[jpg] Im Rahmen des "mapping the region" Projektes durch die Kulturhauptstadt Europas "Ruhr2010" stellte sich heute am 23.2.2010 der Künstler Olaf Metzel im MKM Museum Küppersmühle für moderne Kunst, mit der Ausstellung "Noch Fragen?", der Presse vor.

EN-Mosaik aus Ennepetal war für Sie dabei.
Das Museum Küppersmühle liegt im Duisburger Innenhafen und ist relativ gut zu erreichen. Hauptsächlich hat es seinen internationalen Ruf mit Skulpturen, Installationen aber auch großflächigen Gemälden erworben. Der Bau, eine ehemalige Fabrik,  ist rein funktional und liegt eingebettet in den entstandenen modernen Komplexen des Innenhafens. Da in der Nähe zwei sehr gute Restaurants fußläufig zu erreichen sind, lohnt sich auch ein halbtägiger Ausflug. 

Was den Ausflug aber noch interessanter macht, ist das in der Nähe liegende Wilhelm Lehmbruck Museum, welches sich durch seine umfangreiche Skulpturensammlung einen internationalen Ruf erworben hat. Zur Zeit findet dort eine Ausstellung des Schweizer Künstlers Giacometti statt, wobei auch Olaf Metzel als Gast drei seiner Arbeiten dort ausstellt, die Eröffnung fand am 31.1.2010 statt. Hier die Internetadressen der beiden Museen, aus denen Sie alle weiteren Informationen entnehmen können.

                                                           

     http://www.museum-kueppersmuehle.de  
         
http://www.duisburg.de/micro2/lehmbruck/

                             

Was mich immer wieder verwundert aber auch begeistert, ist die Kraft und der Wille dieser Region etwas Neues aus dem Alten zu erschaffen. So ahnt man die alten Strukturen der ehemaligen Montanindustrie, die ja noch teilweise neben den neu geschaffenen Komplexen nur einen Steinwurf weit liegen. Auch die Küppersmühle war ein ehemaliges Mühlen- und Speichergebäude, welches jetzt als Museum ein ganz anderes, aber auch charmantes, Flair besitzt.

                                               

Als ich das Gebäude sah, erinnerte ich mich an die Ausstellung im ehemaligen Stockey und Schmitz Gebäude und fragte mich schon, warum es in Ennepetal nicht möglich ist, solch ein Projekt, wie ein Museum, auf die Beine zu stellen. Potenzial hat der Südkreis, nur ich denke, es fehlt an den Menschen, die mit Mut und Kraft und unbeirrbar solch ein Projekt durchzuziehen. Wesentlich sind aber auch die Vernetzungen und die Bereitschaft zum Dialog. Einen Dialog der in eine Kooperation münden sollte, bei der die Partner auf Augenhöhe kommunizieren. Vernetzungen: So habe ich in den bis jetzt besuchten Städten immer wieder die umfangreichen Partnerschaften erfahren können, die in Kooperationen mündeten. Diese Kooperationen gehen zum Beispiel auch nach Istanbul über die RWTH Aachen oder die Heinrich Heine Universität in Düsseldorf.

                                             

                                               

Zur Ausstellung, dass war ja das Thema. Anwesend waren:
 

  • Prof. Olaf Metzel, Künstler
  • Dr. Walter Smerling, Geschäftsführenden Vorstand der Küppersmühle
  • Knut Jansen, Kulturdezernent der Stadt Duisburg
  • Prof. Dr. Matthias Winzen, Kurator, war krankheitsbedingt abwesend.

Als Gast war Prof. Dr. Stecker der neue Leiter des Lehmbruck Museums ergänzend anwesend. Wobei in Besonderheit Prof. Dr. Christoph Brockhaus, der schon in Pension ist, die Ruhr2010 Aktivitäten  in diesem Jahr noch betreuen wird.

Der Künstler Olaf Metzel ist ein Künstler der wie ein Seismograph gesellschaftliche Verwerfungen, Veränderungen oder auch Umwälzungen wahr nimmt und diese mittels seiner Werke der Gesellschaft provozierend zurück wirft. Er steht immer außerhalb der Gesellschaft, beobachtet sie und dialogisiert mit Mensch, der Landschaft oder Region und den Handlungen die aus dem Zusammenspiel hervorgehen. Im Zusammenhang mit den drohenden Schließungen vieler Kultureinrichtungen im Ruhrgebiet sieht er als Konsequenz die Verrohung der Gesellschaft, die letztendlich nur in der Gewalt des Stärkeren münden kann.

"Noch Fragen" zeigt verschiedene Camouflagestoffe in denen Basballschläger verknüpft sind. Jugendliche die in der Regel militärische Bekleidung anhaben und mit Baseballschläger ihre Macht ausüben. Die nichts zu verlieren haben, weil ihre Bildung ihnen keine Perspektive bietet. Sie stellen ihre eigenen Regeln auf und setzten sie auch durch.

 

"Schicht im Schacht" reflektiert die Veränderungen der Region im Bereich des Kohlebergbaus. Es ist noch ein Modell, welches einmal, sollten Sponsoren gefunden werden, als 20 -25 Meter hohe Skulptur den Duisburger Innenhafen als Wahrzeichen dient.

Letztendlich soll diese auch begehbar sein. Diese Skulptur war der Beginn der Zusammenarbeit zwischen dem Museum Küppersmühle und dem Künstler Olaf Metzer, so Dr. Walter Smerling.

 


Metzel legte dar, wie er die Region kennen gelernt hatte, indem er auf seine erste Arbeit 1993 in Moers hinwies.
Nun hat er sich jedoch auf eine andere Art der Region genähert, indem er sich über die hier aufgelegten Zeitungen informierte. Er sammelte die Überschriften aus den Lokalredaktionen in dieser Region und ging mit diesen eine Symbiose ein. Ungewöhnlich. Was ist das für eine zerstörerische Gesellschaft, die mit Ängsten und mangelnden Selbstbewusstsein auf dem Wege ist ihre Identität zu verlieren?, so fragt er, wo Schule mit hassartigen Reflexen überzogen und der Beginn des gegenseitigen Ausgrenzen ist.  Wo Hartz IV als Symbol für Versager steht und das Neue nicht angedacht und umgesetzt wird? Blockaden werden ausgelöst, die letztendlich zu Lethargie führen.

