Infokästen der Grünen liest , nimmt man nur noch den Herrn Maier-Stoye und den Herrn Hustadt war.

    Der Preis von 2,60/3,40 Euro erscheint zu niedrig ,ist aber in den heutigen Großküchen normal.
    Das spricht nicht gegen die Qualität des Essens, da riesige Mengen eingekauft werden (Mengenrabatt) es ist ein unterschied ob man 1 Kg Tomaten kauft oder 500Kg!
    Da kann man den Preis drücken!
    Außerdem wird heutzutage in Einkaufs-verbünden eingekauft, dadurch steigt der Mengenrabatt noch weiter.
    (Das bedeutet mehrere Küchen/Caterer kaufen gemeinsam bei einem Anbieter ein)
    Ich bin in einer Universität Mensa beschäftigt, wir arbeiten ungefähr mit den gleichen Preisen.
    Und zaubern auch gesundes Schmackhaftes Essen auf den Tisch.
    Auch haben wir schon lange das von dem Herrn Hustadt angeregte Ernährungsampel System, was sich bei uns gut bewährt hat.
    Es ist nun mal eine traurige Tatsache das eine gesunde „Zwangsernährung“ bei jungen Menschen nicht gut ankommt, aber mit der Ernährungsampel können die jungen Menschen selber entscheiden.
    Und es funktioniert, der Verbrauch an Fastfood ist seid dem bei Uns stark Rückläufig.
    Für viele junge Menschen ist eine Pizza mittlerweile ein Highlight, was man sich nur einmal in der Woche gönnt.
    Ansonsten sind „Frontcoocking“ Gericht sehr gefragt!
    Das sind Gericht z.b. aus dem WOK mit viel Gemüse.

    In der Vorlage (Ratsinfosystem-Schulausschuss) steht aber drin das bargeldlose Bezahlung angedacht ist, oder hat sich mittlerweile geändert?

  2. Doreen Krug says:

    Ihre grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Ernährung finde ich richtig, mit meiner nachfolgenden Anmerkung möchte ich davon nichts in Frage stellen.

    Die Verwaltung hat die Beschlussvorlage „Reichenbach Mensa“ auf der Grundlage von Vorgesprächen mit den Schulgremien erstellt. Da Verwaltung und Schulgremien kontroverse öffentliche Diskussionen vermeiden möchten, wird die Beschlussvorlage keine echten Streitpunkte mehr enthalten. Bereits in den Jahren vor dem Neubau der Mensa wurde Mittagessen durch einen Caterer angeliefert, dieses erprobte „System“ soll offensichtlich fortgeschrieben werden. Im Rat wird, so vermute ich, niemand aufmucken (auch die Bündnisgrünen nicht!), um den (Schul-) Frieden zu wahren. Durchwinken ist angesagt.

  3. Redaktion
    Redaktion says:

    Während des Kommunalwahlkampfes 2009 wurden in einem Interview die Kandidaten befragt, was sie denn gerne essen würden.
    Wilhelm Wiggenhagen fand ein „halbes Hähnchen“ als das absolut Beste was man ihm vorsetzen könnte. Diese Einstellung scheint bei allen Verantwortlichen vorzuherrschen.

