Theater an der Volme

30.07.2011 (Radio58 / HL.)

Vor wenigen Monaten, als das Projekt „Theater an der Volme“ vorgestellt wurde, da sah man ihn noch im „Künstlerzwirn“ mit Künstlerhalstuch. In der letzten Juliwoche trifft man ihn in seinem „Baby“ in der überzeugenden Rolle des leibhaftigen Handwerkers an; mit „Micky-Mäusen“ (Gehörschutz) auf den Ohren und mit Arbeitshandschuhen. Mit stolzem und strahlenden Lächeln und verschmitztem Humor präsentiert er mir, wie weit mittlerweile sein „Baby“ fortgeschritten ist – Dario Weberg. Wir erinnern uns: Zusammen mit seiner Frau, Indra Janorschke (gleichfalls Schauspielerin) hat ihn die Idee gepackt, aus der sogenannten alten „Kapelle“ auf dem Hagener Elbers-Gelände ein kleines aber feines Theater entstehen zu lassen. Für einige eine durchgeknallte und waghalsige Idee, andere wiederum sehen darin eine innovative Idee, der Respekt zu zollen ist. Aus der Idee ist schnell mehr geworden. Bereits Anfang September gibt es die Premiere mit „Heute Abend: Lola Blau“ und dann nimmt das unterhaltsame und anspruchsvolle Programm seinen Lauf. „Ein Zurück gibt es nicht mehr“, freut sich Indra Janorschke regelrecht, die sich „ganz nebenbei“ auch um die Organisation und das Kaufmännische kümmert. Seit dem Vorverkauf-Start Anfang Juni sind schon viele Karten verkauft und es gibt sogar schon ausverkaufte Vorstellungen. Neben der Premiere und Klassikern wie Loriot und Heinz Erhardt liegt auch ein Interessenschwerpunkt auf dem Theater-Dinner, einer hoch interessanten Event-Idee des neuen Theater an der Volme, verrät mir Indra Janorschke. Immer wieder kommen Interessenten, die Karten im Vorverkauf erwerben möchten. Sie hätten über Flyer den Weg zu dem neuen Theater in Hagen gefunden, andere wieder sind beim Hagener Muschelsalat auf die neue Kulturstätte aufmerksam geworden, erzählen sie. Und sie haben alle eines gleich: sie wollen einen kleinen Blick erhaschen, wie weit denn nun das Theater schon gediehen ist. Sonst hätten sie ja auch den fast bequemeren Weg der telefonischen Buchung wählen können. Und den beiden frisch gebackenen Theaterbesitzern ist es keineswegs peinlich oder unangenehm, dass noch alles im Bau ist. Schließlich sind sie es, die zusammen mit den Handwerkern und Fachleuten etwas in einem historischen Gebäude entstehen lassen, für das viele Menschen über viele Jahre hinweg keine richtige Bestimmung fanden. Bühne und Zuschauerraum enstehen gerade. Es riecht nach frisch bearbeitetem Holz, Sägen kreischen in mehreren Ecken der Räume, die bald mit viel Leben gefüllt sein werden. Viel wurde in den vergangenen Wochen bereits umgebaut. Zusätzliche Treppen eingebaut, Notausgänge eingerichtet, zusätzliche Fenster wurden ebenso geschaffen, wie zusätzliche Räume und Toiletten. Eine aufwändige Heizungsanlage wurde installiert. Ein Durchbruch zur direkt angrenzenden Tiefgarage war unumgänglich um auch einen barrierefreien Zugang zu schaffen, und die Liste der räumlichen Verwandlung ließe sich an dieser Stelle noch lange fortführen. „Hier finden demnächst 100 Zuschauer ihren Platz“, mit diesen Worten klopft Dario Weberg auf eine große Holzkonstruktion. „Alles statisch berechnet“, sagt Weberg. Und warum werkelt der Schauspieler nun hier selbst mit herum? „Warum ich das hier mache? Das hier ist ja mein Baby, und das will ich selbst mit gestalten und schaffen“, sagt Weberg. Außerdem habe es den positiven Nebeneffekt, dass er im Falle des Falles auch selbst genau wisse, wo etwas repariert werden müsse. Man liege gut im Terminplan, sagt Indra Janorschke. In den nächsten Tagen werden die Räume schwarz gestrichen und auch der Teppichboden wird verlegt. Und dann? Dann starten bereits Anfang August die Theaterproben. Dann wird man Dario Weberg wieder in einem anderen Outfit erleben, nämlich so wie ihn bereits viele Menschen kennen, als den beliebten Schauspieler. Und auch Indra Janorschke wird dann neben dem Part der Organisatorin wieder auf den Brettern stehen, die die Welt bedeuten. Diesmal, zum ersten Mal in ihrem Leben, auf den eigenen. Und bis zur Eröffnung am 8. September werden beide bewiesen haben: sie haben neben den schauspielerischen viele weitere Talente, sie sind nicht nur auf der Bühne Verwandlungskünstler und sie sind sich nicht zu schade, wenn es darum geht etwas anzupacken.

