[Hagen|30.Aug.´12]Früh übt sich, wer ein Opernfan werden will! Deswegen zeigt das Theater Hagen auch in dieser Spielzeit wieder eine Oper  speziell für die Kleinen – was nicht heißen soll, dass hier nicht auch Erwachsene voll auf ihre Kosten kommen.

Denn neben einer mitreißenden Geschichte kann „Zorro jagt den Carmen-Schatz“ mit einer hochkarätigen Besetzung aufwarten. Marilyn Bennett, Jaclyn Bermudez und Tanja
Schun geben in der Inszenierung von Guta Rau und unter der musikalischen Leitung
von Malte Kühn ein mitreißendes und stimmgewaltiges Ensemble.
Carmen (Jaclyn Bermudez) treibt als Räuberin in einer kargen Bergregion ihr
Unwesen. Dafür schlüpft sie in das Kostüm des legendären Zorro und versetzt
einsame Reisende in Angst und Schrecken. Ihr nächstes Opfer hat sie schon
erspäht: Zusammen mit der Wirtin Leia (Marilyn Bennett) hat sie es auf Don Lisardo
(Tanja Schun) abgesehen, der eine geheimnisvolle Tasche bei sich trägt.

Was beide nicht ahnen: Don Lisardo ist der echte Zorro, der sich verkleidet hat, um seinem falschen Nebenbuhler das Handwerk zu legen. Und so geht es bald hoch her…
Die lustige Kinderoper spielt in komischer Manier mit der Frage nach Ehre und Ruhm im Leben eines Diebes. Die rasante Räuberjagd ist musikalisch frisch, optisch frech und temporeich – Ein Opernspaß für die ganze Familie.

Für die Premiere am  8. September 2012 um 16.00 Uhr sind noch Karten zu haben!
Weitere Termine (nur noch Restkarten): 11/12/13.09.2012 und 17/18.10.2012,
jeweils um 10.00 Uhr.
www.theater.hagen.de oder 02331/2073218

Bild: Katrin Geelvink (Violoncello), Laia Bobi-Frutos (Querflöte), Jaclyn Bermudez (Carmen), Marilyn Bennett (Leia), Tanja Schun (Zorro)

 

Foto Kühle, Rechte theaterhagen, Abdruck honorarfrei.

[la] Wer den europaweit gefeierten Theatermacher Romeo Castellucci kennt, weiß dass er gerne mit Bildern arbeitet, wobei seine Bilder während einer Vorstellung intuitiven Wandlungen ausgesetzt sind. Er gehört zu den neuen Regisseuren, die ihre Stücke modellieren und das Publikum in einem eigenen Modulationsvorgang mit einbezieht. Und so entstand in der Gebläsehalle  des Landschaftsparks Duisburg-Nord das Stück „Folk“.

Allein die leere, einem Kirchenschiff ähnelnde etwa 50 m lange Halle, mit ihren hohen Rundbogenfenstern, strömt emotionale Empfindungen auf den Besucher aus. Das alte, fleckige, leicht morbide  Mauerwerk ist schon allein für den Betrachter eine Art Kunstwerk. In einer Form von Interaktion bezog Castellucci das Publikum in seine Planungen mit ein.

Es ist nicht wie bei üblichen Theaterveranstaltungen, dass das Stück erst beginnt, wenn alle Zuschauer ihre Plätze eingenommen haben. Ganz davon abgesehen, dass es in Romeo Castellucci´s Werk "Folk" gar keine Sitzplätze gibt. Wenn die ersten Besucher die spärlich beleuchtete Halle betreten, hat das Stück schon begonnen. Mittig in  der großen Halle steht ein großes Wasserbassin mit aufblasbaren Wänden, ähnlich einem riesigen Schlauchboot – nur das das Wasser eben in diesem Becken ist.

Durch die Halle ziehen leichte Nebelschleier, verflüchten sich allmählich und geben so einen besseren Blick auf das Bassin frei. Sphärische Klänge von dem amerikanischen Komponisten Scott Gibbons, durchdringen den Raum, schwellen an und ab und begleiten die  Szenerie fortwährend, ohne Unterbrechung. Scott Gibbons ist bekannt als Composer und  Performer electroacoustischer Musik.

Mittendrin im Bassin steht ein Mann in voller Straßenbekleidung und empfängt  mit ausgebreiteten Armen vom anderen Ende des Beckens eine junge Frau, die ebenfalls in voller Montur über den Beckenrand klettert und auf ihn zugeht. Der junge Mann empfängt sie, stützt sie leicht, während sie ihre Nase zuhält und taucht sie dann – einer Taufe ähnlich – völlig unter Wasser, hilft ihr auf, sie schauen sich glücklich an, umarmen sich. Dann verlässt der Mann das Becken und die soeben von ihm getaufte Frau setzt das Ritual, nunmehr selber Täuferin, fort.

