Kicken für den guten Zweck

Oliver Thol begeistert die Teilnehmer foto: (c) Linde Arndt

Oliver Thol begeistert die Teilnehmer foto: (c) Linde Arndt

Teil 1 – Der Start

[la] In den letzten Jahren waren es die Veranstaltungen des ” AVU-Old-Star-Cups ” in Gevelsberg, durch die sechs Einrichtungen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die mit Demenzerkrankten arbeiten, Gelder von dem Erlös erhielten.
Ziel dieser Veranstaltungen war es, auf das Thema Demenz, welches einen immer breiteren Raum in unserem Umfeld einnimmt, aufmerksam zu machen. Immerhin gibt es mehr als 6000 Demenzkranken und Angehörige im EN-Kreis.
Dann kam die überraschende Aussage der Organisatorin Judith Jäger, dass 2015 kein Fußballturnier mehr stattfinden werde, weil in enger Absprache mit der AVU “die Rahmenbedingungen optimiert werden sollten”.

Das war zunächst einmal eine große Enttäuschung. Aber es wären nicht die Initiatoren der damaligen Idee und die zahlreichen Sponsoren gewesen, wenn sie sich nicht wieder etwas hätten einfallen lassen. Und so startet die neue Aktion jetzt beim AVU-Familienfest am Samstag, 11. Juni 2016. Um für das Thema Demenz mehr Aufmerksamkeit zu schaffen, wird ein Tipp-Kick-Turnier veranstaltet. So werden  gemeinsam Erinnerungen an alte Zeiten geweckt.  Dann streiten 24 Prominente aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis beim  Tipp-Kick um den Sieg. Dann wird die Fußball-Europameisterschaft als Tipp-Kick-Turnier “nachgespielt”. Dabei sind die Bürgermeister der 9 Städte sowie der Landrat des EN-Kreises oder deren Stellvertreter und Vertreter von Demenzeinrichtungen sowie Persönlichkeiten aus EN.

Dafür gab es am 27. April 2016  ein Probetraining in der  “AVU-Arena” [Sitzungsraum in der 5. Etage]. Am Ende erhielten die Teilnehmer jeder ein Spiel um bis zum Turnier  am 11.6.2ß16 ausreichend üben zu können.

Es darf geübt werden Foto:( c) Linde Arndt

Es darf geübt werden Foto:( c) Linde Arndt

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Teil 2 – EM-Länder für Tipp-Kick-Turnier beim AVU-Familienfest ausgelost
Am 2.6.2016 war es dann so weit. Die Auslosung der TeilnehmerInnen entsprechend der EM-Länder wurde vorgenommen. In einer Losbox waren die Namen, die entsprechend der auf einer Tafel vorab angebrachten Tabelle gezogen und zugeordnet wurden. Landrat Olaf Schade  sowie einige Spielerinnen und Spieler zogen “ihre” Fußball-Nation aus  der Lostrommel.Das Ergebnis entnehmen Sie bitte der anhängenden pdf-Tabelle .

Die Lose werden gezogen - v.l.: Uwe Träris [Vorstand AVU), Klaus Bruder[Marketingleiter AVU] , Landrat Olaf Schade, Frau Antje Simon-Behr [Sparkasse Gevelsberg] Foto: (c) Linde Arndt

Die Lose werden gezogen – v.l.: Uwe Träris [Vorstand AVU), Klaus Bruder[Marketingleiter AVU] , Landrat Olaf Schade, Frau Antje Simon-Behr [Sparkasse Gevelsberg] Foto: (c) Linde Arndt

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Bei dieser Gelegenheit informierte AVU-Vorstand Uwe Träris über die geplante  Unterstützung: Die AVU fördert neun Demenzhilfe-Organisationen (eine pro Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis) mit insgesamt 15.000 Euro € plus 200 Euro€ pro geschossenem Tor bei dem Tipp-Kick-Turnier.
Denn das ist der Sinn hinter der gesamten Aktion: Die AVU möchte auf das Thema Demenz aufmerksam machen und Organisationen unterstützen, die  sich um Menschen mit Demenz und deren Angehörige kümmern.

So bringt die AVU mit dieser Aktion unterschiedliche Akteure aus der Region zusammen und unterstreicht
damit ihre Position als Stadtwerk der Region.

Auf dem AVU-Familienfest wird es beim Tipp-Kick-Turnier sicherlich ungewöhnliche und hoffentlich torreiche Begegnungen geben! Ein spannendes Ereignis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

VER-KundenCenter am 21. Mai geschlossen.

Wegen einer innerbetrieblichen Veranstaltung bleibt das VER-KundenCenter  in Schwelm, Bahnhofplatz 2, am Samstag, den 21. Mai, geschlossen.

Personalversammlung bei der Stadt Ennepetal

[Ennepetal]  Personalversammlung bei der Stadt Ennepetal
Rathaus und Nebenstellen geschlossen
Aufgrund der diesjährigen Personalversammlung sind das Rathaus und alle städtischen Nebenstellen (auch das Bürgerbüro) am 18. Mai in der Zeit von 9:30 Uhr bis 14 Uhr geschlossen, ein Notbetrieb findet nicht statt.

