[jpg] Am Ende des Jahres haben wir uns hingesetzt und einmal nachgedacht was so war und was in Zukunft noch alles kommen könnte.

  Es war ein Jahr mit mehr Licht und weniger Schatten im Vergleich zu 2009. Viel Licht hat uns das Arbeiten mit dem Kulturhauptstadtjahr gebracht.

Allerdings ist auch die Loveparade nicht ohne Wirkung an uns vorüber gegangen. Heute noch hadern wir mit uns und unserer moralischen Verantwortung für diese schreckliche Tragödie die solch ein unsägliches Leid brachte.

Es hätten schon während der Pressekonferenz zur Ankündigung der Veranstaltung Bedenken angemeldet werden müssen.

Eröffnung Ruhr 2010
Foto: © Linde Arndt
  Aber alle waren zu optimistisch und zuversichtlich, da hat man sich leider mit einspannen lassen.

Insgesamt aber  überwogen in 2010 die kulturellen Ereignisse die uns so viel Freude gebracht haben und die uns mit Überzeugung schreiben ließen. Manchmal sind wir an unsere geistigen und körperlichen Grenzen gekommen, wo uns nur die Projekte noch mitgetragen hatten.

136 Pressegespräche und Pressekonferenzen nur im Zusammenhang mit dem Kulturhauptstadtjahr haben wir in den unterschiedlichsten Städten besucht, 27 spezielle Fototermine haben wir wahrgenommen und sind mit unserem PKW rund 15.000 km durch die Lande gefahren. Die unzähligen Termine von Uraufführungen, Premieren, Ausstellungen,Lesungen, Symposien, Vorträge aber politischen Sitzungen der Städte und des Landes haben uns immer in Atem gehalten. Wir haben viel gelernt, persönlich und auch beruflich. Von den Terminen im Bereich der Landes- und Kommunalpolitik wollen wir jetzt nicht schreiben. Hier haben uns die ersten Schritte in die Staatskanzlei in Düsseldorf doch sehr gefreut. Wohltuend waren die Arbeitsbedingungen des Kulturhauptstadtjahres Ruhr.2010 und in der Landespolitik, die sehr unverkrampft und kollegial waren.

Viele neue Freunde und Bekannte haben wir kennen gelernt und Netzwerke geknüpft. Die Netzwerke waren sogar belastbar indem wir die ersten Vermittlungen ausprobierten, was uns in zwei Fällen großen Dank einbrachte.
Wir haben auch weitere Journalisten als freie Mitarbeiter für unser Magazin interessieren können, so dass wir auch hier in Zukunft neue spannende Bereiche abdecken können.

Inzwischen haben wir auch für zwei Print-Magazine geschrieben und einige  Fotos aus unserem Pool wurden inzwischen auch käuflich erworben.

Eines der bedeutendsten Ereignisse war jedoch, als wir mit zu den Auserwählten zum Lorry [dem Journalistenpreis von RUHR2010 ] gehörten, auch wenn wir selbst nicht bei den ersten Gewinnern waren.

Es war rundum ein spannendes Jahr.

Trotz allem haben wir auf keinen Fall  unsere lokalen Wurzeln  vernachlässigt. Die Ennepetaler Lokalpolitik haben wir kritisch kommentiert und  viele Dinge angestoßen die sicher so nie möglich geworden wären. Ein besonderes Anliegen war es an unserem Wohnort die Kommunikation zwischen den gesellschaftlichen Gruppen herbeizuführen, Beharrungsvermögen aufzulösen, Denkansätze zu provozieren und letztendlich eine gewisse Nähe zur Realität zu erreichen. Wir wissen, es ist ein hohes aber auch abstraktes und idealistisches Ziel. Aber Journalismus nach unserem Verständnis ist zu aller erst Wächter und auch Hüter der absoluten Wahrheit, so es sie geben mag, zumindest das Streben nach derselben zeichnet ihn aus.

So war es für uns nicht verwunderlich das uns die Verwaltung und die kommunale Politik mehrfach Steine in den Weg legte; denn wenn man es sich schön in der Gesellschaft eingerichtet hat, erscheint einem der Kritiker als ein Feind der einen aus den paradiesischen Zuständen vertreiben könnte. Wir verstanden uns aber  nie als "Amtsblatt" das die Mitteilungen der Verwaltung und Politik sprachlich geschönt unter die Leute zu bringen hatte und damit eine Realität erzeugt  die keiner Betrachtung standhält. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Arbeitsbedingungen in unserer Wohnstadt nur rudimentär zu nennen sind. Man soll sich halt wie bei Hofe fühlen, so unser Eindruck.

