Breaking News / Auch Ennepetal verliert beim Landesverfassungsgerichtshof in Münster

Kämmerer Dieter Kaltenbach Collage: Linde Arndt

Kämmerer Dieter Kaltenbach Collage: Linde Arndt

[jpg] Die von der Stadt Ennepetal und anderen Kommunen* eingereichte Verfassungsbeschwerde, bei dem Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster gegen den Stärkungspakt Stadtfinanzen (Stärkungspaktgesetz), Aktenzeichen: VerfGH 34/14, wurde nach der mündlichen Verhandlung vom 26. Juli 2016, heute durch die Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs Dr. Ricarda Brandts  zurück gewiesen.

 

Ennepetal hatte sich als „reiche Stadt“ (abundante Kommune) gegen eine Umlage für ärmere Städte (Solidaritätsumlage) mit einer Beschwerde in Münster zur Wehr gesetzt.

Argumentativ meinte Ennepetal, durch die Umlage, die 2014 ~1,3 Millionen betrug, sah sich Ennepetal in seiner verfassungsrechtlich zugesicherten Finanzhoheit beeinträchtigt. Da diese Finanzhoheit Bundesrecht ist war das Landesrecht der NRW Regierung nicht befugt hierzu andere Vorschriften zu erlassen. Andererseits sah sich Ennepetal gegenüber anderen Kommunen ungleich behandelt indem Ennepetal zahlen sollte und andere Kommunen nicht.

 

Die Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs Dr. Ricarda Brandts sah den Art. 106 Abs.5 bis 6 des Grundgesetzes über die kommunale Finanzausstattung nicht beeinträchtigt. Mit der Solidaritätsumlage wird bei den Kommunen nicht auf bestimmte Steuerbeträge zu gegriffen, sondern diese Solidaritätsumlage müsse aus dem Gesamthaushalt entnommen werden.

Die Ausgleichsumlagen seien zwar problematisch, sie sind aber aufgrund der hohen Defizite zahlreicher nordrhein-westfälischer Kommunen sogar zum Schutz der Finanzhoheit der gesamten NRW Kommunen notwendig um einen Domino Effekt von Überschuldungen zu vermeiden.

Auch das kommunale Gleichbehandlungsgebot sieht die Präsidentin nicht verletzt.

 

Damit steht eindeutig fest, Ennepetal muss zahlen und zwar für 2016 Euro 942 Tausend, wobei, wenn man die Zahl „richtig“ verbucht, kommt die Nachbargemeinde Schwelm in den Genuss dieses Betrages. Wie war das mit den gutnachbarschaftlichen Beziehungen?

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Münster

 

*Beschwerdeführerinnen waren die Städte Attendorn, Bad Honnef, Blomberg, Borgholzhausen, Drolshagen, Düsseldorf, Elsdorf, Ennepetal, Erwitte, Espelkamp, Frechen, Freudenberg, Grevenbroich, Gronau, Haan, Halle (Westf.), Harsewinkel, Hilchenbach, Hilden, Kempen, Kreuztal, Langenfeld (Rheinland), Lennestadt, Linnich, Meckenheim, Meerbusch, Meinerzhagen, Monheim, Neuenrade, Neuss, Oelde, Olsberg, Plettenberg, Ratingen, Rheda-Wiedenbrück, Rheinberg, Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock, Sendenhorst, Stadtlohn, Straelen, Verl, Wermelskirchen, Werther (Westf.), Wetter, Wiehl, Willich, Wülfrath sowie die Gemeinden Alpen, Altenberge, Burbach, Ense, Erndtebrück, Everswinkel, Heek, Herzebrock-Clarholz, Hövelhof, Inden, Jüchen, Kirchhundem, Kirchlengern, Langenberg, Neunkirchen, Odenthal, Rödinghausen, Roetgen, Schalksmühle, Steinhagen, Wachtberg, Wachtendonk, Wenden und Wilnsdorf.

Das Hagener Theater spielt weiter, trotz eines drohenden Einschnitts

Die "Neuen" beim theaterhagen Foto: (c) Linde Arndt

Die „Neuen“ beim theaterhagen Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Es ist ein Kreuz mit den Hagenern. Nicht mit den Bürgern.

Über die Region hinaus hat das Hagener Theater einen exzellenten Ruf mit seinen vier Sparten. Ob das nun die Opern, das Theater, das Ballett oder das Jugendtheater ist, Hagen wird mit seinem Theater positiv wahrgenommen. Jeder PR Manager wird bei solch einem Imageergebnis durch das Theater, alles unberührt lassen. Nicht so der Rat der Stadt Hagen und die Stadtverwaltung mit ihrem Oberbürgermeister Erik O.Schulz (Parteilos), sie wollen die Quadratur des Kreises. 1,5 Millionen Euro müssen 2018 durch das Theater eingespart werden und das bei gleichbleibender Qualität. So trug der OB vor, dass wenn das Theater die 1,5 Millionen nicht einspart, die Stadt Hagen ohne einen genehmigungsfähigen Haushalt dasteht. Und darüber hinaus, so die Andeutung, wäre Hagen nicht mehr Mitglied im Stärkungspakt NRW. Heißt, wenn die Kämmerei der Stadt Hagen nicht in der Lage ist den Haushalt anders zu priorisieren, ist das was OB Schulz vortrug nichts anderes als eine Erpressung. Zu sagen, wenn ihr nicht das macht was wir vorgeplant haben, leidet die Stadt, solche Einwendungen sind kontraproduktiv und sind nicht in der Lage die emotionalen Wogen zu glätten.

 

GDM Florian Ludwig und Intendant Norbert Hilchenbach Foto: (c) Linde Arndt

GDM Florian Ludwig und Intendant Norbert Hilchenbach Foto: (c) Linde Arndt

Ratsbeschluss von 2013

Der Hagener Rat hat 2010 mit: „Der Rat bekennt sich zum Hagener Bürgertheater mit all seinen Sparten. Auch für die Zukunft muss ein selbstbespieltes Haus das Ziel aller Bemühungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung bleiben“. (…) „ ein klares Bekenntnis zum Hagener Theater ausgesprochen. Soweit der Rat zu einer anderen Zeit. 2013 gab es jedoch viele Parameter die den Rat der Stadt Hagen zu einem Beschluss veranlasste der „Tödlich“ für das Theater ist und letztendlich zur Schließung führen muss.

Hagen gehört zu den pflichtigen Stärkungspaktgemeinden, die mit ihrer Überschuldung ohne äußere Finanzspritzen nicht mehr lebensfähig sind. Das das Mittel der ersten Wahl eine Austeritätspolitik bei einer konservativ/liberalen Stadtführung ist, war abzusehen. Nur sparen mit dem Rasenmäherprinzip und darüber hinaus die Bereiche zu malträtieren die als weiche Standortfaktoren gelten, ist noch nie gut gegangen. 1,5 Millionen sollen ab 2018 eingespart werden, wobei der Rat nicht in der Lage ist konzeptionell der Theaterleitung zu folgen. Fraglich ist auch immer die Kompetenz der politischen Instanz im Bereich Kultur. Viele der im Stadtrat sitzenden Politiker sind Kulturfans eines Pantoffelkinos das inzwischen auf einfache Naturen zugeschnitten ist. Und diese Leute wollen über einen Kulturbetrieb, wie es ein Theater ist, entscheiden?

