Alles Emely, oder was?


[jpg] Da flattert mir doch am Sonntag ein bedrucktes DIN A4 Hochglanzprodukt , mit dem ersten Erzeugnis der Dachmarke „Mein Ennepetal“, in den Briefkasten. Das Citymanagement hat [steht übrigens nicht im Rubrum, kein Druck- und Copyvermerk] einen ersten geistigen Auswurf gehabt. Großes Lob, nach 4 Monaten so was auf die Beine zu stellen. Diesmal sogar ein professionelles Layout und Design. Ich geh mal davon aus, dass das alles Ennepetaler Unternehmen waren.
 
„Hier bin ich zu Hause. Hier kaufe ich ein.“ so schreiben die Verfasser. Da fiel mir direkt der Spruch des ehemaligen Stadtmarketing ein, „Geh nicht fort, kauf am Ort“ oder so ähnlich. Schon damals war dieser Spruch von Hilflosigkeit geprägt, nur damals hatte die Stadt keinen Cent locker gemacht und die Händler mussten das alles alleine finanzieren. Nur der Unterschied zu heute, dass Citymanagement hat eine ausgebildete Betriebswirtin und noch 1 1/2 Angestellte, sowie EUR 150.000,– an der Hand.
Einen verkaufsoffenen Sonntag wird es geben, wie immer setzt die Werbung sehr spät ein. Warum? Man kann sich halt nicht auf ein zeitgemäßes Timing einstellen. Wir von en-mosaik mit inzwischen einer Reichweite von rund 40.000, haben zumindest eine Zusammenarbeit signalisiert, wollten aber nicht als Kommanditist zahlen. Unsere Promotionseiten werden inzwischen sehr gut frequentiert. Warum nicht auch eine Non Profit Seite für das Citymanagement, aber nach unseren Bedingungen. Inhaltlich gibt es nicht viel anzubieten als die üblichen Sperenzkes, mit denen man keinen Hering vom Tisch ziehen kann. Eben, Ennepetal like.
 
Unter dem Titel „Verkaufsoffener Sonntag mit Oldtimershow“ wird etwas angeboten was es schon immer gab, und sicherlich jeden Kleingartenverein zur Ehre gereicht, jedoch nicht einer Stadt die angeblich mit einem professionellen Citymanagement ausgestattet ist. Nimmt man die „Einzelhändler“ Lohernockenstiftung und Kinderschutzbund weg, die beide nichts mit dem anvisierten Einzelhandel zu tun haben, bleibt recht wenig was uns die Wirtschaftsförderung zu bieten hat.
 
Ach ja, die Dachmarke „Mein Ennepetal“ , was ist nun mit der Rangemarke und der Monomarke, die ja immerhin im Rahmen eines Marketingkonzeptes dazu gehören. Ich meine die Betriebswirtschaft hat offensichtlich ganz andere Lehrpläne, die sie an Ennepetaler Verhältnisse anpassen sollte. Dachmarke
wäre meinetwegen wie VW, die Rangemarken Skoda, Audi, Porsche und Seat und die Monomarken wären die einzelnen Modelle. Übertragen auf „Mein Ennepetal“ als Dachmarke, müsste analog die Rangemarke Milspe sein und die Veranstaltung, die Monomarke „Inne Milspe“ mit eigenem Slogan; denn in  Voerde bin ich ja auch zu Hause und kaufe dort ein. Macht Sinn, warum aber wird das nicht auch so konzeptionell umgesetzt? Das ist eben ein Problem von theoretischer und praktischer Betriebswirtschaft. 

 

 

Abgesehen davon, dass die Etablierung einer Dachmarke eine sehr lange Zeit benötigt, die die vorgegebene Zeitspanne des Citymanagement von drei Jahren nicht hergibt. Oder wollen Frau Drees und der Gevelsberger  Wiggenhagen ein Fass mit EUR 150.000,– aufmachen, für das es noch keinen Boden  gibt? So wie bei den GmbH und Co.KG´s, Haus Ennepetal, Platsch und ZET, wo man bis heute keinen Boden sehen will oder kann? Mein Eindruck, es soll über die Hintertür jemand unbefristet eingestellt werden, den wir sodann nicht mehr los werden, weil er soooo viel für Ennepetal leistet, dass wir ihn nicht mehr entbehren können. So werden von Anfang an wieder die gleichen handwerklichen Fehler gemacht, bis auch der letzte Rest von Vertrauen und Hoffnung zerstört ist, der bei dem Bürger noch vorhanden sein sollte,damit auch der letzte Konsument in die umliegenden Städte flieht.

 
Noch ein Wort zur Statik und Dynamik. Es ist nur ein einziges dynamisches Element auf der Vorlage zu finden, für einen Neuanfang also einen Aufbruch braucht es aber schon mehr. Aufbruchstimmung braucht Bewegung aber auch Vorbereitung.
 
Na gut, Emely und andere sind die Sympathieträger der Dachmarke, nur was für ein Transfer soll damit ausgelöst werden? Das Ennepetaler sympathisch sind? Das wir Ennepetaler nichts gebacken kriegen? Oder sollen wir selber erst einmal eingelullt werden? Wenn jetzt ein Gevelsberger oder Schwelmer hier zu uns kommt, er findet doch nichts vor was er kaufen könnte. Abgesehen davon, das wir die Auswärtigen allem Anschein nach ja  nicht wollen. Und die Oldtimer, die waren doch teilweise am Industriemuseum schon vor 14 Tage zu bewundern. Frau Nachbarin machte doch schon eine Fotosession mit unserem guten „Wilhelm das Brot“. Wieder wird eine Erwartungshaltung aufgebaut die die Organisatoren nicht halten können, die aber einen Besucher frustrieren werden. Die vielen kulinarischen Leckereien, wie Bratwürste, Pommes, Reibekuchen usw. die kann ich mir auch überall holen.
Und wie Emely Sophie aussieht, nämlich lebenslustig, macht die sich in 18 Jahren auf, diese Stadt zu verlassen, wie Andere vor ihr, denn die will nicht in diesem Dorf versauern.
 
Na gut, Emely Sophie, ich hol schon mal den Wagen und wir machen dann ein Fass in Düsseldorf auf, sag Deinen Eltern Bescheid, die nehmen wir mit. Und dort treffen wir sicher, wie immer, viele Ennepetaler.
 
 
Jürgen Gerhardt
 
 
 

 

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1 Antwort
  1. Beate Müller says:

    Ja da kann man wirklich nur staunen. Allerdings ist ja von Herrn Pütz noch eine große Überraschung für Sonntag angekündigt worden, also warten wir erst einmal bis Sonntag. Obwohl, wie groß muss die sein, um das nicht wirklich vorhandene Konzept wettzumachen?

    Selbst die Betreiberin des Forums hat sich in ähnlicher Form am 5.8.09 22:53 Uhr mit dem Titel “Die Füchse sind tot – es lebe die Dachmarke” darüber ausgelassen und beendete ihren Beitrag mit den Worten;
    “Es gibt wieder nur Einzelaktionen mit hochtrabendem Namen – von einem Konzept keine Spur.
    Schade, schade, wieder nichts gelernt!”

    Da muss ich sowohl Ihnen Herr Gerhardt, als auch Frau Schulte-Passlack völlig zustimmen.

    Beate Müller

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