Das  Panta Rhei des Heraklit ist und bleibt unser innerer Kompass, nachdem alles im Fluss ist und Bewegungslosigkeit schwerste Verwerfungen erbringen können.

Diese Intention und die Treue zu derselben brachte uns auch den Erfolg den wir auch benötigen um unsere wirtschaftliche und finanzielle Unabhängigkeit anzustreben. Die Unterstützung unserer Plattform ist in den letzten Jahren seit der Gründung immer größer geworden. So verzeichnen wir gegen Ende Dezember 2010 (25.Dezember) monatlich  immerhin fast 250.000 Besucher.

   
              Screenshoot Statistic EN-Mosaik  

Und die Entwicklung in den letzten 2 Jahren macht uns sehr stolz; denn sie ist Bestätigung und Ansporn anzuknüpfen, sich weiter zu entwickeln aber auch zu verbessern.

   
  Jahresstatistik EN-Mosaik- Entwicklung  

So konnten wir anhand unserer Statistik annähernd beweisen, dass es wohl ein politisches Interesse in unserer Stadt gibt. Wie anders ist es zu erklären, wenn die politischen Artikel solche exorbitante Zugriffe ergaben ( siehe Wahl 2009 ).  Auch die Artikel über den Haushalt 2010 und das HSK brachten dementsprechende Zugriffe.
Die Statistik zeigt aber auch die noch vorhandenen Potenziale dieses Magazins mit den eingeschlagenen Wegen.

Übrigens, nebenbei bemerkt, vermerkten wir 2 treue Leser aus Auckland/Neuseeland und Beijing/China seit Mitte des Jahres als die weitesten Besucher.

Nachdenklich haben uns die Anrufe und Emails von Unternehmen gemacht, die um eine Auskunft über das Investitionsklima in Ennepetal ersuchten. Auf der einen Seite hat uns das zwar gefreut, scheint unsere Arbeit kompetent und damit akzeptiert zu sein, auf der anderen Seite sind wir ja nicht der zutreffende Ansprechpartner. Erklärlich ist dies jedoch mit der mangelhaften Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Ennepetal. Eine "Insel der Glückseligen" genügt sich eben selber, sie denkt, sie braucht keine Öffentlichkeitsarbeit.

Was wird?

Wir müssen uns weiter entwickeln, es soll und ist eine Arbeit die nie zu Ende geht.

In 2010 haben wir den neuen Bereich Kultur hinzugenommen. Kultur ist für uns – und da sind wir zutiefst überzeugt – der "Schmierstoff" unserer Gesellschaft, sie erbringt das was die anderen Bereiche der Gesellschaft zum Leben und zur Entwicklung benötigen.

  "Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel" dieser Ausspruch des Hageners Karl Ernst Osthaus hat gerade heute nach hundert Jahren noch seine Gültigkeit.

       

Mit Entsetzen haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, wie die Kulturetats der Städte zusammen gestrichen wurden. Osthaus wollte die Versöhnung von Industrie, Handel, Dienstleistung mit der Kultur und legte dies auch überzeugend dar. Industrie, Handel und Dienstleistung sollten sich selber aufmachen um die Kultur in die eigenen Hände zu nehmen; die Politik vermag aus der Kultur keinen Wert zu erkennen. Die derzeitige "Brot und Spiele" Politik der Regierungen hatte schon bei den Römer nicht geklappt. Kultur wird also eine Säule unseres Portals sein.

Die zweite Säule wird die lokale Politik bleiben. Auch hier sind wir überzeugt, dass alle Politiker ihre ersten Schritte im lokalen Bereich gemacht haben, sie im lokalen damit konditioniert wurden und dem Gemeinwesen starke Impulse geben können, wenn denn die Gemeinde politisch stark ist.

Angedacht als dritte Säule ist ein Feuilleton, die ersten Gespräche liefen schon und sollen im neuen Jahr zu Ende gebracht werden. Inhaltlich sind wir ( 4 Journalisten ) nicht mehr weit auseinander, wobei wir aber noch nicht die Organisationsform angerissen haben. Wir sind aber guter Dinge.