Während dieser Zeit betreten die ersten Besucher den Raum und verteilen sich rechts und links um das Becken. Mit der Zeit strömen immer mehr in den  Raum während die Zeremonie im Becken unbeirrt weiter fortschreitet.
Man kann sich diesem Eindruck der Stimmung des Raumes, der Musik, der wortlos sich ständig wie in einem Ritual erneuernden Bilder nicht entziehen und nur alles emotional aufsaugen, erspüren.

So geht es eine geraume Zeit weiter und obwohl die Szenen eine ständige Wiederholung erfahren ist alleine das Wahrnehmen der wechselnden Personen, der unterschiedlich emotionale Ausdruck ihrer Gesichter, die Art der Taufe und Umarmung ein gewisses Spannungsfeld, so dass man dem Treiben gespannt zuschaut.

Um so heftiger wird diese Betrachtung plötzlich zunächst durch einen heftigen Schlag, dann durch zwei weitere an den Fensterscheiben unterbrochen. Letztendlich endet diese Unterbrechung in einem immer stärker fordernden Poltern, das fast donnerartig anschwillt. Die Zuschauer unterhalb der Rundbogenfenster verlassen ihre Position und drehen sich den Fensterscheiben zu. Manche verlassen sogar ihren Standort und wechseln zur gegenüberliegenden Seite. Und jetzt wird klar, draussen werfen sich menschliche Körper gegen die Scheiben. Schemenhaft werden durch die milchigen Scheiben die Silhouetten der Körper und Hände sichtbar.  

Sie begehren Einlaß, nein, sie fordern ihn. Wütend das ihnen der Einlass verwehrt wird, bzw. nicht gelingt. Was ist mit ihnen? Haben sie Angst. Fliehen sie vor jemandem? Wollen sie einfach nur auch innen dabei sein, dazu gehören, oder werden sie von zerstörerischen Kräften getrieben, die dem Spiel im inneren des imaginären Kirchenschiffes ein Ende setzen wollen.

Romeo Castellucci lässt diese Frage offen im Raum. Es gibt, wie überhaupt für das Stück, keine festen Erklärungen. Die Vorstellungskraft und Deutung des einzelnen Teilnehmers ist gefragt und führt am Ende des Stückes zu reichhaltigen Diskussionen unter den Besuchern.
Ist es das, was Castellucci meinte, als er sagte: »Alles in allem widmet sich diese Aufführung den charakteristischen Verhaltensmustern des Menschen: Gemeinschaft, Trennung, Isolation. Aus der Ferne beobachten. Sich selbst in Sicherheit bringen. Alleine sein.« (Romeo Castellucci)

Innen geht trotz des teils ohrenbetäubenden Lärms der undefinierbaren Gestalten das Ritual der Taufe weiter. Die Scheiben halten zum Glück und irgendwann verlässt diese Körper dort draußen die Kraft und einer nach dem anderen fällt mit ausgebreiteten Armen ins Nichts. Die Schatten vom milchigen Fensterglas lösen sich auf und allmählich gibt es wieder nur das "Innen".

  So geht es noch eine kurze Zeitspanne weiter, bis plötzlich einer der Personen im Becken den "geheimen Vertrag" bricht und  dem  neu hinzu gestiegenen Mann den Rücken zu dreht und achtlos das Becken verlässt, ohne die taufähnliche Symbolik bei ihm anzuwenden. Das ist der trennende Punkt, der enttäuscht Zurückgelassene richtet eine Hand mit ausgestrecktem Finger nach oben und gibt so einem Außenstehenden das Zeichen zum Abbruch, zur Vernichtung des Geschehens. Mit immer wieder kehrenden Angriffen zerschneidet der Aussenstehende in zerstörerischer Weise die Wände des Gummibassins.

Das zunächst entstehende Rinnsal wird immer stärker und mit unbändiger Wucht bricht das Wasser aus dem Bassin und flutet die Halle.

Menschen flüchten seitlich auf die rettenden Roste. Andere ziehen blitzschnell Schuhe und Socken aus und verharren an Ort und Stelle, wobei das Wasser ihre Füße umspült. Spätestens jetzt sind sie ganz Teil der Inszenierung. Schauspieler, Statisten und Besucher werden ein "Folk" und es ist kaum noch auszumachen, wer wozu gehört.

Dann werden mit schweren Kränen die Seitenwände des Beckens nach oben gezogen und hängen naßglänzend und schwer von der Hallendecke, fast wie Tiere in einem Schlachthof. Auch hier wieder die immer überall vorhandene Symbolik.  Das Becken war geopfert worden, hatte seinen Sinn und seine Bedeutung verloren. Der Mann, der gerade noch das Zeichen zum Ende des Rituals gegeben hatte, schaute nun verstört in die Runde. Dann setzte er sich an ein Pult, in welchem in einem Negativkasten die "Urformen" ausgespart waren und versuchte nun, den Vertrag wieder zu erneuern, indem er die sich vor dem Kasten befindlichen Symbole eines nach dem anderen wieder in die dazu passenden Öffnungen einlegte. Bei fünf Teilen gelang es ihm auch rasch und ohne Schwierigkeiten. Beim letzten Teil, dem Viereck, war es jedoch nicht möglich, da es zu groß war. Er versuchte es wieder und immer wieder. Wartete verzweifelt auf Hilfe, aber alle schauten nur interessiert seinem Treiben zu und blieben fern. Vor Verzweiflung weinend stand er letztendlich auf und verließ mit seinem Viereck mit den Zuschauern abgewandtem Gesicht den Raum. Er hatte versagt, war verlassen.
Das Stück war beendet, ohne Vorhang, ohne Verbeugung der Darsteller, ohne Erklärung. So wie es begonnen hatte hörte es auch auf. Die Zuschauer verließen nach und nach den Raum bis die Gebläsehalle wieder leer war.

