[jpg] Zwei Erwartungswelten prallten am Sonntag aufeinander. Gott sei dank ist nichts passiert. Die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld feierte am Sonntag, dem 27. Januar die Vernissage der Ausstellung „Remember Revolver 2013“ von Klaus Voormann. EN-Mosaik und ebenso die in Auflösung befindliche WR der WAZ Gruppe berichteten im Vorfeld mehrfach darüber. Viele Facetten wurden über Klaus Voormann geschrieben, wobei der Ennepetaler und der Beatle „Sideman“ im Vordergrund standen. Es ist einfach nicht wahr, wenn man den Eindruck, durch weglassen bestimmter Informationen, erweckte Klaus Voormann wäre ein Ennepetaler. Und es ist auch nicht wahr, wenn man versuchte ihn als einen der Beatles (5.Beatle) hinzustellen. Immer wieder versuchte jemand die Person Klaus Voormann entweder auf den Ennepetaler oder auf den Beatle zu reduzieren. Tatsache ist, er war und ist ein excellenter Künstler der in der Pop und Rock Szene aus der damalige Zeit vernetzt war und ist. Und diese Vernetzung mit den Beatles brachte ihm auch in letzter Konsequenz den Grammy in der Kategorie: „ Best Album Cover, Graphic Arts“ mit dem Album „Revolver von den Beatles (Künstler: Klaus Voormann) „ im Jahre 1967 durch die National Academy of Recording Arts and Sciences in Los Angeles ein.

Um ein Feeling für die damalige Zeit aufkommen zu lassen, drei der anderen Preise:

  • Single des Jahres (Record Of The Year):

    "Strangers in the Night" von Frank Sinatra

  • Album des Jahres (Album Of The Year):

    Sinatra: A Man And His Music von Frank Sinatra

  • Song des Jahres (Song Of The Year):

    "Michelle" von den Beatles (Autoren: John Lennon, Paul McCartney) from the album Rubber Soul

 

Sie sehen die alte Zeit war noch nicht ganz vergangen, ja, Sinatra hatte neben den Beatles bestehen können. Na ja, Sinatra war damals ein US amerikanischer Titan – unantastbar. Um Voormann zu bewerten sollten wir die damalige Zeit etwas anreißen.

Der Deutsche Beuys erweitete in Europa wesentlich den Kunstbegriff, damit waren die Grafiken eines Klaus Voormann mit einem Schlag Kunst. Andy Worhold, wenn man so will, ein Grafikerkollege von Klaus Voormann, begründete mit anderen Kreativen in New York die Pop Art unabhängig von den Briten. Die Briten hatten Richard Hamilton, einen Grafiker und Maler, der die Pop Art in Greet Britain begründete.

Pop Art wandte sich ab von einem elitären abstrakten Kunstverständnis, Kunst sollte sich nur dem Realen, Reinen,  Gegenständlichen zuwenden, es wurden nur primär Farben ausgewählt und Formen des Alltags wurden in der Regel mit sogenannten Outlines umrandet. Sie wirken wie eine Zeichnung ohne Tiefe aber mit ihrer Farbe rein und klar.

Es waren also zwei Gruppen die unabhängig sowohl in den USA als auch in GB die neue Kunst schafften. Und wie sie alle wissen auch die POP Musik hatte ihre zweite Gruppe neben den Beatles, die Rolling Stones.

 

 Die Musik als auch der Musikbegriff wurde durch den US Amerikaner John Cage erweitert, Geräusche waren nunmehr Musik. Der US Amerikaner Harry Partch baute für seine Kompositionen eigene Instrumente, wie zum Beispiel eine vielsaitige Gitarre.

 

Um es kurz zu machen überall war eine Aufbruchstimmung ohne Gleichen, nichts war fest vergeben, alles war in Bewegung. War man an einem Tag als Hobo unterwegs, so konnte die Woche darauf das Leben einen in eine weitaus höhere Etage absetzen. Alles war möglich.

Woody Guthrie, zeitweise selbst ein Hobo unterwegs, beschrieb in seinem Song „This Land“ das damalige Lebensgefühl so:

This land is your land, this land is my land

.This land was made for you and me.

Im Grund war damit alles gesagt. 

In dieser Zeit lebte Klaus Voormann als guter, i.S. von er verdiente sein Geld, Grafiker in Hamburg und landete in einer Szene die damals auch normal war,  einer Kneipe, spartanisch ausgestattet, mit einer kleinen Bühne (Musste aber nicht sein) und einer Gruppe die Musik machte. Die Musik wurde für einen „Appel und ein Ei“ gemacht. „The Beatles“ – John, Paul, George, Stuart Sutcliffe (kurz danach gestorben) am Bass und Pete Best am Schlagzeug, später Ringo Starr von der ersten Band Rory Storm und die Hurricanes traten im Hamburger „Kaiserkeller Club“ auf. Klaus Voormann gesellte sich wie selbstverständlich dazu und es entwickelte sich eine Freundschaft. Tagsüber wurden Grafiken für die Werbeindustrie entwickelt und abends ging es bis manchmal morgens in den Club. Müde? Kein Problem. Man legte sich ein Stündchen in irgendeine Ecke und der Schlaf war weg.

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Viele der in der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld ausgestellten Werke beschreiben die damalige Zeit. Sie zeigen die damals üblichen Techniken, Strichzeichnungen mit und ohne Verwischungen. Traumszenen, esoterische Zustände der Figuren die teilweise surreal wirken. Realistische Betrachtungen der damals lustgesteuerten jungen Menschen. Der Marihuana Konsum fand sich im Deutschland der damaligen Zeit ein: „Ein Pfeifchen in Ehren kann niemand verwehren“, so der Tenor der damaligen Jugend. Es war eine Traum und Wunschwelt der damaligen Zeit die Klaus Voormann in seinen Werken zeigt, die von Autoritäten befreit waren. Die ausgestellten Bilder stellen in ihrer Hängung eine Art von Erzählung der damaligen Zeit dar, die nur von grafischen Bildern unterbrochen werden, die anscheinend den Ansatz für ein neues Cover sein könnten.