Arbeitsbedingungen für Journalisten im EN Südkreis

Collage: Linde Arndt

Collage: Linde Arndt

[jpg] Journalisten haben es in der heutigen Zeit schwerer als vor 50 Jahren. Das Landespressegesetz NRW stammt aus dem Jahr 1966, als es noch gemütlich in den Amtsstuben der Kommunen zuging. Es gab noch die gute alte Druckerpresse, mit Winkelhaken, Setzkasten in dem gegossene Buchstaben zur Verfügung standen. Printpresse und das lokale Amtsblatt wurden ein Begriff der heute noch verwendet wird. Wobei die heutigen technischen Gegebenheiten die Erscheinungen der Printmedien einengen und sogar überflüssig machen.

50 Jahre danach grübelt man über die Inhalte dieses Landespressegesetzes in der heutigen Realität nach. Dieses Gesetz mutet antiquiert an wenn in,

„§ 7″

Begriffsbestimmungen

 

(1) Druckwerke im Sinne dieses Gesetzes sind alle mittels der Buchdruckerpresse oder eines sonstigen zur Massenherstellung geeigneten Vervielfältigungsverfahrens hergestellten und zur Verbreitung bestimmten Schriften, besprochenen Tonträger, bildlichen Darstellungen mit und ohne Schrift, Bildträger und Musikalien mit Text oder Erläuterungen.“

gesprochen wird.

Wobei der Bund sich an ein Pressegesetz erst gar nicht heran wagte und immer wieder höchstens auf den Artikel 5 (Meinungs- und Pressefreiheit) GG verweist. Der Bund überlässt die Regelungen lieber den Bundesländern.

 

Und dieser Artikel 5 GG spiegelt sich besonders in den beiden Artikeln des Landespressegesetzes wieder:

§ 3 ”

Öffentliche Aufgabe der Presse

Die Presse erfüllt eine öffentliche Aufgabe insbesondere dadurch, daß sie Nachrichten beschafft und verbreitet, Stellung nimmt, Kritik übt oder auf andere Weise an der Meinungsbildung mitwirkt.

 

“§ 4”
Informationsrecht der Presse

(1) Die Behörden sind verpflichtet, den Vertretern der Presse die der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe dienenden Auskünfte zu erteilen.

(2) Ein Anspruch auf Auskunft besteht nicht, soweit

  1. durch sie die sachgemäße Durchführung eines schwebenden Verfahrens vereitelt, erschwert, verzögert oder gefährdet werden könnte oder
  2. Vorschriften über die Geheimhaltung entgegenstehen oder
  3. ein überwiegendes öffentliches oder ein schutzwürdiges privates Interesse verletzt würde oder
  4. deren Umfang das zumutbare Maß überschreitet.

(3) Allgemeine Anordnungen, die einer Behörde Auskünfte an die Presse überhaupt, an diejenige einer bestimmten Richtung oder an ein bestimmtes periodisches Druckwerk verbieten, sind unzulässig.

(4) Der Verleger einer Zeitung oder Zeitschrift kann von den Behörden verlangen, daß ihm deren amtliche Bekanntmachungen nicht später als seinen Mitbewerbern zur Verwendung zugeleitet werden.“

Soweit das Pressegesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Landespressegesetz NRW) vom 24. Mai 1966.

 

Über 20 Jahre ist das Internet jetzt alt und durchdringt sogar die deutschen Amtsstuben.

Journalisten tauschen sich mit Kollegen in den entlegensten Gegenden aus. Auch EN-Mosaik tauscht sich mittels Skype mit Kollegen aus – dies ist Alltag.

Arbeitsbedingungen in Brüssel für Journalisten Foto: Archiv EN-Mosaik

Arbeitsbedingungen in Brüssel für Journalisten
Foto: Archiv EN-Mosaik

Die Qualität der Verbindungen, der Webtraffic ist in Deutschland nicht gerade der Beste. Holland, Belgien oder Frankreich sind da viel weiter. Was aber auch in den drei genannten Staaten möglich ist, man bekommt in jeder Pressekonferenz oder bei einem Pressegespräch oder bei einem Vortrag, Wlan (WiFi) und Strom Anschluss. Sofort kann man mit der Arbeit loslegen, sich mit dem Verlag verbinden und den Stand der Dinge übermitteln. In den Brüsseler EU – Ausschüssen und den Pressekonferenzen stehen darüber hinaus sogar Audioanschlüsse und Telefonanschlüsse zur Verfügung. In den Pressekonferenzen wird dem Journalisten sofort über das anstehende Thema eine „amtliche“ Stellungnahme zu gestellt. Damit kann jeder Journalist das Geschehnis sofort einordnen und evtl. dem Absender Fragen stellen.

Nach dem Besuch des EU-Ratspräsidenten Tusk, bekamen wir am gleichem Tage um 21.19 Uhr seine Einschätzung über den Türkeibesuch in den Lagern Gaziantep und Nizip, sowie den Gesprächsverlauf mit Premierminister Davutoglu (Remarks by President Donald Tusk during his visit to Turkey). So weit, so gut.

Kehren wir zum EN-Südkreis zurück. Ich weiß der Ennepe-Ruhr-Kreis mit seinen 9 Städten ist nicht Brüssel oder Düsseldorf, wo Journalisten entsprechende Arbeitsbedingungen vorfinden.