Schauspieler des Werkes sind: Silvia Costa /Diego Donna/Luca Nava /Sergio Scarlatella/Giacomo Strada/Horst Bergs und 100 Statisten aus der Metropole Ruhr, die Romeo Castellucci extra für diese Darbietung gecastet hatte und die ihre Rolle mit einer solchen Leidenschaft einnahmen, dass man meinen konnte, sie gehören ständig zum Ensemble. Aber vielleicht war es gerade diese Natürlichkeit, diese ungekünstelte Darstellung und Herzlichkeit der Statisten, die wirklich alles gaben, mit der Romeo Castelluccis seine Vision   begreiflich machen konnte.

 

Keine große Handlung, keine außergewöhnlichen Acts, aber eine spannende Stunde, die jeden Besucher auf seine Art in den Bann nahm und bewegte,  eine ganz eigene bild- und klanggewaltige Bühnenästetik.

   

 

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 24.08.2012, Gebläsehalle, Landschaftspark Duisburg-Nord, Ruhrtriennale.
[Romeo Castellucci "FOLK"]

 

 

 

Linde Arndtt für EN-Mosaik aus Duisburg

[Fotos: © Linde Arndt]

INFO:

Für die nachstehenden Termine sind noch
Restkarten
erhältlich.
Spielstätte  — Gebläsehalle, Duisburg

 
 
Weitere Termine:  30. 31. August 1. 2. September
jeweils 19.30 Uhr

Dauer — ca. 1 h

Tickets  —       25 €

Ermäßigungen ab 12,00 €

 

 

 

 

 

 

 

 

siehe auch die Gallery unserer Fotojournalistin zu diesem Thema]

[Hagen] Am 29. August 2012 wäre der Hagener Künstler Emil Schumacher 100 Jahre alt geworden.

Das wird natürlich gefeiert – und das theaterhagen ist mit vielfältigem Programm dabei: Am 31. August 2012 wird erstmalig der bildenden Kunst die darstellende Kunst zur Seite gestellt. Um 19.00 Uhr gibt das philharmonische orchesterhagen ein Konzert im Emil Schumacher Museum.

Im Anschluss an die Mozart-Gala werden die Besucher bis Mitternacht auf eine Entdeckungsreise durch
das Kunstquartier eingeladen: Hinter (fast) jeder Ecke gibt es eine theatralische Überraschung aus allen Sparten des theaterhagen zu erleben!

 

Liebe Anwohner Wuppertal-Nord,
liebe Interessierte,
sehr geehrte Damen und Herren

IKEA-HOMEPARK. Anbei ein Link zur Westdeutschen Zeitung, in der nun offenbar wieder mal die Leserbrief-Fraktion tobt!

    http://www.wz-newsline.de/lokales/sprockhoevel/ikea-die-ansiedlung-droht-zu-scheitern-1.1084077

Der Presseartikel basiert auf der jüngsten Petitionsantwort eines Anwohners.
Inhaltlich stützt sich die Petitionsantwort auf den "Entwurf eines sachlichen Teilplanes zum großflächigen Einzelhandel", der im April 2012 veröffentlicht wurde und nun bis zum Oktober 2012 die Beteiligung der Öffentlichkeit vorsieht. Verfahrensunterlagen sowie eine kurzen Überblick und Weiteres findet man hier:

     http://www.nrw.de/landesplanung/einzelhandel/

ASPHALTMISCHWERK UHLENBRUCH. Heute tagte der Umweltausschuss in den Tagesordnungspunkten 1.1-1.3 zum Asphaltmischwerk Uhlenbruch (Beantwortung der Großen Anfrage von Bündnis90/Die Grünen). Leider konnten eingehende Fragen nach der Paralleltrommel nicht plausibel von der Behörde erläutert werden. Dem Antrag, eine Bürgeranhörung zur Reduzierung der Belastung sowie die Prüfung der Gutachten öffentlich zu behandeln, wurde nicht gefolgt. Insbesondere Dezernent Frank Meyer führte aus, dass man mit dem Betreiber "auf einem guten Weg sei", und mit der Erhöhung des Schornsteines, die Missstände – die Belastungen der Bürger – abgeschafft werden würden: Sein Plädoyer war "Betreiber-nah" und m.E. "Bürger-feindlich". "Transparenz" und "Einbeziehung der Öffentlichkeit", nannten Bündnis90/Die Grünen als Argument für eine Bürgeranhörung, nämlich um fachlich zu informieren, was das Beispiel um die Paralleltrommel deutlich machte.

