„Das ist die Hölle für mich“ – Runder Tisch will Stalkingopfern helfen

(pen) „Es ist die Hölle!“ Stalkingopfer müssen nicht lange nach Worten suchen, um ihre Lage auf den bedrückenden Punkt zu bringen. Wer sich im Visier eines Stalkers befindet, für den sind ständige Anrufe, Verunglimpfungen im Freundes- und Bekanntenkreis, SMS-Terror und überfüllte virtuelle und reale Briefkästen mit „Liebes“bekundungen und Drohungen an der traurigen Tagesordnung.


„Wut und Angst breiten sich bei den Betroffenen schnell aus, dazu das ohnmächtige Gefühl, den Stalker nicht loswerden zu können, ihm mehr oder weniger wehrlos ausgeliefert zu sein“, beschreibt Renate Terboven, Koordinatorin des runden Tisches gegen häusliche Gewalt im Ennepe-Ruhr-Kreis, die Gefühlswelt der Opfer. „Am häufigsten sind das übrigens Frauen, die nach einer Trennung von ihrem Ex-Partner verfolgt, belästigt und bedroht werden. Dies kann in schweren Fällen bis zu Einbruch, Gewalt oder gar Tötung des Opfers führen.“

Die Mitglieder des runden Tisches wollen in einer Veranstaltung aufzeigen, wie die Macht der Stalker begrenzt werden kann. Diese findet am Donnerstag, 5. November, von 9 bis 16:30 Uhr im Haus Theresia in Hattingen statt und wendet sich vor allem an diejenigen, die beruflich mit Stalkingopfern arbeiten. Anmeldungen sind ab sofort und bis zum 2. November möglich, die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. [s.auch PDF-Flyer] Auf dem Programm stehen Vorträge und Arbeitsgruppen. Thematisiert werden unter anderem die psychischen und gesundheitlichen Auswirkungen von Stalking, die rechtlichen Möglichkeiten der Opfer und der Umgang der Polizei mit Stalkern. In den Arbeitsgruppen geht es darum, wie man Stalkern begegnen sollte, wie Opfer unterstützt werden können und um das Thema Web-Stalking.

Ansprechpartner für Anmeldungen ist die Kreisverwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises, Inge Röße, 02336/93 2061.

Stichwort „Runder Tisch EN gegen häusliche Gewalt“

Der „Runde Tisch EN gegen häusliche Gewalt“ besteht seit 1999. Fachleute aus Justiz, Polizei, dem Opferschutz, den Beratungsstellen, dem Frauenhaus, der Frauenberatung, dem Gesundheitswesen und die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und der Kreisverwaltung arbeiten gemeinsam daran, die Situation gewaltbetroffener Frauen nachhaltig zu verbessern und Gewalt öffentlich zu ächten. Schirmherr ist Landrat Dr. Arnim Brux.

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