  4. Redaktion
    Redaktion says:

    Etwas grundsätzliches. Bei den Lebensmitteln geht es nicht nur um Vitamine. Sondern es gibt die Bereiche Mineralstoffe und sekundäre Inhaltsstoffe.
    Ich nehme mal Ihre Tomate als Beispiel. Wenn ich die Tomate von einem Strauch abnehme, sachgerechter Anbau unterstellt, und sofort verzehre, habe ich 100% der vorgenannten drei Bereiche meinem Körper zugeführt – optimal. Wenn ich diese Tomate jedoch ernte und verteile, so hat die gleiche Tomate nach zwei Tagen schon einen Verlust der obigen drei Bereich bis zu 20% erreicht. Der dann erzielte Verkaufspreis ist gleich mit dem Großhandelspreis in den Großmärkten. Und jetzt kommt es, es gibt den von Ihnen angesprochen Großabnehmerbereich, der in seinen Qualitätsanforderungen nicht einheitlich ist. In diesem Bereich kann der Verlust der obigen drei Gruppen bis zu 50% betragen, in der Regel beträgt er jedoch 30%. Weitere Risiken bestehen beim Transport, der Lagerung und weiteren Verarbeitung und Zubereitung. Um also die Mensa, sprich die Ernährung der Kinder und Jugendlichen verantwortungsbewusst zu gewährleisten, muss ich die Lieferanten von Anfang an kennen, sprich Kontrolle.
    Und jetzt kommt die Bemerkung von Herrn Müller. Der sagte nämlich, dass er in Verhandlung mit einem Caterer ist, der auch evtl. einen Subcaterer habe. In unserem heutigen Wirtschaftssystem kann ich meinem Lieferanten und Vorlieferanten nicht unterstellen, er wird es schon richtig machen, das ist verantwortungslos. Und noch eines, Fehler in der Ernährung wirken sich nicht sofort aus, vielmehr wirken die sich erst Jahre später aus. Denken Sie einmal an die vielen Zivilisationskrankheiten, die unser Gesundheitssystem in erheblichem Maße unser System belasten, das waren alles einmal Fehler durch unzureichende Ernährung.
    Und jetzt kommen wir zu dem Preis, der Ihnen als normal erscheint und mir zu niedrig ist. Niedrig deshalb weil es in unserem System auch einen angemessenen Preis gibt. Wenn ich durch Zusammenschluss den Einkaufspreis „drücke“, so muss ich mich nicht wundern, wenn die Produzenten dieser Produkte die Qualität der Produktion verändern, um auf solch einen Preis zu kommen. In diesem Zusammenhang wurde mir ein Preis von rund € 5,–/Pro Gericht genannt, was mir auch als angemessen nach dem Gespräch erschien.

    Zu guter Letzt zu Ihren Einlassungen zu einer gesunden „Zwangsernährung“ bei jungen Menschen.

    Es ist für mich geradezu grotesk wenn ich die Entscheidung über eine gute Ernährung denen überlasse, die das Wissen nicht haben.
    In einem Erziehungssystem, sei es Elternhaus oder auch Schule, übermittele ich doch Regeln und Normen, die mir als Erwachsener, sei es Eltern oder Lehrer und auch Politiker, eine Verantwortung zuschreiben. Sie können doch die Ihnen zugeschriebene Verantwortung nicht auf dem Markt der Beliebigkeit abschieben. Weil die jungen Menschen krank werden wollten, habe ich mich dem Votum gebeugt?
    Wenn ich ein Ziel erreichen will, von dem ich überzeugt bin, dass es gut ist, so muss ich eine Strategie erarbeiten um dieses Ziel zu erreichen. Erreiche ich das Ziel nicht, so habe ich eine falsche Strategie.
    Der Ernährungsbereich ist ein höchst sensibler Bereich und erfordert Entscheider die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und dies war in der Sitzung des Hauptausschusses nicht gegeben. Die mir vorliegende Vorlage ist durchzogen von Ungereimtheiten, Widersprüchlichkeiten, Allgemeinplätzen und Wunschdenken. Ich hätte diese Vorlage der Verwaltung um die Ohren geschlagen.

    Die Frage lautet demnach NICHT, was wollen die jungen Menschen, sondern sie lautet: Was will ich als verantwortungsbewusster Entscheider. Ich will eine „Gesunde Ernährung“ für die mir anvertrauten Menschen. Und dafür bedarf es eines ambitionierten, sachlich fundierten Anforderungskatalogs der dem Ziel, gesunde Ernährung, gerecht wird.

  5. Sascha Hertel says:

    @Redaktion
    Dem steht die Praxis entgegen.
    Wenn ich „nur“ gesunde Mahlzeiten anbiete dann dauert es nicht lange bis die jungen Menschen zum Handy greifen und sich ihre Pizza…etc selber bestellen.
    So was nennt man Angebot und Nachfrage.
    Und ihre Mensa würde Kunden verlieren.

    Ihr Beispiel mit den Tomaten entspricht nicht ganz der Wirklichkeit, das frische Gemüse wird vom Gemüsehändler direkt in die Küchen geliefert.
    Diese Gemüsehändler haben meistens feste Lieferanten (Landwirte).
    Die von mir erwähnte Einkaufs-verbünden gelten für Fleisch/Fischprodukte und TK-Waren.