Technisch werden wir bis Mitte des Jahres 2011 auf 4 Gigabyte aufrüsten müssen, werden das vorhandene Blogsystem WordPress erweitern, wobei evtl. eine Multiuserform angestrebt wird. Dies hängt aber von der Usergemeinschaft ab. Über Twitter und Facebook sind wir inzwischen erreichbar,  jedoch nur für bestimmte User. Inwieweit wir Twitter in das Portal integrieren werden können wir noch nicht sagen. Skype hat in den letzten Wochen etwas "gezickt" hier werden wir weiterhin unser Besprechungen abhalten, was sich bewährt hat wenn man nicht nur auf seinen Wohnort beschränkt ist.

Wir leiden jedoch alle an der zeitlichen Begrenzung eines 24 Stunden Tages und sehen uns aufgefordert unsere Abläufe effizienter zu organisieren.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal


Am Anfang der Spielzeit 2010/2011 hat das theaterhagen sein Publikum zur Operettenwahl aufgerufen.  Dabei wurde den Zuschauern die einmalige Möglichkeit gegeben, über die Operettenproduktion der Jubiläumsspielzeit 2011/2012 abzustimmen. Über 1000 Teilnehmer wurden bis zum 15. Dezember 2010 ermittelt, wobei sich zeigte, dass das Publikum in der Operettenwelt ziemlich gut bewandert ist: Es hat sich mit 33% für den Klassiker „Die Fledermaus“ von Johann Strauß entschieden! Dabei gingen auch viele gute Vorschläge und Anregungen ein wie u.a. Paul Linckes „Frau Luna“, Franz Lehárs „Landes Lächelns“, Oskar Nedbals „Polenblut“ und Emmerich Kalmans „Hollandweibchen“.

   

Im Rahmen der Silvester-Abendvorstellung von „Im weißen Rössl“ wurden die Gewinner ermittelt.  Der erste Preis enthält zwei Schnupperabos; der zweite Preis sind  jeweils zwei Eintrittskarten für „Im weißen Rössl“ und „Die Fledermaus“; und der dritte Preis beinhaltet zwei Premierenkarten für „Die Fledermaus“. Die Gewinner werden postalisch benachrichtigt.

 

 


„Das Hagener Ballett und Orchester setzen einen Glanzpunkt im Henze-Projekt“, titelte die Presse zur Premiere des zweiteiligen Ballettabends von Ricardo Fernando, in Kooperation mit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 für „Das Henze-Projekt. Neue Musik für eine Metropole.“ Nun ist „Molière“ am 7. Januar 2011 zum letzten Mal im theaterhagen zu sehen. Nicht nur Ballettliebhaber kommen bei der bis in viele Details liebevoll, intelligent und mit Witz gestalteten Aufführung auf ihre Kosten.


   Foto: © Stefan Kuehle

„Molière“, Ballettabend von Ricardo Fernando

7. Januar 2011 – 19.30 Uhr – Großes Haus

Zum letzten Mal!

 

Karten unter 02331/ 207-3218 oder www.theater.hagen.de

Das kommende Nachtcafé am 7.Januar 2011 trägt den Titel „Das kleine Neujahrskonzert“. Ursprünglich geplant und angekündigt war die schräg-komische Einführung in die Werke Verdis von Marilyn Bennett alias Frau Prof. Thurza Winnifred Forsythe-Tiefenbach, die aber leider aufgrund von Schneewehen am New Yorker Flughafen stecken geblieben ist.

Auch „Das kleine Neujahrskonzert“ verspricht sehr unterhaltsam zu werden und sorgt mit eingängigen Melodien wie u.a. Sinatras „My way“, „I am what I am“ aus dem Musical „Ein Käfig voller Narren“, „Lippen schweigen,’s flüstern Geigen“ aus Franz Lehárs „Lustiger Witwe“ für einen gelungenen Einklang ins neue Jahr. Das Programm bestreiten Marilyn Bennett, Tanja Schun, Dirk Achille, Werner Hahn, Richard van Gemert und Andres Reukauf am Klavier.

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      alle Fotos © Stefan Kuehle  

Die Fans von Frau Prof. Forsythe-Tiefenbach alias Marilyn Bennett kommen dann am 18. März 2011 mit „Verdi mal anders“ wieder auf ihre Kosten.

Der Eintritt ist frei.