Dezernent Meyer bügelte die Öffentlichkeit, den Bürger ab!

Unseres Erachtens bleiben deutliche Zweifel, dass eine Erhöhung des Schornsteines zur Beseitigung des Gestanks führt. Selbst wenn dies auf den näheren Umkreis (bis zu den Höhen von Wuppertal-Nord) tatsächlich zutreffen würde, dann hoffen wir für unsere Sprockhöveler Nachbarn (Am Halloh, Hobeuken u.a.), die diesen Gestank ebenso beklagen, dass er auch noch über sie hinwegziehen wird!

Tatsächlich führt eine Erhöhung des Schornsteines zu einer verdünnteren Streuung der Immissionen. Die Frage bleibt: Hat das LANUV geprüft, ob eine Erhöhung des Schornsteines zum gewünschten Ergebnis – weniger Gestanksbelastungen – führen wird?

Die Geschichte um das Asphaltmischwerk ist längst noch nicht am Ende: Denn im Jahre 2010 wurde ebenfalls eine sogenannte mobile Brecheranlage genehmigt, die bis heute noch nicht existiert. Dieser Lärm soll übrigens heldenhaft sein! Im Ernst, uns genügt die seit "Jahr & Tag" in Betrieb befindliche Holzschredderanlage der FA Remondis.

Und: Die Frage nach gesundheitsbelastenden Schadstoffen bleibt. Wir sind sehr besorgt und wir werden uns deshalb weiter engagieren!

Beste Grüße

Heike Haarhaus

Die Stadt Gevelsberg als Untere Denkmalbehörde beteiligt sich in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein Gevelsberg und dem Gevelsberger Heimatverein am Tag des Offenen Denkmals.

                      

Am 09.09.2012 ist das Haus für Bürgerinnen und Bürger Kornbrennerei Saure von 14:00 bis 18:00 Uhr zur Besichtigung und Information über das Denkmal und den Umbau geöffnet.
Um 14:30 Uhr und um 17:00 Uhr werden vom Verschönerungsverein Gevelsberg Führungen durch das Haus angeboten.

Um 15:00 Uhr bietet der Gevelsberger Heimatverein eine Führung durch den Denkmalbereich "Elberfelder Straße/ Altes Dorf" an.

Während der Veranstaltungszeit werden vom Gevelsberger Heimatverein Kaffee und Kuchen angeboten.l

 

Wenn der Bürgermeister in früheren Jahren kurz vor dem Heimatfest die Bauplätze der Nachbarschaften besuchte, gab es jeweils einen Kasten Bier für jede Nachbarschaft. In diesem Jahr wandelt die Stadt diese Gabe in jeweils 20 € um.

 

                                        

Gemeinsam mit weiteren je 20 € der Firma OBI (Filiale Schwelm) ergibt dies einen soliden 40 €-Gutschein für jeden der 13 Vereine, den diese sicher gut gebrauchen können. Unser Foto zeigt Bürgermeister Jochen Stobbe und OBI-Geschäftsstellenleiter Stefan Zabel mit dem gemeinsamen Geschenk kurz vor dem Start zum Besuch der Bauplätze am Montagabend. Jochen Stobbe und DACHO-Chefin Christiane Sartor (zugleich 1. Stellv. Bürgermeisterin) wurden dabei von den beiden stellvertretenden Bürgermeistern Dr. Frauke Hortolani und Santo Ferrara begleitet. Und weil ein bisschen was Flüssiges denn doch dabei sein sollte, erhielt jede Nachbarschaft eine Flasche Sekt mit Schwelm-Motiv.

 

Stadt Schwelm 27.08.2012


Foto 2011: © Linde Arndt

Liebe Freunde des Schwelmer Heimatfestes,

wenn wir feiern, soll der Alltag in den Hintergrund treten. Unser Heimatfestmotto 2012  "Ümme dropp, de Stadt stoatt Kopp" hilft uns dabei nach Kräften, denn zum Heimatfest darf uns vor Ausgelassenheit ruhig einmal schwindelig werden. Blicken Sie auf unser herrliches Heimatfest-Plakat, und Sie wissen, was ich meine!

"Oben" darf während der Festtage auch einmal "unten" sein und "unten" einmal "oben", Hauptsache, wir verlieren nicht den Überblick. Das wird uns nicht nur auf unserer schönen Innenstadtkirmes gelingen wo uns ohnehin rasante Karussell-Fahrten Kopf stehen lassen werden. Auch der Festzug der hoch engagierten 13 Schwelmer Nachbarschaften rückt so manches aus dem Gefüge, so hintergründig und witzig sind die Darstellungen, so trubelig bunt sind die Beiträge, so aufregend die Kostüme. Und die Aktiven des Heimatfestabends verstehen es wunderbar, uns mit Musik und Tanz, Witz und Theaterkunst in eine eigene Welt zu entführen, in der wir köstlich unterhalten werden und befreit staunen und lachen dürfen.