 

Spielzeiteröffnung 2016/2017

Es wird die letzte Spielzeit von Norbert Hilchenbach und Florian Ludwig sein und das Kriseln konnte man im Theater körperlich spüren. Nebenbei, für GMD Florian Ludwig hat man schon einen neuen GMD, nämlich den aus Mannheim stammenden Joseph L. Trafton der dort bis dato noch der 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim ist. Von einem Intendanten ist allerdings weit und breit nichts zu sehen.

OBB Schulz Foto:(c) Linde Arndt

OBB Schulz Foto:(c) Linde Arndt

Oberbürgermeister Erik O.Schulz (parteilos) kam denn auch zur Eröffnung der Spielzeit um den einen oder anderen Schmerz auszukurieren. Ansonsten lobte er das Theater über den grünen Klee um aber danach auf die Umsetzung des Einsparungsbeschlusses von 1,5 Millionen zu bestehen. Es war eine vergiftete Rede; denn nicht der demografische Wandel oder die Regierungspräsidentin können eine derartige Forderung begründen, sondern eine fehlende Priorisierung bei politischen Zielvorstellungen. Die Theaterkürzung kann nicht Voraussetzung für die Genehmigung eines Haushaltes sein, die Regierungspräsidentin will eine Alternative für die eingesetzten 1,5 Millionen sehen. OB Schulz möchte die Diskussion über die 1,5 Millionen für beendet erklärt haben und weitere Gespräche nur hinter verschlossenen Türen führen. Wobei, betriebsbedingte Kündigungen (40 sind einmal angedacht gewesen) soll es nicht geben, wohl ein Wunschdenken bei 1,5 Millioen. Auch die Sozial- und Kulturdezernentin Margarita Kaufmann, die das Theater auch erst einmal für seine Arbeit lobt, sieht sich in der Pflicht den Sparbeschluss umzusetzen.

Dr. Peter Born Foto: (c) Linde Arndt

Dr. Peter Born Foto: (c) Linde Arndt

Dr. Peter Born Vorsitzender des Theaterfördervereins erinnerte an die 170.000 Besucher in der vergangenen Spielzeit, welche als eine eindrucksvolle und zahlende Demonstration der Hagener für ihr Theater gesehen werden kann.

Der scheidende Intendant Norbert Hilchenbach bemerkte die nun 10. und letzte Begrüßung der neuen Mitglieder des Hauses. Ihm und dem GMD Florian Ludwig hatte man vorgeworfen ihren Abgang mit einem Feuerwerk an Aufführungen zu versüßen. Hilchenbach sah dies als Unverschämtheit an und hinderlich für einen kreativen Dialog. Planerische Sicherheit braucht ein Haus wie das Theater Hagen, so Norbert Hilchenbach und deutet einen positiven Einigungsprozess hinsichtlich der Einsparproblematik an.

Es geht aber nicht wenn man das Olympische Motto von „Schneller, Höher, Weiter“ in „Langsamer, Tiefer, Kürzer“ umdeutet, dies führt letztendlich zum Stillstand und zum Aus des Hagener Theaters.

„Langsamer, Tiefer, Kürzer“ und Einsparungen und Angestellte freisetzen und die Qualität beibehalten, dass ist eine Gleichung  die nie aufgeht.

Hilchenbach begrüßte mit Florian Ludwig die neuen Mitglieder des Hauses und zeichnete mehrere Jubilare für ihren Einsatz im Hagener Theater aus, so unter anderen Edgar Wehrle.

Es bleibt zu hoffen, dass die Politik mit der Verwaltung das Theater nicht durch die Hintertür dem Verderben aussetzt, hier kann man sicher mehr Ehrlichkeit erwarten indem ein Ende mit Schrecken herbeigeführt wird.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Hagen.

 

Wie viel ist ein Grundrecht in Deutschland wert?

Manfred Zander und Bürgermeisterin Imke Heymann Foto: Linde Arndt

Manfred Zander und Bürgermeisterin Imke Heymann Foto: Linde Arndt

[jpg] In Ennepetal war ja die Bürgermeisterwahl noch nicht abschließend geklärt. Zur Erinnerung: Die Oberbürgermeister-, Landrats- und Bürgermeisterwahlen am 13. September 2015 verliefen in Ennepetal nicht fehlerfrei. Die Briefwahlzettel hätten, da Landrats- und Bürgermeisterwahl auf ein Datum fielen, in unterschiedlichen Farben dem Wähler zur Verfügung gestellt werden müssen. Tatsächlich hat die Stadt Ennepetal beide Zettel in einer Farbe zur Verfügung gestellt. Als der Fehler bemerkt wurde hatte der damalige Wahlleiter und Bürgermeister, nach Rücksprache mit dem Landrat, entschieden, die schon abgegebene Briefwahl für ungültig zu erklären und dem Wähler neue Briefwahlscheine zuzuschicken. Diesmal in unterschiedlichen Farben. Nun waren einige Wähler nach Abgabe ihrer Stimme in Urlaub gefahren und also nicht mehr zu erreichen, so dass sie ihre Stimme nicht mehr erneut abgeben konnten. Die Folge war, dass sie ihres demokratisch verbrieften Wahlrechtes durch die Stadt Ennepetal beraubt wurden.

 

Das Ergebnis dieser Wahl war denkbar knapp:

 

Anita Schöneberg (SPD)                5.089 Stimmen

Imke Heymann (CDU/GRÜNE/FDP/FWE)        5.380 Stimmen

 

Imke Heymann (CDU/GRÜNE/FDP/FWE)    hatte mit 291 Stimmen Vorsprung und einem Stimmenanteil von 51,4% damit die Wahl für sich entschieden.

 

Bei der Briefwahl waren 1.136 Stimmen falsch abgegeben worden, die Urne wurde versiegelt und eine neue Urne für die neu verschickten Briefwahlstimmen aufgestellt. Nach Öffnung der Urne am 13.Sept.2015 wurden 989 abgegebene Stimmen gezählt. Also 147 abgegebene Stimmen weniger als in der alten Urne vorhanden waren. Der Wahlausschuss erklärte die Wahl unter Berücksichtigung der vorgenannten Zahlen für gültig. 291 Stimmen hatte Frau Heymann (CDU/GRÜNE/FDP/FWE) gegenüber Frau Schöneberg (SPD) mehr bekommen, dagegen standen die 147 Stimmen die nicht beim zweiten Wahlgang abgegeben wurden oder werden konnten. Auch wenn jetzt alle 147 Stimmen auf Frau Schöneberg gefallen wären, wäre das Ergebnis 291-147=144 Stimmen mehr für Frau Heymann (CDU/GRÜNE/FDP/FWE). Frau Heymann (CDU/GRÜNE/FDP/FWE) wäre also immer noch die Siegerin des Wahlkampfes.