 

Nachtcafé „Das kleine Neujahrskonzert“

7. Januar 2011 – 21.30 Uhr – Theatercafé

Der Eintritt ist frei

Ennepetal. Die Schüler-Sportgruppe des Turnvereins Altenvoerde für Jungen hat mit Niklas Kriewen einen neuen Übungsleiter gefunden. Gemeinsam mit Jens Thiele wird er nach den Weihnachtsferien immer freitags von 17.30 bis 19.30 Uhr in der kleinen Sporthalle am Reichnenbach-Gymnasium Aktivitäten wie Kegelfußball, Trampolin Ballspiele oder andere bekannte Schulspiele anbieten. Interessierte Jungen zwischen 11 und 17 Jahren können zunächst auch zum Schnuppern einfach vorbeischauen. Infos gibt Niklas unter Telefon 87414.

(pen) Es kann zum Endspurt angesetzt werden: Noch bis Montag, 10. Januar, läuft das Rennen um die Titel EN-Sportlerinnen und Sportler 2010. Bis dahin nimmt die Kreisverwaltung Vorschläge für insgesamt sieben Kategorien entgegen. Geehrt werden sollen Mannschaften, Einzelsportlerinnen und -sportler sowie ein Ehrenamtlicher. Bei den Aktiven wird unterschieden zwischen weiblich und männlich sowie zwischen den Altersklassen unter 18 und über 18 Jahren.

Seit dem ersten Aufruf Anfang Dezember sind bereits zahlreiche Vorschläge eingegangen. Um das Rennen möglichst spannend zu machen, erinnert die Kreisverwaltung die Bürger jetzt an ihr Vorschlagsrecht. Benannt werden können Aktive mit Wohnsitz oder Verein im Ennepe-Ruhr-Kreis und sportlichen Erfolgen, die 2010 mindestens auf regionaler Ebene erzielt worden sind. Dies gilt auch für die gesuchten Mannschaften des Jahres. Der ehrenamtliche Sportfunktionär sollte nicht nur innerhalb eines Vereines begrenzte Aufgaben übernommen haben, sondern auch darüber hinaus tätig gewesen sein.

Aus allen Vorschlägen wählt eine Jury aus Sportjournalisten der Lokalredaktionen, Sportpolitikern und Sportfunktionären die Titelträger sowie die Zweit- und Drittplatzierten aus. Sie alle werden zur Ehrungsveranstaltung mit sportlichem und unterhaltsamem Rahmenprogramm am 23. Februar 2011 in das LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen eingeladen. Wie bereits in den Vorjahren werden dort auch die Schulmannschaften erwartet, die beim Landessportfest gut abgeschnitten haben. Mit der gemeinsamen Ehrung soll unterstrichen werden, wie eng Schule, Schulsport und Leistungssport miteinander verknüpft sind.

Nach der Premiere im letzen Jahr wird es auch 2010 wieder den Bürgersportler des Jahres geben. Direkt im Anschluss an die Entscheidung der Expertenjury stehen dabei die jeweils drei Erstplatzierten der Kategorien Sportlerin über und unter 18 sowie Sportler über und unter 18 Jahren zur Wahl. Informationen, wie die Stimmen hierfür abgegeben werden können, werden die Organisatoren rechtzeitig mitteilen.

Bis es soweit ist, müssen aber zunächst Vorschläge gemacht werden. Bürger, die sich daran beteiligen möchten, werden gebeten, dafür auf einen Vordruck zurückzugreifen. Dieser steht im Internet unter www.en-kreis.de zur Verfügung oder kann telefonisch unter 02336/93 2240, per Fax unter 02336/931 2240 oder per e-Mail (s.kopp@en-kreis.de) angefordert werden. Die Vorschläge können neben dem postalischen Weg (Ennepe-Ruhr-Kreis, S. Kopp, Hauptstr. 92, 58332 Schwelm) auch per Fax unter der genannten Nummer oder per e-Mail unter der genannten Adresse - unter Verwendung des Vordrucks - ins Kreishaus geschickt werden.