 
[Klicken und als PDF vergrößern]

Recht betrachtet, lockert das Schwelmer Heimatfest Herz und Glieder. Dafür können wir den zahlreichen Aktiven nicht herzlich genug danken. Ich meine die mehreren hundert Darstellerinnen und Darsteller, die vielen Kräfte hinter den Kulissen und unsere geschätzten Schaustellerfreunde.

Ein großer Dank ergeht an unsere Sponsoren, ohne die unser Heimatfest mehrere Nummern kleiner ausfallen würde. Ich meine Handel, Handwerk und Industrie, die Schwelmer Stadtsparkasse und die heimischen Banken, die Förderinitiative Schwelmer Heimatfest, die Feuerwehr und die Polizei, das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Technischen Betriebe sowie alle Freunde und Förderer, die uns immer wieder großzügig unterstützen.

Lassen Sie uns das Schwelmer Heimatfest genießen, als Schwelmerinnen und Schwelmer und als Gäste von nah und fern – eben als Heimatfestfreunde!

Im Namen der Stadt Schwelm heiße ich Sie dazu herzlich willkommen!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Jochen Stobbe


 


Hier können Sie sich den Heimatfest-Flyer 2012

im pdf-Format anschauen oder ausdrucken.

 

 

TBS: Wertstoffcontainer machen Platz für Heimatfest
Glas- und Papierbehältnisse nach den Festtagen wieder an alten Innenstadt-Standorten

Die Technischen Betriebe Schwelm weisen darauf hin, dass auch in diesem Jahr wieder die Glas- und Papiercontainer an den Standorten Schillerstraße, Wilhelmsplatz und Neumarkt Platz machen müssen für das Heimatfest. Die Papierbehältnisse wurden von der Firma AHE bereits abgeholt, die TBS entfernen die Papiercontainer am Montag, dem 27. August. Nach dem Heimatfest werden diese Containerstandorte zeitnah wieder eingerichtet.

Die Anwohner werden gebeten, möglichst auf andere Standorte auszuweichen. Die Technischen Betriebe Schwelm bieten unter www.tbs-schwelm.de eine Liste aller Standorte im Stadtgebiet Schwelm an. 

Schwelm, den 23. August 2012


Schwelmer Heimatfestabend: Pralles Programm mit Musik und Tanz, Theater und viel Humor
Bunte Show in Mensa des Gymnasiums / Karten ab Montag

Am Freitag, dem 31. August, geht um 20 Uhr in der Mensa des Märkischen Gymnasiums, Präsidentenstraße 1, der Vorhang auf für den legendären Schwelmer Heimatfestabend (Einlass 19 Uhr). Unter der Regie des städtischen Kulturbüros erfreuen heimische Gruppen, Vereine und Künstlerinnen und Künstler das Publikum mit einer unverwechselbaren Mischung aus Musik, Tanz, Akrobatik, Theater und Sketchen in Hochdeutsch und "Schwelmer Platt".

Moderiert wird diese besondere Veranstaltung – eine attraktive Mischung aus Tradition und Neuerungen – von Mitgliedern des Kindertheaters "Flick Flack" Schwelm und von  Mitgliedern des Evangelischen Amateur-Theaters Schwelm. Natürlich besteht auch wieder die Möglichkeit zu einem kleinen, feinen Imbiss.

Bürgermeister Jochen Stobbe begrüßt die erwartungsvollen Besucher und die über 130 Aktiven, die – man darf es sagen – in Bestform sind. Es treten auf: Die schmissige Band "6pack" und das Kinderballett der Spielvereinigung Linderhausen e.V., Irmgard Weinreich und die Turngemeinde Rote Erde e.V., der Kolpingchor von 1874 e.V. und die "Dance Works" der Ballettschule Gabi Hilpert, Paul Niepmann und der Schwelmer Akkordeonclub ’67 e.V., das Kindertheater Flick Flack und Eugen Dittmar, das Evangelische Amateurtheater und die Panic Stones (Panikorchester). Das Westfalenlied beschließt den sicher wieder unvergesslichen Abend.

Eintrittskarten können , soweit noch vorhanden, an der Abendkasse erworben werden. Wie im vergangenen Jahr stehen wieder nummerierte Plätze zur Verfügung. Der Eintrittspreis beträgt im Vorverkauf 9 € und an der Abendkasse 10 € pro Platz. 


Heimatfestabend schon am ersten Tag beinahe  ausverkauft!

Kulturbüro führt Warteliste

Der Erfolg wiederholt sich: Nachdem die Bürgerinnen und Bürger schon im vergangenen Jahr "heiß" auf Karten für den Schwelmer Heimatfestabend waren, kam es jetzt "noch doller": Schon eine Stunde vor Beginn des Kartenverkaufs am letzten Montag hatte sich eine Warteschlange im Kulturbüro gebildet. Am Ende des Tages waren nahezu alle Karten "ratzfatz" weg! Das spricht für die große Erwartung der Bürgerinnen und Bürger, die sich auf den Festabend in der Mensa des Märkischen Gymnasiums sehr freuen. Die starke Nachfrage zweifellos ein großes Kompliment an alle Aktiven dieses bunten Abends am 31. August.