 

Ennepetaler Wahlinszenierung und -orchestrierung

Verwaltungsgericht Arnsbarg Foto: Linde Arndt

Verwaltungsgericht Arnsbarg Foto: Linde Arndt

Es waren einige Fans der Ennepetalerin Bürgermeisterinkandidatin Anita Schöneberg (SPD) die mit dem Ergebnis nicht einverstanden waren. Man suchte einen von dem Wahlfehler Betroffenen, um Klage beim Verwaltungsgericht anzufertigen. Gefunden hatte man einen Bürger aus Büttenberg. Klage wurde eingereicht und das Arnsberger Verwaltungsgericht terminierte den 26.Aug.2016.

EN-Mosaik wollte sich diesen Prozess nicht entgehen lassen, denn interessant wäre, was für eine Argumentation würde der Kläger und sein Anwalt benutzen und wie würden die Beklagten erwidern. Denn immerhin ging es ja um Artikel 28 und 38 des Grundgesetzes, die kommunalen Vorschriften und Regeln, wie Kommunalwahlgesetz oder Kommunalwahlordnung wollten wir beiseite lassen.

Im Gerichtssaal „trudelten“ aus Ennepetal ein: Hans Hermann Pöpsel, Historiker, Germanist und 20 Jahre Lokaljournalist der Westfälischen Rundschau, sowie Buchautor mehrerer Heimatbücher über Ennepetal; Hartmut Breyer der derzeitige Lokaljournalist der Westfälischen Rundschau; Anita Schöneberg (SPD), Jürgen Schöneberg (SPD), Schwägerin der Schönebergs, Cornelia Born (SPD), dies soweit der SPD affine Block. Dann der CDU Block mit Daniel Heymann (CDU), Gisela Werrn (CDU), Sebastian Christ (CDU). Zu guter Letzt der Stadtverwaltungsblock mit den Herren Langhardt, Otto, Strahtmann, Küpper und die Hauptverwaltungbeamtin (Wahlbeamtin) Bürgermeisterin Imke Heymann um die es ja letztendlich gegangen ist.
Da alle aus der Politik und Verwaltung kamen, fiel uns der Umweltschutz ein. Sicherlich wäre eine umweltverträglich Lösung, hinsichtlich der deutschen Co2 Verpflichtung Cop 21, möglich gewesen, wenn Ennepetal mit einem angemieteten Bus Arnsberg aufgesucht hätte. Aber was soll es.
Unter dem Aktenzeichen 12/K3712/15 wurde der Fall Manfred Zander ./. Stadt Ennepetal von der Vorsitzenden Richterin der 12. Kammer Silke Camen aufgerufen.

 

Und nun kam Herr Manfred Zander, der Kläger ins Spiel. Es war ein 84 Jahre (eigenen Angaben) alter Herr der etwas gebrechlich auftrat und mit seinem Sohn die Klägerseite vertrat.

Die Herren Otto, Langhardt und Frau Heymann vertraten mit der Anwältin Verena Dienst von der Kanzlei Wolter Hoppenberg Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Hamm und Münster, die Stadt Ennepetal.

Nach Vorlesung der Klageschrift durch das Gericht, folgte etwas was man nur als Schmierentheater bezeichnen kann. Denn der Kläger war sichtlich mit dem Inhalt der Klage überfordert. Die Befragung durch das Gericht ergab letztendlich, dass Manfred Zander (Kläger) nur den Fehler festgestellt haben wollte. Ihn hatte es irritiert (mehr nicht), dass bei dem  Fehler der Briefwahl, erst von einer Wiederholung der gesamten Wahl gesprochen wurde und dann „nur“ noch von einer Wiederholung der Briefwahl. Die Vorsitzende Richterin Silke Camen gab Herrn Manfred Zander denn auch recht. Hier hatte es bei der Bürgermeisterwahl an einer eindeutigen Kommunikation gefehlt.

Die Vorsitzende Richterin Silke Camen führte dann aber aus, es müssen zwei Einflussfaktoren zutreffen, a) Unregelmäßigkeit und b) Relevanz auf das Wahlergebnis. Die Unregelmäßigkeit hat es gegeben, sie wurde jedoch teilweise geheilt, nur die Relevanz auf das Wahlergebnis konnte die Richterin nicht feststellen. Denn die Differenz von 147 Stimmen hätten zwar einen Einfluss auf das Ergebnis gehabt, nur auf das Gesamtergebnis, also eine andere Bürgermeisterin hatte dies keinen Einfluss. Manfred Zander wollte denn auch nur den Fehler der Stadt festgestellt haben, was die Richterin ihm nochmals eindeutig bestätigte. Und nun? Die Vorsitzende Richterin Silke Camen schlug denn Herrn Manfred Zander die Rücknahme der Klage vor. Der Stadt Ennepetal regte sie die Kostenübernahme an. Nach einer kurzen Beratungspause erklärte sich die Stadt bereit die Gerichts- und die anwaltlichen Kosten zu übernehmen, wobei Herr Manfred Zander als Kläger keine Kosten geltend machen wollte.

Warum jetzt der Vorwurf des Schmierentheaters von unserer Seite? Nun, wir hatten klare Indizien für eine Instrumentalisierung des Klägers, was auch unserer Meinung nach zutraf. Das aber die Klägerseite so schlecht vorbereitet wurde und ihr niemand zur Seite stand war typisch für die Adressaten dieser Instrumentalisierung. Hier wurde auf ziemlich niedrigem intellektuellem Niveau argumentiert. Und was noch beschämender war, diese Klage wurde schon durch die Obergerichte abschließend geklärt, insofern hätte man sich eine Klage auf diesem Niveau sparen können.

Anders wäre eine Argumentationskette, die der Kläger auf einer verfassungsrechtlichen Ebene vorgetragen hätte, verlaufen. Was ist das Grundrecht Artikel 28 Abs.1 Satz 2 GG des Wählers wert?

Die Vorsitzende Richterin Silke Camen argumentierte mit den 147 Stimmen die ja das Endergebnis nicht beeinflusst hätte. Nur, heißt das im Umkehrschluss, dem Wähler seine Stimme ist bei vorherig absehbarer Konstellation obsolet? Man darf hier wohl annehmen, dass das Wahlrecht des einzelnen Wähler zu einfach interpretiert wird; denn immerhin ist dieses Recht ein Grundrecht in einer Demokratie die bei solch einer Auslegung die Bürgerrechte beschneidet. Zugespitzt würde das heißen, wir können die Wahlen auch von den Demoskopen abhalten lassen. Diese sind zwar mit eine Fehlerquote von 3% versehen, die aber bei dementsprechender Auslegung keine Relevanz auf das Gesamtergebnis haben. Die Ennepetaler Gruppe um den Kläger sind mit den demokratischen Regeln unserer Demokratie wohl etwas überfordert. Aber waren sie das nicht schon immer?

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Arnsberg

Performance „Not on Earth“

 Nezaket Ekici, „Not on Earth“, Performance, Foto: Andreas Dammertz

Nezaket Ekici, „Not on Earth“, Performance, Foto: Andreas Dammertz

[Duisburg] Am Sonntag, 28. August 2016, um 14 Uhr, führt die deutsch-türkische Künstlerin Nezaket Ekici ihr bildstarkes Stück „Not on Earth“ auf. Ihr Körper wird zu einem überdimensionalen Pinsel und färbt mit schwimmenden, rollenden Bewegungen ein Bodenbild vollflächig rot.