Kultur kann keine Kneipenkultur sein, indem das Flatratesaufen als kulturelles Ereignis im Vordergrund steht.
Nur so behandeln die Städte ihre Kultur indem sie diese zur Disposition stellen.
Metzel will dem Ganzen eine neue Richtung geben. Gewalt, Integration, Freizeitverhalten, Bildung aber auch Hartz IV müssen eine vernünftige Position in der gesellschaftlichen Diskussion einnehmen. Denn "Hängen im Schacht" sollte es nicht geben. Bildung und Kultur sind Rohstoffe, deren Wert man nicht groß genug einschätzen kann. Aus diesem Wert kann man der Gesellschaft eine neue Richtung geben. Der Künstler Metzel fragt, wie, wenn nicht über den Dialog kann man einen neuen, mehr idealisierten Willen, bekommen? Denn die derzeitige Situation, könnte zu einer Verabschiedung sämtlicher Werte führen, so das Werk "Auf Wiedersehn"

Der Kulturdezernent Kurt Jansen betonte, er, und damit die Stadt Duisburg, sei stolz auf das Erreichte, nämlich drei Ausstellungen auf einmal gestemmt zu haben. Stolz aber auch auf die Kultur der Stadt Duisburg, besonders hier im Innenhafen, aus dem eine unbändige Kraft erwächst.

Mapping the region sollte in seiner Nachhaltigkeit und Kooperationsstärke eine Bestimmung erhalten, die auch auf den innerstädtischen Bereich zutreffen könnte. Kultur als Seele einer Stadt verlangt ein intelligentes Sparen, welches die Seele nicht vergewaltigt. Letztendlich kann sparen, so es um den Selbstzweck sparen geht, eine teuere Angelegenheit werden. Ohne Bildung und Kultur steigt die Gewalt, steigen die Kosten der Sicherheit und die Kriminalitätsrate.

Gewalt ist immer ein Ausdruck von Abwesenheit der Kultur und Bildung.

Eine Nachbetrachtung und Versuch einer Kritik.

Man möchte sich als Bewohner dieser Region, mit der man sich ja immerhin seit Jahrzehnten identifiziert,  beleidigt zurückziehen. Die Provokation, im wirklichen Sinne einer Hausforderung, ist zu stark. Zu stark deshalb weil man sich mit der Hilflosigkeit gegenüber den übermächtigen Veränderungen hingegeben hat. Doch irgendwie fordert Metzel auf, sich der Herausforderung zu stellen, Selbstwert vermischt mit einer Portion Trotzigkeit, stellt sich ein. Hilflosigkeit führt in der Regel auch zu einer gewissen Form des Selbstmitleides, welches letztendlich ein Ausdruck von sich in sein Schicksal fügen bedeutet. Aber mit der Brutalität mit der Metzel uns Bekanntes wieder in seiner Konsequenz bewusst macht, kommen auch die Impulse wieder zum Vorschein die eine Änderung herbeiführen können.

Die vergessenen Strukturen einer Kommunikation, die alten Klassen die eine gewisse Solidarität hervorbrachten, dieses "alle in einem Boot " Denken. Nur, können Metzels Werke dies leisten, die Rückbesinnung auf einen Typus, der die Aufbauleistungen nach dem 2. WK getätigt hat? Denn die gesellschaftlichen Verwerfungen sind gewaltig und die Partikularinteressen sind nicht dazu angetan eine revolutionäre Veränderung im Jetzt anzustreben.

Mehr Bildung und mehr Kultur, ja, das ist die vollkommen richtige Konsequenz. Nur ist es nicht im Moment so, das Bildung und Kultur ein knappes Gut ist, was gerade einmal für die Eliten reicht? Und sind nicht gerade die Eliten hochgradig verunsichert, denn auch ihnen wird der Abstieg bei einem Versagen immer wieder kommuniziert. Läuft in unserer Gesellschaft nicht alles auf ein Alles oder Nichts hinaus? Zwei gesellschaftliche Schichten soll es gefühlsmäßig geben, die der Habenichtse und die der Alles habenden. Eine Fehlentwicklung, so sie kommt. Aber ist es nicht so, dass die politischen Entscheider schon längst in den Vorstandsetagen der großen Firmen sind? Metzel lässt uns hier alleine? Oder zeigt er auf die, die die notwendigen Entscheidungen treffen sollten? Was für ein Dilemma. Auf der anderen Seite ist Kunst auch immer die Kunst der Eliten, wobei sich Metzel als Volkskünstler versteht, nur die Eliten fragen nach einem Vorteil bei einer Veränderung in der Gesellschaft. Und da könnte der nächste und sinngebende Schritt sein, das der Vorteil einer nachhaltigen Zerstörung einer Gesellschaft keinen wie auch immer gearteten Vorteil erbringt, weder im Materiellen noch im Immateriellen. Und die Politik? Ich denke die Politik ist hier aufgerufen endlich die Position einzunehmen die ihr gesellschaftlich auch zusteht, nämlich, Visionen aufzustellen und diese auch zu verfolgen. Ich denke, der Politik sollte einmal gesagt werden, paradiesischer Zustände wird es nicht geben, aber einen Weg dorthin gibt es schon. Und dieser Weg lautet, Streben nach einem besseren Morgen. Alles andere ist nur Rückfall in eine moralische Steinzeit in der Jeder dem Anderen sein Mörder sein könnte.Und das ist vielleicht die Frage die der Künstler Metzel uns stellen will: Wollen wir das? Und wenn ja, warum?

Die Ausstellung wird am Donnerstag, dem 25.Februar 2010 um 19:00 Uhr durch Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr2010 GmbH eröffnet.

Laufzeit der Ausstellung: 26. Februar – 24.Mai 2010

Im Anschluss wird die Ausstellung von Olaf Metzel in der Weserburg in Bremen präsentiert.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Duisburg

 

Hier noch einige Fotos von dieser beeindruckenden Ausstellung [Fotos Linde Arndt]:

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[jpg]  2009 hatten wir Bürgermeister- und Kommunalwahl und es wurden in Schwelm und Ennepetal neue Bürgermeister gewählt. Da beide Städte dem Regierungsbezirk Arnsberg angehören, kam der Regierungspräsident Helmut Diegel am 24.2.2010 zu Besuch um mit beiden Bürgermeistern ein erstes Gespräch zu führen. In der Regel macht dies auch Sinn, denn ein Bürgermeister ist nun einmal derjenige der der Verwaltung vorsteht und im Wesentlichen auch die Geschicke einer Gemeinde beeinflussen kann, so er will.

  

Der Regierungspräsident steht einer so genannten "Mittelbehörde", der Bezirksregierung, vor, er ist politisch, wird aber von der Landesregierung ernannt und nicht vom Volk gewählt. Er ist das Bindeglied zwischen der Landesregierung in Düsseldorf und den Kommunen in seinem Bezirk. Er ist aber auch Aufsichtsbehörde und zuständig für ein, um es mal salopp zu sagen, planvolles Miteinander der Kommunen. Wenn man so will, hat er zwei Herzen in seiner Brust, einesteils die Landesregierung und andererseits die ihm unterstellten Kommunen.

So war der Besuch auch als Höflichkeitsbesuch folgender Maßen aufgebaut:

Auf Seiten der Bezirksregierung kamen:

Herrn Helmut Diegel (CDU) Regierungspräsident
Herrn Dr. Dirk Grete, Dezernent, Derzernat 11, persönlicher Referent

Frau Maria Büse-Dallmann (CDU), Dezernentin Fachaufsicht "Hauptschule" Dezernat 42
Herr Ferdinand Aßhoff (CDU), Regierungsdirektor Leiter der kommunalen Aufsicht, regionalen Entwicklung und Wirtschaft

und auf der anderen Seite:

Bürgermeister Jochen Stobbe (SPD)

der hatte die gesamten Fraktionsvorsitzenden als auch den Kämmerer und ersten Beigeordneten Jürgen Voß mitgebracht.