  Da ist der morgens nach Hause wankende letzte Gast des „Kaiserkeller Club“zu sehen der mit einem in Schlaf gefallenen Kopf korrespondiert. Die Zigarette qualmt noch oder hängt schief im Mund.

Es war die Nachkriegsgeneration die sich von ihren Eltern abgewandt hatte und versuchte ein anderes Leben zu gestalten.

Voormann hatte sicherlich damals die Möglichkeit den Hebel umzulegen und sich der Grafik und Malerei ganz und gar  zu widmen. Aber was tat er? Er brachte sich in die Bands ein, als Bassist. So kann es gehen.

Was mich jedoch berührte, die gezeigten Exponate hätten durchaus in einem musealen Umfeld ihre Bewunderer haben können und wären es sicher wert gewesen eine eigene Laudatio zu bekommen. Frau Lips vom Osthaus Museum wäre da bekanntermaßen sicher bereit gewesen.

Zweimal machte Klaus Voormann den Moderator Frank Laufenberg (SWR) auf seine Grafiker Laufbahn aufmerksam, die ja auch nachweislich, vorzeigbar in ein großes und herausragendes künstlerisches Œuvre mündete.Keiner ging jedoch darauf ein.

Es war schade wie wenig Verständnis für dieses künstlerische Leben aufgebracht wurde. Ennepetal hätte mehr Imagepunkte mit dem bildenden Künstler Klaus Voormann, als mit dem „Back to the roots“ oder dem „Sideman“ machen können. Wir sahen einen sehr sympathischen, höflichen, freundlichen, einfachen, ruhigen, unaufgeregten und zuvorkommenden Klaus Voormann der es zu ließ, sich ihm vereinfacht zu nähern. Seine Größe wurde am Sonntag nicht annähernd vorgestellt, vielmehr wurde er  überwiegend auf zwei Facetten reduziert.

Es lohnt sich auf jeden Fall die Exponate in Ruhe anzusehen. 2 Stunden würde ich als angemessen betrachten um dem Künstler Klaus Voormann in seinen Exponaten zu begegnen.

Die Ausstellung ist bis zum 21. Februar2013  in der Milsper Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld zu sehen – es lohnt sich auf jeden Fall.

 

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

[alle Fotos © Linde Arndt]

 
Eingang zum Haus der Architekten                                                                                                                                 Foto: ©   Linde Arndt
 

 

[jpg] Neujahrsempfänge haben eigentlich eine einfache Regel. Man sieht sich und wird gesehen, spricht miteinander und wünscht den anderen aber auch sich für das vor einem liegende Jahr viel Erfolg und natürlich Gesundheit. Alles soll heiter und gelassen ablaufen, ehe wir uns wieder unseren Arbeiten zuwenden. Netzwerker bestätigen sich nochmals der einmal auf genommenen Verbindungen. So auch der Neujahrsempfang 2013 der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.


Präsident der Kammer Dipl.-Ing.BDB
Hartmut Miksch                Foto: © Linde Arndt
  Als Redner waren angekündigt der Präsident der Kammer Dipl.-Ing.BDB Hartmut Miksch und von der Landesregierung der Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen Michael Groschek. Es versprach feinstofflich interessant zu werden, zumal in dem Bereich der anwesenden Architekten sehr viele sichtbare und unsichtbare Baustellen sich angesammelt haben. 300 Gäste hatten sich eingefunden als Hartmut Miksch das Mikrofon ergriff und mit seiner Rede begann. Er war froh als er von den Abschlussarbeiten der Novelle der nun auf den Weg gebrachten Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) berichten konnte. Sowohl die strukturellen als auch die monetären Änderungen sind nun gefasst und kann von dem BMWi zur Abstimmung in Berlin vorgelegt werden.

Sorgen bereiteten ihm die Preise im Wohnraum, die inzwischen 40% der kleinen bis mittleren Einkommen der Mieter ausmachen. So zu beobachten auf der Rheinschiene. Wenn es nicht gelingt wieder angemessen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, drohen soziale Spannungen. Den derzeitigen Finanzrahmen für den sozialen Wohnungsbau erachtet Miksch als zu niedrig und wünscht sich eine Anhebung. Schon jetzt ist der Bedarf für diesen Wohnraum weitaus höher als die Bauindustrie fertigstellt.

Ein weiteres Problemfeld ist der demografische Faktor aufgrund dessen 2,5 bis 3 Mio Wohnungen in den nächsten Jahren fehlen. Auch sieht er die Kommunen in der Verantwortung den sozialen Wohnungsbau auch im Hinblick  auf den demografischen Wandel wieder stärker auf die Agenda zu setzen. Mahnend will er keine Wohnungsbauten über 5 Stockwerke mehr sehen, dies waren Fehler in der Vergangenheit die soziale Probleme nach sich gezogen hatten. Schrecklich findet er, wenn man Kinder von Kitas oder Kindergärten aber auch Schulen in Containern unterbringt.

Es kann nicht sein Kinder in einem unflexiblen Raum, wenn man hier von Raum sprechen kann, auf die Schule oder das Leben vorzubereiten. Diese Kinder werden es sicher den Entscheidern und Organisatoren für solche Räume mit einem Mangel an ästhetischem Verständnis danken.