„Mit kraftvollen und intensiven Gesten macht Ekici ihren Körper zum Material, Medium und Werk, das einen roten Teppich auch als Ehrerbietung an die Museumsbesucher hinterlässt“, sagt Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla.

Perfosophisches Duett

Nezaket Ekici "Not on Erth" by Andreas Dammertz, Branka Pavlowic

Nezaket Ekici „Not on Erth“ by Andreas Dammertz, Branka Pavlowic

Im Anschluss an die Performance gehen Nezaket Ekici und ihr Ehemann, der Philosoph Dr. Andreas Dammertz in ihrem perfosophischen Duett der Frage nach, wie man zeitgenössische Performance mit klassischer Philosophie verbinden kann. Ekici zeigt eine Auswahl ihrer vielfältigen und zahlreichen Performances und Dammertz präsentiert ausgewählte Anknüpfungspunkte in den
Performances, die einen Zugang zur Philosophie ermöglichen. Die Bilder, die Ekici in ihren Performances nutzt, sind geradewegs Türen in die Welt der Philosophie: So entsteht ein lebendiger Dialog zwischen Kunst und Philosophie.

Schülerin von Marina Abramović

Nezaket Ekici wurde 1970 in der Türkei geboren und ist seit ihrem dritten Lebensjahr in Deutschland. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin und Stuttgart. Nach ihrer Ausbildung zur Druckformherstellerin (Duisburg und München) absolvierte sie ein Magisterstudium der Kunstpädagogik (LMU München) und studierte zeitgleich Kunsterziehung mit Schwerpunkt Bildhauerei (Akademie der Bildenden Künste in Berlin). Von 2001-2004 studierte sie an der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig Performance Kunst bei Prof. Marina Abramović. Ekici erlangte ihr Diplom in Freier Kunst und schloss ihr Studium als Meisterschüler ab. 2014/2015 war sie für 10 Monate Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. Ab September 2016 ist sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom. In über 40 Ländern präsentierte sie mehr als 150 verschiedene Performances. Ihre erste museale Retrospektive hatte Ekici 2011/2012 mit ihrer Ausstellung „Personal Map (to be continued.)“, die im Rahmen des Projekts Kraftwerk Depot im MARTa Herford gezeigt wurde.

Dr. Andreas Dammertz

image009Dr. Andreas Dammertz wurde 1968 in Duisburg geboren, heute lebt und arbeitet er in Stuttgart und Berlin. Er arbeitet in der Zentrale der Robert Bosch GmbH in Stuttgart und ist für das Programm der hauseigenen Universität von Bosch, dem Robert Bosch Kolleg verantwortlich. Er hat in Philosophie über Niklas Luhmanns Systemtheorie promoviert und die Kontinuität der erkenntnistheoretischen Grundlagen des Subjektverständnisses anhand ausgewählter philosophischer Positionen von Aristoteles über Rene Descartes, Immanuel Kant und Ernst Cassirer bis zu Niklas Luhmann nachgewiesen.
Dr. Andreas Dammertz betätigt sich als frei schaffender Kunstkritiker und Autor von Beiträgen im Bereich von Kunst und Philosophie.

Bundespräsident Joachim Gauck bei der Premiere von „Die Fremden“

v.l.; Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Bundespräsident Joachim Gauck und Bürgermeister Werner Arndt Foto: (c) Linde Arndt

v.l.; Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Bundespräsident Joachim Gauck und Bürgermeister Werner Arndt Foto: (c) Linde Arndt

Uraufführung von „Die Fremden“ am 2. Sept.´16 in der Kohlenmischhalle der ehemaligen Zeche Auguste Victoria in Marl

[Marl, 16. August 2016] Am 2.9.16 wird die Musiktheaterkreation „Die Fremden” in der Kohlenmischhalle der ehemaligen Zeche Auguste Victoria in Marl uraufgeführt. Zur Weltpremiere erwartet die Ruhrtriennale hohen Besuch aus Berlin: Bundespräsident Joachim Gauck und Daniela Schadt.

Die Inszenierung von Johan Simons basiert auf dem Roman „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“ des algerischen Autors Kamel Daoud, der eine Antwort auf Albert Camus‘ weltberühmten Klassiker „Der Fremde“ verfasst hat. Darin gibt Daoud Camus‘ namenlosem Araber einen Namen und eine Biografie, er erzählt die Geschichte einer algerischen Familie von der Kolonialzeit bis heute. Die Uraufführung „Die Fremden“ bringt den „Fall Meursault“ nun erstmals in Deutschland auf die Bühne und mit ihm drängende Fragen von kultureller Identität in Zeiten von Post-Kolonialismus, Flucht und Integration. Heute stehen die Namen- und Gesichtslosen – die Fremden – millionenfach an unseren Grenzen, haben eine Geschichte, eine Identität, eine Kultur. Was uns unweigerlich zu der Frage führt, wer denn wir eigentlich sind? „Die Fremden“ ist politisches Musiktheater aus dem Herz und vom Rand Europas.

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015-2017: „Ich freue mich sehr darauf, den Bundespräsidenten bei der Ruhrtriennale zu begrüßen. Das ist natürlich eine Ehre für uns, dass er zur Premiere von „Die Fremden“ kommen wird. Es macht deutlich, wie wichtig es ist, dass Kunst sich mit aktuellen Themen, die die Menschen beschäftigen, auseinandersetzt. Joachim Gauck hat sich mehrfach zur Angst vor „Überfremdung“ geäußert und die Integrationsfähigkeit beider Seiten eingefordert. Unsere Aufführung setzt sich auch mit dieser Herausforderung auseinander, die Perspektive des Anderen einnehmen zu können und zu verstehen. Außerdem bin ich darauf gespannt, wie der Bundespräsident, der früher auch Pastor war, auf die kritische Diskussion um religiöse Ideologien in dem Stück reagieren wird. Die Ruhrtriennale 2016 ist noch politischer geworden, das unterstreicht auch der Besuch des Bundespräsidenten. Künstler wie auch Politiker treibt heute die gleiche Frage um: Was wird aus Europa?“

Neben dem Bundespräsidenten werden unter anderem Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Kamel Daoud, Autor des Romans „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“, Werner Arndt, Bürgermeister der Stadt Marl (SPD), sowie Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft, anwesend sein.

Inspiration in Form und Farbe

[Ennepetal] ,,Nach innen strahlend wirken, nach außen wirkungsvoll strahlen“…

… so lautet der Leitgedanke der Künstler-Gilde Hagen 1980 e.V.

Der Künstlerkreis mit über 40 Malerinnen und Malern sowie Objektgestalterinnen -und gestaltern zeichnet sich durch seine Offenheit gegenüber allen Stilrichtungen, Techniken und Themen aus.

So erwartet Sie mit der Ausstellung „Inspiration in Form und Farbe“ eine interessante und künstlerische Vielfalt, zu deren Eröffnung wir Sie am 28. August 2016 in die Kundenhalle der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, in Ennepetal-Milspe, herzlich begrüßen dürfen.

Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der folgenden Einladungskarte.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Sparkasse Ennepetal Breckerfeld
Einladung

2011-10-10-18.20.32
Anfahrt

Weil ich nichts zu sagen habe

Manifesto Foto: (c) Linde Arndt

Manifesto Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] In der 6.000 m² Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg-Nord, eine Spielstätte der Ruhrtriennale, liefert die Kunst die viel beachtete Filminstallation „Manifesto“ des Berliner Videokünstlers Julian Rosefeldt. Die internationale und renommierte Schauspielerin Cate Blanchett schlüpft auf dabei 13 Leinwänden in 13 verschiedene Rollen. Die riesige Kraftzentrale in der einmal 2.500 Zuschauer schon mal Mahlers 8. Sinfonie in Es-Dur mit dem Beinamen „Sinfonie der Tausend“ zuhörten, boten Rosefeldt die Möglichkeit, seine dementsprechend großen Leinwände erstmals aufzustellen.
Wir erinnern uns an die zentralen Werte der Aufklärung. Freiheit? Gleichheit? Brüderlichkeit? Wer weiß diese abstrakten und doch so vertrauten Werte noch zu konkretisieren? Für uns selber nehmen wir die Werte gerne in Anspruch, ja prahlen sogar damit, nur wenn diese Werte andere in Anspruch nehmen wollen, hagelt es lautstarke Proteste.
Manifeste sind öffentliche Erklärungen oftmals politischer oder kultureller Natur, es sind mehr oder weniger Festschreibungen in der Geschichte und stellen damit einen Haltepunkt in der Geschichte dar. So stellt „Das Kommunistische Manifest“, das von Karl Marx und Friedrich Engels verfasst und 1848 veröffentlicht wurde den Anfangspunkt des wissenschaftlichen Sozialismus dar. Auf der anderen Seite stellt dieses Manifest den Anfang einer Bewegung dar, die bis heute zu vielen Kriegen führte und derartig bekämpft wurde und wird, als wenn es um das Überleben der Menschheit geht.

Berliner Videokünstlers Julian Rosefeldt Foto:(c) Linde Arndt

Berliner Videokünstlers Julian Rosefeldt Foto:(c) Linde Arndt

Rosefeldt hat aber nur einen Satz aus dem Kommunistischen Manifest entnommen und jetzt kommt das wesentliche, Rosefeldt hat eine Vielzahl von Sätzen aus den unterschiedlichsten Manifesten entnommen, so zum Beispiel:

Der Minnesota Declaration von Werner Herzog (1999)

„There are deeper strata of truth in cinema, and there is such a thing as poetic, ecstatic truth. It is mysterious and elusive, and can be reached only through fabrication and imagination and stylization.“

Übersetzt heißt das:

„ Im Film liegt die Wahrheit tiefer, und es gibt so etwas wie poetisch,ekstatische Wahrheit. Sie ist geheimnisvoll, schwer greifbar und man kommt ihr nur durch Dichtung, Erfindung und Stilisierung bei.“

Dies ist ein Textbaustein den eine Lehrerin auf eine Filmakademie ihren Schülern vorträgt. Rosefeldt hat aus den unterschiedlichsten Manifesten Textabschnitte entnommen um sie dann unter einem Thema willkürlich zusammen zu setzen. So entsteht eine eigene Sprache auf einer anderen Deutungsebene, die einen zwar verwirrt aber auch zwingt, eine schon mal vorgefasste Meinung aufzubrechen.
Kaum hat man sich aber dem jetzt aufgebrochenen Thema zugewandt, lauert an der nächsten Station ein weiteres Thema.

Das Thema „Architektur“ wird von einer Arbeiterin in einer Müllverbrennunganlage gespielt.
Gelangweilt fährt sie mit einem Aufzug zu ihrer Schicht, setzt sich auf einen Sitz von dem aus sie die Anlage bedient. Müllverbrennungsanlagen sind in ihrer architektonischen Konzeption zwar wie Kathedralen aufgebaut, beinhalten jedoch die funktionale Bauweise um sich den Arbeitsprozessen unterzuordnen.
In diesem Film hat Rosefeldt die Textbausteine den Manifesten von Bruno Taut, Antonia Sant´Elia, Coop Himmelb(l)au oder Robert Venturi entnommen.

So philosophiert die Arbeiterin denn auch, während sie ihre Anlage bedient:

„Wir kämpfen pausenlos gegen die traditionalistische Freiheit.“
oder

„Wir fühlen, dass wir nicht länger die Menschen der Kathedralen, der Paläste und Versammlungssäle sind, sondern Menschen der großen Hotels, der erleuchteten Bogengänge, der schnurgeraden Straßen und der heilsamen Abrisse.“

Zum Schluss will ich den „Situationismus“ den ein Obdachloser darstellt noch einbringen.
Ein Obdachloser mit all seiner Habe schleppt sich durch eine Industriebrache, hinter einem Einkaufswagen in dem sein Bettzeug herausschaut.

Lucio Fontana, John Reed club of New York, Constant Nieuwenhuys, Alexander Rodtschenko und Guy Debord standen mit ihren Manifesten Paten zu den Texten.

„Wir setzen die Evolution der Kunst fort. Die Ideen sind unanfechtbar. Wie Samen existieren sie in der Sozialfabrik, in Erwartung ihres Ausdrucks durch Denker und Künstler.“

oder

„Er (Kapitalismus..d.Redaktion) zeigt sich immer unverhüllter als ein System, das raubt und betrügt, Arbeitslosigkeit und Terror, Hunger und Krieg hervorbringt.“

Video-Leinwaende Video-Leinwände in der Kraftzentrale Duisburg Foto: (c) Linde Arndt[/caption]

Wenn man der Kakophonie der Textbausteine an den einzelnen 13 Stationen zuhört, die Schönheit und Klarheit von Sprache bewundert, so kommt man auf den Gedanken, was ist ein schöner Satz gegenüber seiner nicht ausgeführten Handlung – er ist nur ein Audiosignal.
In der heutigen Zeit bemerkt man zunehmend eine Verelendung der Sprache in der das Wort Dialog nur ein Wort ist und zur Bedeutungslosigkeit verkommen ist.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik und european-mosaic aus Duisburg

 Ängste – den Maschinen ausgeliefert zu sein

 

 Joep van Lieshout „The Good,the Bad and the Ugly“ an der Jahrhunderthalle, Bochum, Fotos & Collage: (c) Linde Arndt

Joep van Lieshout „The Good,the Bad and the Ugly“ an der Jahrhunderthalle, Bochum, Fotos & Collage: (c) Linde Arndt

 

[jpg] Mit Maschinen zu kommunizieren ist schon in gewisser Weise alltäglich. Wir telefonieren und eine Stimme versucht uns dahin zu verbinden, wo man unser Problem am besten lösen kann. Auch die Sprachsteuerung unseres Smartphones gelingt immer besser. Das ist aber erst ein Anfang. Wobei wir die Konsequenzen noch nicht erkennen wollen; denn die gute alte Telefonzentrale gibt es nicht mehr, die Arbeitnehmer befinden sich allesamt in Hartz IV.