Nun Schwelm ist in der misslichen Situation ein Haushaltssicherungskonzept auf zu stellen. Die Schwelmer müssen 13 Mio einsparen, haben aber erst 6 Mio zusammen. Das tut weh, sehr weh. Wir können jetzt nur spekulieren was in den rund 90 Minuten im Sitzungssaal besprochen wurde. Augenscheinlich bergen aber das Thema Finanzen eine gehörige Portion Zündstoff. Nur, die Presse durfte erst in den Sitzungsaal rein, als alles schon gelaufen war. Nachdem ein paar Sekunden des gegenseitigen Schweigens vorüber waren durften wir unsere Fotos machen und "gnädigerweise" auch Fragen stellen.

So erfuhren wir folgendes:
Helmut Diegel findet die Aktion seines Kollegen Regierungspräsident (Düsseldorf) Jürgen Büssow (SPD) nicht angemessen, in der er sich mit 19 Kommunen aus dem Ruhrgebiet und dem Bergischen in Essen traf und letztendlich den Finanzminister Linsen dazu bat. Warum? Viele Kommunen sind am finanziellen Ende. Einer der Gründe, dass das Land als auch der Bund immer mehr Ausgaben auf die Kommunen abladen, jedoch nicht für den dementsprechenden Ausgleich sorgen. Die letzten Steuersenkungspakete in Höhe von 22 Mrd. bedeuten für die Kommunen einen Ausgabeverlust, dem keine Einnahme dagegen steht. Die "Tigerentenkoalitionen" in Berlin und Düsseldorf bereiten den Steuersenkungsbegehren nach der Landtagswahl NRW schon wieder neue Wege. Nur wer ist diesmal dran? Viele des so genannten Mittelstandes haben inzwischen gemerkt, dass sie ja keine Hotels haben, sprich sie sind zu kurz gekommen. Und das nicht seit heute. "Raus aus den Schulden / Für die Würde unserer Städte" so skandierten die 19 Städte vor dem Finanzminister. Nur, der hatte nur eine Antwort: Ich habe auch kein Geld. Das war es dann. Dieser Finanzminister hatte im Bundesrat für die Steuersenkungen mitgestimmt. Auch hatte er mitgestimmt, dass die Banken ihre Schrottanleihen in eine sogenannte "Bad Banks" ausgliedern durften. Und überhaupt, zur Rettung von Banken im Finanzsektor wurden Mrd. verpulvert. Genauso verhält es sich mit dem Bund, der seiner Schulden in ein Sondervermögen ausgliedern kann und konnte.

Der Bürgermeister sagte was sehr Zutreffendes: Hier auf kommunaler Ebene machen uns die Bürger als Staat aus, denn uns kann man anfassen, wir sind mitten unter den Bürgern. Uns macht man für etwas verantwortlich, was wir aber nicht zu verantworten haben. Beispiel: Es müssen zwei Kindergärtnerinnen ersetzt werden, kann die Stadt Schwelm aber nicht, weil ein Einstellungsstopp verhängt wurde. Die Eltern der Kinder werden sich nicht in Düsseldorf, Arnsberg oder Berlin bedanken, sondern der Bürgermeister bekommt die "Prügel".
Oder die Strassen. Durch den Winter wird die Stadt Schwelm wahrscheinlich 4 mal soviel  als im Vorjahr aufwenden müssen, um die Schäden zu beseitigen. Woher also nehmen?

Es wurde also "Tacheles" geredet um eine grundsätzliche Regelung der kommunalen Finanzen anzustreben. Der Regierungspräsident meinte aber beiläufig,  er werde vor der Landtagswahl keine Position beziehen, wie sein Kollege Jürgen Büssow, der sich immerhin auf die Seite der Kommunen positioniert hat. Wieso eigentlich?

Kommunale Finanzen, aber auch die kommunale Selbstverwaltung  sind keine parteipolitischen Themen, sie sind Grundrechte, welche der Staat garantiert. Das hier etwas im Argen ist, weiß jeder halbwegs gebildete Bürger.

Und diese Diskussion durfte die Presse nicht mitbekommen? Dabei ist Transparenz doch ein wesentliches Merkmal unserer Demokratie. Und wenn nicht die Presse, wer dann sollte den Diskurs befördern?  Demokratie ist eine streitbare Staatsform, streiten um einen besseren Weg, auch um die Selbstständigkeit der Kommunen.

Oder sind die Kommunen die Büttel des Landes und des Bundes, die den Kopf hinhalten sollen?
Wie dem auch sei, man merkte schon, es war nicht nur ein Austausch von Artigkeiten. Gönnerhaft übergab der Regierungspräsident ein 7 seitiges Papier seiner Behörde wie man konkret sparen kann. Wenn es denn so einfach wäre, warum wurde das Papier nicht veröffentlicht? Eine fröhliche und nette Runde hätte etwas anders ausgesehen, bei der Eintragung ins goldene Buch  machte der Regierungspräsident auch ein etwas gequältes Lächeln.

Ortswechsel.

Ennepetal. Hier herrscht, ja herrscht Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, der der Kandidat der CDU war und das Bürgermeisteramt zwar knapp gewonnen hat, aber immerhin er hat es gewonnen.

Ennepetal konnte die Haushaltssicherung vermeiden weil es die so genannten "stillen Reserven" mittels einer kreativen Buchführung hob.
Das die Stadt Ennepetal trotzdem Schulden in wahrscheinlicher Höhe von 100 Mio hat, ist nicht so schlimm, Hauptsache die Welt ist noch in Ordnung. Nur in 2012 wird die Stadt wahrscheinlich 130 Mio an Schulden haben.

So ist es bei den Konservativen, die Welt sollte in Ordnung sein auch wenn das mit Schulden verbunden ist. Hier lief alles ganz friedlich ab, keine Spannung: "Friede, Freude, Eierkuchen" war angesagt, liebevoll wurde ein kleines Geschenk überreicht. Man ist in der gleichen Partei, man tut  sich nichts um dem politischem Gegner keine Munition zu liefern.  