Aber muss es denn sein, dass die Arbeitsbedingungen im EN-Südkreis einer teilweise so großen Einschränkung unterliegen, so dass man den Informationsgehalt als nur rudimentär bezeichnen kann?

EN-Kreis

Unsere Redaktion besuchte zwei Ausschüsse des Kreises. Eine Tagesordnung war nicht vorhanden und konnte uns auch nicht vom Vorsitzenden ausgehändigt werden. Einen Lan, Wlan/Wifi Zugang gab es nicht, sodass man evtl. auf die Tagesordnung hätte zugreifen können. Auch konnte kein Stromanschluss ausgemacht werden. Einen Platz für Pressevertreter war nicht vorgesehen. In einem Ausschuss fanden wir neben einem Stapel Getränkekästen einen Sitzplatz um Notizen zu machen.

Augenscheinlich waren Pressevertreter in den Ausschüssen nicht vorgesehen. Das zustande kommen von Beschlüssen war über das Protokoll nicht möglich, denn die politische Aussprache fehlte.

 

Schwelm, Ennepetal und Gevelsberg

Wenn man von der Technik ausgeht, so ist Gevelsberg mit seinem computergestützten und drahtlosen (Wireless) Mikrofonsystem und seinem im Ratssaal integriertem Pressebereich eine wahre Wohltat. Ennepetals Mikrofonanlage ist im Ratssaal nicht vorhanden, der im Haus Ennepetal tagende Stadtrat hat dagegen eine mehr „vorsintflutliche“ Anlage mit einer mangelhaften Akustik. Sitzungsunterlagen in Papierform werden in allen drei Städten nicht immer automatisch vorgehalten. Da kein Wlan oder Lan vorhanden ist kann man auch nicht auf das Ratsinformationssystem im Ratssaal zugreifen. Überhaupt Wlan/WiFi und Lan sind in den Ratssälen nicht vorgesehen. Die Netze sind zwar vorhanden, die Presse darf jedoch darauf nicht zugreifen; aus Sicherheitsgründen, wie uns ein Verwaltungsangestellter sagte. Anscheinend sind die Netze nur unzureichend gesichert.

Akustisch kann man nur in Gevelsberg und Schwelm den Sitzungen folgen, in Ennepetal ist das nur unzureichend möglich. Die Sitzungsunterlagen sind im Ratsinformationssystem nicht immer à jour, eine Deadline gibt es nicht, so dass man nie vorher weiß ob nicht im letzten Moment nicht doch noch ein TOP dazu genommen wird. Die Unterlagen die man im Ratsinformationssystem einsehen kann, sind jedoch nicht mit den notwendigen Links versehen um evtl. Hintergründe zu verarbeiten. Es wird nicht auf die Hierarchie des Vorgangs geachtet oder man weiß nichts von dieser Hierarchie. Überhaupt ist man in allen drei Städten mit Journalisten überfordert, denn die gegensätzlichen Erwartungshaltungen haben zu einer Arbeit geführt die man nicht als journalistisch bezeichnen kann. Es ist mehr eine Mischung aus Stadtschreiber und Heile Welt Journalismus über die Jahre entstanden. In einer der drei Städte sah sich die zuständige Presseabteilung nicht in der Lage der Presse eine gültige Tagesordnung vorzulegen, da sich diese Abteilung für nicht zuständig erklärte.

 

Ratsinformationssysteme der Städte

In einer Zeit von größtmöglicher Flexibilität und Mobilität arbeiten die Städte des Kreises nicht mit Deadlines in ihren Ratsinformationssystemen. Es kann passieren, und das ist nicht selten, dass die Sitzungsunterlagen kurz vor Beginn der Sitzung geändert worden sind. Und wenn man die Sitzungsunterlagen durch sieht, fragt man sich ob die Verfasser schon einmal was von Anker oder Hyperlinks gehört haben? Da wird Bezug zu ehemaligen Dokumenten genommen, die jedoch nicht sofort vorliegen. Ein zeitaufwändiger Suchvorgang bringt nicht immer im Archiv der Stadt den gewünschten Erfolg. Wozu haben wir wohl seit Jahren eine Metasprache, die uns in die Lage versetzt uns in einer vernetzten Welt zurecht zu finden. Um einer Sitzung zu folgen, sollten den Sitzungsteilnehmern, inklusive der Journalisten, sämtliche Informationen vor Sitzungsbeginn vorliegen. Das ganze Ratsinformationssystem ist von journalistischer Seite her gesehen, sehr zeitaufwändig und damit kostenintensiv, unter Effizienz ist dieses Ratsinformationssystem sicher nicht einzuordnen.

Ratsinformationssyste, und Arbeitsunterlagen Collage: Linde Arndt

Ratsinformationssyste, und Arbeitsunterlagen Collage: Linde Arndt

Für die Stadtverwaltungen wäre es ein leichtes ein effizientes Ratsinformationssystem zu führen, wenn sie denn mal wollten. News- oder RSS-Systeme (Really Simple Syndication) sucht man vergebens, sie könnten die Arbeit wesentlich erleichtern. Die gesamte Organisation im Hinblick auf die Presse des Südkreises ist mehr oder weniger in den 70er Jahren stehen geblieben.