Gaby Weidner, die Leiterin des Kulturbüros, bittet alle Bürger, die den Festabend gern besuchen möchten und noch kein Billett haben, sich trotzdem bei Herrn Schmittutz im Kulturbüro, Moltkestraße 24, Zimmer 207, Tel. 02336/801-273, oder per Mail unter schmittutz@schwelm.de vormerken zu lassen. Dort führt man eine Liste, um kurzfristig zurückgegebene Karten gleich weiter vergeben zu können.

Schwelm den 24. August 2012


Zum Heimatfest:
Schranke über Wilhelmstraße garantiert ungestörten Kirmesaufbau

Geänderte Verkehrsführung in der Innenstadt

Um den ungestörten Aufbau der diesjährigen Innenstadtkirmes zu gewährleisten, werden die Technischen Betriebe Schwelm – wie auch in den vergangenen Jahren – am Dienstag, dem 28. August, 13 Uhr, eine Metallschranke über die Wilhelmstraße senken (in Höhe des Ärztehauses) und damit den Fahrzeugverkehr verhindern. Diese Lösung wurde notwendig, weil in den Vorjahren immer wieder Absperrungen von Autofahrern umfahren oder beiseite geschoben worden waren.

Da in den vergangenen Jahren während der Aufbauphase und des Betriebes der Innenstadtkirmes viele Verkehrsteilnehmer das Verbot für Fahrzeuge aller Art (außer Anlieger) im unmittelbaren Bereich der Kirmes missachtet haben und es dadurch zu massiven Verkehrsstörungen und auch Gefährdungen für Fußgänger und Schausteller gekommen ist, wird die Stadtverwaltung in Absprache mit der Polizei auch in diesem Jahr eine Änderung der Verkehrsführung in der Innenstadt vornehmen.

Die Zufahrt zur Innenstadt (Neumarkt, Moltkestraße etc.) über die Gartenstraße, Schulstraße bzw. Bismarckstraße wird durch Beschilderung und Absperrböcke unterbunden. Die Einhaltung des Verkehrsverbotes wird von Sicherungsposten überwacht. Anlieger- und Lieferverkehr in Richtung Innenstadt kann demnach nur noch über die Kaiser-/Wilhelmstraße erfolgen. Abfließender Verkehr über die Bismarckstraße in Richtung Schulstraße/Kaiserstraße ist weiterhin möglich. Um Beachtung wird gebeten.

Schwelm, den 24. August 2012



Innenstadt wegen Heimatfest-Umzuges gesperrt

Am Sonntag, dem 2. September, findet von 13.00 Uhr bis circa 17.30 Uhr der traditionelle Festzug der 13 Nachbarschaften zum Schwelmer Heimatfest statt. Die Schwelmer Innenstadt ist deswegen für den allgemeinen Fahrzeugverkehr bereits ab 11.30 Uhr gesperrt. Umleitungsstrecken sind ausgeschildert.

Trotz der Sperrung der Innenstadt wird der Busverkehr von Wuppertal nach Ennepetal und zum HELIOS-Klinikum Schwelm aufrecht erhalten, da die Linie 608 in Richtung Ennepetal über die Dieselstraße, B 7 Talstraße, Hattinger Straße, Schwelmer Bahnhof, Märkische Straße umgeleitet wird. Aus Richtung Ennepetal und HELIOS-Klinikum Schwelm erfolgt die Umleitung in entsprechend anderer Reihenfolge.

Kostenfreie Parkmöglichkeiten bestehen am Sonntag dem 2. September auch auf den Parkflächen der Firma Roller an der Talstraße sowie auf den Parkplätzen der Firma Lidl auf der Barmer Straße und an der Oelkinghauser Straße. Desweiteren steht der Parkplatz der Eventhalle an der Eisenwerkstraße zur kostenfreien Verfügung. Die Stadt weist zudem auf die gebührenpflichtige Parkmöglichkeit in der Tiefgarage "Mühlenteich" hin. Da auf Grund der Erfahrungen der vergangenen Jahre bei schönem Wetter die Parkflächen im Stadtgebiet knapp werden können, wird empfohlen, öffentliche Verkehrsmittel in Anspruch zu nehmen.

Leider haben auch im letzten Jahr einige Kraftfahrer nicht berücksichtigt, dass Feuerwehr und Rettungswagen für ihre Einsatzfahrten mehr Platz brauchen als ein normaler PKW. Polizei und Stadtverwaltung kündigen daher an, dass notfalls verstärkt abgeschleppt wird.