   
Präsident der Kammer Dipl.-Ing.BDB
Hartmut Miksch                Foto: © Linde Arndt

Trotz aller gesamtgesellschaftlicher Unkerei hat bei einer Umfrage bei den Kammermitgliedern eine überwiegend normale und maßvolle positive Sicht der Zukunft vorgelegen, was für Miksch eine gute Nachricht war. Seine Ansichten über die Baustelle CO2 wollte er aufgrund der schon fortgeschrittenen Zeit nicht zum Besten geben und übergab das Mikro an Michael "Mike" Groschek, den Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

 


Michael "Mike" Groschek,  Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen                                          Foto: © Linde Arndt
 

Groschek rief dann sogleich 2013 zum Jahr des Aufbruchs aus. Und so nebenbei solle die auf alle zukommende Schuldenbremse nicht zur Gestaltungsbremse werden. Über 1 Mrd. wird die Landesregierung für den Bereich Wohnungsbau zur Verfügung stellen. Er mahnte ein Umdenken und eine Horizonterweiterung an, Nicht die Wohnung oder das Gebäude allein wird als Grundlage stehen, vielmehr wird es eine Förderung für die Quartiere oder Viertel geben. Weg von sozialen Vierteln, hin zu bürgerlichen Vierteln, wobei hier die Kommunen die Prioritäten setzen sollen. Die Landesregierung wird nur das notwendige Rahmenverständnis definieren. Fehlentwicklungen im sozialen Wohnungsbau wie in Köln/Münster/Bonn erfahren eine Korrektur, indem die Mieten für sozialen Wohnraum angehoben werden um sie näher an den privaten Sektor zu führen dadurch werden nicht nachvollziehbare Boomgebiete vermieden. Die Kommunen will man mehr fordern um sie zu einer Bereitstellung von Grundstücken für den Wohnungsbau zu bewegen.

 

 300 Gäste hatte die Architektenkammer zu registrieren, es herrschte eine gute und zwanglose Stimmung. Und da der Landtag und die Staatskanzlei nur um die Ecke liegen, hatten sich auch mehrere ehemalige Minister als auch derzeitige Minister, Landtagsabgeordnete oder Staatsekretäre eingefunden.

   
Architektinnen und Architekten anlässlich des Neujahrsempfanges in Düsseldorf                                                  Foto: © Linde Arndt

 

Und ja, auch der Berliner Flughafen, Stuttgart 21 oder die Elbphilharmonie erfuhren eine gewisse Kommentierung. Ob allerdings die  in der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) vorgeschriebene Vergabe an den billigsten Anbieter Schuld an den Problemen haben  kann, ist doch mehr als fraglich. ist aber zumindest Mainstream. Man muss nicht den billigsten Anbieter nehmen. Wenn man einen anderen Anbieter nimmt muss das in einem engen Rahmen schlüssig dokumentiert werden, so die deutschen Obergerichte. Und hier fehlen den öffentlichen Händen die personellen Ressourcen.

Auch Sylvia Löhrmann, stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen und Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, nahm am Neujahrsempfang der Architektenkammer im Haus der Architekten im Medienhafen Düsseldorf teil.

 

Hier wurden viele vertrauensvolle Gespräche mit den Initiatoren aber auch Gästen in lockerer Atmosphäre geführt. Es war ein sehr inspirierender Abend, wo viele Themen zur Sprache kamen und angeregte Diskussionen stattfanden.

 

       
Ministerin Sylvia Löhrmann
Foto:  ©  Linde Arndt

Noch was zu der ausgerufenen sogenannten Horizonterweiterung, hin zu Förderung von Vierteln/Quartieren, die Groschek ansprach. Die Quartiere waren im vorigen Jahrhundert schon vorbildlich organisiert worden. Der deutsche Werkbund hat sich da Anfang des 20. Jahrhunderts hervor getan. Ludwig Mies van der Rohe, Georg Metzendorf oder Franz Krause haben als Architekten im Bereich von neuen sozialen Vierteln Hervorragendes geleistet was heute weiter entwickelt werden müsste. Stuttgart mit der Weißenhofsiedlung, Essen mit der Margarethenhöhe, Bottrop mit dem Ortsteil Welheim oder die Lotte Neumann Siedlung in Wuppertal zeugen noch heute von einer architektonischen Avantgarde des vorigen Jahrhunderts an die wir sicher alle, Politik und Architektur, anknüpfen können. Man müsste nur die damaligen sozialen Netze wieder beleben, Walter Gropius war nicht nur Architekt, vielmehr trugen die interdisziplinären Verknüpfungen der damaligen Berliner Architekten zu einer größeren, kreativen Betrachtungsweise bei.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Düsseldorf

 

 

 

Wieso gibt es Menschen, die eigentlich taub sind und dennoch hören können? Weslhab sollte man besser darauf achten, wie Angela Merkels Stimme klingt, und weniger darauf, wie ihre Frisur aussieht? Warum liegt die letzte Tonbandaufzeichnung von Marlene Dietrich vermutlich unter dem Kopfkissen von Udo Lindenberg? Aus welchem Grund war Leslie Nielsen schlecht auf seinen Ohrenarzt zu sprechen? Welche geheime Botschaft enthält Bachs Violinsonate in g-Moll? Wie kam Helmut Schmidt zu seinen ersten Hörgeräten? Kann ein Blitzschlag das Gehör heilen? Und sind Fische wirklich stumm? - Antworten auf diese und viele andere Fragen rund um das Thema Hören hält ein umfangreiches Lesebuch bereit, das aktuell im Hamburger Innocentia-Verlag erschienen ist.

 

Geschichten, Gespräche und Gedichte über das Hören:
„Hearing Stories“ – ein Lesebuch von Rainer Hüls und Martin Schaarschmidt

<Berlin/Hamburg, Januar 2013> „Wer Ohren hat, der höre!“, heißt es in der Bibel. „Wir sind die Großmeister im Nichthören“, sagt der Hör-Künstler und Klangphilosoph Sam Auinger. Und Theater-Regisseur Peter Zadek versichert: „Verstehen von Sprache ist die Basis meines Berufes“… – „Hearing Stories“, unter diesem Titel stellen die beiden Autoren und Fachjournalisten Rainer Hüls und Martin Schaarschmidt eine umfangreiche Sammlung ganz unterschiedlicher Texte vor – Geschichten, Interviews und Gespräche, Episoden, Notizen, Gedichte und Zitate, die alle um ein großes, allgegenwärtiges und zugleich oft unterschätztes Thema kreisen – um das Hören.