Karten im Vorverkauf gibt es übrigens an jedem Montag und Donnerstag zwischen 12 bis 17 Uhr direkt im Theater an der Volme auf dem Hagener Elbers-Gelände, in vielen Vorverkaufsstellen und telefonisch unter 0231/5844819. Im Internet finden Sie das junge Theater unter www.theaterandervolme.de 

Indra Janorschke im Radio58-Gespräch hören Sie hier (klick)

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Zwei Herzen und zwei Seelen für’s „Theater an der Volme“

Indra Janorschke und Dario Weberg sprühen vor Ideen

(Radio58 / HL.) „Es gibt viele gute Zeichen, zum Beispiel gab es seit unserem ersten Besuch hier auf dem Elbersgelände bei allen wichtigen Terminen strahlenden Sonnenschein“, sagt Dario Weberg mit einem freudigen Lächeln. Und so ist es auch an diesem Mittwoch, dem 25. Mai, an dem die erste Pressekonferenz zum neuen „Theater an der Volme“ stattfindet. Die Sonne durchflutet das historische als „Kapelle“ bezeichnete Gebäude durch die Fenster und Oberlichter. Noch sieht es eher rustikal aus. Und trotzdem spürt man instinktiv wie viele Ideen hier darauf warten, umgesetzt zu werden. Um das Jahr 1840 wurde das massive Gebäude erschaffen und diente seinerzeit als Pumpenhaus für die damalige Textilfabrik Elbers. Seitdem die alten Elbershallen Zug um Zug in eine Freizeit- und Kulturstätte umfunktioniert wurden, wurde auch viel in die sogenannte Kapelle investiert; mit Bedacht. Denn lange suchte man nach einer würdigen, passenden und innovativen Bestimmung für die „Kapelle“, so Elbershallen-Manager Christian Isenbeck.

„Was einem geht zurück, soll man rechnen als ein Glück“, sagt der Volksmund. Und so war es einerseits für das Schauspielerpaar Indra Janorschke und Dario Weberg keine gute Nachricht, dass sie ihre Idee vom eigenen Theater nicht, wie geplant, im Bergischen Wuppertal umsetzen konnten. Andererseits war es für sie selbst, aber auch für die Elbershallen eine glückliche Entwicklung, dass sich das Künstlerpaar nach Hagen orientierte, via Internet auf die Immobilie stießen und bereits beim ersten Besuch, das fanden was sie gesucht haben. Liebe auf den ersten Blick und die Chemie zwischen Manager Christian Isenbeck und den beiden Dortmunder Künstlern stimmte auch sofort. Dabei war es nicht die „Kapelle“ als solches, die Indra Janorschkes und Dario Webergs Orientierung nach Hagen blicken ließ. Die mit der Lage der Volmestadt und ihrem Einzugsgebiet verbundenen Möglichkeiten waren es. Denn seit vielen Jahren touren die Schauspieler durch ganz Deutschland und auch durch nahe Regionen, wie z.B. das Sauerland. Wer die Beiden mit ihrer lebensfrohen, leidenschaftlichen, positiven und offenen Art kennenlernt, merkt schnell warum sie so beliebt sind. Und so gab es gerade von Menschen aus den angrenzenden Regionen immer wieder Anfragen, wo man sie wieder auf der Bühne erleben kann. Jetzt könne man immer direkt auf das neue „Theater an der Volme“ verweisen, sagt Indra Janorschke glücklich.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Am 8. September öffnet das „Theater an der Volme“ mit der Premiere „Heute Abend: Lola Blau“ seine Pforten. Zuvor gibt es noch viel Arbeit; nicht nur aus Künstlersicht. Ab Montag, dem 30. Mai, beginnen die handwerklichen Arbeiten. Unter anderem werden die elektrischen Anlagen und die zweckmäßige Installation der Heizung Schwerpunkte sein. In dieser Hinsicht ist Elbershallen-Manager Christian Isenbeck froh, dass man bisher nur mit Bedacht restauriert hat. Denn ein Verwendung der Kapelle im gastronomischen Bereich hätte hier völlig andere Anforderungen gestellt, wie sie nun für ein Theater gestellt werden.