Schwelm, den 24. August 2012


 

[jpg] Man könnte es auch mit "auf das Ende wartend" übersetzten, also „En attendant la fin“. Die belgische Choreografin, Anne Teresa De Keersmaeker brachte im Rahmen der Ruhrtriennale 2012 mit ihrer Compagnie ROSAS in der Jahrhunderthalle Bochum ihr Stück „En Atendant“ am 24. August zur Premiere. Es scheint auf die „Zweite Dunkelheit“ in Europa abzuzielen. Die Zeit in Europa, in der die Pest 1/3 der europäischen Bevölkerung tötete, in der Zeit als der hundertjährige Krieg (Erbfolgekrieg) wütete und als Clemens VII in Cesena 4.000 Bürger massakrierte. Und die Zeit der Gegenpäpste, in der in d´Avignon der Mittelpunkt der römisch katholischen Kirche war. Also die Zeit des 14. und 15. Jahrhunderts. Dies alles deshalb weil  Anne Teresa De Keersmaeker die Ars Subtilior als musikalische Grundlage benutzte.

En Atendant ist ein zeitgenössisches Ballett, welches den neuen französischen Tanzstil markiert, er leitet sich ab vom Tanztheater einer Pina Bausch und eines Alwin Nikolais.
Die Bühne in der Jahrhunderthalle ist nackt und wird vorne durch eine rund 20 Meter lange und 5 cm dicke Wulstlinie aus Erde markiert. Sie verläuft rund 10 Meter vor dem beginnenden Parkett. Links und rechts unterhalb der Industriebauten in der Halle herrscht vollkommene Dunkelheit. Im vorderen Bereich, in etwa 20 Meter Entfernung, scheint durch die großen Fenster das restliche Tageslicht in die Halle. Unterhalb der Fenster befinden sich Öffnungen durch die Luft herein strömt. Rechts vorne ist eine Bank aufgebaut. Ansonsten ist die Bühne leer.

   

 

Ein Musiker tritt mit einer Querflöte auf. Er steht vor dem Publikum, vor der Wulstlinie. Ein zuerst leichtes Rauschen aus der Flöte, leicht anschwellend eindringlich warnend erklingt und dies ohne Unterbrechung fast 10 Minuten lang. Eine Sängerin mit einer Musikerin die eine mittelalterlichen Geige mitführt  und ein Musiker der eine mittelalterliche Flöte spielen wird erscheinen. Die Sängerin mit einem zuerst eindringlich rufenden Ton, wie bei einem Lamento. Die Tänzerinnen und Tänzer treten zunächst einzelnd auf, es folgt sodann die Compagnie. Während die Sängerin ihre Geschichte singt, tanzt die Compagnie. Es ist ein Tanz voller Energie, der aufbegehrt und doch letztendlich sich selber, den Menschen zerstören wird, man ahnt es. Die Dämmerung, das diffuse Licht die schwarzen Kostüme der Tänzer lassen einen Kampf erkennen, den niemand gewinnen kann. Ein Aufbegehren des Einzelnen, ein Schutz suchen in der Gruppe. Depressive Phasen lassen die Verzweiflung erkennen. Es gibt keine Rettung mehr. Oder doch? Die Nacht als die Schwester des Todes, sie bringt die Zeit die nötig ist. Wofür? Zu entscheiden zwischen Leben und Tod. Keuchend, stöhnend, stampfend und auch schwingend wird das Band (Wulstlinie) zerrissen, Erde zerstiebt in alle Richtungen.Nichts wird nach dieser Nacht so sein wie es einmal war. Das gegenseitige Halten bringt nur weitere Schmerzen und Nöte, die letztendlich nur zu dem Einen führen, dem einen Tod der alle und alles auslöscht.

Die Musiker haben die Szene verlassen, nichts gibt es mehr zu berichten, worüber sollen wir  uns unterhalten. Die Tänzer verlassen die Szene und verschwinden in die Nacht.

Nacktheit, ohne dem was uns ausmacht, führt es uns dahin wo wir herkamen – ins Nichts. Der Mensch tritt nackt ohne alles ab. Dunkelheit ist über der Szene, der Tod hat alle geholt.

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Anne Teresa De Keersmaeker hat mit en atendant ein Werk geschaffen welches in seiner Dramatik kaum zu überbieten ist. Die von der Compagnie getanzten Botschaften reißen den Betrachter  in den eigenen Gefühlen hin und her. Depression wechselt mit Aggression, Hoffnungslosigkeit überfällt einen, die nur durch die schöne, mit Todesahnungen durchzogene Tanzlandschaft, kaschiert wird. Es sind sehr schwierige Einzelbewegungen, die in Bewegungen der Gesamtgruppe münden. Die Gruppe vollbringt dabei intuitive Gesamtbewegungen die manchmal in eine lebende Skulptur münden. Dann ein mehr beschwingter tänzerischer „danse des troi“, in  der drei Tänzer wie an einem unsichtbarem Band über die Bühne tanzen. Es ist „erschreckend“ wunderbares modernes Tanztheater welches einen über die gesamte Zeit nicht los lässt.
Als die Nacht zu Ende ist, musste man erst einmal Atem holen, so überwältigend war dieses Stück.