Ob Sprache, Gesang und Musik oder der Traum von vollendeten, künstlichen Klangwelten, ob Lärm, der die Ohren betäubt, oder hörbare Erinnerungen in Ton-Archiven – in „Hearing Stories“ werden unterschiedlichste Bereiche des großen Themas Hören betrachtet. Es kommen Forscher, Experten, Prominente zu Wort, Menschen, die sich in besonderer Weise mit dem Hören auseinandersetzen, oder die über eigene Erfahrungen mit ihrem Hörsinn und dessen Grenzen berichten.

Bekannte Namen aus Vergangenheit und Gegenwart sind darunter: Ludwig van Beethoven, Thomas A. Edison, Thomas Mann, Helmut und Loki Schmidt, Keith Richards, Mario Adorf, Papst Benedikt XVI., Leslie Nielsen oder die gehörlose Schlagzeugerin Evelyn Glennie… Das thematische Spektrum reicht von Einblicken in die Arbeit eines Geräuschemachers bis zu neuester Software für Spracherkennung oder für die Analyse eines morgendlichen Vogelkonzertes, von frühkindlichen Hörerlebnissen beim Singen von Schlafliedern bis zur Bedeutung der Trauermusik beim Abschied von einem verstorbenen Menschen. Es gibt Toternstes und Amüsantes, Kurzweiliges und Tiefsinniges, Wissenswertes und Kontroverses, Poetisches, Überraschendes.


(Quelle: Innocentia Verlag
 
Berührende Schicksale von Menschen, die sich von ihrer Hörminderung nicht aufhalten lassen
Eine ganze Reihe der Textbeiträge berichtet von Risiken für den natürlichen Hörsinn, vom Nachlassen des eigenen Hörvermögens und vom Leben mit technischen Hörhilfen. Es gibt berührende Schicksale und Geschichten von Menschen, die sich von ihrem geminderten Hörvermögen nicht aufhalten lassen, die sich nicht „behindern lassen“. Und es wird erzählt, welche neuen, persönlichen Perspektiven eine Versorgung mit modernen Hörgeräten oder auch Cochlea-Implantaten eröffnet hat.

Die beiden Autoren sind ausgewiesene Kenner der Materie, seit vielen Jahren als Fachjournalisten sowie als Herausgeber bzw. Kommunikationsberater mit der „Hörbranche“ verbunden. Ein Teil der Beiträge in „Hearing Stories“ entstand ursprünglich für die bundesdeutsche Hörakustik-Fachpresse und soll auf diesem Wege einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Anderes wird nun erstmals veröffentlicht. Viele Beiträge sammelten sich über Jahre in Schubladen und Aktenordnern, und sie wurden nun endlich hervorgeholt.

„Hearing Stories“ ist kein Nachschlagewerk, das einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Die Autoren verstehen ihr Buch im besten Sinne als ein „Lesebuch“. Man kann es ganz durchlesen oder darin schmökern, sich Anregungen für ein bestimmtes Thema holen, fündig werden auf der Suche nach einem passenden Zitat oder Spruch. Um dem Leser die Orientierung zu erleichtern, wurde das Werk in neun Kapitel unterteilt, die verschiedene thematische Bereiche umreißen.

Rainer Hüls und Martin Schaarschmidt
Hearing Stories – Geschichten, Gespräche und Gedichte über das Hören
Innocentia-Verlag Hamburg 2012, 390 Seiten, 16,90 EUR, ISBN 978-3-9808- 107-5-3.

Über die Autoren:
Rainer Hüls, geb. 1947 in Hamburg, hat nach dem Studium der Volkswirtschaft zehn Jahre im Vertrieb und Marketing der Hörgeräteindustrie gearbeitet. Seit 1990 lebt er als Fachjournalist und Verleger in Hamburg und hat zum Thema Hören schon mehrere Bücher herausgebracht, darunter "Die Geschichte der Hörakustik" und "Die Hand am Ohr". Er schreibt regelmäßig für die Fachzeitschriften "Audio Infos" und "Otology".

Martin Schaarschmidt
, geb. 1968, lebt in Berlin. Nach einem Germanistik-Studium war er als freier Berater und Dozent tätig. Ab 2001 betreute er für eine Kommunikationsagentur vorrangig Kunden aus Medizintechnik/Hörakustik. Anfang 2008 gründete er sein eigenes PR-Büro mit Spezialisierung auf Hörakustik und Audiologie. Zudem betätigt er sich fachjournalistisch und er ist u. a. Autor des Buches „Alle mal herhören!“, eines PR-Ratgebers für Hörakustiker.

 

                     

                                      E i n l a d u n g

Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers
Auschwitz befreit. Seit 1996 gilt dieses Datum als offizieller Tag des Gedenkens an die Opfer des
Nationalsozialismus.
Wir wollen der Opfer des Nationalsozialismus am
                                                   Sonntag, 27. Januar 2013, 18.30 Uhr,
                                                            in der Immanuelskirche,
                                                      Sternstraße, Wuppertal-Barmen,

gedenken.

