125 Jahre und 786 Jahre auf den Tag genau

 

  [jpg] 786 Jahre ist der Mord an Engelbert I her (wir schrieben darüber). Am 7. November 1225 gab es Gevelsberg noch nicht. Es gab lediglich einzelne Gehöfte oder sogenannte Flecken.

Und Gevelsberg ist nun 125 Jahre alt. Zu diesem Jubeljahr machte Gevelsberg eine Ausstellung zu dieser Mordgeschichte drum herum eine Ausstellung in der restaurierten Kornbrennerei. Die Leiterin des Schwelmer Stadtmuseums im Schloss Martfeld , Cornelia Hackler stellte 12 Tafeln aus ihrer historischen Recherche zur Verfügung. So stellte Bürgermeister Claus Jacobi richtigerweise die Bedeutung Engelberts I im Deutschen Reich heraus. Engelbert I war damals Reichsverweser, heißt, Stellvertreter des Kaisers.

Kornbrennerei innen  Foto: © Linde Arndt    

Kaiser war damals Friedrich II, ein Staufer, und der hatte seinen Lebensmittelpunkt nach Sizilien verlegt. Er interessierte sich mehr für die Wissenschaft, legte sich mit dem damaligen Papst an und war ein hochgebildeter Mann. Er hatte zwar Söhne die ihn in Deutschland vertreten konnten, jedoch war nur Engelbert I als sein Stellvertreter mit der Macht des Kaisers ausgestattet.

Dieser Engelbert wollte die Ländereien des Grafen von Isenberg als auch Besitztümer des Essener Stiftes. Graf Isenberg hatte auch sein Auge auf die Besitztümer des Essener Stiftes geworfen. Adelheid oder auch Adelwild hieß die Dame die dem Essener Stift als Äbtissin vorstand.

Es macht einen schon nachdenklich, dass als Engelbert I ermordet und Isenberg hingerichtet war, Adelheid in den Rang einer Fürstin gesetzt wurde.

Denn die Dame wird sicher nicht untätig gewesen sein im Hinblick darauf, dass die beiden Herren ihre nicht unerheblichen Besitztümer haben wollten.

Lassen wir den Schleier der Geschichte über diesen Vorkommnissen liegen.

Das Landesmuseum Westfalen Lippe in Herne mit Dr. Stefan Leenen versuchte im vorigen Jahr 2010 abschließendes Licht in das Dunkel zu bringen. Und von dieser Ausstellung hatten die Gevelsberger die Schattenwand ausgeliehen bekommen und diese in die Ausstellungsräume integriert.

Bürgermeister Jacobi bedankte sich ganz herzlich sowohl bei dem Herner Landesmuseum aber auch bei Frau Cornelia Hackler für nachbarschaftlichen Mühen.

       
    BM Claus Jacobi bedankt sich bei Frau Hackler 
Foto: &copy Linde Arndt

Lehrerin Alexandra Wakenhut wusste SchülerInnen zu motivieren Heldenballaden zu verfassen die man in der damaligen Zeit so verfasst hätte. Engelbert I war ganz klar, weil er eben der Stellvertreter des Kaisers war, ein Held. Also wurden die Balladen auch so verfasst, man nannte dies auch den so genannten „Engelbertston“. Und so wurden die Balladen auch von den Schülern vorgetragen.

   
  v.l.: BM Claus Jacobi mit Alexandra Wakenhut und den vortragenden Schülerinnen und Schülern                         Foto: © Linde Arndt  


Wolfgang Hamacher
Foto: © Linde Arndt
  Musikalisch eingerahmt wurde die Eröffnung von Wolfgang Hamacher auf der Querflöte der ausgewählte Stücke der damaligen Zeit aufführte.

Am Samstag, den 12. November 2011 wird Frau Dr. Margarete Korn ab 15:00 Uhr eine Führung durch die Ausstellung und den alten Dorfkern machen. Die Ausstellung wird noch bis Sonntag, den 13. November allen Besuchern frei zu den Öffnungszeiten zugänglich sein.

Der Legende nach sollen die damaligen Bewohner auf dem Boden des heutigen Gevelsberg durch den Mord in großen Ängsten gelebt haben. Und um der Rache der Verwandten Engelberts I zu entgehen, entschloss man sich ein Zisterzienserinnenkloster zu errichten.

Aber wie gesagt, es ist eine Legende. Diese Verklärung der tatsächlichen Geschichte haben wir Caesarius von Heisterbach mit seinem Werk: „Leben, Leiden und Wunder des hl. Erzbischofs Engelbert von Köln“ zu verdanken.Mit diesem Werk wollte Caesarius die Heiligsprechung Engelberts in Gang bringen.

Was begeistert ist nicht nur die Ausstellung, vielmehr ist es die frisch restaurierte Kornbrennerei die ein Kleinod im Ensemble des alten Dorfkerns darstellt. Neben Bürgermeister Claus Jacobi war auch Altbürgermeister Klaus Solmecke mit seiner Gattin anwesend. Viele Ratsmitglieder aller Parteien freuten sich über die gelungene Ausstellung, die mit einem Vortrag von Cornelia Hackler über die damalige Zeit harmonisch ausklang.

Schade das wir keine allgemeinen Bilder der Ausstellungsstücke machen durften, darüber wachte Frau Hackler.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

 

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