Nur Wilhelm Wiggenhagen ist unseres Erachtens ein naiver Bürgermeister, der noch nicht weiß: wer als Zweiter stirbt, lebt zwar etwas länger, aber er stirbt auch.
Übrigens auch hier durften die Vertreter der Presse nur im Nachhinein in den Ratssaal. Was für ein demokratisches Grundverständnis! In Ennepetal sprach der Regierungspräsident von einem so genannten Korpsgeist, wo alle an einem Strang ziehen sollen. Wie bitte? Im Rat der Stadt brodelt es, viele Ratsmitglieder sehen die Situation etwas anders als der so genannte Schönredner Wilhelm Wiggenhagen. Es muss gespart werden, dass weiß jeder, und es wird aber nicht gespart, vielmehr werden Signale gesetzt die auf eine Ausgabensteigerung hindeuten. Macht ja nichts, wir haben es ja.
Und der Regierungspräsident, ja, der findet das gut und strahlt seine Parteigenossen oder heißen die Parteikollegen, egal, mit oder ohne Parteibuch an und spricht ihnen Mut zu. Für was? Für das nicht sparen? Ob das nun unsere 4 Bürgermeisterstellvertreter oder die Neuwahl eines ersten Beigeordneten ist oder aber die hohe Mitgliederzahl in den Ausschüssen, ist ja egal.

Schwelm hat Personal um rund 13% eingespart und hat jetzt Vollzeitstellen von 294,96. Wie viel wohl Ennepetal hat? Die Einwohnerzahl ist nur geringfügig anders.Und die Leistungen sind die Gleichen.

Mal sehen wie Herr Diegel in 2013 spricht wenn die Zinslast Ennepetal auch in die Haushaltssicherung bringt.
Vielleicht unterhalten wir uns eines Tages darüber, dass für unsere derzeitige Verwaltung weder Personal noch der Rat benötigt wird. Man kann das Ganze ja auch auf Automaten umstellen, die Software wird die Landesregierung stellen.

Wie gesagt. Wer als Zweiter stirbt, lebt nur etwas länger.

Was bleibt: Vielleicht sollten die Kommunen und die Bezirksregierung einmal überlegen ob nicht die Presse von Anfang an dabei sein sollte, es würde unserer Demokratie gut zu Gesicht stehen. Immerhin haben wir einen Artikel 5 im Grundgesetz aber auch ein Informationsfreiheitsgesetz seit 2006. Und von der Vernunft sollte man meinen, die Presse transportiert Meinungen aber auch Informationen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm und Ennepetal


                                                    

[la] Als die  Pressekonferenz am 24.02.2010 im Sitzungssaal des Rathauses eröffnet wurde, herrschte eine lockere, entspannte Stimmung. Der Regierungspräsident, der an diesem Tag seinen Vorstellungsbesuch bei dem neu gewählten Bürgermeister der Stadt Ennepetal, Wilhelm Wiggenhagen,  wahrnahm, lobte die geschlossene Bereitschaft der Politiker sämtlicher Parteien Ennepetals, die vorhandenen Probleme gemeinsam zu schultern, insbesondere das an der Schwelle stehende Haushaltsicherungskonzept mit allen Kräften zu vermeiden.

Für ihn war gegenüber anderer Besuche nicht zuletzt auf Grund dieser Tatsache die Situation auch ziemlich entspannt und so betonte er, das ihn besonders der Mut beeindrucken würde, mit dem man die absolut nicht leichte Situation, in der sich auch Ennepetal durch die recht heftigen Steuereinbußen befindet, anginge.

An der Seite des Bürgermeisters waren  zu diesem Termin auch die Bürgermeisterstellvertreter,Fraktionsvorsitzenden  und von der Verwaltung Frau Sabine Schüler-Bültmann [Pressesprecherin], Herrn Palomba [persönlicher Referent des Bürgermeisters] und der Kämmerer, Herr Kaltenbach.

Kurz angesprochen wurde noch das Thema AöR und Projekt Stadtportal West.

Mut für Ennepetal wünschte Helmut Diegel  auch weiterhin für die Zukunft, ließ aber nicht unerwähnt, dass sowohl er, als auch die sich in seiner Begleitung befindliche Frau  Maria Büse-Dallmann [Schulrätin], Herrn Ferdinand Aßhoff  [Dezernent  – Leiter der Kommunalaufsicht] und Herrn Dr. Dirk Grete [Dezernent – Persönlicher Referent ] jederzeit, wenn es doch erforderlich würde, Ennepetal als Ansprechpartner zur Seite stehen. „Wir helfen in Zeiten der Not“.

 

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Linde Arndt von EN-Mosaik aus Ennepetal

[jpg] Das Akkordeonorchester Ennepetal e. V. hielt am 19.2.10 im Manus seine Jahreshauptversammlung ab. Nachdem der Vorsitzende Jürgen Schöneberg die Sitzung eröffnet hatte, bedankte er sich bei allen für die angenehme Zusammenarbeit insbesondere bei dem Dirigenten, und blickte kurz auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurück. Zuerst mussten die Formalien eines Vereins abgearbeitet werden. Der Kassenbericht wurde vorgelegt und es wurde Entlastung erteilt. Der gesamte Vorstand wurde einstimmig entlastet und wieder gewählt. Da der alte Kassenprüfer nicht mehr antrat, wurde Michael Westenburg mit Mehrheit zum neuen Kassenprüfer gewählt. Und dann ging man auch ohne Übergang weiter um die Zukunft, sprich das Jahr 2010 zu gestalten.

                          

50 Jahre wird der Verein in 2010 und es steht ein Jubiläumskonzert am 20.03.2010 im Reichenbach Gymnasium mit dem Shantychor Voerde, der 25 Jahre alt wird, ins Haus.

50 Jahre alt? In einer Schau in die Vergangenheit stellte Kornelia Kühl jedoch fest, dass die ersten Regungen dieses Verein weit früher bemerkt wurden. 1950, also vor 60 Jahre, da war man noch ziemlich unkonventionell, da gab es einen Wilhelm Flick. Dieser Wilhelm Flick leitete damals eine Rot-Kreuz-Jugendgruppe. Damit die Rot-Kreuz Arbeit nicht zu langweilig wurde, machte man damals einen geselligen Abend mit Musik. Zwei Akkordeons und eine Mundharmonika reichten aus, um die Gruppe glücklich zu machen. Aus diesen spontanen Auftritten entstand ein kleines Jugendorchester zu der sich nach kurzer Zeit der erste Dirigent Franz Dietrich gesellte. Und wie das so ist, will man sich wenn man gewisse Fertigkeiten hat, auch einmal beweisen. So hatte die noch Rote-Kreuz-Gruppe 1957 ihren ersten öffentlichen  Auftritt. Das Weitere kam wie von selber , indem zwangsläufig auch ein Verein gegründet wurde der nunmehr 50 Jahre besteht.

       Und wenn man mal solch ein Alter erreicht hat, sollte man sich auch ein neues "Kleid" verpassen. Mona Jellinghaus trug ein neueres und moderneres Marketingkonzept für den Verein vor. Das Logo wurde ganz neu erstellt und soll die Dynamik des Akkordeons mit dem Verein verbinden. Auch die Internetseite, sowie die Visitenkarten und die Briefbögen wurden dem neuen Design angepasst. Hochprofessionell trug Frau Jellinghaus die in ihrer Freizeit getätigten Arbeiten vor.