"Es lebe die Freiheit!", rief der 25-jährige Medizinstudent Hans Scholl aus München, bevor
er am 22. Februar 1943 enthauptet wurde, am selben Tag wie seine jüngere Schwester Sophie
und ihr Kommilitone Christoph Probst. Die Studenten hatten, gemeinsam mit weiteren Gegnern
des Nationalsozialismus, die Gruppe „Weiße Rose“ gegründet und Flugblätter verteilt, um die
Bevölkerung zu Protest und Widerstand gegen das unmenschliche System der Nazis aufzurufen –
bis sie vom Hausmeister der Münchener Universität entdeckt und denunziert wurden.
Anlässlich des diesjährigen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus und als Auftakt zur
Wuppertaler Veranstaltungsreihe „Es lebe die Freiheit“ haben sich Schülerinnen und Schüler der
Städtischen Realschule Leimbacher Straße mit der bis heute bewegenden Geschichte der „Weißen
Rose“ beschäftigt.

Wie in jedem Jahr sind es also Schülerinnen und Schüler, die die offizielle Gedenkstunde der Stadt
Wuppertal inhaltlich gestalten und damit maßgeblich zur lebendigen Erinnerungskultur beitragen.
Veranstalter sind die Stadt Wuppertal, die Begegnungsstätte Alte Synagoge, die Wuppertaler
Initiative für Demokratie und Toleranz e.V. und der Trägerverein Immanuelskirche e.V.
Zu der Gedenkstunde sind Sie herzlich eingeladen.

Peter Jung

Oberbürgermeister

Bürgerinnen und Bürger kommen am Erinnerungsstein in der Südstraße zusammen

 

Bürgermeister Jochen Stobbe lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, am Sonntag, dem 27. Januar, um 15 Uhr an der circa halbstündigen Gedenkfeier für alle Menschen teilzunehmen, die in den Konzentrations- und Arbeitslagern der Nationalsozialisten ausgebeutet, gequält und ermordet wurden. Wie in jedem Jahr versammeln sich die Teilnehmer des Gedenkens dazu am Erinnerungsstein an der ehemaligen Schwelmer Synagoge  auf dem Hof des Gebäudes Südstraße 7.

Nach der Ansprache des Bürgermeisters werden – wie schon in früheren Jahren – Schülerinnen und Schüler des Märkischen Gymnasiums an das Grauen der Vernichtung erinnern und gemeinsam mit Jochen Stobbe einen Kranz am Gedenkstein niederlegen.

Die  Schülerinnen und Schüler engagieren sich unter Leitung der Pädagoginnen Gabriele Czarnetzki und Anke Bütz in der Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine“. Sie erforschen seit Jahren das Schicksal von Schwelmer Bürgern jüdischen Glaubens. Auf Anregung der jungen Leute wurden auch in Schwelm „Stolpersteine“ verlegt.

 

Zur Erinnerung:

Am 27. Januar 1945 um drei Uhr nachmittags trafen die ersten Soldaten der Roten Armee im Vernichtungslager Auschwitz ein, wo sie die wenigen Überlebenden befreiten. Über 1,5 Millionen Menschen waren hier gequält, eine Million Menschen hier ermordet worden. Kurz vor dem Eintreffen der Befreier, von denen mehrere Hundert beim Kampf getötet wurden, hatten die Nazi-Schergen Tausende entkräftete Häftlinge auf Hunger- und Todesmärsche in andere Lager getrieben. Rund 7000 Opfer befanden sich noch in Auschwitz, ausgezehrt und dem Tod näher als dem Leben. Auschwitz wurde zum Synonym für die Leiden aller Verfolgten der nationalsozialistischen Zeit.

 

1996 regte der damalige Bundespräsident Roman Herzog an, den 27. Januar zum  „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ zu ernennen – für Menschen, die voller Erwartung für ihr Leben waren wie jeder andere auch, und die lange vor ihrer Ermordung zu Opfern gemacht wurden, als die Gesellschaft sie verriet, indem sie ihnen die bürgerlichen Rechte und damit den bürgerlichen Schutz nahm.

 

 

Schwelm, den 22. Januar 2013

 

 

 

 
Freunde – Aufnahme vom  Schwelmer-Heimatfest 2010                                               Foto: © Linde Arndt
 

[Schwelm] Die Unterzeichnung des Élysée-Vertrages am 22. Januar 1963 hat eine tiefe Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland begründet, die nicht zuletzt ihren Ausdruck auch in der Städtepartnerschaft zwischen Schwelm und Fourqueux findet. Aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages hat Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe dem Bürgermeister der Schwelmer Partnerstadt Fourqueux – Daniel Level – einen herzlichen Gruß aus Schwelm zugesandt.

 Lieber Daniel Level,

vor 50 Jahren haben Charles de Gaulle und Konrad Adenauer die deutsch-französische Freundschaft begründet – ein mutiger Schritt für beide Völker und eine mutige Botschaft für ein gemeinsames Europa. Sie haben beherzt gehandelt und wurden dafür heftig angegriffen. Heute wissen wir: Der Élysée-Vertrag war ein Jahrhundertschritt für uns. Er hat uns das Tor zu einer Zukunft in Freundschaft geöffnet. Aus Hass und Ablehnung wurden Freundschaft und Achtung.

Am heutigen 22. Januar 2013 möchte ich im Namen der Stadt Schwelm Dir und allen Bürgerinnen und Bürgern in Fourqueux sagen, dass unsere Städtepartnerschaft eine Herzensfreundschaft geworden ist.

Ohne Euch wäre unser Leben ärmer. Wir freuen uns auf jede Begegnung,  jedes Gespräch und jede Feier mit Euch.

 

Ein Herzensgruß aus Schwelm

Dein

Jochen Stobbe

 

Schwelm, den 22. Januar 2013

 

     


Nach vier langen Jahren veranstaltet das theaterhagen endlich wieder einen Bühnenball.

Am 8. und am 9. Februar 2013 werfen sich die Besucher unter dem Motto „Das Phantom rockt die Oper!“ in ihre schönsten und originellsten Kostüme. Seit 1974 gibt es den Hagener Bühnenball. Alle zwei Jahre, so will es die Tradition, lädt das theaterhagen am Karnevalswochenende zum größten Kostümfest der Region. Nachdem der Bühnenball 2011 ausfallen musste, hat Intendant Norbert Hilchenbach die legendäre Veranstaltung in dieser Spielzeit wiederauferstehen lassen.