 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Hier stoßen zwei verschiedene Erwartungshaltungen aufeinander. Politik und Stadtverwaltung sehen die Journalisten als Empfänger, Verstärker und Sender von subjektiv gefassten Informationen, hinterfragen ist nicht erwünscht. Zwei Ennepetaler Politiker brachten es einmal auf den Punkt, indem sie EN-Mosaik an den Kopf warfen: Sie haben nur das zu schreiben was wir ihnen sagen! Mehr nicht.

Das Verständnis von Pressearbeit, welches hier zu Tage trat hat nichts aber auch gar nichst mit unserer Demokratie zu tun.

Dabei wittern wir Journalisten doch hinter jeder Botschaft eine Story, dass ist nicht unbedingt negativ gemeint. Eine kritische Distanz sollte unser Berufsstand gegenüber Politik und Verwaltung einnehmen. Passt also nicht zusammen.

Woran liegt die nicht gerade professionelle Zusammenarbeit in vielen Bereichen und Fragen? Es liegt an der Einstellung der Kollegen des ehemaligen Monopolisten Waz-Mediengruppe, heute Funke- Mediengruppe. Diese Kollegen haben ein anderes Berufsethos, sie wollen wie die Fische im Wasser mit den „Mächtigen“ schwimmen. Vorauseilender Gehorsam und Anpassung an die lokalen Verhältnisse haben einen Lokaljournalisten hervor gebracht, der dem Credo von Politik und Verwaltung, alles ist in Ordnung und wir müssen die Kommune nur schön finden (Heile Welt), nach hängen. So hat ein Ennepetaler Whistleblower im Zusammenhang mit den AÖR-Papers zu unserer Redaktion gefunden, weil die Kollegen der Funke-Medien Gruppe mit solchen Papieren nicht umgehen können (oder wollen), so der Informant. Dieses Vertrauen tut uns gut, macht aber auch deutlich wie wenig man den ehemaligen „Monopolisten“ zu traut.

 

Kritik (Kunst der Beurteilung)

Kritische Distanz sollen wir Journalisten, so wir denn Journalisten sein wollen, halten. Nur, wie soll das funktionieren, wenn mein Gegenüber aus Politik und Administration keine Kritik ertragen kann? Immer wieder werden uns Mails zu gesandt, in denen man uns unterstellt, dass wir Journalisten nicht über den viel gerühmten Tellerrand blicken können. In denen man uns ein Abhängigkeitsverhältnis mit den Größen aus Politik und Verwaltung unterstellt. Vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit sieht anders aus, sie unterstellt geradezu die Kritik. Wir Journalisten müssen uns, zu Recht, zunehmend selber einer selbstkritischen Betrachtung unterziehen. In vielen Fällen müssen wir uns unsere Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Leser zurück holen. Einige von uns müssen sich dann von ihren Hängematten, in denen sie es sich bequem gemacht haben, verabschieden. Denn der gute alte Qualitätsjournalismus ist der einzige Weg um die Glaubwürdigkeit der Leser wieder zu erlangen und damit ernst genommen zu werden.

Diese Kritik der Öffentlichkeit in Richtung der Medien, ist aber ein rein deutsches Phänomen (Stichwort: Lügenpresse) und hat zur Folge dass  viele Politiker über die Jahre einer Selbsttäuschung erlegen sind und  in der Einschätzung der Wählergunst einem fatalem Irrtum erlagen. Dem fortschreitenden Machtverlust der etablierten Parteien kann man Jahr für Jahr zusehen. Immer mehr Parteien drängen in die Stadträte und Parlamente, wobei sie von den großen Volksparteien die Wähler bekommen. Wer hätte das gedacht, dass eine SPD in der Wählergunst bei stabilen 20% liegen. Oder die CDU als Juniorpartner mit den Grünen koalieren muss. Bei einer funktionierenden Presse wäre das sicher nicht passiert, denn die hätte mit dem notwendigen Druck fehlgeleiteten Politikern wie Stefan Mappus (CDU) die falschen Entscheidungen um die Ohren geschlagen.

 

Epilog

 

Auf der lokalen Ebene  sind die Arbeitsbedingungen für Journalisten miserabel. Da werden altgediente Journalisten bei Laune gehalten indem man ihnen Informationen zusteckt, die bei Licht betrachtet banal und trivial sind. Die eigentlich „heißen“ Informationen werden diesen Journalisten jedoch immer verborgen bleiben, es interessiert den lokalen Journalisten kaum oder nur als Petitesse. Man verlangt die Heile Welt, also bekommt man die Heile Welt. Das der Leser und auch Wähler sich abwendet wird dabei häufig übersehen. Und weil das so ist muss der Journalist auf lokaler Ebene investigativ arbeiten um an die nötigen Informationen zu kommen. Diese Arbeitsweise ist jedoch sehr zeitaufwendig, da fragt man sich, warum zur Hölle die Arbeitsbedingungen auf lokaler Ebene solch einen Zeitaufwand erfordern um eine „Schöne Stadt“ immer wieder dem Leser unter die Nase zu reiben. Er, der Leser, glaubt die Story sowieso nicht mehr, außer er ist debil und hat damit nur eine beschränkte Sichtweise.