Sprechender Roboter der Ausstellung „The Good,the Bad and the Ugly“ Foto: (c) Linde Arndt

Sprechender Roboter der Ausstellung „The Good,the Bad and the Ugly“ Foto: (c) Linde Arndt

Was ist aber wenn diese Mensch-Maschine-Beziehung sich verselbstständigt? Denkbar wäre eine Maschine-Maschine-Beziehung die sich von dem Menschen nicht mehr steuern lässt. Denkbar wäre auch ein gewisser Grad  einer eigenständigen emotionalen Steuerung, ja, die sich auch selber Aufgaben gibt. Maschinen denken darüber nach, wie man einen Nutzer (Menschen) für eine bestimmte Handlung motivieren kann, dass läuft unter Cognitive Walkthrough, zu deutsch kognitiver Durchgang. In einer Vorlesung  las ich das Thema „Konzepte als Begriff zum Verstehen der Nutzer und der in Software realisierten Funktions- und Interaktionsprinzipien“. Steven Spielbergs Film „A.I. Artificial Intelligence „, indem ein Roboter den Menschen emotional nahe kommt oder I, Robot von Alex Proyas, in dem ein Roboter einen Mord begangen haben soll, greifen das Thema auf und führen es in eine Dimension die einen nachdenklich zurück lässt.

Joep van Lieshout Foto: (c) Linde Arndt

Joep van Lieshout Foto: (c) Linde Arndt

Auch die Ruhrtriennale ´16 greift dieses Thema mit „The Good, the Bad and the Ugly“ auf dem Vorplatz und im Refektorium der Bochumer Jahrhunderthalle auf. Joep van Lieshout erschuf mit seinem interaktiven Atelier (AVL), Rotterdam eine spielerische Installation des Mensch-Maschine Themas.„Steam Hammer-House“, „House of the Talking Heads“, „Domestikator“ oder „Oracle“ so nennen sich die Skulpturen die allesamt den Zusammenhang vom derzeitigen Stand der Mensch-Maschine Diskussion darstellt. Joep van Lieshout greift das Thema Mensch-Maschine mit seinen Skulpturen auf und lässt den Besucher/Menschen mit seinen Skulpturen eines werden. Durch die Begehbarkeit der Skulpturen als auch die Interaktion mit der Skulptur„Oracle“ entsteht der Eindruck als wenn der Mensch mit der Maschine verschmelzt. Während der Eröffnung wird mit der Gluck Oper Alceste, der Sieg des freien Willens gezeigt. Wobei der Vorplatz und das Refektorium den Untergang des freien Willens in vom Mensch selbstgefertigte Maschinen zeigt. Ach ja, auch die Psyche der Maschinen wird im „House of the Talking Heads“  einer näheren Betrachtung unterzogen.

Bleibt die Frage, werden die Programme für diese Maschinen in einem antiautoritären Sinne erstellt, dass die Programme sich selbst optimieren und korrigieren, ist Stand der Technik heute.

Ach übrigens die Besichtigung und Begehung dieser Skulpturen ist überwiegend frei und Sonntags wird der Intendant Johan Simons sich High Noon und zum Gespräch mit Künstlerinnen oder auch Besuchern der Ruhrtriennale stellen, der Eintritt ist frei.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik und european-mosaic aus Bochum

Erstaunte Zuschauer verfolgen die Gespräche der beiden Roboter. foto: (c) Linde Arndt

Erstaunte Zuschauer verfolgen die Gespräche der beiden Roboter. foto: (c) Linde Arndt

Die Vergangenheit war die Zukunft und ist die Gegenwart

Premiere "ALCESTE!"Ruhrtriennale 2016 Foto: (c) Linde Arndt

Premiere „ALCESTE“ Ruhrtriennale 2016 Foto: (c) Linde Arndt

Vorbemerkung

[jpg] Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – das sind die Rufe der Aufklärung die heute unseren Wertekanon ausmachen sollten. Die französische Revolution stellt hierbei in der europäischen Geschichte eine unumkehrbare Zäsur dar und war der Boden für unsere heutige Demokratie. Aber unsere Demokratie ist in die Jahre gekommen, wobei niemand bereit ist an dem immerwährenden Prozess einer Demokratie zu arbeiten. Die Demokratie war nie fertig und wird auch nie fertig werden; nur, wir müssen bereit sein an dieser Demokratie zu arbeiten, sie weiterzuentwickeln. Eine Zwischenstation auf dem Wege der Demokratie war das zu bauende Haus Europa.

 

Einleitende Informationen

Johan Simons inszenierte für die Eröffnung der Spielzeit 2016 am 12. Aug. 2016 die Oper Alceste von Christoph Willibald Gluck in der italienische Urfassung und dem Libretto von Ranieri de’ Calzabigi, der Dirigent René Jacobs und der Dramaturg Jan Vandenhouwe standen ihm hierbei zur Seite.

Nebenbei, es waren viele Prominente anwesend, die aber in diesem Zusammenhang unerwähnt bleiben sollten.

 

Hintergrund

Nun, Alceste geht auf  die Tragödie Alkestis zurück die Euripides im Jahre 438 vuZ auf einem großen Kunstwettbewerb (Großen Dionysien) aufführte, er machte mit diesem Stück den 2. Platz nach Sophokles. Aischylos, Sophokles sind die großen Dramatiker der damaligen Zeit, zu denen sich nunmehr Euripides als gleichwertig gesellte. Zeit seines Lebens war Euripides ein Einzelgänger, er mochte die Athener Gesellschaft nicht und nahm dann auch konsequenterweise die Einladung des makedonischen Königs Archelaos I an, um an dessen Hofe in Pella zu leben und letztendlich auch zu sterben.

Was Euripides in seinen Werken beschäftigt ist die Freiheit des Menschen in seiner Entscheidungen für Gut und Böse. Aus sich heraus findet er, der Mensch, die rechte Entscheidung. Diese rechte und freie Entscheidung führt den Menschen in den Zustand der Würde.

Die Alkestis des Euripides steigt denn auch zur Heldin auf als sie sich für ihren Gemahl König Admetos entscheidet, indem sie an dessen Stelle in den Tod geht. Euripides zeichnet aber in diesem Stück ein Frauenbild, welches auch und noch in unserer Zeit Geltung haben könnte. Dieses Frauenbild ist deshalb möglich, weil das analoge Männerbild gleichberechtigt neben dem Frauenbild existieren kann.

 

Dieses Thema nahm der Komponist Christoph Willibald Gluck 1767 mit dem Librettisten Ranieri de’ Calzabigi auf und wandelte es ab, so fehlen die Rollen des Herakles oder des Vaters von Atmetos, Pheres. Alkestis, die nunmehr Alceste heißt, hat eine viel zentralere Rolle als in der Fassung von Euripides, die die Sinnhaftigkeit des menschlichen Daseins aber auch in einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhang darstellt. Sie ist die Frau wie sie sich die antiken Griechen vorstellten. Homer zeichnete mit Odysseus und Penelope vierhundert Jahre vorher eine idealtypische Ehe der damaligen Zeit, dem sich Euripides mit seiner Alkestis anschloss.

Johan Simons erweitert nochmals den Kontext indem er symbolisch den europäischen Gedanken, aber auch den Zustand der europäischen Idee, mit einfließen lässt. Fast wäre man geneigt  die Inszenierung als überzogen symbolisch abzutun, zu viel Europa, zu viel Aufklärung und zu wenig griechische Tragödie. Es ist jedoch der Opfergedanke der einen in den Bann schlägt, nicht der banale Opfergedanke, nein, das Opfer für etwas Großes, welches den der das Opfer erbringt zum Helden aufsteigen lässt.