   

Foto "Bühnenball 2013 II: Schauen sich im Fundus des theaterhagen nach einem geeigneten Kostüm um: Ballettchef Ricardo Fernando und Theatermitarbeiter Tillmann Schnieders und Britta Luckas

 

In altbekannter Manier liefert Werner Hahn das Skript für die fulminante Revue zu Beginn des Abends. Darin werden das Orchester, das gesamte Ensemble und viele andere Theatermitarbeiter ein Musiktheaterstück auf die Beine stellen: Lachmuskelkater garantiert! Anschließend wird in allen Räumen des aufwendig dekorierten Theatergebäudes (Jan Bammes) gefeiert. Wieder mit dabei: die Peter-Thiebes-Live-Band, altbekannte und höchstbeliebte „Hausband“ des Hagener Bühnenballs. Außerdem werden wieder die besten Kostümideen gesucht. Preise lassen sich einzeln und als Gruppe gewinnen: Kostüm-Scouts mischen sich unter die Besucher und halten nach den tollsten Einfällen Ausschau. Die Sieger des Kostümwettbewerbs werden kurz vor Mitternacht auf der großen Bühne prämiert. Anschließend dürfen sich die Besucher auf die legendäre Mitternachtsshow freuen: Thematisch passend werden Hits aus der „Rocky Horror Show“ zum Besten gegeben.

Bühnenball – „Das Phantom rockt die Oper“
8. und 9. Februar 2013, 19.30 Uhr (Vorstellung) bzw. 21.00 Uhr (Ball)
Freitag: Show und Ball 47,00 – 57,50 €; Ballkarte 32,50 €; Ballkarte ermäßigt 24,50 €
Samstag: Show und Party 51,50 – 62,50 €; Ballkarte 37,50 €; keine Ermäßigungen
Karten unter 02331 207-3218 oder www.theater.hagen.de sowie an allen Hagener
Bürgerämtern, Tel: 02331 207- 5777.

Wir erlauben uns noch den Hinweis, dass die Besucher nicht auf den Theaterfundus zurückgreifen können, sondern ihre Kostüme selbst gestalten müssten.


  [jpg] Herzlichen Glückwunsch Frankreich und herzlichen Glückwunsch Deutschland zum 50. Jahr des  Élysée-Vertrages  – also des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages. Wer hätte das gedacht, die ehemaligen Feinde, die sich so in Jahrzehnten erbittert bekämpften in einer „Erbfeindschaft“ die in ihrer Irrationalität ihres Gleichen suchte. Der Franzose de Gaulle und der Deutsche Adenauer setzten sich über sämtliche Vorurteile hinweg und zimmerten einen Vertrag der am 23. Januar 1963 im  Pariser Élysée-Palast von beiden unterzeichnet wurde.

Beide wollten unterschiedliche politische  Ziele verwirklicht sehen, was auch zu Verstimmungen bei dem Anderen führte. Aber der Vertrag wurde unterzeichnet und von den jeweiligen Parlamenten abgesegnet. Was dann folgte, hätten sich beide Vertragspartner nicht vorgestellt. Die gegenseitige regelmäßigen Konsultationen der jeweiligen Regierungen führten sehr schnell zu einem besseren Verständnis.

Heute spricht man von einem deutsch-französischen Motor in Europa,  der das Zusammenwachsen der europäischen Länder maßgeblich befördert, ohne die anderen europäischen Staaten zu unterdrücken. Nach dem Élysée-Vertrag folgten viele andere Verträge die alle quicklebendig gelebt werden. Das deutsch-französiche Jugendwerk, wirtschaftlich wurde das Airbus Projekt angestoßen, Airbus ist heute der größte und innovativste Flugzeugbauer der Welt. Ein Deutsch-Französisches Jugendparlament tagt in Paris, es gibt eine Deutsch-Französische Brigade im Eurocorps und zum ersten male paradieren 200 deutsche Soldaten am französischen Nationaltag auf den Champs-Elysées.  


ICE und TGV                                     Foto: Deutsche Bahn AG

Wer hätte das jemals gedacht. Das Deutsch-Französische Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, das Marc-Bloch-Institut, wird gegründet. Alle sozialwissenschaftlichen Fächer sind in diesem Institut interdisziplinär vertreten. Eine riesige Menge an Verbindungen wurden seit der Unterzeichnung der Verträge aufgebaut und erfreuen sich einer lebendigen Zusammenarbeit beider Völker.  Bewundernswert sind die vielen Städtepartnerschaften, die mit gegenseitigen Besuchen inzwischen zu einer nicht mehr weg zu denkenden Einrichtung geworden sind. Viele französische oder deutsche Familien besuchen die jeweils andere Familie und nehmen am Familienleben des Anderen teil. Verwundert schaut man auf die unterschiedlichen politischen Ausrichtungen in den jeweiligen Ländern, die funktionieren. Ob eine konservative französische Regierung einer sozialistischen deutschen Regierung gegenübersteht oder auch anders herum, es bringt die beiden Völker nicht aus der Ruhe. Man zieht sich immer auf die Gemeinsamkeiten zurück, und die hat man zu hauf.

Warum das alles für ein politisch und kulturell ausgerichtetes Internet-Magazin?. Unsere Redaktion ist besetzt von überzeugten und militanten Europäern, für uns gibt es kein zurück zu einer Kleinstaaterei oder gar einer „Erbfeindschaft“. Aber wir sind auch nicht die Räder die als Stellvertreter taugen. Also haben wir recherchiert und drei Protagonisten für diese gelebte Erfolgsgeschichte gefunden.