Die Kategorien für die „EN-Sportler des Jahres 2010“ im Überblick
  • – Sportlerin des Jahres unter 18
  • – Sportlerin des Jahres über 18
  • – Sportler des Jahres unter 18
  • – Sportler des Jahres über 18
  • – Mannschaft des Jahres unter 18
  • – Mannschaft des Jahres über 18
  • – Ehrenamtliche/r
  • – Bürgersportler/in des Jahres

Gewählt werden EN-Sportlerinnen und EN-Sportler des Jahres seit 2003. Die Veranstaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises findet unter Schirmherrschaft von Landrat Dr. Arnim Brux statt. Als Sponsoren für die aktuell laufende Wahl konnten die Stadtsparkasse Hattingen, die Gartenstadt Hüttenau, die Westfälische Rundschau und das Autohaus Klaus Heinz gewonnen werden.
 

Unternehmer, Ehrenbürger, Kunst- und Menschenfreund

Zum 80. Geburtstag von Wilhelm Erfurt

„Sind Sie der Mann mit den Tapeten und der Rauhfaser?“ Ja, das ist Wilhelm Erfurt auch. 46 Jahre – bis 1998 – hat er das gleichnamige Familienunternehmen in der sechsten Generation erfolgreich geführt. Dennoch verbindet sich sein Name mit mehr als der weltweit agierenden Papierfabrik Erfurt & Sohn. Wilhelm Erfurt war einmal stellvertretender Bürgermeister der Stadt Schwelm und Vorsitzender bzw. Vorstandsmitglied vieler Schwelmer Vereine (Verschönerungsverein, DRK, Verein für Heimatkunde, Hegering). Im Januar 2006 wurde er zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt ernannt. Am 5. September 2006 erhielt er aus den Händen von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

                 
                                                                                              [Foto: © Heike Rudolph]

Früher nannte man einen Mann wie ihn einen Honoratior. Dieser Begriff ist inzwischen in die Jahre gekommen, und das ist gut so. Denn dem Honoratior haftete immer auch der Ruf an, allein seines Amtes oder seiner Stellung wegen eine führende Rolle in der Gesellschaft zu spielen. Wilhelm Erfurt übernimmt lieber aus persönlicher Überzeugung Verantwortung für Aufgaben, vor allem für solche aus Gesellschaft, Kultur und Natur.

Er gründete 1996 die Wilhelm Erfurt-Stiftung für Kultur und Natur Schwelm, die inzwischen unzählige Projekte maßgeblich unterstützt hat: Wissenschaftliche Untersuchungen über Amphibien, Wanzen und Pflanzen sowie Gerd Helbecks Bücher über „Beyenburg“ (Band 2 erscheint in Kürze). Helbecks Buch über „Juden in Schwelm“ wurde mit Hilfe der Stiftung zur 2. Auflage gebracht, Publikationen über Schwelms Reformpädagogen Fritz Helling kamen dank der Stiftung auf den Weg.

Die ist auch einer der Unterstützer des Projektes „Jedem Kind ein Instrument“, das schon Grundschulkinder an das Musizieren heranführt. Ein Kinderstadtplan wurde herausgegeben und viele kostbare Bücher des Hauses Martfeld konnten restauriert werden.

In diesem Jahr wurde der über 400 Jahre alte Haferkasten am Schloss aufwändig restauriert, außerdem konnte im Schloss die Historische Bibliothek eröffnet werden.

Überhaupt ist das Martfeld Wilhelm Erfurts „viertes Kind“. Für das Schloss, die Kapelle und die gesamte Anlage hat sich der Ehrenbürger schon eingesetzt, als der Denkmalschutz noch in den Kinderschuhen steckte und die ehemalige Wasserburg im Sumpfboden zu versinken drohte.

Wilhelm Erfurt kann auf ein erfülltes, erfolgreiches und vielfach öffentlich ausgezeichnetes Leben zurückblicken. Ausruhen mag er sich darauf nicht. Er ist ein moderner Mensch, der die Zukunft in den Blick nimmt. Der Freund zeitgenössischer Kunst und Liebhaber der Werke Emil Schumachers genießt jeden Atemzug in der freien Natur, die ihm zur Passion wurde, seit er als Kind mit dem Förster durch die Wälder streifte. Auch ist ihm das Volkstum nahe, er schätzt die Schwelmer Nachbarschaften. Das Heimatfestmotto „Kuer nich – dau wat“ könnte sein Lebensthema sein, denn sein Wirken vollzieht sich ohne vollmundige Ankündigungen. Von ganzem Herzen engagiert er sich als Mitglied im Kuratorium der Lebenshilfe Ennepe-Ruhr/Hagen.