    Das es sich in der Regel nicht um Hand gepflückte Strauchtomaten aus Mittelitalien handelt ist klar, wer soll das bezahlen?
    Ihre Preisvorstellengen von 5 Euro pro Mahlzeit sind ziemlich unrealistisch.
    Wenn man das Frühstück ,Mittagessen + Vorspeise und Dessert mit einrechnet käme man auf 7 Euro.
    Das wären dann 35 Euro pro Woche und 140 Euro im Monat, wer würde/könnte das bezahlen?
    Ich würde ihre Preisvorstellungen begrüßen, aber die Realität sieht leider anders aus.
    Man muss Kompromisse eingehen.
    Die Qualität der Produkte wird übrigens kontrolliert und bei nicht Einhaltung wird die Ware zurück geschickt.
    Man muss dann zwar improvisieren, aber darum steht auch unter fast jedem Speiseplan „Änderung Vorbehalten“.
    Ebenso gelten in Großküchen sehr strenge Hygienebestimmungen
    Das Gemüse wird in der Regel in TK-Form angeliefert, das hat den Vorteil das alle Vitamine noch enthalten , da es nach dem Ernten sofort frisch eingefroren wird.
    Viele Großküchen verwenden TK-Gemüse das hat den Vorteil bessere Lagermöglichkeiten und Qualität.

    Die in unserer Mensa eingeführte Ernährungsampel hat natürlich auch einen erzieherischen Effekt.
    Der Junge Mensch sieht das es nicht Gesund ist Kohlenhydrat/Fettreiche Mahlzeiten zu sich zu nehmen.
    (diese sind Rot gekennzeichnet)
    Das ist auch Erziehung.
    Was glauben sie welche Gerichte seid dem am meisten gefragt sind ?
    Salatteller, Wok-Gerichte, Vegetarische-Gerichte.
    Der Verzehr von Fast-Food ist seid dem rückläufiger.

    Das Sie sehr hohe Ansprüche haben ist für mich OK.
    Aber die Realität sieht leider anders aus.

  6. Redaktion
    Redaktion says:

    Ich habe da einen anderen Informationsstand. Auch gehe ich ganz anders an das Problem heran. Letztendlich geht es um die Kosten/Nutzen Betrachtung. Und da ist meiner Meinung nach zuviel Anpassung im Spiel.

  7. Redaktion
    Redaktion says:

    Zitat:“Dem steht die Praxis entgegen.
    Wenn ich “nur” gesunde Mahlzeiten anbiete dann dauert es nicht lange bis die jungen Menschen zum Handy greifen und sich ihre Pizza…etc selber bestellen.
    So was nennt man Angebot und Nachfrage.
    Und ihre Mensa würde Kunden verlieren.“

    Dann sollten wir, um keine Kunden zu verlieren, schleunigst Pommes rot/weiß, Pizzen, Mars anbieten.

  8. Sascha Hertel says:

    @Redaktion
    Sie müssen jetzt nicht Ironisch werden.
    Aber in der Praxis ist es nun mal so, fragen sie doch mal in einer Mensa oder Kantine nach.
    Ich bin auch kein Fan von Fast-Food, aber man kann die jungen Menschen nicht dazu zwingen.
    Wenn die Eltern ihren Kindern keine gesunde Ernährung beigebracht haben, dann kann eine Mensa das verhalten nicht grundsätzlich ändern.
    Sie kann es nur beeinflussen (Ernährungsampel).
    Die von Ihnen vorgeschlagene gesunde „Zwangsernährung“ haben wir in unserer Mensa mal auf Wunsch der Uni-Leitung ausprobiert.
    Das Ergebnis war ein Umsatzverlust von 30% ,
    und ein regelmäßiger Besuch des Pizzalieferanten.
    Man kann junge Menschen nicht dazu zwingen, man kann ihnen nur durch Aufklärung gesunde Ernährung beibringen.

  9. Redaktion
    Redaktion says:

    @Sascha Hertel

    Ironie ist ein probates Mittel um den Gesprächspartner von seinen eingefahrenen Argumentationsketten abzubringen.
    Wenn Sie Ihre Unterstellungen unterlassen, wäre der Wegfall meiner Ironie im Bereich des Möglichen.

    Also, ich habe mich schon mit Großküchenleitern unterhalten. In einer guten Erziehung ist niemals, und ich betone dies ausdrücklich, Zwang für mich eine Option.
    Nur wenn Sie sagen, die jungen Menschen würden nicht Ihre Produkte (gesunde Ernährung) abnehmen und Sie sich deshalb einem Anpassungsprozess unterzogen haben, so klingt das für mich wie Aufgabe. Wenn ich aber von einer guten Ernährung, was auch immer das ist, überzeugt (Aus welchem Grund auch immer) bin, so sollte ich mir eine Strategie ausdenken um dieses Ziel zu erreichen.