Der deutsche Journalist und ehemalige Tagesthemen Moderator Ulrich Wickert lebt gut in Paris aber auch in Deutschland. Gefragt, ob er sich denn als Franzose oder Deutscher fühle, meinte er: Ich  bin Europäer deutscher Herkunft. So einfach ist das heute 50 Jahre danach. Barbara (Monique Andrée Serf) , eine französische Chansonsängerin,  sollte zu Beginn ihrer Karriere  im Rahmen eines Gastspiels im Jungen Theater Göttingen auftreten. Bedingung von Barbara war, ein Flügel sollte auf der Bühne zur Verfügung stehen. Als Barbara eintraf stand aber nur ein Klavier zur Verfügung. Das Gastspiel wäre beinahe ins Wasser gefallen, die Transportarbeiter streikten und Barbara war nicht gerade deutschfreundlich, wie eben alle Franzosen damals. Es fanden sich ein paar junge Göttinger, die sich in der Stadt nach einem Flügel auf den Weg machten, den sie auch fanden, zu Fuß in das Junge Theater schleppten und gegen das Klavier austauschten. Barbara war davon so begeistert, dass sie sich hinsetzte und umgehend das in Frankreich und Deutschland bekannte Chanson „Göttingen“ schrieb und im Jungen Theater Göttingen erstmals sang. Mit diesem Chanson feierte Barbara ihren Durchbruch in beiden Ländern.

Wer kennt nicht den deutschen Liedermacher Reinhard Mey (Reinhard Friedrich Michael Mey). Auch er hat seine ersten Gehversuche und Erfolge den französischen  Nachbarn zu verdanken.

Als Frédérik Mey brachte er erfolgreich in Frankreich immerhin 7 CDs heraus, letztmalig 2005 mit der CD Vol. 7 – douce france. Die Deutschen mochten Mey anfangs nicht, was sich aber später legte, so dass er auch in Deutschland erfolgreich seine CDs vertreiben konnte und kann. „Über den Wolken“ ist inzwischen bei allen ein Lied welches von den meisten zumindest gesummt werden kann. Auch hier ein Mensch der den europäischen Gedanken lebt. Und der europäische Gedanke hat eben seinen Ursprung in dem  Élysée-Vertrag von 1963.

Und was denken Franzosen und Deutsche 50 Jahre nach dem  Élysée-Vertrag von einander? Eine Umfrage der beiden Völker erbrachte folgendes Ergebnis. Die Franzosen lieben zu rund 60% den deutschen Nachbarn wegen seiner Ordnungsliebe und Verlässlichkeit und möchten ihn nicht missen. Die Deutschen ihrerseits lieben den französischen Nachbarn wegen seiner Lebensart, dem  savoir-vivre. Aber auch das soziale Miteinander in Frankreich wird von den Deutschen bewundert. Franzosen haben jedoch noch einiges zu bieten was die deutschen Freunde bewundern. Wirtschaft, Wissenschaft aber und vor allen der Kulturbereich lassen Frankreich immer weit an der Spitze aller Nationen stehen. Und so stellen wir fest, wir haben einen selbstbewussten und starken Freund der zu uns passt und mit dem wir auf Augenhöhe verkehren können und wollen.

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Und so zog die Vision des Élysée-Vertrages in Frankreich und Deutschland seine Kreise, es fanden sich 10 Jahre später zwei Städte die eine Freundschaft eingingen die bis heute ihren Bestand hat. Vendome im französischen Departement Loir-et-Cher und Gevelsberg im westfälischen EN-Kreis gingen eine Städtepartnerschaft ein, die Verträge wurden auf französicher Seite von Bürgermeister Robert Lasneau und auf deutscher Seite von Bürgermeister Helmut vom Schemm auf den Weg gebracht. Was folgte waren gegenseitige Besuche die herzlicher nicht sein können in der Zwischenzeit wohnen die Besucher nicht mehr in Hotels sondern finden immer wieder ein liebevolles zuhause in einem Privathaushalt des jeweiligen Städtepartners. Gevelsberg ist aber noch ein Stück weiter gegangen, indem das sizilianische Butera und das polnische Sprottau zu den Freunden gehört. Die vier Städte sind in vielen Bereichen die unterschiedlichsten Beziehungen eingegangen – dies ist der Geist des europäischen Élysée-Vertrages der alles auf den Weg gebracht hat.

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Auch Schwelm steht hier mit seiner Partnerstadt Fourqueux als Beispiel einer deutsch-französischen Freundschaft, die seit 1995 gepflegt wird und in gegenseitiger Herzlichkeit besteht.

Im Oktober 2010 startete das Folkwang-Museum in Essen eine einmalige Ausstellung unter dem Titel "Bilder einer Metropole" Die Impressionisten in Paris  (wir berichteten). Auch hier wieder ein Zeichen der deutsch-französichen Gemeinsamkeiten.

 

Aber – und das sollte man nicht vergessen – Freundschaften, richtige Freundschaften, müssen immer wieder gepflegt werden, sie sind nicht so selbstverständlich wie sich das alles immer darstellt. Denn nie wieder sollte es zu den Kriegen oder auch Feindseligkeiten kommen, unter denen Europa so zu leiden hatte.

Herzlichen Glückwunsch zum 50.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Europa

[Fotos: © Linde Arndt]

 

 

 

[la] Da flattert uns vom idr eine Nachricht ins Haus, die das altvertraute Wort "Jugendstil" in einem ganz neuen Sinn erscheinen lässt.

Die Emscher steht im Mittelpunkt eines Jugend-Literaturprojektes ganz besonderer Art. Schüler aus 7 Städten beteiligen sich unter dem Motto "Am Fluss entlang schreiben…" an dem gleichnamigen Schreibprojekt. Initiator ist das Dortmunder Kinder- und Jugendliteraturzentrum "Jugendstil" mit einigen weiteren Partnern.