Charly Marx hat in seinen Werken den geschichtlichen Werdegang des kapitalistischen Systems beschrieben und seinen Untergang prophezeit. Dann wendete Marx sich dem von ihm favorisierten kommunistischen System zu und erreicht mit diesem System ein Ziel in dem die Gesellschaft sich in paradiesischen Zuständen befinden wird. Es ist ein philosophischer Entwurf, ja, Marx war auch Philosoph. Nur, mit dieser Beschreibung der paradiesischen Zustände als Voraussage hat Marx die gesamte wissenschaftliche Arbeit unglaubhaft gemacht. Es kann kein Paradies geben. Denn wenn es dieses Paradies geben würde, würde der Mensch sein Streben nach einer besseren Welt verlieren.

 

Die lokalen Fürsten sollten aufgeben ihre Städte als vollkommene oder absolute Städte  einzustufen, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit nicht verlieren wollen. Und nach der Glaubwürdigkeit würde man ihnen das Vertrauen entziehen. Und was danach kommt, müsste selbst der schlechteste Hauptschüler mitbekommen haben.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus dem Südkreis

Theater der Jungen Welt Leipzig bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Foto: (c*)Theater der Jungen Welt Leipzig

Foto: (c*)Theater der Jungen Welt Leipzig

[Recklinghausen]  Das Theater der Jungen Welt aus Leipzig ist zu den diesjährigen Ruhrfestspielen Recklinghausen mit gleich drei Produktionen eingeladen, darunter auch eine Produktion für die allerjüngsten Zuschauer ab zwei Jahre. Dabei feiern Ruhrfestspiele und TdJW einen Doppelgeburtstag, beide werden 70 Jahre alt – die Pforten des ältesten Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland öffneten im November 1946.

Das Theater der Jungen Welt mit seinem Intendanten Jürgen Zielinski zählt zu einem der renommiertesten Kinder- und Jugendtheater der Republik. Auszeichnungen und Nominierungen belegen dies eindrücklich. Im letzten Jahr wurde die Inszenierung »GINPUIN. AUF DER SUCHE NACH DEM GROSSEN GLÜCK« für den Theaterpreis Faust in der Kategorie »Regie im Kinder- und Jugendtheater« nominiert und das Theater mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Die Jury lobte vor allem das starke Ensemble, und dass der Spielplan mit seinen verschiedenen Regiehandschriften junge Zuschauer und Erwachsene gleichermaßen ästhetisch herausfordere, sich mit den Ambivalenzen der Welt auseinanderzusetzen.

2002 hat der gebürtige Dortmunder Jürgen Zielinski nach Stationen unter anderem in Tübingen und Hamburg das Haus in Leipzig als Intendant übernommen. Er ist nicht nur künstlerischer Leiter, sondern auch als Regisseur tätig. Seine »GINPUIN«-Produktion wird auch in Recklinghausen zu sehen sein. 14 Ensemblemitglieder in einer Schauspiel- und einer Puppentheatersparte machen das TdJW mit über 700 Vorstellungen pro Jahr zum meistspielenden Kulturbetrieb Leipzigs.

Hinzu kommt eine rege Gastspielaktivität im gesamten deutschsprachigen Raum, die 2012 mit dem INTHEGA-Preis für Kinder- und Jugendtheater ausgezeichnet wurde. Auch auf Festivals ist das TdJW regelmäßig vertreten. In dieser Spielzeit gab es Einladungen zum mitteldeutschen Festival Wildwechsel in Weimar, den Ruhrfestspielen und dem Szene Bunte Wähne Festival in Österreich. Hinzu kommen internationale Projekte mit Theatern in Israel wie aktuell »OUT OF THE BOX // PIONIER« und die Einladung zum Flow-Festival, das im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas 2016 in Breslau stattfindet. Dort wird das TdJW mit der szenischen Installation »MARMOLADA // HOME SWEET HOME« als einziges deutsches Theater mitwirken.

Ein weiteres wichtiges Standbein des TdJW ist seine Theaterpädagogik, die sich Junge Wildnis nennt und mit herausragenden Projekten Theater nicht als Schau- sondern vor allem Spielraum versteht. So entwickelten die Theaterpädagogen in dieser Spielzeit das interaktive Klassenzimmerspiel »BESSER ICH«, das sich mit dem Optimierungswahn auseinandersetzt und der Club Melo, das inklusive Theaterprojekt, fährt mittlerweile selbst auf Gastspiele.

Der 70. Geburtstag des Theaters wird als Jubiläumsspielzeit gefeiert mit zahlreichen besonderen Aktivitäten und einem Buch mit dem Titel »70 JAHRE ZUKUNFT«, das zur Leipziger Buchmesse im Frühjahr 2017 erscheinen wird.

»Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr so präsent sind auf den Ruhrfestspielen. Die Einladungen ermutigen uns den Weg qualitativen Mehrgenerationentheaters weiter fortzusetzen«, erklärt Jürgen Zielinski. »Gerade als gebürtiger Dortmunder ist es mir eine ganz besondere Ehre, an einem so renommierten Ort im Ruhrgebiet auftreten zu können und unsere Kunst zu zeigen.«

Auf den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2016 sind folgende Produktionen des Theater der Jungen Welt zu sehen

»FISCHE UND SÜSSER BREI« [2 plus]
Von Ines Müller-Braunschweig | Uraufführung
30 Min.
Regie. Ines Müller-Braunschweig | Komposition: Lutz Schlosser |
Kostümbild: Jule Dohrn van Rossum
Mit: Katja Bramm, Lutz Schlosser
10. Mai, 10 und 15 Uhr | 11. Mai, 10 und 15 Uhr

»KÖNIG DER KINDER: MACIUS!« [8 plus]
Von Katrin Lange | Nach Motiven des Romans »König Macius I.« von Janusz Korczak | Auftragsarbeit für das Theater der Jungen Welt | Uraufführung
1 Stunde 35min
Regie: Kai Festersen | Bühnenbild: Fabian Gold | Kostüme: Katja Rosa Quinkler |
Dramaturgie: Jörn Kalbitz
Mit: Sonia Abril Romero, Katja Bramm, Katja Göhler, Hannes Hirche, Kevin Körber, Benjamin Vinnen, Anna-Lena Zühlke
17. Mai, 15 Uhr | 18. Mai, 10 Uhr

»GINPUIN. AUF DER SUCHE NACH DEM GROSSEN GLÜCK« [4 plus]
Von Winnie Karnofka | Frei nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson | mit Live-Musik | Uraufführung
1 Stunde
Regie: Jürgen Zielinski | Komposition: Simon Bodensiek | Ausstattung: Jasna Bošnjak | Dramaturgie: Winnie Karnofka
Mit: Simon Bodensiek, Stephan Fiedler, Chris Lopatta, Reinhart Reimann, Anke Stoppa
19. Mai, 9:30 und 15 Uhr | 20. Mai, 9:30 und 11:30 Uhr

Bei der Preisverleihung des erstmals ausgeschriebenen Theaterpreises des Bundes der mit 80.000,– Euro dotiert ist, begründete die Jury  ihre  Entscheidung für das Theater der Jungen Welt  damit, dass das Theater nicht nur durch ungewöhnliche Stückentwicklungen, Gegenwartsdramatik und experimentellen Tanzprojekten überzeuge, sondern diese auch mit einem starken Ensemble und auf kontinuierlich hohem Niveau für die Bühne umsetze. Das Programm fordere sowohl junge Zuschauer als auch Erwachsene auf, sich mit eigenen widersprüchlichen Gefühlen und Handlungen sowie den Ambivalenzen der Welt auseinanderzusetzen. Hier bewahrheitet sich einmal wieder, gutes Theater für junge Zuschauer ist auch immer ein gutes Theater für Erwachsene, so Dr. Mildred Scheel, Ärztin, Gründerin der deutschen Krebshilfe.

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Spax-Cup 2016 – VER richtet kostenlosen Pendelverkehr ein

[Ennepetal] Spannende Spiele gibt es zu Pfingsten beim Spax-Cup im Ennepetaler Bremenstadion vom 14. bis zum 16. Mai 2016 bestimmt reichlich. Eines ist jedoch rund um das Bremenstadion Mangelware: Parkfläche! Die Veranstalter appellieren daher an alle Zuschauer, nicht mit dem eigenen Auto zu kommen.
Eine gute Alternative ist da der kostenlose Pendelverkehr, den die VER wieder einrichten wird – und zwar an allen drei Turniertagen – nicht nur innerhalb Ennepetals, sondern ab Gevelsberg.
Der kostenlose Buspendelverkehr fährt folgende Haltestellen an: Gevelsberg Hbf., Wittener Straße (nur hin), Commerzbank (nur hin), Gevelsberg Mitte (nur hin), Gevelsberg Rathaus (nur zurück), Gevelsberg Lusebrink (nur zurück), Gevelsberg Fliedner Klinik, Lehrwerkstatt, Garthe, Am Wunderbau, Ennepetal/ Gevelsberg Bf., Friedrichstraße, Ennepetal Bus-Bf., Esbecke, Schule Esbecke, Milspe Friedhof, Berufskolleg, Bremenstadion und zurück. Die Shuttlebusse fahren im 30-Minuten-Takt.
Nähere Informationen und Fahrplantabellen gibt es auch auf der Homepage der VER unter www.ver-kehr.de

 

Fahrplan Hin als pdf

Fahrplan Zurück als pdf

 

 

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Literatur Biennale Wuppertal unter Beteiligung der Bergischen Uni

[Wuppertal] Vom 24. Mai bis zum 4. Juni findet die dritte Literatur Biennale Wuppertal statt. Unter dem Motto „Utopie Heimat“ werden auf über 30 Veranstaltungen (im gesamten Stadtgebiet, d.Redaktion) namhafte nationale wie internationale Autorinnen und Autoren lesen und diskutieren. Wie schon bei den ersten beiden Festivals ist die Bergische Universität Wuppertal auch in diesem Jahr ein enger Kooperationspartner der Biennale.