    Was nun das Ampelsystem angeht, so sollte Ihnen, da Sie im Stoff sind, bekannt sein, dass dieses System zur Zeit weder in Deutschland noch in der EU Kommission eine Mehrheit hat. Die Vorlage, in der eine Ablehnung empfohlen wird, wird demnächst dem EU- Parlament vorgelegt. Dort könnte es noch zu einer Richtungsänderung kommen. Grundsätzlich macht die Lebensmittelindustrie Front gegen diese Ampellösung. Warum wohl? Weil wir qualitativ gute Lebensmittel vorhalten?

    Und jetzt komme ich nochmals zu Ihren Tomaten.

    1. Tomaten sind teilweise so chemisch belastet ( Über Grenzwerte) , wie wollen Sie das in der Produktion erkennen?
    2. Stichwort: Water Foodprint, übrigens wieder eine grüne Domäne. Sie beziehen Tomaten aus Länder die unter Wasserknappheit leiden. Hallo! Mal in nur nach Spanien fahren,nicht nach Mallorca.

    Das sind nur zwei Punkte die heute der Leiter einer Großküche im Blick haben sollte. Die Politik sollte das auf jeden Fall in ihre Überlegungen einfließen lassen. Aber fragen Sie mal im Rat der Stadt, was hinter dem Begriff Water Foodprint steht.

    Wie dem auch sei: Sie schieben Ihre persönlich Verantwortung auf die Marktwirtschaft oder den sozialen und pädagogischen Gegebenheiten. Aber da sind Sie ja dann auch bei der Stadtverwaltung und dem Rat der Stadt.

    Nur zu Ihrem Trost: Es ist schwer vorne weg zu gehen, es schlägt einem der Wind zu sehr ins Gesicht.Hinterher zu gehen ist einfacher, weil die Anderen den Wind aushalten müssen.
    Aber, und das ist wichtig, vorne bekommen Sie ein wettergegerbtes Gesicht und dann empfinden Sie den Wind sogar als angenehm.

    Bleibt noch eine Frage: Was ist bei Ihnen unter dem Begriff Politik zu verstehen?

    Wo ist Ihr Gestaltungswille? Oder ist das Abnicken von irgendwelchen Vorgaben aus der Wirtschaft schon eine politische Handlung?
    Die Wirtschaft will nur Gewinne machen, wobei sie keinen moralischen Vorgaben verpflichtet ist – ist so. Wenn die Politik dann keine Vorgaben macht, so macht die Wirtschaft sich ihre Vorgaben halt selber. Ist das für Sie dann ok?

  10. Sascha Hertel says:

    @Redaktion
    Es ist einfach zu schreiben das man Vorweg gehen soll.
    Aber die Mensa/Kantinen müssen ja von dem was sie Produzieren leben.
    Einen Umsatzeinbruch von 30% ist langfristig nicht zu verkraften.
    Wie ich schon geschrieben habe, ihre Ideen finde ich OK.
    Aber in Praxis gibt es so was wie Angebot und Nachfrage.
    Die Ernährungsampel ist zwar von der EU noch nicht genehmigt, aber was soll einen davon abzuhalten diese nicht einzuführen?
    Der Grund warum sie noch nicht (Offiziell) eingeführt wurde liegt nicht daran weil sie nicht funktioniert, sondern an wirtschaftlichen Interessen der Lebensmittelindustrie.
    Diese dürfte in der EU eine nicht zu unterschätzende Lobby besitzen.

    Das Logo „Water Foodprint“ ist mir bekannt.
    Wird in unserer Mensa auch teilweise umgesetzt.
    Eine 100% Umsetzung ist leider nicht möglich (Wirtschaftlichkeit).
    Außerdem sind die Gemüselieferanten auch nicht immer in der Lage das zu Garantieren.

    Ich bin mit unserer Stadtverwaltung nicht unbedingt konform.
    Es ist Blödsinn alles an Caterer zu vergeben, die dann auch noch Subunternehmer einstellen.
    So was funktioniert in Praxis kaum!
    Man kann vielleicht die die warmen Komponenten dazu kaufen, aber alles andere sollte man mit eigenen Leuten erledigen.
    Außerdem kann ich mir schwer vorstellen wie eine Behörde das alles Koordinieren soll?
    (Keine Erfahrung)
    Ich denke unsere Verwaltung wird in diesem Punkt praktisch richtig „auf die Fresse“ fallen.
    Außerdem wie will sie Pünktlich die Mensa eröffnen?

    Eine Ausschreibung dauert min. 3 Monate, die Lösung es erst mit eigenen (berufserfahrenen) Leuten zu versuchen geht deutlich schneller.
    Und sie hat die volle Kontrolle.