Die Auftaktveranstaltung ist inzwischen gestartet. Unter Anleitung von Autoren schreiben Jugendliche Erzählungen,in den Städten Dortmund, Castrop-Rauxel, Herten, Gelsenkirchen, Bottrop, Oberhausen und Duisburg, entlang der Emscher. Jedes Kapitel bezieht sich jeweils auf ihre Stadt und den entsprechenden Teil der Emscher die hier vorbei fließt. Das Ganze wird als eine Art Staffellauf weitergereicht und jede Schülergruppe hat für ihre Arbeiten eine Woche Zeit, bevor der Staffelstab an die nächste Stadt weitergereicht wird.
Wenn alle Schreibprojekte beendet sind, entsteht eine gemeinsame Publikation. Dann soll eine Lesereise von der Mündung zur Quelle der Emscher durchgeführt werden.

Schon jetzt klingt alles sehr spannend und vielversprechend. Mich hat vor allen Dingen das Wort "Jugendstil" begeistert, was in diesem Falle ja wohl besonders auf den Schreibstil der Jugendlichen verweist.

Wir werden das Projekt im Auge behalten und zu gegebener Zeit wieder darüber berichten. Nachfolgend ein kleines Video über diese Aktion, welches wir auf Youtube entdeckt haben.

Vielleicht könnte dieses Projekt auch eine Initialzündung sein, um an der Ennepe etwas ähnliches zu gestalten. Bestimmt würden viele Jugendliche begeistert mit machen. Man sieht ja schon in dem Video, wie die Jugendlichen dabei sind.

 

 Linde Arndt für EN-Mosaik aus der Metropole Ruhr

[nggallery id=467]     [jpg] Da stand sie nun, die Figurine „Jeune fille debout“ von Aristide Maillol. 2012 war der Erwerb der Figurine, die Karl Ernst Osthaus 1904 erworben und anfangs als Leihgabe dem Essener Folkwang Museum überlassen hatte. Später in Zeiten der „entarteten Kunst“ der Nazis wurde sie zurück in den schützenden Privatbereich von Gerdrud Osthaus verbracht. Jetzt ist sie, die Skulptur, da wo sie immer hin gehörte, in der Sammlung der Familie Osthaus – dem Folkwang Anfangsbestand der Essener.
Es war Liebe auf den ersten Blick den das Ehepaar Osthaus gegenüber der Figurine „Jeune fille debout“ von Aristide Maillol empfand.

 Sie sahen diese zarte geschnitzte Holzfigur, die eine eher klassische Haltung aufweist. Wenn man sich in die Figur vertieft könnte sie genauso aus der Antike stammen. Maillol, neben Rodin einer der ganz Großen der europäischen Bildhauergeneration des 20.Jahrhunderts, wollte nicht nur eine schöne Skulptur schaffen. Vielmehr wollte er die scheinbar gegensätzlichen Begriffe wie „Natur und Idee“ einer Einheit zuführen, die er das Wahre und Reine nannte.

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Die Figur ruht in sich selbst, schaut in eine ferne Welt die für den Betrachter eine unerreichbare Welt darstellt. Ihr leichter stolzer erhobener Kopf ruht auf einem relativ kurzen Hals der in einen Körper übergeht der nicht als klassisches Schönheitsideal gelten kann. Doch durch die Haltung strahlt dieser Körper eben diese idealtypische Schönheit aus, die wir so lieben. Die Figur wird von einem Hauch an Stoff umhüllt, der die kleinen aber festen Brüste umrahmt, Der Stoff scheint nach unten mit dem Körper zu verschmelzen, wobei er durch die linke Hand zusammen gerafft gehalten wird. Der Stoff dient in seiner Drapierung als Rahmen um der Figur die Leichtigkeit zu geben. Das linke Bein ist leicht nach vorne gebeugt, so als wenn sie sich für einen besonderen Anlass positionieren will. „Schaut her, ich bin es“, so will sie uns sagen. Ja sie spricht mit dem Betrachter den sie sofort gefangen nimmt. Es ist ein zweiter Effekt den die Figur erzeugt, man fühlt sich mit ihr angekommen. Die Rückseite zeigt eine gelockte Haarpracht die wie scheinbar mit der Bekleidung verschmilzt. Durch die Haltung könnte die Figur auch gerade einem Bad entstiegen sein. Es geht etwas berührendes von dieser Plastik aus und man versteht warum sich das Ehepaar Osthaus in diese Figur verliebt hat.

Aristide Maillol hat nicht viele Holzplastiken geschnitzt, man schätzt so an die 5 Plastiken, die außerdem Anfangs noch in den Bereich Kunsthandwerk verband werden sollten. Auguste Rodin setzte sich jedoch nachhaltig für Aristide Maillol ein, so dass wir heute auf ein umfangreiches Künstlerleben blicken können. Sein Einfluss wirkte auf die Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, Georg Kolbe, Arno Breker oder Constantin Brâncusi und Henry Moore, sie alle ließen sich von Maillol inspirieren.

   


Sponsoren und Museumsleitung vor der beeindruckenden Holzskulptur

 

So wusste der neue Direktor des Folkwang Museums Tobia Bezzola diese frühe Holzskulptur von Maillol als besondere erfreuliche Neuerwerbung zu begrüßen. Diese Neuerwerbung wurde ermöglicht durch die Kulturstiftung der Länder, des Landes Nordrhein – Westfalen, des Minsteriums für Familie, Kinder,Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kunststiftung NRW sowie der Eugen-und-Agnes-von-Waldthausen-Platzhoff-Museums-Stiftung. Deren Vertreter sämtlich anwesend waren.

Es ist irgendwie ein schönes Gefühl zu sehen wie etwas nach Hause kommt und sich wie in einer Familie einfügt.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Essen

Alle Fotos © Linde Arndt