Vertreter der Germanistik, darunter insbesondere Dr. Christoph Jürgensen, Mitarbeiter von Prof. Dr. Michael Scheffel (Allgemeine Literaturwissenschaft und Neuere deutsche Literaturgeschichte), organisieren eine Reihe von Lesungen.

Die Wuppertaler Wissenschaftler konnten gewinnen: Frank Witzel, der am 24. Mai aus seinem Buch „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ liest; Katharina Hacker, die am 25. Mai eine Leseprobe aus ihrem neuesten Roman „Skip“ gibt; Ulrich Peltzer, der am 26. Mai Auszüge aus seinem Buch „Das Bessere Leben“ präsentiert; Marcel Beyer und Lutz Seiler, die am 28. Mai ihre Gedichte in einen Dialog treten lassen; Durs Grünbein, der am 31. Mai aus seinem Buch „Die Jahre im Zoo“ liest; Norbert Scheuer, der am 2. Juni aus „Die Sprache der Vögel“ vorträgt; Reinhard Jirgl, der am 3. Juni aus „Oben das Feuer, unten der Berg“ liest; Andreas Spechtl von der Band „Ja, Panik“, der am 3. Juni erzählt und seine Songs spielt.

Am 29. Mai wird außerdem der Preis der Wuppertaler Literatur Biennale 2016 verliehen. Eines der Jurymitglieder ist Prof. Dr. Andreas Meier (Neuere Deutsche Literaturgeschichte).Die Preisverleihung findet am Sonntag, 29. Mai 2016 (19:30 Uhr, Café Ada) im Rahmen der diesjährigen Wuppertaler Literatur Biennale statt. Die Rede zur Preisverleihung hält die Schriftstellerin Judith Kuckart.

Kontakt:
Dr. Christoph Jürgensen
Telefon 0202/439-3048
E-Mail juergens{at}uni-wuppertal.de

Weiterhin viel Erfolg, ich habe schon unterschrieben.

 Bürgerbegehren Foto-Collage: Linde Arndt

Bürgerbegehren Foto-Collage: Linde Arndt

Die Schwelmer Initiative “Unser Rathaus! Unsere Entscheidung! Unsere Zukunft!” teilte uns folgenden Stand des Bürgerbegehrens bis gestern mit:

[Schwelm] Sehr häufig hörten die Initiatoren und Unterstützer des Bürgerbegehrens am Samstag an ihrem Infostand: „Weiterhin viel Erfolg, ich schicke Ihnen noch meinen Mann/meine Frau zum Unterschreiben“. Damit zeichnet sich die Arbeit der letzten drei Wochen aus, in denen die ersten 1400 Unterschriften gesammelt werden konnten. Wir erleben eine angenehme Gesprächskultur, so Norbert Meese, als einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens. Viele Bürgerinnen und Bürger kommen gezielt zum Infostand, um ihre Unterschrift leisten zu können. Dr. Ilona Kryl brachte am Samstag 300 Unterschriften mit, die bei ihr abgegeben wurden oder persönlich mit weiteren Unterstützern gesammelt werden konnten. Sehr häufig wurde nach leeren Unterschriftenlisten gefragt, um sie in der Hausgemeinschaft, im Freundeskreis oder im Verein auslegen zu können. Es entwickelt sich, auch gerade bei den Hausbesuchen, ein zunehmendes Interesse an der Standortfrage des Rathauses. So hat allein am vergangenen Sonntag ein Unterstützter des Bürgerbegehrens 130 Unterschriften bei Hausbesuchen gesammelt.

Die „Allianz“ (CDU,FDP,Bündnis90/Die Grünen und FWE, die Redaktion) entdeckt Gemeinsamkeiten mit dem Bürgerbegehren.
Mit Freude haben die Initiatoren gelesen, dass der Wilhelmpark nicht bebaut werden soll. Nach Untersuchung der Verwaltung, vorgestellt auf der Bürgerinformationsveranstaltung, so Rainer Zachow, reicht der vorhandene Platz in der Moltkestraße für das Rathaus völlig aus. Damit wird aber auch den Planern von Wohnbebauung am Standort der Moltkestraße deutlich gemacht, dass der Wilhelmpark für Ihre Bauvorhaben nicht zur Verfügung steht. Die bauliche Entwicklung der Innenstadt, mit Hilfe von Fördermitteln, ist ein weiteres gemeinsames Ziel von Politik und den Initiatoren des Bürgerbegehrens. Somit ist neben der pflichtgemäßen Akzeptanz des Bürgerbegehrens, doch Einiges an Übereinstimmung festzustellen.
Wer das Bürgerbegehren unterstützen möchte, kann sich dort über das Kontaktformular oder über info@buergerbegehren-schwelm.de melden.

Der nächste Infostand “In die Mitte der Stadt“ wird am 14. Mai 2016 von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr auf dem Bürgerplatz stattfinden. Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern sind in diesem Zusammenhang herzlich willkommen.

 

DIE GRENZEN DER STADT – Ausstellung Sparkasse Ennepetal-Milspe

Screenshot Henning Beckhoff Collage: Linde Arndt

Screenshot Henning Beckhoff Collage: Linde Arndt

[Ennepetal] DIE GRENZEN DER STADT – Ein Film entsteht
Eine Austellung in der Sparkasse Ennepetal-Milspe

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, 12.5.2016 um 11:30 Uhr, Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, in Milspe,statt.Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten, bis zum 8.6.2016, besucht werden.