Das Trio Janorschke, Weberg, Isenbeck sprüht förmlich vor ergänzenden Ideen, wie man das „Theater an der Volme“ künftig in die Freizeit- und Kulturfabrik „Elbershallen“, aber auch insgesamt in das Hagener Kulturgeschehen integrieren kann.

Elbershallen-Manager Christian Isenbeck dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Und genau hier liegt auch eine Stärke der beiden Schauspieler: sie suchen die Kooperation. Mit dem theaterhagen gab es schon erste positive Kontakte, weitere Sondierungsgespräche folgen. Gleichfalls gab es schon Gespräche mit dem Hagener Kulturbüro u.v.m.. Und dieses offene Aufeinander-Zugehen sehen sie auch als künstlerisches Grundprinzip.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch.

„Es soll hier kein Janorschke-Weberg-Programm entstehen“, bekräftigt Indra Janorschke. Vielmehr setze man auf die Vielfalt von Künstlern aus ganz Deutschland. Bereits für ein erstes Vorsprechen in Hagen meldeten sich spontan rund 150 Schauspieler. Hier schafft man auch Arbeit und Perspektiven für viele Künstler, die auf der Suche nach einem Engagement sind.

Dario Weberg dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Auch wenn die Beiden nun hier in Hagen ihr eigenes Theater und damit ihre feste Bleibe haben, werden sie weiterhin touren. Allerdings nicht mehr so viel wie bisher, als sie jährlich rund 150 mal zu Auftritten getourt sind.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Ein breit gestreutes Programm erwartet das Publikum ab September. Nicht nur in schauspielerischer Hinsicht. Auch Lesungen und Vernissagen werden im „Theater an der Volme“ ihre Regelmäßigkeit finden. Damit ist der Ideenreichtum aber noch längst nicht ausgeschöpft.

Dario Weberg dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Und dabei hat man auch die Vielfalt der Generationen im Blick.

Dario Weberg dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Ein freies Kammerspieltheater ohne öffentliche Förderung – insbesondere hinsichtlich der Finanzierung kein leichtes Unterfangen. Für die Unterstützung hat sich bereits ein Förderverein gegründet.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Aber auch auf helfende Hände, die sich z.B. beim Kartenverkauf ehrenamtlich engagieren, setzen die beiden frisch gebackenen Theaterinhaber.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Bereits ab dem 6. Juni startet der Vorverkauf für die Vorstellungen ab dem 9. September. Karten gibt es bei Hagen-Tourist, telefonisch unter der Rufnummer 0231/5844819, bei vielen bekannten Vorverkaufsstellen sowie montags und donnerstags zwischen 12:00 Und 17:00 Uhr direkt im „Theater an der Volme“.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Und was hat es mit der Möwe im neuen Logo des Theaters zu tun? „Die Möwe ist ein sehr geselliger Vogel und zeigt sogar bei starkem Gegenwind und Sturm exzellente Flugeigenschaften, eine anmutige Eleganz und kann sehr alt werden“, versinnbildlichen Indra Janorschke und Dario Weberg. Aber das ist nicht alles.

Dario Weberg dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).


Kleine Kapelle. Großes Theater

Nach fast einem Jahrzehnt erfolgreichem Tourneetheater durch ganz Deutschland haben Indra Janorschke und Dario Weberg vom renommierten Dortmunder LiteraTourTheater in der ehemaligen Kapelle der früheren Baumwolltextilfabrik Elbers mitten in Hagen ihr neues Kammerspieltheater gefunden. Für die Theatermacher war es Liebe auf den ersten Blick. Als sie Anfang 2011 die Entscheidung getroffen haben, ein Theater in der Volme-Stadt zu gründen, mussten sie nicht lange suchen. Ein Blick auf das wunderschöne Gebäude auf dem Gelände der Elbershallen und sie wussten: Das ist es!