Wenn man sich die geschichtlichen Hintergründe ansieht, sieht man die vielfältigen politischen und sozialen Verwerfungen, denen Europa damals ausgesetzt war. Und wenn wir den Begriff der zweiten Dunkelheit an die zweite Pestpandemiewelle  heften, ergibt das die Analogie des Werkes von Anne Teresa De Keersmaeker.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Bochum
 [Fotos: © Linde Arndt]

[Schauen Sie sich auch die Gallery zu diesem Thema an]


Choreografie — Anne Teresa De Keersmaeker
Bühne — Michel François
Kostüme — Anne-Catherine Kunz
Garderobe — Emma Zune

 — Ensemble Cour et Coeur:
Musikalische Leitung und Aufnahmen — Bart Coen
Geige — An Van Laethem
Gesang — Els Van Laethem,, Annelies Van Gramberen
Flöte — Michael Schmid
Sound — Vanessa Court, Alexandre Fostier, Juliette Wion
Technik — Bert van Dyke

Tänzer:

  • Bostjan Antoncic,
  • Carlos Garbin,
  • Cynthia Loemij,
  • Mark Lorimer,
  • Mikael Marklund,
  • Chrysa Parkinson,
  • Sandy Williams,
  • Sue-Yeon Youn

[jpg] PACT Zollverein, Essen, 11 leere Stühle, daneben jeweils eine Flasche Wasser. Eine Person kommt herein stellt sich vor dem Publikum auf und lässt sich 1 Minute ansehen ( Sieht das Publikum an?) schweigt und setzt sich auf einen leeren Stuhl – dies weitere 10 mal mit einer jeweils anderen Person.

Weitere Akte: Die neutrale Stimme der Schweizer Tänzerin Simone Truong führt die 11 Personen in weiteren Durchgängen dazu sich vorzustellen, ihre „Behinderung“ zu nennen und wie sie sich in ein Theaterstück einbringen wollen. Die „Behinderung“ ist Trisome 21, Down Syndrom oder Mongoloismus, der Beruf ist Schauspieler und als Tänzer nach einem selbst gewählten Stück will man sich ein bringen. Menschen/Personen, behinderte Menschen/Personen werden zu Darstellern, Schauspielern, Tänzern in einem selbst gewählten Stück.
Der Pariser "Objekte-Choreograf" Jérôme Bel ( „The show must go on“, New York ) ist mit dem  Werk "Disable Theater" Teil der Inszenierungen der   Ruhrtriennale 2012. Die Darsteller sind „geistig behinderte“ Schauspieler des Zürcher Theaters Hora. Sie tanzen, sie singen oder zeigen rührend anmutende theatralische Darbietungen. Unterbrochen werden die Einzeldarbietungen durch die  Schweizer Choreografin und Tänzerin Simone Truong, die das schweizerdeutsch der DarstellerInnen des Hora Theaters übersetzt aber auch als Inspizientin in  „Disable Theater“ fungiert.

Es ist ein Theaterstück um Normalität, den Begriff Rolle, Schöne Künste, überhaupt den Begriff Schönheit oder was und wer vermag Kunst wem wie auch immer näher zu bringen. Dürfen die das?
Ja klar, die dürfen das.  Denn Kunst war noch nie normal, Kunst hatte nie Grenzen gehabt wie der Begriff Normalität. Wenn Kunst über Liebe spricht, spricht Kunst immer über die eine Liebe, die manchmal überdehnt wird und manchmal im Mief erstickt. Wenn Kunst über das Körperliche uns etwas vermittelt, so ist Kunst immer auch ein Stück weit außerhalb von selbst gesetzten gesellschaftlichen Grenzen. So wundert es nicht wenn die SchauspielerInnen des Theaters Hora aus Zürich, ihren Beruf mit Stolz, voller Trotz aber auch mit Würde dem Besucher nennen – ich bin ein Schauspieler. Stolz können sie allemal sein, haben sie doch mit diesem Stück „Disable Theater“ beim Theaterfestival „Festival d’Avignon“ ein durchaus positives Echo erfahren.

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Und so gehen die SchauspielerInnen in ihren selbst gewählten Acts bis an ihre körperlichen Grenzen und das wie selbstverständlich. Auf den 11 Stühlen sitzen 11 Schauspieler die sich kennen, die sich schätzen und man merkt, dass sie schon lange miteinander zusammen gearbeitet haben. Sie mögen sich, haben eine Gruppe gebildet wie jede andere Gruppe auch. Ist das normal? Ja! Man muss nur eine halbe Stunde die Choreografie in einer belebten  Fußgängerzone beobachten, dann bekommt man sicher einen erweiterten Begriff von normal.Wie berichtete Damian Bright von seiner Mutter: Sie hat gesagt ich gehöre in eine Freakshow. Er sagte es abschließend so wie wenn man etwas abgelegt hat. Und weiter sagte er, er ich habe Triesomie 21, das bedeutet ich habe ein Chromosom mehr – ich bin mehr.
Nach 90 Minuten „Disable Theater“ stellt sich eine neue Grenze von Kunst ein, geweiteter, offener und vielleicht ohne Grenzen. Richtig!

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Essen