Vergangenheit und Zukunft interessieren ihn gleichermaßen, Wilhelm Erfurt ist Bewahrer und Vorangeher zugleich. Vor allem aber ist er ein Wahr-Nehmer. Er hat immer gewusst, dass man mehr erreichen kann, wenn man sich mit anderen zusammen auf den Weg macht, auch andere nach ihren Vorstellungen und Meinungen fragt und im offenen Gespräch das Beste bündelt. So nimmt er andere Menschen wahr und freut sich, wenn man gemeinsam „wieder etwas bewirkt hat“. Er ist Motor und Herz seiner Stiftungs-Mannschaft, die auch eine Frauschaft ist – auch in diesem Punkt ist Wilhelm Erfurt unangestrengt modern.

Am 29. Dezember wird Schwelms Ehrenbürger 80 Jahre alt. Seinen Geburtstag feiert er weder als  Altersjubilar noch als „Honoratior“. Der Mann, der von sich sagt, „Ich bin ja durch und durch Schwelmer“ ist etwas viel Schöneres und Wertvolleres, nämlich ein aufgeklärter freier Bürger mit ausgeprägtem Gemeinsinn.

Und dem bedeuten Gattin Rosemarie, Tochter Isabel, Sohn Martin (der mit seinem Cousin Henrik die Firma leitet), Sohn Stephan (Fotograf von Weltrang, der mit C/O Berlin ein internationales Forum für Fotografie begründet hat) und die vier Enkel Lebensglück.

 

Schwelm, den 27. Dezember 2010

 

Als Jahresauftakt startet am Sonntag, dem 2. Januar 2011 um 11.30 Uhr im Museum Haus Martfeld die nächste Quartalsführung, die Museums- und Archivleiterin Cornelia Hackler zum Thema „Spätantike“ präsentiert. Anknüpfungspunkt sind ausgewählte spätantike Exponate des stadt- und regionalgeschichtlichen Museums, die einen Ausblick in jene weit zurückliegende Zeit erlauben. Eine Zeit der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Umbrüche, die mit der Einführung neuer kultureller Wertmaßstäbe die Entwicklung Europas maßgeblich geprägt hat und auch unsere heimische Region nachhaltig beeinflusste. Handel und Münzwesen, städtische Kultur, landwirtschaftliche Strukturen und Gesellschaftsformen, Religionen, Militärwesen, Befestigungsbau und logistische Systeme wurden Grundlage für die nachfolgende Epoche des abendländischen Mittelalters.

Der Eintritt beträgt 2,00 €, ermäßigt 1,00 € pro Person, die Führung ist unentgeltlich.

 

Cornelia Hackler, 22. 12. 2010

[la] Die Gründung des Verein für Heimatkunde Schwelm e.V.  erfolgte bereits im Jahr 1890.

Dieser Verein  befasst sich schwerpunktmäßig  mit der Erforschung der Geschichte, der Natur und Kultur Schwelms und seiner Umgebung, in Zusammenarbeit mit dem Schwelmer Stadtarchiv und mit dem Museum Haus Martfeld.

Am Ende eines jeden Jahres gibt der Verein seit 1951 die "Beiträge zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und ihrer Umgebung" heraus. Jedes Mitglied erhält dieses Heft als Jahresgabe. Darüber hinaus sind diese äußerst informativen und lehrreichen  Publikationen mit ihren  Forschungsergebnissen für Interessierte auch über den Verein, das Museum Haus Martfeld oder den Buchhandel  erhältlich.

Anfang Dezember 2010 war es wieder einmal so weit, die Jahresgabe 2010 wurde im Haus Martfeld vorgestellt und überreicht.

Die Vorsitzende des Vereins,  Frau Anne Peter und Bürgermeister Jochen Stobbe eröffneten die Sitzung. Ein ganz besonderer Dank galt auch Wilhelm Erfurt, der sich auch als Beiratsmitglied  in diesem Verein für die Schwelmer Belange wieder einmal stark gemacht hat.
"Ohne ihn wäre vieles nicht möglich", so Jochen Stobbe und alle Anwesenden waren beim Vortrag des Geschäftsberichtes froh zu erfahren, dass zum Glück nicht mehr über eine Einstellung dieses hochwertigen Magazins gesprochen werden muss, sondern dass es weiterhin fortbesteht.

   
 Anne Peter   BM. Jochen Stobbe    Wilhelm F. Erfurt
          [ alle Fotos: © Linde Arndt]

In weihnachtlichem Ambiente, mit selbstgebackenen Plätzchen und Kaffee, fand sich die Runde des Vorstandes und des Beirates zusammen und lauschte gespannt den Ausführungen der Autoren, wobei schon eifrig in den überreichten Heften geblättert wurde. Denn nicht nur spannender Text ist darin enthalten, sondern hochinteressante Fotos der beschriebenen Objekte.

          
                                                                                                                        Foto: © Linde Arndt  

Das 59. Heft, dass zum Preis von € 12,00 bei oben genannten Stellen zu beziehen ist, wurde von  sechs Heimatkundlern geschrieben und illustriert und befasst sich mit Untersuchungen und Forschungsergebnissen  folgender Themen:

  • Erfassung der Spinnen-Fauna an ausgewählten Standorten im Stadtgebiet von Schwelm [Martin Kreuels]
  • Neu entstandene Kleingewässer entwickeln sich zu Libellen-Biotopen [Lutz Koch]
  • Geschichte des Bleichkottens "In der Wiesche" bei Wichlinghausen
    [Michael Wiescher]
  • Franzosen in Schwelm [Karl Josef Oberdick]
  • Aufbruch in eine Bildungs- und Gesellschaftsreform nach 1945
    Die Antrittsrede des "politischen Pädagogen" Fritz Helling (1888-1973) [Jürgen Sprave]
  • Stadt Ruhr / Über eine Neuerscheinung zur nordrhein-westfälischen Geschichte [Wolfgang Fenner]

 

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[Fotos: © Linde Arndt]
 

Sodann machte man sich auf den Weg in den Lesesaal der unteren Etage im Haus Martfeld, wo eine wirkliche  Rarität auf die Anwesenden wartete. 

[Bild durch Anklicken vergrößern]
Das aufwendig restaurierte historische Kräuterbuch des Tabernæmontanus  wurde vorgestellt.  Wieder ein Kleinod aus dem Schatzkistchen des neuen Lesesaals.
Der Stellvertretende Vorsitzende,Dr.Wolfgang Fenner, Wuppertal, übergab uns eine Infoschrift, aus der Folgendes hervor ging:
 

"Das Kräuterbuch des Tabernæmontanus war für mehrere Jahrhunderte das Standardwerk  für Mediziner, Apotheker u.a. Es ist bis ins 18. Jahrhundert in zahllosen Auflagen erschienen. Das ältere Schwelmer
Exemplar ist in einer sehr frühen Ausgabe vorhanden, gedruckt in Frankfurt am Main 1625.

Autor ist Jacobus Theodorus Tabernæmontanus, eigentlich Jacob Theodor, der sich nach der latinisierten Form seines Geburtsortes Bergzabern nannte.

Dort geboren wurde er zwischen 1520 und 1525. Er studierte Medizin in Padua, Montpellier und Heidelberg. Er war unter anderem Leibarzt des Grafen Philipp II. von Nassau-Saarbrücken und ab 1564 des Bischofs von Speyer. Später wurde er Stadtphysikus von Worms, danach von Heidelberg, wo er im August 1590 starb.

1588 erschien sein Hauptwerk, das Kräuterbuch.

Der Einband

Der Einband ist aus Schweinsleder. Vor der Restaurierung war er in einem extrem schlechten Zustand.

Davon, dass er vergoödet war, war nichts zu sehen. Vor allem aber konnte man die Prägung nicht erkennen. Als Jahreszahl vermutlich der Entstehung des Einbandes ist 1569 zu lesen.

Neben etlichen allegorischen Figuren auf dem Buchrücken ist hinten ein preußisches Wappen zu erkennen. Vermutlich der Buchbinder hat sich mit seinem Monogramm verewigt: NS.

Auf der Vorderseite sieht man das pommersche Wappen mit einer lateinischen Inschrift darunter: "Das Zeichen des berühmten Herzogs von Stettin" usw.

Wann das Buch den Eingand erhalten hat, der 56 Jahre zuvor gefertigt wurde, weiß man nicht.
Bemerkenswert sind die Verzierungen um Buchschnitt."

[Einige Fotos: © Linde Arndt ]

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Linde Arndt für EN-Mosaik aus Schwelm