  11. Redaktion
    Redaktion says:

    @Sascha Hertel
    Zitat:“Aber die Mensa/Kantinen müssen ja von dem was sie Produzieren leben.
    Einen Umsatzeinbruch von 30% ist langfristig nicht zu verkraften.
    Wie ich schon geschrieben habe, ihre Ideen finde ich OK.
    Aber in Praxis gibt es so was wie Angebot und Nachfrage.“

    Schon wieder diese Aufgabe und Anpassung.

    1. Angebot und Nachfrage sind beeinflussbar.
    2. Kostensituation einer Mensa passt sich der Nachfrage an. Nachfrage, siehe 1.
    3. Der Umsatzrückgang ist unterstellt und berücksichtigt nicht 1.
    4. Ich kann nicht jede Qualität zu jedem Preis bekommen.

  12. Sascha Hertel says:

    @Redaktion
    Ihnen ist aber auch bewusst das bei dem Speiseplan nicht nur der Küchenleiter der Mensa mitbestimmt, sondern auch die Unileitung und die Studentenvertretung. (bei Schulen ist es ähnlich)
    Sie haben zwar ihre Vorstellungen (die ich begrüßen würde wenn diese Realität wären), aber es ist eine Tatsache das man Kompromisse eingehen muss.
    Und das man Angebot und Nachfrage selber bestimmen kann ist natürlich Blödsinn, man kann sie nur beeinflussen. (Ernährungsampel)
    Frage sie doch mal einen Küchenleiter aus der Großverpflegung, die werden Ihnen das gleiche sagen.
    Auch werden die Ihre Preisvorstellungen ziemlich kritisch sehen, diese ist in der Großverpflegung kaum durchsetzbar.
    Was nützt es wenn man Gerichte für 5 Euro anbietet die keiner kauft?
    Wir haben das alles schon mal ausprobiert.
    Haben sie sich bei Ihrem Artikel vorher mit einem Küchenleiter aus der Großverpflegung unterhalten ?
    Das sie unterstellen das eine Mensa absichtlich ihren Umsatz senken würde, ist ziemlich abenteuerlich.
    Denn die ist auf einen hohen Umsatz angewiesen.
    Eine Mensa wird in de Regel verpachtet, und der Pächter hat natürlich ein Interesse an hohem Umsatz.

  13. Redaktion
    Redaktion says:

    @Sascha Hertel

    Ich glaube jetzt wird Ihr Beitrag unredlich.

    „Zitat, Ihr Beitrag:Und das man Angebot und Nachfrage selber bestimmen kann ist natürlich Blödsinn, man kann sie nur beeinflussen. (Ernährungsampel).“

    Und ich habe vorher geschrieben:

    Zitat:“1. Angebot und Nachfrage sind beeinflussbar.

    Lassen wir das Ganze abbrechen, Sie haben Ihre Meinung und ich habe meine Meinung. Diese meine Meinung wurde durch die Art Ihrer Argumentation noch bestätigt.

    Zitat, Ihr Beitrag:“Eine Mensa wird in de Regel verpachtet, und der Pächter hat natürlich ein Interesse an hohem Umsatz.

    Das sehe ich ein. Damit ein hoher Umsatz generiert werden kann, sollte man die gesundheitlich relevanten Anforderungen an eine gesunde Ernährung unserer jungen Menschen hinten anstellen. Erst kommt der Umsatz und damit das auch einen kleinen Anstrich von vollwertiger Ernährung hat, legen wir dem ganzen Treiben eine schöne bunte Ampel anbei. Das nenne ich mal einen wahrhaften und kompetenten Beitrag zur gesundheitlichen Ernährung der in der Verantwortung von Schule und Politik übergebenen jungen Menschen.

  14. Sascha Hertel says:

    @Redaktion
    Unredlich ist mein Beitrag nicht.
    Er ist nur aus der Praxis.
    In den heutigen modernen Mensa wird schon auf frische Produkte geachtet (was in einer großen Salatbar und dem „Frontcocking“ umgesetzt wird).
    Die Menschen wünschen eine gesunde vollwertige Ernährung, sie lassen sich nur nicht dazu zwingen.
    Das ist der Unterschied zwischen Ihrer und meiner Position.
    Sie setzten auf Zwang, und das funktioniert in der Praxis nicht.