Und weil wir gerade dabei sind, auch das Plakat für das Jubiläumskonzert am 20.3.2010 wurde von Frau Eckelt vorgestellt, welches in der Gestaltung einem modernen Plakat zur Gänze entsprach.

Beide Damen konnten mit ihren Arbeiten nur begeistern. Wobei bei 50 Jahren ist auch eine neue gemeinsame Bekleidung vorgesehen, die allerdings erst am 30.10.2010 anlässlich des Konzertes mit dem Mandolinenclub Divertimanto aus der Partnerstadt Vilvoorde zu sehen sein wird.

 

Das Akkordeon-Orchester ist ein lustiger und freundlicher Verein, bei dem das Musizieren sicherlich sehr viel Freude bereitet. Und damit das gemeinsame Musizieren auch richtig klappt sind die notwendigen Proben von Nöten. Damit diese auch dementsprechend wahrgenommen werden  – , manchmal hat man ja nicht immer so die Lust -hat der Verein ein System entwickelt, wobei derjenige der viel an den Proben teilnimmt eine dementsprechende Urkunde erhält.

So gab es auch noch zahlreiche Urkunden und Ehrungen.

                               

Schauen Sie sich  die Internetpräsent  http://www.akkordeon-orchester-ennepetal-ev.de/index.html einmal an und stöbern meinetwegen in den Terminen für dieses Jahr. Vielleicht ist der eine oder andere Termin für Sie ja dabei. Oder wenn es sie sogar zu dem Verein hinzieht, so könnten sie sich ja auch als Mitglied ob Passiv oder Aktiv eintragen. Denn eines ist sicher, gemeinsames Musizieren macht Spaß und streichelt sogar die Seele.

Jürgen Gerhardt für En-Mosaik aus Ennepetal

[jpg] Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat zur Beschleunigung des Kollapses der Kommune getan, indem sie riesige Haushaltslöcher aufgetan hat, die vorher nur notdürftig immer wieder kaschiert wurden.

Oberhausen kann keine Ausgaben, selbst die so genannten Pflichtausgaben, mehr tätigen ohne vorher das Innenministerium zu fragen. Wuppertal und Duisburg müssen Theater und Schwimmbäder zu hauf schließen. Andere Städte senken die Betriebstemperaturen ihrer Schwimmbäder um Energie zu sparen. Von den 53 Städten der Kulturhauptstädten befinden sich 37 in der Haushaltssicherung, das bedeutet, sie können ihren Haushalt nicht ohne den Regierungspräsidenten aufstellen.

Gespart werden musste immer mal wieder, weil die Wirtschaft zyklisch arbeitet. Mal gab es mehr und mal gab es eben weniger Steuereinnahmen. Nur eines war immer wieder zu bemerken, die Dramatik der Verschuldung der Kommunen hat sich verändert. Der Wind wehte immer stärker den Kommunen in das Gesicht. Das Problem ist im System des so genannten Finanzausgleichs zu sehen, aber auch dadurch, dass die Länder und der Bund den Kommunen Ausgaben per Gesetz aufgeben, diesen Ausgaben aber keine oder nur unzureichende Einnahmen gegenüber stehen.

Dazu kommt noch, dass die Kommunen von ihrer Gewerbesteuer an die übergeordneten Stellen anteilig abführen müssen. Insofern wirkt sich eine Steuersenkung des Bundes, letztmalig die Steuersenkung die den Namen Wachstumsbeschleunigungsgesetz trägt, auch auf die Kommunen aus.

So bringt die Absenkung der Umsatzsteuer für Hoteliers von 19% auf 7% einer Kommune wie Schwelm in der Schlüsselzuweisung eine Kürzung in Höhe eines sechsstelligen Eurobetrages.

Aber auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes im Zusammenhang mit ALG2, besser gesagt Hartz IV, eine Kostenbelastung in noch nicht bekannter Größenordnung.

Denn in Zukunft muss der Bedarf eines ALG 2  "Kunden" an der persönlichen Bedürftigkeit abgestellt werden.

 

Die Kommunen haben also meistens keinen Einfluß auf die ihnen von den Parlamenten aufgebürdeten Ausgaben. Ein Dilemma? Ja. Denn das System sieht keine Beteiligungsmöglichkeit der Kommunen an der Gesetzgebung vor.

So lud der Schwelmer Bürgermeister Jochen  Stobbe die Presse zu einem Gespräch am 19.02.10 ins Rathaus ein.
Es sollte ein Gespräch über die Situation der Kommunalfinanzen werden, zu der auch folgende Teilnehmer eingeladen wurden:

  • Dr. Rainer Bovermann MdL
  • Hubertus Kramer MdL
  • Thomas Slotko MdL
  • Guntram Schneider Vorsitzender des DGB Landesbezirks NRW

            

 

13 Millionen muss die Stadt Schwelm einsparen, sie kann aber nur 6 Millionen einsparen. Mit dem Konjunkturpacket II wurde kräftig in die Realschule investiert, wobei auch Eigenmittel eingesetzt werden mussten. Um Energie zu sparen müsste in neue Techniken investiert werden, hierzu fehlen aber die Mittel.

Über Gebührenerhöhungen müsste man nachdenken, wobei dies ja nicht der Weisheit letzter Stein sein kann, denn der Bürger kann ja auch nicht unendlich belastet werden. Letztendlich wird es, wenn sich nichts ändert, zu erheblichen Leistungseinbußen kommen. Die finanziellen Bewegungsmittel werden immer weniger, so dass  man schon ahnen kann, wann eine Kommune wie Schwelm nur noch das Notwendigste tun kann.

Nur Schwelm steht hier nicht alleine mit dem Rücken zur Wand, anderen Städten geht es noch schlimmer. Als Beispiel seien hier die Ruhrgebietsstädte genannt, die teilweise unter Aufsicht arbeiten müssen. So schilderte Bürgermeister Jochen Stobbe die Situation seiner Stadt.

Nun kommt am 24.02.10 der Regierungspräsident Helmut Diegel nach Schwelm, dem Bürgermeister Jochen Stobbe seine Situation schildern möchte. Ihm ist schon bewusst, dass auch der Regierungspräsident mit der Bezirksregierung ein ausführendes Organ in unserem System ist, nur es kann doch nicht sein, dass man seine Hände in den Schoß legen sollte.
 

 

Guntram Schneider, als Gewerkschafter, beobachtet dies auch schon lange und hat erkannt das auch seine Mitglieder als Einwohner der Städte immer höhere Belastungen durch die Städte zu tragen haben.

Was nutzt ein Tarifabschluss, wenn er auch durch die höheren Kosten einer Kommune gemindert wird.

Auch musste er sich von seinen Mitglieder sagen lassen, dass die Lebensqualität in den einzelnen Kommunen gesunken ist, was auf die schlechte Ausstattung der Kommunen zurück zu führen sei.