[Hier einige Szenen aus der Premiere „ALCESTE“ – alle Fotos: (c) Linde Arndt]

Birgitte Christensen (Sopran) als Alceste Foto: (c) Linde Arndt Birgitte Christensen (Sopran) als Alceste Foto: (c) Linde Arndt[/caption]

Langsam bricht es aus Alceste heraus, sie spürt einen Ruf nach ihr, ihr der Retterin. Sie zögert und ist voller Zweifel, kämpft mit sich und findet zu einer Entscheidung: so will sie den Tod anstelle ihres geliebten Gatten wählen. Er soll leben! Kein anderer soll für dieses Opfer einstehen, Alceste sieht die Verantwortung bei sich und bei keinem Anderen. Denn was ist ihre Liebe zu ihrem Mann wert, wenn jeder diesen Platz einnehmen könnte? Alceste ist sich ihrer herausragenden Stellung als Königin bewusst; sie ist sich aber auch ihrer Liebe zu Atmetos bewusst. Sie entscheidet sich ganz bewusst für den Mann Atmetos nicht für den König Atmetos. Und weil sie diese Entscheidung so trifft, steht sie gleichberechtigt und emanzipiert neben ihrem Mann.

Als die Götter sie holen wollen, erbittet sie einen Aufschub um sich von ihren Lieben zu verabschieden.

Atmeto ist gerettet, alle freuen sich, erfährt von dem Opfer eines anderen und will denjenigen kennenlernen um ihm seine Dankbarkeit zu zeigen. Als Alceste erscheint zeigt er Alceste seine Freude über seine spontane Genesung. Die Kraft weiter zu leben verdankt er ihrer Liebe. Da erfährt er von ihrem Opfer.

Atmeto ist nun in einem Bad von widersprüchlichen Gefühlen, Trauer, Depressionen und Wut reißen ihn hin und her, ohne Alceste will er nicht leben. Er will selber sterben und mit Alceste verbunden sein.

Die Götter warten nicht, sie holen Alceste und bringen sie in den Hades. Atmeto, seiner Liebe beraubt, findet sich alleine und zurück gelassen. Sein Schmerz dauert die Götter so sehr, dass sie ein Erbarmen mit den Liebenden haben. Apollon führt die Liebenden wieder zusammen.

 

Die Aufführung-Haus Europa

In soweit kann man Europa im momentanen Zustand analog erkennen. Führungs- und ideenlos ohne Mut sich den Aufgaben zu stellen. Wer tritt für Europa, den europäischen Gedanken ein? Die Fliehkräfte sind sehr groß, wie lange hält die Statik des Hauses Europa noch? In diesem Zustand wird ein Retter gesucht, der Verantwortung übernimmt. Die Liebe zu Europa ist einer Gleichgültigkeit gewichen. Ist das Urteil schon gefällt? Alceste steht für etwas ein was vielen nicht bewusst ist – die Liebe als abstrakter Wert. Als Alceste sich entscheidet, ziehen alle mit, sie opfert sich oder sie verzichtet um für alle  den europäischen Gedanken zu erhalten. Opfer heißt aber auch auf etwas zu verzichten, für den europäischen Gedanken und das Haus Europa, auf einen Grad der Eigenständigkeit der Nation.

Gluck hat bewusst Herakles und Pheres aus dem Spiel gelassen, denn beide sind nicht geeignet den Opfergedanken in die Zeit der Aufklärung zu transportieren und sind deshalb für den europäischen Gedanken ungeeignet.

Johan Simons, selber Europäer, lässt die Hoffnung nicht sterben und zeigt der Liebe zu Europa einen Weg – mutiger Einsatz um das Ganze zu erhalten. Denn der Verlust oder der Tod wäre vorprogrammiert wenn man sich in sein Schicksal ergibt.

 

Die Aufführung – Kritik

 Das Belgische Barockorchester B’Rock, Gent Foto: (c) Linde Arndt

Das Belgische Barockorchester B’Rock, Gent Foto: (c) Linde Arndt

Unter der Leitung von René Jacobs hörten wir das Belgische Barockorchester B’Rock, Gent als außerordentlich lebendiges Orchester das in der Jahrhunderthalle in Bochum, mit seinen noch vorhandenen Industrieaufbauten, ein wunderbares Klangerlebnis ertönen lies. Es war ein konzentriertes Zusammenspiel zwischen dem wunderbaren Chor MusicAeterna aus Perm und den herausragenden Solisten.

Birgitte Christensen (Sopran) spielte eine liebende Alceste die glaubhafter nicht sein konnte und machte aus dieser Alceste eine menschliche Heldin. Georg Nigl (Bariton) war ein leidenschaftlicher Gott Apollon aber auch ein erhabener Todesgott Thanatos , der mit aller Strenge das Recht einforderte. Thomas Walker (Tenor) interpretierte den Atmeto bravourös als tragische Gestalt mit all seiner Verlorenheit.

Kristina Hammarström (Mezzosopran) als Ismene war ein treusorgendes und rühriges Kindermädchen.

Die Kinder Aspasias (Alicia Amo) und Eumelo (Joshua Kranefeld) brillierten mit ihrer Unschuld und zeigten in der Schlussszene mit ihrem Tanz die Erfüllung einer Hoffnung die wahr wurde oder werden kann.

 

Die Aufführung – Technik

Es gehört schon viel Professionalität in einer „Kathedrale“ der Industrie zu spielen. Kirill Petrenko der designierter Chefdirigent der Berliner Philharmoniker hatte mit  Wagners „Tristan und Isolde“ und der Akustik seine liebe Not. Wobei er die Bühne nicht so weit auseinanderzog. Bei Alceste war die Bühne sehr weit und das ging nur auf Kosten der akustischen Qualität. Es ist sicherlich dem Budget geschuldet, wenn man dazu noch die Anordnung der Publikumsränge betrachtete.

Die Kostüme (Greta Goires) waren einesteils klassisch und andererseits modern, der griechischen Tragödie und der modernen heutigen Zeit verpflichtet – aber gelungen. Die griechischen Tragödien sind eben zeitlos, Alceste und Atmeto könnten auch heute in einem konservativen Umfeld ohne Probleme leben.

Dekoration und Bühne waren sehr abstrakt und „sparsam“ teilweise orientierte sich die Aufführung an den Aufbauten der ehemaligen Produktions- und Ausstellungshalle.

 

Trotz allem muss man allerdings sagen, es war eine wunderbare Aufführung die nachdenklich machte. Denn ein Opfer ist nicht unbedingt mit einem Menschenleben gleichzusetzen. Auch der Verzicht auf nationale Egoismen kann schon ein Opfer darstellen, tja, Liebe kann Häuser zum Einsturz bringen, aber sie kann auch Häuser erhalten.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik und european-mosaic aus Bochum


 

Dornröschen erwacht

Der Brunnen am Schloss Martfeld - Foto: )c) Linde Aarndt

Der Brunnen am Schloss Martfeld – Foto: (c) Linde Aarndt

[la] Martfeld ist ein  absolutes Sahnehäubchen der Stadt Schwelm mit seinem wunderschönen Park und allen sonstigen Möglichkeiten, die das Gesamtbild in wunderbarer Weise abrunden. Da sind die Sportanlagen,  da ist der große, familiengerechte  Kinderspielplatz, es gibt  den Trauungssaal, die Bibliothek, das Museum und die Ausstellungsräume für Veranstaltungen im Bereich Kunst und Kultur in der oberen Etage.