Nach umfangreichen Restaurations- und Umbauarbeiten ist ein wahres Schmuckkästchen mit 99 Sitzplätzen in einer wirklich einzigartigen Infrastruktur entstanden. Neben dem großzügigen Parkraumangebot direkt am Theater erwarten den Zuschauer und Gast in unmittelbarer Nähe zum Theater hervorragende Gastronomien für jeden Geschmack und Anlass.

 

„Die Elbershallen waren schon immer ein Ort, der Menschen zusammengeführt hat. Kamen die Leute jahrzehntelang auf das Gelände um dort zu arbeiten, so kommen sie heute, um ihre Freizeit zu genießen. Die Kapelle spielt damals wie heute eine besondere Rolle. Einst war sie eine Stätte geistlicher Erbauung, nun wird sie zu einem Ort geistiger Erfrischung“, erklärt Theaterleiterin Indra Janorschke.

 

     

Mit ihrem Theaterprojekt möchte das Künstlerehepaar auch ihre Idee eines „kommunikativen Theaters“ verwirklichen. So hat der Zuschauer die Möglichkeit, schon vor der Vorstellung in der theatereigenen Lounge etwas zu trinken und sich auf den Abend bei Klaviermusik einzustimmen. Nach der Vorstellung bietet sich die Gelegenheit, gemeinsam mit den Schauspielern und Künstlern zu sprechen, zu diskutieren und so den Abend ausklingen zu lassen. Bei schönem Wetter kann dies alles sogar auf der schönen Außenterrasse direkt an der Volme gelegen stattfinden. Zudem sollen im Theater laufend Vernissagen regionaler Künstler stattfinden.

„Wir haben einen sehr abwechslungsreichen Spielplan zusammengestellt. Uns ist es wichtig zu unterhalten, gleichzeitig aber auch zu hinterfragen und Denkanstöße zu geben. Das heißt, unser Publikum wird neben spritzigen Komödien und spannenden Krimis auch bekannte Klassiker und natürlich auch unsere biographischen Theaterstücke über bekannte Literaten auf dem Spielplan finden. Dazu gibt es die eine oder andere kurzweilige literarisch-musikalische Revue“, macht Intendant Dario Weberg auf die Spielzeit neugierig.

 

Ein Blick auf den Spielplan lohnt sich: Woody Allen, Loriot und Heinz Erhardt versprechen amüsante Abende, während Georg Kreislers wunderschönes Schauspiel Heute Abend: Lola Blau und Goethes Faust nachhaltiges und ernsthaftes Theater bieten. Auch Krimifans kommen auf ihre Kosten. Mit dem Thriller Misery von Simon Moore, der auf der Romanvorlage Stephen Kings basiert, ist Spannung garantiert.

Die Kultur- und Freizeitfabrik Elbershallen (und damit ganz Hagen) ist um eine Attraktion reicher und das Selbstverständnis der beiden ambitionierten und engagierten Theatermacher zeigt sich dann auch in dem Symbol einer Möwe, die das Theater in seinem Logo führt: ein freies, selbstbestimmtes, kommunikatives, aber auch ortsverbundenes Theater.

„Übrigens ist die Möwe ein sehr geselliger Vogel und zeigt sogar bei starkem Gegenwind und Sturm exzellente Flugeigenschaften, eine anmutige Eleganz und kann sehr alt werden“, versinnbildlichen Indra Janorschke und Dario Weberg und freuen sich auf das geplante große Eröffnungswochenende vom 08. bis 11. September 2011.

Der Kartenvorverkauf beginnt am 6. Juni und wird

  • montags und donnerstags in der Zeit von 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr im zukünftigen Theater an der Volme, Dödterstraße 10 in 58095 Hagen stattfinden.
  • Außerdem können die Karten bequem im Internet auf www.proticket.de und www.theaterandervolme.de,
  • telefonisch unter der ProTicket –Hotline 0231-9172290
  • und an allen bekannten ProTicket-Vorverkaufsstellen erworben werden.


     

     

Redakteur obiger Artikel und Interviews: Hans Leicher von Radio 58 Hagen

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