Schneider will dies im DGB thematisieren und den Aufbau eines breiten Widerstandes anregen. Für ihn ist es klar, dass die Probleme in Düsseldorf und Berlin gelöst werden müssen. Seine Forderungen:

  • Ein Entschuldungsprogramm sollte von Bund und Land angelegt werden..
  • Der Solidarpakt sollte nicht über Kassenkredite finanziert werden, die Kommunen die das tun müssten, sollten von der Zahlung freigestellt werden.
  • Die vertikale Verteilung der Steuern muss überdacht werden.
  • Die Gewerbesteuer sollte verbreitert werden.
  • Die Kosten der Unterkunft bei ALG 2 muss neu geordnet werden
  • Aufstocker bis ALG 2 sollten durch einen flächendeckenden Mindestlohn abgefangen werden.
  • Die Ausbildung in den Verwaltungen sollte nicht an den finanziellen Möglichkeiten gemessen werden, denn letztendlich fehlt uns auch in der Verwaltung der fachlich ausgebildete Nachwuchs.
  • Das kulturelle Angebot als weicher Standortfaktor ist eine wesentliche Voraussetzung um Fachkräfte an eine Kommune zu binden.
  • Die Gleichartigkeit der Lebensgrundsätze innerhalb der Kommunen sollte gewährleistet sein.

Schneider will das die Gewerkschaften mit den Kommunen zusammen ein neues Grundverständnis bei Bund und Länder anmahnen, wobei der Sozialgedanke wieder vorherrschen sollte. Kommunen im Ruhrgebiet ,die einen erheblichen Strukturwandel hinzunehmen hatten, sollten mehr nach ihren finanziellen Möglichkeiten belastet werden.

Hubertus Kramer MdL trieb es auf die Spitze, indem er anmerkte Millionäre brauchen kein öffentliches Bad, der kleine Bürger schon und deshalb brauchten die Kommunen jetzt Entlastung.

Bürgermeister Stobbe möchte in seiner Stadt  "Standards" definieren und diese mit dem Regierungspräsidenten als unabdingbar einstufen. Bei Not der Kommunen soll die obere Ebene angerufen werden. Das Problem ist parteiübergreifend, denn z. B. in Wuppertal gingen der Oberbürgermeister, der CDU angehörend, mit dem SPD Bürgermeister Seite an Seite für ihre Kommune auf die Strasse.

Auf die Frage, ob es nicht ein Problem des Bewußtseins der Landes- und Bundesebene wäre, denn die beiden Ebenen haben kein Problembewusstsein für die Kommunen, verneinte Thomas Slotko MdL  dieses, da auch die Landtagsabgeordneten  auf der Seite ihrer Bürger vor Ort wären.

Auch den Fehler im System wollte man nicht gelten lassen,  denn der Bund kann keine Gesetze machen die die Länder betrifft, ohne sich die Gesetze vom Bundesrat absegnen zu lassen. Aber Gesetze die allesamt die Kommunen betreffen haben keine Analogie wie den Bundesrat. Der Städte und Gemeindetag kann nur anmahnen, hat aber keinen wirklichen Einfluss auf die Gesetzgeber in Bund und Ländern.
        
Nun, ans System wollen die Parteien wohl nicht so recht, weil dies auch meistens immer mit einer Grundgesetz- oder Landesverfassungsänderung einhergehen muss. In der Regel ist dies mit einer 2/3 Mehrheit verbunden.

Parallel fand übrigens ein Treffen des Aktionsbündnis der 19 Städte des bergischen Landes und des Ruhrgebietes in Essen statt, welches unter dem Slogan "Raus aus den Schulden / Für die Würde unserer Städte". Konkret fordern die 19 Städte ein Entschuldungsprogramm der Landesregierung, ähnlich dem Entschuldungsprogramm für Banken (Bad Bank Gesetz). Mit dabei ist übrigens der Regierungspräsident der Bezirkregierung Düsseldorf Jürgen Büssow.
Duisburgs Kämmerer Dr. Peter Langner, meinte auf dieser Veranstaltung: "Ein Aktionsbündnis wie das derzeitige mit den 19 Kommunen habe ich in den 20 Jahren, in denen ich in der Verwaltung arbeite, noch nicht erlebt"
Aber soweit sind wir noch nicht in Schwelm. Wie lange denn noch?

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm
 

 

Das Jubiläums-Konzert der Stadt- und Feuerwehrkapelle Ennepetal am 21.02.2010 in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums war bereits in vollem Gange, als ich nach weiteren aktuellen Tagesterminen am späten Nachmittag dazu stieß.

Schon auf dem Flur empfingen mich die heiteren Töne des Orchesters und nach Betreten des randvoll gefüllten Saales – es sollen an die 400 Besucher dort gewesen sein – konnte ich das echte Klangerlebnis noch viel intensiver erleben.

Eine wirklich bravouröse Leistung, was da vorgetragen wurde und so reichte das Programm von ungarischen Klängen der Rhapsodie Zingaresca über moderne Kompositionen für Blasorchester bis zu Melodien aus der Popmusik von Simon und Garfunkle und Michael Jackson

 

                      

"Musik von und für Generationen" lautete das Motto des großen Konzertes der Stadt- und Feuerwehrkapelle mit  ihrem Jugendorchester, den "Music Kids" und die Darbietungen wurden diesem Motto durchaus gerecht.

 
Der musikalische Leiter Peter Bremicker hatte für dieses Konzert ein Programm zusammen gestellt, welches von der Klassik bis in die Moderne für jeden Musikgeschmack und jedem Alter etwas zu bieten hat, so ging der Reigen der dargebotenen Stücke nahtlos ineinander über.

Obwohl der Verein schon über 80 Jahre existiert, sprüht er doch so voller Lebendigkeit und Kraft, das es den Zuhörer einfach mitreisst. Und das zeigte das Publikum auch durch anhaltenden Applaus nach Beendigung des Konzertes, so dass noch einige Zugaben dargebracht wurden.

Ennepetal kann stolz darauf  sein, ein so brillantes Orchester – und dann noch im Doppelpack von älterer Generation und Jugend – vorweisen zu können.

Beim nächsten Auftritt werde ich unbedingt darauf achten, keine anderen Termine wahrnehmen zu müssen, so dass ich in den gesamten Genuss dieser musikalischen Highlights kommen kann.

 

Linde Arndt

für EN-Mosaik

 

 

Hier als PDF-Anhang noch das Programm   und das Ankündigungsplakat.

                           

Anita Schöneberg vom SPD-Ortsverein Ennepetal  schreibt am 19 Feb 2010 zum Voerder "Haus der Begegnung" wie folgt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der SPD-Bürgersprechstunde in Voerde ist erneut deutlich geworden, dass sich die Menschen im Ortsteil Voerde "stiefmütterlich behandelt fühlen", wenn es um Stadtentwicklung geht.

Das Thema der weiteren Nutzung des "Hauses der Begegnung" steht auf der Tagesordnung und es brennt der Voerder Bürgerschaft "unter den Nägeln", weil die Sorge umgeht, dass "das Haus der Begegnung veschachert werden könnte". Es wird auch von Voerder Vereinen genutzt.