Was braucht ein Mensch um sich eine Heimat zu schaffen und was um sich wieder von ihr zu lösen?

Am Anfang der Stoffentwicklung zu DIE GRENZEN DER STADT stand eine Kleinstadt am Rande des Ruhrgebiets. Die Stadt meiner Kindheit sollte mir nach vier Jahren Filmstudium in Berlin einen Rahmen schaffen um die oben formulierte Frage nach Identität genauer stellen zu können. So wurde ich auch in meiner Arbeit am Drehbuch immer wieder von den Bildern meiner Jugend angetrieben. Es gab da eine Sehnsucht nach einem Ort, den es nur noch in meiner Vorstellung gibt. Von dem Gefühl der Freiheit in einer ländlichen Gegend aufzuwachsen, von langen Fahrten mit dem Fahrrad durch die Nacht, den eigenen Körper als stark, fast heldenhaft zu erleben. Gedanken und Träume, die gerade durch meine Distanz zu der Stadt zu einer Heimatglorifizierung führten, die ich in dem Film erzählen, aber auch hinterfragen möchte.

Im Zentrum der Coming of Age-Geschichte steht der spürbare Kontrast zwischen Moderne und Tradition und die Themen JUGEND, HEIMAT und ERWACHSEN WERDEN.

Es ist die Zeit in der alles zum ersten Mal passiert. Der erste Kuss, der erste Rausch und in dieser Geschichte auch der erste Schuss. Mich interessiert dabei besonders der Kampf, den jeder Mensch mit sich selbst, aber auch gegen die Gesellschaft, in der er lebt, austragen muss um zu sich selbst zu kommen.

ENNEPETAL soll hierbei nicht nur als Drehort, sondern als eigener und wichtiger Charakter des Films in Erscheinung treten. Um ein aktuelles Bild der Stadt zu zeigen ist es wichtig nicht nur aus meinen Erinnerungen in dieser Stadt zu schöpfen, sondern vor Ort zu sein um die Stadt, ihre Bewohner und ihre Geschichten kennenzulernen.

Die Ausstellung „DIE GRENZEN DER STADT- Ein Film entsteht“, erzählt auf zwölf Stellwänden von unserem Team, bisherigen Filmen, Recherche in Ennepetal und von „5 Dingen die du nicht verstehst“.

Sie wird einen Monat lang zu sehen sein und soll Ennepetaler über den Film informieren und die Möglichkeit zum Austausch bieten. In Zusammenarbeit mit den Bewohnern der Stadt ist es unser Ziel ein intimes Portrait der
heutigen Zeit und das Erwachsenwerden in dieser Umgebung zu zeigen.

Henning Beckhoff

Wege in die Gegenwart II

Hagener Generalmusikdirektor Ludwig mit Tacktstock Foto: (c) theaterhagen

Hagener Generalmusikdirektor Ludwig mit Tacktstock Foto: (c) theaterhagen

[Hagen] Das neunte Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Hagen am Dienstag, 10. Mai 2016 (20 Uhr, Stadthalle) widmet sich programmatisch erneut der Frage nach den vielfältigen kompositorischen Wegen in die Gegenwart.
Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Florian Ludwig treffen Komponisten aufeinander, die in dieser Kombination sonst nicht häufig zu hören sind. Es beginnt mit einem Werk von Ludwig van Beethoven, der wie kaum ein anderer an der Schnittstelle zwischen zwei Epochen steht: Seine Musik gilt zugleich als Höhepunkt der Wiener Klassik und als Türöffner der Romantik. Seine „Leonoren“-Ouvertüre Nr. 3 ist dafür ein repräsentatives Beispiel. Eigentlich gedacht als Vorspiel zu seiner Oper „Fidelio“, die ursprünglich „Leonore“ hieß, sprengte sie mit ihrer Dramatik und Ausdehnung alle damals gültigen Maßstäbe. Benjamin Britten lässt sich schwer in Kategorien fassen, ist jedoch zweifelsfrei als Wegbereiter der Moderne und Mittler zwischen Tradition und Avantgarde von großer Bedeutung für den Fortlauf der Musikgeschichte. Sein Violinkonzert entstand größtenteils 1939 im amerikanischen Exil und wird häufig als Ausdruck der hoffnungslosen politischen Situation dieser Zeit interpretiert. Virtuosität und Gefühlstiefe verbinden sich in dieser Komposition auf vollendete Weise. Den Solopart gestaltet die herausragende deutsche Geigerin Antje Weithaas. Zu Franz Schuberts Sinfonie Nr. 10, die er kurz vor seinem Tod 1828 zu schreiben begann, existieren lediglich Skizzen. Der italienische Komponist Luciano Berio schuf daraus Ende der 1980er Jahre unter dem Titel „Rendering“ eine faszinierende Symbiose von Schuberts später Sinfonik und der eigenen Musiksprache – eine spannende musikalische Begegnung von Alt und Neu, die in Hagen erstmals zu hören sein wird.

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Karten an der Theaterkasse, unter 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel: 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.