Aber was wäre das alles, würde der traditionelle Brunnen im Schloßhof nicht mehr sprudeln und die Türen des Restaurants weiter verschlossen bleiben. Als der  neue Pachtvertrag abgeschlossen wurde, konnten alle Bedenken vergessen werden. Denn pünktlich zur Neueröffnung sprudelt auch der Brunnen im Schloßhof wieder. Dafür hatte sich Schwelms Ehrenbürger Wilhelm Erfurt eingesetzt. Ja,  der Brunnen sprudelt wieder.

Es gibt wieder einen Pächter für das Martfeld-Restaurent, daß unter dem Namen „Im Martfeld“ geführt wird.
Martina Spannagel und Till Mundorf unterzeichneten mit Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und Thomas Striebeck (städtisches Gebäudemanagement) im Beisein von Julian Saßmann, Martina Spannagels Sohn,  den Pachtvertrag.

v.l.: Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, Thomas Striebeck, Martina Spannagel und Till Mundorf Foto: (c) Linde Arndt

v.l.: Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, Thomas Striebeck, Martina Spannagel und Till Mundorf Foto: (c) Linde Arndt

UnterschriftMartina Spannagel für die Pächter Foto: (c) Linde Arndt

UnterschriftMartina Spannagel für die Pächter Foto: (c) Linde Arndt

Martina Spannagel wußte noch einmal zu betonen, welch wichtige Rolle  der Zuspruch von Bürgermeisterin Gabriele Grollmann dabei gespielt hat, dass sie sich zu diesem Schritt entschlossen haben. Immerhin sind sie augenblicklich noch voll mit dem Umbau des „Fritz am Brunnen“ beschäftigt. Auch war dieser Schritt nur möglich, weil sich Sohn Julian bereit erklärt hatte die Leitung des Café  Bistro am Martfeld zu übernehmen. Nun ist die Familie vereint in Schwelm und Sohn Julian hat bereits eine Wohnung in Schwelm.

Gastronomie im Blut und alles wird gut
Somit wird das neue Café  Bistro  von Sohn Julian Saßmann (Finanzfachwirt) und dessen Lebensgefährtin Dorothee Irlenborn (Betriebswirtin) geführt, aber auch die beiden Pächter werden das Haus stets repräsentieren, wenn es angesagt ist.
Ihre Tochter Jana Saßmann unterstützt sie  derweil beim „Rufes am Brunnen“, „Fritz am Brunnen“  und  „Aechte de Muer“, das ebenfalls zu ihren Wirkungsstätten in Schwelm gehört. Somit trägt der Familien-Clan dazu bei, daß die großen Aufgaben perfekt gemanagt werden.

Man kann wirklich mit Fug und Recht behaupten, diese Familie ist mit Herzblut in der Gastronomie verwurzelt und das spüren die Gäste auch dementsprechend.

 

Mit Power und Plan ran ans Werk

Ein vielversprechendes Konzept wurde von Martina Spannagel und Till Mundorf aufgestellt, der auch schon beim „Rufes am Brunnen“ und zuletzt beim „Fritz am Brunnen“  tatkräftig die Planungen unterstützt hatte.
„Ohne ein solches Konzept hätte man von Anfang an einen Griff in den Mist getan“ wußte Martina Spannagel zu bemerken.

 

Till Mundorf meinte u.a.: „Wir haben uns in unserer Herangehensweise viele Gedanken gemacht, welche Kunden wir mit dieser Lokalität bedienen wollen. Wir haben das Museum, das Standesamt, den wunderschönen Park, die Vereine wie Tennis, Fußball, Minigolf und den großen Spielplatz. Martfeld hat weniger gute Zeiten hinter sich, also ist es wichtig sich darauf zu konzentrieren, was wichtig ist, um ein gut sortiert aufgestelltes Konzept zum Gelingen zu bringen. So soll es möglich sein, daß auch die Mutter mit Kind zu uns kommen kann, aber auch der Tennisspieler nach einem heissen Match etwas Gesundes essen kann und nicht nur das leckere, kühle Bier.“

v.l.: Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, Martina Spannagel, Thomas Striebeck, Till Mundorf und Julian Saßmann Foto: (c) Linde Arndt

v.l.: Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, Martina Spannagel, Thomas Striebeck, Till Mundorf und Julian Saßmann Foto: (c) Linde Arndt

Angebot  rund und gesund
Das Café Bistro startet morgens ab 9:00 Uhr mit einem Frühstück im „Baukastenprinzip“, wie Martina Spannagel es bezeichnet. Und zwar darum, weil es von einem einfachen, preislich günstigen, bis zu einem opulenten, preislich höher gelegenen Frühstück mit Lachs, Eiern, Fisch, Käse, Schinken gewählt werden kann. Es gibt Müslis und selbstgemachte  Smoothies.
Mittags gibt es hausgemachte Eintöpfe, Quiche, Flammkuchen, Folienkartoffen mit Lachs oder Filetstreifen.
Der Nachmittag steht ganz im Zeichen des Genießens mit leckeren süßen Köstlichkeiten. Martina Spannagel und Till Mundorf ist es gelungen, für das Cafe-Bistro am Haus Martfeld eine Konditormeisterin zu engagieren, auf die große Herausforderungen und Aufgaben warten.
In Köln gibt es eine Konditorei „Törtchen – Törtchen“, da gibt es viele kleine Leckereien. Traumhafte kleine Köstlichkeiten soll es jetzt auch im Café-Bistro geben. Und damit diese auch ausser Haus verkauft werden können, sind bereits viele kleine Verpackungen bestellt worden.
Die neuen Pächter wollen auch die  „Bergische Kaffeetafel“ mit der Dröppelmina  wieder hochleben lassen, wo Herzhaftes kombiniert mit Süßem angeboten wird.  Sammelgedecke sollen an Stelle von einheitlichem Marken-Porzellan das passende Ambiente zur Kaffeetafel beisteuern. Es wird gute Torten geben.
Alles in Allem sind die Pläne der neuen Gastonomen so reichhaltig und facettenreich, dass man sich wünscht, dass das neue Café Bistro eine gute Zukunft und lange Lebensdauer hat und viele zufriedene  Gäste Schwelm nach einem Besuch (oder einer Hochzeit, Feier, einem Treffen mit Freunden und Familie) in positiver Erinnerung halten und den Ort der vielen Möglichkeiten als gute Adresse weiter empfehlen.
Morgen, am 14. August 2016 ist mit einem musikalischen Frühschoppen Eröffnung.
So wird das Dornröschen „Schloß Martefeld“ in seiner ganzen Pracht dann wieder zu bewundern sein.

 

Linde Arndt  für EN-Mosaik aus Schwelm