Wir haben daher als Ortsverein den Bürgermeister der Stadt Ennepetal in einem offenen Brief angeschrieben und um ein Konzept zur effizienten Nutzung des Hauses der Begegnung und dem Verbleib in städtischer Hand gebeten. (Brief ist beigefügt. *)
Mit freundlichen Grüßen

Anita Schöneberg

Hier den Brief als PDF

Das Sachgebiet Ordnung der Stadtverwaltung Schwelm weist darauf hin, dass das Abbrennen der Osterfeuer 2010 nicht überall und nur unter Einhaltung von Vorgaben möglich ist. Die Behörde wird auch für das Jahr 2010 auf die Durchführung förmlicher Genehmigungsverfahren für Osterfeuer verzichten, wenn die nachfolgend dargestellten Vorgaben eingehalten werden:

                                          

Ein Osterfeuer wird

  • von einer gesellschaftlichen Organisation oder einem Verein durchgeführt und ist als öffentliche Veranstaltung für jedermann zugänglich,
  • der Stadtverwaltung spätestens bis zum 12.03.2010 unter Verwendung des Anzeigeformulars angezeigt,
  • am Ostersamstag nicht vor 18 Uhr entzündet und bis spätestens 24 Uhr vollständig abgebrannt oder gelöscht,
  • ediglich mit den im Merkblatt aufgeführten Materialien entzündet und unter Beachtung der dort aufgeführten Sorgfaltsmaßnahmen und
  • unter Einhaltung der im Merkblatt aufgeführten Abstände zur nächsten Wohnbebauung, zu Waldflächen und Verkehrswegen abgebrannt.

Ein Merkblatt und ein entsprechender Vordruck zur Anzeige eines Osterfeuers können auf der Internetseite der Stadt Schwelm unter www.schwelm.de/ heruntergeladen werden. Weiterhin kann das Merkblatt beim Bürgerbüro und im Sachgebiet Ordnung, Moltkestraße 24, abgeholt werden. Die Anzeige kann im Bürgerbüro erstattet werden. Für Rückfragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bürgerbüros (Tel. 02336/801-255) sowie des Sachgebietes Ordnung (Tel. 02336/801-261) gerne zur Verfügung.

Die Stadtverwaltung macht darauf aufmerksam, dass die Feuerstellen in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr kontrolliert werden. Bei Nichteinhaltung der Vorgaben wird die Behörde das Abbrennen untersagen, bzw. bereits entfachte Feuer auf Kosten des Verursachers von der Feuerwehr löschen lassen. Kontrollen werden auch am Osterwochenende durchgeführt.

Ziel ist die Eindämmung der Abfallbeseitigung durch Osterfeuer. Verstöße können nach dem Landesimmissionsschutzgesetz oder den abfallrechtlichen Vorschriften mit Geldbußen geahndet werden.

Schwelm, den 22. Februar 2010

ANLAGE Merkblatt als PDF

Antragsformular für 2010 als PDF

Rubbel dich reich! Ab sofort gibt es in allen WestLotto-Annahmestellen in ganz Nordrhein-Westfalen eigens aufgelegte Kulturhauptstadt-Rubbellose mit sechs markanten Motiven der Metropole Ruhr: Essens Zeche Zollverein, das Dortmunder U, der Tetraeder in Bottrop, der Landschaftspark Nord in Duisburg, das Schiffshebewerk in Henrichenburg – und der Gasometer in Oberhausen ziert zusätzlich eine kostenlose 20-seitige Broschüre, die ebenfalls in den Annahmestellen erhältlich ist, mit den Programmhöhepunkten des ersten Halbjahres von RUHR.2010.


Und so geht’s:
Das bunte Logo der Kulturhauptstadt selbst bildet die Rubbelfläche, hinter der sich das Spiel verbirgt. Erscheint dreimal der gleiche Betrag, so ist dieser gewonnen!

Bei dem 1 €-Los gewinnt insgesamt jedes 4. Los. Der Spitzengewinn liegt bei 50.000 Euro.

Jedes verkaufte Los unterstützt gleichzeitig die Projekte der Kulturhauptstadt. „Damit ist jeder Teilnehmer automatisch ein Gewinner“, freut sich RUHR.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt über diesen Glücksfall, „denn die Kultur gewinnt auf jeden Fall immer mit“.

Als staatlicher Glücksspielanbieter für Nordrhein-Westfalen, der Jahr für Jahr über 600 Millionen Euro für das Gemeinwohl dieses Bundeslandes erwirtschaftet, fühlt sich WestLotto mit den Menschen zwischen Rhein und Ruhr in besonderer Weise verbunden.

„Was liegt da näher, als in diesem Jahr die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010, die vor einem Monat mit einer eindrucksvollen, im In- und Ausland stark beachteten Auftaktveranstaltung in Essen startete, besonders zu fördern?“, sagt Jochen Rotermund, Marketingleiter bei WestLotto.

    

     

 

[jpg] Der zweite runde Tisch zum Bahnhof, der nunmehr kein runder Tisch war, fand am 19.2.10 im Haus Ennepetal statt.

Es waren rund zwei Stunden, die vergingen um nur eines zu bringen, wir wollen einen Verein und zwar jetzt hier und heute.

Eine zweite Gruppe lief noch durch die Anwesenden und wollte, man weiß es nicht so recht, noch eine Stiftung haben. Über die Nutzung, ein tragfähiges Konzept, ach was, dass war doch erst einmal unwichtig.

  

Aber lassen wir uns beim Anfang beginnen.
 

 

Bürgermeister Wiggenhagen freute sich über die rund 100 Teilnehmer die anwesend waren und sich augenscheinlich für den Bahnhof interessierten. (Wir berichteten schon mehrfach darüber.)

Nach ein paar einleitenden Worten übergab er direkt an seine Pressesprecherin Frau Schüler-Bültmann, die sich , so Frau Nachbarin, noch in einer Lernphase  befindet, wobei man diesen Eindruck durchaus nicht haben konnte, da sie frei und flüssig redete.

Frau Schüler-Bültmann  trug die Zusammenfassung vom 1. Treffen vor, und ab hier wird es sofort interessant.

 

 

  • Der Rat hat am 17.12.09 die Verwaltung beauftragt den Bahnhof zu erwerben.


Der Rat hat aber nicht beschlossen, die angesetzten Sanierungskosten in Höhe von ca. 1,8 Mio aufzuwenden um den Bahnhof in den Zustand zu versetzen der eine Nutzung erst zulässt!!!

Die Verwaltung steht auf dem Standpunkt, dass eine Nutzung von der Bereitschaft der Bürger abhängig ist und diese die Voraussetzung schaffen sollen, die zu einem tragfähigen Konzept führen. Dieses tragfähige Konzept ist die Grundbedingung um überhaupt an Zuschüsse zu kommen.