  15. Redaktion
    Redaktion says:

    Entschuldigen Sie bitte, jetzt muss ich wirklich lachen. Sie outen sich als billig Jakob bei der Beschaffung und Produktion von Ernährung und wollen mir das als praxisbezogenes Handeln verkaufen? Und dann unterstellen Sie mir Zwangsmaßnahmen, weil Sie zu bequem sind sich über die Problematik Gedanken zu machen.
    Das ist aber nun hochgradig unredlich.

    Lassen wir hier die Debatte abbrechen. Es macht keinen Sinn zu debattieren wenn Sie noch nicht einmal in der Lage sind die Argumente der Gegenseite aufzunehmen. Und zum parlieren ist mir meine Zeit zu schade.

  16. achdumeineguete says:

    [ gelöscht d. Redaktion. Kein Bezug zum Inhalt]

    Nur weiter so!

  17. Sascha Hertel says:

    @Redaktion
    beenden wir unsere Diskussion.
    Da Sie andere Meinungen (und Erfahrungen) leider diskreditieren.

  18. Redaktion
    Redaktion says:

    Meine Güte Herr Hertel, dass hatte ich Ihnen doch vor 2 Tagen gesagt!
    Aber trotzdem:

    1. War das keine Diskussion, eher eine Debatte.
    2. Diskreditiert haben Sie sich selber, mit Ihren nicht zu ende gedachten Argumenten.
    3. Ihr Versuch mir darzulegen, die Vorlage würde einer Anforderung an eine vollwertige Ernährung für junge Menschen entsprechen, ist Ihnen gründlich misslungen.

    Wissen Sie wenn auf einer Verpackung „Vollwertige Ernährung“ drauf steht,muss nicht zwangsläufig vollwertige Ernährung drin sein. Auf einem Marsriegel steht auch, das die Menschen die dieses Produkt kaufen glücklicher wären. Sie würden das glauben,ich kann darüber nur den Kopf schütteln.

  19. Ein Voerder says:

    Herr Hertel überzeugend waren Ihre Posts aber nicht.
    Darf ich mal fragen ob Sie ein Ratsmitglied sind?

  20. Markus schmidt says:

    @ Readktion
    Ich bin in einem Restaurant beschäftigt.
    Für mich sind die Argumente von Herrn Hertel absolut logisch.
    Es ist so an der „Front“.

    @ Ein Voerrder
    ich lese seid einigen Monaten jeden Morgen EN-Mosaik.
    Einschließlich Ihrer Kommentare, ich vermute mal das sie Ratsmitglied sind.
    Sie haben ein sehr hohes Insiderwissen.
    Herr Hertel schreibt das er seine Informationen aus dem Internet und Zeitung hat, aber bei Ihnen merkt man das Sie mehr Wissen als wir alle.

  21. Redaktion
    Redaktion says:

    Vorab. Die Ampelkennzeichnung, ein Antrag der Grünen, ist im europäischen Parlament abgelehnt worden. Die Industrie hat sich also durchgesetzt. Das bedeutet, dass viele Produkte, auch Fertiggerichte, kein rot sehen werden.

    Herrn Hertels Ausführungen sind absolut logisch, nur in welcher Hinsicht? Wenn man seine Argumente abgleicht, so stellt man fest, er liegt sehr nahe an der Sprachregelung der Nahrungsmittelindustrie. Und ich muss nicht in einem Restaurant beschäftigt sein um kompetent über die Ernährung von Heranwachsenden zu entscheiden. Dann gibt es im Gastronomiebereich erhebliche Qualitätsunterschiede. Auch die Pommesschmieden Feisel und Rose in Ennepetal gehören zum Gastronomiebereich. Und Mc Donald bezeichnet sich auch als Restaurant.

    Wenn man bedenkt, dass rund 20 Mrd. € Jahr für Jahr aus dem Gesundheitsbereich aufgewendet werden um die Folgen von falscher oder unzureichender Ernährung zu behandeln, so sind diese Entscheidungen auf lokaler Ebene als gedankenlos oder auch als verantwortungslos zu bezeichnen. Jetzt können Sie sagen, na und, ich kann es auch nicht ändern. Nur was können die Politiker denn noch ändern, wenn sie sich auf lokaler Ebene keine eigenständigen Gedanken machen können? Wenn sie sich das Wissen über gesunde Ernährung nicht erarbeiten wollen? Wenn sie die Ernährung unserer Heranwachsenden nur unter Kostengesichtspunkte sehen? Dann wäre es doch ehrlicher, wenn sie die Entscheidungen über solche Felder an die Industrie direkt delegieren. Die zahlt sicher auch gerne die Sitzungsgelder.

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.