Zwei Dinge sind wesentlich: Nutzung und tragfähiges Konzept. Soweit so gut. Nur weder eine Nutzung noch ein tragfähiges Konzept liegen vor. Was bis jetzt vorgetragen wurde, war ein Sammelsurium von Wunschdenken, die allesamt kein tragfähiges Konzept ergeben.

                                        
Nun referierte Herr Schmidt über Bürgerstiftung und Bürgerverein, favorisierte letztendlich den Bürgerverein für dieses Projekt. Der Bürgerverein sollte die Gemeinnützigkeit beantragen, damit letztendlich die erwarteten Spenden überhaupt abzugsfähig nach EStG werden.

Frau Baumhoer legte die Möglichkeiten der Bezuschussung für den Bahnhof dar. Skizzierte den Ablauf der Maßnahme von der Schaffung der Voraussetzung über den Antrag bis zur kostenpflichtigen Begleitung der Baumaßnahme. Aber auch hier, es muss ein Betriebskonzept vorhanden sein, dass sich auch trägt. Über eine weitere Förderadresse der NRW – Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege könnten weitere Kontakte aufgenommen werden. Den Stellv. Vorsitzenden des Stiftungsrates, Herr Minister Eckhardt Uhlenberg, hatte EN-Mosaik anlässlich eines Pressegespräches in der Ludwiggalerie in Oberhausen am Donnerstag, dem 18.02.10 diesbezüglich kontaktiert. Nach dem derzeitig vorgetragenen Sachstand ist eine Förderung zur Zeit abwegig.

Bürgermeister Wiggenhagen las aus dem Brief von Herrn Siekerman vor, in welchem dieser anmahnte, es müsse bald etwas passieren, wobei Herr Siekermann bereit ist sich selber mit einzubringen, so das Schreiben.

Danach war Raum für eine Diskussion, nein, für Wortmeldungen um Ideen nochmals vorzutragen.
Der Tenor der Wortmeldungen war, es muss der Bahnhof in seiner Funktion als Bahnhof erhalten bleiben.
Dies bedeutet: Toilette, Kiosk, Unterstellmöglichkeit und Informationspunkt. Darüber hinaus sollte noch jemand für die Reinigung und Pflege des Bahnhofs zuständig gemacht werden.

Nur dieses alles ist keine tragfähige Nutzung, die dazu angetan ist den Erhalt des Denkmals zu garantieren. Bei dieser Forderung bleibt das Denkmal ein, in nicht unerheblichem Maße, Zuschussobjekt. Da es eine freiwillige Leistung der Stadt wäre, könnte diese bei dementsprechender Haushaltslage ersatzlos wegfallen.

Herr Wiggenhagen hatte ihm bekannte Firmen angeschrieben und drei Rückmeldungen bekommen, die allesamt, nach seiner Aussage ein Konzept anmahnten.

Nun kam Frau Nachbarin auf den Plan, rief zu einer breiten Beteiligung der Bürger auf und übergab, welch Wunder, einen vorbereiteten Flyer nebst Teilnahmeerklärung. Diese Teilnahmeerklärung möge man doch am besten sofort ausfüllen und ihr übergeben. Dann stellte Herr Müller-Ante, das ist der Künstler, eine Raschelbox in die man 5 Euro raschelnd einschmeißen kann. Auch ein Button wurde in Aussicht gestellte den man  für die 5 Euro erwerben kann. Müller-Ante will sowohl einen Verein als auch eine Stiftung umgesetzt haben.

Es war ein drunter und drüber, mal wurde die Moderation vom Bürgermeister getätigt, mal nicht. Frau Nachbarin nahm ganz keck dem Bürgermeister das Mikrofon ab um die Bürger zum Handeln zu drängen, und zwar wenn möglich alle. Der Bürgermeister stand fast wie ein Konfirmand dann neben ihr. Moderation und Führung solch einer Veranstaltung sollte man anders gestalten, man sollte schon den Faden nicht verlieren und die Beiträge in eine konstruktive Diskussion münden lassen können.

Wirkliche Diskussionen, nein, die wollte man wohl nicht, man drängte nun auf die Vereinsgründung, wobei Frau Nachbarin die Führung übernahm. Man darf ruhig Wetten abgeben wer das Sagen in diesem Verein haben soll.
Ach ja, und die Nutzung und das Konzept? Na ja, darüber sollte der zu gründende Verein sich Gedanken machen. Ist doch schon mal was.

Man muss sich schon fragen, warum eine so hoch dotierte Verwaltung nicht in der Lage ist, mehrere Konzepte der Nutzung zu erarbeiten und den Bürgern zur Diskussion vorzustellen. Auch ist  mir die Dramaturgie dieser beiden Veranstaltungen zu sehr darauf ausgerichtet gewesen, das Problem aus der Stadtverwaltung heraus zu bekommen und sie dem Bürger zur weiteren Bearbeitung anzudrehen. Wo sind denn die kompetenten fachlich versierten Angestellten? Viele Fragen die fach- und sachlich begründet wären wurden gar nicht gestellt, konnten also auch nicht beantwortet werden.
 

  • Da fehlte die Auflistung der förderungsfähigen Gewerke oder Arbeiten am Bahnhof, die maßgeblich für die Beantragung sind.
  • Die Einbeziehung der anderen Gebäude und Freiflächen für ein erweitertes Szenario, das evtl. die Tragfähigkeit erst erbringen könnte.
  • Über einen Plan B wollen wir mal nicht reden, der offensichtlich Abriss bedeutet.
  • Zuschüsse aus anderen Bereichen durch eine Erweiterung des Nutzungskonzeptes. Fehlanzeige.
  • Eine statische Berechnung, die durch erhöhten Publikumsverkehr notwendig würde, fehlte auch.
  • Was ist mit den 180 Tsd. die der Fliesenleger während des Wahlkampfes bekommen sollte, bekommt der Verein die jetzt?

Ach ja, dann gibt es ja noch eine Änderung der Zumutbarkeit. Zur Zeit ist ein nicht gerade finanzkräftiger Eigentümer im Bahnhof, der, da die finanziellen Mittel beschränkt sind, eher den Bahnhof aus der Denkmalliste herausbekommen könnte.

Dies ändert sich aber, wenn der neue Eigentümer Stadt oder der Verein ins Obligo kommt, denn, diesen Eigentümern wäre mehr zu zumuten.
Und zu guter letzt, der Bahnhof ist ein Denkmal, aber es ist kein herausragendes Denkmal, wie meinetwegen Gut Ahlhausen. Auch ist es recht fraglich, ob der Bahnhof für die Bürger identitätsstiftend  sein kann, ich denke eher nicht.

Die beiden runden Tische waren zwar gut gemeint, waren aber so organisiert, dass man dem Projekt keine gute Zukunft bescheinigen kann. Ich denke wir werden noch sehr, sehr lange über den Bahnhof reden dürfen, so lange bis er in sich zusammen fällt.

Aber  so ist das auf der "Insel der Glückseligen", da will man Probleme ganz  fix vom Schreibtisch haben, egal wie.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal